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	<title>BolscheWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-10-17T02:08:26Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Der_imperialistische_Kapitalismus&amp;diff=7351</id>
		<title>Der imperialistische Kapitalismus</title>
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		<updated>2022-07-01T11:45:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: Kapitalexport&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Monopole==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Kapitalismus der freien Konkurrenz zwischen 1860 und 1870 seinen höchsten Entwicklungspunkt erreicht hatte, bildeten sich erste Ansätze von Monopolen heraus. Nach der Krise von 1873 entwickelten sich daraus erste Kartelle, die aber noch keinen dauerhaften Charakter hatten. Erst mit dem Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts und der Krise von 1900 bis 1903 wurden Monopole und Monopolverbände zur Grundlage des gesamten Wirtschaftslebens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration und Zentralisation der Produktion und des Kapitals führt im Kapitalismus der freien Konkurrenz auf einer bestimmten Entwicklungsstufe dicht an das Monopol heran. Die aus der Konkurrenz hervorgegangenen Riesenbetriebe können viel effizienter produzieren und verfügen über bessere Produktionsmethoden, weshalb sie die Konkurrenz leichter ausschalten können. Sie vereinigen den Großteil der Produktion eines Industriezweiges in sich, was ihnen große Gewinne ermöglicht und zur Folge hat, dass die Produktion stark erweitert wird. Das Entstehen der Monopole mit Hilfe des Bankkapitals ist eine der wichtigsten Gesetzmäßigkeiten des Imperialismus – des Monopolkapitalismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für die ökonomische Überlegenheit der Monopole ist, dass sie sich einen permanenten Extraprofit - in Form des Monopolprofits - aneignen können. Dies gelingt ihnen, indem sie die freie Konkurrenz aushebeln und somit den Ausgleich des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit behindern. Der Monopolprofit entsteht dabei, indem ein Teil des Profits anderer, konkurrierender Warenproduzenten auf den Profit der Monopole übertragen wird und den Arbeitern ein zusätzlicher Teil ihres Arbeitslohns entzogen wird. Die Monopolprofite befähigen die Kapitalisten dazu Teile der Arbeiterklasse zu bestechen und auf die Seite der Bourgeoisie zu ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Erscheinung des Monopolkapitalismus ist die Kombination, bei welcher es zur Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem Unternehmen kommt, wodurch Konjunkturunterschiede ausgeglichen und höhere Profitraten erreicht werden. Durch die Kombination wird der Handel ausgeschaltet und es werden Extraprofite gesichert. Dadurch wird auch die Stellung im Konkurrenzkampf während wirtschaftlicher Krisen gestärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die schnelle Ausdehnung der Produktion in der Großindustrie wächst diese schneller als die Märkte. Dies führt zu einer Überproduktion, sinkenden Preisen und sinkenden Gewinnen. Mit dem technischen Fortschritt steigt der Anteil an Maschinen in der Produktion wodurch der tendenziellen Fall der Profitrate verstärkt wird. Um diesem Widerspruch entgegen zu wirken, aber auch um die Profite allgemein zu steigern, schließen sich die Großindustriellen in Kartellen zur Regulierung der Produktion zusammen. Es werden Produktionskapazitäten festgelegt Preisabsprachen getroffen und Aufträge und Absatzmärkte aufgeteilt, Rohstoffquellen und Arbeitskräfte werden unter eigene Kontrolle gebracht und alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen, um Monopolprofite zu erzielen und die Konkurrenz auszuschalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die krasseste Erscheingsform der Monopole ist die Finanzoligarchie, welche alle Institutionen von sich abhängig macht, insbesondere den Staat. Dieser ist durch die Industrie- und Fabrikgesetzte mit den Monopolen verflochten, und unterstützt die Herausbildung von Monopolen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Monopolkapitalismus führt nah an eine allgemeine Vergesellschaftung der Produktion heran, gleichzeitig bleibt der Besitz der gesellschaftlichen Produktionsmittel und auch die Aneignung der Profite privat. Obwohl die Monopole die freie Konkurrenz ausschalten besteht die Konkurrenz im Kampf um die Aneignung des Monopolprofits auch zwischen den Monopolen weiter. Darüber hinaus verschärft sich die Konkurrenz zwischen kartelliertem und nicht-kartelliertem Kapital. Dies verschärft Konflikte und erzeugt einen permanent wachsenden antagonistischen Widerspruch zwischen dem Monopol und seinem Ursprung, dem Kapitalismus der freien Konkurrenz. Das Monopol erzeugt die allgemeine Tendenz zur Stagnation und Fäulnis und bildet ein Herrschaftsverhältnis mit einem hohen Maß an Gewalt. Durch die umfassende Vergesellschaftung der Produktion und die allgemeine Verschärfung der Widersprüche bildet das Monopol den Übergang zu einer höheren Gesellschaftsformation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Kapital, Produktionsmittel, Arbeitskraft, Kreditwesen, Konkurrenz, organische Zusammensetzung, Akkumulation, Konzentration, Zentralisation, Monopolprofit, Extraprofit, durchschnittliche Mehrwertrate, Monopolverbände, Syndikate, Trusts, Kartelle, Kombination, Finanzoligarchie, Finanzkapital, Bankenwesen, Kostpreis, Produktionspreis &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Wesen'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr es erlaubt vereinigt sich das Kapital zum Monopol, um die Gewinne zu steigern. In der Konkurrenz versucht der einzelne Kapitalist seinen eigenen Anteil auf jegliche Art zu vergrößern, auch wenn es die Gesamtsumme verringert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn jeder einzelne einer Klasse nie mehr haben könnte als einen gegebenen Anteil oder einen aliquoten Teil von Gewinn und Besitz des Ganzen, so würde er sich bereitwillig vereinigen, um die Gewinne hinaufzutreiben&amp;quot; (das tut er, sobald das Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr es erlaubt): „das ist Monopol. Aber wo jeder einzelne denkt, daß er irgendwie die absolute Summe seines eigenen Anteils vergrößern könne, wenn auch durch ein Verfahren, das die Gesamtsumme verringert, wird er es oft tun: das ist Konkurrenz. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monopole vereinigen den Großteil der Produktion eines Industriezweiges in sich, was ihnen große Gewinne ermöglicht und zur Folge hat, dass die Produktion stark erweitert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Kartelle und Trusts vereinigen vielfach sieben bis acht Zehntel der Gesamtproduktion des betreffenden Industriezweige in ihren Händen. Im Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat waren bei seiner Gründung im Jahre 1893 86,7% und im Jahre 1910 bereits 95,4% der gesamten Kohlenförderung des Gebiets konzentriert. Das auf diese Weise entstehende Monopol gewährleistet Riesengewinne und führt zur Bildung technischer Produktionseinheiten von unermeßlichem Umfang.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 206-207}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monopole behindern den Ausgleich des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiedenen Produktionssphären und ermöglichen damit den Monopolpreis. Auch wenn dieser Monopolpreis über dem Wert der Waren liegt, werden die durch den Wert der Waren gegebenen Grenzen nicht aufgehoben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Findet endlich die Ausgleichung des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiednen Produktionssphären ein Hindernis an künstlichen oder natürlichen Monopolen, und speziell am Monopol des Grundeigentums, so daß ein Monopolpreis möglich würde, der über den Produktionspreis und über den Wert der Waren stiege, auf die das Monopol wirkt, so würden die durch den Wert der Waren gegebnen Grenzen dadurch nicht aufgehoben. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 868-869}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange das industrielle Kapital das Monopol an der verbesserten Produktionsweise hat, kann das Kapital den Umschlag beschleunigen und einen höheren Profit erzielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn dasselbe industrielle Kapital, bei sonst gleichbleibenden Umständen und namentlich bei gleicher organischer Zusammensetzung, viermal im Jahr statt zweimal umschlägt, produziert es doppelt soviel Mehrwert und daher Profit; und dies zeigt sich handgreiflich, sobald und solange dies Kapital das Monopol der verbesserten Produktionsweise besitzt, die ihm diese Umschlagsbeschleunigung gestattet. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 325}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Bildung von Monopolen geht zwangsläufig ein gewaltvolles Herrschaftsverhältnis hervor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Herrschaftsverhältnis und die damit verbundene Gewalt - das ist das Typische für die &amp;quot;jüngste Entwicklung des Kapitalismus&amp;quot;, das ist es, was aus der Bildung allmächtiger wirtschaftlicher Monopole unvermeidlich hervorgehen mußte und hervorgegangen ist. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Monopol entsteht aus der Konzentration der Produktion. Die Monopolverbände, also die Kartelle, Syndikate und Trusts spielen im Wirtschaftsleben eine gewaltige Rolle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] Das Monopol ist aus der Konzentration der Produktion auf einer sehr hohen Stufe ihrer Entwicklung erwachsen. Das sind die Monopolverbände der Kapitalisten, die Kartelle. Syndikate und Trusts. Wir sahen, welch gewaltige Rolle sie im heutigen Wirtschaftsleben spielen. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304-305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Entwicklung'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Ergebnisse der Geschichte der Monopole sind: 1. Die höchste Entwicklung der freien Konkurrenz um 1860/70 mit Ansätzen von Monopolen; 2. Die Entwicklung der Kartelle nach der Krise von 1873, die aber noch keinen dauerhaften Charakter haben; 3. Mit dem Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts, sowie die Krise von 1900 bis 1903 werden Kartelle/Monopolverbände zur Grundlage der gesamten Wirtschaftslebens und der Kapitalismus wird zum Imperialismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die wichtigsten Ergebnisse der Geschichte der Monopole sind demnach: 1. In den sechziger und siebziger Jahren des 19 Jahrhunderts die höchste, äußerste Entwicklungsstufe der freien Konkurrenz; kaum merkliche Ansätze zu Monopolen. 2. Nach der Krise von 1873 weitgehende Entwicklung von Kartellen, die aber noch Ausnahmen, keine dauernden, sondern vorübergehende Erscheinungen sind. 3. Aufschwung am Ende des 19. Jahrhunderts und Krise von 1900-1903: Die Kartelle werden zu einer der Grundlagen des ganzen Wirtschaftslebens. Der Kapitalismus ist zum Imperialismus geworden.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalismus der freien Konkurrenz führt notwendig zur Konzentration der Produktion und des Kapitals. Je schneller sich der Handel und der Kapitalismus entwickeln, desto stärker ist diese Konzentration. Den entstandenen Riesenbetrieben, die viel effizienter produzieren und über moderne Produktionsmethoden verfügen, fällt es leichter, die Konkurrenz auszuschalten. Die Konzentration selbst führt auf einer bestimmten Stufe, dicht an das Monopol heran. Es entsteht die Tendenz der Verwandlung der freien Konkurrenz in ihren direkten Gegensatz – das Monopol. Das Entstehen der Monopole aus der Konkurrenz, mit Hilfe des Bankkapitals, ist dabei eines der wichtigsten Merkmale des Imperialismus – des Monopolkapitalismus. Die dem Kapitalismus immanenten Krisen, verstärken die Tendenz zur Konzentration und damit zur Monopolbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber die Konzentration der Produktion ist viel stärker als die Konzentration der Arbeiter, denn die Arbeit ist in den Großbetrieben viel produktiver. Darauf weisen die Daten über Dampfmaschinen und elektrische Motoren hin. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daraus erhellt, daß die Konzentration auf einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung sozusagen von selbst dicht an das Monopol heranführt. Denn einigen Dutzend Riesenbetrieben fällt es leicht, sich untereinander zu verständigen, während anderseits gerade durch das Riesenausmaß der Betriebe die Konkurrenz erschwert und die Tendenz zum Monopol erzeugt wird. Diese Verwandlung der Konkurrenz in das Monopol ist eine der wichtigsten Erscheinungen - wenn nicht die wichtigste - in der Ökonomik des modernen Kapitalismus, und wir müssen daher ausführlicher darauf eingehen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ökonomisch ist das Grundlegende in diesem Prozeß (der Entwicklung des Imperialismus aus dem Kapitalismus – Anm. der Red.) die Ablösung der kapitalistischen freien Konkurrenz durch die kapitalistischen Monopole. Die freie Konkurrenz ist die Grundeigenschaft des Kapitalismus und der Warenproduktion überhaupt; das Monopol ist der direkte Gegensatz zur freien Konkurrenz, aber diese begann sich vor unseren Augen zum Monopol zu wandeln, indem sie die Großproduktion schuf, den Kleinbetrieb verdrängte, die großen Betriebe durch noch größere ersetzte, die Konzentration der Produktion und des Kapitals so weit trieb, daß daraus das Monopol entstand und entsteht, nämlich: Kartelle, Syndikate, Trusts und das mit ihnen verschmelzende Kapital eines Dutzends von Banken, die mit Milliarden schalten und walten.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber je schneller die Entwicklung des Handels und des Kapitalismus vor sich geht, um so stärker ist doch die Konzentration der Produktion und des Kapitals, die das Monopol erzeugt. Und die Monopole sind ja schon entstanden, gerade aus der freien Konkurrenz!  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 295}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen - jeder Art, am häufigsten ökonomische Krisen, aber nicht nur diese allein - verstärken aber ihrerseits in ungeheurem Maße die Tendenz zur Konzentration und zum Monopol.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die freie Konkurrenz wandelt sich zum Monopol, wodurch es zu einem gigantischen Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion und insbesondere der technischen Verbesserungen und Erfindungen kommt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konkurrenz wandelte sich zum Monopol. Die Folge ist ein gigantischer Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion. Im besonderen wird auch der Prozeß der technischen Erfindungen und Vervollkommnungen vergesellschaftet.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der Monopole, durch die Konkurrenz und die Konzentration der Produktion und des Kapitals, ist eine allgemeine Gesetzmäßigkeit des Imperialismus. Lokale (wirtschafts-)politische Unterschiede der kapitalistischen Staaten, wie z.B. die Existenz von Schutzzöllen oder andere Besonderheiten, können die Monopolbildung beschleunigen aber sie nicht verhindern. Besonders schnell entstehen sie jedoch da, wo sich das Kapital der Rohstoffquellen ermächtigen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Tatsachen zeigen, daß die Unterschiede zwischen einzelnen kapitalistischen Ländern, z. B. in bezug auf Schutzzoll oder Freihandel, bloß unwesentliche Unterschiede in der Form der Monopole oder in der Zeit ihres Aufkommens bedingen, während die Entstehung der Monopole infolge der Konzentration der Produktion überhaupt ein allgemeines Grundgesetz des Kapitalismus in seinem heutigen Entwicklungsstadium ist.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Noch ein Beispiel für das Wirtschaften der Kartelle. Dort, wo man auf alle oder die wichtigsten Rohstoffquellen die Hand legen kann, geht die Entstehung von Kartellen und die Bildung von Monopolen besonders leicht vonstatten. Es wäre jedoch falsch zu glauben, daß Monopole nicht  auch in anderen Industriezweigen entstehen, in denen es unmöglich ist, sich der Rohstoffquellen zu bemächtigen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211-212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monopole behindern den Ausgleich des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiedenen Produktionssphären und ermöglichen damit den Monopolpreis, welcher über dem Wert der Waren liegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Monopolpreis entsteht dabei, indem ein Teil des Profits anderer Warenproduzenten auf den Monopolpreis übertragen wird und dem Arbeiter ein zusätzlicher Teil seines Arbeitslohns entzogen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Findet endlich die Ausgleichung des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiednen Produktionssphären ein Hindernis an künstlichen oder natürlichen Monopolen, und speziell am Monopol des Grundeigentums, so daß ein Monopolpreis möglich würde, der über den Produktionspreis und über den Wert der Waren stiege, auf die das Monopol wirkt, so würden die durch den Wert der Waren gegebnen Grenzen dadurch nicht aufgehoben. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 868-869}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Monopolpreis gewisser Waren würde nur einen Teil des Profits der andern Warenproduzenten auf die Waren mit dem Monopolpreis übertragen. Es fände indirekt eine örtliche Störung in der Verteilung des Mehrwerts unter die verschiednen Produktionssphären statt, die aber die Grenze dieses Mehrwerts selbst unverändert ließe. Ginge die Ware mit Monopolpreis in den notwendigen Konsum des Arbeiters ein, so würde sie den Arbeitslohn erhöhn und dadurch den Mehrwert vermindern, falls der Arbeiter nach wie vor den Wert seiner Arbeitskraft bezahlt erhielte. Sie könnte den Arbeitslohn unter den Wert der Arbeitskraft herabdrücken, aber dies nur, soweit jener über der Grenze seines physischen Minimums stände. In diesem Falle würde der Monopolpreis durch Abzug am realen Arbeitslohn (d. h. der Masse der Gebrauchswerte, die der Arbeiter durch dieselbe Masse Arbeit erhielte) und an dem Profit der andern Kapitalisten bezahlt. Die Grenzen, innerhalb deren der Monopolpreis die normale Regulierung der Warenpreise affizierte, wären fest bestimmt und genau berechenbar. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 869}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Erscheinung des Monopolkapitalismus ist die sog. Kombination. Es kommt zur Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem Unternehmen. Diese bilden dabei entweder aufeinanderfolgende Stufen oder spielen eine Hilfsrolle der Produktion. Dies gleicht Konjunkturunterschiede aus und erhöht dabei die Stetigkeit der Profitrate. Auch der Handel wird ausgeschaltet und die Möglichkeit zu Extraprofiten, durch technischen Fortschritt, geschaffen, sowie die Überlegenheit im Konkurrenzkampf während Krisen gestärkt. Die Kombination verstärkt den Prozess der Monopolisierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nicht in jedem Industriezweig gibt es Großbetriebe; und anderseits ist eine äußerst wichtige Besonderheit des Kapitalismus, der die höchste Entwicklungsstufe erreicht hat, die sogenannte Kombination, d. h. die Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem einzigen Unternehmen; diese Industriezweige bilden entweder aufeinanderfolgende Stufen der Verarbeitung des Rohstoffs (z. B. Gewinnung von Roheisen aus Erz, seine Verarbeitung zu Stahl und unter Umständen auch die Erzeugung dieser oder jener Stahlfabrikate) oder spielen in bezug aufeinander eine Hilfsrolle (z. B. Verarbeitung von Abfällen oder Nebenprodukten; Herstellung von Verpackungsmaterial usw.). &lt;br /&gt;
  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |&amp;quot;... die Kombination&amp;quot;, schreibt Hilferding, &amp;quot;gleicht Konjunkturunterschiede aus und bewirkt daher für das kombinierte Werk eine größere Stetigkeit der Profitrate. Zweitens bewirkt die Kombination Ausschaltung des Handels. Drittens bewirkt sie die Möglichkeit technischer Fortschritte und damit die Erlangung von Extraprofit gegenüber dem 'reinen'&amp;quot; (d.h. nicht kombinierten) &amp;quot;Werk. Viertens stärkt sie die Stellung des kombinierten Werkes gegenüber dem 'reinen' im Konkurrenzkampf zur Zeit einer starken Depression&amp;quot; (Geschäftsstockung, Krise), &amp;quot;wenn die Senkung der Rohmaterialpreise nicht Schritt hält mit der Senkung der Fabrikatspreise.&amp;quot;   &lt;br /&gt;
 | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die schnelle Ausdehnung der Produktion in der Großindustrie wächst diese schneller als die Märkte. Dies führt zu einer Überproduktion, sinkenden Preisen und fallende Profiten, was durch Schutzzölle noch verstärkt wird. Diesen Widerspruch lösen die Großindustriellen indem sie sich in Kartellen zur Regulierung der Produktion zusammentun. Es werden Produktionskapazitäten festgelegt und eingehende Aufträge aufgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Seit Marx obiges schrieb, haben sich bekanntlich neue Formen des Industriebetriebs entwickelt, die die zweite und dritte Potenz der Aktiengesellschaft darstellen. Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert. Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die altgerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem  Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. […] (Friedrich Engels) | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 453-454}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Historische Rolle'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Imperialismus ist Monopolkapitalismus. Durch die Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise kommt es notwendigerweise zur Vergesellschaftung der Produktion. Der dadurch entstandene Fortschritt kommt jedoch im Imperialismus nur den Spekulanten zu Gute, da die Form der Aneignung privat bleibt. Das hat zur Folge, dass der Druck der Monopole auf die Bevölkerung noch schwerer wird. Die vollständige Vergesellschaftung ist die Grundlage für den Übergang des Kapitalismus hin zu einer neuen Gesellschaftsordnung, in die die Kapitalisten, unbewusst und gegen ihren eigenen Willen, hineingezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In seinem imperialistischen Stadium führt der Kapitalismus bis dicht an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine Art neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktion wird vergesellschaftet, die Aneignung jedoch bleibt privat. Die gesellschaftlichen Produktionsmittel bleiben Privateigentum einer kleinen Anzahl von Personen. Der allgemeine Rahmen der formal anerkannten freien Konkurrenz bleibt bestehen, und der Druck der wenigen Monopolinhaber auf die übrige Bevölkerung wird hundertfach schwerer, fühlbarer, unerträglicher. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalismus ist so weit entwickelt, daß die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor &amp;quot;herrscht&amp;quot; und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den &amp;quot;Genies&amp;quot; der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, die sich bis zu dieser Vergesellschaftung emporgearbeitet hat, kommt den - Spekulanten zugute.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Monopol erwächst aus dem Kapitalismus der freien Konkurrenz, durch die Warenproduktion. Das Monopol verdrängt jedoch nicht die Konkurrenz. Die Konkurrenz besteht weiter neben und über ihm. Dies erzeugt Probleme, Konflikte und einen permanenten antagonistischen Widerspruch zwischen dem Monopol und seinem Ursprung. Das Monopol steht dabei nicht mit kleinen, technisch rückständigen Betrieben in Konkurrenz, sondern würgt diese ab. Das Monopol ist der Übergang zu einer höheren Gesellschaftsformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zugleich aber beseitigen die Monopole nicht die freie Konkurrenz, aus der sie erwachsen, sondern bestehen über und neben ihr und erzeugen dadurch eine Reihe besonders krasser und schroffer Widersprüche, Reibungen und Konflikte. Das Monopol ist der Übergang vom Kapitalismus zu einer höheren Ordnung.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie wir gesehen haben, ist die tiefste ökonomische Grundlage des Imperialismus das Monopol. Dieses Monopol ist ein kapitalistisches, d.h. ein Monopol, das aus dem Kapitalismus erwachsen ist und im allgemeinen Milieu des Kapitalismus, der Warenproduktion, der Konkurrenz, in einem beständigen und unlösbaren Widerspruch zu diesem allgemeinen Milieu steht.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 280-281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben es nicht mehr mit dem Konkurrenzkampf kleiner und großer, technisch rückständiger und technisch fortgeschrittener Betriebe zu tun. Durch die Monopolinhaber werden alle diejenigen abgewürgt, die sich dem Monopol, seinem Druck, seiner Willkür nicht unterwerfen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Monopol erzeugt die allgemeine Tendenz zur Stagnation und Fäulnis. Durch den Zwang zur Erhöhung der Profite wird der technische Fortschritt vorangetrieben. Wo das Monopol jedoch Monopolpreise realisiert, verschwindet dieser Antrieb und es kommt zwangsläufig zur Stagnation, wodurch der Fortschritt ausgebremst wird. Diese Stagnation kann jedoch nur temporär bestehen, da das Monopol die Konkurrenz nie gänzlich und dauerhaft ausschalten kann. Die Monopole haben die Möglichkeit den technischen - und damit den Gesamtfortschritt - künstlich aufzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dennoch erzeugt es, wie jedes andere Monopol, unvermeidlich die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis. In dem Maße, wie Monopolpreise, sei es auch nur vorübergehend, eingeführt werden, verschwindet bis zu einem gewissen Grade der Antrieb zum technischen und folglich auch zu jedem anderen Fortschritt, zur Vorwärtsbewegung; und insofern entsteht die ökonomische Möglichkeit, den technischen Fortschritt künstlich aufzuhalten.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gewiß kann das Monopol unter dem Kapitalismus die Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten (das ist übrigens einer der Gründe, warum die Theorie des Ultraimperialismus unsinnig ist). Die Möglichkeit, durch technische Verbesserungen die Produktionskosten herabzumindern und die Profite zu erhöhen, begünstigt natürlich Neuerungen. Aber die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis, die dem Monopol eigen ist, wirkt nach wie vor und gewinnt in einzelnen Industriezweigen, in einzelnen Ländern für gewisse Zeitspannen die Oberhand.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der voranschreitenden Entwicklung hebt die kapitalistische Produktionsweise sich selbst innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise auf und schafft den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform. Dieser Widerspruch tritt in Form von Monopolen, einer Finanzaristokratie und letztlich in einem ganzen System aus Betrug und Schwindel in Erscheinung, in dem die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums steht. Die Entstehung des Monopols erfordert die Einmischung des Staates. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 454}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monopolprofite befähigen die Kapitalisten eines Industriezweiges oder eines Landes einzelne Schichten der Arbeiter zu bestechen und auf die Seite der Bourgeoisie des entsprechenden Industriezweiges oder Landes zu ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dadurch, daß die Kapitalisten eines Industriezweiges unter vielen anderen oder eines Landes unter vielen anderen usw. hohe Monopolprofite herausschlagen, bekommen sie ökonomisch die Möglichkeit, einzelne Schichten der Arbeiter, vorübergehend sogar eine ziemlich bedeutende Minderheit der Arbeiter zu bestechen und sie auf die Seite der Bourgeoisie des betreffenden Industriezweiges oder der betreffenden Nation gegen alle übrigen hinüberzuziehen. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 306-307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monopole sind nicht fähig Krisen auszuschalten. Sie verstärken sogar den ungleichen und chaotischen Charakter (z.B. das Zurückbleiben der Landwirtschaft und die privilegierte Stellung der Schwerindustrie) der kapitalistischen Produktionsweise und sorgen so für verstärkte Planlosigkeit in den weniger stark kartellierten Industriezweigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ausschaltung der Krisen durch die Kartelle ist ein Märchen bürgerlicher Ökonomen. die den Kapitalismus um jeden Preis beschönigen wollen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegenteil, das Monopol, das in einigen Industriezweigen entsteht, verstärkt und verschärft den chaotischen Charakter, der der ganzen kapitalistischen Produktion in ihrer Gesamtheit eigen ist. Das Mißverhältnis zwischen der Entwicklung der Landwirtschaft und der Industrie, das für den Kapitalismus überhaupt charakteristisch ist, wird noch größer. Die privilegiert Stellung, die die am stärksten kartellierte sogenannte Schwerindustrie, besonders die Kohlen- und Eisenindustrie, einnimmt, ruft in den übrigen Industriezweigen eine &amp;quot;gesteigerte Planlosigkeit&amp;quot; hervor. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 312}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beherrschung der wichtigsten Rohstoffquellen durch die Monopole ist zentral für die Macht der Monopole und verschärft den Gegensatz zwischen kartellierter und nichtkartellierter Industrie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die monopolistische Beherrschung der wichtigsten Rohstoffquellen hat die Macht des Großkapitals ungeheuer gesteigert und den Gegensatz zwischen der kartellierten und nichtkartellierten Industrie verschärft.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die Monopole die Entwicklung verlangsamen ist eine Rückkehr zum Kapitalismus der freien Konkurrenz unmöglich, da diese die Monopole erst erzeugt hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Selbst wenn die Monopole jetzt die Entwicklung zu verlangsamen begonnen haben, so ist das dennoch kein Argument zugunsten der freien Konkurrenz, die unmöglich geworden ist, nachdem sie die Monopole erzeugt hat. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 295}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Erscheinungsform'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Imperialismus – als Monopolkapitalismus – sind vier Erscheinungsformen des Monopols charakteristisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstens, Monopole und Monopolverbände, welche aus dem Prozess der Konzentration der Produktion erwachsen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweitens, die Monopole, die die wichtigsten Rohstoffquellen besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drittens, die Monopole, welche aus den Banken erwachsen. Es kommt zur Verschmelzung von Bank- und Industriekapital, woraus die Finanzoligarchie erwächst. Diese unterwirft sich alle gesellschaftlichen Institutionen und stellt somit die krasseste Erscheinungsform des Monopols dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viertens, das Monopol, das seinen Ursprung in der Kolonialpolitik hat. Es entsteht durch die Notwendigkeit des Kampfes um die Rohstoffquellen, des Kapitalexports, der Erlangung von Einflusssphären und letztlich der Eroberung ganzer Wirtschaftsgebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es sind insbesondere vier Hauptarten der Monopole oder Haupterscheinungsformen des Monopolkapitalismus hervorzuheben, die für die in Betracht kommende Epoche charakteristisch sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstens: Das Monopol ist aus der Konzentration der Produktion auf einer sehr hohen Stufe ihrer Entwicklung erwachsen. Das sind die Monopolverbände der Kapitalisten, die Kartelle. Syndikate und Trusts. Wir sahen, welch gewaltige Rolle sie im heutigen Wirtschaftsleben spielen. […] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweitens: Die Monopole haben in verstärktem Maße zur Besitzergreifung der wichtigsten Rohstoffquellen geführt, besonders in der ausschlaggebenden und am meisten kartellierten Industrie der kapitalistischen Gesellschaft: der Kohlen- und Eisenindustrie. […] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drittens: Das Monopol ist aus den Banken erwachsen. Diese haben sich aus bescheidenen Vermittlungsunternehmungen zu Monopolisten des Finanzkapitals gewandelt. Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine &amp;quot;Personalunion&amp;quot; hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt - das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viertens: Das Monopol ist aus der Kolonialpolitik erwachsen. Den zahlreichen &amp;quot;alten&amp;quot; Motiven der Kolonialpolitik fügte das Finanzkapital noch den Kampf um Rohstoffquellen hinzu, um Kapitalexport, um &amp;quot;Einflußsphären&amp;quot; d.h. um Sphären für gewinnbringende Geschäfte, Konzessionen, Monopolprofite usw. - und schließlich um das Wirtschaftsgebiet überhaupt.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304ff.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ihre Macht zu erweitern und die Konkurrenz auszuschalten, greifen die Monopole zu verschiedensten ökonomischen und außerökonomischen Kampfmitteln. Diese reichen von Material-, Arbeitskraft-, Zufuhr- und Absatzsperren, über das Aufsetzen von Abnehmerverträgen, Abstandszahlungen und planmäßigen Preisunterbietungen, bis hin zu offenem Verruf oder der Anwendung von gewaltsamen,  militärischen Aktionen gegen die Konkurrenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Monopol bricht sich überall und mit jeglichen Mitteln Bahn, angefangen von &amp;quot;bescheidenen&amp;quot; Abstandszahlungen bis zur amerikanischen &amp;quot;Anwendung&amp;quot; von Dynamit gegen den Konkurrenten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die Konkurrenz aus einer derart einträglichen Industrie auszuschalten, wenden die Monopolinhaber sogar allerlei Tricks an: Es werden falsche Gerüchte über die schlechte Lage der Industrie verbreitet; in den Zeitungen erscheinen anonyme Anzeigen: &amp;quot;Kapitalisten! Hütet euch, Kapital in Zementfabriken anzulegen.&amp;quot; Schließlich werden die Werke von &amp;quot;Außenseitern&amp;quot; (d.h. von nicht an den Syndikaten Beteiligten) aufgekauft und ihnen &amp;quot;Abstandssummen&amp;quot; von 60.000, 80.000 und 150.000 Mark gezahlt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist lehrreich, wenigstens einen flüchtigen Blick auf die Liste der Mittel des gegenwärtigen, modernen, zivilisierten Kampfes um die &amp;quot;Organisation&amp;quot; zu werfen, zu denen die Monopolverbände greifen: 1. die Materialsperre (mit &amp;quot;die wichtigste Methode des Kartellzwanges&amp;quot;) 2. Sperrung der Arbeitskräfte durch &amp;quot;Allianzen&amp;quot; (d.h. Vereinbarungen zwischen Kapitalisten und Arbeiterverbänden derart, daß die Arbeiter nur in kartellierten Betrieben arbeiten dürfen) 3. Sperre der Zufuhr; 4. Sperre des Absatzes; 5. Verträge mit den Abnehmern, wonach diese ausschließlich mit kartellierten Firmen Geschäftsverbindungen haben dürfen; 6. planmäßige Preisunterbietung (um die &amp;quot;Außenseiter&amp;quot;, d.h. die Unternehmungen, die sich den Monopolinhabern nicht unterordnen, zu ruinieren; es werden Millionen ausgegeben, um eine Zeitlang unter dem Selbstkostenpreis zu verkaufen; so kam es beispielsweise in den Benzinindustrie vor, daß die Preise von 40 auf 22 Mark, d.h. fast auf die Hälfte, herabgesetzt wurden!); 7. Sperrung des Kredits; 8. Verrufserklärung.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im imperialistischen Kapitalismus ersetzen die Monopole das Prinzip der freien Konkurrenz durch monopolistische Prinzipien. Profitable Geschäfte werden immer mehr durch das Ausnutzen der innerhalb der Finanzoligarchie geschaffenen Verbindungen abgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital erzeugte die Epoche der Monopole. Die Monopole sind aber überall Träger monopolistischer Prinzipien: An Stelle der Konkurrenz auf offenem Markt tritt die Ausnutzung der „Verbindungen&amp;quot; zum Zweck eines profitablen Geschäftes. Die gewöhnlichste Erscheinung ist: Bei einer Anleihe wird zur Bedingung gemacht, daß ein Teil der Anleihe zum Kauf von Erzeugnissen des kreditgebenden Landes, vor allem von Waffen, Schiffen usw. verausgabt wird.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Finanzkapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Monopolbildung in der Industrie ändert sich auch die Rolle der Banken: mittels eines weit verzweigten Netzes von Beteiligungen und Tochterunternehmen bildet sich eine Monopolstellung weniger Banken heraus. Durch die Kontrolle von Bankverbindungen, Kontokorrenten und andere Finanzoperationen können sich diese genau über die jeweilige Geschäftslage der Industrie- und Handelsunternehmungen informieren und über Möglichkeit und Art der Kreditvergabe das Schicksal der Einzelunternehmungen bestimmen. Somit entwickeln sich einige Banken vom reinen Zahlungsvermittler zwischen einzelnen Kapitalisten zu monopolistischen Großbanken, die eine Vormachtstellung über alle Industrie- und Handelsoperationen einnehmen. Durch die Verschmelzung des Bankkapitals monopolistischer Großbanken mit dem Kapital der monopolistischen Industriebetriebe entsteht das Finanzkapital.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts markiert das starke Anwachsen der Wertpapieremission die Vorherrschaft des Finanzkapitals. Das Finanzkapital steht in der Folge im Zentrum aller wirtschaftlichen Unternehmungen, wodurch die Ausdifferenzierung des Kapitals in Eigentümer und Anwender, die typisch für den Imperialismus ist, gewaltige Ausmaße erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschmelzung zwischen Bank- und Industriekapital findet durch die gegenseitige Vertretung in den jeweiligen Aufsichtsräten und Aktienbesitz statt. Aus dieser Personalunion erwächst die Finanzoligarchie, die als Rentiers ausschließlich vom Ertrag ihres Geldkapitals leben. Alle ökonomischen und politischen Institutionen sind von der Finanzoligarchie abhängig, die es durch ein umfassendes Netz schafft, selbst kleinste Kapitalisten und Unternehmer unter sich zu unterwerfen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital zieht seine riesigen und zunehmenden Profite u.a. aus Gründungsgewinnen, aus dem Emissionsgeschäft, Beteiligungen und Staatsanleihen. Damit treibt das Finanzkapital die Monopolisierung weiter voran und zementiert gleichzeitig die Herrschaft der Finanzoligarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Unterwerfung aller mittleren und kleinen Unternehmen unter das Finanzkapital sowie durch die Konkurrenz um Einfluss in anderen Ländern ordnen sich die Interessen aller Besitzenden dem Imperialismus unter. Diese Eingliederung aller Interessen in den Imperialismus findet sich auch im Staat und seinen Beamten und überhaupt allen Bereichen des öffentlichen Lebens wieder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital gewinnt im Imperialismus eine beherrschende Stellung über alle anderen Kapitalformen und bedeutet die Vorherrschaft der Rentiers und Finanzoligarchen, sowie weniger Staaten, die finanzielle Macht über alle andere Staaten besitzen. Das Weltfinanzkapital konzentriert sich auf wenige Länder, die Masse der übrigen Länder fungiert als Schuldner gegenüber diesen. Formal entsteht durch die Banken eine gesamtgesellschaftliche Verteilung der Produktionsmittel. Ihrem Inhalt nach ist diese Verteilung aber nicht allgemein, sondern privat, genauer den Interessen der größten Monopole angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzoligarchie, Monopole, Emission, Gründungsgewinn, Beteiligungen, Rentier &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lenin grenzt sich mit seiner Wesensbeschreibung des Finanzkapitals von Hilferding ab, dessen Studie zum Finanzkapital von 1910 unvollständig ist weil sie die Konzentration der Produktion und des Kapitals und daraus erwachsende Kapitale als Grundbedingung des Finanzkapitals außen vor lässt. Gleichzeitig weist er die Ansicht bürgerlicher Wissenschaftler zurück, die aus kleinbürgerlicher Sicht die Auswüchse der Herrschaft der Finanzoligarchie kritisieren. Diese sind zwar in der Lage in konkreten Fragen Erscheinungsformen der Herrschaft der Finanzoligarchie korrekt wiederzugeben, sie verschleiern den systematischen und zwangsläufigen Charakter dieser Entwicklung jedoch. In ähnlicher Weiße kritisiert er Kautsky als bürgerlich- reformistisch. In dem dieser die Politik des Imperialismus von der Ökonomie trennt, leistet er der Illusion Vorschub, dass auf Basis des Finanzkapitals auch eine andere, friedlichere Politik möglich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Wesen'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilferding bezeichnet Finanzkapital als Kapital in Verfügung der Banken und in Verwendung der Industriellen. Dieser Definition fehlen die zentralen Entstehungsbedingungen des Finanzkapitals. Lenin leitet den Ursprung des Finanzkapitals aus der Produktion selbst her: Die Konzentration der Produktion und damit zunehmend auch des Kapitals führt zwangsläufig zum Monopol. Dies bedingt so eine Verschmelzung des Bankkapitals monopolistischer Großbanken mit dem Kapital monopolistischer Industriellenverbände.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein immer wachsender Teil des Kapitals der Industrie“, schreibt Hilferding, „gehört nicht den Industriellen, die es anwenden. Sie erhalten die Verfügung über das Kapital nur durch die Bank, die ihnen gegenüber den Eigentümer vertritt. Anderseits muß die Bank einen immer wachsenden Teil ihrer Kapitalien in der Industrie fixieren. Sie wird damit in immer größerem Umfang industrieller Kapitalist. Ich nenne das Bankkapital, also Kapital in Geldform, das auf diese Weise in Wirklichkeit in industrielles Kapital verwandelt ist, das Finanzkapital.“ Das Finanzkapital ist also „Kapital in der Verfügung der Banken und in der Verwendung der Industriellen“. Diese Definition ist insofern unvollständig, als ihr der Hinweis auf eines der wichtigsten Momente fehlt, nämlich auf die Zunahme der Konzentration der Produktion und des Kapitals in einem so hohen Grade, daß die Konzentration zum Monopol führt und geführt hat. […] Konzentration der Produktion, daraus erwachsende Monopole, Verschmelzung oder Verwachsen der Banken mit der Industrie – das ist die Entstehungsgeschichte des Finanzkapitals und der Inhalt dieses Begriffs. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital [ist] das Bankkapital einiger weniger monopolistischer Großbanken, das mit dem Kapital monopolistischer Industriellenverbände verschmolzen ist.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt zu einer beiderseitigen Verschmelzung von Bank- und Industriekapital. Die Großindustrie ist einerseits vom monopolisierten Bankkapital abhängig, andererseits entwickelt sich eine Art Personalunion durch Aktienbesitz und Eintritt in die jeweils andere Führungsstruktur. Diese konzentriert über enorme Mengen an Kapital und damit Macht in ihrer Hand und verfügt über den Großteil des gesamten Kapitals eines Landes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |'Mit der fortschreitenden Konzentrationsbewegung engt sich der Kreis, an den man mit den großen Kreditansprüchen herantreten kann, ständig ein, so daß die Abhängigkeit der Großindustrie von einigen wenigen Bankkonzernen zunimmt.&amp;quot; […] Wenn die Bank die Wechsel irgendeines Unternehmers diskontiert, ihm ein Kontokorrent eröffnet usw., so vermindern diese Operationen, einzeln betrachtet, die Selbständigkeit dieses Unternehmers um keinen Deut, und die Bank bleibt in der bescheidenen Rolle eines Vermittlers. Sobald aber diese Operationen sich häufen und zu einer ständigen Einrichtung werden, sobald die Bank Kapitalien von ungeheuren Dimensionen in ihrer Hand &amp;quot;ansammelt&amp;quot;, sobald die Führung des Kontokorrents eines Unternehmens die Bank in die Lage versetzt - und das ist ja der Fall -, die wirtschaftliche Lage ihres Kunden immer genauer und vollständiger kennenzulernen, ergibt sich eine immer vollständigere Abhängigkeit des Industriekapitalisten von der Bank. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich entwickelt sich sozusagen eine Personalunion der Banken mit den größten Industrie- und Handelsunternehmungen, eine beiderseitige Verschmelzung durch Aktienbesitz, durch Eintritt der Bankdirektoren in die Aufsichtsräte (oder die Vorstände) der Handels- und Industrieunternehmungen und umgekehrt.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 223-224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine „Personalunion“ hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trennung vom Kapitaleigentümer und dem Unternehmer, der dieses Kapital anwendet, spitzt sich im Imperialismus zu.  Die Eigentümer des Kapitals leben als Rentiers ausschließlich vom Ertrag ihres Geldkapitals. Das Finanzkapital gewinnt im Imperialismus die Vormachtstellung über alle anderen Formen des Kapitals und verfügt über nahezu das gesamte in Geldform vorliegende Kapital sowie den größten Teil der Produktionsmittel. Diese Monopolisierung im Bankwesen markiert den Übergang des Kapitalismus der freien Konkurrenz in den imperialistischen Kapitalismus. Innerhalb der Bourgeoisie bildet sich eine Finanzoligarchie als deutlichster Ausdruck dieser Monopolisierung heraus, die alle ökonomischen und politischen Institutionen beeinflusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Zusammenwirken von Banken mit dem Industriekapital wird die Macht der großen Unternehmen noch größer und die kleinen und mittleren Betriebe werden von wenigen Monopolisten unterjocht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Trennung des Kapitaleigentums von der Anwendung des Kapitals in der Produktion, die Trennung des Rentners, der ausschließlich vom Ertrag des Geldkapitals lebt, vom Unternehmer und allen Personen, die an der Verfügung über das Kapital unmittelbar teilnehmen, ist dem Kapitalismus überhaupt eigen. Der Imperialismus oder die Herrschaft des Finanzkapitals ist jene höchste Stufe des Kapitalismus, wo diese Trennung gewaltige Ausdehnung erreicht. Das Übergewicht des Finanzkapitals über alle übrigen Formen des Kapitals bedeutet die Vorherrschaft des Rentners und der Finanzoligarchie. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt – das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[D]ie [monopolistische Banken verfügen] fast über das gesamte Geldkapital aller Kapitalisten und Kleinunternehmer sowie über den größten Teil der Produktionsmittel und Rohstoffquellen des betreffenden Landes oder einer ganzen Reihe von Ländern […]. Diese Verwandlung zahlreicher bescheidener Vermittler in ein Häuflein Monopolisten bildet einen der Grundprozesse des Hinüberwachsens des Kapitalismus in den kapitalistischen Imperialismus, und deshalb müssen wir in erster Linie bei der Konzentration des Bankwesens verweilen.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Geldkapital und die Banken machen, wie wir sehen werden, dieses Übergewicht eines Häufleins von Großbetrieben noch erdrückender, und zwar im buchstäblichen Sinne des Wortes, d. h., Millionen kleiner, mittlerer und sogar zum Teil großer „Unternehmer&amp;quot; sind in Wirklichkeit von einigen hundert Millionären der Hochfinanz völlig unterjocht. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrschaft des Finanzkapitals geht mit einer Vorherrschaft weniger Staaten über alle anderen Staaten einher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Länder gewinnen Vormachtstellung. Das Finanzkapital bildet ein Netz von Abhängigkeiten was auch international besteht. Ein winziger Teil der Länder verfügt dabei über den weitaus größten Teil des Weltfinanzkapitals, sie sind Hauptträger des Weltfinanzkapitals und können Macht gegenüber allen übrigen Ländern ausüben, die zu Schuldnern dieser Länder werden. Bei der Schaffung internationaler Abhängigkeiten spielt der Kapitalexport eine zentrale Rolle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Übergewicht des Finanzkapitals über alle übrigen Formen des Kapitals bedeutet die Vorherrschaft des Rentners und der Finanzoligarchie, bedeutet die Aussonderung weniger Staaten, die finanzielle „Macht“ besitzen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese vier Länder [gemeint sind England, Frankreich, USA und Deutschland, Anm. d. Redaktion] zusammen besitzen 479 Milliarden Francs, d.h. nahezu 80% des Weltfinanzkapitals. Fast die ganze übrige Welt spielt so oder anders die Rolle des Schuldners und Tributpflichtigen dieser Länder – der internationalen Bankiers, dieser vier „Säulen“ des Weltfinanzkapitals. Ganz besonders muß auf die Rolle eingegangen werden, die bei der Schaffung des internationalen Netzes der Abhängigkeiten und der Verbindungen des Finanzkapitals der Kapitalexport spielt. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Entwicklung'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anfang des 20. Jahrhunderts markiert einen Wendepunkt im raschen Anwachsen des Finanzkapitals und der Monopole wie Kartelle, Syndikate und Trusts. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhundert verdoppelt sich weltweit die Gesamtsumme der Emissionen. Zuvor stiegen in den 1870er Jahren die Emissionen bereits an. Dies geschah besonders durch Anleihen im Zusammenhang mit dem Deutsch-Französischen Krieg und der Gründerperiode in Deutschland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den siebziger Jahren erhöhte sich die Gesamtsumme der Emissionen in der ganzen Welt besonders durch Anleihen im Zusammenhang mit dem Deutsch-Französischen Krieg und der darauffolgenden Gründerperiode in Deutschland. Im großen ganzen geht die Vermehrung im Laufe der letzten drei Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts verhältnismäßig nicht sehr rasch vor sich, und erst das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bringt eine gewaltige Vermehrung, fast eine Verdoppelung in zehn Jahren. Der Anfang des 20. Jahrhunderts bildet also den Wendepunkt nicht nur in bezug auf das Wachstum der Monopole (Kartelle, Syndikate und Trusts), wovon bereits die Rede war, sondern auch in bezug auf das Anwachsen des Finanzkapitals.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst waren Banken Zahlungsvermittler, indem sie brachliegendes Kapital sammelten und der Kapitalistenklassen zur Profiterwirtschaftung zur Verfügung stellten. Durch Konzentration der Banken werden aus kleinen Vermittlern große Monopole.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die grundlegende und ursprüngliche Operation der Banken ist die Zahlungsvermittlung. Im Zusammenhang damit verwandeln die Banken brachliegendes Geldkapital in funktionierendes, d.h. profitbringendes Kapital, sie sammeln alle und jegliche Geldeinkünfte und stellen sie der Kapitalistenklasse zur Verfügung. In dem Maße, wie sich das Bankwesen und seine Konzentration in wenigen Institutionen entwickeln, wachsen die Banken aus bescheidenen Vermittlern zu allmächtigen Monopolinhabern an. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Merkmal der modernen Konzentration im Bankwesen, im Unterschied zum klassischen Verschlingen der Zentralisation, ist die Konzernbildung, d.h. das Angliedern von kleinen Banken anhand von Kapitalbeteiligung, z.B. durch Aufkauf oder Austausch von Aktien oder durch ein System von Schuldverhältnissen. Die Beteiligung einer an der Spitze stehenden Bank an anderen kleineren Banken lässt sich in verschiedene Grade der Abhängigkeit einteilen. Das entstehende dichte Bankennetz im Land erscheint wie eine Dezentralisation. In Wirklichkeit werden die lokal begrenzten Banken einem Zentrum unterworfen. Die an der Spitze stehende Bank entwickelt sich dadurch über die bloße &amp;quot;Vermittlerrolle&amp;quot; hinaus zu einem Monopol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben den Hinweis auf die ‚angegliederten‘ Banken hervorgehoben, denn das gehört zu einem der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der modernen kapitalistischen Konzentration. Die großen Unternehmungen, besonders die Banken, verschlingen nicht nur unmittelbar die kleinen, sondern ‚gliedern‘ sie sich an, unterwerfen sie, schließen sie in ‚ihre‘ Gruppe, ihren ‚Konzern‘ – wie der technische Ausdruck lautet – ein durch ‚Beteiligung‘ an ihrem Kapital, durch Aufkauf oder Austausch von Aktien, durch ein System von Schuldverhältnissen usw. usf.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die wichtigsten Fäden, die alle Banken dieser Gruppe miteinander verbinden, in Betracht zu ziehen, muß man „Beteiligungen“ ersten, zweiten und dritten Grades unterscheiden oder, was dasselbe ist, eine Abhängigkeit (der kleineren Banken von der Deutschen Bank) ersten, zweiten und dritten Grades. […] Es ist klar, daß eine Bank, die an der Spitze einer solchen Gruppe steht und mit einem halben Dutzend anderer ihr wenig nachstehender Banken zum Zwecke besonders großer und vorteilhafter Finanzoperationen, wie z.B. Staatsanleihen, eine Verbindung eingeht, bereits über die bloße „Vermittler“rolle hinausgewachsen ist und sich in eine Vereinigung eines Häufleins von Monopolisten verwandelt hat.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sehen, wie schnell ein dichtes Netz von Kanälen entsteht, die das ganze Land überziehen, sämtliche Kapitalien und Geldeinkünfte zentralisieren und Tausende und aber Tausende von zersplitterten Wirtschaften in eine einzige gesamtnationale kapitalistische Wirtschaft und schließlich in die kapitalistische Weltwirtschaft verwandeln. Jene ‚Dezentralisation‘, von der Schulze-Gaevernitz als Vertreter der bürgerlichen politischen Ökonomie unserer Tage in dem oben angeführten Zitat spricht, besteht in Wirklichkeit darin, daß zunehmend immer mehr früher verhältnismäßig ‚selbständige‘ oder, richtiger gesagt, lokal begrenzte Wirtschaftseinheiten einem einzigen Zentrum unterworfen werden. In Wirklichkeit ist das also eine Zentralisation, eine Steigerung der Rolle, der Bedeutung, der Macht der Monopolriesen. […]  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Konzentration des Kapitals und Umsatzwachstum verändert sich die Rolle der Banken. Aus der bloßen Führung der Kontokorrenten (Leistungsabwicklung zwischen Gläubiger und Schuldner - Anm. d. Red) eines einzelnen Kapitalisten wird, sobald es Riesendimensionen annimmt, eine Unterwerfung und Vormachtstellung einer Handvoll Monopolisten über die Handels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kann sich über die jeweilige Geschäftslage genau informieren durch Bankverbindungen, Kontokorrente und andere Finanzoperationen, dann diese kontrollieren durch Möglichkeit und Art der Kreditvergabe und damit ihr Schicksal bestimmen. Sie entscheiden über die Höhe ihrer Einkünfte und die Möglichkeit über ihre Kapitalvermehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese einfachen Zahlen zeigen wohl anschaulicher als langatmige Betrachtungen, wie sich mit der Konzentration des Kapitals und dem Wachstum des Umsatzes die Bedeutung der Banken von Grund aus ändert. Aus den zersplitterten Kapitalisten entsteht ein einziger kollektiver Kapitalist. Die Bank, die das Kontokorrent für bestimmte Kapitalisten führt, übt scheinbar eine rein technische, eine bloße Hilfsoperation aus. Sobald aber diese Operation Riesendimensionen annimmt, zeigt sich, daß eine Handvoll Monopolisten sich die Handels und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft unterwirft, indem sie – durch die Bankverbindungen, Kontokorrente und andere Finanzoperationen – die Möglichkeit erhält, sich zunächst über die Geschäftslage der einzelnen Kapitalisten genau zu informieren, dann sie zu kontrollieren, sie durch Erweiterung oder Schmälerung, Erleichterung oder Erschwerung des Kredits zu beeinflussen und schließlich ihr Schicksal restlos zu bestimmen, die Höhe ihrer Einkünfte zu bestimmen, ihnen Kapital zu entziehen oder ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Kapital rasch und in großem Umfang zu erhöhen usw.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Kapital fließt der Bank aus Depositen,  Reservefonds, Revenuen und als unbeschäftigtes Geld zu, um als zinstragendes Kapital zu wirken. Da sie als gemeinschaftliche Reserve mehrerer industriellen Kapitalisten dienen, kann der Reservefond auf ein Minimum gedrückt werden. Mehr Geld steht als verleihbares Kapital zur Verfügung und kann so zur Profiterhöhung eingesetzt werden. Durch die Kontrolle der Banken über kurz- und mittelfristigen Geldanlagen kann &amp;quot;unbeschäftigtes&amp;quot; Kapital nutzbar gemacht werden. Unter Kontrolle der monopolisierten Banken vereinigen sich kleine, an sich unbedeutende Geldsummen zu einer Geldmacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital. Dadurch wird der Reservefonds der Handelswelt, weil als gemeinschaftlicher konzentriert, auf das nötige Minimum beschränkt, und ein Teil des Geldkapitals, der sonst als Reservefonds schlummern würde, wird ausgeliehen, fungiert als zinstragendes Kapital. Zweitens bildet sich ihr verleihbares Kapital aus den Depositen der Geldkapitalisten, die ihnen das Ausleihen derselben überlassen. Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. […] Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.   | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 416}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mengen des auf den Geldmarkt gehandelten Kapitals erlaubt von der besonderen Art der Kapitalanwendung bzw. Produktion zu abstrahieren. Verleiher und Borger stehen sich nicht mehr als einzelne Kapitalisten bzw. Eigentümer des Kapitals gegenüber. Angebot und Nachfrage von Kapital wird vermittelt durch Bankiers, die das gesellschaftliche Kapital vertreten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf dem Geldmarkt stehn sich nur Verleiher und Borger gegenüber. Die Ware hat dieselbe Form, Geld. Alle besondren Gestalten des Kapitals, je nach seiner Anlage in besondren Produktions- oder Zirkulationssphären sind hier ausgelöscht. Es existiert hier in der unterschiedslosen, sich selbst gleichen Gestalt des selbständigen Werts, des Geldes.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz der besondren Sphären hört hier auf; sie sind alle zusammengeworfen als Geldborger, und das Kapital steht allen auch gegenüber in der Form, worin es noch gleichgültig gegen die bestimmte Art und Weise seiner Anwendung ist. Als was das industrielle Kapital nur in der Bewegung und Konkurrenz zwischen den besondren Sphären erscheint, als an sich gemeinsames Kapital der Klasse, tritt es hier wirklich, der Wucht nach, in der Nachfrage und Angebot von Kapital auf. Andrerseits besitzt das Geldkapital auf dem Geldmarkt wirklich die Gestalt, worin es als gemeinsames Element, gleichgültig gegen seine besondre Anwendung, sich unter die verschiednen Sphären, unter die Kapitalistenklasse verteilt, je nach den Produktionsbedürfnissen jeder besondren Sphäre. Es kommt hinzu, daß mit Entwicklung der großen Industrie das Geldkapital mehr und mehr, soweit es auf dem Markt erscheint, nicht vom einzelnen Kapitalisten vertreten wird, dem Eigentümer dieses oder jenes Bruchteils des auf dem Markt befindlichen Kapitals, sondern als konzentrierte, organisierte Masse auftritt, die ganz anders als die reelle Produktion unter die Kontrolle der das gesellschaftliche Kapital vertretenden Bankiers gestellt ist. So daß. sowohl, was die Form der Nachfrage angeht, dem verleihbaren Kapital die Wucht einer Klasse gegenübertritt; wie, was das Angebot angeht, es selbst als Leihkapital en masse auftritt.  | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 380}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es findet nicht nur eine &amp;quot;Personalunion&amp;quot; über Vertreter im Aufsichtsrat zwischen Banken und Industrie, sondern auch mit dem Staat statt. Die Arbeitsteilung und das stetige Verwachsen der Banken und Industrie führt zu Banken mit &amp;quot;universalem&amp;quot;, vielseitigem, Charakter. So durchdringt das Finanzkapital alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Dazu versuchen die größten Monopolisten durch die personelle Verflechtung mit den größten Banken sowie führendem politischen Personal ihre Zugriffsmöglichkeit auf profitträchtige Geschäfte auszubauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die „Personalunion“ der Banken mit der Industrie findet ihre Ergänzung in der „Personalunion“ der einen wie der anderen Gesellschaften mit der Regierung. Jeidels schreibt: „Freiwillig werden Aufsichtsratsstellen gewährt an Personen mit gutklingenden Namen, auch ehemaligen Staatsbeamten, die im Verkehr mit den Behörden manche Erleichterung (!!) schaffen können“... „Im Aufsichtsrat einer Großbank sieht man gewöhnlich … ein Parlamentsmitglied oder ein Mitglied der Berliner Stadtverwaltung. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[Es kommt] einerseits [zu] eine[r] immer größere[n] Verschmelzung oder, nach einem treffenden Ausdruck von N.I. Bucharin, ein[em] Verwachsen des Bankkapitals mit dem Industriekapital, und anderseits ein Hinüberwachsen der Banken in Institutionen von wahrhaft „universalem Charakter“.[…] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung mit der Industrie allgemein zu machen ist die eine, sie dauernd und intensiv zu machen die andere Tendenz […].  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 226-227}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ist das Monopol einmal zustande gekommen und schaltet und waltet es mit Milliarden, so durchdringt es mit absoluter Unvermeidlichkeit alle Gebiete des öffentlichen Lebens, ganz unabhängig von der politischen Struktur und beliebigen anderen „Details.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 241}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abmachungen zwischen den besonders großen Unternehmungen sind dabei derart, daß sie, wie Schilder „gelinde&amp;quot; sagte, „an Korruption gemahnen&amp;quot;. Krupp in Deutschland, Schneider in Frankreich, Armstrong in England - das sind Musterbeispiele von Firmen, die mit den Riesenbanken und der Regierung in enger Verbindung stehen und beim Abschluß von Anleihen nicht so leicht „umgangen&amp;quot; werden können. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch &amp;quot;Personalunion&amp;quot; der größten Banken und Industrien bildet sich eine Finanzoligarchie, die den größten Teil des Kapitals konzentriert und alle ökonomischen wie politischen Institutionen in ihre Abhängigkeit bringt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Monopol ist aus den Banken erwachsen. Diese haben sich aus bescheidenen Vermittlungsunternehmungen zu Monopolisten des Finanzkapitals gewandelt. Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine „Personalunion“ hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt – das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital zieht seine riesigen und zunehmenden Profite u.a. aus Gründungen, aus Staatsanleihen und besonders aus dem Emissionsgeschäft. Dadurch entwickelt und festigt das Finanzkapital seine Monopolstellung und die Finanzoligarchie ihre Herrschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital, das in wenigen Händen konzentriert ist und faktisch eine Monopolstellung einnimmt, zieht kolossale und stets zunehmende Profite aus Gründungen, aus dem Emissionsgeschäft [Anm. d. Red.: Erstmalige Herausgabe von Wertpapieren], aus Staatsanleihen usw., verankert die Herrschaft der Finanzoligarchie und legt der gesamten Gesellschaft einen Tribut zugunsten der Monopolisten auf.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 236}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei der Entwicklung und Festigung der Finanzoligarchie spielt die außerordentlich gewinnbringende Emission von Wertpapieren als eine der wichtigsten Transaktionen des Finanzkapitals eine sehr wichtige Rolle.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 238}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Historische Rolle'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im imperialistischen Kapitalismus ersetzen die Monopole das Prinzip der freien Konkurrenz durch monopolistische Prinzipien. Profitable Geschäfte werden immer mehr durch das Ausnutzen der innerhalb der Finanzoligarchie geschaffenen Verbindungen abgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital erzeugte die Epoche der Monopole. Die Monopole sind aber überall Träger monopolistischer Prinzipien: An Stelle der Konkurrenz auf offenem Markt tritt die Ausnutzung der „Verbindungen&amp;quot; zum Zweck eines profitablen Geschäftes. Die gewöhnlichste Erscheinung ist: Bei einer Anleihe wird zur Bedingung gemacht, daß ein Teil der Anleihe zum Kauf von Erzeugnissen des kreditgebenden Landes, vor allem von Waffen, Schiffen usw. verausgabt wird.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle besitzenden Klassen innerhalb eines imperialistischen Staates wechseln auf die Seite des Imperialismus. Dies ist erstens darin begründet, dass das Finanzkapital ein dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, das selbst kleinste Kapitalisten in seine Abhängigkeit bringt. Zweitens bringt die Konkurrenz mit anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen die national verbundenen Finanzgruppen in ein gemeinsames Interesse um die Aufteilung der Welt und die Beherrschung der Länder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einerseits die gigantischen Ausmaße des in wenigen Händen konzentrierten Finanzkapitals, das sich ein außergewöhnlich weiterverzweigtes und dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, durch das es sich die Masse nicht nur der mittleren und kleinen, sondern selbst der kleinsten Kapitalistischen und Unternehmer unterwirft; andererseits der verschärfte Kampf mit den anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen um die Aufteilung der Welt und um die Herrschaft über andere Länder – all dies führt zum geschlossenen Übergang aller besitzenden Klassen auf die Seite des Imperialismus.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 290}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der voranschreitenden Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und der Entstehung von Monopolbanken kommt es formal zu einer Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Die Banken führen Buch über alle Produktionsmittel der Kapitalistenklasse und sammeln auch Geldeinkünfte der kleinen Unternehmer, der Angestellten und der oberen Schicht der Arbeiterklasse. Der Form halber ist der Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform also bereits erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihrem Inhalt nach ist die Verteilung der Produktionsmittel jedoch keineswegs allgemein, sondern privat und den Interessen des großen monopolistischen Kapitals angepasst, welches sich den Mehrwert privat aneignet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch aus vergesellschafteter Produktion und privater Aneignung des Mehrwerts tritt in Monopolen, dem Entstehen der Finanzoligarchie und dem System von Finanzoperationen in Erscheinung. Die Privatproduktion steht ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit den Banken ist ‚die Form einer allgemeinen Buchführung und Verteilung der Produktionsmittel auf gesellschaftlicher Stufenleiter gegeben, aber auch nur die Form‘, schrieb Marx vor einem halben Jahrhundert im ‚Kapital‘ (russ. Übersetzung Bd. III. Teil II, S. 144). Die von uns angeführten Daten über das Wachstum des Bankkapitals, über die Zunahme der Zahl der Filialen und Zweigstellen der Großbanken, der Zahl ihrer Konten usw. zeigen uns konkret diese ‚allgemeine Buchführung‘ der ganzen Klasse der Kapitalisten und sogar nicht nur der Kapitalisten allein, denn die Banken sammeln, sei es auch nur vorübergehend, alle möglichen Geldeinkünfte, sowohl der kleinen Unternehmer als auch der Angestellten und einer winzigen Oberschicht der Arbeiter. Eine ‚allgemeine Verteilung der Produktionsmittel‘ – das ist es, was formal gesehen aus den modernen Banken erwächst, von denen drei bis sechs Großbanken in Frankreich und sechs bis acht in Deutschland über Milliarden und aber Milliarden verfügen. Ihrem Inhalt nach aber ist diese Verteilung der Produktionsmittel keineswegs ‚allgemein‘, sondern privat, d.h., sie ist den Interessen des großen in erster Linie des allergrößten, monopolistischen Kapitals angepaßt, das unter Verhältnissen operiert, wo die Masse der Bevölkerung ein Hungerdasein fristet, die ganze Entwicklung der Landwirtschaft hinter der Entwicklung der Industrie hoffnungslos zurückbleibt und die ‚Schwerindustrie‘ sich alle übrigen Zweige der Industrie tributpflichtig macht.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 220}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.    | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 454}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Kapitalismus hin zum Imperialismus sorgt dafür, dass seine ökonomische Grundlage, die Warenproduktion – die zwar nach wie vor herrscht – durch Finanzgeschäfte untergraben ist. Die Vergesellschaftung der Produktion dient nur den &amp;quot;Genies&amp;quot; der Finanzmachenschaften / Spekulanten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalismus ist so weit entwickelt, daß die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor &amp;quot;herrscht&amp;quot; und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den &amp;quot;Genies&amp;quot; der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, die sich bis zu dieser Vergesellschaftung emporgearbeitet hat, kommt den - Spekulanten zugute.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Erscheinungsform'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das über Beteiligungen kontrollierte Vermögen umfasst ein Vielfaches des Wertes des Aktienbesitzes der Muttergesellschaft an der Tochter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die stetig zunehmende Zersplitterung des Aktienbesitzes genügt ein immer kleinerer Besitzanteil am Tochterunternehmen, um die effektive Kontrolle auszuüben. Anstatt der behaupteten Demokratisierung des Kapitals wird so stattdessen die Monopolisierung forciert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilfreich bei der Zersplitterung des Aktienbesitzes war die Möglichkeit, Aktien mit geringen Wertverbriefungen herauszugeben. Diese Möglichkeit erhöhte die Zahl der Einzelinvestoren deutlich und führte zur breiten Streuung des Aktienbesitzes in Klein- und Kleinstanteile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Hauptaufmerksamkeit ist dem „Beteiligungssystem“ zuzuwenden, von dem oben bereits kurz die Rede war. Der deutsche Ökonom Heymann, der diesem System wohl als erster Beachtung geschenkt hat, beschreibt das Wesen der Sache folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Leiter kontrolliert die Muttergesellschaft, diese die Tochtergesellschaften, diese wieder die Enkel usw., so daß man mit nicht allzu großem Kapital Riesengebiete der Produktion beherrschen kann; denn wenn immer die Herrschaft über 50% des Kapitals zur Kontrolle genügt, so braucht der Leiter nur 1 Mill. zu besitzen, um schon 8 Mill. Kapital bei den Enkelgesellschaften kontrollieren zu können. Schachtelt er noch weiter, so kommt er auf 16 Mill., 32 Mill. usw.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber zeigt die Erfahrung, daß der Besitz von 40% der Aktien genügt, um die Kontrolle über eine Aktiengesellschaft zu haben, denn ein gewisser Teil der zersplitterten Kleinaktionäre hat in der Praxis gar nicht die Möglichkeit, an den Generalversammlungen teilzunehmen usw. Die „Demokratisierung“ des Aktienbesitzes, von der bürgerliche Sophisten und opportunistische „Auch-Sozialdemokraten“ eine „Demokratisierung des Kapitals“, eine Zunahme der Rolle und Bedeutung der Kleinproduktion usw. erwarten (oder zu erwarten vorgeben), ist in Wirklichkeit eines der Mittel, die Macht der Finanzoligarchie zu vermehren.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 231-232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus diesem Grunde läßt übrigens in den fortgeschritteneren oder älteren und „erfahreneren“ kapitalistischen Ländern die Gesetzgebung kleinere Aktien zu. In Deutschland sind Aktien unter 1.000 Mark gesetzlich nicht zugelassen, und die deutschen Finanzmagnaten blicken neidvoll auf England, wo das Gesetz Aktien sogar von 1 Pfund Sterling (= 20 Mark, etwa 10 Rubel) gestattet. Siemens, einer der größten Industriellen und „Finanzkönige“ Deutschlands, erklärte in der Reichstagssitzung vom 7. Juni 1900 die „Ein-Pfund-Aktie für die Grundlage des britischen Imperialismus“.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Finanzkapital ist also in der Regel über ein weit verzweigtes Netz an Beteiligungen bzw. rechtlich unabhängigen Tochtergesellschaften aufgestellt. Dies gibt der Muttergesellschaft einerseits eine beherrschende Position innerhalb des so entstehenden Geflechts von Unternehmungen, andererseits ermöglicht es der Muttergesellschaft auch, illegale Geschäfte und Investitionen zu verschleiern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Beteiligungssystem ermöglicht es zudem, einzelne Geschäftsbereiche in Tochtergesellschaften auszugliedern, die dann bilanziell von der Muttergesellschaft getrennt sind. Dies führt - durch die Möglichkeit sich rechtzeitig durch Abstoßen der Anteile aus dem nicht erfolgreichen Geschäft zurückzuziehen - zu einer gesteigerten Risikobereitschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber das „Beteiligungssystem“ dient nicht nur dazu, die Macht der Monopolisten riesenhaft zu vermehren, es ermöglicht außerdem, jede Art von dunklen und schmutzigen Geschäften straflos zu betreiben und das Publikum zu schröpfen, denn formell, nach dem Gesetz, sind die Leiter der „Muttergesellschaft“ für die „Tochtergesellschaft“ nichtverantwortlich, die als „selbständig“ gilt und vermittels derer sich alles „drehen“ läßt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Die im] Aktienwesen ganz alltäglich[e] Bilanz-Equilibristik [Anm. d. Red.: etwa als „die Kunst, die Bilanz ins Gleichgewicht zu bringen“ zu verstehen] macht es verständlich, warum die Verwaltungen von Aktiengesellschaften Risiken im allgemeinen viel leichteren Herzens auf sich nehmen als Privatunternehmer. Die moderne Bilanztechnik macht es ihnen nicht nur leicht, das eingegangene Risiko dem Auge des Durchschnitts-Aktionärs zu verhüllen, sondern sie gestattet den Hauptinteressenten auch, sich den Folgen eines verfehlten Experiments durch rechtzeitige Fortgabe ihres Aktienbesitzes zu entziehen, während der Privatunternehmer bei allem, was er tut, seine eigene Haut zu Markte trägt. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 232-233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.   | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 452}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Überkapitalisierung von Kapitalgesellschaften – also der Wertfestsetzung, die die tatsächliche Investitionsmenge übersteigt – gelingt es dem Finanzkapital, die an der tatsächlich investierten Kapitalmenge gemessenen riesigen Profite zu verschleiern. Durch das diktieren von Monopolpreisen wird einerseits Konkurrenz außen vor gehalten, andererseits scheinen die relativen Profitraten geringer als sie im Vergleich zum investierten Kapital sind und das Kapital zieht Monopolprofite aus seinen Geschäften.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hier eines der zahllosen von Hilferding angeführten Beispiele für das „Wirtschaften“ der amerikanischen Trusts: „Im Jahre 1887 gründete Havemeyer den Zuckertrust durch Verschmelzung von 15 kleinen Gesellschaften mit einem Gesamtkapital von 6½ Millionen Dollar. Das Kapital des Trusts wurde aber, wie der amerikanische Ausdruck lautet, „verwässert“ und auf 50 Millionen festgesetzt. Diese „Überkapitalisation“ nahm die künftigen Monopolprofite vorweg, wie auch der Stahltrust – ebenfalls in Amerika – künftige Monopolprofite vorwegnimmt, wenn er immer neue Eisenerzvorkommen aufkauft. Und in der Tat führte der Zuckertrust Monopolpreise ein und erzielte derartige Gewinne, daß er für das siebenfach „verwässerte“ Kapital 10 Prozent Dividende auszahlen konnte, d.h. fast 70 Prozent auf das bei Gründung des Trusts tatsächlich einbezahlte Kapital! 1909 wies der Trust ein Kapital von 90 Mill. Dollar aus. Also in zweiundzwanzig Jahren mehr als eine Verzehnfachung des Kapitals.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 236-237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel, wie das Finanzkapital seine Profite maximiert, ist die Spekulation mit Grundstücken in schnell wachsenden Ballungsräumen in der Hoffnung auf hohe Profitraten. Das Finanzkapital verschmilzt dort mit Bau- und Immobilienkapitalen, mit Verkehrsbetrieben und der öffentlichen Verwaltung. Ziel ist es hier, durch die Aufwertung von Grundstücken, bspw. durch die Verbesserung der Verkehrsanbindung die Grundrenten steigen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders in diesen Bereichen, die starken öffentlich-rechtlichen Restriktionen unterliegen (um bauen zu können, benötigt man ein staatlich sanktioniertes Baurecht) ist eine starke Beteiligung und Einflussnahme auf die führenden Figuren der öffentlichen Verwaltung zu beobachten. Diese drückt sich bspw. dadurch aus, dass häufig Lokalpolitiker in den Aufsichtsräten lokaler Sparkassen und Verkehrsunternehmen sitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine besonders gewinnbringende Transaktion des Finanzkapitals ist auch die Spekulation mit Grundstücken in der Umgebung schnell wachsender Großstädte. Das Bankmonopol verschmilzt hier mit den Monopolen der Grundrente [Anm. der Red.: Die Grundrente stellt den Geldbetrag dar, den der Grundeigentümer für die Nutzung des Grundeigentums fordert. Dieser an den Grundeigentümer zu entrichtende Preis für die Bodennutzung ist ohne rationellen Maßstab, da für die Bereitstellung des Bodens keine gesellschaftliche Arbeit aufgewendet wurde] und des Verkehrswesens, denn das Steigen der Preise für Grundstücke, die Möglichkeit, diese in Parzellen günstig zu verkaufen u.a.m., hängt vor allem von der guten Verkehrsverbindung mit dem Zentrum der Stadt ab, und diese Verkehrsmittel befinden sich in den Händen großer Gesellschaften, die durch das Beteiligungssystem und die Verteilung von Direktorenposten mit eben denselben Banken verbunden sind. So entsteht das, was der deutsche Schriftsteller L. Eschwege, ein Mitarbeiter der Zeitschrift ‚Die Bank‘, der den Terrainhandel, die Verpfändung von Grundstücken usw. speziell studierte, den ‚Sumpf‘ genannt hat: wahnwitzige Spekulation mit Vorortgrundstücken, Zusammenbrüche von Baufirmen, wie der Berliner Firma Boswau &amp;amp; Knauer, die ein Kapital von ungefähr 100 Millionen Mark zusammengerafft hatte, und zwar durch Vermittlung der ‚höchst soliden und großen‘ ‚Deutschen Bank‘, die natürlich nach dem ‚Beteiligungs‘system, d.h. insgeheim, hinterrücks, tätig war und sich nach Einbuße von ‚bloß‘ 12 Millionen Mark aus der Affäre zog; ferner Ruinierung von kleinen Unternehmern und Arbeitern, die von den Schwindelfirmen des Baugewerbes nichts erhalten; dazu betrügerische Abmachungen mit der ‚ehrlichen‘ Berliner Polizei und den Verwaltungsorganen, um sich des Auskunftswesens im Baugewerbe und der Baubewilligung der Stadtverwaltung zu bemächtigen usw. usf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 239-240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zeiten des Aufschwungs wachsen die Profite des Finanzkapitals stark. Doch auch in Zeiten der Rezession findet es profitable Geschäftsgelegenheiten oder legt zumindest den Grundstein für künftige Profite. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies geschieht bspw. durch das Aufkaufen insolventer oder in der Krise nicht profitabler Unternehmungen, die anschließend im Profitinteresse des Finanzkapitals saniert, mit anderen Geschäftszweigen zusammengelegt oder direkt aufgelöst werden. So werden diese Unternehmungen in Abhängigkeit vom Finanzkapital gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Während zur Zeit des industriellen Aufschwungs die Profite des Finanzkapitals unerhört groß sind, gehen in Zeiten des Niedergangs die kleinen und schwachen Unternehmungen zugrunde, die Großbanken aber „beteiligen sich“ dann an deren Aufkauf zu Spottpreisen oder an profitablen „Sanierungen“ und „Reorganisationen“. Bei den „Sanierungen“ der mit Verlust arbeitenden Unternehmungen wird „das Aktienkapital herabgesetzt; das heißt, das Erträgnis verteilt sich auf ein geringeres Kapital, ist diesem alsdann angemessen. Oder wenn kein Erträgnis da ist, so wird neues Kapital aufgebracht, das, mit dem minderbewerteten alten zusammengenommen, nunmehr genügenden Ertrag abwirft. Nebenbei“, fügt Hilferding hinzu, „sei bemerkt, daß diese Sanierungen und Reorganisationen für die Banken von doppelter Bedeutung sind: erstens als gewinnbringendes Geschäft und zweitens als eine Gelegenheit, solche notleidenden Gesellschaften von sich in Abhängigkeit zu bringen.“| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 238-239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalexport==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im imperialistischen Kapitalismus gewinnt der Kapitalexports gegenüber dem Warenexport an Bedeutung. Kapitalexport meint dabei, dass Kapital ins Ausland exportiert wird, um dort profitabler investiert zu werden. Voraussetzung dafür ist ein ungeheurer Kapitalüberschuss, welcher in den Ländern des fortgeschrittenen Kapitalismus aufgrund der Herausbildung von Monopolen entstand. Die Notwendigkeit zum Kapitalexport besteht im Streben der am weitesten entwickelten kapitalistischen Länder die Profitrate weiter zu erhöhen. Da die Profitrate aufgrund von niedrigeren Boden- und Rohstoffpreisen und billigeren Arbeitskräften in den kapitalistisch unterentwickelten Ländern höher ist, sind die Kapitalisten einerseits gewillt, andererseits durch die Konkurrenz gezwungen ihr Kapital möglichst gewinnbringend dort anzulegen. Es entwickelte sich zunehmend eine relative Überbevölkerung, also ein Teil der Arbeiterklasse, der für die Kapitalverwertung im Inland nicht mehr nutzbar war. Gleichzeitig waren nun fast alle Regionen der Welt in das internationale kapitalistische System einbezogen. Dabei führt der Kapitalexport zu einer Produktivkraftentwicklung im Zielland des Kapitalexports, jedoch zu einer Hemmung der Produktivkraftentwicklung bis zu einem bestimmten Grade im exportierenden Land. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalexport in England und einigen anderen entwickelten kapitalistischen Ländern äußerte sich historisch besonders im  Kolonialbesitz. Während England Kapital überwiegend in die Industrie der Kolonien investiert (Kolonialimperialismus) findet der französische Kapitalexport überwiegend in Form von Leihkapital in europäische Staatsanleihen statt (Wucherimperialismus). Deutschland bedient sich einer Mischform: Es wird Kapital in die Industrie amerikanischer Kolonien und in europäische Staatsanleihen investiert. Kapitalexport wurde ebenso als Mittel zur Förderung von Warenexport genutzt, da bspw. die Investitionen an Abnahmegarantien gekoppelt wurden. Die Geldmärkte erfüllten die fremden Ansprüche, auch wenn sie selbst nicht in bester Verfassung waren, um die Vorteile die daraus entstehen nicht der Konkurrenz zu überlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Wesen'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ziel des Kapitalexportes ist die Steigerung der Profitrate. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapital wird dabei in kapitalistische Länder exportiert, in denen die Produktionskosten niedriger sind als in dem Land in dem das Kapital exportiert wird, was zur Steigerung der Profite führt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den hoch entwickelten kapitalistischen Ländern fehlt der Spielraum für profitable Betätigung im Inland, weswegen sie Kapital exportieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird Kapital ins Ausland geschickt, so geschieht es nicht, weil es absolut nicht im Inland beschäftigt werden könnte. Es geschieht, weil es zu höherer Profitrate im Auslande beschäftigt werden kann.| Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 266}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Notwendigkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, daß in einigen Ländern der Kapitalismus „überreif&amp;quot; geworden ist und dem Kapital (unter der Voraussetzung der Unentwickeltheit der Landwirtschaft und der Armut der Massen) ein Spielraum für „rentable&amp;quot; Betätigung fehlt. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während im Kapitalismus der freien Konkurrenz der Warenexport bestimmend war, ist es nun im monopolistischen Stadium des Kapitalismus der Kapitalexport. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Für den alten Kapitalismus, mit der vollen Herrschaft der freien Konkurrenz, war der Export von Waren kennzeichnend. Für den neuesten Kapitalismus, mit der Herrschaft der Monopole, ist der Export von Kapital kennzeichnend geworden. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Entwicklung'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentrale Voraussetzungen für den Kapitalexport sind die am Anfang des 20. Jahrhunderts stattfindende Bildung von Monopolverbänden und eine Monopolstellung der reichsten Länder, in denen ein großer Kapitalüberschuss entstanden ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |An der Schwelle des 20. Jahrhunderts sehen wir die Bildung von Monopolen anderer Art: erstens Monopolverbände der Kapitalisten in allen Ländern des entwickelten Kapitalismus; zweitens Monopolstellung der wenigen überaus reichen Länder, in denen die Akkumulation des Kapitals gewaltige Ausmaße erreicht hat. Es entstand ein ungeheurer „Kapitalüberschuß&amp;quot; in den fortgeschrittenen Ländern. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 244-245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Voraussetzungen für den Kapitalexport sind 1. die Einbindung der rückständigen Länder in das kapitalistische Weltsystem und 2. dass die Grundlagen für industrielle Produktion (Infrastruktur, etc.) gegeben sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Möglichkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, daß eine Reihe rückständiger Länder bereits in den Kreislauf des Weltkapitalismus hineingezogen ist, die Hauptlinien der Eisenbahnen bereits gelegt oder in Angriff genommen, die elementaren Bedingungen der industriellen Entwicklung gesichert sind usw. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalexport fördert die kapitalistische Entwicklung der Länder, in die es exportiert wird, und hemmt zugleich zu einem gewissen Grad die Entwicklung in den exportierenden Ländern. Somit steigert der Kapitalexport schlussendlich auch die Entwicklung des Kapitalismus weltweit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalexport beeinflußt in den Ländern, in die er sich ergießt, die kapitalistische Entwicklung, die er außerordentlich beschleunigt. Wenn daher dieser Export bis zu einem gewissen Grade die Entwicklung in den exportierenden Ländern zu hemmen geeignet ist, so kann dies nur um den Preis einer Ausdehnung und Vertiefung der weiteren Entwicklung des Kapitalismus in der ganzen Welt geschehen. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Historische Einordnung'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit dem überschüssigen Kapital entsteht eine relative Überbevölkerung, also ein Teil der Arbeiterklasse, der für die Kapitalverwertung überflüssig wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital wird nicht in die weniger profitable heimische Industrie investiert und wird nicht zur Hebung des Lebensstandards der Massen verwendet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalexport beeinflußt in den Ländern, in die er sich ergießt, die kapitalistische Entwicklung, die er außerordentlich beschleunigt. Wenn daher dieser Export bis zu einem gewissen Grade die Entwicklung in den exportierenden Ländern zu hemmen geeignet ist, so kann dies nur um den Preis einer Ausdehnung und Vertiefung der weiteren Entwicklung des Kapitalismus in der ganzen Welt geschehen. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 266}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber dann wäre der Kapitalismus nicht Kapitalismus, denn die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung wie das Hungerdasein der Massen sind wesentliche, unvermeidliche Bedingungen und Voraussetzungen dieser Produktionsweise. Solange der Kapitalismus Kapitalismus bleibt, wird der Kapitalüberschuß nicht zur Hebung der Lebenshaltung der Massen in dem betreffenden Lande verwendet - denn das würde eine Verminderung der Profite der Kapitalisten bedeuten -, sondern zur Steigerung der Profite durch Kapitalexport ins Ausland, in rückständige Länder.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalexport ist Mittel des Finanzkapitals zur Aufteilung der Welt unter den kapitalexportierenden Ländern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kapitalexportierenden Länder haben, im übertragenen Sinne, die Welt unter sich verteilt. Aber das Finanzkapital führt auch zur direkten Aufteilung der Welt. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Erscheinungsform'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine häufige Erscheinungsform des Kapitalexports ist seine Funktion als Kredit an den die Bedingung geknüpft wird Waren des Kreditgebenden Landes zu kaufen. Damit fördert der Kapitalexport den Warenexport. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gewöhnlichste Erscheinung ist: Bei einer Anleihe wird zur Bedingung gemacht, daß ein Teil der Anleihe zum Kauf von Erzeugnissen des kreditgebenden Landes, vor allem von Waffen, Schiffen usw. verausgabt wird. [Frankreich hat in den letzten zwei Jahrzehnten (1890-1910) sehr oft zu diesem Mittel gegriffen.] Der Kapitalexport wird zu einem Mittel, den Warenexport zu fördern.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalexport in England und einigen anderen entwickelten kapitalistischen Ländern äußerte sich besonders im  Kolonialbesitz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während England Kapital überwiegend in die Industrie der Kolonien investiert (Kolonialimperialismus) findet der französische Kapitalexport überwiegend in Form von Leihkapital in europäische Staatsanleihen statt (Wucherimperialismus). Deutschland bedient sich einer Mischform: Es wird Kapital in die Industrie amerikanischer Kolonien und in europäische Staatsanleihen investiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In England steht an erster Stelle sein Kolonialbesitz, der auch in Amerika sehr groß ist (z.B. Kanada), von Asien usw. gar nicht zu reden. Die riesige Ausfuhr von Kapital ist hier aufs engste mit den riesigen Kolonien verknüpft, von deren Bedeutung für den Imperialismus weiter unten noch die Rede sein wird. Anders in Frankreich. Frankreich hat sein exportiertes Kapital hauptsächlich in Europa und vor allem in Rußland (nicht weniger als 10 Milliarden Francs) investiert; dabei handelt es sich vorwiegend um Leihkapital, um Staatsanleihen, und nicht um Kapital das in Industriebetrieben angelegt ist. Zum Unterschied vom englischen Kolonialimperialismus könnte man den französischen einen Wucherimperialismus nennen. In Deutschland finden wir eine dritte Abart: Deutschlands Kolonialbesitz ist nicht groß, und sein im Ausland investiertes Kapital verteilt sich am gleichmäßigsten auf Europa und Amerika. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 247}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine große Rolle spielen dabei die in den Kolonien gegründeten Banken und ihre Niederlassungen. Die deutschen Imperialisten betrachten voller Neid die &amp;quot;alten&amp;quot; Kolonialländer, die sich in dieser Hinsicht besonders &amp;quot;erfolgreich&amp;quot; versorgt haben: Im Jahre 1904 besaß England 50 Kolonialbanken mit 2.279 Niederlassungen (1910: 72 mit 5.449 Niederlassungen); Frankreich 20 mit 436 Niederlassungen; Holland 16 mit 68 und Deutschland &amp;quot;im ganzen nur&amp;quot; 13 mit 70 Niederlassungen.(69) Die amerikanischen Kapitalisten beneiden ihrerseits die englischen und deutschen. &amp;quot;In Südamerika&amp;quot;, klagten sie 1915, &amp;quot;haben 5 deutsche Banken 40 Filialen und 5 englische haben 70 Filialen ... England und Deutschland haben in den letzten 25 Jahren in Argentinien, Brasilien und Uruguay annähernd 4.000 Millionen Dollar angelegt und sind infolgedessen zu 46% an dem gesamten Handel dieser drei Länder beteiligt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Fremdstaaten wandten sich an die großen Geldmärkte mit teilweise sehr dringlichen Anleiheforderungen. Die Geldmärkte erfüllen die fremden Ansprüche, auch wenn sie selbst nicht in bester Verfassung sind, um die Vorteile die daraus entstehen nicht der Konkurrenz zu überlassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kapitalexportierenden Länder haben fast immer die Möglichkeit, gewisse „Vorteile&amp;quot; zu erlangen, deren Charakter die Eigenart der Epoche des Finanzkapitals und der Monopole ins rechte Licht setzt. Die Berliner Zeitschrift &amp;quot;Die Bank&amp;quot; schrieb z.B. im Oktober 1913 folgendes: &amp;quot;[…] Zahlreiche Fremdstaaten, von Spanien bis zu den Balkanländern, von Rußland bis zu Argentinien, Brasilien und China, treten offen oder heimlich an die großen Geldmärkte mit ihren Anleiheforderungen heran, von denen einige außerordentlich dringlich sind. Die Geldmärkte sind zwar in keiner sonderlich guten Verfassung, und auch die politischen Aspekte sind noch immer nicht rosenfarbig. Aber dennoch wagt keiner der Geldmärkte, sich den fremden Ansprüchen zu versagen, aus Furcht, der Nachbar könne ihm zuvorkommen, die Anleihe bewilligen und sich damit ein Anrecht auf gewisse kleine Gegendienste sichern. Es fällt ja bei solchen internationalen Geschäften immer etwas für den Geldgeber ab, sei es ein handelspolitischer Vorteil oder eine Kohlenstation, sei es ein Hafenbau, eine fette Konzession oder ein Kanonen-Auftrag. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 247-248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Aufteilung der Welt unter die Kapitalistenverbände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalistenverbände bezeichnet im Allgemeinen die unterschiedlichen Zusammenschlüsse der Kapitalien um gemeinsam aus einer Monopolstellung zu agieren. Dabei kann die Art und die Form der Zusammenarbeit stark variieren. Verschiedene Unternehmen können zu einem Trust oder Konzern verschmelzen. Während bei einem Trust ein neues Unternehmen entsteht, bleiben in einem Konzern die Unternehmen selbstständig, arbeiten aber unter einer einheitlichen Leitung. Unternehmen können auch ohne formal-juristische Formänderung zu einem Kartell zusammenschließen. Dies bedeutet, dass sie meistens innerhalb einer Branche vertraglich Absprachen halten um den Wettbewerb untereinander zu begrenzen. Das Syndikat ist eine besondere Form des Kartells, welches insbesondere die Preise und den Absatz der Mitglieder bestimmt. Ausschlaggebend ist jedoch die Zusammenarbeit der Kapitalien im Sinne eines Monopols.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kartelle, Syndikate, Trusts, Kapitalistenverbände, Monopolverbände, Ungleichmäßige Entwicklung, Neuaufteilung, Ultraimperialismus, Kautsky&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Binnenmarkt hängt untrennbar mit dem Weltmarkt zusammen. &lt;br /&gt;
Der wachsende Kapitalexport schafft den Weltmarkt und führt zu Abmachungen der kapitalexportierenden Monopolkapitale und damit zu Bildung von internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Monopolverbände der Kapitalisten – die Kartelle, Syndikate und Trusts – teilen vor allem den ganzen Binnenmarkt unter sich auf, indem sie die Produktion des betreffenden Landes mehr oder weniger vollständig an sich reißen. Aber der Binnenmarkt hängt unter dem Kapitalismus untrennbar mit dem Außenmarkt zusammen. Der Kapitalismus hat längst den Weltmarkt geschaffen. Und in dem Maße, wie der Kapitalexport wuchs und die ausländischen und kolonialen Verbindungen und ‚Einflußsphären‘ der riesigen Monopolverbände sich in jeder Weise erweiterten, kam es ‚natürlicherweise‘ unter ihnen zu Abmachungen im Weltmaßstab, zur Bildung von internationalen Kartellen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz gegen einheitlich und weltweit handelnde Trusts ist schwer. Eine Aufteilung der Branche weltweit unter zwei mächtige Trusts schließt Neuaufteilung nicht aus, sobald das Kräfteverhältnis infolge der ungleichmäßigen Entwicklung, oder infolge von Kriegen, Zusammenbrüchen etc. sich ändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man versteht ohne weiteres, wie schwierig die Konkurrenz gegen diesen faktisch einheitlichen, die gesamte Welt umspannenden Trust ist, der über ein Kapital von mehreren Milliarden verfügt und seine ‚Niederlassungen‘, Vertretungen, Agenturen, Verbindungen an allen Ecken und Enden der Welt hat. Aber eine Aufteilung der Welt unter zwei mächtige Trusts schließt natürlich eine Neuaufteilung nicht aus, sobald das Kräfteverhältnis – infolge der ungleichmäßigen Entwicklung, von Kriegen, Zusammenbrüchen usw. – sich ändert.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgerliche Schriftsteller (auch Kautsky) behaupten, dass internationale Kartelle die Erhaltung des Friedens erhoffen lassen. Das ist theoretisch Unsinn und praktisch Sophismus, eine unehrliche Methode, den schlimmsten Opportunismus zu verteidigen.&amp;lt;br/&amp;gt;Internationale Kartelle zeigen, bis zu welchem Grad Monopole angewachsen sind und worum es im Kampf zwischen den Kapitalistenverbänden geht.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Form des Kampfes kann sich ändern, aber das Wesen und sein Klasseninhalt nicht.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist im Interesse der deutschen Bourgeoisie, den Inhalt des ökonomischen Kampfes (Teilung der Welt) zu vertuschen und nur die Form des Kampfes hervorzukehren.&amp;lt;br/&amp;gt;Kapitalisten teilen die Welt unter sich auf, weil die Stufe der Konzentration sie dazu zwingt. Die Aufteilung wird nach Macht – nach Kapital – vorgenommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Macht wechselt aber mit der ökonomischen und politischen Entwicklung.&amp;lt;br/&amp;gt;Um Machtverschiebungen zu verstehen, muss man wissen, ob sie ökonomischer oder außerökonomischer Natur (Krieg) sind. Aber das ist eine nebensächliche Frage. Es ändert nichts an der grundlegenden Anschauung über die jüngste Epoche des Kapitalismus.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Frage nach dem Inhalt des Kampfes und der Vereinbarungen zwischen den Kapitalistenverbänden durch die Frage nach der Form zu ersetzen, heißt zum Sophismus abzugleiten.&amp;lt;br/&amp;gt;Unter den Kapitalistenverbänden bilden sich bestimmte Beziehungen auf dem Boden der ökonomischen Aufteilung der Welt heraus. Daneben und im Zusammenhang damit bilden sich zwischen den politischen Verbänden, den Staaten, bestimmte Beziehungen auf dem Boden der territorialen Aufteilung der Welt heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Manche bürgerliche Schriftsteller (denen sich jetzt auch K. Kautsky zugesellt hat, der seiner marxistischen Einstellung, z.B. von 1909, völlig untreu geworden ist) gaben der Meinung Ausdruck, daß die internationalen Kartelle, als eine der am klarsten ausgeprägten Erscheinungsformen der Internationalisierung des Kapitals, die Erhaltung des Friedens zwischen den Völkern im Kapitalismus erhoffen lassen. Diese Ansicht ist theoretisch völlig unsinnig und praktisch ein Sophismus, eine unehrliche Methode, den schlimmsten Opportunismus zu verteidigen. Die internationalen Kartelle zeigen, bis zu welchem Grade die kapitalistischen Monopole jetzt angewachsen sind und worum der Kampf zwischen den Kapitalistenverbänden geht. Dieser letzte Umstand ist der wichtigste; nur er allein macht uns den historisch-ökonomischen Sinn des Geschehens klar, denn die Form des Kampfes kann wechseln und wechselt beständig aus verschiedenen, verhältnismäßig untergeordneten und zeitweiligen Gründen, aber das Wesen des Kampfes, sein Klasseninhalt, kann sich durchaus nicht ändern, solange es Klassen gibt. Selbstverständlich liegt es im Interesse z.B. der deutschen Bourgeoisie, auf deren Seite dem Wesen der Sache nach Kautsky in seinen theoretischen Darlegungen übergegangen ist (wovon noch die Rede sein wird), den Inhalt des heutigen ökonomischen Kampfes (Teilung der Welt) zu vertuschen und bald diese, bald jene Form des Kampfes hervorzukehren. Denselben Fehler begeht Kautsky. Und es handelt sieh [!] natürlich nicht um die deutsche, sondern um die internationale Bourgeoisie. Die Kapitalisten teilen die Welt nicht etwa aus besonderer Bosheit unter sich auf, sondern weil die erreichte Stufe der Konzentration sie zwingt, diesen Weg zu beschreiten, um Profite zu erzielen; dabei wird die Teilung ‚nach dem Kapital‘, ‚nach der Macht‘ vorgenommen – eine andere Methode der Teilung kann es im System der Warenproduktion und des Kapitalismus nicht geben. Die Macht aber wechselt mit der ökonomischen und politischen Entwicklung; um zu begreifen, was vor sich geht, muß man wissen, welche Fragen durch Machtverschiebungen entschieden werden; ob diese Verschiebungen nun ‚rein‘ ökonomischer Natur oder außerökonomischer (z.B. militärischer) Art sind, ist eine nebensächliche Frage, die an den grundlegenden Anschauungen über die jüngste Epoche des Kapitalismus nichts zu ändern vermag. Die Frage nach dem Inhalt des Kampfes und der Vereinbarungen zwischen den Kapitalistenverbänden durch die Frage nach der Form des Kampfes und der Vereinbarungen (heute friedlich, morgen nicht friedlich, übermorgen wieder nicht friedlich) ersetzen heißt zum Sophisten herabsinken. &amp;lt;br/&amp;gt;Die Epoche des jüngsten Kapitalismus zeigt uns, daß sich unter den Kapitalistenverbänden bestimmte Beziehungen herausbilden auf dem Boden der ökonomischen Aufteilung der Welt, daß sich aber daneben und im Zusammenhang damit zwischen den politischen Verbänden, den Staaten, bestimmte Beziehungen herausbilden auf dem Boden der territorialen Aufteilung der Welt, des Kampfes um die Kolonien, ‚des Kampfes um das Wirtschaftsgebiet‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 257-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kolonialpolitik hat die Besitzergreifung unbesetzter Länder durch die kapitalistischen Länder beendet, die Welt ist aufgeteilt. Es kommen nur noch Neuaufteilungen in Frage.&amp;lt;br/&amp;gt;Das ist die Epoche der kolonialen Weltpolitik, die aufs engste verknüpft ist mit dem Finanzkapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In dem Sinne, daß die Kolonialpolitik der kapitalistischen Länder die Besitzergreifung unbesetzter Länder auf unserem Planeten beendet hat. Die Welt hat sich zum erstenmal [!] als bereits aufgeteilt erwiesen, so daß in der Folge nur noch Neuaufteilungen in Frage kommen, d.h. der Übergang von einem ‚Besitzer‘ auf den anderen, nicht aber die Besitzergreifung herrenlosen Landes.&amp;lt;br/&amp;gt;Wir leben folglich in einer eigenartigen Epoche der kolonialen Weltpolitik, die aufs engste verknüpft ist mit ‚der jüngsten Entwicklungsstufe des Kapitalismus‘, mit dem Finanzkapital.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Aufteilung der Welt unter die Großmächte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der grundlegenden Merkmale des Imperialismus ist die Aufteilung der Welt unter den kapitalistischen Großmächten. Die territoriale Aufteilung der Welt ist im Imperialismus abgeschlossen, die Kämpfe werden nun verschärft um die Neuaufteilung der Welt geführt. Das Finanzkapital ist eine solch gewaltige ökonomische Macht, dass es politisch unabhängige Staaten ebenso unterwerfen kann wie Kolonien. Dadurch entstehen viele verschiedene Übergangsformen der staatlichen, finanziellen und diplomatischen Abhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuaufteilung, Finanzkapital, Kolonien, Opportunismus, Syndikate, Trusts, Kautsky, Merkmale&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang der (Neu-)Aufteilung der Welt unter die Großmächte wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Übergang zum Stadiums des Monopolkapitalismus, des Finanzkapitals ist verknüpft mit der Verschärfung des Kampfes um die Aufteilung der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Unzweifelhaft ist daher die Tatsache, daß der Übergang des Kapitalismus zum Stadium des Monopolkapitalismus, zum Finanzkapital, mit einer Verschärfung des Kampfes um die Aufteilung der Welt verknüpft ist.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterwerfung unabhängiger Staaten unter das Finanzkapital, insbesondere halbkolonialer Länder: Das Finanzkapital mit seiner weltumspannenden Macht ist imstande, politisch unabhängige Staaten zu unterwerfen. Die größten Vorteile für das Finanzkapital ergeben sich dabei aus der Unterwerfung unabhängiger Staaten durch Verlust ihrer politischen Unabhängigkeit. Neben vollständig unterworfenen Staaten existieren dabei als &amp;quot;Mittelding&amp;quot; halbkoloniale Länder mit Übergangsstadien politischer Unabhängigkeit. Diese sind formal unabhängig, jedoch in ein Netz finanzieller und diplomatischer Zusammenhänge verstrickt und damit in Wirklichkeit abhängig vom imperialistischen Finanzkapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital ist eine so gewaltige, man darf wohl sagen, entscheidende Macht in allen ökonomischen und in allen internationalen Beziehungen, daß es sich sogar Staaten unterwerfen kann und tatsächlich auch unterwirft, die volle politische Unabhängigkeit genießen; wir werden sogleich Beispiele dafür sehen. Aber selbstverständlich bietet dem Finanzkapital die meisten ‚Annehmlichkeiten‘ und die größten Vorteile eine solche Unterwerfung, die mit dem Verlust der politischen Unabhängigkeit der Länder und Völker, die unterworfen werden, verbunden ist. Die halbkolonialen Länder sind in dieser Beziehung als ‚Mittelding‘ typisch. Der Kampf um diese halbabhängigen Länder mußte begreiflicherweise besonders akut werden in der Epoche des Finanzkapitals, als die übrige Welt bereits aufgeteilt war.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 264}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig beschränken sich Analysen der Weltpolitik auf eine reine Formanalyse: Der Imperialismus der heutigen Zeit wird mit historisch anderen Beispielen wie dem Römischen Reich verglichen, als sei damit irgendetwas erklärt. Eine solche Kritik ist zwangsläufig opportunistisch, da sie vom Klassencharakter des Imperialismus absieht und damit den wahren Gegner nicht erkennt: Die Monopolverbände in ihrer weltweiten Konkurrenz.&amp;lt;br/&amp;gt;Grundlegende Besonderheit des modernen Kapitalismus ist die Herrschaft der Monopolverbände.&lt;br /&gt;
Diese Monopole sind am festesten, wenn alle Rohstoffquellen in einer Hand zusammengefasst werden.&amp;lt;br/&amp;gt;Kolonialbesitz bietet volle Gewähr über den Erfolg der Monopole.&amp;lt;br/&amp;gt;Je höher entwickelt der Kapitalismus, je stärker der Rohstoffmangel, die Konkurrenz und die Jagd nach Rohstoffquellen in der ganzen Welt ausgeprägt sind, desto erbitterter ist der Kampf um Kolonien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kolonialpolitik und Imperialismus hat es auch vor dem jüngsten Stadium des Kapitalismus und sogar vor dem Kapitalismus gegeben. Das auf Sklaverei beruhende Rom trieb Kolonialpolitik und war imperialistisch. Aber ‚allgemeine‘ Betrachtungen über den Imperialismus, die den radikalen Unterschied zwischen den ökonomischen Gesellschaftsformationen vergessen oder in den Hintergrund schieben, arten unvermeidlich in leere Banalitäten oder Flunkereien aus, wie etwa der Vergleich des ‚größeren Rom mit dem größeren Britannien‘. Selbst die kapitalistische Kolonialpolitik der früheren Stadien des Kapitalismus unterscheidet sich wesentlich von der Kolonialpolitik des Finanzkapitals. &amp;lt;br/&amp;gt;Die grundlegende Besonderheit des modernen Kapitalismus ist die Herrschaft der Monopolverbände der Großunternehmer. Derartige Monopole sind am festesten, wenn alle Rohstoffquellen in einer Hand zusammengefaßt werden, und wir haben gesehen, wie eifrig die internationalen Kapitalistenverbände bemüht sind, dem Gegner jede Konkurrenz unmöglich zu machen, wie eifrig sie bemüht sind, z.B. Eisenerzlager oder Petroleumquellen usw. aufzukaufen. Einzig und allein der Kolonialbesitz bietet volle Gewähr für den Erfolg der Monopole gegenüber allen Zufälligkeiten im Kampfe mit dem Konkurrenten – bis zu einer solchen Zufälligkeit einschließlich, daß der Gegner auf den Wunsch verfallen könnte, sich hinter ein Gesetz über ein Staatsmonopol zu verschanzen. Je höher entwickelt der Kapitalismus, je stärker fühlbar der Rohstoffmangel, je schärfer ausgeprägt die Konkurrenz und die Jagd nach Rohstoffquellen in der ganzen Welt sind, desto erbitterter ist der Kampf um die Erwerbung von Kolonien.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 264-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise, man könne Rohstoffe auf dem freien Markt ohne kostspielige Kolonialpolitik  erhalten und das Angebot durch Steigerung der Landwirtschaft steigern, lassen die wichtigste Besonderheit – das Monopol – außer Acht. Der freie Markt rückt in die Vergangenheit, Syndikate und Trusts engen ihn von Tag zu Tag ein.&amp;lt;br/&amp;gt;Eine Hebung der Landwirtschaft würde die Hebung des Lebensstandards der Bevölkerung bedeuten. Das wäre aber eine Erhöhung der Löhne.&amp;lt;br/&amp;gt; Trusts, die fähig wären, sich um die Lage der Massen zu kümmern, sind Phantasie süßlicher Reformer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Natürlich versuchen bürgerliche Reformer, darunter besonders die Kautskyaner von heute, die Bedeutung derartiger Tatsachen durch den Hinweis abzuschwächen, daß man Rohstoffe ohne die ‚kostspielige und gefährliche‘ Kolonialpolitik auf dem freien Markt erhalten ‚könne‘, daß man das Angebot an Rohstoffen durch ‚einfache‘ Hebung der Landwirtschaft überhaupt gewaltig steigern ‚könne‘. Aber derartige Hinweise verwandeln sich in eine Apologie des Imperialismus, in dessen Beschönigung, denn sie beruhen auf der Außerachtlassung der wichtigsten Besonderheit des modernen Kapitalismus: der Monopole. Der freie Markt rückt immer mehr in die Vergangenheit, monopolistische Syndikate und Trusts engen ihn von Tag zu Tag mehr ein, die ‚einfache‘ Hebung der Landwirtschaft aber läuft auf eine Hebung der Lage der Massen, auf eine Erhöhung der Löhne und eine Verminderung des Profits hinaus. Wo existieren jedoch, außer in der Phantasie süßlicher Reformer, Trusts, die fähig wären, sich um die Lage der Massen zu kümmern, anstatt Kolonien zu erobern?| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 265}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital des Imperialismus muss sich die Welt ökonomisch und politisch aufteilen. In diesem Prozess schafft es sich verschiedene Formen der staatlichen Abhängigkeiten, die im Unterschied zum einfachen System der zwei Hauptgruppen (mit Ländern, die Kolonien besitzen und den Kolonien selber) die Abhängigkeiten stark verdecken können, z. B. hinter der formalen Souveränität der eigentlich abhängigen Länder.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese sind in ein Netz finanzieller und diplomatischer Abhängigkeit verstrickt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Spricht man von der Kolonialpolitik in der Epoche des kapitalistischen Imperialismus, dann muß bemerkt werden, daß das Finanzkapital und die ihm entsprechende internationale Politik, die auf einen Kampf der Großmächte um die ökonomische und politische Aufteilung der Welt hinausläuft, eine ganze Reihe von Übergangsformen der staatlichen Abhängigkeit schaffen. Typisch für diese Epoche sind nicht nur die beiden Hauptgruppen von Ländern – die Kolonien besitzenden und die Kolonien selber –, sondern auch die verschiedenartigen Formen der abhängigen Länder, die politisch, formal selbständig, in Wirklichkeit aber in ein Netz finanzieller und diplomatischer Abhängigkeit verstrickt sind.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 267}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb muss man − ohne zu vergessen, dass alle Definitionen überhaupt nur bedingte und relative Bedeutung haben, da eine Definition niemals die allseitigen Zusammenhänge einer Erscheinung in ihrer vollen Entfaltung umfassen kann − eine solche Definition des Imperialismus geben, die folgende fünf seiner grundlegenden Merkmale enthalten würde:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Deshalb muß man – ohne zu vergessen, daß alle Definitionen überhaupt nur bedingte und relative Bedeutung haben, da eine Definition niemals die allseitigen Zusammenhänge einer Erscheinung in ihrer vollen Entfaltung umfassen kann – eine solche Definition des Imperialismus geben, die folgende fünf seiner grundlegenden Merkmale enthalten würde:&amp;lt;br/&amp;gt;1. Konzentration der Produktion und des Kapitals, die eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat, daß sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen; 2. Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und Entstehung einer Finanzoligarchie auf der Basis dieses ‚Finanzkapitals‘; 3. der Kapitalexport, zum Unterschied vom Warenexport, gewinnt besonders wichtige Bedeutung; 4. es bilden sich internationale monopolistische Kapitalistenverbände, die die Welt unter sich teilen, und 5. die territoriale Aufteilung der Erde unter die kapitalistischen Großmächte ist beendet. Der Imperialismus ist der Kapitalismus auf jener Entwicklungsstufe, wo die Herrschaft der Monopole und des Finanzkapitals sich herausgebildet, der Kapitalexport hervorragende Bedeutung gewonnen, die Aufteilung der Welt durch die internationalen Trusts begonnen hat und die Aufteilung des gesamten Territoriums der Erde durch die größten kapitalistischen Länder abgeschlossen ist.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270-71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Imperialismus als besonderes Stadium des Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für den Imperialismus als besonderes Stadium des Kapitalismus ist die Entstehung von Finanzkapital, welches nicht nur Agrarregionen, sondern auch Industriegebiete unterwirft. Die Neuaufteilung der Welt zwingt imperialistische Staaten, beliebige Länder in Abhängigkeit zu bringen. Das Finanzkapital verschärft die Widersprüche im Imperialismus, und seine Aggressivität ist nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch zu begründen. Eine Trennung von imperialistischer Politik und Ökonomie kommt zwingend zu falschen Analysen. Im Imperialismus kann es zu Stagnation und Fäulnis kommen, da Monopole Preise künstlich festsetzen und den technologischen Fortschritt vorübergehend aufhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzkapital, Annexion, Fäulnis, Obsolenz, Stagnation, Fortschritt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besonderheit des Imperialismus als jüngstes Stadium des Kapitalismus wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Imperialismus ist die Entstehung des Finanzkapitals charakteristisch und dass nicht mehr nur einfache Agrarregionen, sondern auch hochentwickeltere Industriegebiete mit ihrem Finanzkapital annektiert werden. Kautskys Annahme, es gehe nur um die Annexion ländlicher Gebiete für die Ausweitung der Industrie, ist historisch und theoretisch falsch: das Finanzkapital sucht im Imperialismus Anlagemöglichkeiten in bereits bestehenden Industrien und zielt nicht auf eine Entwicklung unterentwickelter Gebiete ab. Die abgeschlossene Aufteilung der Erde zwingt bei Neuaufteilungen, die Hand nach jedem beliebigen Land auszustrecken.&amp;lt;br/&amp;gt;Dabei geht es im Wettbewerb der imperialistischen Staaten auch vor allem um die Schwächung des Konkurrenten durch Untergrabung seiner Hegemonie in einem anderen Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Imperialismus ist Drang nach Annexionen – darauf läuft der politische Teil der Kautskyschen Definition hinaus. Er ist richtig, aber höchst unvollständig, denn politisch ist Imperialismus überhaupt Drang nach Gewalt und Reaktion. Uns beschäftigt jedoch hier die ökonomische Seite der Frage, die Kautsky selbst in seine Definition hineingebracht hat. Die Unrichtigkeiten in Kautskys Definition springen in die Augen. Für den Imperialismus ist ja gerade nicht das Industrie-, sondern das Finanzkapital charakteristisch. Es ist kein Zufall, daß in Frankreich gerade die besonders rasche Entwicklung des Finanzkapitals bei gleichzeitiger Schwächung des Industriekapitals seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine äußerste Verschärfung der annexionistischen (Kolonial-) Politik hervorgerufen hat. Für den Imperialismus ist gerade das Bestreben charakteristisch, nicht nur agrarische Gebiete, sondern sogar höchst entwickelte Industriegebiete zu annektieren (Deutschlands Gelüste auf Belgien, Frankreichs auf Lothringen), denn erstens zwingt die abgeschlossene Aufteilung der Erde, bei einer Neuaufteilung die Hand nach jedem beliebigen Land auszustrecken, und zweitens ist für den Imperialismus wesentlich der Wettkampf einiger Großmächte in ihrem Streben nach Hegemonie, d.h. nach der Eroberung von Ländern, nicht so sehr direkt für sich als vielmehr zur Schwächung des Gegners und Untergrabung seiner Hegemonie (für Deutschland ist Belgien von besonderer Wichtigkeit als Stützpunkt gegen England; für England Bagdad als Stützpunkt gegen Deutschland usw.).| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 272-273}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kautsky trennt die Politik des Imperialismus von seiner Ökonomik, indem er von Annexionen als der vom Finanzkapital bevorzugten Politik spricht.&lt;br /&gt;
Angeblich ist eine andere, bürgerliche Politik auf derselben Basis des Finanzkapitals möglich.&amp;lt;br/&amp;gt;Monopole in der Wirtschaft sollen vereinbar sein mit einer nicht monopolistischen, nicht annexionistischen, nicht gewalttätigen Politik.&amp;lt;br/&amp;gt;Als ob eine territoriale Neuaufteilung der Erde, die die Grundlage des Wettkampfs der kapitalistischen Großmächte ist, vereinbar wäre mit einer nicht imperialistischen Politik.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Resultat ist die Abstumpfung der fundamentalsten Widersprüche des Kapitalismus, anstatt einer Enthüllung ihrer Tiefe. Das Resultat ist bürgerlicher Reformismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kautskys Definition ist nicht nur unrichtig und unmarxistisch. Sie dient als Begründung für ein ganzes System von Auffassungen, die auf der ganzen Linie sowohl mit der marxistischen Theorie als auch mit der marxistischen Praxis brechen, wovon später noch die Rede sein wird. Ganz und gar unernst ist der von Kautsky entfachte Streit um Worte, nämlich ob das jüngste Stadium des Kapitalismus als Imperialismus oder als Stadium des Finanzkapitals anzusprechen sei. Man nenne es, wie man will – darauf kommt es nicht an. Wesentlich ist, daß Kautsky die Politik des Imperialismus von seiner Ökonomik trennt, indem er von Annexionen als der vom Finanzkapital ‚bevorzugten‘ Politik spricht und ihr eine angeblich andere bürgerliche Politik auf derselben Basis des Finanzkapitals entgegenstellt. Es kommt so heraus, als ob die Monopole in der Wirtschaft vereinbar wären mit einem nicht monopolistischen, nicht gewalttätigen, nicht annexionistischen Vorgehen in der Politik. Als ob die territoriale Aufteilung der Welt, die gerade in der Epoche des Finanzkapitals beendet wurde und die die Grundlage für die Eigenart der jetzigen Formen des Wettkampfs zwischen den kapitalistischen Großstaaten bildet, vereinbar wäre mit einer nicht imperialistischen Politik. Das Resultat ist eine Vertuschung, eine Abstumpfung der fundamentalsten Widersprüche des jüngsten Stadiums des Kapitalismus statt einer Enthüllung ihrer Tiefe, das Resultat ist bürgerlicher Reformismus statt Marxismus.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 274}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ultraimperialismus ist unmöglich, da das Finanzkapital die Widersprüche in der Welt nicht abschwächt, sondern verschärft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | Kautskys leeres Gerede von einem Ultraimperialismus nährt unter anderem den grundfalschen Gedanken, der Wasser auf die Mühle der Apologeten des Imperialismus leitet, daß die Herrschaft des Finanzkapitals die Ungleichmäßigkeiten und die Widersprüche innerhalb der Weltwirtschaft abschwäche, während sie in Wirklichkeit diese verstärkt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 276}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschwinden der Notwendigkeit technischen Fortschritts aufgrund von Monopolpreisen: Mit der Einführung von Monopolpreisen verschwindet zeitweise die Notwendigkeit der Unternehmen, technischen und anderen Fortschritt zu leisten. Diese Tendenz zu Stagnation und Fäulnis ist dem Monopol eigen.&lt;br /&gt;
Es entsteht die ökonomische Möglichkeit, technischen Fortschritt künstlich aufzuhalten.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Monopol kann Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In dem Maße, wie Monopolpreise, sei es auch nur vorübergehend, eingeführt werden, verschwindet bis zu einem gewissen Grade der Antrieb zum technischen und folglich auch zu jedem anderen Fortschritt, zur Vorwärtsbewegung; und insofern entsteht die ökonomische Möglichkeit, den technischen Fortschritt künstlich aufzuhalten. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Gewiß kann das Monopol unter dem Kapitalismus die Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten (das ist übrigens einer der Gründe, warum die Theorie des Ultraimperialismus unsinnig ist). Die Möglichkeit, durch technische Verbesserungen die Produktionskosten herabzumindern und die Profite zu erhöhen, begünstigt natürlich Neuerungen. Aber die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis, die dem Monopol eigen ist, wirkt nach wie vor und gewinnt in einzelnen Industriezweigen, in einzelnen Ländern für gewisse Zeitspannen die Oberhand.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Parasitismus und Fäulnis des Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem imperialistischen Finanzkapital heraus entsteht eine Klasse von Menschen, die von den Profiten eines Unternehmens leben kann, jedoch von dessen Produktion vollständig losgelöst sind. Die Welt wird aufgeteilt in Schuldner- und Wucherstaaten. Letztere gewinnen ihre Profite vor allem mittels parasitärer Aneignung. Zunehmende Migration von rückständigen Ländern in imperialistische Länder aufgrund höherer Löhne ist eine Auswirkung dieser Unterteilung. Das Finanzkapital bringt alle Schichten der besitzenden Klassen auf die Seite des Imperialismus. Seine Ideologie dringt als Opportunismus auch in die Arbeiterklasse ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parasitismus, Parasitäre Schicht, Wucherstaaten, Schuldnerstaaten, Migration, Finanzkapital, Ideologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Imperialismus, sein Parasitismus und seine Ideologie, werden von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herausbildung der Schicht der „Rentner“: Aus dem imperialistischen Finanzkapital entsteht die Klasse der &amp;quot;Kuponschneider&amp;quot;, d. h. Menschen, die von der Produktion eines Unternehmens völlig losgelöst sind, jedoch von den Profiten leben, die es abwirft. Ganze Staaten können &amp;quot;Kuponschneiderstaaten&amp;quot; werden und haben damit einen Kapitalismus, der parasitär durch die Ausbeutung anderer Länder lebt. Die Welt wird damit aufgeteilt in Schuldner- und Wucherstaaten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daraus ergibt sich das außergewöhnliche Anwachsen der Klasse oder, richtiger, der Schicht der Rentner, d.h. Personen, die vom ‚Kuponschneiden‘ leben, Personen, die von der Beteiligung an irgendeinem Unternehmen völlig losgelöst sind, Personen, deren Beruf der Müßiggang ist. Die Kapitalausfuhr, eine der wesentlichsten ökonomischen Grundlagen des Imperialismus, verstärkt diese völlige Isolierung der Rentnerschicht von der Produktion noch mehr und drückt dem ganzen Land, das von der Ausbeutung der Arbeit einiger überseeischer Länder und Kolonien lebt, den Stempel des Parasitismus auf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Imperialismus besteht darin, dass immer mehr Profite statt aus dem Verkauf von Waren aus parasitären Formen der Aneignung entspringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Einnahmen der Rentner sind also im ‚handelstüchtigsten‘ Lande der Welt fünfmal so groß wie die Einnahmen aus dem Außenhandel! Das ist das Wesen des Imperialismus und des imperialistischen Parasitismus.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Begriff ‚Rentnerstaat‘ oder Wucherstaat wird daher in der ökonomischen Literatur über den Imperialismus allgemein gebräuchlich. Die Welt ist in ein Häuflein Wucherstaaten und in eine ungeheure Mehrheit von Schuldnerstaaten gespalten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 282}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenz der Migration aus rückständigen Ländern in imperialistische Staaten: Resultat dieser Aufteilung ist außerdem die Tendenz der Einwanderung von Arbeitern aus rückständigeren Ländern in entwickeltere Länder mit höheren Arbeitslöhnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zu den mit dem geschilderten Erscheinungskomplex verknüpften Besonderheiten des Imperialismus gehört die abnehmende Auswanderung aus den imperialistischen Ländern und die zunehmende Einwanderung (Zustrom von Arbeitern und Übersiedlung) in diese Länder aus rückständigeren Ländern mit niedrigeren Arbeitslöhnen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 287}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle besitzenden Klassen innerhalb eines imperialistischen Staates wechseln auf die Seite des Imperialismus, auch Teile der Arbeiterklasse. Dies ist erstens darin begründet, dass das Finanzkapital ein dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, das selbst kleinste Kapitalisten in seine Abhängigkeit bringt. Zweitens bringt die Konkurrenz mit anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen die national verbundenen Finanzgruppen in ein gemeinsames Interesse.&amp;lt;br/&amp;gt;Auch in die Arbeiterklasse dringt die imperialistische Ideologie ein, wie sich an der SPD in Deutschland bereits damals zeigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einerseits die gigantischen Ausmaße des in wenigen Händen konzentrierten Finanzkapitals, das sich ein außergewöhnlich weitverzweigtes und dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, durch das es sich die Masse nicht nur der mittleren und kleinen, sondern selbst der kleinsten Kapitalisten und Unternehmer unterwirft; anderseits der verschärfte Kampf mit den anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen um die Aufteilung der Welt und um die Herrschaft über andere Länder – all dies führt zum geschlossenen Übergang aller besitzenden Klassen auf die Seite des Imperialismus. ‚Allgemeine‘ Begeisterung für seine Perspektiven, wütende Verteidigung des Imperialismus, seine Beschönigung in jeder nur möglichen Weise – das ist das Zeichen der Zeit. Die imperialistische Ideologie dringt auch in die Arbeiterklasse ein. Diese ist nicht durch eine chinesische Mauer von den anderen Klassen getrennt. Wenn die Führer der heutigen sogenannten ‚sozialdemokratischen‘ Partei Deutschlands mit Recht ‚Sozialimperialisten‘ genannt werden, d.h. Sozialisten in Worten, Imperialisten in der Tat, so hat Hobson bereits 1902 in England das Vorhandensein von ‚Fabier-Imperialisten‘ festgestellt, die der opportunistischen ‚Gesellschaft der Fabier‘ angehören.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 290-91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritik des Imperialismus - Kampf gegen den Opportunismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Kritik&amp;quot; am Imperialismus von bürgerlichen Kräften verneint die alles durchdringende Herrschaft des Imperialismus und seine tief liegenden Wurzeln. Einzelheiten werden herausgepickt, und vorgeschlagen ihre negativen Folgen mittels Reformen einzudämmen. Die freie Konkurrenz im Kapitalismus wird im Imperialismus oft bedroht und stark eingeschränkt, was einer der Gründe für die Entstehung einer kleinbürgerlich-demokratischen Opposition zum Imperialismus war. Dieser gehörte auch Kautsky an, der die These des Ultraimperialismus vertrat. Diese besagt, dass an Stelle des Kampfes der nationalen Kapitale untereinander die gemeinsame Ausbeutung der Welt durch das international verbündete Finanzkapital denkbar sei. Dies ist aufgrund des Gesetzes der ungleichen Entwicklung und der Verschärfung der inner-imperialistischen Widersprüche nicht der Fall. Außerdem können Monopole die freie Konkurrenz nicht restlos aufheben. Monopolprofite ermöglichen es jedoch, einen Teil der Abreiterklasse zu bestechen. Dadurch erhält der Opportunismus eine weitere Möglichkeit, sich in der Arbeiterklasse zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Opportunismus, Ultraimperialismus, Ungleichmäßige Entwicklung, Annexion, Unabhängigkeitsbewegung, Arbeiteraristokratie, Imperialismus, Sterbender Kapitalismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unzulänglichkeiten einer bürgerlichen &amp;quot;Kritik&amp;quot; des Imperialismus und der Kampf gegen opportunistische Theorien wie Kautskys Ultraimperialismus werden von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;Kritik&amp;quot; am Imperialismus ist meist seine Apologetik: Die totale Herrschaft des Imperialismus wird verneint, während nebensächliche Formdetails oder völlig unmögliche Reformprojekte in Form von Bankenaufsichten etc. vorgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bürgerliche Gelehrte und Publizisten treten als Verteidiger des Imperialismus gewöhnlich in etwas verkappter Form auf, indem sie die völlige Herrschaft des Imperialismus und seine tiefen Wurzeln vertuschen, dafür aber Einzelheiten und nebensächliche Details in den Vordergrund zu rücken versuchen, um durch ganz unernste ‚Reform‘projekte von der Art einer Polizeiaufsicht über die Trusts oder Banken u.a. die Aufmerksamkeit vom Wesentlichen abzulenken. Seltener treten zynische, offene Imperialisten auf, die den Mut haben, auszusprechen, wie unsinnig es ist, die Grundeigenschaften des Imperialismus reformieren zu wollen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 291}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kernfragen der Kritik des Imperialismus: Vorwärts zur weiteren Verschärfung und Vertiefung der durch den Imperialismus erzeugten Widersprüche oder rückwärts zu deren Abstumpfung?&amp;lt;br/&amp;gt;Die kleinbürgerlich-demokratische Opposition gegen den Imperialismus tritt auf.&amp;lt;br/&amp;gt;Kautsky hat sich mit ihr vereinigt, anstatt ihr entgegen zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Fragen, ob eine Änderung der Grundlagen des Imperialismus durch Reformen möglich sei, ob man vorwärts gehen solle, zur weiteren Verschärfung und Vertiefung der durch ihn erzeugten Widersprüche, oder rückwärts, zu deren Abstumpfung, das sind Kernfragen der Kritik des Imperialismus. Da zu den politischen Besonderheiten des Imperialismus die Reaktion auf der ganzen Linie sowie die Verstärkung der nationalen Unterdrückung in Verbindung mit dem Druck der Finanzoligarchie und mit der Beseitigung der freien Konkurrenz gehören, so tritt mit Beginn des 20. Jahrhunderts in fast allen imperialistischen Ländern eine kleinbürgerlich-demokratische Opposition gegen den Imperialismus auf. Und der Bruch Kautskys und der weitverbreiteten internationalen Strömung des Kautskyanertums mit dem Marxismus besteht gerade darin, daß Kautsky es nicht nur unterlassen, es nicht verstanden hat, dieser kleinbürgerlichen, reformistischen, ökonomisch von Grund aus reaktionären Opposition entgegenzutreten, sondern sich im Gegenteil praktisch mit ihr vereinigt hat.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 292}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Ultraimperialismus besagt, dass an Stelle des Kampfes der nationalen Kapitale untereinander die gemeinsame Ausbeutung der Welt durch das international verbündete Finanzkapital denkbar sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kautsky: ‚… ob es nicht möglich sei, daß die jetzige imperialistische Politik durch eine neue, ultraimperialistische verdrängt werde, die an Stelle des Kampfes der nationalen Finanzkapitale untereinander die gemeinsame Ausbeutung der Welt durch das international verbündete Finanzkapital setzte. Eine solche neue Phase des Kapitalismus ist jedenfalls denkbar. Ob auch realisierbar, das zu entscheiden fehlen noch die genügenden Voraussetzungen.‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 299}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an der Theorie des Ultraimperialismus: Im Imperialismus wird die Aufteilung der Welt nur durch allgemeinwirtschaftliche, militärische und finanzielle Stärke geregelt. Da sich die kapitalistischen Ökonomien der imperialistischen Staaten immer unterschiedlich entwickeln, verändert sich das Kräfteverhältnis zwischen ihnen, Widersprüche sind unvermeidlich. Das Monopol kann die Konkurrenz nicht restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es fragt sich nun, ist die Annahme ‚denkbar‘, daß beim Fortbestehen des Kapitalismus (und diese Bedingung setzt Kautsky gerade voraus) solche Bündnisse {ultraimperialistische Bündnisse} nicht kurzlebig wären, daß sie Reibungen, Konflikte und Kampf in jedweden und allen möglichen Formen ausschließen würden?&amp;lt;br/&amp;gt;Es genügt, diese Frage klar zu stellen, um sie nicht anders als mit Nein zu beantworten. Denn unter dem Kapitalismus ist für die Aufteilung der Interessen- und Einflußsphären, der Kolonien usw. eine andere Grundlage als die Stärke der daran Beteiligten, ihre allgemeinwirtschaftliche, finanzielle, militärische und sonstige Stärke, nicht denkbar. Die Stärke der Beteiligten aber ändert sich ungleichmäßig, denn eine gleichmäßige Entwicklung der einzelnen Unternehmungen. [!] Trusts, Industriezweige und Länder kann es unter dem Kapitalismus nicht geben. Vor einem halben Jahrhundert war Deutschland, wenn man seine kapitalistische Macht mit der des damaligen Englands vergleicht, eine klägliche Null; ebenso Japan im Vergleich zu Rußland. Ist die Annahme ‚denkbar‘, daß das Kräfteverhältnis zwischen den imperialistischen Mächten nach zehn, zwanzig Jahren unverändert geblieben sein wird? Das ist absolut undenkbar.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 300-301}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gewiß kann das Monopol unter dem Kapitalismus die Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten (das ist übrigens einer der Gründe, warum die Theorie des Ultraimperialismus unsinnig ist).| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erwachen des Nationalbewusstseins der vom Imperialismus unterdrückten Völker: der importierte Kapitalismus schafft in den neu erschlossenen Ländern eine Verschärfung der ökonomischen Widersprüche und damit eine Verschärfung des Widerstands der Bevölkerung. Dabei gibt der Imperialismus den Unterdrückten selbst die Mittel ihrer Befreiung an die Hand: die alten Verhältnisse werden ökonomisch und sozial revolutioniert und ermöglichen damit den Übergang dieser Länder in nationale Einheitsstaaten, wie es die bürgerlichen Revolutionen in den heute imperialistischen Ländern bereits vor langer Zeit erreichten.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Ziel der Herstellung des nationalen Einheitsstaates als Mittel der ökonomischen und kulturellen Freiheit wird auch zum Ziel der unterworfenen Nationen.&amp;lt;br/&amp;gt;Imperialismus führt zur Verstärkung der nationalen Unterdrückung und zur Verschärfung des Widerstands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insbesondere verschärfen sich auch die nationale Unterdrückung und der Drang nach Annexionen, d.h. nach Verletzung der nationalen Unabhängigkeit (denn Annexion ist ja nichts anderes als Verletzung der Selbstbestimmung der Nationen). Mit Recht hebt Hilferding den Zusammenhang des Imperialismus mit der Verschärfung der nationalen Unterdrückung hervor. ‚In den neu erschlossenen Ländern selbst aber‘ schreibt er, ‚steigert der importierte Kapitalismus die Gegensätze und erregt den immer wachsenden Widerstand der zu nationalem Bewußtsein erwachenden Völker gegen die Eindringlinge, der sich leicht zu gefährlichen Maßnahmen gegen das Fremdkapital steigern kann. Die alten sozialen Verhältnisse werden völlig revolutioniert, die agrarische, tausendjährige Gebundenheit der ‚geschichtslosen Nationen‘ gesprengt, diese selbst in den kapitalistischen Strudel hineingezogen. Der Kapitalismus selbst gibt den Unterworfenen allmählich die Mittel und Wege zu ihrer Befreiung. Das Ziel, das einst das höchste der europäischen Nationen war, die Herstellung des nationalen Einheitsstaates als Mittel der ökonomischen und kulturellen Freiheit, wird auch zu dem ihren. Diese Unabhängigkeitsbewegung bedroht das europäische Kapital gerade in seinen wertvollsten und aussichtsreichsten Ausbeutungsgebieten, und immer mehr kann es seine Herrschaft nur durch stete Vermehrung seiner Machtmittel erhalten.‘&amp;lt;br/&amp;gt;Es muß hinzugefügt werden, daß der Imperialismus nicht allein in den neu erschlossenen, sondern auch in den alten Ländern zu Annexionen, zur Verstärkung der nationalen Unterdrückung und folglich auch zur Verschärfung des Widerstands führt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 302-303}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herausbildung einer durch Monopolprofite bestochenen Arbeiteraristokratie: Durch die hohen Monopolprofite haben die Kapitalisten die Möglichkeit, einzelne Schichten der Arbeiter zu bestechen, sie von der großen Masse der Arbeiter abzuspalten und sie auf ihre Seite zu ziehen. &lt;br /&gt;
Diese Tendenz wird durch den verschärften Antagonismus zwischen den imperialistischen Nationen wegen der Aufteilung der Welt noch verstärkt. So entsteht der Zusammenhang von Imperialismus und Opportunismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Imperialismus, der die Aufteilung der Welt und die Ausbeutung nicht allein Chinas bedeutet, der monopolistisch hohe Profite für eine Handvoll der reichsten Länder bedeutet, schafft die ökonomische Möglichkeit zur Bestechung der Oberschichten des Proletariats und nährt, formt und festigt dadurch den Opportunismus.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 286}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Imperialismus hat die Tendenz, auch unter den Arbeitern privilegierte Kategorien auszusondern und sie von der großen Masse des Proletariats abzuspalten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 288}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbürgerung des Proletariats. Entstehung einer Arbeiteraristokratie. Gewerkschaftsführungen, die von Bourgeoisie gekauft sind oder von ihr bezahlten Leuten geführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Engels schrieb z.B. am 7. Oktober 1858 an Marx, ‚… daß das englische Proletariat faktisch mehr und mehr verbürgert, so daß diese bürgerlichste aller Nationen es schließlich dahin bringen zu wollen scheint, eine bürgerliche Aristokratie und ein bürgerliches Proletariat neben der Bourgeoisie zu besitzen. Bei einer Nation, die die ganze Welt exploitiert, ist das allerdings gewissermaßen gerechtfertigt.‘ (Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd. 29, S. 358) Fast ein Vierteljahrhundert später, in seinem Brief vom 11. August 1881, spricht er von Gewerkschaften, ‚welche nur mit jenen schlechtesten englischen vergleichbar sind, die es zulassen, sich von an die Bourgeoisie verkauften oder zumindest von ihr bezahlten Leuten führen zu lassen‘. (Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd. 35, S. 20) Und in einem Brief an Kautsky vom 12. September 1882 schreibt Engels: ‚Sie fragen mich, was die englischen Arbeiter von der Kolonialpolitik denken? Nun, genau dasselbe, was sie von der Politik überhaupt denken … Es gibt hier ja keine Arbeiterpartei, es gibt nur Konservative und Liberal-Radikale, und die Arbeiter zehren flott mit von dem Weltmarkts- und Kolonialmonopol Englands.‘ (Dasselbe sagt Engels auch im Vorwort zur zweiten Auflage der ''Lage der arbeitenden Klasse in England'' 1892.)| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 288-289}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dadurch, daß die Kapitalisten eines Industriezweiges unter vielen anderen oder eines Landes unter vielen anderen usw. hohe Monopolprofite herausschlagen, bekommen sie ökonomisch die Möglichkeit, einzelne Schichten der Arbeiter, vorübergehend sogar eine ziemlich bedeutende Minderheit der Arbeiter zu bestechen und sie auf die Seite der Bourgeoisie des betreffenden Industriezweiges oder der betreffenden Nation gegen alle übrigen hinüberzuziehen. Diese Tendenz wird durch den verschärften Antagonismus zwischen den imperialistischen Nationen wegen der Aufteilung der Welt noch verstärkt. So entsteht der Zusammenhang von Imperialismus und Opportunismus, der sich am frühesten und krassesten in England auswirkte, weil dort gewisse imperialistische Züge der Entwicklung bedeutend früher als in anderen Ländern zutage traten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 306-307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Platz des Imperialismus in der Geschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Monopolkapitalismus verschärft die Widersprüche in der geschichtlichen Übergangsperiode zwischen der kapitalistischen und einer höheren ökonomischen Gesellschaftsform. Er ist aufgrund seiner ökonomischen Basis also sterbender Kapitalismus. Die Vergesellschaftung der Produktion schreitet voran, während Privatwirtschaft und Privateigentum eine Hülle  der Produktionsweise darstellen, die ihrem Inhalt nicht mehr entspricht. Daraus entsteht die Fäulnistendenz des Imperialismus, welche sich allerdings über eine lange Zeit hinweg halten kann und ein rasches Wachstum der Produktivkräfte nicht ausschließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Imperialismus, Sterbender Kapitalismus, Fäulnis, Parasitismus, Wucherstaaten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Platz des Imperialismus in der Geschichte wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Platz des Imperialismus ist der Übergang von der kapitalistischen zu einer höheren ökonomischen Gesellschaftsform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben gesehen, daß der Imperialismus seinem ökonomischen Wesen nach Monopolkapitalismus ist. Schon dadurch ist der historische Platz des Imperialismus bestimmt, denn das Monopol, das auf dem Boden freien Konkurrenz und eben aus der freien Konkurrenz erwächst, bedeutet den Übergang von der kapitalistischen zu einer höheren ökonomischen Gesellschaftsformation.&amp;lt;br&amp;gt;Erstens: Das Monopol ist aus der Konzentration der Produktion auf einer sehr hohen Stufe ihrer Entwicklung erwachsen. Das sind die Monopolverbände der Kapitalisten, die Kartelle. Syndikate und Trusts. Wir sahen, welch gewaltige Rolle sie im heutigen Wirtschaftsleben spielen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewannen sie in den fortgeschrittenen Ländern das völlige Übergewicht, und wenn die ersten Schritte auf dem Wege der Kartellierung zuerst von Ländern mit hohen Schutzzöllen (Deutschland, Amerika) getan wurden, so hat England mit seinem Freihandelssystem nur wenig später dieselbe grundlegende Tatsache aufzuweisen: die Entstehung der Monopole aus der Konzentration der Produktion.&amp;lt;br&amp;gt;Zweitens: Die Monopole haben in verstärktem Maße zur Besitzergreifung der wichtigsten Rohstoffquellen geführt, besonders in der ausschlaggebenden und am meisten kartellierten Industrie der kapitalistischen Gesellschaft: der Kohlen- und Eisenindustrie. Die monopolistische Beherrschung der wichtigsten Rohstoffquellen hat die Macht des Großkapitals ungeheuer gesteigert und den Gegensatz zwischen der kartellierten und nichtkartellierten Industrie verschärft.&amp;lt;br&amp;gt;Drittens: Das Monopol ist aus den Banken erwachsen. Diese haben sich aus bescheidenen Vermittlungsunternehmungen zu Monopolisten des Finanzkapitals gewandelt. Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine ‚Personalunion‘ hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt – das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304-305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschärfung der Gegensätze ist die mächtigste Triebkraft der geschichtlichen Übergangsperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie sehr der monopolistische Kapitalismus alle Widersprüche des Kapitalismus verschärft hat, ist allgemein bekannt. Es genügt, auf die Teuerung und auf den Druck der Kartelle hinzuweisen. Diese Verschärfung der Gegensätze ist die mächtigste Triebkraft der geschichtlichen Übergangsperiode, die mit dem endgültigen Sieg des internationalen Finanzkapitals ihren Anfang genommen hat.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Imperialismus als vergesellschafteter Übergangskapitalismus und sterbender Kapitalismus: Der Imperialismus ist sterbender Kapitalismus, da er bei vollständiger Vergesellschaftung der Produktion privatwirtschaftliche und Privateigentumsverhältnisse beibehält, was unvermeidlich in Fäulnis übergehen muss. Diese Fäulnistendenz schließt kein rasches Wachstum des Kapitalismus aus und kann sich lange halten, wird aber unvermeidlich beseitigt werden.&lt;br /&gt;
Deswegen sprechen wir vom Übergangskapitalismus. Privateigentumsverhältnisse bilden eine Hülle, die dem Inhalt nicht mehr entspricht. Sie muss in Fäulnis übergehen, wenn ihre Beseitigung künstlich verzögert wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber diese Hülle kann sich lange in Fäulniszustand halten.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Hülle (= Privateigentumsverhältnisse) entspricht dem Inhalt nicht mehr, weil dieser die Vergesellschaftung der Produktion ist. Ein rasches Wachstum des Kapitalismus ist trotz Fäulnistendenzen nicht ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus allem, was über das ökonomische Wesen des Imperialismus gesagt wurde, geht hervor, daß er charakterisiert werden muß als Übergangskapitalismus oder, richtiger, als sterbender Kapitalismus. Höchst aufschlußreich ist in dieser Hinsicht, daß die Schlagworte der bürgerlichen Ökonomen, die den jüngsten Kapitalismus beschreiben, ‚Verflechtung‘, ‚Fehlen der Isoliertheit‘ usw. heißen; die Banken seien ‚Unternehmungen, die nach ihren Aufgaben und nach ihrer Entwicklung nicht einen rein privatwirtschaftlichen Charakter haben und die immer mehr aus der Sphäre der rein privatrechtlichen Regelung herauswachsen‘. Und derselbe Riesser, von dem diese Worte stammen, erklärt mit todernster Miene, daß sich die ‚Voraussage‘ der Marxisten über die ‚Vergesellschaftung‘ ‚nicht verwirklicht‘ habe!|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – dann wird es offensichtlich, daß wir es mit einer Vergesellschaftung der Produktion zu tun haben und durchaus nicht mit einer bloßen ‚Verflechtung‘; daß privatwirtschaftliche und Privateigentumsverhältnisse eine Hülle darstellen, die dem Inhalt bereits nicht mehr entspricht und die daher unvermeidlich in Fäulnis übergehen muß, wenn ihre Beseitigung künstlich verzögert wird, eine Hülle, die sich zwar verhältnismäßig lange in diesem Fäulniszustand halten kann (wenn schlimmstenfalls die Gesundung von dem opportunistischen Geschwür auf sich warten lassen sollte), die aber dennoch unvermeidlich beseitigt werden wird.|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 308}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Monopole, Oligarchie, das Streben nach Herrschaft statt nach Freiheit, die Ausbeutung einer immer größeren Anzahl kleiner oder schwacher Nationen durch ganz wenige reiche oder mächtige Nationen – all das erzeugte jene Merkmale des Imperialismus, die uns veranlassen, ihn als parasitären oder in Fäulnis begriffenen Kapitalismus zu kennzeichnen. Immer plastischer tritt als eine Tendenz des Imperialismus die Bildung des ‚Rentnerstaates‘, des Wucherstaates hervor, dessen Bourgeoisie in steigendem Maße von Kapitalexport und ‚Kuponschneiden‘ lebt. Es wäre ein Fehler, zu glauben, daß diese Fäulnistendenz ein rasches Wachstum des Kapitalismus ausschließt; […].|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx-Engels-Werke 25: [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Kapital, Dritter Band (1894)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lenin, W.I. (1917): [https://kommunistische-geschichte.de/LeninWerke/LW22.pdf Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus. LW 22]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Alte Grundannahmen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Konzentration der Produktion und Monopole===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration der Produktion sind die durch das ungeheure Wachstum der Industrie immer größer werdenden Betriebe; das Enstehen von Großbetrieben. Gerade durch das Riesenausmaß der Betriebe wird die Konkurrenz erschwert und die Tendenz zum Monopol erzeugt. ''Monopol'' , Alleinhandel, Alleinbesitz (Gegens.: ''freie Konkurrenz'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monopol, Imperialismus, Konzentration, Zentralisation, Kombination, Vereinigung, Industriezweige, Profitrate, Extraprofit, Monopolbildung, Konzentration der Produktion, Marx, Form der Monopole, Ablösung alter Kapitalismus, Konkurrenz, freie Konkurrenz, Kartell, Verbände, Monopolverbände, Vergesellschaftung der Produktion, Warenproduktion, Krisen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration der Produktion und die Tendenz zum Monopol wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die freie Konkurrenz erzeugt die Konzentration und Zentralisation der Produktion und führt selbst dicht zum Monopol. Die Verwandlung der Konkurrenz in das Monopol ist die wichtigste Erscheinung in der Ökonomik des modernen Kapitalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einige zehntausend Großbetriebe sind alles; Millionen von Kleinbetrieben sind nichts. […] Das Geldkapital und die Banken machen, wie wir sehen werden, dieses Übergewicht eines Häufleins von Großbetrieben noch erdrückender, und zwar im buchstäblichen Sinne des Wortes, d.h., Millionen kleiner, mittlerer und sogar zum Teil großer ‚Unternehmer‘ sind in Wirklichkeit von einigen hundert Millionären der Hochfinanz völlig unterjocht. […] Fast die Hälfte der Gesamtproduktion aller Betriebe des Landes liegt in den Händen eines Hundertstels der Gesamtzahl der Betriebe! Und diese dreitausend Riesenbetriebe umfassen 258 Industriezweige. Daraus erhellt, daß die Konzentration auf einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung sozusagen von selbst dicht an das Monopol heranführt. Denn einigen Dutzend Riesenbetrieben fällt es leicht, sich untereinander zu verständigen, während anderseits gerade durch das Riesenausmaß der Betriebe die Konkurrenz erschwert und die Tendenz zum Monopol erzeugt wird. Diese Verwandlung der Konkurrenz in das Monopol ist eine der wichtigsten Erscheinungen – wenn nicht die wichtigste – in der Ökonomik des modernen Kapitalismus, […].| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 201-202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des Imperialismus sei die Kombination, d. h. die Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem Unternehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] und anderseits ist eine äußerst wichtige Besonderheit des Kapitalismus, der die höchste Entwicklungsstufe erreicht hat, die sogenannte ''Kombination'', d.h. die Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem einzigen Unternehmen; diese Industriezweige bilden entweder aufeinanderfolgende Stufen der Verarbeitung des Rohstoffs (z.B. Gewinnung von Roheisen aus Erz, seine Verarbeitung zu Stahl und unter Umständen auch die Erzeugung dieser oder jener Stahlfabrikate) oder spielen in bezug [!] aufeinander eine Hilfsrolle (z.B. Verarbeitung von Abfällen oder Nebenprodukten; Herstellung von Verpackungsmaterial usw.).| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination gleiche Konjunkturunterschiede aus, sie bewirke eine stetigere Profitrate, ermögliche Extraprofite durch technische Neuerungen. Das kombinierte Werk hat eine besondere Stellung gegenüber dem „reinen“ Werk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |‚… die Kombination‘, schreibt Hilferding, ‚gleicht Konjunkturunterschiede aus und bewirkt daher für das kombinierte Werk eine größere Stetigkeit der Profitrate. Zweitens bewirkt die Kombination Ausschaltung des Handels. Drittens bewirkt sie die Möglichkeit technischer Fortschritte und damit die Erlangung von Extraprofit gegenüber dem ‚reinen‘‘ (d.h. nicht kombinierten) ‚Werk. Viertens stärkt sie die Stellung des kombinierten Werkes gegenüber dem ‚reinen‘ im Konkurrenzkampf zur Zeit einer starken Depression‘ (Geschäftsstockung, Krise), ‚wenn die Senkung der Rohmaterialpreise nicht Schritt hält mit der Senkung der Fabrikatspreise.‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration der Produktion und des Kapitals hat eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht, dass sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
Die Monopolbildung ist ein allgemeines Grundgesetz des Kapitalismus in seinem heutigen Stadium.&amp;lt;br/&amp;gt;Unterschiede zwischen einzelnen kapitalistischen Ländern sind nur unwesentliche Unterschiede in der Form der Monopole oder der Zeit ihres Aufkommens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Vor einem halben Jahrhundert, als Marx sein ‚Kapital‘ schrieb, erschien der überwiegenden Mehrheit der Ökonomen die freie Konkurrenz als ein ‚Naturgesetz‘. Die offizielle Wissenschaft versuchte das Werk von Marx totzuschweigen, der durch seine theoretische und geschichtliche Analyse des Kapitalismus bewies, daß die freie Konkurrenz die Konzentration der Produktion erzeugt, diese Konzentration aber auf einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung zum Monopol führt. Das Monopol ist jetzt zur Tatsache geworden. Die Ökonomen schreiben Berge von Büchern, beschreiben die einzelnen Erscheinungsformen des Monopols und verkünden nach wie vor einstimmig, daß der ‚Marxismus widerlegt‘ sei. Aber Tatsachen sind ein hartnäckig Ding, sagt ein englisches Sprichwort, und man muß ihnen wohl oder übel Rechnung tragen. Die Tatsachen zeigen, daß die Unterschiede zwischen einzelnen kapitalistischen Ländern, z.B. in bezug [!] auf Schutzzoll oder Freihandel, bloß unwesentliche Unterschiede in der Form der Monopole oder in der Zeit ihres Aufkommens bedingen, während die Entstehung der Monopole infolge der Konzentration der Produktion überhaupt ein allgemeines Grundgesetz des Kapitalismus in seinem heutigen Entwicklungsstadium ist.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ablösung des alten Kapitalismus durch den Imperialismus fand Anfang des 20. Jahrhunderts statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Für Europa läßt sich die Zeit der endgültigen Ablösung des alten Kapitalismus durch den neuen ziemlich genau feststellen. Es ist der Anfang des 20. Jahrhunderts.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kartelle vereinbaren Verkaufsbedingungen, Zahlungstermine und verteilen die Absatzgebiete untereinander. Sie bestimmen die Menge der zu erzeugenden Produkte. Sie setzen die Preise fest. Sie verteilen den Profit unter die einzelnen Unternehmungen. Historisch entwickeln sich die ersten Kartelle ab der Krise von 1873 und werden am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer der Grundlagen des ganzen Wirtschaftslebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die wichtigsten Ergebnisse der Geschichte der Monopole sind demnach: 1. In den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts die höchste, äußerste Entwicklungsstufe der freien Konkurrenz; kaum merkliche Ansätze zu Monopolen. 2. Nach der Krise von 1873 weitgehende Entwicklung von Kartellen, die aber noch Ausnahmen, keine dauernden, sondern vorübergehende Erscheinungen sind. 3. Aufschwung am Ende des 19. Jahrhunderts und Krise von 1900-1903: Die Kartelle werden zu einer der Grundlagen des ganzen Wirtschaftslebens. Der Kapitalismus ist zum Imperialismus geworden.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Kartelle vereinbaren Verkaufsbedingungen, Zahlungstermine u.a. Sie verteilen die Absatzgebiete untereinander. Sie bestimmen die Menge der zu erzeugenden Produkte. Sie setzen die Preise fest. Sie verteilen den Profit unter die einzelnen Unternehmungen usw.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wandelt sich zum Monopol, auch die qualifizierten Arbeitskräfte werden monopolisiert. Die Folge ist die Vergesellschaftung der Produktion, insbesondere der technischen Erfindungen und Vervollkommnungen. Der Kapitalismus führt in seinem imperialistischen Stadium also bis an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet. Obwohl die Produktion vergesellschaft wird, bleibt die Aneignung privat, denn die gesellschaftlichen Produktionsmittel bleiben Privateigentum einer kleinen Anzahl von Personen. Auch bleibt die freie Konkurrenz mit den entstehenden Monopolen formal bestehen, sodass sich der Druck der Monopole auf die übrige Bevölkerung verstärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Darauf schloß 1905 die eine Gruppe und 1908 die andere eine Konvention mit noch je einem Großbetrieb. So entstanden zwei ‚Dreiverbände‘ mit einem Kapital von je 40-50 Millionen Mark, und zwischen diesen ‚Verbänden‘ hat bereits eine ‚Annäherung‘ in Form von ‚Verträgen‘ über Preise usw. begonnen. &amp;lt;br/&amp;gt;Die Konkurrenz wandelte sich zum Monopol. Die Folge ist ein gigantischer Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion. Im besonderen wird auch der Prozeß der technischen Erfindungen und Vervollkommnungen vergesellschaftet. Das ist schon etwas ganz anderes als die alte freie Konkurrenz zersplitterter Unternehmer, die nichts voneinander wissen und für den Absatz auf unbekanntem Markte produzieren. Die Konzentration ist so weit fortgeschritten, daß man einen ungefähren Überschlag aller Rohstoffquellen (beispielsweise der Eisenerzvorkommen) in dem betreffenden Lande und sogar, wie wir sehen werden, in einer Reihe von Ländern, ja in der ganzen Welt machen kann. Ein solcher Überschlag wird nicht nur gemacht, sondern die riesigen Monopolverbände bemächtigen sich dieser Quellen und fassen sie in einer Hand zusammen. Es wird eine annähernde Berechnung der Größe des Marktes vorgenommen, der durch vertragliche Abmachungen unter diese Verbände ‚aufgeteilt‘ wird. Die qualifizierten Arbeitskräfte werden monopolisiert, die besten Ingenieure angestellt, man bemächtigt sich der Verkehrswege und -mittel – der Eisenbahnen in Amerika, der Schiffahrtsgesellschaften in Europa und in Amerika. In seinem imperialistischen Stadium führt der Kapitalismus bis dicht an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine Art neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Produktion wird vergesellschaftet, die Aneignung jedoch bleibt privat. Die gesellschaftlichen Produktionsmittel bleiben Privateigentum einer kleinen Anzahl von Personen. Der allgemeine Rahmen der formal anerkannten freien Konkurrenz bleibt bestehen, und der Druck der wenigen Monopolinhaber auf die übrige Bevölkerung wird hundertfach schwerer, fühlbarer, unerträglicher.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209-210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalismus sei so weit entwickelt, dass die Warenproduktion zwar weiter als Grundlage der Wirtschaft gelte, sie jedoch bereits untergraben sei, weil die Hauptprofite  den Finanzmachenschaften und Spekulanten zufallen. Auf dieser Basis möchte die kleinbürgerlich-reaktionäre Kritik am Kapitalismus zu einer vermeintlich friedlichen Konkurrenz zurückzukehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalismus ist so weit entwickelt, daß die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor ‚herrscht‘ und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den ‚Genies‘ der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, die sich bis zu dieser Vergesellschaftung emporgearbeitet hat, kommt den – Spekulanten zugute. Wir werden weiter unten sehen, wie ‚auf dieser Grundlage‘ die kleinbürgerlich-reaktionäre Kritik des kapitalistischen Imperialismus von einer Rückkehr zur ‚freien‘ [!] ‚friedlichen‘, ‚ehrlichen‘ Konkurrenz träumt.|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kartelle können Krisen nicht verhindern. Im Gegenteil verschärft das Monopol den inherenten chaotischen Charakter der kapitalistischen Produktion.&amp;lt;br/&amp;gt;Krisen, insbesondere ökonomische, verstärken im hohen Maß die Tendenz zur Konzentration und zum Monopol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ausschaltung der Krisen durch die Kartelle ist ein Märchen bürgerlicher Ökonomen. [!] die den Kapitalismus um jeden Preis beschönigen wollen. Im Gegenteil, das Monopol, das in einigen Industriezweigen entsteht, verstärkt und verschärft den chaotischen Charakter, der der ganzen kapitalistischen Produktion in ihrer Gesamtheit eigen ist. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die Krisen – jeder Art, am häufigsten ökonomische Krisen, aber nicht nur diese allein – verstärken aber ihrerseits in ungeheurem Maße die Tendenz zur Konzentration und zum Monopol.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 212-213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Banken und ihre neue Rolle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegende und ursprüngliche Rolle der Banken ist die Zahlungsvermittlung. Indem die Banken jedoch die Geldeinkünfte sammeln und wieder unter der Kapitalistenklasse verteilen, verwandeln sie brachliegendes Geldkapital in proftitbringendes Kapital. Dadurch wachsen die Banken von bescheidenen Vermittlern zu allmächtigen Monopolinhabern an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation des Kapitals, Banken, Merkmal, Beteiligungssystem, Konzentration des Kapitals, Personalunion, Verschmelzung, Finanzkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
Die neue Rolle der Banken wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst waren Banken Zahlungsvermittler. In Deutschland vollzog sich die Konzentration des Bankwesens Ende des 19. Jahrhunderts sehr schnell. Durch die Unterwerfung kleinerer Banken entstehen auch hier Monopole.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Zentralisation des Kapitals in wenigen Banken ist eine wesentliche Entwicklung im Imperialismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Verwandlung zahlreicher bescheidener Vermittler in ein Häuflein Monopolisten bildet einen der Grundprozesse des Hinüberwachsens des Kapitalismus in den kapitalistischen Imperialismus, und deshalb müssen wir in erster Linie bei der Konzentration des Bankwesens verweilen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist klar, daß eine Bank, die an der Spitze einer solchen Gruppe steht und mit einem halben Dutzend anderer ihr wenig nachstehender Banken zum Zwecke besonders großer und vorteilhafter Finanzoperationen, wie z B. [!] Staatsanleihen, eine Verbindung eingeht, bereits über die bloße ‚Vermittler‘rolle hinausgewachsen ist und sich in eine Vereinigung eines Häufleins von Monopolisten verwandelt hat.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit welcher Schnelligkeit sich gerade Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die Konzentration des Bankwesens in Deutschland vollzog, ist aus den folgenden, hier gekürzt wiedergegebenen Angaben Riessers zu ersehen:| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 216-217}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;6 Berliner Großbanken hatten&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Jahr !! Niederlassungen in Deutschland !! Depositenkassen und Wechselstuben !! Ständige Beteiligungen an deutschen Aktienbanken !! Summe der Anstalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1895 || 16 || 14 || 1 || 42&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1900 || 21 || 40 || 8 || 80&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1911 || 104 || 276 || 63 || 450&lt;br /&gt;
|}''Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 217}}''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Merkmal der modernen Monopolisierung im Bankwesen,im Unterschied zum klassischen Verschlingen der Zentralisation, ist die Konzernbildung, d.h. das Angliedern von kleinen Banken anhand von Kapitalbeteiligung, z.B. durch Aufkauf oder Austausch von Aktien oder durch ein System von Schuldverhältnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben den Hinweis auf die ‚angegliederten‘ Banken hervorgehoben, denn das gehört zu einem der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der modernen kapitalistischen Konzentration. Die großen Unternehmungen, besonders die Banken, verschlingen nicht nur unmittelbar die kleinen, sondern ‚gliedern‘ sie sich an, unterwerfen sie, schließen sie in ‚ihre‘ Gruppe, ihren ‚Konzern‘ – wie der technische Ausdruck lautet – ein durch ‚Beteiligung‘ an ihrem Kapital, durch Aufkauf oder Austausch von Aktien, durch ein System von Schuldverhältnissen usw. usf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das entstehende dichte Bankennetz im Land erscheint wie eine Dezentralisation. In Wirklichlichkeit werden die lokal begrenzten Banken einem Zentrum unterworfen. Es handelt sich also um Zentralisation, und damit um eine Steigerung der Rolle und Bedeutung der Macht der Monopolriesen.&amp;lt;br/&amp;gt;Eine Großbank hat dementsprechend nicht nur eine technische Rolle, sondern unterwirft sich Handels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft durch die Kontrolle von und Informationen über Bankverbindungen und Finanzoperationen, sowie die Vergabe von Krediten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sehen, wie schnell ein dichtes Netz von Kanälen entsteht, die das ganze Land überziehen, sämtliche Kapitalien und Geldeinkünfte zentralisieren und Tausende und aber Tausende von zersplitterten Wirtschaften in eine einzige gesamtnationale kapitalistische Wirtschaft und schließlich in die kapitalistische Weltwirtschaft verwandeln. Jene ‚Dezentralisation‘, von der Schulze-Gaevernitz als Vertreter der bürgerlichen politischen Ökonomie unserer Tage in dem oben angeführten Zitat spricht, besteht in Wirklichkeit darin, daß zunehmend immer mehr früher verhältnismäßig ‚selbständige‘ oder, richtiger gesagt, lokal begrenzte Wirtschaftseinheiten einem einzigen Zentrum unterworfen werden.&amp;lt;br/&amp;gt;In Wirklichkeit ist das also eine Zentralisation, eine Steigerung der Rolle, der Bedeutung, der Macht der Monopolriesen. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Diese einfachen Zahlen zeigen wohl anschaulicher als langatmige Betrachtungen, wie sich mit der Konzentration des Kapitals und dem Wachstum des Umsatzes die Bedeutung der Banken von Grund aus ändert. Aus den zersplitterten Kapitalisten entsteht ein einziger kollektiver Kapitalist. Die Bank, die das Kontokorrent für bestimmte Kapitalisten führt, übt scheinbar eine rein technische, eine bloße Hilfsoperation aus. Sobald aber diese Operation Riesendimensionen annimmt, zeigt sich, daß eine Handvoll Monopolisten sich die Handels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft unterwirft, indem sie – durch die Bankverbindungen, Kontokorrente und andere Finanzoperationen – die Möglichkeit erhält, sich zunächst über die Geschäftslage der einzelnen Kapitalisten genau zu informieren, dann sie zu kontrollieren, sie durch Erweiterung oder Schmälerung, Erleichterung oder Erschwerung des Kredits zu beeinflussen und schließlich ihr Schicksal restlos zu bestimmen, die Höhe ihrer Einkünfte zu bestimmen, ihnen Kapital zu entziehen oder ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Kapital rasch und in großem Umfang zu erhöhen usw.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 217-218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Banken entsteht der Form nach eine Buchführung und eine Verteilung der Produktionsmittel der gesamten Kapitalistenklasse. Formal gesehen erwächst aus den modernen Banken sogar eine allgemeine Verteilung der Produktionsmittel, denn sie sammeln auch Geldeinkünfte der kleinen Unternehmer, der Angestellten und einer winzigen oberen Schicht der Arbeiter.&amp;lt;br/&amp;gt;Ihrem Inhalt nach ist die Verteilung der Produktionsmittel jedoch keineswegs allgemein, sondern privat und den Interessen des großen monopolistischen Kapitals angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit den Banken ist ‚die Form einer allgemeinen Buchführung und Verteilung der Produktionsmittel auf gesellschaftlicher Stufenleiter gegeben, aber auch nur die Form‘, schrieb Marx vor einem halben Jahrhundert im ‚Kapital‘ (russ. Übersetzung Bd. III. Teil II, S. 144). Die von uns angeführten Daten über das Wachstum des Bankkapitals, über die Zunahme der Zahl der Filialen und Zweigstellen der Großbanken, der Zahl ihrer Konten usw. zeigen uns konkret diese ‚allgemeine Buchführung‘ der ganzen Klasse der Kapitalisten und sogar nicht nur der Kapitalisten allein, denn die Banken sammeln, sei es auch nur vorübergehend, alle möglichen Geldeinkünfte, sowohl der kleinen Unternehmer als auch der Angestellten und einer winzigen Oberschicht der Arbeiter. Eine ‚allgemeine Verteilung der Produktionsmittel‘ – das ist es, was formal gesehen aus den modernen Banken erwächst, von denen drei bis sechs Großbanken in Frankreich und sechs bis acht in Deutschland über Milliarden und aber Milliarden verfügen. Ihrem Inhalt nach aber ist diese Verteilung der Produktionsmittel keineswegs ‚allgemein‘, sondern privat, d.h., sie ist den Interessen des großen in erster Linie des allergrößten, monopolistischen Kapitals angepaßt, das unter Verhältnissen operiert, wo die Masse der Bevölkerung ein Hungerdasein fristet, die ganze Entwicklung der Landwirtschaft hinter der Entwicklung der Industrie hoffnungslos zurückbleibt und die ‚Schwerindustrie‘ sich alle übrigen Zweige der Industrie tributpflichtig macht.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken treten mit Industrie und Regierungen in eine Personalunion. Es findet eine gegenseitige Verschmelzung durch Aktienbesitz und Aufsichtsräte statt, da ihre Geschäftskalkulationen zu denen der Industrie und schließlich der gesamten Gesellschaft werden. Dafür werden Staatsbeamte in Aufsichtsräte von Banken geholt und genauso Banker in die Behörden gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zugleich entwickelt sich sozusagen eine Personalunion der Banken mit den größten Industrie- und Handelsunternehmungen, eine beiderseitige Verschmelzung durch Aktienbesitz, durch Eintritt der Bankdirektoren in die Aufsichtsräte (oder die Vorstände) der Handels- und Industrieunternehmungen und umgekehrt. Der deutsche Ökonom Jeidels hat über diese Art der Konzentration von Kapitalien und Unternehmungen genaue Daten gesammelt. […]&amp;lt;br/&amp;gt; Die ‚Personalunion‘ der Banken mit der Industrie findet ihre Ergänzung in der ‚Personalunion‘ der einen wie der anderen Gesellschaften mit der Regierung. Jeidels schreibt: ‚Freiwillig werden Aufsichtsratsstellen gewährt an Personen mit gutklingenden Namen, auch ehemaligen Staatsbeamten, die im Verkehr mit den Behörden manche Erleichterung (!!) schaffen können‘ … ‚Im Aufsichtsrat einer Großbank sieht man gewöhnlich … ein Parlamentsmitglied oder ein Mitglied der Berliner Stadtverwaltung‘.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehungsgeschichte und der Inhalt des Begriffs des Finanzkapitals ist die Konzentration der Produktion, der daraus erwachsenden Monopole und die Verschmelzung der Banken mit der Industrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Konzentration der Produktion, daraus erwachsende Monopole, Verschmelzung oder Verwachsen der Banken mit der Industrie – das ist die Entstehungsgeschichte des Finanzkapitals und der Inhalt dieses Begriffs.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Finanzkapital und Finanzoligarchie===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital ist nicht nur Kapital in der Verfügung der Banken und in der Verwendung der Industriellen. Im Lichte der Monopolisierung ist Finanzkapital die Verschmelzung oder das Verwachsen der Banken mit der Industrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaft, Beteiligungssystem, Finanzkapital, Finanzoligarchie, Krisen, Spekulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung des Finanzkapitals wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kontrolle einer Aktiengesellschaft ist bereits ein bestimmter Anteil am Aktienbesitz ausreichend, denn zersplitterte Kleinaktionäre haben wenig Einflussmöglichkeiten.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Verteilung von Anteilen an einer Aktiengesellschaft unter mehreren Aktionären nennt sich Beteiligungssystem. Die Beteiligung erscheint wie eine Demokratisierung des Aktienbesitzes, ist in Wirklichkeit jedoch ein Mittel, um die Macht der Finanzoligarchie zu vergrößern. Schließlich schützt die formale Selbstständigkeit der Tochtergesellschaften die Finanzoligarchie im Falle legal ambivalenter Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In Wirklichkeit aber zeigt die Erfahrung, daß der Besitz von 40% der Aktien genügt, um die Kontrolle über eine Aktiengesellschaft zu haben, denn ein gewisser Teil der zersplitterten Kleinaktionäre hat in der Praxis gar nicht die Möglichkeit, an den Generalversammlungen teilzunehmen usw. Die ‚Demokratisierung‘ des Aktienbesitzes, von der bürgerliche Sophisten und opportunistische ‚Auch-Sozialdemokraten‘ eine ‚Demokratisierung des Kapitals‘, eine Zunahme der Rolle und Bedeutung der Kleinproduktion usw. erwarten (oder zu erwarten vorgeben), ist in Wirklichkeit eines der Mittel, die Macht der Finanzoligarchie zu vermehren. Aus diesem Grunde läßt übrigens in den fortgeschritteneren oder älteren und ‚erfahreneren‘ kapitalistischen Ländern die Gesetzgebung kleinere Aktien zu. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Aber das ‚Beteiligungssystem‘ dient nicht nur dazu, die Macht der Monopolisten riesenhaft zu vermehren, es ermöglicht außerdem, jede Art von dunklen und schmutzigen Geschäften straflos zu betreiben und das Publikum zu schröpfen, denn formell, nach dem Gesetz, sind die Leiter der ‚Muttergesellschaft‘ für die ‚Tochtergesellschaft‘ nichtverantwortlich, die als ‚selbständig‘ gilt und vermittels derer sich alles ‚drehen‘ läßt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 231-232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwaltungen der Aktiengesellschaften gehen viel eher Risiken ein, weil sie die Möglichkeit haben, sich durch Abstoßen des Aktienbesitzes aus einem krisenhaften Industriezweig einfach zurückzuziehen. Sie tragen rechtlich keinerlei Verantwortung für diesen. Profite ziehen sie trotzdem aus ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieses Musterbeispiel einer im Aktienwesen ganz alltäglichen Bilanz-Equilibristik macht es verständlich, warum die Verwaltungen von Aktiengesellschaften Risiken im allgemeinen viel leichteren Herzens auf sich nehmen als Privatunternehmer. Die moderne Bilanztechnik macht es ihnen nicht nur leicht, das eingegangene Risiko dem Auge des Durchschnitts-Aktionärs zu verhüllen, sondern sie gestattet den Hauptinteressenten auch, sich den Folgen eines verfehlten Experiments durch rechtzeitige Fortgabe ihres Aktienbesitzes zu entziehen, während der Privatunternehmer bei allem, was er tut, seine eigene Haut zu Markte trägt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 233}}&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Konzentration des Finanzkapitals in wenigen Händen zieht es kolossale Profite aus Gründungen, Emissionsgeschäften, Staatsanleihen etc.&lt;br /&gt;
Durch die Kontrolle der gesamten Wirtschaft mitsamt des Staatshaushaltes (z. B. über Staatsanleihen) legt die Finanzoligarchie der Gesellschaft einen schweren Tribut auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital, das in wenigen Händen konzentriert ist und faktisch eine Monopolstellung einnimmt, zieht kolossale und stets zunehmende Profite aus Gründungen, aus dem Emissionsgeschäft, aus Staatsanleihen usw., verankert die Herrschaft der Finanzoligarchie und legt der gesamten Gesellschaft einen Tribut zugunsten der Monopolisten auf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in Aufschwungsphasen das Finanzkapital hohe Profite erzielt, werden in Krisenzeiten kleine und schwach Unternehmungen zerstört, Großbanken 'beteiligen sich' beim Aufkauf dieser Unternehmungen zu billigen Preisen oder an deren profitablen 'Sanierung' oder 'Reorganisierung'.  Krisen sind der Monopolstellung der Banken doppelt nützlich: sie sind profitabel und verstärken die Abhängigkeit der Unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Während zur Zeit des industriellen Aufschwungs die Profite des Finanzkapitals unerhört groß sind, gehen in Zeiten des Niedergangs die kleinen und schwachen Unternehmungen zugrunde, die Großbanken aber ‚beteiligen sich‘ dann an deren Aufkauf zu Spottpreisen oder an profitablen ‚Sanierungen‘ und ‚Reorganisationen‘. Bei den ‚Sanierungen‘ der mit Verlust arbeitenden Unternehmungen wird ‚das Aktienkapital herabgesetzt; das heißt, das Erträgnis verteilt sich auf ein geringeres Kapital, ist diesem alsdann angemessen. Oder wenn kein Erträgnis da ist, so wird neues Kapital aufgebracht, das, mit dem minderbewerteten alten zusammengenommen, nunmehr genügenden Ertrag abwirft. Nebenbei‘, fügt Hilferding hinzu, ‚sei bemerkt, daß diese Sanierungen und Reorganisationen für die Banken von doppelter Bedeutung sind: erstens als gewinnbringendes Geschäft und zweitens als eine Gelegenheit, solche notleidenden Gesellschaften von sich in Abhängigkeit zu bringen.‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 238-239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bankmonopol und Monopole der Grundrenten und des Verkehrswesens verschmelzen miteinanander, indem Banken an Verkehrsgesellschaften beteiligt sind und mit Direktorenposten verbunden werden.  Dementsprechend ist die Spekulation mit Grundstücken schnell wachsender Großstädte für das Finanzkapital besonders gewinnbringend, auch weil sie Preise der Grundstücke steigern können und  durch gute Verkehrsanbindung die Verkaufsbedingungen verbessern. Diese Art von Geschäften sind ein Einfallstor für staatliche Korruption. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine besonders gewinnbringende Transaktion des Finanzkapitals ist auch die Spekulation mit Grundstücken in der Umgebung schnell wachsender Großstädte. Das Bankmonopol verschmilzt hier mit den Monopolen der Grundrente und des Verkehrswesens, denn das Steigen der Preise für Grundstücke, die Möglichkeit, diese in Parzellen günstig zu verkaufen u.a.m., hängt vor allem von der guten Verkehrsverbindung mit dem Zentrum der Stadt ab, und diese Verkehrsmittel befinden sich in den Händen großer Gesellschaften, die durch das Beteiligungssystem und die Verteilung von Direktorenposten mit eben denselben Banken verbunden sind. So entsteht das, was der deutsche Schriftsteller L. Eschwege, ein Mitarbeiter der Zeitschrift ‚Die Bank‘, der den Terrainhandel, die Verpfändung von Grundstücken usw. speziell studierte, den ‚Sumpf‘ genannt hat: wahnwitzige Spekulation mit Vorortgrundstücken, Zusammenbrüche von Baufirmen, wie der Berliner Firma Boswau &amp;amp; Knauer, die ein Kapital von ungefähr 100 Millionen Mark zusammengerafft hatte, und zwar durch Vermittlung der ‚höchst soliden und großen‘ ‚Deutschen Bank‘, die natürlich nach dem ‚Beteiligungs‘system, d.h. insgeheim, hinterrücks, tätig war und sich nach Einbuße von ‚bloß‘ 12 Millionen Mark aus der Affäre zog; ferner Ruinierung von kleinen Unternehmern und Arbeitern, die von den Schwindelfirmen des Baugewerbes nichts erhalten; dazu betrügerische Abmachungen mit der ‚ehrlichen‘ Berliner Polizei und den Verwaltungsorganen, um sich des Auskunftswesens im Baugewerbe und der Baubewilligung der Stadtverwaltung zu bemächtigen usw. usf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 239-240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Kapitalexport===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalexport ist eigentlich die Steigerung der Profite durch Export von Kapital in rückständige Länder. Dies ist möglich, weil in den rückständigen Ländern der Profit gewöhnlich hoch ist, denn es gibt dort weniger Kapital, die Bodenpreise sind verhältnismäßig günstiger, die Löhne niedrig und die Rohstoffe billig. Die Möglichkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, dass eine Reihe rückständiger Länder breits in den Kreislauf des Weltkapitalismus hineingezogen sind. Die Notwendigkeit des Kapitalexports wird dadurch geschaffen, dass in einigen Ländern der Kapitalismus &amp;quot;überreif&amp;quot; geworden ist und dem Kapital ein Spielraum für rentable Betätigung fehlt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenexport, Kapitalexport, Kapitalüberschuss, Anleihen, Kreditvergabe, Finanzkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enstehung von Kapitalüberschuss, die Möglichkeit und Notwendigkeit von Kapitalexport wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Kapitalismus der freien Konkurrenz war der Export von Waren kennzeichnend, für den Monopolkapitalismus ist es der Export von Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Für den alten Kapitalismus, mit der vollen Herrschaft der freien Konkurrenz, war der Export von Waren kennzeichnend. Für den neuesten Kapitalismus, mit der Herrschaft der Monopole, ist der Export von Kapital kennzeichnend geworden.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen in allen Ländern des entwickelten Kapitalismus Monopolverbände. &lt;br /&gt;
Außerdem entwickelt sich eine Monopolstellung der wenigen überaus reichen Länder, deren Kapital gewaltige Ausmaße annimmt.&lt;br /&gt;
Es kommt zu einem extremen Kapitalüberschuss in den fortgeschrittenen Ländern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |An der Schwelle des 20. Jahrhunderts sehen wir die Bildung von Monopolen anderer Art: erstens Monopolverbände der Kapitalisten in allen Ländern des entwickelten Kapitalismus; zweitens Monopolstellung der wenigen überaus reichen Länder, in denen die Akkumulation des Kapitals gewaltige Ausmaße erreicht hat. Es entstand ein ungeheurer ‚Kapitalüberschuß‘ in den fortgeschrittenen Ländern.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökonomische Grundlage des Kapitalexports ist der Kapitalüberschuss in den am weitesten fortgeschrittenen Ländern. Dieser entsteht durch die Unmöglichkeit, Kapital in der heimischen Nationalökonomie noch weiter rentabel anzulegen. Dieser Kapitalüberschuss kann nicht, wie einige bürgerliche Ökonomen meinen, für die Hebung der Lebenshaltung der Bevölkerung genutzt werden, da dies eine Minderung der Profite der Kapitalisten bedeuten würde. Das überschüssige Kapital muss für die weitere Verwertung in Länder exportiert werden, in denen Löhne niedrig, Bodenpreise und Rohstoffe günstig sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Rückständige Länder werden in den Kreislauf des Weltkapitalismus hineingezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber dann wäre der Kapitalismus nicht Kapitalismus, denn die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung wie das Hungerdasein der Massen sind wesentliche, unvermeidliche Bedingungen und Voraussetzungen dieser Produktionsweise. Solange der Kapitalismus Kapitalismus bleibt, wird der Kapitalüberschuß nicht zur Hebung der Lebenshaltung der Massen in dem betreffenden Lande verwendet – denn das würde eine Verminderung der Profite der Kapitalisten bedeuten –, sondern zur Steigerung der Profite durch Kapitalexport ins Ausland, in rückständige Länder. In diesen rückständigen Ländern ist der Profit gewöhnlich hoch, denn es gibt dort wenig Kapital, die Bodenpreise sind verhältnismäßig nicht hoch, die Löhne niedrig und die Rohstoffe billig. Die Möglichkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, das eine Reihe rückständiger Länder bereits in den Kreislauf des Weltkapitalismus hineingezogen ist, die Hauptlinien der Eisenbahnen bereits gelegt oder in Angriff genommen, die elementaren Bedingungen der industriellen Entwicklung gesichert sind usw. Die Notwendigkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, das in einigen Ländern der Kapitalismus ‚überreif‘ geworden ist und dem Kapital (unter der Voraussetzung der Unentwickeltheit der Landwirtschaft und der Armut der Massen) ein Spielraum für ‚rentable‘ Betätigung fehlt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewöhnlichste Praktik des imperialistischen Finanzkapitals ist die Schaffung einer wirtschaftlichen Abhängigkeit durch Kreditvergabe. Dafür werden Anleihen für den Aufbau wirtschaftlicher Strukturen im Ausland unter den Bedingungen des kreditgebenden Landes vergeben. Diese Bedingungen sind ebensolche, die optimal für eine spätere Verwertung des eingesetzten Kapitals sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Kapitalexport wird zu einem Mittel, den Warenexport zu fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital erzeugte die Epoche der Monopole. Die Monopole sind aber überall Träger monopolistischer Prinzipen: An Stelle der Konkurrenz auf offenem Markt tritt die Ausnutzung der ‚Verbindungen‘ zum Zweck eines profitablen Geschäftes. Die gewöhnlichste Erscheinung ist: Bei einer Anleihe wird zur Bedingung gemacht, daß ein Teil der Anleihe zum Kauf von Erzeugnissen des kreditgebenden Landes, vor allem von Waffen, Schiffen usw. verausgabt wird. Frankreich hat in den letzten zwei Jahrzehnten (1890-1910) sehr oft zu diesem Mittel gegriffen. Der Kapitalexport wird zu einem Mittel, den Warenexport zu fördern. Die Abmachungen zwischen den besonders großen Unternehmungen sind dabei derart, daß sie, wie Schilder ‚gelinde‘ sagte ‚an Korruption gemahnen‘. Krupp in Deutschland, Schneider in Frankreich, Armstrong in England – das sind Musterbeispiele von Firmen, die mit den Riesenbanken und der Regierungen in enger Verbindung stehen und beim Abschluß von Anleihen nicht so leicht ‚umgangen‘ werden können.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf diese Weise wirft das Finanzkapital im buchstäblichen Sinne des Wortes seine Netze über alle Länder der Welt aus. Eine große Rolle spielen dabei die in den Kolonien gegründeten Banken und ihre Niederlassungen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im übertragenden Sinne haben die kapitalexportierenden Länder die Welt unter sich aufgeteilt. Das Finanzkapital führt zur direkten Aufteilung der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kapitalexportierenden Länder haben, im übertragenden Sinne, die Welt unter sich verteilt. Aber das Finanzkapital führte auch zur direkten Aufteilung der Welt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Der_imperialistische_Kapitalismus&amp;diff=7350</id>
		<title>Der imperialistische Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Der_imperialistische_Kapitalismus&amp;diff=7350"/>
		<updated>2022-07-01T11:30:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Monopole==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Kapitalismus der freien Konkurrenz zwischen 1860 und 1870 seinen höchsten Entwicklungspunkt erreicht hatte, bildeten sich erste Ansätze von Monopolen heraus. Nach der Krise von 1873 entwickelten sich daraus erste Kartelle, die aber noch keinen dauerhaften Charakter hatten. Erst mit dem Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts und der Krise von 1900 bis 1903 wurden Monopole und Monopolverbände zur Grundlage des gesamten Wirtschaftslebens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration und Zentralisation der Produktion und des Kapitals führt im Kapitalismus der freien Konkurrenz auf einer bestimmten Entwicklungsstufe dicht an das Monopol heran. Die aus der Konkurrenz hervorgegangenen Riesenbetriebe können viel effizienter produzieren und verfügen über bessere Produktionsmethoden, weshalb sie die Konkurrenz leichter ausschalten können. Sie vereinigen den Großteil der Produktion eines Industriezweiges in sich, was ihnen große Gewinne ermöglicht und zur Folge hat, dass die Produktion stark erweitert wird. Das Entstehen der Monopole mit Hilfe des Bankkapitals ist eine der wichtigsten Gesetzmäßigkeiten des Imperialismus – des Monopolkapitalismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für die ökonomische Überlegenheit der Monopole ist, dass sie sich einen permanenten Extraprofit - in Form des Monopolprofits - aneignen können. Dies gelingt ihnen, indem sie die freie Konkurrenz aushebeln und somit den Ausgleich des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit behindern. Der Monopolprofit entsteht dabei, indem ein Teil des Profits anderer, konkurrierender Warenproduzenten auf den Profit der Monopole übertragen wird und den Arbeitern ein zusätzlicher Teil ihres Arbeitslohns entzogen wird. Die Monopolprofite befähigen die Kapitalisten dazu Teile der Arbeiterklasse zu bestechen und auf die Seite der Bourgeoisie zu ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Erscheinung des Monopolkapitalismus ist die Kombination, bei welcher es zur Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem Unternehmen kommt, wodurch Konjunkturunterschiede ausgeglichen und höhere Profitraten erreicht werden. Durch die Kombination wird der Handel ausgeschaltet und es werden Extraprofite gesichert. Dadurch wird auch die Stellung im Konkurrenzkampf während wirtschaftlicher Krisen gestärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die schnelle Ausdehnung der Produktion in der Großindustrie wächst diese schneller als die Märkte. Dies führt zu einer Überproduktion, sinkenden Preisen und sinkenden Gewinnen. Mit dem technischen Fortschritt steigt der Anteil an Maschinen in der Produktion wodurch der tendenziellen Fall der Profitrate verstärkt wird. Um diesem Widerspruch entgegen zu wirken, aber auch um die Profite allgemein zu steigern, schließen sich die Großindustriellen in Kartellen zur Regulierung der Produktion zusammen. Es werden Produktionskapazitäten festgelegt Preisabsprachen getroffen und Aufträge und Absatzmärkte aufgeteilt, Rohstoffquellen und Arbeitskräfte werden unter eigene Kontrolle gebracht und alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen, um Monopolprofite zu erzielen und die Konkurrenz auszuschalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die krasseste Erscheingsform der Monopole ist die Finanzoligarchie, welche alle Institutionen von sich abhängig macht, insbesondere den Staat. Dieser ist durch die Industrie- und Fabrikgesetzte mit den Monopolen verflochten, und unterstützt die Herausbildung von Monopolen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Monopolkapitalismus führt nah an eine allgemeine Vergesellschaftung der Produktion heran, gleichzeitig bleibt der Besitz der gesellschaftlichen Produktionsmittel und auch die Aneignung der Profite privat. Obwohl die Monopole die freie Konkurrenz ausschalten besteht die Konkurrenz im Kampf um die Aneignung des Monopolprofits auch zwischen den Monopolen weiter. Darüber hinaus verschärft sich die Konkurrenz zwischen kartelliertem und nicht-kartelliertem Kapital. Dies verschärft Konflikte und erzeugt einen permanent wachsenden antagonistischen Widerspruch zwischen dem Monopol und seinem Ursprung, dem Kapitalismus der freien Konkurrenz. Das Monopol erzeugt die allgemeine Tendenz zur Stagnation und Fäulnis und bildet ein Herrschaftsverhältnis mit einem hohen Maß an Gewalt. Durch die umfassende Vergesellschaftung der Produktion und die allgemeine Verschärfung der Widersprüche bildet das Monopol den Übergang zu einer höheren Gesellschaftsformation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Kapital, Produktionsmittel, Arbeitskraft, Kreditwesen, Konkurrenz, organische Zusammensetzung, Akkumulation, Konzentration, Zentralisation, Monopolprofit, Extraprofit, durchschnittliche Mehrwertrate, Monopolverbände, Syndikate, Trusts, Kartelle, Kombination, Finanzoligarchie, Finanzkapital, Bankenwesen, Kostpreis, Produktionspreis &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Wesen'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr es erlaubt vereinigt sich das Kapital zum Monopol, um die Gewinne zu steigern. In der Konkurrenz versucht der einzelne Kapitalist seinen eigenen Anteil auf jegliche Art zu vergrößern, auch wenn es die Gesamtsumme verringert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn jeder einzelne einer Klasse nie mehr haben könnte als einen gegebenen Anteil oder einen aliquoten Teil von Gewinn und Besitz des Ganzen, so würde er sich bereitwillig vereinigen, um die Gewinne hinaufzutreiben&amp;quot; (das tut er, sobald das Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr es erlaubt): „das ist Monopol. Aber wo jeder einzelne denkt, daß er irgendwie die absolute Summe seines eigenen Anteils vergrößern könne, wenn auch durch ein Verfahren, das die Gesamtsumme verringert, wird er es oft tun: das ist Konkurrenz. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monopole vereinigen den Großteil der Produktion eines Industriezweiges in sich, was ihnen große Gewinne ermöglicht und zur Folge hat, dass die Produktion stark erweitert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Kartelle und Trusts vereinigen vielfach sieben bis acht Zehntel der Gesamtproduktion des betreffenden Industriezweige in ihren Händen. Im Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat waren bei seiner Gründung im Jahre 1893 86,7% und im Jahre 1910 bereits 95,4% der gesamten Kohlenförderung des Gebiets konzentriert. Das auf diese Weise entstehende Monopol gewährleistet Riesengewinne und führt zur Bildung technischer Produktionseinheiten von unermeßlichem Umfang.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 206-207}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monopole behindern den Ausgleich des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiedenen Produktionssphären und ermöglichen damit den Monopolpreis. Auch wenn dieser Monopolpreis über dem Wert der Waren liegt, werden die durch den Wert der Waren gegebenen Grenzen nicht aufgehoben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Findet endlich die Ausgleichung des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiednen Produktionssphären ein Hindernis an künstlichen oder natürlichen Monopolen, und speziell am Monopol des Grundeigentums, so daß ein Monopolpreis möglich würde, der über den Produktionspreis und über den Wert der Waren stiege, auf die das Monopol wirkt, so würden die durch den Wert der Waren gegebnen Grenzen dadurch nicht aufgehoben. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 868-869}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange das industrielle Kapital das Monopol an der verbesserten Produktionsweise hat, kann das Kapital den Umschlag beschleunigen und einen höheren Profit erzielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn dasselbe industrielle Kapital, bei sonst gleichbleibenden Umständen und namentlich bei gleicher organischer Zusammensetzung, viermal im Jahr statt zweimal umschlägt, produziert es doppelt soviel Mehrwert und daher Profit; und dies zeigt sich handgreiflich, sobald und solange dies Kapital das Monopol der verbesserten Produktionsweise besitzt, die ihm diese Umschlagsbeschleunigung gestattet. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 325}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Bildung von Monopolen geht zwangsläufig ein gewaltvolles Herrschaftsverhältnis hervor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Herrschaftsverhältnis und die damit verbundene Gewalt - das ist das Typische für die &amp;quot;jüngste Entwicklung des Kapitalismus&amp;quot;, das ist es, was aus der Bildung allmächtiger wirtschaftlicher Monopole unvermeidlich hervorgehen mußte und hervorgegangen ist. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Monopol entsteht aus der Konzentration der Produktion. Die Monopolverbände, also die Kartelle, Syndikate und Trusts spielen im Wirtschaftsleben eine gewaltige Rolle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] Das Monopol ist aus der Konzentration der Produktion auf einer sehr hohen Stufe ihrer Entwicklung erwachsen. Das sind die Monopolverbände der Kapitalisten, die Kartelle. Syndikate und Trusts. Wir sahen, welch gewaltige Rolle sie im heutigen Wirtschaftsleben spielen. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304-305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Entwicklung'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Ergebnisse der Geschichte der Monopole sind: 1. Die höchste Entwicklung der freien Konkurrenz um 1860/70 mit Ansätzen von Monopolen; 2. Die Entwicklung der Kartelle nach der Krise von 1873, die aber noch keinen dauerhaften Charakter haben; 3. Mit dem Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts, sowie die Krise von 1900 bis 1903 werden Kartelle/Monopolverbände zur Grundlage der gesamten Wirtschaftslebens und der Kapitalismus wird zum Imperialismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die wichtigsten Ergebnisse der Geschichte der Monopole sind demnach: 1. In den sechziger und siebziger Jahren des 19 Jahrhunderts die höchste, äußerste Entwicklungsstufe der freien Konkurrenz; kaum merkliche Ansätze zu Monopolen. 2. Nach der Krise von 1873 weitgehende Entwicklung von Kartellen, die aber noch Ausnahmen, keine dauernden, sondern vorübergehende Erscheinungen sind. 3. Aufschwung am Ende des 19. Jahrhunderts und Krise von 1900-1903: Die Kartelle werden zu einer der Grundlagen des ganzen Wirtschaftslebens. Der Kapitalismus ist zum Imperialismus geworden.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalismus der freien Konkurrenz führt notwendig zur Konzentration der Produktion und des Kapitals. Je schneller sich der Handel und der Kapitalismus entwickeln, desto stärker ist diese Konzentration. Den entstandenen Riesenbetrieben, die viel effizienter produzieren und über moderne Produktionsmethoden verfügen, fällt es leichter, die Konkurrenz auszuschalten. Die Konzentration selbst führt auf einer bestimmten Stufe, dicht an das Monopol heran. Es entsteht die Tendenz der Verwandlung der freien Konkurrenz in ihren direkten Gegensatz – das Monopol. Das Entstehen der Monopole aus der Konkurrenz, mit Hilfe des Bankkapitals, ist dabei eines der wichtigsten Merkmale des Imperialismus – des Monopolkapitalismus. Die dem Kapitalismus immanenten Krisen, verstärken die Tendenz zur Konzentration und damit zur Monopolbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber die Konzentration der Produktion ist viel stärker als die Konzentration der Arbeiter, denn die Arbeit ist in den Großbetrieben viel produktiver. Darauf weisen die Daten über Dampfmaschinen und elektrische Motoren hin. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daraus erhellt, daß die Konzentration auf einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung sozusagen von selbst dicht an das Monopol heranführt. Denn einigen Dutzend Riesenbetrieben fällt es leicht, sich untereinander zu verständigen, während anderseits gerade durch das Riesenausmaß der Betriebe die Konkurrenz erschwert und die Tendenz zum Monopol erzeugt wird. Diese Verwandlung der Konkurrenz in das Monopol ist eine der wichtigsten Erscheinungen - wenn nicht die wichtigste - in der Ökonomik des modernen Kapitalismus, und wir müssen daher ausführlicher darauf eingehen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ökonomisch ist das Grundlegende in diesem Prozeß (der Entwicklung des Imperialismus aus dem Kapitalismus – Anm. der Red.) die Ablösung der kapitalistischen freien Konkurrenz durch die kapitalistischen Monopole. Die freie Konkurrenz ist die Grundeigenschaft des Kapitalismus und der Warenproduktion überhaupt; das Monopol ist der direkte Gegensatz zur freien Konkurrenz, aber diese begann sich vor unseren Augen zum Monopol zu wandeln, indem sie die Großproduktion schuf, den Kleinbetrieb verdrängte, die großen Betriebe durch noch größere ersetzte, die Konzentration der Produktion und des Kapitals so weit trieb, daß daraus das Monopol entstand und entsteht, nämlich: Kartelle, Syndikate, Trusts und das mit ihnen verschmelzende Kapital eines Dutzends von Banken, die mit Milliarden schalten und walten.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber je schneller die Entwicklung des Handels und des Kapitalismus vor sich geht, um so stärker ist doch die Konzentration der Produktion und des Kapitals, die das Monopol erzeugt. Und die Monopole sind ja schon entstanden, gerade aus der freien Konkurrenz!  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 295}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen - jeder Art, am häufigsten ökonomische Krisen, aber nicht nur diese allein - verstärken aber ihrerseits in ungeheurem Maße die Tendenz zur Konzentration und zum Monopol.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die freie Konkurrenz wandelt sich zum Monopol, wodurch es zu einem gigantischen Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion und insbesondere der technischen Verbesserungen und Erfindungen kommt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konkurrenz wandelte sich zum Monopol. Die Folge ist ein gigantischer Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion. Im besonderen wird auch der Prozeß der technischen Erfindungen und Vervollkommnungen vergesellschaftet.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der Monopole, durch die Konkurrenz und die Konzentration der Produktion und des Kapitals, ist eine allgemeine Gesetzmäßigkeit des Imperialismus. Lokale (wirtschafts-)politische Unterschiede der kapitalistischen Staaten, wie z.B. die Existenz von Schutzzöllen oder andere Besonderheiten, können die Monopolbildung beschleunigen aber sie nicht verhindern. Besonders schnell entstehen sie jedoch da, wo sich das Kapital der Rohstoffquellen ermächtigen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Tatsachen zeigen, daß die Unterschiede zwischen einzelnen kapitalistischen Ländern, z. B. in bezug auf Schutzzoll oder Freihandel, bloß unwesentliche Unterschiede in der Form der Monopole oder in der Zeit ihres Aufkommens bedingen, während die Entstehung der Monopole infolge der Konzentration der Produktion überhaupt ein allgemeines Grundgesetz des Kapitalismus in seinem heutigen Entwicklungsstadium ist.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Noch ein Beispiel für das Wirtschaften der Kartelle. Dort, wo man auf alle oder die wichtigsten Rohstoffquellen die Hand legen kann, geht die Entstehung von Kartellen und die Bildung von Monopolen besonders leicht vonstatten. Es wäre jedoch falsch zu glauben, daß Monopole nicht  auch in anderen Industriezweigen entstehen, in denen es unmöglich ist, sich der Rohstoffquellen zu bemächtigen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211-212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monopole behindern den Ausgleich des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiedenen Produktionssphären und ermöglichen damit den Monopolpreis, welcher über dem Wert der Waren liegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Monopolpreis entsteht dabei, indem ein Teil des Profits anderer Warenproduzenten auf den Monopolpreis übertragen wird und dem Arbeiter ein zusätzlicher Teil seines Arbeitslohns entzogen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Findet endlich die Ausgleichung des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiednen Produktionssphären ein Hindernis an künstlichen oder natürlichen Monopolen, und speziell am Monopol des Grundeigentums, so daß ein Monopolpreis möglich würde, der über den Produktionspreis und über den Wert der Waren stiege, auf die das Monopol wirkt, so würden die durch den Wert der Waren gegebnen Grenzen dadurch nicht aufgehoben. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 868-869}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Monopolpreis gewisser Waren würde nur einen Teil des Profits der andern Warenproduzenten auf die Waren mit dem Monopolpreis übertragen. Es fände indirekt eine örtliche Störung in der Verteilung des Mehrwerts unter die verschiednen Produktionssphären statt, die aber die Grenze dieses Mehrwerts selbst unverändert ließe. Ginge die Ware mit Monopolpreis in den notwendigen Konsum des Arbeiters ein, so würde sie den Arbeitslohn erhöhn und dadurch den Mehrwert vermindern, falls der Arbeiter nach wie vor den Wert seiner Arbeitskraft bezahlt erhielte. Sie könnte den Arbeitslohn unter den Wert der Arbeitskraft herabdrücken, aber dies nur, soweit jener über der Grenze seines physischen Minimums stände. In diesem Falle würde der Monopolpreis durch Abzug am realen Arbeitslohn (d. h. der Masse der Gebrauchswerte, die der Arbeiter durch dieselbe Masse Arbeit erhielte) und an dem Profit der andern Kapitalisten bezahlt. Die Grenzen, innerhalb deren der Monopolpreis die normale Regulierung der Warenpreise affizierte, wären fest bestimmt und genau berechenbar. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 869}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Erscheinung des Monopolkapitalismus ist die sog. Kombination. Es kommt zur Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem Unternehmen. Diese bilden dabei entweder aufeinanderfolgende Stufen oder spielen eine Hilfsrolle der Produktion. Dies gleicht Konjunkturunterschiede aus und erhöht dabei die Stetigkeit der Profitrate. Auch der Handel wird ausgeschaltet und die Möglichkeit zu Extraprofiten, durch technischen Fortschritt, geschaffen, sowie die Überlegenheit im Konkurrenzkampf während Krisen gestärkt. Die Kombination verstärkt den Prozess der Monopolisierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nicht in jedem Industriezweig gibt es Großbetriebe; und anderseits ist eine äußerst wichtige Besonderheit des Kapitalismus, der die höchste Entwicklungsstufe erreicht hat, die sogenannte Kombination, d. h. die Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem einzigen Unternehmen; diese Industriezweige bilden entweder aufeinanderfolgende Stufen der Verarbeitung des Rohstoffs (z. B. Gewinnung von Roheisen aus Erz, seine Verarbeitung zu Stahl und unter Umständen auch die Erzeugung dieser oder jener Stahlfabrikate) oder spielen in bezug aufeinander eine Hilfsrolle (z. B. Verarbeitung von Abfällen oder Nebenprodukten; Herstellung von Verpackungsmaterial usw.). &lt;br /&gt;
  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |&amp;quot;... die Kombination&amp;quot;, schreibt Hilferding, &amp;quot;gleicht Konjunkturunterschiede aus und bewirkt daher für das kombinierte Werk eine größere Stetigkeit der Profitrate. Zweitens bewirkt die Kombination Ausschaltung des Handels. Drittens bewirkt sie die Möglichkeit technischer Fortschritte und damit die Erlangung von Extraprofit gegenüber dem 'reinen'&amp;quot; (d.h. nicht kombinierten) &amp;quot;Werk. Viertens stärkt sie die Stellung des kombinierten Werkes gegenüber dem 'reinen' im Konkurrenzkampf zur Zeit einer starken Depression&amp;quot; (Geschäftsstockung, Krise), &amp;quot;wenn die Senkung der Rohmaterialpreise nicht Schritt hält mit der Senkung der Fabrikatspreise.&amp;quot;   &lt;br /&gt;
 | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die schnelle Ausdehnung der Produktion in der Großindustrie wächst diese schneller als die Märkte. Dies führt zu einer Überproduktion, sinkenden Preisen und fallende Profiten, was durch Schutzzölle noch verstärkt wird. Diesen Widerspruch lösen die Großindustriellen indem sie sich in Kartellen zur Regulierung der Produktion zusammentun. Es werden Produktionskapazitäten festgelegt und eingehende Aufträge aufgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Seit Marx obiges schrieb, haben sich bekanntlich neue Formen des Industriebetriebs entwickelt, die die zweite und dritte Potenz der Aktiengesellschaft darstellen. Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert. Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die altgerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem  Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. […] (Friedrich Engels) | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 453-454}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Historische Rolle'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Imperialismus ist Monopolkapitalismus. Durch die Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise kommt es notwendigerweise zur Vergesellschaftung der Produktion. Der dadurch entstandene Fortschritt kommt jedoch im Imperialismus nur den Spekulanten zu Gute, da die Form der Aneignung privat bleibt. Das hat zur Folge, dass der Druck der Monopole auf die Bevölkerung noch schwerer wird. Die vollständige Vergesellschaftung ist die Grundlage für den Übergang des Kapitalismus hin zu einer neuen Gesellschaftsordnung, in die die Kapitalisten, unbewusst und gegen ihren eigenen Willen, hineingezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In seinem imperialistischen Stadium führt der Kapitalismus bis dicht an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine Art neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktion wird vergesellschaftet, die Aneignung jedoch bleibt privat. Die gesellschaftlichen Produktionsmittel bleiben Privateigentum einer kleinen Anzahl von Personen. Der allgemeine Rahmen der formal anerkannten freien Konkurrenz bleibt bestehen, und der Druck der wenigen Monopolinhaber auf die übrige Bevölkerung wird hundertfach schwerer, fühlbarer, unerträglicher. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalismus ist so weit entwickelt, daß die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor &amp;quot;herrscht&amp;quot; und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den &amp;quot;Genies&amp;quot; der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, die sich bis zu dieser Vergesellschaftung emporgearbeitet hat, kommt den - Spekulanten zugute.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Monopol erwächst aus dem Kapitalismus der freien Konkurrenz, durch die Warenproduktion. Das Monopol verdrängt jedoch nicht die Konkurrenz. Die Konkurrenz besteht weiter neben und über ihm. Dies erzeugt Probleme, Konflikte und einen permanenten antagonistischen Widerspruch zwischen dem Monopol und seinem Ursprung. Das Monopol steht dabei nicht mit kleinen, technisch rückständigen Betrieben in Konkurrenz, sondern würgt diese ab. Das Monopol ist der Übergang zu einer höheren Gesellschaftsformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zugleich aber beseitigen die Monopole nicht die freie Konkurrenz, aus der sie erwachsen, sondern bestehen über und neben ihr und erzeugen dadurch eine Reihe besonders krasser und schroffer Widersprüche, Reibungen und Konflikte. Das Monopol ist der Übergang vom Kapitalismus zu einer höheren Ordnung.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie wir gesehen haben, ist die tiefste ökonomische Grundlage des Imperialismus das Monopol. Dieses Monopol ist ein kapitalistisches, d.h. ein Monopol, das aus dem Kapitalismus erwachsen ist und im allgemeinen Milieu des Kapitalismus, der Warenproduktion, der Konkurrenz, in einem beständigen und unlösbaren Widerspruch zu diesem allgemeinen Milieu steht.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 280-281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben es nicht mehr mit dem Konkurrenzkampf kleiner und großer, technisch rückständiger und technisch fortgeschrittener Betriebe zu tun. Durch die Monopolinhaber werden alle diejenigen abgewürgt, die sich dem Monopol, seinem Druck, seiner Willkür nicht unterwerfen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Monopol erzeugt die allgemeine Tendenz zur Stagnation und Fäulnis. Durch den Zwang zur Erhöhung der Profite wird der technische Fortschritt vorangetrieben. Wo das Monopol jedoch Monopolpreise realisiert, verschwindet dieser Antrieb und es kommt zwangsläufig zur Stagnation, wodurch der Fortschritt ausgebremst wird. Diese Stagnation kann jedoch nur temporär bestehen, da das Monopol die Konkurrenz nie gänzlich und dauerhaft ausschalten kann. Die Monopole haben die Möglichkeit den technischen - und damit den Gesamtfortschritt - künstlich aufzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dennoch erzeugt es, wie jedes andere Monopol, unvermeidlich die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis. In dem Maße, wie Monopolpreise, sei es auch nur vorübergehend, eingeführt werden, verschwindet bis zu einem gewissen Grade der Antrieb zum technischen und folglich auch zu jedem anderen Fortschritt, zur Vorwärtsbewegung; und insofern entsteht die ökonomische Möglichkeit, den technischen Fortschritt künstlich aufzuhalten.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gewiß kann das Monopol unter dem Kapitalismus die Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten (das ist übrigens einer der Gründe, warum die Theorie des Ultraimperialismus unsinnig ist). Die Möglichkeit, durch technische Verbesserungen die Produktionskosten herabzumindern und die Profite zu erhöhen, begünstigt natürlich Neuerungen. Aber die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis, die dem Monopol eigen ist, wirkt nach wie vor und gewinnt in einzelnen Industriezweigen, in einzelnen Ländern für gewisse Zeitspannen die Oberhand.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der voranschreitenden Entwicklung hebt die kapitalistische Produktionsweise sich selbst innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise auf und schafft den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform. Dieser Widerspruch tritt in Form von Monopolen, einer Finanzaristokratie und letztlich in einem ganzen System aus Betrug und Schwindel in Erscheinung, in dem die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums steht. Die Entstehung des Monopols erfordert die Einmischung des Staates. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 454}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monopolprofite befähigen die Kapitalisten eines Industriezweiges oder eines Landes einzelne Schichten der Arbeiter zu bestechen und auf die Seite der Bourgeoisie des entsprechenden Industriezweiges oder Landes zu ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dadurch, daß die Kapitalisten eines Industriezweiges unter vielen anderen oder eines Landes unter vielen anderen usw. hohe Monopolprofite herausschlagen, bekommen sie ökonomisch die Möglichkeit, einzelne Schichten der Arbeiter, vorübergehend sogar eine ziemlich bedeutende Minderheit der Arbeiter zu bestechen und sie auf die Seite der Bourgeoisie des betreffenden Industriezweiges oder der betreffenden Nation gegen alle übrigen hinüberzuziehen. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 306-307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monopole sind nicht fähig Krisen auszuschalten. Sie verstärken sogar den ungleichen und chaotischen Charakter (z.B. das Zurückbleiben der Landwirtschaft und die privilegierte Stellung der Schwerindustrie) der kapitalistischen Produktionsweise und sorgen so für verstärkte Planlosigkeit in den weniger stark kartellierten Industriezweigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ausschaltung der Krisen durch die Kartelle ist ein Märchen bürgerlicher Ökonomen. die den Kapitalismus um jeden Preis beschönigen wollen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegenteil, das Monopol, das in einigen Industriezweigen entsteht, verstärkt und verschärft den chaotischen Charakter, der der ganzen kapitalistischen Produktion in ihrer Gesamtheit eigen ist. Das Mißverhältnis zwischen der Entwicklung der Landwirtschaft und der Industrie, das für den Kapitalismus überhaupt charakteristisch ist, wird noch größer. Die privilegiert Stellung, die die am stärksten kartellierte sogenannte Schwerindustrie, besonders die Kohlen- und Eisenindustrie, einnimmt, ruft in den übrigen Industriezweigen eine &amp;quot;gesteigerte Planlosigkeit&amp;quot; hervor. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 312}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beherrschung der wichtigsten Rohstoffquellen durch die Monopole ist zentral für die Macht der Monopole und verschärft den Gegensatz zwischen kartellierter und nichtkartellierter Industrie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die monopolistische Beherrschung der wichtigsten Rohstoffquellen hat die Macht des Großkapitals ungeheuer gesteigert und den Gegensatz zwischen der kartellierten und nichtkartellierten Industrie verschärft.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die Monopole die Entwicklung verlangsamen ist eine Rückkehr zum Kapitalismus der freien Konkurrenz unmöglich, da diese die Monopole erst erzeugt hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Selbst wenn die Monopole jetzt die Entwicklung zu verlangsamen begonnen haben, so ist das dennoch kein Argument zugunsten der freien Konkurrenz, die unmöglich geworden ist, nachdem sie die Monopole erzeugt hat. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 295}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Erscheinungsform'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Imperialismus – als Monopolkapitalismus – sind vier Erscheinungsformen des Monopols charakteristisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstens, Monopole und Monopolverbände, welche aus dem Prozess der Konzentration der Produktion erwachsen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweitens, die Monopole, die die wichtigsten Rohstoffquellen besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drittens, die Monopole, welche aus den Banken erwachsen. Es kommt zur Verschmelzung von Bank- und Industriekapital, woraus die Finanzoligarchie erwächst. Diese unterwirft sich alle gesellschaftlichen Institutionen und stellt somit die krasseste Erscheinungsform des Monopols dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viertens, das Monopol, das seinen Ursprung in der Kolonialpolitik hat. Es entsteht durch die Notwendigkeit des Kampfes um die Rohstoffquellen, des Kapitalexports, der Erlangung von Einflusssphären und letztlich der Eroberung ganzer Wirtschaftsgebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es sind insbesondere vier Hauptarten der Monopole oder Haupterscheinungsformen des Monopolkapitalismus hervorzuheben, die für die in Betracht kommende Epoche charakteristisch sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstens: Das Monopol ist aus der Konzentration der Produktion auf einer sehr hohen Stufe ihrer Entwicklung erwachsen. Das sind die Monopolverbände der Kapitalisten, die Kartelle. Syndikate und Trusts. Wir sahen, welch gewaltige Rolle sie im heutigen Wirtschaftsleben spielen. […] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweitens: Die Monopole haben in verstärktem Maße zur Besitzergreifung der wichtigsten Rohstoffquellen geführt, besonders in der ausschlaggebenden und am meisten kartellierten Industrie der kapitalistischen Gesellschaft: der Kohlen- und Eisenindustrie. […] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drittens: Das Monopol ist aus den Banken erwachsen. Diese haben sich aus bescheidenen Vermittlungsunternehmungen zu Monopolisten des Finanzkapitals gewandelt. Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine &amp;quot;Personalunion&amp;quot; hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt - das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viertens: Das Monopol ist aus der Kolonialpolitik erwachsen. Den zahlreichen &amp;quot;alten&amp;quot; Motiven der Kolonialpolitik fügte das Finanzkapital noch den Kampf um Rohstoffquellen hinzu, um Kapitalexport, um &amp;quot;Einflußsphären&amp;quot; d.h. um Sphären für gewinnbringende Geschäfte, Konzessionen, Monopolprofite usw. - und schließlich um das Wirtschaftsgebiet überhaupt.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304ff.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ihre Macht zu erweitern und die Konkurrenz auszuschalten, greifen die Monopole zu verschiedensten ökonomischen und außerökonomischen Kampfmitteln. Diese reichen von Material-, Arbeitskraft-, Zufuhr- und Absatzsperren, über das Aufsetzen von Abnehmerverträgen, Abstandszahlungen und planmäßigen Preisunterbietungen, bis hin zu offenem Verruf oder der Anwendung von gewaltsamen,  militärischen Aktionen gegen die Konkurrenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Monopol bricht sich überall und mit jeglichen Mitteln Bahn, angefangen von &amp;quot;bescheidenen&amp;quot; Abstandszahlungen bis zur amerikanischen &amp;quot;Anwendung&amp;quot; von Dynamit gegen den Konkurrenten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die Konkurrenz aus einer derart einträglichen Industrie auszuschalten, wenden die Monopolinhaber sogar allerlei Tricks an: Es werden falsche Gerüchte über die schlechte Lage der Industrie verbreitet; in den Zeitungen erscheinen anonyme Anzeigen: &amp;quot;Kapitalisten! Hütet euch, Kapital in Zementfabriken anzulegen.&amp;quot; Schließlich werden die Werke von &amp;quot;Außenseitern&amp;quot; (d.h. von nicht an den Syndikaten Beteiligten) aufgekauft und ihnen &amp;quot;Abstandssummen&amp;quot; von 60.000, 80.000 und 150.000 Mark gezahlt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist lehrreich, wenigstens einen flüchtigen Blick auf die Liste der Mittel des gegenwärtigen, modernen, zivilisierten Kampfes um die &amp;quot;Organisation&amp;quot; zu werfen, zu denen die Monopolverbände greifen: 1. die Materialsperre (mit &amp;quot;die wichtigste Methode des Kartellzwanges&amp;quot;) 2. Sperrung der Arbeitskräfte durch &amp;quot;Allianzen&amp;quot; (d.h. Vereinbarungen zwischen Kapitalisten und Arbeiterverbänden derart, daß die Arbeiter nur in kartellierten Betrieben arbeiten dürfen) 3. Sperre der Zufuhr; 4. Sperre des Absatzes; 5. Verträge mit den Abnehmern, wonach diese ausschließlich mit kartellierten Firmen Geschäftsverbindungen haben dürfen; 6. planmäßige Preisunterbietung (um die &amp;quot;Außenseiter&amp;quot;, d.h. die Unternehmungen, die sich den Monopolinhabern nicht unterordnen, zu ruinieren; es werden Millionen ausgegeben, um eine Zeitlang unter dem Selbstkostenpreis zu verkaufen; so kam es beispielsweise in den Benzinindustrie vor, daß die Preise von 40 auf 22 Mark, d.h. fast auf die Hälfte, herabgesetzt wurden!); 7. Sperrung des Kredits; 8. Verrufserklärung.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im imperialistischen Kapitalismus ersetzen die Monopole das Prinzip der freien Konkurrenz durch monopolistische Prinzipien. Profitable Geschäfte werden immer mehr durch das Ausnutzen der innerhalb der Finanzoligarchie geschaffenen Verbindungen abgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital erzeugte die Epoche der Monopole. Die Monopole sind aber überall Träger monopolistischer Prinzipien: An Stelle der Konkurrenz auf offenem Markt tritt die Ausnutzung der „Verbindungen&amp;quot; zum Zweck eines profitablen Geschäftes. Die gewöhnlichste Erscheinung ist: Bei einer Anleihe wird zur Bedingung gemacht, daß ein Teil der Anleihe zum Kauf von Erzeugnissen des kreditgebenden Landes, vor allem von Waffen, Schiffen usw. verausgabt wird.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Finanzkapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Monopolbildung in der Industrie ändert sich auch die Rolle der Banken: mittels eines weit verzweigten Netzes von Beteiligungen und Tochterunternehmen bildet sich eine Monopolstellung weniger Banken heraus. Durch die Kontrolle von Bankverbindungen, Kontokorrenten und andere Finanzoperationen können sich diese genau über die jeweilige Geschäftslage der Industrie- und Handelsunternehmungen informieren und über Möglichkeit und Art der Kreditvergabe das Schicksal der Einzelunternehmungen bestimmen. Somit entwickeln sich einige Banken vom reinen Zahlungsvermittler zwischen einzelnen Kapitalisten zu monopolistischen Großbanken, die eine Vormachtstellung über alle Industrie- und Handelsoperationen einnehmen. Durch die Verschmelzung des Bankkapitals monopolistischer Großbanken mit dem Kapital der monopolistischen Industriebetriebe entsteht das Finanzkapital.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts markiert das starke Anwachsen der Wertpapieremission die Vorherrschaft des Finanzkapitals. Das Finanzkapital steht in der Folge im Zentrum aller wirtschaftlichen Unternehmungen, wodurch die Ausdifferenzierung des Kapitals in Eigentümer und Anwender, die typisch für den Imperialismus ist, gewaltige Ausmaße erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschmelzung zwischen Bank- und Industriekapital findet durch die gegenseitige Vertretung in den jeweiligen Aufsichtsräten und Aktienbesitz statt. Aus dieser Personalunion erwächst die Finanzoligarchie, die als Rentiers ausschließlich vom Ertrag ihres Geldkapitals leben. Alle ökonomischen und politischen Institutionen sind von der Finanzoligarchie abhängig, die es durch ein umfassendes Netz schafft, selbst kleinste Kapitalisten und Unternehmer unter sich zu unterwerfen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital zieht seine riesigen und zunehmenden Profite u.a. aus Gründungsgewinnen, aus dem Emissionsgeschäft, Beteiligungen und Staatsanleihen. Damit treibt das Finanzkapital die Monopolisierung weiter voran und zementiert gleichzeitig die Herrschaft der Finanzoligarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Unterwerfung aller mittleren und kleinen Unternehmen unter das Finanzkapital sowie durch die Konkurrenz um Einfluss in anderen Ländern ordnen sich die Interessen aller Besitzenden dem Imperialismus unter. Diese Eingliederung aller Interessen in den Imperialismus findet sich auch im Staat und seinen Beamten und überhaupt allen Bereichen des öffentlichen Lebens wieder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital gewinnt im Imperialismus eine beherrschende Stellung über alle anderen Kapitalformen und bedeutet die Vorherrschaft der Rentiers und Finanzoligarchen, sowie weniger Staaten, die finanzielle Macht über alle andere Staaten besitzen. Das Weltfinanzkapital konzentriert sich auf wenige Länder, die Masse der übrigen Länder fungiert als Schuldner gegenüber diesen. Formal entsteht durch die Banken eine gesamtgesellschaftliche Verteilung der Produktionsmittel. Ihrem Inhalt nach ist diese Verteilung aber nicht allgemein, sondern privat, genauer den Interessen der größten Monopole angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzoligarchie, Monopole, Emission, Gründungsgewinn, Beteiligungen, Rentier &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lenin grenzt sich mit seiner Wesensbeschreibung des Finanzkapitals von Hilferding ab, dessen Studie zum Finanzkapital von 1910 unvollständig ist weil sie die Konzentration der Produktion und des Kapitals und daraus erwachsende Kapitale als Grundbedingung des Finanzkapitals außen vor lässt. Gleichzeitig weist er die Ansicht bürgerlicher Wissenschaftler zurück, die aus kleinbürgerlicher Sicht die Auswüchse der Herrschaft der Finanzoligarchie kritisieren. Diese sind zwar in der Lage in konkreten Fragen Erscheinungsformen der Herrschaft der Finanzoligarchie korrekt wiederzugeben, sie verschleiern den systematischen und zwangsläufigen Charakter dieser Entwicklung jedoch. In ähnlicher Weiße kritisiert er Kautsky als bürgerlich- reformistisch. In dem dieser die Politik des Imperialismus von der Ökonomie trennt, leistet er der Illusion Vorschub, dass auf Basis des Finanzkapitals auch eine andere, friedlichere Politik möglich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Wesen'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilferding bezeichnet Finanzkapital als Kapital in Verfügung der Banken und in Verwendung der Industriellen. Dieser Definition fehlen die zentralen Entstehungsbedingungen des Finanzkapitals. Lenin leitet den Ursprung des Finanzkapitals aus der Produktion selbst her: Die Konzentration der Produktion und damit zunehmend auch des Kapitals führt zwangsläufig zum Monopol. Dies bedingt so eine Verschmelzung des Bankkapitals monopolistischer Großbanken mit dem Kapital monopolistischer Industriellenverbände.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein immer wachsender Teil des Kapitals der Industrie“, schreibt Hilferding, „gehört nicht den Industriellen, die es anwenden. Sie erhalten die Verfügung über das Kapital nur durch die Bank, die ihnen gegenüber den Eigentümer vertritt. Anderseits muß die Bank einen immer wachsenden Teil ihrer Kapitalien in der Industrie fixieren. Sie wird damit in immer größerem Umfang industrieller Kapitalist. Ich nenne das Bankkapital, also Kapital in Geldform, das auf diese Weise in Wirklichkeit in industrielles Kapital verwandelt ist, das Finanzkapital.“ Das Finanzkapital ist also „Kapital in der Verfügung der Banken und in der Verwendung der Industriellen“. Diese Definition ist insofern unvollständig, als ihr der Hinweis auf eines der wichtigsten Momente fehlt, nämlich auf die Zunahme der Konzentration der Produktion und des Kapitals in einem so hohen Grade, daß die Konzentration zum Monopol führt und geführt hat. […] Konzentration der Produktion, daraus erwachsende Monopole, Verschmelzung oder Verwachsen der Banken mit der Industrie – das ist die Entstehungsgeschichte des Finanzkapitals und der Inhalt dieses Begriffs. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital [ist] das Bankkapital einiger weniger monopolistischer Großbanken, das mit dem Kapital monopolistischer Industriellenverbände verschmolzen ist.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt zu einer beiderseitigen Verschmelzung von Bank- und Industriekapital. Die Großindustrie ist einerseits vom monopolisierten Bankkapital abhängig, andererseits entwickelt sich eine Art Personalunion durch Aktienbesitz und Eintritt in die jeweils andere Führungsstruktur. Diese konzentriert über enorme Mengen an Kapital und damit Macht in ihrer Hand und verfügt über den Großteil des gesamten Kapitals eines Landes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |'Mit der fortschreitenden Konzentrationsbewegung engt sich der Kreis, an den man mit den großen Kreditansprüchen herantreten kann, ständig ein, so daß die Abhängigkeit der Großindustrie von einigen wenigen Bankkonzernen zunimmt.&amp;quot; […] Wenn die Bank die Wechsel irgendeines Unternehmers diskontiert, ihm ein Kontokorrent eröffnet usw., so vermindern diese Operationen, einzeln betrachtet, die Selbständigkeit dieses Unternehmers um keinen Deut, und die Bank bleibt in der bescheidenen Rolle eines Vermittlers. Sobald aber diese Operationen sich häufen und zu einer ständigen Einrichtung werden, sobald die Bank Kapitalien von ungeheuren Dimensionen in ihrer Hand &amp;quot;ansammelt&amp;quot;, sobald die Führung des Kontokorrents eines Unternehmens die Bank in die Lage versetzt - und das ist ja der Fall -, die wirtschaftliche Lage ihres Kunden immer genauer und vollständiger kennenzulernen, ergibt sich eine immer vollständigere Abhängigkeit des Industriekapitalisten von der Bank. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich entwickelt sich sozusagen eine Personalunion der Banken mit den größten Industrie- und Handelsunternehmungen, eine beiderseitige Verschmelzung durch Aktienbesitz, durch Eintritt der Bankdirektoren in die Aufsichtsräte (oder die Vorstände) der Handels- und Industrieunternehmungen und umgekehrt.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 223-224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine „Personalunion“ hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trennung vom Kapitaleigentümer und dem Unternehmer, der dieses Kapital anwendet, spitzt sich im Imperialismus zu.  Die Eigentümer des Kapitals leben als Rentiers ausschließlich vom Ertrag ihres Geldkapitals. Das Finanzkapital gewinnt im Imperialismus die Vormachtstellung über alle anderen Formen des Kapitals und verfügt über nahezu das gesamte in Geldform vorliegende Kapital sowie den größten Teil der Produktionsmittel. Diese Monopolisierung im Bankwesen markiert den Übergang des Kapitalismus der freien Konkurrenz in den imperialistischen Kapitalismus. Innerhalb der Bourgeoisie bildet sich eine Finanzoligarchie als deutlichster Ausdruck dieser Monopolisierung heraus, die alle ökonomischen und politischen Institutionen beeinflusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Zusammenwirken von Banken mit dem Industriekapital wird die Macht der großen Unternehmen noch größer und die kleinen und mittleren Betriebe werden von wenigen Monopolisten unterjocht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Trennung des Kapitaleigentums von der Anwendung des Kapitals in der Produktion, die Trennung des Rentners, der ausschließlich vom Ertrag des Geldkapitals lebt, vom Unternehmer und allen Personen, die an der Verfügung über das Kapital unmittelbar teilnehmen, ist dem Kapitalismus überhaupt eigen. Der Imperialismus oder die Herrschaft des Finanzkapitals ist jene höchste Stufe des Kapitalismus, wo diese Trennung gewaltige Ausdehnung erreicht. Das Übergewicht des Finanzkapitals über alle übrigen Formen des Kapitals bedeutet die Vorherrschaft des Rentners und der Finanzoligarchie. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt – das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[D]ie [monopolistische Banken verfügen] fast über das gesamte Geldkapital aller Kapitalisten und Kleinunternehmer sowie über den größten Teil der Produktionsmittel und Rohstoffquellen des betreffenden Landes oder einer ganzen Reihe von Ländern […]. Diese Verwandlung zahlreicher bescheidener Vermittler in ein Häuflein Monopolisten bildet einen der Grundprozesse des Hinüberwachsens des Kapitalismus in den kapitalistischen Imperialismus, und deshalb müssen wir in erster Linie bei der Konzentration des Bankwesens verweilen.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Geldkapital und die Banken machen, wie wir sehen werden, dieses Übergewicht eines Häufleins von Großbetrieben noch erdrückender, und zwar im buchstäblichen Sinne des Wortes, d. h., Millionen kleiner, mittlerer und sogar zum Teil großer „Unternehmer&amp;quot; sind in Wirklichkeit von einigen hundert Millionären der Hochfinanz völlig unterjocht. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrschaft des Finanzkapitals geht mit einer Vorherrschaft weniger Staaten über alle anderen Staaten einher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Länder gewinnen Vormachtstellung. Das Finanzkapital bildet ein Netz von Abhängigkeiten was auch international besteht. Ein winziger Teil der Länder verfügt dabei über den weitaus größten Teil des Weltfinanzkapitals, sie sind Hauptträger des Weltfinanzkapitals und können Macht gegenüber allen übrigen Ländern ausüben, die zu Schuldnern dieser Länder werden. Bei der Schaffung internationaler Abhängigkeiten spielt der Kapitalexport eine zentrale Rolle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Übergewicht des Finanzkapitals über alle übrigen Formen des Kapitals bedeutet die Vorherrschaft des Rentners und der Finanzoligarchie, bedeutet die Aussonderung weniger Staaten, die finanzielle „Macht“ besitzen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese vier Länder [gemeint sind England, Frankreich, USA und Deutschland, Anm. d. Redaktion] zusammen besitzen 479 Milliarden Francs, d.h. nahezu 80% des Weltfinanzkapitals. Fast die ganze übrige Welt spielt so oder anders die Rolle des Schuldners und Tributpflichtigen dieser Länder – der internationalen Bankiers, dieser vier „Säulen“ des Weltfinanzkapitals. Ganz besonders muß auf die Rolle eingegangen werden, die bei der Schaffung des internationalen Netzes der Abhängigkeiten und der Verbindungen des Finanzkapitals der Kapitalexport spielt. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Entwicklung'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anfang des 20. Jahrhunderts markiert einen Wendepunkt im raschen Anwachsen des Finanzkapitals und der Monopole wie Kartelle, Syndikate und Trusts. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhundert verdoppelt sich weltweit die Gesamtsumme der Emissionen. Zuvor stiegen in den 1870er Jahren die Emissionen bereits an. Dies geschah besonders durch Anleihen im Zusammenhang mit dem Deutsch-Französischen Krieg und der Gründerperiode in Deutschland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den siebziger Jahren erhöhte sich die Gesamtsumme der Emissionen in der ganzen Welt besonders durch Anleihen im Zusammenhang mit dem Deutsch-Französischen Krieg und der darauffolgenden Gründerperiode in Deutschland. Im großen ganzen geht die Vermehrung im Laufe der letzten drei Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts verhältnismäßig nicht sehr rasch vor sich, und erst das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bringt eine gewaltige Vermehrung, fast eine Verdoppelung in zehn Jahren. Der Anfang des 20. Jahrhunderts bildet also den Wendepunkt nicht nur in bezug auf das Wachstum der Monopole (Kartelle, Syndikate und Trusts), wovon bereits die Rede war, sondern auch in bezug auf das Anwachsen des Finanzkapitals.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst waren Banken Zahlungsvermittler, indem sie brachliegendes Kapital sammelten und der Kapitalistenklassen zur Profiterwirtschaftung zur Verfügung stellten. Durch Konzentration der Banken werden aus kleinen Vermittlern große Monopole.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die grundlegende und ursprüngliche Operation der Banken ist die Zahlungsvermittlung. Im Zusammenhang damit verwandeln die Banken brachliegendes Geldkapital in funktionierendes, d.h. profitbringendes Kapital, sie sammeln alle und jegliche Geldeinkünfte und stellen sie der Kapitalistenklasse zur Verfügung. In dem Maße, wie sich das Bankwesen und seine Konzentration in wenigen Institutionen entwickeln, wachsen die Banken aus bescheidenen Vermittlern zu allmächtigen Monopolinhabern an. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Merkmal der modernen Konzentration im Bankwesen, im Unterschied zum klassischen Verschlingen der Zentralisation, ist die Konzernbildung, d.h. das Angliedern von kleinen Banken anhand von Kapitalbeteiligung, z.B. durch Aufkauf oder Austausch von Aktien oder durch ein System von Schuldverhältnissen. Die Beteiligung einer an der Spitze stehenden Bank an anderen kleineren Banken lässt sich in verschiedene Grade der Abhängigkeit einteilen. Das entstehende dichte Bankennetz im Land erscheint wie eine Dezentralisation. In Wirklichkeit werden die lokal begrenzten Banken einem Zentrum unterworfen. Die an der Spitze stehende Bank entwickelt sich dadurch über die bloße &amp;quot;Vermittlerrolle&amp;quot; hinaus zu einem Monopol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben den Hinweis auf die ‚angegliederten‘ Banken hervorgehoben, denn das gehört zu einem der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der modernen kapitalistischen Konzentration. Die großen Unternehmungen, besonders die Banken, verschlingen nicht nur unmittelbar die kleinen, sondern ‚gliedern‘ sie sich an, unterwerfen sie, schließen sie in ‚ihre‘ Gruppe, ihren ‚Konzern‘ – wie der technische Ausdruck lautet – ein durch ‚Beteiligung‘ an ihrem Kapital, durch Aufkauf oder Austausch von Aktien, durch ein System von Schuldverhältnissen usw. usf.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die wichtigsten Fäden, die alle Banken dieser Gruppe miteinander verbinden, in Betracht zu ziehen, muß man „Beteiligungen“ ersten, zweiten und dritten Grades unterscheiden oder, was dasselbe ist, eine Abhängigkeit (der kleineren Banken von der Deutschen Bank) ersten, zweiten und dritten Grades. […] Es ist klar, daß eine Bank, die an der Spitze einer solchen Gruppe steht und mit einem halben Dutzend anderer ihr wenig nachstehender Banken zum Zwecke besonders großer und vorteilhafter Finanzoperationen, wie z.B. Staatsanleihen, eine Verbindung eingeht, bereits über die bloße „Vermittler“rolle hinausgewachsen ist und sich in eine Vereinigung eines Häufleins von Monopolisten verwandelt hat.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sehen, wie schnell ein dichtes Netz von Kanälen entsteht, die das ganze Land überziehen, sämtliche Kapitalien und Geldeinkünfte zentralisieren und Tausende und aber Tausende von zersplitterten Wirtschaften in eine einzige gesamtnationale kapitalistische Wirtschaft und schließlich in die kapitalistische Weltwirtschaft verwandeln. Jene ‚Dezentralisation‘, von der Schulze-Gaevernitz als Vertreter der bürgerlichen politischen Ökonomie unserer Tage in dem oben angeführten Zitat spricht, besteht in Wirklichkeit darin, daß zunehmend immer mehr früher verhältnismäßig ‚selbständige‘ oder, richtiger gesagt, lokal begrenzte Wirtschaftseinheiten einem einzigen Zentrum unterworfen werden. In Wirklichkeit ist das also eine Zentralisation, eine Steigerung der Rolle, der Bedeutung, der Macht der Monopolriesen. […]  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Konzentration des Kapitals und Umsatzwachstum verändert sich die Rolle der Banken. Aus der bloßen Führung der Kontokorrenten (Leistungsabwicklung zwischen Gläubiger und Schuldner - Anm. d. Red) eines einzelnen Kapitalisten wird, sobald es Riesendimensionen annimmt, eine Unterwerfung und Vormachtstellung einer Handvoll Monopolisten über die Handels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kann sich über die jeweilige Geschäftslage genau informieren durch Bankverbindungen, Kontokorrente und andere Finanzoperationen, dann diese kontrollieren durch Möglichkeit und Art der Kreditvergabe und damit ihr Schicksal bestimmen. Sie entscheiden über die Höhe ihrer Einkünfte und die Möglichkeit über ihre Kapitalvermehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese einfachen Zahlen zeigen wohl anschaulicher als langatmige Betrachtungen, wie sich mit der Konzentration des Kapitals und dem Wachstum des Umsatzes die Bedeutung der Banken von Grund aus ändert. Aus den zersplitterten Kapitalisten entsteht ein einziger kollektiver Kapitalist. Die Bank, die das Kontokorrent für bestimmte Kapitalisten führt, übt scheinbar eine rein technische, eine bloße Hilfsoperation aus. Sobald aber diese Operation Riesendimensionen annimmt, zeigt sich, daß eine Handvoll Monopolisten sich die Handels und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft unterwirft, indem sie – durch die Bankverbindungen, Kontokorrente und andere Finanzoperationen – die Möglichkeit erhält, sich zunächst über die Geschäftslage der einzelnen Kapitalisten genau zu informieren, dann sie zu kontrollieren, sie durch Erweiterung oder Schmälerung, Erleichterung oder Erschwerung des Kredits zu beeinflussen und schließlich ihr Schicksal restlos zu bestimmen, die Höhe ihrer Einkünfte zu bestimmen, ihnen Kapital zu entziehen oder ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Kapital rasch und in großem Umfang zu erhöhen usw.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Kapital fließt der Bank aus Depositen,  Reservefonds, Revenuen und als unbeschäftigtes Geld zu, um als zinstragendes Kapital zu wirken. Da sie als gemeinschaftliche Reserve mehrerer industriellen Kapitalisten dienen, kann der Reservefond auf ein Minimum gedrückt werden. Mehr Geld steht als verleihbares Kapital zur Verfügung und kann so zur Profiterhöhung eingesetzt werden. Durch die Kontrolle der Banken über kurz- und mittelfristigen Geldanlagen kann &amp;quot;unbeschäftigtes&amp;quot; Kapital nutzbar gemacht werden. Unter Kontrolle der monopolisierten Banken vereinigen sich kleine, an sich unbedeutende Geldsummen zu einer Geldmacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital. Dadurch wird der Reservefonds der Handelswelt, weil als gemeinschaftlicher konzentriert, auf das nötige Minimum beschränkt, und ein Teil des Geldkapitals, der sonst als Reservefonds schlummern würde, wird ausgeliehen, fungiert als zinstragendes Kapital. Zweitens bildet sich ihr verleihbares Kapital aus den Depositen der Geldkapitalisten, die ihnen das Ausleihen derselben überlassen. Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. […] Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.   | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 416}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mengen des auf den Geldmarkt gehandelten Kapitals erlaubt von der besonderen Art der Kapitalanwendung bzw. Produktion zu abstrahieren. Verleiher und Borger stehen sich nicht mehr als einzelne Kapitalisten bzw. Eigentümer des Kapitals gegenüber. Angebot und Nachfrage von Kapital wird vermittelt durch Bankiers, die das gesellschaftliche Kapital vertreten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf dem Geldmarkt stehn sich nur Verleiher und Borger gegenüber. Die Ware hat dieselbe Form, Geld. Alle besondren Gestalten des Kapitals, je nach seiner Anlage in besondren Produktions- oder Zirkulationssphären sind hier ausgelöscht. Es existiert hier in der unterschiedslosen, sich selbst gleichen Gestalt des selbständigen Werts, des Geldes.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz der besondren Sphären hört hier auf; sie sind alle zusammengeworfen als Geldborger, und das Kapital steht allen auch gegenüber in der Form, worin es noch gleichgültig gegen die bestimmte Art und Weise seiner Anwendung ist. Als was das industrielle Kapital nur in der Bewegung und Konkurrenz zwischen den besondren Sphären erscheint, als an sich gemeinsames Kapital der Klasse, tritt es hier wirklich, der Wucht nach, in der Nachfrage und Angebot von Kapital auf. Andrerseits besitzt das Geldkapital auf dem Geldmarkt wirklich die Gestalt, worin es als gemeinsames Element, gleichgültig gegen seine besondre Anwendung, sich unter die verschiednen Sphären, unter die Kapitalistenklasse verteilt, je nach den Produktionsbedürfnissen jeder besondren Sphäre. Es kommt hinzu, daß mit Entwicklung der großen Industrie das Geldkapital mehr und mehr, soweit es auf dem Markt erscheint, nicht vom einzelnen Kapitalisten vertreten wird, dem Eigentümer dieses oder jenes Bruchteils des auf dem Markt befindlichen Kapitals, sondern als konzentrierte, organisierte Masse auftritt, die ganz anders als die reelle Produktion unter die Kontrolle der das gesellschaftliche Kapital vertretenden Bankiers gestellt ist. So daß. sowohl, was die Form der Nachfrage angeht, dem verleihbaren Kapital die Wucht einer Klasse gegenübertritt; wie, was das Angebot angeht, es selbst als Leihkapital en masse auftritt.  | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 380}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es findet nicht nur eine &amp;quot;Personalunion&amp;quot; über Vertreter im Aufsichtsrat zwischen Banken und Industrie, sondern auch mit dem Staat statt. Die Arbeitsteilung und das stetige Verwachsen der Banken und Industrie führt zu Banken mit &amp;quot;universalem&amp;quot;, vielseitigem, Charakter. So durchdringt das Finanzkapital alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Dazu versuchen die größten Monopolisten durch die personelle Verflechtung mit den größten Banken sowie führendem politischen Personal ihre Zugriffsmöglichkeit auf profitträchtige Geschäfte auszubauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die „Personalunion“ der Banken mit der Industrie findet ihre Ergänzung in der „Personalunion“ der einen wie der anderen Gesellschaften mit der Regierung. Jeidels schreibt: „Freiwillig werden Aufsichtsratsstellen gewährt an Personen mit gutklingenden Namen, auch ehemaligen Staatsbeamten, die im Verkehr mit den Behörden manche Erleichterung (!!) schaffen können“... „Im Aufsichtsrat einer Großbank sieht man gewöhnlich … ein Parlamentsmitglied oder ein Mitglied der Berliner Stadtverwaltung. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[Es kommt] einerseits [zu] eine[r] immer größere[n] Verschmelzung oder, nach einem treffenden Ausdruck von N.I. Bucharin, ein[em] Verwachsen des Bankkapitals mit dem Industriekapital, und anderseits ein Hinüberwachsen der Banken in Institutionen von wahrhaft „universalem Charakter“.[…] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung mit der Industrie allgemein zu machen ist die eine, sie dauernd und intensiv zu machen die andere Tendenz […].  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 226-227}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ist das Monopol einmal zustande gekommen und schaltet und waltet es mit Milliarden, so durchdringt es mit absoluter Unvermeidlichkeit alle Gebiete des öffentlichen Lebens, ganz unabhängig von der politischen Struktur und beliebigen anderen „Details.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 241}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abmachungen zwischen den besonders großen Unternehmungen sind dabei derart, daß sie, wie Schilder „gelinde&amp;quot; sagte, „an Korruption gemahnen&amp;quot;. Krupp in Deutschland, Schneider in Frankreich, Armstrong in England - das sind Musterbeispiele von Firmen, die mit den Riesenbanken und der Regierung in enger Verbindung stehen und beim Abschluß von Anleihen nicht so leicht „umgangen&amp;quot; werden können. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch &amp;quot;Personalunion&amp;quot; der größten Banken und Industrien bildet sich eine Finanzoligarchie, die den größten Teil des Kapitals konzentriert und alle ökonomischen wie politischen Institutionen in ihre Abhängigkeit bringt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Monopol ist aus den Banken erwachsen. Diese haben sich aus bescheidenen Vermittlungsunternehmungen zu Monopolisten des Finanzkapitals gewandelt. Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine „Personalunion“ hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt – das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital zieht seine riesigen und zunehmenden Profite u.a. aus Gründungen, aus Staatsanleihen und besonders aus dem Emissionsgeschäft. Dadurch entwickelt und festigt das Finanzkapital seine Monopolstellung und die Finanzoligarchie ihre Herrschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital, das in wenigen Händen konzentriert ist und faktisch eine Monopolstellung einnimmt, zieht kolossale und stets zunehmende Profite aus Gründungen, aus dem Emissionsgeschäft [Anm. d. Red.: Erstmalige Herausgabe von Wertpapieren], aus Staatsanleihen usw., verankert die Herrschaft der Finanzoligarchie und legt der gesamten Gesellschaft einen Tribut zugunsten der Monopolisten auf.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 236}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei der Entwicklung und Festigung der Finanzoligarchie spielt die außerordentlich gewinnbringende Emission von Wertpapieren als eine der wichtigsten Transaktionen des Finanzkapitals eine sehr wichtige Rolle.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 238}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Historische Rolle'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im imperialistischen Kapitalismus ersetzen die Monopole das Prinzip der freien Konkurrenz durch monopolistische Prinzipien. Profitable Geschäfte werden immer mehr durch das Ausnutzen der innerhalb der Finanzoligarchie geschaffenen Verbindungen abgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital erzeugte die Epoche der Monopole. Die Monopole sind aber überall Träger monopolistischer Prinzipien: An Stelle der Konkurrenz auf offenem Markt tritt die Ausnutzung der „Verbindungen&amp;quot; zum Zweck eines profitablen Geschäftes. Die gewöhnlichste Erscheinung ist: Bei einer Anleihe wird zur Bedingung gemacht, daß ein Teil der Anleihe zum Kauf von Erzeugnissen des kreditgebenden Landes, vor allem von Waffen, Schiffen usw. verausgabt wird.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle besitzenden Klassen innerhalb eines imperialistischen Staates wechseln auf die Seite des Imperialismus. Dies ist erstens darin begründet, dass das Finanzkapital ein dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, das selbst kleinste Kapitalisten in seine Abhängigkeit bringt. Zweitens bringt die Konkurrenz mit anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen die national verbundenen Finanzgruppen in ein gemeinsames Interesse um die Aufteilung der Welt und die Beherrschung der Länder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einerseits die gigantischen Ausmaße des in wenigen Händen konzentrierten Finanzkapitals, das sich ein außergewöhnlich weiterverzweigtes und dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, durch das es sich die Masse nicht nur der mittleren und kleinen, sondern selbst der kleinsten Kapitalistischen und Unternehmer unterwirft; andererseits der verschärfte Kampf mit den anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen um die Aufteilung der Welt und um die Herrschaft über andere Länder – all dies führt zum geschlossenen Übergang aller besitzenden Klassen auf die Seite des Imperialismus.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 290}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der voranschreitenden Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und der Entstehung von Monopolbanken kommt es formal zu einer Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Die Banken führen Buch über alle Produktionsmittel der Kapitalistenklasse und sammeln auch Geldeinkünfte der kleinen Unternehmer, der Angestellten und der oberen Schicht der Arbeiterklasse. Der Form halber ist der Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform also bereits erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihrem Inhalt nach ist die Verteilung der Produktionsmittel jedoch keineswegs allgemein, sondern privat und den Interessen des großen monopolistischen Kapitals angepasst, welches sich den Mehrwert privat aneignet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch aus vergesellschafteter Produktion und privater Aneignung des Mehrwerts tritt in Monopolen, dem Entstehen der Finanzoligarchie und dem System von Finanzoperationen in Erscheinung. Die Privatproduktion steht ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit den Banken ist ‚die Form einer allgemeinen Buchführung und Verteilung der Produktionsmittel auf gesellschaftlicher Stufenleiter gegeben, aber auch nur die Form‘, schrieb Marx vor einem halben Jahrhundert im ‚Kapital‘ (russ. Übersetzung Bd. III. Teil II, S. 144). Die von uns angeführten Daten über das Wachstum des Bankkapitals, über die Zunahme der Zahl der Filialen und Zweigstellen der Großbanken, der Zahl ihrer Konten usw. zeigen uns konkret diese ‚allgemeine Buchführung‘ der ganzen Klasse der Kapitalisten und sogar nicht nur der Kapitalisten allein, denn die Banken sammeln, sei es auch nur vorübergehend, alle möglichen Geldeinkünfte, sowohl der kleinen Unternehmer als auch der Angestellten und einer winzigen Oberschicht der Arbeiter. Eine ‚allgemeine Verteilung der Produktionsmittel‘ – das ist es, was formal gesehen aus den modernen Banken erwächst, von denen drei bis sechs Großbanken in Frankreich und sechs bis acht in Deutschland über Milliarden und aber Milliarden verfügen. Ihrem Inhalt nach aber ist diese Verteilung der Produktionsmittel keineswegs ‚allgemein‘, sondern privat, d.h., sie ist den Interessen des großen in erster Linie des allergrößten, monopolistischen Kapitals angepaßt, das unter Verhältnissen operiert, wo die Masse der Bevölkerung ein Hungerdasein fristet, die ganze Entwicklung der Landwirtschaft hinter der Entwicklung der Industrie hoffnungslos zurückbleibt und die ‚Schwerindustrie‘ sich alle übrigen Zweige der Industrie tributpflichtig macht.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 220}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.    | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 454}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Kapitalismus hin zum Imperialismus sorgt dafür, dass seine ökonomische Grundlage, die Warenproduktion – die zwar nach wie vor herrscht – durch Finanzgeschäfte untergraben ist. Die Vergesellschaftung der Produktion dient nur den &amp;quot;Genies&amp;quot; der Finanzmachenschaften / Spekulanten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalismus ist so weit entwickelt, daß die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor &amp;quot;herrscht&amp;quot; und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den &amp;quot;Genies&amp;quot; der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, die sich bis zu dieser Vergesellschaftung emporgearbeitet hat, kommt den - Spekulanten zugute.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Erscheinungsform'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das über Beteiligungen kontrollierte Vermögen umfasst ein Vielfaches des Wertes des Aktienbesitzes der Muttergesellschaft an der Tochter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die stetig zunehmende Zersplitterung des Aktienbesitzes genügt ein immer kleinerer Besitzanteil am Tochterunternehmen, um die effektive Kontrolle auszuüben. Anstatt der behaupteten Demokratisierung des Kapitals wird so stattdessen die Monopolisierung forciert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilfreich bei der Zersplitterung des Aktienbesitzes war die Möglichkeit, Aktien mit geringen Wertverbriefungen herauszugeben. Diese Möglichkeit erhöhte die Zahl der Einzelinvestoren deutlich und führte zur breiten Streuung des Aktienbesitzes in Klein- und Kleinstanteile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Hauptaufmerksamkeit ist dem „Beteiligungssystem“ zuzuwenden, von dem oben bereits kurz die Rede war. Der deutsche Ökonom Heymann, der diesem System wohl als erster Beachtung geschenkt hat, beschreibt das Wesen der Sache folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Leiter kontrolliert die Muttergesellschaft, diese die Tochtergesellschaften, diese wieder die Enkel usw., so daß man mit nicht allzu großem Kapital Riesengebiete der Produktion beherrschen kann; denn wenn immer die Herrschaft über 50% des Kapitals zur Kontrolle genügt, so braucht der Leiter nur 1 Mill. zu besitzen, um schon 8 Mill. Kapital bei den Enkelgesellschaften kontrollieren zu können. Schachtelt er noch weiter, so kommt er auf 16 Mill., 32 Mill. usw.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber zeigt die Erfahrung, daß der Besitz von 40% der Aktien genügt, um die Kontrolle über eine Aktiengesellschaft zu haben, denn ein gewisser Teil der zersplitterten Kleinaktionäre hat in der Praxis gar nicht die Möglichkeit, an den Generalversammlungen teilzunehmen usw. Die „Demokratisierung“ des Aktienbesitzes, von der bürgerliche Sophisten und opportunistische „Auch-Sozialdemokraten“ eine „Demokratisierung des Kapitals“, eine Zunahme der Rolle und Bedeutung der Kleinproduktion usw. erwarten (oder zu erwarten vorgeben), ist in Wirklichkeit eines der Mittel, die Macht der Finanzoligarchie zu vermehren.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 231-232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus diesem Grunde läßt übrigens in den fortgeschritteneren oder älteren und „erfahreneren“ kapitalistischen Ländern die Gesetzgebung kleinere Aktien zu. In Deutschland sind Aktien unter 1.000 Mark gesetzlich nicht zugelassen, und die deutschen Finanzmagnaten blicken neidvoll auf England, wo das Gesetz Aktien sogar von 1 Pfund Sterling (= 20 Mark, etwa 10 Rubel) gestattet. Siemens, einer der größten Industriellen und „Finanzkönige“ Deutschlands, erklärte in der Reichstagssitzung vom 7. Juni 1900 die „Ein-Pfund-Aktie für die Grundlage des britischen Imperialismus“.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Finanzkapital ist also in der Regel über ein weit verzweigtes Netz an Beteiligungen bzw. rechtlich unabhängigen Tochtergesellschaften aufgestellt. Dies gibt der Muttergesellschaft einerseits eine beherrschende Position innerhalb des so entstehenden Geflechts von Unternehmungen, andererseits ermöglicht es der Muttergesellschaft auch, illegale Geschäfte und Investitionen zu verschleiern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Beteiligungssystem ermöglicht es zudem, einzelne Geschäftsbereiche in Tochtergesellschaften auszugliedern, die dann bilanziell von der Muttergesellschaft getrennt sind. Dies führt - durch die Möglichkeit sich rechtzeitig durch Abstoßen der Anteile aus dem nicht erfolgreichen Geschäft zurückzuziehen - zu einer gesteigerten Risikobereitschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber das „Beteiligungssystem“ dient nicht nur dazu, die Macht der Monopolisten riesenhaft zu vermehren, es ermöglicht außerdem, jede Art von dunklen und schmutzigen Geschäften straflos zu betreiben und das Publikum zu schröpfen, denn formell, nach dem Gesetz, sind die Leiter der „Muttergesellschaft“ für die „Tochtergesellschaft“ nichtverantwortlich, die als „selbständig“ gilt und vermittels derer sich alles „drehen“ läßt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Die im] Aktienwesen ganz alltäglich[e] Bilanz-Equilibristik [Anm. d. Red.: etwa als „die Kunst, die Bilanz ins Gleichgewicht zu bringen“ zu verstehen] macht es verständlich, warum die Verwaltungen von Aktiengesellschaften Risiken im allgemeinen viel leichteren Herzens auf sich nehmen als Privatunternehmer. Die moderne Bilanztechnik macht es ihnen nicht nur leicht, das eingegangene Risiko dem Auge des Durchschnitts-Aktionärs zu verhüllen, sondern sie gestattet den Hauptinteressenten auch, sich den Folgen eines verfehlten Experiments durch rechtzeitige Fortgabe ihres Aktienbesitzes zu entziehen, während der Privatunternehmer bei allem, was er tut, seine eigene Haut zu Markte trägt. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 232-233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.   | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 452}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Überkapitalisierung von Kapitalgesellschaften – also der Wertfestsetzung, die die tatsächliche Investitionsmenge übersteigt – gelingt es dem Finanzkapital, die an der tatsächlich investierten Kapitalmenge gemessenen riesigen Profite zu verschleiern. Durch das diktieren von Monopolpreisen wird einerseits Konkurrenz außen vor gehalten, andererseits scheinen die relativen Profitraten geringer als sie im Vergleich zum investierten Kapital sind und das Kapital zieht Monopolprofite aus seinen Geschäften.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hier eines der zahllosen von Hilferding angeführten Beispiele für das „Wirtschaften“ der amerikanischen Trusts: „Im Jahre 1887 gründete Havemeyer den Zuckertrust durch Verschmelzung von 15 kleinen Gesellschaften mit einem Gesamtkapital von 6½ Millionen Dollar. Das Kapital des Trusts wurde aber, wie der amerikanische Ausdruck lautet, „verwässert“ und auf 50 Millionen festgesetzt. Diese „Überkapitalisation“ nahm die künftigen Monopolprofite vorweg, wie auch der Stahltrust – ebenfalls in Amerika – künftige Monopolprofite vorwegnimmt, wenn er immer neue Eisenerzvorkommen aufkauft. Und in der Tat führte der Zuckertrust Monopolpreise ein und erzielte derartige Gewinne, daß er für das siebenfach „verwässerte“ Kapital 10 Prozent Dividende auszahlen konnte, d.h. fast 70 Prozent auf das bei Gründung des Trusts tatsächlich einbezahlte Kapital! 1909 wies der Trust ein Kapital von 90 Mill. Dollar aus. Also in zweiundzwanzig Jahren mehr als eine Verzehnfachung des Kapitals.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 236-237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel, wie das Finanzkapital seine Profite maximiert, ist die Spekulation mit Grundstücken in schnell wachsenden Ballungsräumen in der Hoffnung auf hohe Profitraten. Das Finanzkapital verschmilzt dort mit Bau- und Immobilienkapitalen, mit Verkehrsbetrieben und der öffentlichen Verwaltung. Ziel ist es hier, durch die Aufwertung von Grundstücken, bspw. durch die Verbesserung der Verkehrsanbindung die Grundrenten steigen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders in diesen Bereichen, die starken öffentlich-rechtlichen Restriktionen unterliegen (um bauen zu können, benötigt man ein staatlich sanktioniertes Baurecht) ist eine starke Beteiligung und Einflussnahme auf die führenden Figuren der öffentlichen Verwaltung zu beobachten. Diese drückt sich bspw. dadurch aus, dass häufig Lokalpolitiker in den Aufsichtsräten lokaler Sparkassen und Verkehrsunternehmen sitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine besonders gewinnbringende Transaktion des Finanzkapitals ist auch die Spekulation mit Grundstücken in der Umgebung schnell wachsender Großstädte. Das Bankmonopol verschmilzt hier mit den Monopolen der Grundrente [Anm. der Red.: Die Grundrente stellt den Geldbetrag dar, den der Grundeigentümer für die Nutzung des Grundeigentums fordert. Dieser an den Grundeigentümer zu entrichtende Preis für die Bodennutzung ist ohne rationellen Maßstab, da für die Bereitstellung des Bodens keine gesellschaftliche Arbeit aufgewendet wurde] und des Verkehrswesens, denn das Steigen der Preise für Grundstücke, die Möglichkeit, diese in Parzellen günstig zu verkaufen u.a.m., hängt vor allem von der guten Verkehrsverbindung mit dem Zentrum der Stadt ab, und diese Verkehrsmittel befinden sich in den Händen großer Gesellschaften, die durch das Beteiligungssystem und die Verteilung von Direktorenposten mit eben denselben Banken verbunden sind. So entsteht das, was der deutsche Schriftsteller L. Eschwege, ein Mitarbeiter der Zeitschrift ‚Die Bank‘, der den Terrainhandel, die Verpfändung von Grundstücken usw. speziell studierte, den ‚Sumpf‘ genannt hat: wahnwitzige Spekulation mit Vorortgrundstücken, Zusammenbrüche von Baufirmen, wie der Berliner Firma Boswau &amp;amp; Knauer, die ein Kapital von ungefähr 100 Millionen Mark zusammengerafft hatte, und zwar durch Vermittlung der ‚höchst soliden und großen‘ ‚Deutschen Bank‘, die natürlich nach dem ‚Beteiligungs‘system, d.h. insgeheim, hinterrücks, tätig war und sich nach Einbuße von ‚bloß‘ 12 Millionen Mark aus der Affäre zog; ferner Ruinierung von kleinen Unternehmern und Arbeitern, die von den Schwindelfirmen des Baugewerbes nichts erhalten; dazu betrügerische Abmachungen mit der ‚ehrlichen‘ Berliner Polizei und den Verwaltungsorganen, um sich des Auskunftswesens im Baugewerbe und der Baubewilligung der Stadtverwaltung zu bemächtigen usw. usf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 239-240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zeiten des Aufschwungs wachsen die Profite des Finanzkapitals stark. Doch auch in Zeiten der Rezession findet es profitable Geschäftsgelegenheiten oder legt zumindest den Grundstein für künftige Profite. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies geschieht bspw. durch das Aufkaufen insolventer oder in der Krise nicht profitabler Unternehmungen, die anschließend im Profitinteresse des Finanzkapitals saniert, mit anderen Geschäftszweigen zusammengelegt oder direkt aufgelöst werden. So werden diese Unternehmungen in Abhängigkeit vom Finanzkapital gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Während zur Zeit des industriellen Aufschwungs die Profite des Finanzkapitals unerhört groß sind, gehen in Zeiten des Niedergangs die kleinen und schwachen Unternehmungen zugrunde, die Großbanken aber „beteiligen sich“ dann an deren Aufkauf zu Spottpreisen oder an profitablen „Sanierungen“ und „Reorganisationen“. Bei den „Sanierungen“ der mit Verlust arbeitenden Unternehmungen wird „das Aktienkapital herabgesetzt; das heißt, das Erträgnis verteilt sich auf ein geringeres Kapital, ist diesem alsdann angemessen. Oder wenn kein Erträgnis da ist, so wird neues Kapital aufgebracht, das, mit dem minderbewerteten alten zusammengenommen, nunmehr genügenden Ertrag abwirft. Nebenbei“, fügt Hilferding hinzu, „sei bemerkt, daß diese Sanierungen und Reorganisationen für die Banken von doppelter Bedeutung sind: erstens als gewinnbringendes Geschäft und zweitens als eine Gelegenheit, solche notleidenden Gesellschaften von sich in Abhängigkeit zu bringen.“| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 238-239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Aufteilung der Welt unter die Kapitalistenverbände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalistenverbände bezeichnet im Allgemeinen die unterschiedlichen Zusammenschlüsse der Kapitalien um gemeinsam aus einer Monopolstellung zu agieren. Dabei kann die Art und die Form der Zusammenarbeit stark variieren. Verschiedene Unternehmen können zu einem Trust oder Konzern verschmelzen. Während bei einem Trust ein neues Unternehmen entsteht, bleiben in einem Konzern die Unternehmen selbstständig, arbeiten aber unter einer einheitlichen Leitung. Unternehmen können auch ohne formal-juristische Formänderung zu einem Kartell zusammenschließen. Dies bedeutet, dass sie meistens innerhalb einer Branche vertraglich Absprachen halten um den Wettbewerb untereinander zu begrenzen. Das Syndikat ist eine besondere Form des Kartells, welches insbesondere die Preise und den Absatz der Mitglieder bestimmt. Ausschlaggebend ist jedoch die Zusammenarbeit der Kapitalien im Sinne eines Monopols.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kartelle, Syndikate, Trusts, Kapitalistenverbände, Monopolverbände, Ungleichmäßige Entwicklung, Neuaufteilung, Ultraimperialismus, Kautsky&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Binnenmarkt hängt untrennbar mit dem Weltmarkt zusammen. &lt;br /&gt;
Der wachsende Kapitalexport schafft den Weltmarkt und führt zu Abmachungen der kapitalexportierenden Monopolkapitale und damit zu Bildung von internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Monopolverbände der Kapitalisten – die Kartelle, Syndikate und Trusts – teilen vor allem den ganzen Binnenmarkt unter sich auf, indem sie die Produktion des betreffenden Landes mehr oder weniger vollständig an sich reißen. Aber der Binnenmarkt hängt unter dem Kapitalismus untrennbar mit dem Außenmarkt zusammen. Der Kapitalismus hat längst den Weltmarkt geschaffen. Und in dem Maße, wie der Kapitalexport wuchs und die ausländischen und kolonialen Verbindungen und ‚Einflußsphären‘ der riesigen Monopolverbände sich in jeder Weise erweiterten, kam es ‚natürlicherweise‘ unter ihnen zu Abmachungen im Weltmaßstab, zur Bildung von internationalen Kartellen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz gegen einheitlich und weltweit handelnde Trusts ist schwer. Eine Aufteilung der Branche weltweit unter zwei mächtige Trusts schließt Neuaufteilung nicht aus, sobald das Kräfteverhältnis infolge der ungleichmäßigen Entwicklung, oder infolge von Kriegen, Zusammenbrüchen etc. sich ändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man versteht ohne weiteres, wie schwierig die Konkurrenz gegen diesen faktisch einheitlichen, die gesamte Welt umspannenden Trust ist, der über ein Kapital von mehreren Milliarden verfügt und seine ‚Niederlassungen‘, Vertretungen, Agenturen, Verbindungen an allen Ecken und Enden der Welt hat. Aber eine Aufteilung der Welt unter zwei mächtige Trusts schließt natürlich eine Neuaufteilung nicht aus, sobald das Kräfteverhältnis – infolge der ungleichmäßigen Entwicklung, von Kriegen, Zusammenbrüchen usw. – sich ändert.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgerliche Schriftsteller (auch Kautsky) behaupten, dass internationale Kartelle die Erhaltung des Friedens erhoffen lassen. Das ist theoretisch Unsinn und praktisch Sophismus, eine unehrliche Methode, den schlimmsten Opportunismus zu verteidigen.&amp;lt;br/&amp;gt;Internationale Kartelle zeigen, bis zu welchem Grad Monopole angewachsen sind und worum es im Kampf zwischen den Kapitalistenverbänden geht.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Form des Kampfes kann sich ändern, aber das Wesen und sein Klasseninhalt nicht.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist im Interesse der deutschen Bourgeoisie, den Inhalt des ökonomischen Kampfes (Teilung der Welt) zu vertuschen und nur die Form des Kampfes hervorzukehren.&amp;lt;br/&amp;gt;Kapitalisten teilen die Welt unter sich auf, weil die Stufe der Konzentration sie dazu zwingt. Die Aufteilung wird nach Macht – nach Kapital – vorgenommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Macht wechselt aber mit der ökonomischen und politischen Entwicklung.&amp;lt;br/&amp;gt;Um Machtverschiebungen zu verstehen, muss man wissen, ob sie ökonomischer oder außerökonomischer Natur (Krieg) sind. Aber das ist eine nebensächliche Frage. Es ändert nichts an der grundlegenden Anschauung über die jüngste Epoche des Kapitalismus.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Frage nach dem Inhalt des Kampfes und der Vereinbarungen zwischen den Kapitalistenverbänden durch die Frage nach der Form zu ersetzen, heißt zum Sophismus abzugleiten.&amp;lt;br/&amp;gt;Unter den Kapitalistenverbänden bilden sich bestimmte Beziehungen auf dem Boden der ökonomischen Aufteilung der Welt heraus. Daneben und im Zusammenhang damit bilden sich zwischen den politischen Verbänden, den Staaten, bestimmte Beziehungen auf dem Boden der territorialen Aufteilung der Welt heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Manche bürgerliche Schriftsteller (denen sich jetzt auch K. Kautsky zugesellt hat, der seiner marxistischen Einstellung, z.B. von 1909, völlig untreu geworden ist) gaben der Meinung Ausdruck, daß die internationalen Kartelle, als eine der am klarsten ausgeprägten Erscheinungsformen der Internationalisierung des Kapitals, die Erhaltung des Friedens zwischen den Völkern im Kapitalismus erhoffen lassen. Diese Ansicht ist theoretisch völlig unsinnig und praktisch ein Sophismus, eine unehrliche Methode, den schlimmsten Opportunismus zu verteidigen. Die internationalen Kartelle zeigen, bis zu welchem Grade die kapitalistischen Monopole jetzt angewachsen sind und worum der Kampf zwischen den Kapitalistenverbänden geht. Dieser letzte Umstand ist der wichtigste; nur er allein macht uns den historisch-ökonomischen Sinn des Geschehens klar, denn die Form des Kampfes kann wechseln und wechselt beständig aus verschiedenen, verhältnismäßig untergeordneten und zeitweiligen Gründen, aber das Wesen des Kampfes, sein Klasseninhalt, kann sich durchaus nicht ändern, solange es Klassen gibt. Selbstverständlich liegt es im Interesse z.B. der deutschen Bourgeoisie, auf deren Seite dem Wesen der Sache nach Kautsky in seinen theoretischen Darlegungen übergegangen ist (wovon noch die Rede sein wird), den Inhalt des heutigen ökonomischen Kampfes (Teilung der Welt) zu vertuschen und bald diese, bald jene Form des Kampfes hervorzukehren. Denselben Fehler begeht Kautsky. Und es handelt sieh [!] natürlich nicht um die deutsche, sondern um die internationale Bourgeoisie. Die Kapitalisten teilen die Welt nicht etwa aus besonderer Bosheit unter sich auf, sondern weil die erreichte Stufe der Konzentration sie zwingt, diesen Weg zu beschreiten, um Profite zu erzielen; dabei wird die Teilung ‚nach dem Kapital‘, ‚nach der Macht‘ vorgenommen – eine andere Methode der Teilung kann es im System der Warenproduktion und des Kapitalismus nicht geben. Die Macht aber wechselt mit der ökonomischen und politischen Entwicklung; um zu begreifen, was vor sich geht, muß man wissen, welche Fragen durch Machtverschiebungen entschieden werden; ob diese Verschiebungen nun ‚rein‘ ökonomischer Natur oder außerökonomischer (z.B. militärischer) Art sind, ist eine nebensächliche Frage, die an den grundlegenden Anschauungen über die jüngste Epoche des Kapitalismus nichts zu ändern vermag. Die Frage nach dem Inhalt des Kampfes und der Vereinbarungen zwischen den Kapitalistenverbänden durch die Frage nach der Form des Kampfes und der Vereinbarungen (heute friedlich, morgen nicht friedlich, übermorgen wieder nicht friedlich) ersetzen heißt zum Sophisten herabsinken. &amp;lt;br/&amp;gt;Die Epoche des jüngsten Kapitalismus zeigt uns, daß sich unter den Kapitalistenverbänden bestimmte Beziehungen herausbilden auf dem Boden der ökonomischen Aufteilung der Welt, daß sich aber daneben und im Zusammenhang damit zwischen den politischen Verbänden, den Staaten, bestimmte Beziehungen herausbilden auf dem Boden der territorialen Aufteilung der Welt, des Kampfes um die Kolonien, ‚des Kampfes um das Wirtschaftsgebiet‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 257-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kolonialpolitik hat die Besitzergreifung unbesetzter Länder durch die kapitalistischen Länder beendet, die Welt ist aufgeteilt. Es kommen nur noch Neuaufteilungen in Frage.&amp;lt;br/&amp;gt;Das ist die Epoche der kolonialen Weltpolitik, die aufs engste verknüpft ist mit dem Finanzkapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In dem Sinne, daß die Kolonialpolitik der kapitalistischen Länder die Besitzergreifung unbesetzter Länder auf unserem Planeten beendet hat. Die Welt hat sich zum erstenmal [!] als bereits aufgeteilt erwiesen, so daß in der Folge nur noch Neuaufteilungen in Frage kommen, d.h. der Übergang von einem ‚Besitzer‘ auf den anderen, nicht aber die Besitzergreifung herrenlosen Landes.&amp;lt;br/&amp;gt;Wir leben folglich in einer eigenartigen Epoche der kolonialen Weltpolitik, die aufs engste verknüpft ist mit ‚der jüngsten Entwicklungsstufe des Kapitalismus‘, mit dem Finanzkapital.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Aufteilung der Welt unter die Großmächte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der grundlegenden Merkmale des Imperialismus ist die Aufteilung der Welt unter den kapitalistischen Großmächten. Die territoriale Aufteilung der Welt ist im Imperialismus abgeschlossen, die Kämpfe werden nun verschärft um die Neuaufteilung der Welt geführt. Das Finanzkapital ist eine solch gewaltige ökonomische Macht, dass es politisch unabhängige Staaten ebenso unterwerfen kann wie Kolonien. Dadurch entstehen viele verschiedene Übergangsformen der staatlichen, finanziellen und diplomatischen Abhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuaufteilung, Finanzkapital, Kolonien, Opportunismus, Syndikate, Trusts, Kautsky, Merkmale&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang der (Neu-)Aufteilung der Welt unter die Großmächte wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Übergang zum Stadiums des Monopolkapitalismus, des Finanzkapitals ist verknüpft mit der Verschärfung des Kampfes um die Aufteilung der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Unzweifelhaft ist daher die Tatsache, daß der Übergang des Kapitalismus zum Stadium des Monopolkapitalismus, zum Finanzkapital, mit einer Verschärfung des Kampfes um die Aufteilung der Welt verknüpft ist.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterwerfung unabhängiger Staaten unter das Finanzkapital, insbesondere halbkolonialer Länder: Das Finanzkapital mit seiner weltumspannenden Macht ist imstande, politisch unabhängige Staaten zu unterwerfen. Die größten Vorteile für das Finanzkapital ergeben sich dabei aus der Unterwerfung unabhängiger Staaten durch Verlust ihrer politischen Unabhängigkeit. Neben vollständig unterworfenen Staaten existieren dabei als &amp;quot;Mittelding&amp;quot; halbkoloniale Länder mit Übergangsstadien politischer Unabhängigkeit. Diese sind formal unabhängig, jedoch in ein Netz finanzieller und diplomatischer Zusammenhänge verstrickt und damit in Wirklichkeit abhängig vom imperialistischen Finanzkapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital ist eine so gewaltige, man darf wohl sagen, entscheidende Macht in allen ökonomischen und in allen internationalen Beziehungen, daß es sich sogar Staaten unterwerfen kann und tatsächlich auch unterwirft, die volle politische Unabhängigkeit genießen; wir werden sogleich Beispiele dafür sehen. Aber selbstverständlich bietet dem Finanzkapital die meisten ‚Annehmlichkeiten‘ und die größten Vorteile eine solche Unterwerfung, die mit dem Verlust der politischen Unabhängigkeit der Länder und Völker, die unterworfen werden, verbunden ist. Die halbkolonialen Länder sind in dieser Beziehung als ‚Mittelding‘ typisch. Der Kampf um diese halbabhängigen Länder mußte begreiflicherweise besonders akut werden in der Epoche des Finanzkapitals, als die übrige Welt bereits aufgeteilt war.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 264}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig beschränken sich Analysen der Weltpolitik auf eine reine Formanalyse: Der Imperialismus der heutigen Zeit wird mit historisch anderen Beispielen wie dem Römischen Reich verglichen, als sei damit irgendetwas erklärt. Eine solche Kritik ist zwangsläufig opportunistisch, da sie vom Klassencharakter des Imperialismus absieht und damit den wahren Gegner nicht erkennt: Die Monopolverbände in ihrer weltweiten Konkurrenz.&amp;lt;br/&amp;gt;Grundlegende Besonderheit des modernen Kapitalismus ist die Herrschaft der Monopolverbände.&lt;br /&gt;
Diese Monopole sind am festesten, wenn alle Rohstoffquellen in einer Hand zusammengefasst werden.&amp;lt;br/&amp;gt;Kolonialbesitz bietet volle Gewähr über den Erfolg der Monopole.&amp;lt;br/&amp;gt;Je höher entwickelt der Kapitalismus, je stärker der Rohstoffmangel, die Konkurrenz und die Jagd nach Rohstoffquellen in der ganzen Welt ausgeprägt sind, desto erbitterter ist der Kampf um Kolonien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kolonialpolitik und Imperialismus hat es auch vor dem jüngsten Stadium des Kapitalismus und sogar vor dem Kapitalismus gegeben. Das auf Sklaverei beruhende Rom trieb Kolonialpolitik und war imperialistisch. Aber ‚allgemeine‘ Betrachtungen über den Imperialismus, die den radikalen Unterschied zwischen den ökonomischen Gesellschaftsformationen vergessen oder in den Hintergrund schieben, arten unvermeidlich in leere Banalitäten oder Flunkereien aus, wie etwa der Vergleich des ‚größeren Rom mit dem größeren Britannien‘. Selbst die kapitalistische Kolonialpolitik der früheren Stadien des Kapitalismus unterscheidet sich wesentlich von der Kolonialpolitik des Finanzkapitals. &amp;lt;br/&amp;gt;Die grundlegende Besonderheit des modernen Kapitalismus ist die Herrschaft der Monopolverbände der Großunternehmer. Derartige Monopole sind am festesten, wenn alle Rohstoffquellen in einer Hand zusammengefaßt werden, und wir haben gesehen, wie eifrig die internationalen Kapitalistenverbände bemüht sind, dem Gegner jede Konkurrenz unmöglich zu machen, wie eifrig sie bemüht sind, z.B. Eisenerzlager oder Petroleumquellen usw. aufzukaufen. Einzig und allein der Kolonialbesitz bietet volle Gewähr für den Erfolg der Monopole gegenüber allen Zufälligkeiten im Kampfe mit dem Konkurrenten – bis zu einer solchen Zufälligkeit einschließlich, daß der Gegner auf den Wunsch verfallen könnte, sich hinter ein Gesetz über ein Staatsmonopol zu verschanzen. Je höher entwickelt der Kapitalismus, je stärker fühlbar der Rohstoffmangel, je schärfer ausgeprägt die Konkurrenz und die Jagd nach Rohstoffquellen in der ganzen Welt sind, desto erbitterter ist der Kampf um die Erwerbung von Kolonien.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 264-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise, man könne Rohstoffe auf dem freien Markt ohne kostspielige Kolonialpolitik  erhalten und das Angebot durch Steigerung der Landwirtschaft steigern, lassen die wichtigste Besonderheit – das Monopol – außer Acht. Der freie Markt rückt in die Vergangenheit, Syndikate und Trusts engen ihn von Tag zu Tag ein.&amp;lt;br/&amp;gt;Eine Hebung der Landwirtschaft würde die Hebung des Lebensstandards der Bevölkerung bedeuten. Das wäre aber eine Erhöhung der Löhne.&amp;lt;br/&amp;gt; Trusts, die fähig wären, sich um die Lage der Massen zu kümmern, sind Phantasie süßlicher Reformer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Natürlich versuchen bürgerliche Reformer, darunter besonders die Kautskyaner von heute, die Bedeutung derartiger Tatsachen durch den Hinweis abzuschwächen, daß man Rohstoffe ohne die ‚kostspielige und gefährliche‘ Kolonialpolitik auf dem freien Markt erhalten ‚könne‘, daß man das Angebot an Rohstoffen durch ‚einfache‘ Hebung der Landwirtschaft überhaupt gewaltig steigern ‚könne‘. Aber derartige Hinweise verwandeln sich in eine Apologie des Imperialismus, in dessen Beschönigung, denn sie beruhen auf der Außerachtlassung der wichtigsten Besonderheit des modernen Kapitalismus: der Monopole. Der freie Markt rückt immer mehr in die Vergangenheit, monopolistische Syndikate und Trusts engen ihn von Tag zu Tag mehr ein, die ‚einfache‘ Hebung der Landwirtschaft aber läuft auf eine Hebung der Lage der Massen, auf eine Erhöhung der Löhne und eine Verminderung des Profits hinaus. Wo existieren jedoch, außer in der Phantasie süßlicher Reformer, Trusts, die fähig wären, sich um die Lage der Massen zu kümmern, anstatt Kolonien zu erobern?| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 265}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital des Imperialismus muss sich die Welt ökonomisch und politisch aufteilen. In diesem Prozess schafft es sich verschiedene Formen der staatlichen Abhängigkeiten, die im Unterschied zum einfachen System der zwei Hauptgruppen (mit Ländern, die Kolonien besitzen und den Kolonien selber) die Abhängigkeiten stark verdecken können, z. B. hinter der formalen Souveränität der eigentlich abhängigen Länder.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese sind in ein Netz finanzieller und diplomatischer Abhängigkeit verstrickt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Spricht man von der Kolonialpolitik in der Epoche des kapitalistischen Imperialismus, dann muß bemerkt werden, daß das Finanzkapital und die ihm entsprechende internationale Politik, die auf einen Kampf der Großmächte um die ökonomische und politische Aufteilung der Welt hinausläuft, eine ganze Reihe von Übergangsformen der staatlichen Abhängigkeit schaffen. Typisch für diese Epoche sind nicht nur die beiden Hauptgruppen von Ländern – die Kolonien besitzenden und die Kolonien selber –, sondern auch die verschiedenartigen Formen der abhängigen Länder, die politisch, formal selbständig, in Wirklichkeit aber in ein Netz finanzieller und diplomatischer Abhängigkeit verstrickt sind.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 267}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb muss man − ohne zu vergessen, dass alle Definitionen überhaupt nur bedingte und relative Bedeutung haben, da eine Definition niemals die allseitigen Zusammenhänge einer Erscheinung in ihrer vollen Entfaltung umfassen kann − eine solche Definition des Imperialismus geben, die folgende fünf seiner grundlegenden Merkmale enthalten würde:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Deshalb muß man – ohne zu vergessen, daß alle Definitionen überhaupt nur bedingte und relative Bedeutung haben, da eine Definition niemals die allseitigen Zusammenhänge einer Erscheinung in ihrer vollen Entfaltung umfassen kann – eine solche Definition des Imperialismus geben, die folgende fünf seiner grundlegenden Merkmale enthalten würde:&amp;lt;br/&amp;gt;1. Konzentration der Produktion und des Kapitals, die eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat, daß sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen; 2. Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und Entstehung einer Finanzoligarchie auf der Basis dieses ‚Finanzkapitals‘; 3. der Kapitalexport, zum Unterschied vom Warenexport, gewinnt besonders wichtige Bedeutung; 4. es bilden sich internationale monopolistische Kapitalistenverbände, die die Welt unter sich teilen, und 5. die territoriale Aufteilung der Erde unter die kapitalistischen Großmächte ist beendet. Der Imperialismus ist der Kapitalismus auf jener Entwicklungsstufe, wo die Herrschaft der Monopole und des Finanzkapitals sich herausgebildet, der Kapitalexport hervorragende Bedeutung gewonnen, die Aufteilung der Welt durch die internationalen Trusts begonnen hat und die Aufteilung des gesamten Territoriums der Erde durch die größten kapitalistischen Länder abgeschlossen ist.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270-71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Imperialismus als besonderes Stadium des Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für den Imperialismus als besonderes Stadium des Kapitalismus ist die Entstehung von Finanzkapital, welches nicht nur Agrarregionen, sondern auch Industriegebiete unterwirft. Die Neuaufteilung der Welt zwingt imperialistische Staaten, beliebige Länder in Abhängigkeit zu bringen. Das Finanzkapital verschärft die Widersprüche im Imperialismus, und seine Aggressivität ist nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch zu begründen. Eine Trennung von imperialistischer Politik und Ökonomie kommt zwingend zu falschen Analysen. Im Imperialismus kann es zu Stagnation und Fäulnis kommen, da Monopole Preise künstlich festsetzen und den technologischen Fortschritt vorübergehend aufhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzkapital, Annexion, Fäulnis, Obsolenz, Stagnation, Fortschritt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besonderheit des Imperialismus als jüngstes Stadium des Kapitalismus wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Imperialismus ist die Entstehung des Finanzkapitals charakteristisch und dass nicht mehr nur einfache Agrarregionen, sondern auch hochentwickeltere Industriegebiete mit ihrem Finanzkapital annektiert werden. Kautskys Annahme, es gehe nur um die Annexion ländlicher Gebiete für die Ausweitung der Industrie, ist historisch und theoretisch falsch: das Finanzkapital sucht im Imperialismus Anlagemöglichkeiten in bereits bestehenden Industrien und zielt nicht auf eine Entwicklung unterentwickelter Gebiete ab. Die abgeschlossene Aufteilung der Erde zwingt bei Neuaufteilungen, die Hand nach jedem beliebigen Land auszustrecken.&amp;lt;br/&amp;gt;Dabei geht es im Wettbewerb der imperialistischen Staaten auch vor allem um die Schwächung des Konkurrenten durch Untergrabung seiner Hegemonie in einem anderen Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Imperialismus ist Drang nach Annexionen – darauf läuft der politische Teil der Kautskyschen Definition hinaus. Er ist richtig, aber höchst unvollständig, denn politisch ist Imperialismus überhaupt Drang nach Gewalt und Reaktion. Uns beschäftigt jedoch hier die ökonomische Seite der Frage, die Kautsky selbst in seine Definition hineingebracht hat. Die Unrichtigkeiten in Kautskys Definition springen in die Augen. Für den Imperialismus ist ja gerade nicht das Industrie-, sondern das Finanzkapital charakteristisch. Es ist kein Zufall, daß in Frankreich gerade die besonders rasche Entwicklung des Finanzkapitals bei gleichzeitiger Schwächung des Industriekapitals seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine äußerste Verschärfung der annexionistischen (Kolonial-) Politik hervorgerufen hat. Für den Imperialismus ist gerade das Bestreben charakteristisch, nicht nur agrarische Gebiete, sondern sogar höchst entwickelte Industriegebiete zu annektieren (Deutschlands Gelüste auf Belgien, Frankreichs auf Lothringen), denn erstens zwingt die abgeschlossene Aufteilung der Erde, bei einer Neuaufteilung die Hand nach jedem beliebigen Land auszustrecken, und zweitens ist für den Imperialismus wesentlich der Wettkampf einiger Großmächte in ihrem Streben nach Hegemonie, d.h. nach der Eroberung von Ländern, nicht so sehr direkt für sich als vielmehr zur Schwächung des Gegners und Untergrabung seiner Hegemonie (für Deutschland ist Belgien von besonderer Wichtigkeit als Stützpunkt gegen England; für England Bagdad als Stützpunkt gegen Deutschland usw.).| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 272-273}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kautsky trennt die Politik des Imperialismus von seiner Ökonomik, indem er von Annexionen als der vom Finanzkapital bevorzugten Politik spricht.&lt;br /&gt;
Angeblich ist eine andere, bürgerliche Politik auf derselben Basis des Finanzkapitals möglich.&amp;lt;br/&amp;gt;Monopole in der Wirtschaft sollen vereinbar sein mit einer nicht monopolistischen, nicht annexionistischen, nicht gewalttätigen Politik.&amp;lt;br/&amp;gt;Als ob eine territoriale Neuaufteilung der Erde, die die Grundlage des Wettkampfs der kapitalistischen Großmächte ist, vereinbar wäre mit einer nicht imperialistischen Politik.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Resultat ist die Abstumpfung der fundamentalsten Widersprüche des Kapitalismus, anstatt einer Enthüllung ihrer Tiefe. Das Resultat ist bürgerlicher Reformismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kautskys Definition ist nicht nur unrichtig und unmarxistisch. Sie dient als Begründung für ein ganzes System von Auffassungen, die auf der ganzen Linie sowohl mit der marxistischen Theorie als auch mit der marxistischen Praxis brechen, wovon später noch die Rede sein wird. Ganz und gar unernst ist der von Kautsky entfachte Streit um Worte, nämlich ob das jüngste Stadium des Kapitalismus als Imperialismus oder als Stadium des Finanzkapitals anzusprechen sei. Man nenne es, wie man will – darauf kommt es nicht an. Wesentlich ist, daß Kautsky die Politik des Imperialismus von seiner Ökonomik trennt, indem er von Annexionen als der vom Finanzkapital ‚bevorzugten‘ Politik spricht und ihr eine angeblich andere bürgerliche Politik auf derselben Basis des Finanzkapitals entgegenstellt. Es kommt so heraus, als ob die Monopole in der Wirtschaft vereinbar wären mit einem nicht monopolistischen, nicht gewalttätigen, nicht annexionistischen Vorgehen in der Politik. Als ob die territoriale Aufteilung der Welt, die gerade in der Epoche des Finanzkapitals beendet wurde und die die Grundlage für die Eigenart der jetzigen Formen des Wettkampfs zwischen den kapitalistischen Großstaaten bildet, vereinbar wäre mit einer nicht imperialistischen Politik. Das Resultat ist eine Vertuschung, eine Abstumpfung der fundamentalsten Widersprüche des jüngsten Stadiums des Kapitalismus statt einer Enthüllung ihrer Tiefe, das Resultat ist bürgerlicher Reformismus statt Marxismus.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 274}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ultraimperialismus ist unmöglich, da das Finanzkapital die Widersprüche in der Welt nicht abschwächt, sondern verschärft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | Kautskys leeres Gerede von einem Ultraimperialismus nährt unter anderem den grundfalschen Gedanken, der Wasser auf die Mühle der Apologeten des Imperialismus leitet, daß die Herrschaft des Finanzkapitals die Ungleichmäßigkeiten und die Widersprüche innerhalb der Weltwirtschaft abschwäche, während sie in Wirklichkeit diese verstärkt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 276}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschwinden der Notwendigkeit technischen Fortschritts aufgrund von Monopolpreisen: Mit der Einführung von Monopolpreisen verschwindet zeitweise die Notwendigkeit der Unternehmen, technischen und anderen Fortschritt zu leisten. Diese Tendenz zu Stagnation und Fäulnis ist dem Monopol eigen.&lt;br /&gt;
Es entsteht die ökonomische Möglichkeit, technischen Fortschritt künstlich aufzuhalten.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Monopol kann Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In dem Maße, wie Monopolpreise, sei es auch nur vorübergehend, eingeführt werden, verschwindet bis zu einem gewissen Grade der Antrieb zum technischen und folglich auch zu jedem anderen Fortschritt, zur Vorwärtsbewegung; und insofern entsteht die ökonomische Möglichkeit, den technischen Fortschritt künstlich aufzuhalten. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Gewiß kann das Monopol unter dem Kapitalismus die Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten (das ist übrigens einer der Gründe, warum die Theorie des Ultraimperialismus unsinnig ist). Die Möglichkeit, durch technische Verbesserungen die Produktionskosten herabzumindern und die Profite zu erhöhen, begünstigt natürlich Neuerungen. Aber die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis, die dem Monopol eigen ist, wirkt nach wie vor und gewinnt in einzelnen Industriezweigen, in einzelnen Ländern für gewisse Zeitspannen die Oberhand.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Parasitismus und Fäulnis des Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem imperialistischen Finanzkapital heraus entsteht eine Klasse von Menschen, die von den Profiten eines Unternehmens leben kann, jedoch von dessen Produktion vollständig losgelöst sind. Die Welt wird aufgeteilt in Schuldner- und Wucherstaaten. Letztere gewinnen ihre Profite vor allem mittels parasitärer Aneignung. Zunehmende Migration von rückständigen Ländern in imperialistische Länder aufgrund höherer Löhne ist eine Auswirkung dieser Unterteilung. Das Finanzkapital bringt alle Schichten der besitzenden Klassen auf die Seite des Imperialismus. Seine Ideologie dringt als Opportunismus auch in die Arbeiterklasse ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parasitismus, Parasitäre Schicht, Wucherstaaten, Schuldnerstaaten, Migration, Finanzkapital, Ideologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Imperialismus, sein Parasitismus und seine Ideologie, werden von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herausbildung der Schicht der „Rentner“: Aus dem imperialistischen Finanzkapital entsteht die Klasse der &amp;quot;Kuponschneider&amp;quot;, d. h. Menschen, die von der Produktion eines Unternehmens völlig losgelöst sind, jedoch von den Profiten leben, die es abwirft. Ganze Staaten können &amp;quot;Kuponschneiderstaaten&amp;quot; werden und haben damit einen Kapitalismus, der parasitär durch die Ausbeutung anderer Länder lebt. Die Welt wird damit aufgeteilt in Schuldner- und Wucherstaaten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daraus ergibt sich das außergewöhnliche Anwachsen der Klasse oder, richtiger, der Schicht der Rentner, d.h. Personen, die vom ‚Kuponschneiden‘ leben, Personen, die von der Beteiligung an irgendeinem Unternehmen völlig losgelöst sind, Personen, deren Beruf der Müßiggang ist. Die Kapitalausfuhr, eine der wesentlichsten ökonomischen Grundlagen des Imperialismus, verstärkt diese völlige Isolierung der Rentnerschicht von der Produktion noch mehr und drückt dem ganzen Land, das von der Ausbeutung der Arbeit einiger überseeischer Länder und Kolonien lebt, den Stempel des Parasitismus auf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Imperialismus besteht darin, dass immer mehr Profite statt aus dem Verkauf von Waren aus parasitären Formen der Aneignung entspringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Einnahmen der Rentner sind also im ‚handelstüchtigsten‘ Lande der Welt fünfmal so groß wie die Einnahmen aus dem Außenhandel! Das ist das Wesen des Imperialismus und des imperialistischen Parasitismus.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Begriff ‚Rentnerstaat‘ oder Wucherstaat wird daher in der ökonomischen Literatur über den Imperialismus allgemein gebräuchlich. Die Welt ist in ein Häuflein Wucherstaaten und in eine ungeheure Mehrheit von Schuldnerstaaten gespalten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 282}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenz der Migration aus rückständigen Ländern in imperialistische Staaten: Resultat dieser Aufteilung ist außerdem die Tendenz der Einwanderung von Arbeitern aus rückständigeren Ländern in entwickeltere Länder mit höheren Arbeitslöhnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zu den mit dem geschilderten Erscheinungskomplex verknüpften Besonderheiten des Imperialismus gehört die abnehmende Auswanderung aus den imperialistischen Ländern und die zunehmende Einwanderung (Zustrom von Arbeitern und Übersiedlung) in diese Länder aus rückständigeren Ländern mit niedrigeren Arbeitslöhnen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 287}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle besitzenden Klassen innerhalb eines imperialistischen Staates wechseln auf die Seite des Imperialismus, auch Teile der Arbeiterklasse. Dies ist erstens darin begründet, dass das Finanzkapital ein dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, das selbst kleinste Kapitalisten in seine Abhängigkeit bringt. Zweitens bringt die Konkurrenz mit anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen die national verbundenen Finanzgruppen in ein gemeinsames Interesse.&amp;lt;br/&amp;gt;Auch in die Arbeiterklasse dringt die imperialistische Ideologie ein, wie sich an der SPD in Deutschland bereits damals zeigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einerseits die gigantischen Ausmaße des in wenigen Händen konzentrierten Finanzkapitals, das sich ein außergewöhnlich weitverzweigtes und dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, durch das es sich die Masse nicht nur der mittleren und kleinen, sondern selbst der kleinsten Kapitalisten und Unternehmer unterwirft; anderseits der verschärfte Kampf mit den anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen um die Aufteilung der Welt und um die Herrschaft über andere Länder – all dies führt zum geschlossenen Übergang aller besitzenden Klassen auf die Seite des Imperialismus. ‚Allgemeine‘ Begeisterung für seine Perspektiven, wütende Verteidigung des Imperialismus, seine Beschönigung in jeder nur möglichen Weise – das ist das Zeichen der Zeit. Die imperialistische Ideologie dringt auch in die Arbeiterklasse ein. Diese ist nicht durch eine chinesische Mauer von den anderen Klassen getrennt. Wenn die Führer der heutigen sogenannten ‚sozialdemokratischen‘ Partei Deutschlands mit Recht ‚Sozialimperialisten‘ genannt werden, d.h. Sozialisten in Worten, Imperialisten in der Tat, so hat Hobson bereits 1902 in England das Vorhandensein von ‚Fabier-Imperialisten‘ festgestellt, die der opportunistischen ‚Gesellschaft der Fabier‘ angehören.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 290-91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritik des Imperialismus - Kampf gegen den Opportunismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Kritik&amp;quot; am Imperialismus von bürgerlichen Kräften verneint die alles durchdringende Herrschaft des Imperialismus und seine tief liegenden Wurzeln. Einzelheiten werden herausgepickt, und vorgeschlagen ihre negativen Folgen mittels Reformen einzudämmen. Die freie Konkurrenz im Kapitalismus wird im Imperialismus oft bedroht und stark eingeschränkt, was einer der Gründe für die Entstehung einer kleinbürgerlich-demokratischen Opposition zum Imperialismus war. Dieser gehörte auch Kautsky an, der die These des Ultraimperialismus vertrat. Diese besagt, dass an Stelle des Kampfes der nationalen Kapitale untereinander die gemeinsame Ausbeutung der Welt durch das international verbündete Finanzkapital denkbar sei. Dies ist aufgrund des Gesetzes der ungleichen Entwicklung und der Verschärfung der inner-imperialistischen Widersprüche nicht der Fall. Außerdem können Monopole die freie Konkurrenz nicht restlos aufheben. Monopolprofite ermöglichen es jedoch, einen Teil der Abreiterklasse zu bestechen. Dadurch erhält der Opportunismus eine weitere Möglichkeit, sich in der Arbeiterklasse zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Opportunismus, Ultraimperialismus, Ungleichmäßige Entwicklung, Annexion, Unabhängigkeitsbewegung, Arbeiteraristokratie, Imperialismus, Sterbender Kapitalismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unzulänglichkeiten einer bürgerlichen &amp;quot;Kritik&amp;quot; des Imperialismus und der Kampf gegen opportunistische Theorien wie Kautskys Ultraimperialismus werden von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;Kritik&amp;quot; am Imperialismus ist meist seine Apologetik: Die totale Herrschaft des Imperialismus wird verneint, während nebensächliche Formdetails oder völlig unmögliche Reformprojekte in Form von Bankenaufsichten etc. vorgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bürgerliche Gelehrte und Publizisten treten als Verteidiger des Imperialismus gewöhnlich in etwas verkappter Form auf, indem sie die völlige Herrschaft des Imperialismus und seine tiefen Wurzeln vertuschen, dafür aber Einzelheiten und nebensächliche Details in den Vordergrund zu rücken versuchen, um durch ganz unernste ‚Reform‘projekte von der Art einer Polizeiaufsicht über die Trusts oder Banken u.a. die Aufmerksamkeit vom Wesentlichen abzulenken. Seltener treten zynische, offene Imperialisten auf, die den Mut haben, auszusprechen, wie unsinnig es ist, die Grundeigenschaften des Imperialismus reformieren zu wollen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 291}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kernfragen der Kritik des Imperialismus: Vorwärts zur weiteren Verschärfung und Vertiefung der durch den Imperialismus erzeugten Widersprüche oder rückwärts zu deren Abstumpfung?&amp;lt;br/&amp;gt;Die kleinbürgerlich-demokratische Opposition gegen den Imperialismus tritt auf.&amp;lt;br/&amp;gt;Kautsky hat sich mit ihr vereinigt, anstatt ihr entgegen zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Fragen, ob eine Änderung der Grundlagen des Imperialismus durch Reformen möglich sei, ob man vorwärts gehen solle, zur weiteren Verschärfung und Vertiefung der durch ihn erzeugten Widersprüche, oder rückwärts, zu deren Abstumpfung, das sind Kernfragen der Kritik des Imperialismus. Da zu den politischen Besonderheiten des Imperialismus die Reaktion auf der ganzen Linie sowie die Verstärkung der nationalen Unterdrückung in Verbindung mit dem Druck der Finanzoligarchie und mit der Beseitigung der freien Konkurrenz gehören, so tritt mit Beginn des 20. Jahrhunderts in fast allen imperialistischen Ländern eine kleinbürgerlich-demokratische Opposition gegen den Imperialismus auf. Und der Bruch Kautskys und der weitverbreiteten internationalen Strömung des Kautskyanertums mit dem Marxismus besteht gerade darin, daß Kautsky es nicht nur unterlassen, es nicht verstanden hat, dieser kleinbürgerlichen, reformistischen, ökonomisch von Grund aus reaktionären Opposition entgegenzutreten, sondern sich im Gegenteil praktisch mit ihr vereinigt hat.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 292}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Ultraimperialismus besagt, dass an Stelle des Kampfes der nationalen Kapitale untereinander die gemeinsame Ausbeutung der Welt durch das international verbündete Finanzkapital denkbar sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kautsky: ‚… ob es nicht möglich sei, daß die jetzige imperialistische Politik durch eine neue, ultraimperialistische verdrängt werde, die an Stelle des Kampfes der nationalen Finanzkapitale untereinander die gemeinsame Ausbeutung der Welt durch das international verbündete Finanzkapital setzte. Eine solche neue Phase des Kapitalismus ist jedenfalls denkbar. Ob auch realisierbar, das zu entscheiden fehlen noch die genügenden Voraussetzungen.‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 299}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an der Theorie des Ultraimperialismus: Im Imperialismus wird die Aufteilung der Welt nur durch allgemeinwirtschaftliche, militärische und finanzielle Stärke geregelt. Da sich die kapitalistischen Ökonomien der imperialistischen Staaten immer unterschiedlich entwickeln, verändert sich das Kräfteverhältnis zwischen ihnen, Widersprüche sind unvermeidlich. Das Monopol kann die Konkurrenz nicht restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es fragt sich nun, ist die Annahme ‚denkbar‘, daß beim Fortbestehen des Kapitalismus (und diese Bedingung setzt Kautsky gerade voraus) solche Bündnisse {ultraimperialistische Bündnisse} nicht kurzlebig wären, daß sie Reibungen, Konflikte und Kampf in jedweden und allen möglichen Formen ausschließen würden?&amp;lt;br/&amp;gt;Es genügt, diese Frage klar zu stellen, um sie nicht anders als mit Nein zu beantworten. Denn unter dem Kapitalismus ist für die Aufteilung der Interessen- und Einflußsphären, der Kolonien usw. eine andere Grundlage als die Stärke der daran Beteiligten, ihre allgemeinwirtschaftliche, finanzielle, militärische und sonstige Stärke, nicht denkbar. Die Stärke der Beteiligten aber ändert sich ungleichmäßig, denn eine gleichmäßige Entwicklung der einzelnen Unternehmungen. [!] Trusts, Industriezweige und Länder kann es unter dem Kapitalismus nicht geben. Vor einem halben Jahrhundert war Deutschland, wenn man seine kapitalistische Macht mit der des damaligen Englands vergleicht, eine klägliche Null; ebenso Japan im Vergleich zu Rußland. Ist die Annahme ‚denkbar‘, daß das Kräfteverhältnis zwischen den imperialistischen Mächten nach zehn, zwanzig Jahren unverändert geblieben sein wird? Das ist absolut undenkbar.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 300-301}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gewiß kann das Monopol unter dem Kapitalismus die Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten (das ist übrigens einer der Gründe, warum die Theorie des Ultraimperialismus unsinnig ist).| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erwachen des Nationalbewusstseins der vom Imperialismus unterdrückten Völker: der importierte Kapitalismus schafft in den neu erschlossenen Ländern eine Verschärfung der ökonomischen Widersprüche und damit eine Verschärfung des Widerstands der Bevölkerung. Dabei gibt der Imperialismus den Unterdrückten selbst die Mittel ihrer Befreiung an die Hand: die alten Verhältnisse werden ökonomisch und sozial revolutioniert und ermöglichen damit den Übergang dieser Länder in nationale Einheitsstaaten, wie es die bürgerlichen Revolutionen in den heute imperialistischen Ländern bereits vor langer Zeit erreichten.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Ziel der Herstellung des nationalen Einheitsstaates als Mittel der ökonomischen und kulturellen Freiheit wird auch zum Ziel der unterworfenen Nationen.&amp;lt;br/&amp;gt;Imperialismus führt zur Verstärkung der nationalen Unterdrückung und zur Verschärfung des Widerstands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insbesondere verschärfen sich auch die nationale Unterdrückung und der Drang nach Annexionen, d.h. nach Verletzung der nationalen Unabhängigkeit (denn Annexion ist ja nichts anderes als Verletzung der Selbstbestimmung der Nationen). Mit Recht hebt Hilferding den Zusammenhang des Imperialismus mit der Verschärfung der nationalen Unterdrückung hervor. ‚In den neu erschlossenen Ländern selbst aber‘ schreibt er, ‚steigert der importierte Kapitalismus die Gegensätze und erregt den immer wachsenden Widerstand der zu nationalem Bewußtsein erwachenden Völker gegen die Eindringlinge, der sich leicht zu gefährlichen Maßnahmen gegen das Fremdkapital steigern kann. Die alten sozialen Verhältnisse werden völlig revolutioniert, die agrarische, tausendjährige Gebundenheit der ‚geschichtslosen Nationen‘ gesprengt, diese selbst in den kapitalistischen Strudel hineingezogen. Der Kapitalismus selbst gibt den Unterworfenen allmählich die Mittel und Wege zu ihrer Befreiung. Das Ziel, das einst das höchste der europäischen Nationen war, die Herstellung des nationalen Einheitsstaates als Mittel der ökonomischen und kulturellen Freiheit, wird auch zu dem ihren. Diese Unabhängigkeitsbewegung bedroht das europäische Kapital gerade in seinen wertvollsten und aussichtsreichsten Ausbeutungsgebieten, und immer mehr kann es seine Herrschaft nur durch stete Vermehrung seiner Machtmittel erhalten.‘&amp;lt;br/&amp;gt;Es muß hinzugefügt werden, daß der Imperialismus nicht allein in den neu erschlossenen, sondern auch in den alten Ländern zu Annexionen, zur Verstärkung der nationalen Unterdrückung und folglich auch zur Verschärfung des Widerstands führt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 302-303}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herausbildung einer durch Monopolprofite bestochenen Arbeiteraristokratie: Durch die hohen Monopolprofite haben die Kapitalisten die Möglichkeit, einzelne Schichten der Arbeiter zu bestechen, sie von der großen Masse der Arbeiter abzuspalten und sie auf ihre Seite zu ziehen. &lt;br /&gt;
Diese Tendenz wird durch den verschärften Antagonismus zwischen den imperialistischen Nationen wegen der Aufteilung der Welt noch verstärkt. So entsteht der Zusammenhang von Imperialismus und Opportunismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Imperialismus, der die Aufteilung der Welt und die Ausbeutung nicht allein Chinas bedeutet, der monopolistisch hohe Profite für eine Handvoll der reichsten Länder bedeutet, schafft die ökonomische Möglichkeit zur Bestechung der Oberschichten des Proletariats und nährt, formt und festigt dadurch den Opportunismus.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 286}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Imperialismus hat die Tendenz, auch unter den Arbeitern privilegierte Kategorien auszusondern und sie von der großen Masse des Proletariats abzuspalten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 288}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbürgerung des Proletariats. Entstehung einer Arbeiteraristokratie. Gewerkschaftsführungen, die von Bourgeoisie gekauft sind oder von ihr bezahlten Leuten geführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Engels schrieb z.B. am 7. Oktober 1858 an Marx, ‚… daß das englische Proletariat faktisch mehr und mehr verbürgert, so daß diese bürgerlichste aller Nationen es schließlich dahin bringen zu wollen scheint, eine bürgerliche Aristokratie und ein bürgerliches Proletariat neben der Bourgeoisie zu besitzen. Bei einer Nation, die die ganze Welt exploitiert, ist das allerdings gewissermaßen gerechtfertigt.‘ (Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd. 29, S. 358) Fast ein Vierteljahrhundert später, in seinem Brief vom 11. August 1881, spricht er von Gewerkschaften, ‚welche nur mit jenen schlechtesten englischen vergleichbar sind, die es zulassen, sich von an die Bourgeoisie verkauften oder zumindest von ihr bezahlten Leuten führen zu lassen‘. (Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd. 35, S. 20) Und in einem Brief an Kautsky vom 12. September 1882 schreibt Engels: ‚Sie fragen mich, was die englischen Arbeiter von der Kolonialpolitik denken? Nun, genau dasselbe, was sie von der Politik überhaupt denken … Es gibt hier ja keine Arbeiterpartei, es gibt nur Konservative und Liberal-Radikale, und die Arbeiter zehren flott mit von dem Weltmarkts- und Kolonialmonopol Englands.‘ (Dasselbe sagt Engels auch im Vorwort zur zweiten Auflage der ''Lage der arbeitenden Klasse in England'' 1892.)| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 288-289}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dadurch, daß die Kapitalisten eines Industriezweiges unter vielen anderen oder eines Landes unter vielen anderen usw. hohe Monopolprofite herausschlagen, bekommen sie ökonomisch die Möglichkeit, einzelne Schichten der Arbeiter, vorübergehend sogar eine ziemlich bedeutende Minderheit der Arbeiter zu bestechen und sie auf die Seite der Bourgeoisie des betreffenden Industriezweiges oder der betreffenden Nation gegen alle übrigen hinüberzuziehen. Diese Tendenz wird durch den verschärften Antagonismus zwischen den imperialistischen Nationen wegen der Aufteilung der Welt noch verstärkt. So entsteht der Zusammenhang von Imperialismus und Opportunismus, der sich am frühesten und krassesten in England auswirkte, weil dort gewisse imperialistische Züge der Entwicklung bedeutend früher als in anderen Ländern zutage traten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 306-307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Platz des Imperialismus in der Geschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Monopolkapitalismus verschärft die Widersprüche in der geschichtlichen Übergangsperiode zwischen der kapitalistischen und einer höheren ökonomischen Gesellschaftsform. Er ist aufgrund seiner ökonomischen Basis also sterbender Kapitalismus. Die Vergesellschaftung der Produktion schreitet voran, während Privatwirtschaft und Privateigentum eine Hülle  der Produktionsweise darstellen, die ihrem Inhalt nicht mehr entspricht. Daraus entsteht die Fäulnistendenz des Imperialismus, welche sich allerdings über eine lange Zeit hinweg halten kann und ein rasches Wachstum der Produktivkräfte nicht ausschließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Imperialismus, Sterbender Kapitalismus, Fäulnis, Parasitismus, Wucherstaaten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Platz des Imperialismus in der Geschichte wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Platz des Imperialismus ist der Übergang von der kapitalistischen zu einer höheren ökonomischen Gesellschaftsform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben gesehen, daß der Imperialismus seinem ökonomischen Wesen nach Monopolkapitalismus ist. Schon dadurch ist der historische Platz des Imperialismus bestimmt, denn das Monopol, das auf dem Boden freien Konkurrenz und eben aus der freien Konkurrenz erwächst, bedeutet den Übergang von der kapitalistischen zu einer höheren ökonomischen Gesellschaftsformation.&amp;lt;br&amp;gt;Erstens: Das Monopol ist aus der Konzentration der Produktion auf einer sehr hohen Stufe ihrer Entwicklung erwachsen. Das sind die Monopolverbände der Kapitalisten, die Kartelle. Syndikate und Trusts. Wir sahen, welch gewaltige Rolle sie im heutigen Wirtschaftsleben spielen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewannen sie in den fortgeschrittenen Ländern das völlige Übergewicht, und wenn die ersten Schritte auf dem Wege der Kartellierung zuerst von Ländern mit hohen Schutzzöllen (Deutschland, Amerika) getan wurden, so hat England mit seinem Freihandelssystem nur wenig später dieselbe grundlegende Tatsache aufzuweisen: die Entstehung der Monopole aus der Konzentration der Produktion.&amp;lt;br&amp;gt;Zweitens: Die Monopole haben in verstärktem Maße zur Besitzergreifung der wichtigsten Rohstoffquellen geführt, besonders in der ausschlaggebenden und am meisten kartellierten Industrie der kapitalistischen Gesellschaft: der Kohlen- und Eisenindustrie. Die monopolistische Beherrschung der wichtigsten Rohstoffquellen hat die Macht des Großkapitals ungeheuer gesteigert und den Gegensatz zwischen der kartellierten und nichtkartellierten Industrie verschärft.&amp;lt;br&amp;gt;Drittens: Das Monopol ist aus den Banken erwachsen. Diese haben sich aus bescheidenen Vermittlungsunternehmungen zu Monopolisten des Finanzkapitals gewandelt. Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine ‚Personalunion‘ hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt – das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304-305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschärfung der Gegensätze ist die mächtigste Triebkraft der geschichtlichen Übergangsperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie sehr der monopolistische Kapitalismus alle Widersprüche des Kapitalismus verschärft hat, ist allgemein bekannt. Es genügt, auf die Teuerung und auf den Druck der Kartelle hinzuweisen. Diese Verschärfung der Gegensätze ist die mächtigste Triebkraft der geschichtlichen Übergangsperiode, die mit dem endgültigen Sieg des internationalen Finanzkapitals ihren Anfang genommen hat.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Imperialismus als vergesellschafteter Übergangskapitalismus und sterbender Kapitalismus: Der Imperialismus ist sterbender Kapitalismus, da er bei vollständiger Vergesellschaftung der Produktion privatwirtschaftliche und Privateigentumsverhältnisse beibehält, was unvermeidlich in Fäulnis übergehen muss. Diese Fäulnistendenz schließt kein rasches Wachstum des Kapitalismus aus und kann sich lange halten, wird aber unvermeidlich beseitigt werden.&lt;br /&gt;
Deswegen sprechen wir vom Übergangskapitalismus. Privateigentumsverhältnisse bilden eine Hülle, die dem Inhalt nicht mehr entspricht. Sie muss in Fäulnis übergehen, wenn ihre Beseitigung künstlich verzögert wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber diese Hülle kann sich lange in Fäulniszustand halten.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Hülle (= Privateigentumsverhältnisse) entspricht dem Inhalt nicht mehr, weil dieser die Vergesellschaftung der Produktion ist. Ein rasches Wachstum des Kapitalismus ist trotz Fäulnistendenzen nicht ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus allem, was über das ökonomische Wesen des Imperialismus gesagt wurde, geht hervor, daß er charakterisiert werden muß als Übergangskapitalismus oder, richtiger, als sterbender Kapitalismus. Höchst aufschlußreich ist in dieser Hinsicht, daß die Schlagworte der bürgerlichen Ökonomen, die den jüngsten Kapitalismus beschreiben, ‚Verflechtung‘, ‚Fehlen der Isoliertheit‘ usw. heißen; die Banken seien ‚Unternehmungen, die nach ihren Aufgaben und nach ihrer Entwicklung nicht einen rein privatwirtschaftlichen Charakter haben und die immer mehr aus der Sphäre der rein privatrechtlichen Regelung herauswachsen‘. Und derselbe Riesser, von dem diese Worte stammen, erklärt mit todernster Miene, daß sich die ‚Voraussage‘ der Marxisten über die ‚Vergesellschaftung‘ ‚nicht verwirklicht‘ habe!|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – dann wird es offensichtlich, daß wir es mit einer Vergesellschaftung der Produktion zu tun haben und durchaus nicht mit einer bloßen ‚Verflechtung‘; daß privatwirtschaftliche und Privateigentumsverhältnisse eine Hülle darstellen, die dem Inhalt bereits nicht mehr entspricht und die daher unvermeidlich in Fäulnis übergehen muß, wenn ihre Beseitigung künstlich verzögert wird, eine Hülle, die sich zwar verhältnismäßig lange in diesem Fäulniszustand halten kann (wenn schlimmstenfalls die Gesundung von dem opportunistischen Geschwür auf sich warten lassen sollte), die aber dennoch unvermeidlich beseitigt werden wird.|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 308}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Monopole, Oligarchie, das Streben nach Herrschaft statt nach Freiheit, die Ausbeutung einer immer größeren Anzahl kleiner oder schwacher Nationen durch ganz wenige reiche oder mächtige Nationen – all das erzeugte jene Merkmale des Imperialismus, die uns veranlassen, ihn als parasitären oder in Fäulnis begriffenen Kapitalismus zu kennzeichnen. Immer plastischer tritt als eine Tendenz des Imperialismus die Bildung des ‚Rentnerstaates‘, des Wucherstaates hervor, dessen Bourgeoisie in steigendem Maße von Kapitalexport und ‚Kuponschneiden‘ lebt. Es wäre ein Fehler, zu glauben, daß diese Fäulnistendenz ein rasches Wachstum des Kapitalismus ausschließt; […].|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx-Engels-Werke 25: [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Kapital, Dritter Band (1894)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lenin, W.I. (1917): [https://kommunistische-geschichte.de/LeninWerke/LW22.pdf Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus. LW 22]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Alte Grundannahmen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Konzentration der Produktion und Monopole===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration der Produktion sind die durch das ungeheure Wachstum der Industrie immer größer werdenden Betriebe; das Enstehen von Großbetrieben. Gerade durch das Riesenausmaß der Betriebe wird die Konkurrenz erschwert und die Tendenz zum Monopol erzeugt. ''Monopol'' , Alleinhandel, Alleinbesitz (Gegens.: ''freie Konkurrenz'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monopol, Imperialismus, Konzentration, Zentralisation, Kombination, Vereinigung, Industriezweige, Profitrate, Extraprofit, Monopolbildung, Konzentration der Produktion, Marx, Form der Monopole, Ablösung alter Kapitalismus, Konkurrenz, freie Konkurrenz, Kartell, Verbände, Monopolverbände, Vergesellschaftung der Produktion, Warenproduktion, Krisen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration der Produktion und die Tendenz zum Monopol wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die freie Konkurrenz erzeugt die Konzentration und Zentralisation der Produktion und führt selbst dicht zum Monopol. Die Verwandlung der Konkurrenz in das Monopol ist die wichtigste Erscheinung in der Ökonomik des modernen Kapitalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einige zehntausend Großbetriebe sind alles; Millionen von Kleinbetrieben sind nichts. […] Das Geldkapital und die Banken machen, wie wir sehen werden, dieses Übergewicht eines Häufleins von Großbetrieben noch erdrückender, und zwar im buchstäblichen Sinne des Wortes, d.h., Millionen kleiner, mittlerer und sogar zum Teil großer ‚Unternehmer‘ sind in Wirklichkeit von einigen hundert Millionären der Hochfinanz völlig unterjocht. […] Fast die Hälfte der Gesamtproduktion aller Betriebe des Landes liegt in den Händen eines Hundertstels der Gesamtzahl der Betriebe! Und diese dreitausend Riesenbetriebe umfassen 258 Industriezweige. Daraus erhellt, daß die Konzentration auf einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung sozusagen von selbst dicht an das Monopol heranführt. Denn einigen Dutzend Riesenbetrieben fällt es leicht, sich untereinander zu verständigen, während anderseits gerade durch das Riesenausmaß der Betriebe die Konkurrenz erschwert und die Tendenz zum Monopol erzeugt wird. Diese Verwandlung der Konkurrenz in das Monopol ist eine der wichtigsten Erscheinungen – wenn nicht die wichtigste – in der Ökonomik des modernen Kapitalismus, […].| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 201-202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des Imperialismus sei die Kombination, d. h. die Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem Unternehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] und anderseits ist eine äußerst wichtige Besonderheit des Kapitalismus, der die höchste Entwicklungsstufe erreicht hat, die sogenannte ''Kombination'', d.h. die Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem einzigen Unternehmen; diese Industriezweige bilden entweder aufeinanderfolgende Stufen der Verarbeitung des Rohstoffs (z.B. Gewinnung von Roheisen aus Erz, seine Verarbeitung zu Stahl und unter Umständen auch die Erzeugung dieser oder jener Stahlfabrikate) oder spielen in bezug [!] aufeinander eine Hilfsrolle (z.B. Verarbeitung von Abfällen oder Nebenprodukten; Herstellung von Verpackungsmaterial usw.).| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination gleiche Konjunkturunterschiede aus, sie bewirke eine stetigere Profitrate, ermögliche Extraprofite durch technische Neuerungen. Das kombinierte Werk hat eine besondere Stellung gegenüber dem „reinen“ Werk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |‚… die Kombination‘, schreibt Hilferding, ‚gleicht Konjunkturunterschiede aus und bewirkt daher für das kombinierte Werk eine größere Stetigkeit der Profitrate. Zweitens bewirkt die Kombination Ausschaltung des Handels. Drittens bewirkt sie die Möglichkeit technischer Fortschritte und damit die Erlangung von Extraprofit gegenüber dem ‚reinen‘‘ (d.h. nicht kombinierten) ‚Werk. Viertens stärkt sie die Stellung des kombinierten Werkes gegenüber dem ‚reinen‘ im Konkurrenzkampf zur Zeit einer starken Depression‘ (Geschäftsstockung, Krise), ‚wenn die Senkung der Rohmaterialpreise nicht Schritt hält mit der Senkung der Fabrikatspreise.‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration der Produktion und des Kapitals hat eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht, dass sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
Die Monopolbildung ist ein allgemeines Grundgesetz des Kapitalismus in seinem heutigen Stadium.&amp;lt;br/&amp;gt;Unterschiede zwischen einzelnen kapitalistischen Ländern sind nur unwesentliche Unterschiede in der Form der Monopole oder der Zeit ihres Aufkommens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Vor einem halben Jahrhundert, als Marx sein ‚Kapital‘ schrieb, erschien der überwiegenden Mehrheit der Ökonomen die freie Konkurrenz als ein ‚Naturgesetz‘. Die offizielle Wissenschaft versuchte das Werk von Marx totzuschweigen, der durch seine theoretische und geschichtliche Analyse des Kapitalismus bewies, daß die freie Konkurrenz die Konzentration der Produktion erzeugt, diese Konzentration aber auf einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung zum Monopol führt. Das Monopol ist jetzt zur Tatsache geworden. Die Ökonomen schreiben Berge von Büchern, beschreiben die einzelnen Erscheinungsformen des Monopols und verkünden nach wie vor einstimmig, daß der ‚Marxismus widerlegt‘ sei. Aber Tatsachen sind ein hartnäckig Ding, sagt ein englisches Sprichwort, und man muß ihnen wohl oder übel Rechnung tragen. Die Tatsachen zeigen, daß die Unterschiede zwischen einzelnen kapitalistischen Ländern, z.B. in bezug [!] auf Schutzzoll oder Freihandel, bloß unwesentliche Unterschiede in der Form der Monopole oder in der Zeit ihres Aufkommens bedingen, während die Entstehung der Monopole infolge der Konzentration der Produktion überhaupt ein allgemeines Grundgesetz des Kapitalismus in seinem heutigen Entwicklungsstadium ist.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ablösung des alten Kapitalismus durch den Imperialismus fand Anfang des 20. Jahrhunderts statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Für Europa läßt sich die Zeit der endgültigen Ablösung des alten Kapitalismus durch den neuen ziemlich genau feststellen. Es ist der Anfang des 20. Jahrhunderts.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kartelle vereinbaren Verkaufsbedingungen, Zahlungstermine und verteilen die Absatzgebiete untereinander. Sie bestimmen die Menge der zu erzeugenden Produkte. Sie setzen die Preise fest. Sie verteilen den Profit unter die einzelnen Unternehmungen. Historisch entwickeln sich die ersten Kartelle ab der Krise von 1873 und werden am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer der Grundlagen des ganzen Wirtschaftslebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die wichtigsten Ergebnisse der Geschichte der Monopole sind demnach: 1. In den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts die höchste, äußerste Entwicklungsstufe der freien Konkurrenz; kaum merkliche Ansätze zu Monopolen. 2. Nach der Krise von 1873 weitgehende Entwicklung von Kartellen, die aber noch Ausnahmen, keine dauernden, sondern vorübergehende Erscheinungen sind. 3. Aufschwung am Ende des 19. Jahrhunderts und Krise von 1900-1903: Die Kartelle werden zu einer der Grundlagen des ganzen Wirtschaftslebens. Der Kapitalismus ist zum Imperialismus geworden.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Kartelle vereinbaren Verkaufsbedingungen, Zahlungstermine u.a. Sie verteilen die Absatzgebiete untereinander. Sie bestimmen die Menge der zu erzeugenden Produkte. Sie setzen die Preise fest. Sie verteilen den Profit unter die einzelnen Unternehmungen usw.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wandelt sich zum Monopol, auch die qualifizierten Arbeitskräfte werden monopolisiert. Die Folge ist die Vergesellschaftung der Produktion, insbesondere der technischen Erfindungen und Vervollkommnungen. Der Kapitalismus führt in seinem imperialistischen Stadium also bis an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet. Obwohl die Produktion vergesellschaft wird, bleibt die Aneignung privat, denn die gesellschaftlichen Produktionsmittel bleiben Privateigentum einer kleinen Anzahl von Personen. Auch bleibt die freie Konkurrenz mit den entstehenden Monopolen formal bestehen, sodass sich der Druck der Monopole auf die übrige Bevölkerung verstärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Darauf schloß 1905 die eine Gruppe und 1908 die andere eine Konvention mit noch je einem Großbetrieb. So entstanden zwei ‚Dreiverbände‘ mit einem Kapital von je 40-50 Millionen Mark, und zwischen diesen ‚Verbänden‘ hat bereits eine ‚Annäherung‘ in Form von ‚Verträgen‘ über Preise usw. begonnen. &amp;lt;br/&amp;gt;Die Konkurrenz wandelte sich zum Monopol. Die Folge ist ein gigantischer Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion. Im besonderen wird auch der Prozeß der technischen Erfindungen und Vervollkommnungen vergesellschaftet. Das ist schon etwas ganz anderes als die alte freie Konkurrenz zersplitterter Unternehmer, die nichts voneinander wissen und für den Absatz auf unbekanntem Markte produzieren. Die Konzentration ist so weit fortgeschritten, daß man einen ungefähren Überschlag aller Rohstoffquellen (beispielsweise der Eisenerzvorkommen) in dem betreffenden Lande und sogar, wie wir sehen werden, in einer Reihe von Ländern, ja in der ganzen Welt machen kann. Ein solcher Überschlag wird nicht nur gemacht, sondern die riesigen Monopolverbände bemächtigen sich dieser Quellen und fassen sie in einer Hand zusammen. Es wird eine annähernde Berechnung der Größe des Marktes vorgenommen, der durch vertragliche Abmachungen unter diese Verbände ‚aufgeteilt‘ wird. Die qualifizierten Arbeitskräfte werden monopolisiert, die besten Ingenieure angestellt, man bemächtigt sich der Verkehrswege und -mittel – der Eisenbahnen in Amerika, der Schiffahrtsgesellschaften in Europa und in Amerika. In seinem imperialistischen Stadium führt der Kapitalismus bis dicht an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine Art neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Produktion wird vergesellschaftet, die Aneignung jedoch bleibt privat. Die gesellschaftlichen Produktionsmittel bleiben Privateigentum einer kleinen Anzahl von Personen. Der allgemeine Rahmen der formal anerkannten freien Konkurrenz bleibt bestehen, und der Druck der wenigen Monopolinhaber auf die übrige Bevölkerung wird hundertfach schwerer, fühlbarer, unerträglicher.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209-210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalismus sei so weit entwickelt, dass die Warenproduktion zwar weiter als Grundlage der Wirtschaft gelte, sie jedoch bereits untergraben sei, weil die Hauptprofite  den Finanzmachenschaften und Spekulanten zufallen. Auf dieser Basis möchte die kleinbürgerlich-reaktionäre Kritik am Kapitalismus zu einer vermeintlich friedlichen Konkurrenz zurückzukehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalismus ist so weit entwickelt, daß die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor ‚herrscht‘ und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den ‚Genies‘ der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, die sich bis zu dieser Vergesellschaftung emporgearbeitet hat, kommt den – Spekulanten zugute. Wir werden weiter unten sehen, wie ‚auf dieser Grundlage‘ die kleinbürgerlich-reaktionäre Kritik des kapitalistischen Imperialismus von einer Rückkehr zur ‚freien‘ [!] ‚friedlichen‘, ‚ehrlichen‘ Konkurrenz träumt.|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kartelle können Krisen nicht verhindern. Im Gegenteil verschärft das Monopol den inherenten chaotischen Charakter der kapitalistischen Produktion.&amp;lt;br/&amp;gt;Krisen, insbesondere ökonomische, verstärken im hohen Maß die Tendenz zur Konzentration und zum Monopol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ausschaltung der Krisen durch die Kartelle ist ein Märchen bürgerlicher Ökonomen. [!] die den Kapitalismus um jeden Preis beschönigen wollen. Im Gegenteil, das Monopol, das in einigen Industriezweigen entsteht, verstärkt und verschärft den chaotischen Charakter, der der ganzen kapitalistischen Produktion in ihrer Gesamtheit eigen ist. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die Krisen – jeder Art, am häufigsten ökonomische Krisen, aber nicht nur diese allein – verstärken aber ihrerseits in ungeheurem Maße die Tendenz zur Konzentration und zum Monopol.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 212-213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Banken und ihre neue Rolle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegende und ursprüngliche Rolle der Banken ist die Zahlungsvermittlung. Indem die Banken jedoch die Geldeinkünfte sammeln und wieder unter der Kapitalistenklasse verteilen, verwandeln sie brachliegendes Geldkapital in proftitbringendes Kapital. Dadurch wachsen die Banken von bescheidenen Vermittlern zu allmächtigen Monopolinhabern an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation des Kapitals, Banken, Merkmal, Beteiligungssystem, Konzentration des Kapitals, Personalunion, Verschmelzung, Finanzkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
Die neue Rolle der Banken wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst waren Banken Zahlungsvermittler. In Deutschland vollzog sich die Konzentration des Bankwesens Ende des 19. Jahrhunderts sehr schnell. Durch die Unterwerfung kleinerer Banken entstehen auch hier Monopole.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Zentralisation des Kapitals in wenigen Banken ist eine wesentliche Entwicklung im Imperialismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Verwandlung zahlreicher bescheidener Vermittler in ein Häuflein Monopolisten bildet einen der Grundprozesse des Hinüberwachsens des Kapitalismus in den kapitalistischen Imperialismus, und deshalb müssen wir in erster Linie bei der Konzentration des Bankwesens verweilen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist klar, daß eine Bank, die an der Spitze einer solchen Gruppe steht und mit einem halben Dutzend anderer ihr wenig nachstehender Banken zum Zwecke besonders großer und vorteilhafter Finanzoperationen, wie z B. [!] Staatsanleihen, eine Verbindung eingeht, bereits über die bloße ‚Vermittler‘rolle hinausgewachsen ist und sich in eine Vereinigung eines Häufleins von Monopolisten verwandelt hat.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit welcher Schnelligkeit sich gerade Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die Konzentration des Bankwesens in Deutschland vollzog, ist aus den folgenden, hier gekürzt wiedergegebenen Angaben Riessers zu ersehen:| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 216-217}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;6 Berliner Großbanken hatten&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Jahr !! Niederlassungen in Deutschland !! Depositenkassen und Wechselstuben !! Ständige Beteiligungen an deutschen Aktienbanken !! Summe der Anstalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1895 || 16 || 14 || 1 || 42&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1900 || 21 || 40 || 8 || 80&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1911 || 104 || 276 || 63 || 450&lt;br /&gt;
|}''Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 217}}''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Merkmal der modernen Monopolisierung im Bankwesen,im Unterschied zum klassischen Verschlingen der Zentralisation, ist die Konzernbildung, d.h. das Angliedern von kleinen Banken anhand von Kapitalbeteiligung, z.B. durch Aufkauf oder Austausch von Aktien oder durch ein System von Schuldverhältnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben den Hinweis auf die ‚angegliederten‘ Banken hervorgehoben, denn das gehört zu einem der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der modernen kapitalistischen Konzentration. Die großen Unternehmungen, besonders die Banken, verschlingen nicht nur unmittelbar die kleinen, sondern ‚gliedern‘ sie sich an, unterwerfen sie, schließen sie in ‚ihre‘ Gruppe, ihren ‚Konzern‘ – wie der technische Ausdruck lautet – ein durch ‚Beteiligung‘ an ihrem Kapital, durch Aufkauf oder Austausch von Aktien, durch ein System von Schuldverhältnissen usw. usf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das entstehende dichte Bankennetz im Land erscheint wie eine Dezentralisation. In Wirklichlichkeit werden die lokal begrenzten Banken einem Zentrum unterworfen. Es handelt sich also um Zentralisation, und damit um eine Steigerung der Rolle und Bedeutung der Macht der Monopolriesen.&amp;lt;br/&amp;gt;Eine Großbank hat dementsprechend nicht nur eine technische Rolle, sondern unterwirft sich Handels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft durch die Kontrolle von und Informationen über Bankverbindungen und Finanzoperationen, sowie die Vergabe von Krediten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sehen, wie schnell ein dichtes Netz von Kanälen entsteht, die das ganze Land überziehen, sämtliche Kapitalien und Geldeinkünfte zentralisieren und Tausende und aber Tausende von zersplitterten Wirtschaften in eine einzige gesamtnationale kapitalistische Wirtschaft und schließlich in die kapitalistische Weltwirtschaft verwandeln. Jene ‚Dezentralisation‘, von der Schulze-Gaevernitz als Vertreter der bürgerlichen politischen Ökonomie unserer Tage in dem oben angeführten Zitat spricht, besteht in Wirklichkeit darin, daß zunehmend immer mehr früher verhältnismäßig ‚selbständige‘ oder, richtiger gesagt, lokal begrenzte Wirtschaftseinheiten einem einzigen Zentrum unterworfen werden.&amp;lt;br/&amp;gt;In Wirklichkeit ist das also eine Zentralisation, eine Steigerung der Rolle, der Bedeutung, der Macht der Monopolriesen. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Diese einfachen Zahlen zeigen wohl anschaulicher als langatmige Betrachtungen, wie sich mit der Konzentration des Kapitals und dem Wachstum des Umsatzes die Bedeutung der Banken von Grund aus ändert. Aus den zersplitterten Kapitalisten entsteht ein einziger kollektiver Kapitalist. Die Bank, die das Kontokorrent für bestimmte Kapitalisten führt, übt scheinbar eine rein technische, eine bloße Hilfsoperation aus. Sobald aber diese Operation Riesendimensionen annimmt, zeigt sich, daß eine Handvoll Monopolisten sich die Handels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft unterwirft, indem sie – durch die Bankverbindungen, Kontokorrente und andere Finanzoperationen – die Möglichkeit erhält, sich zunächst über die Geschäftslage der einzelnen Kapitalisten genau zu informieren, dann sie zu kontrollieren, sie durch Erweiterung oder Schmälerung, Erleichterung oder Erschwerung des Kredits zu beeinflussen und schließlich ihr Schicksal restlos zu bestimmen, die Höhe ihrer Einkünfte zu bestimmen, ihnen Kapital zu entziehen oder ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Kapital rasch und in großem Umfang zu erhöhen usw.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 217-218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Banken entsteht der Form nach eine Buchführung und eine Verteilung der Produktionsmittel der gesamten Kapitalistenklasse. Formal gesehen erwächst aus den modernen Banken sogar eine allgemeine Verteilung der Produktionsmittel, denn sie sammeln auch Geldeinkünfte der kleinen Unternehmer, der Angestellten und einer winzigen oberen Schicht der Arbeiter.&amp;lt;br/&amp;gt;Ihrem Inhalt nach ist die Verteilung der Produktionsmittel jedoch keineswegs allgemein, sondern privat und den Interessen des großen monopolistischen Kapitals angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit den Banken ist ‚die Form einer allgemeinen Buchführung und Verteilung der Produktionsmittel auf gesellschaftlicher Stufenleiter gegeben, aber auch nur die Form‘, schrieb Marx vor einem halben Jahrhundert im ‚Kapital‘ (russ. Übersetzung Bd. III. Teil II, S. 144). Die von uns angeführten Daten über das Wachstum des Bankkapitals, über die Zunahme der Zahl der Filialen und Zweigstellen der Großbanken, der Zahl ihrer Konten usw. zeigen uns konkret diese ‚allgemeine Buchführung‘ der ganzen Klasse der Kapitalisten und sogar nicht nur der Kapitalisten allein, denn die Banken sammeln, sei es auch nur vorübergehend, alle möglichen Geldeinkünfte, sowohl der kleinen Unternehmer als auch der Angestellten und einer winzigen Oberschicht der Arbeiter. Eine ‚allgemeine Verteilung der Produktionsmittel‘ – das ist es, was formal gesehen aus den modernen Banken erwächst, von denen drei bis sechs Großbanken in Frankreich und sechs bis acht in Deutschland über Milliarden und aber Milliarden verfügen. Ihrem Inhalt nach aber ist diese Verteilung der Produktionsmittel keineswegs ‚allgemein‘, sondern privat, d.h., sie ist den Interessen des großen in erster Linie des allergrößten, monopolistischen Kapitals angepaßt, das unter Verhältnissen operiert, wo die Masse der Bevölkerung ein Hungerdasein fristet, die ganze Entwicklung der Landwirtschaft hinter der Entwicklung der Industrie hoffnungslos zurückbleibt und die ‚Schwerindustrie‘ sich alle übrigen Zweige der Industrie tributpflichtig macht.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken treten mit Industrie und Regierungen in eine Personalunion. Es findet eine gegenseitige Verschmelzung durch Aktienbesitz und Aufsichtsräte statt, da ihre Geschäftskalkulationen zu denen der Industrie und schließlich der gesamten Gesellschaft werden. Dafür werden Staatsbeamte in Aufsichtsräte von Banken geholt und genauso Banker in die Behörden gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zugleich entwickelt sich sozusagen eine Personalunion der Banken mit den größten Industrie- und Handelsunternehmungen, eine beiderseitige Verschmelzung durch Aktienbesitz, durch Eintritt der Bankdirektoren in die Aufsichtsräte (oder die Vorstände) der Handels- und Industrieunternehmungen und umgekehrt. Der deutsche Ökonom Jeidels hat über diese Art der Konzentration von Kapitalien und Unternehmungen genaue Daten gesammelt. […]&amp;lt;br/&amp;gt; Die ‚Personalunion‘ der Banken mit der Industrie findet ihre Ergänzung in der ‚Personalunion‘ der einen wie der anderen Gesellschaften mit der Regierung. Jeidels schreibt: ‚Freiwillig werden Aufsichtsratsstellen gewährt an Personen mit gutklingenden Namen, auch ehemaligen Staatsbeamten, die im Verkehr mit den Behörden manche Erleichterung (!!) schaffen können‘ … ‚Im Aufsichtsrat einer Großbank sieht man gewöhnlich … ein Parlamentsmitglied oder ein Mitglied der Berliner Stadtverwaltung‘.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehungsgeschichte und der Inhalt des Begriffs des Finanzkapitals ist die Konzentration der Produktion, der daraus erwachsenden Monopole und die Verschmelzung der Banken mit der Industrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Konzentration der Produktion, daraus erwachsende Monopole, Verschmelzung oder Verwachsen der Banken mit der Industrie – das ist die Entstehungsgeschichte des Finanzkapitals und der Inhalt dieses Begriffs.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Finanzkapital und Finanzoligarchie===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital ist nicht nur Kapital in der Verfügung der Banken und in der Verwendung der Industriellen. Im Lichte der Monopolisierung ist Finanzkapital die Verschmelzung oder das Verwachsen der Banken mit der Industrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaft, Beteiligungssystem, Finanzkapital, Finanzoligarchie, Krisen, Spekulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung des Finanzkapitals wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kontrolle einer Aktiengesellschaft ist bereits ein bestimmter Anteil am Aktienbesitz ausreichend, denn zersplitterte Kleinaktionäre haben wenig Einflussmöglichkeiten.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Verteilung von Anteilen an einer Aktiengesellschaft unter mehreren Aktionären nennt sich Beteiligungssystem. Die Beteiligung erscheint wie eine Demokratisierung des Aktienbesitzes, ist in Wirklichkeit jedoch ein Mittel, um die Macht der Finanzoligarchie zu vergrößern. Schließlich schützt die formale Selbstständigkeit der Tochtergesellschaften die Finanzoligarchie im Falle legal ambivalenter Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In Wirklichkeit aber zeigt die Erfahrung, daß der Besitz von 40% der Aktien genügt, um die Kontrolle über eine Aktiengesellschaft zu haben, denn ein gewisser Teil der zersplitterten Kleinaktionäre hat in der Praxis gar nicht die Möglichkeit, an den Generalversammlungen teilzunehmen usw. Die ‚Demokratisierung‘ des Aktienbesitzes, von der bürgerliche Sophisten und opportunistische ‚Auch-Sozialdemokraten‘ eine ‚Demokratisierung des Kapitals‘, eine Zunahme der Rolle und Bedeutung der Kleinproduktion usw. erwarten (oder zu erwarten vorgeben), ist in Wirklichkeit eines der Mittel, die Macht der Finanzoligarchie zu vermehren. Aus diesem Grunde läßt übrigens in den fortgeschritteneren oder älteren und ‚erfahreneren‘ kapitalistischen Ländern die Gesetzgebung kleinere Aktien zu. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Aber das ‚Beteiligungssystem‘ dient nicht nur dazu, die Macht der Monopolisten riesenhaft zu vermehren, es ermöglicht außerdem, jede Art von dunklen und schmutzigen Geschäften straflos zu betreiben und das Publikum zu schröpfen, denn formell, nach dem Gesetz, sind die Leiter der ‚Muttergesellschaft‘ für die ‚Tochtergesellschaft‘ nichtverantwortlich, die als ‚selbständig‘ gilt und vermittels derer sich alles ‚drehen‘ läßt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 231-232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwaltungen der Aktiengesellschaften gehen viel eher Risiken ein, weil sie die Möglichkeit haben, sich durch Abstoßen des Aktienbesitzes aus einem krisenhaften Industriezweig einfach zurückzuziehen. Sie tragen rechtlich keinerlei Verantwortung für diesen. Profite ziehen sie trotzdem aus ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieses Musterbeispiel einer im Aktienwesen ganz alltäglichen Bilanz-Equilibristik macht es verständlich, warum die Verwaltungen von Aktiengesellschaften Risiken im allgemeinen viel leichteren Herzens auf sich nehmen als Privatunternehmer. Die moderne Bilanztechnik macht es ihnen nicht nur leicht, das eingegangene Risiko dem Auge des Durchschnitts-Aktionärs zu verhüllen, sondern sie gestattet den Hauptinteressenten auch, sich den Folgen eines verfehlten Experiments durch rechtzeitige Fortgabe ihres Aktienbesitzes zu entziehen, während der Privatunternehmer bei allem, was er tut, seine eigene Haut zu Markte trägt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 233}}&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Konzentration des Finanzkapitals in wenigen Händen zieht es kolossale Profite aus Gründungen, Emissionsgeschäften, Staatsanleihen etc.&lt;br /&gt;
Durch die Kontrolle der gesamten Wirtschaft mitsamt des Staatshaushaltes (z. B. über Staatsanleihen) legt die Finanzoligarchie der Gesellschaft einen schweren Tribut auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital, das in wenigen Händen konzentriert ist und faktisch eine Monopolstellung einnimmt, zieht kolossale und stets zunehmende Profite aus Gründungen, aus dem Emissionsgeschäft, aus Staatsanleihen usw., verankert die Herrschaft der Finanzoligarchie und legt der gesamten Gesellschaft einen Tribut zugunsten der Monopolisten auf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in Aufschwungsphasen das Finanzkapital hohe Profite erzielt, werden in Krisenzeiten kleine und schwach Unternehmungen zerstört, Großbanken 'beteiligen sich' beim Aufkauf dieser Unternehmungen zu billigen Preisen oder an deren profitablen 'Sanierung' oder 'Reorganisierung'.  Krisen sind der Monopolstellung der Banken doppelt nützlich: sie sind profitabel und verstärken die Abhängigkeit der Unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Während zur Zeit des industriellen Aufschwungs die Profite des Finanzkapitals unerhört groß sind, gehen in Zeiten des Niedergangs die kleinen und schwachen Unternehmungen zugrunde, die Großbanken aber ‚beteiligen sich‘ dann an deren Aufkauf zu Spottpreisen oder an profitablen ‚Sanierungen‘ und ‚Reorganisationen‘. Bei den ‚Sanierungen‘ der mit Verlust arbeitenden Unternehmungen wird ‚das Aktienkapital herabgesetzt; das heißt, das Erträgnis verteilt sich auf ein geringeres Kapital, ist diesem alsdann angemessen. Oder wenn kein Erträgnis da ist, so wird neues Kapital aufgebracht, das, mit dem minderbewerteten alten zusammengenommen, nunmehr genügenden Ertrag abwirft. Nebenbei‘, fügt Hilferding hinzu, ‚sei bemerkt, daß diese Sanierungen und Reorganisationen für die Banken von doppelter Bedeutung sind: erstens als gewinnbringendes Geschäft und zweitens als eine Gelegenheit, solche notleidenden Gesellschaften von sich in Abhängigkeit zu bringen.‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 238-239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bankmonopol und Monopole der Grundrenten und des Verkehrswesens verschmelzen miteinanander, indem Banken an Verkehrsgesellschaften beteiligt sind und mit Direktorenposten verbunden werden.  Dementsprechend ist die Spekulation mit Grundstücken schnell wachsender Großstädte für das Finanzkapital besonders gewinnbringend, auch weil sie Preise der Grundstücke steigern können und  durch gute Verkehrsanbindung die Verkaufsbedingungen verbessern. Diese Art von Geschäften sind ein Einfallstor für staatliche Korruption. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine besonders gewinnbringende Transaktion des Finanzkapitals ist auch die Spekulation mit Grundstücken in der Umgebung schnell wachsender Großstädte. Das Bankmonopol verschmilzt hier mit den Monopolen der Grundrente und des Verkehrswesens, denn das Steigen der Preise für Grundstücke, die Möglichkeit, diese in Parzellen günstig zu verkaufen u.a.m., hängt vor allem von der guten Verkehrsverbindung mit dem Zentrum der Stadt ab, und diese Verkehrsmittel befinden sich in den Händen großer Gesellschaften, die durch das Beteiligungssystem und die Verteilung von Direktorenposten mit eben denselben Banken verbunden sind. So entsteht das, was der deutsche Schriftsteller L. Eschwege, ein Mitarbeiter der Zeitschrift ‚Die Bank‘, der den Terrainhandel, die Verpfändung von Grundstücken usw. speziell studierte, den ‚Sumpf‘ genannt hat: wahnwitzige Spekulation mit Vorortgrundstücken, Zusammenbrüche von Baufirmen, wie der Berliner Firma Boswau &amp;amp; Knauer, die ein Kapital von ungefähr 100 Millionen Mark zusammengerafft hatte, und zwar durch Vermittlung der ‚höchst soliden und großen‘ ‚Deutschen Bank‘, die natürlich nach dem ‚Beteiligungs‘system, d.h. insgeheim, hinterrücks, tätig war und sich nach Einbuße von ‚bloß‘ 12 Millionen Mark aus der Affäre zog; ferner Ruinierung von kleinen Unternehmern und Arbeitern, die von den Schwindelfirmen des Baugewerbes nichts erhalten; dazu betrügerische Abmachungen mit der ‚ehrlichen‘ Berliner Polizei und den Verwaltungsorganen, um sich des Auskunftswesens im Baugewerbe und der Baubewilligung der Stadtverwaltung zu bemächtigen usw. usf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 239-240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Kapitalexport===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalexport ist eigentlich die Steigerung der Profite durch Export von Kapital in rückständige Länder. Dies ist möglich, weil in den rückständigen Ländern der Profit gewöhnlich hoch ist, denn es gibt dort weniger Kapital, die Bodenpreise sind verhältnismäßig günstiger, die Löhne niedrig und die Rohstoffe billig. Die Möglichkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, dass eine Reihe rückständiger Länder breits in den Kreislauf des Weltkapitalismus hineingezogen sind. Die Notwendigkeit des Kapitalexports wird dadurch geschaffen, dass in einigen Ländern der Kapitalismus &amp;quot;überreif&amp;quot; geworden ist und dem Kapital ein Spielraum für rentable Betätigung fehlt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenexport, Kapitalexport, Kapitalüberschuss, Anleihen, Kreditvergabe, Finanzkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enstehung von Kapitalüberschuss, die Möglichkeit und Notwendigkeit von Kapitalexport wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Kapitalismus der freien Konkurrenz war der Export von Waren kennzeichnend, für den Monopolkapitalismus ist es der Export von Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Für den alten Kapitalismus, mit der vollen Herrschaft der freien Konkurrenz, war der Export von Waren kennzeichnend. Für den neuesten Kapitalismus, mit der Herrschaft der Monopole, ist der Export von Kapital kennzeichnend geworden.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen in allen Ländern des entwickelten Kapitalismus Monopolverbände. &lt;br /&gt;
Außerdem entwickelt sich eine Monopolstellung der wenigen überaus reichen Länder, deren Kapital gewaltige Ausmaße annimmt.&lt;br /&gt;
Es kommt zu einem extremen Kapitalüberschuss in den fortgeschrittenen Ländern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |An der Schwelle des 20. Jahrhunderts sehen wir die Bildung von Monopolen anderer Art: erstens Monopolverbände der Kapitalisten in allen Ländern des entwickelten Kapitalismus; zweitens Monopolstellung der wenigen überaus reichen Länder, in denen die Akkumulation des Kapitals gewaltige Ausmaße erreicht hat. Es entstand ein ungeheurer ‚Kapitalüberschuß‘ in den fortgeschrittenen Ländern.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökonomische Grundlage des Kapitalexports ist der Kapitalüberschuss in den am weitesten fortgeschrittenen Ländern. Dieser entsteht durch die Unmöglichkeit, Kapital in der heimischen Nationalökonomie noch weiter rentabel anzulegen. Dieser Kapitalüberschuss kann nicht, wie einige bürgerliche Ökonomen meinen, für die Hebung der Lebenshaltung der Bevölkerung genutzt werden, da dies eine Minderung der Profite der Kapitalisten bedeuten würde. Das überschüssige Kapital muss für die weitere Verwertung in Länder exportiert werden, in denen Löhne niedrig, Bodenpreise und Rohstoffe günstig sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Rückständige Länder werden in den Kreislauf des Weltkapitalismus hineingezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber dann wäre der Kapitalismus nicht Kapitalismus, denn die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung wie das Hungerdasein der Massen sind wesentliche, unvermeidliche Bedingungen und Voraussetzungen dieser Produktionsweise. Solange der Kapitalismus Kapitalismus bleibt, wird der Kapitalüberschuß nicht zur Hebung der Lebenshaltung der Massen in dem betreffenden Lande verwendet – denn das würde eine Verminderung der Profite der Kapitalisten bedeuten –, sondern zur Steigerung der Profite durch Kapitalexport ins Ausland, in rückständige Länder. In diesen rückständigen Ländern ist der Profit gewöhnlich hoch, denn es gibt dort wenig Kapital, die Bodenpreise sind verhältnismäßig nicht hoch, die Löhne niedrig und die Rohstoffe billig. Die Möglichkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, das eine Reihe rückständiger Länder bereits in den Kreislauf des Weltkapitalismus hineingezogen ist, die Hauptlinien der Eisenbahnen bereits gelegt oder in Angriff genommen, die elementaren Bedingungen der industriellen Entwicklung gesichert sind usw. Die Notwendigkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, das in einigen Ländern der Kapitalismus ‚überreif‘ geworden ist und dem Kapital (unter der Voraussetzung der Unentwickeltheit der Landwirtschaft und der Armut der Massen) ein Spielraum für ‚rentable‘ Betätigung fehlt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewöhnlichste Praktik des imperialistischen Finanzkapitals ist die Schaffung einer wirtschaftlichen Abhängigkeit durch Kreditvergabe. Dafür werden Anleihen für den Aufbau wirtschaftlicher Strukturen im Ausland unter den Bedingungen des kreditgebenden Landes vergeben. Diese Bedingungen sind ebensolche, die optimal für eine spätere Verwertung des eingesetzten Kapitals sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Kapitalexport wird zu einem Mittel, den Warenexport zu fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital erzeugte die Epoche der Monopole. Die Monopole sind aber überall Träger monopolistischer Prinzipen: An Stelle der Konkurrenz auf offenem Markt tritt die Ausnutzung der ‚Verbindungen‘ zum Zweck eines profitablen Geschäftes. Die gewöhnlichste Erscheinung ist: Bei einer Anleihe wird zur Bedingung gemacht, daß ein Teil der Anleihe zum Kauf von Erzeugnissen des kreditgebenden Landes, vor allem von Waffen, Schiffen usw. verausgabt wird. Frankreich hat in den letzten zwei Jahrzehnten (1890-1910) sehr oft zu diesem Mittel gegriffen. Der Kapitalexport wird zu einem Mittel, den Warenexport zu fördern. Die Abmachungen zwischen den besonders großen Unternehmungen sind dabei derart, daß sie, wie Schilder ‚gelinde‘ sagte ‚an Korruption gemahnen‘. Krupp in Deutschland, Schneider in Frankreich, Armstrong in England – das sind Musterbeispiele von Firmen, die mit den Riesenbanken und der Regierungen in enger Verbindung stehen und beim Abschluß von Anleihen nicht so leicht ‚umgangen‘ werden können.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf diese Weise wirft das Finanzkapital im buchstäblichen Sinne des Wortes seine Netze über alle Länder der Welt aus. Eine große Rolle spielen dabei die in den Kolonien gegründeten Banken und ihre Niederlassungen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im übertragenden Sinne haben die kapitalexportierenden Länder die Welt unter sich aufgeteilt. Das Finanzkapital führt zur direkten Aufteilung der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kapitalexportierenden Länder haben, im übertragenden Sinne, die Welt unter sich verteilt. Aber das Finanzkapital führte auch zur direkten Aufteilung der Welt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Der_imperialistische_Kapitalismus&amp;diff=7349</id>
		<title>Der imperialistische Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Der_imperialistische_Kapitalismus&amp;diff=7349"/>
		<updated>2022-07-01T11:29:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Monopole==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem der Kapitalismus der freien Konkurrenz zwischen 1860 und 1870 seinen höchsten Entwicklungspunkt erreicht hatte, bildeten sich erste Ansätze von Monopolen heraus. Nach der Krise von 1873 entwickelten sich daraus erste Kartelle, die aber noch keinen dauerhaften Charakter hatten. Erst mit dem Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts und der Krise von 1900 bis 1903 wurden Monopole und Monopolverbände zur Grundlage des gesamten Wirtschaftslebens. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration und Zentralisation der Produktion und des Kapitals führt im Kapitalismus der freien Konkurrenz auf einer bestimmten Entwicklungsstufe dicht an das Monopol heran. Die aus der Konkurrenz hervorgegangenen Riesenbetriebe können viel effizienter produzieren und verfügen über bessere Produktionsmethoden, weshalb sie die Konkurrenz leichter ausschalten können. Sie vereinigen den Großteil der Produktion eines Industriezweiges in sich, was ihnen große Gewinne ermöglicht und zur Folge hat, dass die Produktion stark erweitert wird. Das Entstehen der Monopole mit Hilfe des Bankkapitals ist eine der wichtigsten Gesetzmäßigkeiten des Imperialismus – des Monopolkapitalismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für die ökonomische Überlegenheit der Monopole ist, dass sie sich einen permanenten Extraprofit - in Form des Monopolprofits - aneignen können. Dies gelingt ihnen, indem sie die freie Konkurrenz aushebeln und somit den Ausgleich des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit behindern. Der Monopolprofit entsteht dabei, indem ein Teil des Profits anderer, konkurrierender Warenproduzenten auf den Profit der Monopole übertragen wird und den Arbeitern ein zusätzlicher Teil ihres Arbeitslohns entzogen wird. Die Monopolprofite befähigen die Kapitalisten dazu Teile der Arbeiterklasse zu bestechen und auf die Seite der Bourgeoisie zu ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Erscheinung des Monopolkapitalismus ist die Kombination, bei welcher es zur Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem Unternehmen kommt, wodurch Konjunkturunterschiede ausgeglichen und höhere Profitraten erreicht werden. Durch die Kombination wird der Handel ausgeschaltet und es werden Extraprofite gesichert. Dadurch wird auch die Stellung im Konkurrenzkampf während wirtschaftlicher Krisen gestärkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die schnelle Ausdehnung der Produktion in der Großindustrie wächst diese schneller als die Märkte. Dies führt zu einer Überproduktion, sinkenden Preisen und sinkenden Gewinnen. Mit dem technischen Fortschritt steigt der Anteil an Maschinen in der Produktion wodurch der tendenziellen Fall der Profitrate verstärkt wird. Um diesem Widerspruch entgegen zu wirken, aber auch um die Profite allgemein zu steigern, schließen sich die Großindustriellen in Kartellen zur Regulierung der Produktion zusammen. Es werden Produktionskapazitäten festgelegt Preisabsprachen getroffen und Aufträge und Absatzmärkte aufgeteilt, Rohstoffquellen und Arbeitskräfte werden unter eigene Kontrolle gebracht und alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen, um Monopolprofite zu erzielen und die Konkurrenz auszuschalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die krasseste Erscheingsform der Monopole ist die Finanzoligarchie, welche alle Institutionen von sich abhängig macht, insbesondere den Staat. Dieser ist durch die Industrie- und Fabrikgesetzte mit den Monopolen verflochten, und unterstützt die Herausbildung von Monopolen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Monopolkapitalismus führt nah an eine allgemeine Vergesellschaftung der Produktion heran, gleichzeitig bleibt der Besitz der gesellschaftlichen Produktionsmittel und auch die Aneignung der Profite privat. Obwohl die Monopole die freie Konkurrenz ausschalten besteht die Konkurrenz im Kampf um die Aneignung des Monopolprofits auch zwischen den Monopolen weiter. Darüber hinaus verschärft sich die Konkurrenz zwischen kartelliertem und nicht-kartelliertem Kapital. Dies verschärft Konflikte und erzeugt einen permanent wachsenden antagonistischen Widerspruch zwischen dem Monopol und seinem Ursprung, dem Kapitalismus der freien Konkurrenz. Das Monopol erzeugt die allgemeine Tendenz zur Stagnation und Fäulnis und bildet ein Herrschaftsverhältnis mit einem hohen Maß an Gewalt. Durch die umfassende Vergesellschaftung der Produktion und die allgemeine Verschärfung der Widersprüche bildet das Monopol den Übergang zu einer höheren Gesellschaftsformation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Kapital, Produktionsmittel, Arbeitskraft, Kreditwesen, Konkurrenz, organische Zusammensetzung, Akkumulation, Konzentration, Zentralisation, Monopolprofit, Extraprofit, durchschnittliche Mehrwertrate, Monopolverbände, Syndikate, Trusts, Kartelle, Kombination, Finanzoligarchie, Finanzkapital, Bankenwesen, Kostpreis, Produktionspreis &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Wesen'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr es erlaubt vereinigt sich das Kapital zum Monopol, um die Gewinne zu steigern. In der Konkurrenz versucht der einzelne Kapitalist seinen eigenen Anteil auf jegliche Art zu vergrößern, auch wenn es die Gesamtsumme verringert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn jeder einzelne einer Klasse nie mehr haben könnte als einen gegebenen Anteil oder einen aliquoten Teil von Gewinn und Besitz des Ganzen, so würde er sich bereitwillig vereinigen, um die Gewinne hinaufzutreiben&amp;quot; (das tut er, sobald das Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr es erlaubt): „das ist Monopol. Aber wo jeder einzelne denkt, daß er irgendwie die absolute Summe seines eigenen Anteils vergrößern könne, wenn auch durch ein Verfahren, das die Gesamtsumme verringert, wird er es oft tun: das ist Konkurrenz. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monopole vereinigen den Großteil der Produktion eines Industriezweiges in sich, was ihnen große Gewinne ermöglicht und zur Folge hat, dass die Produktion stark erweitert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Kartelle und Trusts vereinigen vielfach sieben bis acht Zehntel der Gesamtproduktion des betreffenden Industriezweige in ihren Händen. Im Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat waren bei seiner Gründung im Jahre 1893 86,7% und im Jahre 1910 bereits 95,4% der gesamten Kohlenförderung des Gebiets konzentriert. Das auf diese Weise entstehende Monopol gewährleistet Riesengewinne und führt zur Bildung technischer Produktionseinheiten von unermeßlichem Umfang.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 206-207}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monopole behindern den Ausgleich des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiedenen Produktionssphären und ermöglichen damit den Monopolpreis. Auch wenn dieser Monopolpreis über dem Wert der Waren liegt, werden die durch den Wert der Waren gegebenen Grenzen nicht aufgehoben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Findet endlich die Ausgleichung des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiednen Produktionssphären ein Hindernis an künstlichen oder natürlichen Monopolen, und speziell am Monopol des Grundeigentums, so daß ein Monopolpreis möglich würde, der über den Produktionspreis und über den Wert der Waren stiege, auf die das Monopol wirkt, so würden die durch den Wert der Waren gegebnen Grenzen dadurch nicht aufgehoben. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 868-869}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange das industrielle Kapital das Monopol an der verbesserten Produktionsweise hat, kann das Kapital den Umschlag beschleunigen und einen höheren Profit erzielen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn dasselbe industrielle Kapital, bei sonst gleichbleibenden Umständen und namentlich bei gleicher organischer Zusammensetzung, viermal im Jahr statt zweimal umschlägt, produziert es doppelt soviel Mehrwert und daher Profit; und dies zeigt sich handgreiflich, sobald und solange dies Kapital das Monopol der verbesserten Produktionsweise besitzt, die ihm diese Umschlagsbeschleunigung gestattet. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 325}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Bildung von Monopolen geht zwangsläufig ein gewaltvolles Herrschaftsverhältnis hervor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Herrschaftsverhältnis und die damit verbundene Gewalt - das ist das Typische für die &amp;quot;jüngste Entwicklung des Kapitalismus&amp;quot;, das ist es, was aus der Bildung allmächtiger wirtschaftlicher Monopole unvermeidlich hervorgehen mußte und hervorgegangen ist. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Monopol entsteht aus der Konzentration der Produktion. Die Monopolverbände, also die Kartelle, Syndikate und Trusts spielen im Wirtschaftsleben eine gewaltige Rolle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] Das Monopol ist aus der Konzentration der Produktion auf einer sehr hohen Stufe ihrer Entwicklung erwachsen. Das sind die Monopolverbände der Kapitalisten, die Kartelle. Syndikate und Trusts. Wir sahen, welch gewaltige Rolle sie im heutigen Wirtschaftsleben spielen. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304-305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Entwicklung'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wichtigsten Ergebnisse der Geschichte der Monopole sind: 1. Die höchste Entwicklung der freien Konkurrenz um 1860/70 mit Ansätzen von Monopolen; 2. Die Entwicklung der Kartelle nach der Krise von 1873, die aber noch keinen dauerhaften Charakter haben; 3. Mit dem Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts, sowie die Krise von 1900 bis 1903 werden Kartelle/Monopolverbände zur Grundlage der gesamten Wirtschaftslebens und der Kapitalismus wird zum Imperialismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die wichtigsten Ergebnisse der Geschichte der Monopole sind demnach: 1. In den sechziger und siebziger Jahren des 19 Jahrhunderts die höchste, äußerste Entwicklungsstufe der freien Konkurrenz; kaum merkliche Ansätze zu Monopolen. 2. Nach der Krise von 1873 weitgehende Entwicklung von Kartellen, die aber noch Ausnahmen, keine dauernden, sondern vorübergehende Erscheinungen sind. 3. Aufschwung am Ende des 19. Jahrhunderts und Krise von 1900-1903: Die Kartelle werden zu einer der Grundlagen des ganzen Wirtschaftslebens. Der Kapitalismus ist zum Imperialismus geworden.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalismus der freien Konkurrenz führt notwendig zur Konzentration der Produktion und des Kapitals. Je schneller sich der Handel und der Kapitalismus entwickeln, desto stärker ist diese Konzentration. Den entstandenen Riesenbetrieben, die viel effizienter produzieren und über moderne Produktionsmethoden verfügen, fällt es leichter, die Konkurrenz auszuschalten. Die Konzentration selbst führt auf einer bestimmten Stufe, dicht an das Monopol heran. Es entsteht die Tendenz der Verwandlung der freien Konkurrenz in ihren direkten Gegensatz – das Monopol. Das Entstehen der Monopole aus der Konkurrenz, mit Hilfe des Bankkapitals, ist dabei eines der wichtigsten Merkmale des Imperialismus – des Monopolkapitalismus. Die dem Kapitalismus immanenten Krisen, verstärken die Tendenz zur Konzentration und damit zur Monopolbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber die Konzentration der Produktion ist viel stärker als die Konzentration der Arbeiter, denn die Arbeit ist in den Großbetrieben viel produktiver. Darauf weisen die Daten über Dampfmaschinen und elektrische Motoren hin. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 200}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daraus erhellt, daß die Konzentration auf einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung sozusagen von selbst dicht an das Monopol heranführt. Denn einigen Dutzend Riesenbetrieben fällt es leicht, sich untereinander zu verständigen, während anderseits gerade durch das Riesenausmaß der Betriebe die Konkurrenz erschwert und die Tendenz zum Monopol erzeugt wird. Diese Verwandlung der Konkurrenz in das Monopol ist eine der wichtigsten Erscheinungen - wenn nicht die wichtigste - in der Ökonomik des modernen Kapitalismus, und wir müssen daher ausführlicher darauf eingehen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ökonomisch ist das Grundlegende in diesem Prozeß (der Entwicklung des Imperialismus aus dem Kapitalismus – Anm. der Red.) die Ablösung der kapitalistischen freien Konkurrenz durch die kapitalistischen Monopole. Die freie Konkurrenz ist die Grundeigenschaft des Kapitalismus und der Warenproduktion überhaupt; das Monopol ist der direkte Gegensatz zur freien Konkurrenz, aber diese begann sich vor unseren Augen zum Monopol zu wandeln, indem sie die Großproduktion schuf, den Kleinbetrieb verdrängte, die großen Betriebe durch noch größere ersetzte, die Konzentration der Produktion und des Kapitals so weit trieb, daß daraus das Monopol entstand und entsteht, nämlich: Kartelle, Syndikate, Trusts und das mit ihnen verschmelzende Kapital eines Dutzends von Banken, die mit Milliarden schalten und walten.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber je schneller die Entwicklung des Handels und des Kapitalismus vor sich geht, um so stärker ist doch die Konzentration der Produktion und des Kapitals, die das Monopol erzeugt. Und die Monopole sind ja schon entstanden, gerade aus der freien Konkurrenz!  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 295}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen - jeder Art, am häufigsten ökonomische Krisen, aber nicht nur diese allein - verstärken aber ihrerseits in ungeheurem Maße die Tendenz zur Konzentration und zum Monopol.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die freie Konkurrenz wandelt sich zum Monopol, wodurch es zu einem gigantischen Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion und insbesondere der technischen Verbesserungen und Erfindungen kommt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konkurrenz wandelte sich zum Monopol. Die Folge ist ein gigantischer Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion. Im besonderen wird auch der Prozeß der technischen Erfindungen und Vervollkommnungen vergesellschaftet.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung der Monopole, durch die Konkurrenz und die Konzentration der Produktion und des Kapitals, ist eine allgemeine Gesetzmäßigkeit des Imperialismus. Lokale (wirtschafts-)politische Unterschiede der kapitalistischen Staaten, wie z.B. die Existenz von Schutzzöllen oder andere Besonderheiten, können die Monopolbildung beschleunigen aber sie nicht verhindern. Besonders schnell entstehen sie jedoch da, wo sich das Kapital der Rohstoffquellen ermächtigen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Tatsachen zeigen, daß die Unterschiede zwischen einzelnen kapitalistischen Ländern, z. B. in bezug auf Schutzzoll oder Freihandel, bloß unwesentliche Unterschiede in der Form der Monopole oder in der Zeit ihres Aufkommens bedingen, während die Entstehung der Monopole infolge der Konzentration der Produktion überhaupt ein allgemeines Grundgesetz des Kapitalismus in seinem heutigen Entwicklungsstadium ist.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Noch ein Beispiel für das Wirtschaften der Kartelle. Dort, wo man auf alle oder die wichtigsten Rohstoffquellen die Hand legen kann, geht die Entstehung von Kartellen und die Bildung von Monopolen besonders leicht vonstatten. Es wäre jedoch falsch zu glauben, daß Monopole nicht  auch in anderen Industriezweigen entstehen, in denen es unmöglich ist, sich der Rohstoffquellen zu bemächtigen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211-212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monopole behindern den Ausgleich des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiedenen Produktionssphären und ermöglichen damit den Monopolpreis, welcher über dem Wert der Waren liegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Monopolpreis entsteht dabei, indem ein Teil des Profits anderer Warenproduzenten auf den Monopolpreis übertragen wird und dem Arbeiter ein zusätzlicher Teil seines Arbeitslohns entzogen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Findet endlich die Ausgleichung des Mehrwerts zum Durchschnittsprofit in den verschiednen Produktionssphären ein Hindernis an künstlichen oder natürlichen Monopolen, und speziell am Monopol des Grundeigentums, so daß ein Monopolpreis möglich würde, der über den Produktionspreis und über den Wert der Waren stiege, auf die das Monopol wirkt, so würden die durch den Wert der Waren gegebnen Grenzen dadurch nicht aufgehoben. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 868-869}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Monopolpreis gewisser Waren würde nur einen Teil des Profits der andern Warenproduzenten auf die Waren mit dem Monopolpreis übertragen. Es fände indirekt eine örtliche Störung in der Verteilung des Mehrwerts unter die verschiednen Produktionssphären statt, die aber die Grenze dieses Mehrwerts selbst unverändert ließe. Ginge die Ware mit Monopolpreis in den notwendigen Konsum des Arbeiters ein, so würde sie den Arbeitslohn erhöhn und dadurch den Mehrwert vermindern, falls der Arbeiter nach wie vor den Wert seiner Arbeitskraft bezahlt erhielte. Sie könnte den Arbeitslohn unter den Wert der Arbeitskraft herabdrücken, aber dies nur, soweit jener über der Grenze seines physischen Minimums stände. In diesem Falle würde der Monopolpreis durch Abzug am realen Arbeitslohn (d. h. der Masse der Gebrauchswerte, die der Arbeiter durch dieselbe Masse Arbeit erhielte) und an dem Profit der andern Kapitalisten bezahlt. Die Grenzen, innerhalb deren der Monopolpreis die normale Regulierung der Warenpreise affizierte, wären fest bestimmt und genau berechenbar. | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 869}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Erscheinung des Monopolkapitalismus ist die sog. Kombination. Es kommt zur Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem Unternehmen. Diese bilden dabei entweder aufeinanderfolgende Stufen oder spielen eine Hilfsrolle der Produktion. Dies gleicht Konjunkturunterschiede aus und erhöht dabei die Stetigkeit der Profitrate. Auch der Handel wird ausgeschaltet und die Möglichkeit zu Extraprofiten, durch technischen Fortschritt, geschaffen, sowie die Überlegenheit im Konkurrenzkampf während Krisen gestärkt. Die Kombination verstärkt den Prozess der Monopolisierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nicht in jedem Industriezweig gibt es Großbetriebe; und anderseits ist eine äußerst wichtige Besonderheit des Kapitalismus, der die höchste Entwicklungsstufe erreicht hat, die sogenannte Kombination, d. h. die Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem einzigen Unternehmen; diese Industriezweige bilden entweder aufeinanderfolgende Stufen der Verarbeitung des Rohstoffs (z. B. Gewinnung von Roheisen aus Erz, seine Verarbeitung zu Stahl und unter Umständen auch die Erzeugung dieser oder jener Stahlfabrikate) oder spielen in bezug aufeinander eine Hilfsrolle (z. B. Verarbeitung von Abfällen oder Nebenprodukten; Herstellung von Verpackungsmaterial usw.). &lt;br /&gt;
  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |&amp;quot;... die Kombination&amp;quot;, schreibt Hilferding, &amp;quot;gleicht Konjunkturunterschiede aus und bewirkt daher für das kombinierte Werk eine größere Stetigkeit der Profitrate. Zweitens bewirkt die Kombination Ausschaltung des Handels. Drittens bewirkt sie die Möglichkeit technischer Fortschritte und damit die Erlangung von Extraprofit gegenüber dem 'reinen'&amp;quot; (d.h. nicht kombinierten) &amp;quot;Werk. Viertens stärkt sie die Stellung des kombinierten Werkes gegenüber dem 'reinen' im Konkurrenzkampf zur Zeit einer starken Depression&amp;quot; (Geschäftsstockung, Krise), &amp;quot;wenn die Senkung der Rohmaterialpreise nicht Schritt hält mit der Senkung der Fabrikatspreise.&amp;quot;   &lt;br /&gt;
 | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die schnelle Ausdehnung der Produktion in der Großindustrie wächst diese schneller als die Märkte. Dies führt zu einer Überproduktion, sinkenden Preisen und fallende Profiten, was durch Schutzzölle noch verstärkt wird. Diesen Widerspruch lösen die Großindustriellen indem sie sich in Kartellen zur Regulierung der Produktion zusammentun. Es werden Produktionskapazitäten festgelegt und eingehende Aufträge aufgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Seit Marx obiges schrieb, haben sich bekanntlich neue Formen des Industriebetriebs entwickelt, die die zweite und dritte Potenz der Aktiengesellschaft darstellen. Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert. Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die altgerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem  Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. […] (Friedrich Engels) | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 453-454}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Historische Rolle'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Imperialismus ist Monopolkapitalismus. Durch die Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise kommt es notwendigerweise zur Vergesellschaftung der Produktion. Der dadurch entstandene Fortschritt kommt jedoch im Imperialismus nur den Spekulanten zu Gute, da die Form der Aneignung privat bleibt. Das hat zur Folge, dass der Druck der Monopole auf die Bevölkerung noch schwerer wird. Die vollständige Vergesellschaftung ist die Grundlage für den Übergang des Kapitalismus hin zu einer neuen Gesellschaftsordnung, in die die Kapitalisten, unbewusst und gegen ihren eigenen Willen, hineingezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In seinem imperialistischen Stadium führt der Kapitalismus bis dicht an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine Art neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktion wird vergesellschaftet, die Aneignung jedoch bleibt privat. Die gesellschaftlichen Produktionsmittel bleiben Privateigentum einer kleinen Anzahl von Personen. Der allgemeine Rahmen der formal anerkannten freien Konkurrenz bleibt bestehen, und der Druck der wenigen Monopolinhaber auf die übrige Bevölkerung wird hundertfach schwerer, fühlbarer, unerträglicher. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalismus ist so weit entwickelt, daß die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor &amp;quot;herrscht&amp;quot; und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den &amp;quot;Genies&amp;quot; der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, die sich bis zu dieser Vergesellschaftung emporgearbeitet hat, kommt den - Spekulanten zugute.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Monopol erwächst aus dem Kapitalismus der freien Konkurrenz, durch die Warenproduktion. Das Monopol verdrängt jedoch nicht die Konkurrenz. Die Konkurrenz besteht weiter neben und über ihm. Dies erzeugt Probleme, Konflikte und einen permanenten antagonistischen Widerspruch zwischen dem Monopol und seinem Ursprung. Das Monopol steht dabei nicht mit kleinen, technisch rückständigen Betrieben in Konkurrenz, sondern würgt diese ab. Das Monopol ist der Übergang zu einer höheren Gesellschaftsformation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zugleich aber beseitigen die Monopole nicht die freie Konkurrenz, aus der sie erwachsen, sondern bestehen über und neben ihr und erzeugen dadurch eine Reihe besonders krasser und schroffer Widersprüche, Reibungen und Konflikte. Das Monopol ist der Übergang vom Kapitalismus zu einer höheren Ordnung.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie wir gesehen haben, ist die tiefste ökonomische Grundlage des Imperialismus das Monopol. Dieses Monopol ist ein kapitalistisches, d.h. ein Monopol, das aus dem Kapitalismus erwachsen ist und im allgemeinen Milieu des Kapitalismus, der Warenproduktion, der Konkurrenz, in einem beständigen und unlösbaren Widerspruch zu diesem allgemeinen Milieu steht.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 280-281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben es nicht mehr mit dem Konkurrenzkampf kleiner und großer, technisch rückständiger und technisch fortgeschrittener Betriebe zu tun. Durch die Monopolinhaber werden alle diejenigen abgewürgt, die sich dem Monopol, seinem Druck, seiner Willkür nicht unterwerfen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Monopol erzeugt die allgemeine Tendenz zur Stagnation und Fäulnis. Durch den Zwang zur Erhöhung der Profite wird der technische Fortschritt vorangetrieben. Wo das Monopol jedoch Monopolpreise realisiert, verschwindet dieser Antrieb und es kommt zwangsläufig zur Stagnation, wodurch der Fortschritt ausgebremst wird. Diese Stagnation kann jedoch nur temporär bestehen, da das Monopol die Konkurrenz nie gänzlich und dauerhaft ausschalten kann. Die Monopole haben die Möglichkeit den technischen - und damit den Gesamtfortschritt - künstlich aufzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dennoch erzeugt es, wie jedes andere Monopol, unvermeidlich die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis. In dem Maße, wie Monopolpreise, sei es auch nur vorübergehend, eingeführt werden, verschwindet bis zu einem gewissen Grade der Antrieb zum technischen und folglich auch zu jedem anderen Fortschritt, zur Vorwärtsbewegung; und insofern entsteht die ökonomische Möglichkeit, den technischen Fortschritt künstlich aufzuhalten.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gewiß kann das Monopol unter dem Kapitalismus die Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten (das ist übrigens einer der Gründe, warum die Theorie des Ultraimperialismus unsinnig ist). Die Möglichkeit, durch technische Verbesserungen die Produktionskosten herabzumindern und die Profite zu erhöhen, begünstigt natürlich Neuerungen. Aber die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis, die dem Monopol eigen ist, wirkt nach wie vor und gewinnt in einzelnen Industriezweigen, in einzelnen Ländern für gewisse Zeitspannen die Oberhand.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der voranschreitenden Entwicklung hebt die kapitalistische Produktionsweise sich selbst innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise auf und schafft den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform. Dieser Widerspruch tritt in Form von Monopolen, einer Finanzaristokratie und letztlich in einem ganzen System aus Betrug und Schwindel in Erscheinung, in dem die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums steht. Die Entstehung des Monopols erfordert die Einmischung des Staates. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 454}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monopolprofite befähigen die Kapitalisten eines Industriezweiges oder eines Landes einzelne Schichten der Arbeiter zu bestechen und auf die Seite der Bourgeoisie des entsprechenden Industriezweiges oder Landes zu ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dadurch, daß die Kapitalisten eines Industriezweiges unter vielen anderen oder eines Landes unter vielen anderen usw. hohe Monopolprofite herausschlagen, bekommen sie ökonomisch die Möglichkeit, einzelne Schichten der Arbeiter, vorübergehend sogar eine ziemlich bedeutende Minderheit der Arbeiter zu bestechen und sie auf die Seite der Bourgeoisie des betreffenden Industriezweiges oder der betreffenden Nation gegen alle übrigen hinüberzuziehen. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 306-307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monopole sind nicht fähig Krisen auszuschalten. Sie verstärken sogar den ungleichen und chaotischen Charakter (z.B. das Zurückbleiben der Landwirtschaft und die privilegierte Stellung der Schwerindustrie) der kapitalistischen Produktionsweise und sorgen so für verstärkte Planlosigkeit in den weniger stark kartellierten Industriezweigen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ausschaltung der Krisen durch die Kartelle ist ein Märchen bürgerlicher Ökonomen. die den Kapitalismus um jeden Preis beschönigen wollen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegenteil, das Monopol, das in einigen Industriezweigen entsteht, verstärkt und verschärft den chaotischen Charakter, der der ganzen kapitalistischen Produktion in ihrer Gesamtheit eigen ist. Das Mißverhältnis zwischen der Entwicklung der Landwirtschaft und der Industrie, das für den Kapitalismus überhaupt charakteristisch ist, wird noch größer. Die privilegiert Stellung, die die am stärksten kartellierte sogenannte Schwerindustrie, besonders die Kohlen- und Eisenindustrie, einnimmt, ruft in den übrigen Industriezweigen eine &amp;quot;gesteigerte Planlosigkeit&amp;quot; hervor. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 312}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beherrschung der wichtigsten Rohstoffquellen durch die Monopole ist zentral für die Macht der Monopole und verschärft den Gegensatz zwischen kartellierter und nichtkartellierter Industrie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die monopolistische Beherrschung der wichtigsten Rohstoffquellen hat die Macht des Großkapitals ungeheuer gesteigert und den Gegensatz zwischen der kartellierten und nichtkartellierten Industrie verschärft.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn die Monopole die Entwicklung verlangsamen ist eine Rückkehr zum Kapitalismus der freien Konkurrenz unmöglich, da diese die Monopole erst erzeugt hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Selbst wenn die Monopole jetzt die Entwicklung zu verlangsamen begonnen haben, so ist das dennoch kein Argument zugunsten der freien Konkurrenz, die unmöglich geworden ist, nachdem sie die Monopole erzeugt hat. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 295}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Erscheinungsform'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Imperialismus – als Monopolkapitalismus – sind vier Erscheinungsformen des Monopols charakteristisch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstens, Monopole und Monopolverbände, welche aus dem Prozess der Konzentration der Produktion erwachsen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweitens, die Monopole, die die wichtigsten Rohstoffquellen besitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drittens, die Monopole, welche aus den Banken erwachsen. Es kommt zur Verschmelzung von Bank- und Industriekapital, woraus die Finanzoligarchie erwächst. Diese unterwirft sich alle gesellschaftlichen Institutionen und stellt somit die krasseste Erscheinungsform des Monopols dar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viertens, das Monopol, das seinen Ursprung in der Kolonialpolitik hat. Es entsteht durch die Notwendigkeit des Kampfes um die Rohstoffquellen, des Kapitalexports, der Erlangung von Einflusssphären und letztlich der Eroberung ganzer Wirtschaftsgebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es sind insbesondere vier Hauptarten der Monopole oder Haupterscheinungsformen des Monopolkapitalismus hervorzuheben, die für die in Betracht kommende Epoche charakteristisch sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstens: Das Monopol ist aus der Konzentration der Produktion auf einer sehr hohen Stufe ihrer Entwicklung erwachsen. Das sind die Monopolverbände der Kapitalisten, die Kartelle. Syndikate und Trusts. Wir sahen, welch gewaltige Rolle sie im heutigen Wirtschaftsleben spielen. […] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweitens: Die Monopole haben in verstärktem Maße zur Besitzergreifung der wichtigsten Rohstoffquellen geführt, besonders in der ausschlaggebenden und am meisten kartellierten Industrie der kapitalistischen Gesellschaft: der Kohlen- und Eisenindustrie. […] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drittens: Das Monopol ist aus den Banken erwachsen. Diese haben sich aus bescheidenen Vermittlungsunternehmungen zu Monopolisten des Finanzkapitals gewandelt. Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine &amp;quot;Personalunion&amp;quot; hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt - das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viertens: Das Monopol ist aus der Kolonialpolitik erwachsen. Den zahlreichen &amp;quot;alten&amp;quot; Motiven der Kolonialpolitik fügte das Finanzkapital noch den Kampf um Rohstoffquellen hinzu, um Kapitalexport, um &amp;quot;Einflußsphären&amp;quot; d.h. um Sphären für gewinnbringende Geschäfte, Konzessionen, Monopolprofite usw. - und schließlich um das Wirtschaftsgebiet überhaupt.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304ff.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ihre Macht zu erweitern und die Konkurrenz auszuschalten, greifen die Monopole zu verschiedensten ökonomischen und außerökonomischen Kampfmitteln. Diese reichen von Material-, Arbeitskraft-, Zufuhr- und Absatzsperren, über das Aufsetzen von Abnehmerverträgen, Abstandszahlungen und planmäßigen Preisunterbietungen, bis hin zu offenem Verruf oder der Anwendung von gewaltsamen,  militärischen Aktionen gegen die Konkurrenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Monopol bricht sich überall und mit jeglichen Mitteln Bahn, angefangen von &amp;quot;bescheidenen&amp;quot; Abstandszahlungen bis zur amerikanischen &amp;quot;Anwendung&amp;quot; von Dynamit gegen den Konkurrenten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die Konkurrenz aus einer derart einträglichen Industrie auszuschalten, wenden die Monopolinhaber sogar allerlei Tricks an: Es werden falsche Gerüchte über die schlechte Lage der Industrie verbreitet; in den Zeitungen erscheinen anonyme Anzeigen: &amp;quot;Kapitalisten! Hütet euch, Kapital in Zementfabriken anzulegen.&amp;quot; Schließlich werden die Werke von &amp;quot;Außenseitern&amp;quot; (d.h. von nicht an den Syndikaten Beteiligten) aufgekauft und ihnen &amp;quot;Abstandssummen&amp;quot; von 60.000, 80.000 und 150.000 Mark gezahlt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 212}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist lehrreich, wenigstens einen flüchtigen Blick auf die Liste der Mittel des gegenwärtigen, modernen, zivilisierten Kampfes um die &amp;quot;Organisation&amp;quot; zu werfen, zu denen die Monopolverbände greifen: 1. die Materialsperre (mit &amp;quot;die wichtigste Methode des Kartellzwanges&amp;quot;) 2. Sperrung der Arbeitskräfte durch &amp;quot;Allianzen&amp;quot; (d.h. Vereinbarungen zwischen Kapitalisten und Arbeiterverbänden derart, daß die Arbeiter nur in kartellierten Betrieben arbeiten dürfen) 3. Sperre der Zufuhr; 4. Sperre des Absatzes; 5. Verträge mit den Abnehmern, wonach diese ausschließlich mit kartellierten Firmen Geschäftsverbindungen haben dürfen; 6. planmäßige Preisunterbietung (um die &amp;quot;Außenseiter&amp;quot;, d.h. die Unternehmungen, die sich den Monopolinhabern nicht unterordnen, zu ruinieren; es werden Millionen ausgegeben, um eine Zeitlang unter dem Selbstkostenpreis zu verkaufen; so kam es beispielsweise in den Benzinindustrie vor, daß die Preise von 40 auf 22 Mark, d.h. fast auf die Hälfte, herabgesetzt wurden!); 7. Sperrung des Kredits; 8. Verrufserklärung.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im imperialistischen Kapitalismus ersetzen die Monopole das Prinzip der freien Konkurrenz durch monopolistische Prinzipien. Profitable Geschäfte werden immer mehr durch das Ausnutzen der innerhalb der Finanzoligarchie geschaffenen Verbindungen abgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital erzeugte die Epoche der Monopole. Die Monopole sind aber überall Träger monopolistischer Prinzipien: An Stelle der Konkurrenz auf offenem Markt tritt die Ausnutzung der „Verbindungen&amp;quot; zum Zweck eines profitablen Geschäftes. Die gewöhnlichste Erscheinung ist: Bei einer Anleihe wird zur Bedingung gemacht, daß ein Teil der Anleihe zum Kauf von Erzeugnissen des kreditgebenden Landes, vor allem von Waffen, Schiffen usw. verausgabt wird.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Finanzkapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge der Monopolbildung in der Industrie ändert sich auch die Rolle der Banken: mittels eines weit verzweigten Netzes von Beteiligungen und Tochterunternehmen bildet sich eine Monopolstellung weniger Banken heraus. Durch die Kontrolle von Bankverbindungen, Kontokorrenten und andere Finanzoperationen können sich diese genau über die jeweilige Geschäftslage der Industrie- und Handelsunternehmungen informieren und über Möglichkeit und Art der Kreditvergabe das Schicksal der Einzelunternehmungen bestimmen. Somit entwickeln sich einige Banken vom reinen Zahlungsvermittler zwischen einzelnen Kapitalisten zu monopolistischen Großbanken, die eine Vormachtstellung über alle Industrie- und Handelsoperationen einnehmen. Durch die Verschmelzung des Bankkapitals monopolistischer Großbanken mit dem Kapital der monopolistischen Industriebetriebe entsteht das Finanzkapital.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts markiert das starke Anwachsen der Wertpapieremission die Vorherrschaft des Finanzkapitals. Das Finanzkapital steht in der Folge im Zentrum aller wirtschaftlichen Unternehmungen, wodurch die Ausdifferenzierung des Kapitals in Eigentümer und Anwender, die typisch für den Imperialismus ist, gewaltige Ausmaße erreicht.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschmelzung zwischen Bank- und Industriekapital findet durch die gegenseitige Vertretung in den jeweiligen Aufsichtsräten und Aktienbesitz statt. Aus dieser Personalunion erwächst die Finanzoligarchie, die als Rentiers ausschließlich vom Ertrag ihres Geldkapitals leben. Alle ökonomischen und politischen Institutionen sind von der Finanzoligarchie abhängig, die es durch ein umfassendes Netz schafft, selbst kleinste Kapitalisten und Unternehmer unter sich zu unterwerfen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital zieht seine riesigen und zunehmenden Profite u.a. aus Gründungsgewinnen, aus dem Emissionsgeschäft, Beteiligungen und Staatsanleihen. Damit treibt das Finanzkapital die Monopolisierung weiter voran und zementiert gleichzeitig die Herrschaft der Finanzoligarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Unterwerfung aller mittleren und kleinen Unternehmen unter das Finanzkapital sowie durch die Konkurrenz um Einfluss in anderen Ländern ordnen sich die Interessen aller Besitzenden dem Imperialismus unter. Diese Eingliederung aller Interessen in den Imperialismus findet sich auch im Staat und seinen Beamten und überhaupt allen Bereichen des öffentlichen Lebens wieder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital gewinnt im Imperialismus eine beherrschende Stellung über alle anderen Kapitalformen und bedeutet die Vorherrschaft der Rentiers und Finanzoligarchen, sowie weniger Staaten, die finanzielle Macht über alle andere Staaten besitzen. Das Weltfinanzkapital konzentriert sich auf wenige Länder, die Masse der übrigen Länder fungiert als Schuldner gegenüber diesen. Formal entsteht durch die Banken eine gesamtgesellschaftliche Verteilung der Produktionsmittel. Ihrem Inhalt nach ist diese Verteilung aber nicht allgemein, sondern privat, genauer den Interessen der größten Monopole angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzoligarchie, Monopole, Emission, Gründungsgewinn, Beteiligungen, Rentier &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lenin grenzt sich mit seiner Wesensbeschreibung des Finanzkapitals von Hilferding ab, dessen Studie zum Finanzkapital von 1910 unvollständig ist weil sie die Konzentration der Produktion und des Kapitals und daraus erwachsende Kapitale als Grundbedingung des Finanzkapitals außen vor lässt. Gleichzeitig weist er die Ansicht bürgerlicher Wissenschaftler zurück, die aus kleinbürgerlicher Sicht die Auswüchse der Herrschaft der Finanzoligarchie kritisieren. Diese sind zwar in der Lage in konkreten Fragen Erscheinungsformen der Herrschaft der Finanzoligarchie korrekt wiederzugeben, sie verschleiern den systematischen und zwangsläufigen Charakter dieser Entwicklung jedoch. In ähnlicher Weiße kritisiert er Kautsky als bürgerlich- reformistisch. In dem dieser die Politik des Imperialismus von der Ökonomie trennt, leistet er der Illusion Vorschub, dass auf Basis des Finanzkapitals auch eine andere, friedlichere Politik möglich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Wesen'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilferding bezeichnet Finanzkapital als Kapital in Verfügung der Banken und in Verwendung der Industriellen. Dieser Definition fehlen die zentralen Entstehungsbedingungen des Finanzkapitals. Lenin leitet den Ursprung des Finanzkapitals aus der Produktion selbst her: Die Konzentration der Produktion und damit zunehmend auch des Kapitals führt zwangsläufig zum Monopol. Dies bedingt so eine Verschmelzung des Bankkapitals monopolistischer Großbanken mit dem Kapital monopolistischer Industriellenverbände.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein immer wachsender Teil des Kapitals der Industrie“, schreibt Hilferding, „gehört nicht den Industriellen, die es anwenden. Sie erhalten die Verfügung über das Kapital nur durch die Bank, die ihnen gegenüber den Eigentümer vertritt. Anderseits muß die Bank einen immer wachsenden Teil ihrer Kapitalien in der Industrie fixieren. Sie wird damit in immer größerem Umfang industrieller Kapitalist. Ich nenne das Bankkapital, also Kapital in Geldform, das auf diese Weise in Wirklichkeit in industrielles Kapital verwandelt ist, das Finanzkapital.“ Das Finanzkapital ist also „Kapital in der Verfügung der Banken und in der Verwendung der Industriellen“. Diese Definition ist insofern unvollständig, als ihr der Hinweis auf eines der wichtigsten Momente fehlt, nämlich auf die Zunahme der Konzentration der Produktion und des Kapitals in einem so hohen Grade, daß die Konzentration zum Monopol führt und geführt hat. […] Konzentration der Produktion, daraus erwachsende Monopole, Verschmelzung oder Verwachsen der Banken mit der Industrie – das ist die Entstehungsgeschichte des Finanzkapitals und der Inhalt dieses Begriffs. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 229}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital [ist] das Bankkapital einiger weniger monopolistischer Großbanken, das mit dem Kapital monopolistischer Industriellenverbände verschmolzen ist.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kommt zu einer beiderseitigen Verschmelzung von Bank- und Industriekapital. Die Großindustrie ist einerseits vom monopolisierten Bankkapital abhängig, andererseits entwickelt sich eine Art Personalunion durch Aktienbesitz und Eintritt in die jeweils andere Führungsstruktur. Diese konzentriert über enorme Mengen an Kapital und damit Macht in ihrer Hand und verfügt über den Großteil des gesamten Kapitals eines Landes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |'Mit der fortschreitenden Konzentrationsbewegung engt sich der Kreis, an den man mit den großen Kreditansprüchen herantreten kann, ständig ein, so daß die Abhängigkeit der Großindustrie von einigen wenigen Bankkonzernen zunimmt.&amp;quot; […] Wenn die Bank die Wechsel irgendeines Unternehmers diskontiert, ihm ein Kontokorrent eröffnet usw., so vermindern diese Operationen, einzeln betrachtet, die Selbständigkeit dieses Unternehmers um keinen Deut, und die Bank bleibt in der bescheidenen Rolle eines Vermittlers. Sobald aber diese Operationen sich häufen und zu einer ständigen Einrichtung werden, sobald die Bank Kapitalien von ungeheuren Dimensionen in ihrer Hand &amp;quot;ansammelt&amp;quot;, sobald die Führung des Kontokorrents eines Unternehmens die Bank in die Lage versetzt - und das ist ja der Fall -, die wirtschaftliche Lage ihres Kunden immer genauer und vollständiger kennenzulernen, ergibt sich eine immer vollständigere Abhängigkeit des Industriekapitalisten von der Bank. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich entwickelt sich sozusagen eine Personalunion der Banken mit den größten Industrie- und Handelsunternehmungen, eine beiderseitige Verschmelzung durch Aktienbesitz, durch Eintritt der Bankdirektoren in die Aufsichtsräte (oder die Vorstände) der Handels- und Industrieunternehmungen und umgekehrt.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 223-224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine „Personalunion“ hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trennung vom Kapitaleigentümer und dem Unternehmer, der dieses Kapital anwendet, spitzt sich im Imperialismus zu.  Die Eigentümer des Kapitals leben als Rentiers ausschließlich vom Ertrag ihres Geldkapitals. Das Finanzkapital gewinnt im Imperialismus die Vormachtstellung über alle anderen Formen des Kapitals und verfügt über nahezu das gesamte in Geldform vorliegende Kapital sowie den größten Teil der Produktionsmittel. Diese Monopolisierung im Bankwesen markiert den Übergang des Kapitalismus der freien Konkurrenz in den imperialistischen Kapitalismus. Innerhalb der Bourgeoisie bildet sich eine Finanzoligarchie als deutlichster Ausdruck dieser Monopolisierung heraus, die alle ökonomischen und politischen Institutionen beeinflusst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Zusammenwirken von Banken mit dem Industriekapital wird die Macht der großen Unternehmen noch größer und die kleinen und mittleren Betriebe werden von wenigen Monopolisten unterjocht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Trennung des Kapitaleigentums von der Anwendung des Kapitals in der Produktion, die Trennung des Rentners, der ausschließlich vom Ertrag des Geldkapitals lebt, vom Unternehmer und allen Personen, die an der Verfügung über das Kapital unmittelbar teilnehmen, ist dem Kapitalismus überhaupt eigen. Der Imperialismus oder die Herrschaft des Finanzkapitals ist jene höchste Stufe des Kapitalismus, wo diese Trennung gewaltige Ausdehnung erreicht. Das Übergewicht des Finanzkapitals über alle übrigen Formen des Kapitals bedeutet die Vorherrschaft des Rentners und der Finanzoligarchie. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt – das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[D]ie [monopolistische Banken verfügen] fast über das gesamte Geldkapital aller Kapitalisten und Kleinunternehmer sowie über den größten Teil der Produktionsmittel und Rohstoffquellen des betreffenden Landes oder einer ganzen Reihe von Ländern […]. Diese Verwandlung zahlreicher bescheidener Vermittler in ein Häuflein Monopolisten bildet einen der Grundprozesse des Hinüberwachsens des Kapitalismus in den kapitalistischen Imperialismus, und deshalb müssen wir in erster Linie bei der Konzentration des Bankwesens verweilen.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Geldkapital und die Banken machen, wie wir sehen werden, dieses Übergewicht eines Häufleins von Großbetrieben noch erdrückender, und zwar im buchstäblichen Sinne des Wortes, d. h., Millionen kleiner, mittlerer und sogar zum Teil großer „Unternehmer&amp;quot; sind in Wirklichkeit von einigen hundert Millionären der Hochfinanz völlig unterjocht. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 201}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrschaft des Finanzkapitals geht mit einer Vorherrschaft weniger Staaten über alle anderen Staaten einher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Länder gewinnen Vormachtstellung. Das Finanzkapital bildet ein Netz von Abhängigkeiten was auch international besteht. Ein winziger Teil der Länder verfügt dabei über den weitaus größten Teil des Weltfinanzkapitals, sie sind Hauptträger des Weltfinanzkapitals und können Macht gegenüber allen übrigen Ländern ausüben, die zu Schuldnern dieser Länder werden. Bei der Schaffung internationaler Abhängigkeiten spielt der Kapitalexport eine zentrale Rolle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Übergewicht des Finanzkapitals über alle übrigen Formen des Kapitals bedeutet die Vorherrschaft des Rentners und der Finanzoligarchie, bedeutet die Aussonderung weniger Staaten, die finanzielle „Macht“ besitzen.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 242}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese vier Länder [gemeint sind England, Frankreich, USA und Deutschland, Anm. d. Redaktion] zusammen besitzen 479 Milliarden Francs, d.h. nahezu 80% des Weltfinanzkapitals. Fast die ganze übrige Welt spielt so oder anders die Rolle des Schuldners und Tributpflichtigen dieser Länder – der internationalen Bankiers, dieser vier „Säulen“ des Weltfinanzkapitals. Ganz besonders muß auf die Rolle eingegangen werden, die bei der Schaffung des internationalen Netzes der Abhängigkeiten und der Verbindungen des Finanzkapitals der Kapitalexport spielt. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Entwicklung'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anfang des 20. Jahrhunderts markiert einen Wendepunkt im raschen Anwachsen des Finanzkapitals und der Monopole wie Kartelle, Syndikate und Trusts. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhundert verdoppelt sich weltweit die Gesamtsumme der Emissionen. Zuvor stiegen in den 1870er Jahren die Emissionen bereits an. Dies geschah besonders durch Anleihen im Zusammenhang mit dem Deutsch-Französischen Krieg und der Gründerperiode in Deutschland. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den siebziger Jahren erhöhte sich die Gesamtsumme der Emissionen in der ganzen Welt besonders durch Anleihen im Zusammenhang mit dem Deutsch-Französischen Krieg und der darauffolgenden Gründerperiode in Deutschland. Im großen ganzen geht die Vermehrung im Laufe der letzten drei Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts verhältnismäßig nicht sehr rasch vor sich, und erst das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bringt eine gewaltige Vermehrung, fast eine Verdoppelung in zehn Jahren. Der Anfang des 20. Jahrhunderts bildet also den Wendepunkt nicht nur in bezug auf das Wachstum der Monopole (Kartelle, Syndikate und Trusts), wovon bereits die Rede war, sondern auch in bezug auf das Anwachsen des Finanzkapitals.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst waren Banken Zahlungsvermittler, indem sie brachliegendes Kapital sammelten und der Kapitalistenklassen zur Profiterwirtschaftung zur Verfügung stellten. Durch Konzentration der Banken werden aus kleinen Vermittlern große Monopole.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die grundlegende und ursprüngliche Operation der Banken ist die Zahlungsvermittlung. Im Zusammenhang damit verwandeln die Banken brachliegendes Geldkapital in funktionierendes, d.h. profitbringendes Kapital, sie sammeln alle und jegliche Geldeinkünfte und stellen sie der Kapitalistenklasse zur Verfügung. In dem Maße, wie sich das Bankwesen und seine Konzentration in wenigen Institutionen entwickeln, wachsen die Banken aus bescheidenen Vermittlern zu allmächtigen Monopolinhabern an. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Merkmal der modernen Konzentration im Bankwesen, im Unterschied zum klassischen Verschlingen der Zentralisation, ist die Konzernbildung, d.h. das Angliedern von kleinen Banken anhand von Kapitalbeteiligung, z.B. durch Aufkauf oder Austausch von Aktien oder durch ein System von Schuldverhältnissen. Die Beteiligung einer an der Spitze stehenden Bank an anderen kleineren Banken lässt sich in verschiedene Grade der Abhängigkeit einteilen. Das entstehende dichte Bankennetz im Land erscheint wie eine Dezentralisation. In Wirklichkeit werden die lokal begrenzten Banken einem Zentrum unterworfen. Die an der Spitze stehende Bank entwickelt sich dadurch über die bloße &amp;quot;Vermittlerrolle&amp;quot; hinaus zu einem Monopol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben den Hinweis auf die ‚angegliederten‘ Banken hervorgehoben, denn das gehört zu einem der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der modernen kapitalistischen Konzentration. Die großen Unternehmungen, besonders die Banken, verschlingen nicht nur unmittelbar die kleinen, sondern ‚gliedern‘ sie sich an, unterwerfen sie, schließen sie in ‚ihre‘ Gruppe, ihren ‚Konzern‘ – wie der technische Ausdruck lautet – ein durch ‚Beteiligung‘ an ihrem Kapital, durch Aufkauf oder Austausch von Aktien, durch ein System von Schuldverhältnissen usw. usf.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die wichtigsten Fäden, die alle Banken dieser Gruppe miteinander verbinden, in Betracht zu ziehen, muß man „Beteiligungen“ ersten, zweiten und dritten Grades unterscheiden oder, was dasselbe ist, eine Abhängigkeit (der kleineren Banken von der Deutschen Bank) ersten, zweiten und dritten Grades. […] Es ist klar, daß eine Bank, die an der Spitze einer solchen Gruppe steht und mit einem halben Dutzend anderer ihr wenig nachstehender Banken zum Zwecke besonders großer und vorteilhafter Finanzoperationen, wie z.B. Staatsanleihen, eine Verbindung eingeht, bereits über die bloße „Vermittler“rolle hinausgewachsen ist und sich in eine Vereinigung eines Häufleins von Monopolisten verwandelt hat.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 216}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sehen, wie schnell ein dichtes Netz von Kanälen entsteht, die das ganze Land überziehen, sämtliche Kapitalien und Geldeinkünfte zentralisieren und Tausende und aber Tausende von zersplitterten Wirtschaften in eine einzige gesamtnationale kapitalistische Wirtschaft und schließlich in die kapitalistische Weltwirtschaft verwandeln. Jene ‚Dezentralisation‘, von der Schulze-Gaevernitz als Vertreter der bürgerlichen politischen Ökonomie unserer Tage in dem oben angeführten Zitat spricht, besteht in Wirklichkeit darin, daß zunehmend immer mehr früher verhältnismäßig ‚selbständige‘ oder, richtiger gesagt, lokal begrenzte Wirtschaftseinheiten einem einzigen Zentrum unterworfen werden. In Wirklichkeit ist das also eine Zentralisation, eine Steigerung der Rolle, der Bedeutung, der Macht der Monopolriesen. […]  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Konzentration des Kapitals und Umsatzwachstum verändert sich die Rolle der Banken. Aus der bloßen Führung der Kontokorrenten (Leistungsabwicklung zwischen Gläubiger und Schuldner - Anm. d. Red) eines einzelnen Kapitalisten wird, sobald es Riesendimensionen annimmt, eine Unterwerfung und Vormachtstellung einer Handvoll Monopolisten über die Handels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kann sich über die jeweilige Geschäftslage genau informieren durch Bankverbindungen, Kontokorrente und andere Finanzoperationen, dann diese kontrollieren durch Möglichkeit und Art der Kreditvergabe und damit ihr Schicksal bestimmen. Sie entscheiden über die Höhe ihrer Einkünfte und die Möglichkeit über ihre Kapitalvermehrung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese einfachen Zahlen zeigen wohl anschaulicher als langatmige Betrachtungen, wie sich mit der Konzentration des Kapitals und dem Wachstum des Umsatzes die Bedeutung der Banken von Grund aus ändert. Aus den zersplitterten Kapitalisten entsteht ein einziger kollektiver Kapitalist. Die Bank, die das Kontokorrent für bestimmte Kapitalisten führt, übt scheinbar eine rein technische, eine bloße Hilfsoperation aus. Sobald aber diese Operation Riesendimensionen annimmt, zeigt sich, daß eine Handvoll Monopolisten sich die Handels und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft unterwirft, indem sie – durch die Bankverbindungen, Kontokorrente und andere Finanzoperationen – die Möglichkeit erhält, sich zunächst über die Geschäftslage der einzelnen Kapitalisten genau zu informieren, dann sie zu kontrollieren, sie durch Erweiterung oder Schmälerung, Erleichterung oder Erschwerung des Kredits zu beeinflussen und schließlich ihr Schicksal restlos zu bestimmen, die Höhe ihrer Einkünfte zu bestimmen, ihnen Kapital zu entziehen oder ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Kapital rasch und in großem Umfang zu erhöhen usw.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Kapital fließt der Bank aus Depositen,  Reservefonds, Revenuen und als unbeschäftigtes Geld zu, um als zinstragendes Kapital zu wirken. Da sie als gemeinschaftliche Reserve mehrerer industriellen Kapitalisten dienen, kann der Reservefond auf ein Minimum gedrückt werden. Mehr Geld steht als verleihbares Kapital zur Verfügung und kann so zur Profiterhöhung eingesetzt werden. Durch die Kontrolle der Banken über kurz- und mittelfristigen Geldanlagen kann &amp;quot;unbeschäftigtes&amp;quot; Kapital nutzbar gemacht werden. Unter Kontrolle der monopolisierten Banken vereinigen sich kleine, an sich unbedeutende Geldsummen zu einer Geldmacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital. Dadurch wird der Reservefonds der Handelswelt, weil als gemeinschaftlicher konzentriert, auf das nötige Minimum beschränkt, und ein Teil des Geldkapitals, der sonst als Reservefonds schlummern würde, wird ausgeliehen, fungiert als zinstragendes Kapital. Zweitens bildet sich ihr verleihbares Kapital aus den Depositen der Geldkapitalisten, die ihnen das Ausleihen derselben überlassen. Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. […] Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.   | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 416}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mengen des auf den Geldmarkt gehandelten Kapitals erlaubt von der besonderen Art der Kapitalanwendung bzw. Produktion zu abstrahieren. Verleiher und Borger stehen sich nicht mehr als einzelne Kapitalisten bzw. Eigentümer des Kapitals gegenüber. Angebot und Nachfrage von Kapital wird vermittelt durch Bankiers, die das gesellschaftliche Kapital vertreten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf dem Geldmarkt stehn sich nur Verleiher und Borger gegenüber. Die Ware hat dieselbe Form, Geld. Alle besondren Gestalten des Kapitals, je nach seiner Anlage in besondren Produktions- oder Zirkulationssphären sind hier ausgelöscht. Es existiert hier in der unterschiedslosen, sich selbst gleichen Gestalt des selbständigen Werts, des Geldes.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz der besondren Sphären hört hier auf; sie sind alle zusammengeworfen als Geldborger, und das Kapital steht allen auch gegenüber in der Form, worin es noch gleichgültig gegen die bestimmte Art und Weise seiner Anwendung ist. Als was das industrielle Kapital nur in der Bewegung und Konkurrenz zwischen den besondren Sphären erscheint, als an sich gemeinsames Kapital der Klasse, tritt es hier wirklich, der Wucht nach, in der Nachfrage und Angebot von Kapital auf. Andrerseits besitzt das Geldkapital auf dem Geldmarkt wirklich die Gestalt, worin es als gemeinsames Element, gleichgültig gegen seine besondre Anwendung, sich unter die verschiednen Sphären, unter die Kapitalistenklasse verteilt, je nach den Produktionsbedürfnissen jeder besondren Sphäre. Es kommt hinzu, daß mit Entwicklung der großen Industrie das Geldkapital mehr und mehr, soweit es auf dem Markt erscheint, nicht vom einzelnen Kapitalisten vertreten wird, dem Eigentümer dieses oder jenes Bruchteils des auf dem Markt befindlichen Kapitals, sondern als konzentrierte, organisierte Masse auftritt, die ganz anders als die reelle Produktion unter die Kontrolle der das gesellschaftliche Kapital vertretenden Bankiers gestellt ist. So daß. sowohl, was die Form der Nachfrage angeht, dem verleihbaren Kapital die Wucht einer Klasse gegenübertritt; wie, was das Angebot angeht, es selbst als Leihkapital en masse auftritt.  | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 380}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es findet nicht nur eine &amp;quot;Personalunion&amp;quot; über Vertreter im Aufsichtsrat zwischen Banken und Industrie, sondern auch mit dem Staat statt. Die Arbeitsteilung und das stetige Verwachsen der Banken und Industrie führt zu Banken mit &amp;quot;universalem&amp;quot;, vielseitigem, Charakter. So durchdringt das Finanzkapital alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Dazu versuchen die größten Monopolisten durch die personelle Verflechtung mit den größten Banken sowie führendem politischen Personal ihre Zugriffsmöglichkeit auf profitträchtige Geschäfte auszubauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die „Personalunion“ der Banken mit der Industrie findet ihre Ergänzung in der „Personalunion“ der einen wie der anderen Gesellschaften mit der Regierung. Jeidels schreibt: „Freiwillig werden Aufsichtsratsstellen gewährt an Personen mit gutklingenden Namen, auch ehemaligen Staatsbeamten, die im Verkehr mit den Behörden manche Erleichterung (!!) schaffen können“... „Im Aufsichtsrat einer Großbank sieht man gewöhnlich … ein Parlamentsmitglied oder ein Mitglied der Berliner Stadtverwaltung. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 225}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[Es kommt] einerseits [zu] eine[r] immer größere[n] Verschmelzung oder, nach einem treffenden Ausdruck von N.I. Bucharin, ein[em] Verwachsen des Bankkapitals mit dem Industriekapital, und anderseits ein Hinüberwachsen der Banken in Institutionen von wahrhaft „universalem Charakter“.[…] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbindung mit der Industrie allgemein zu machen ist die eine, sie dauernd und intensiv zu machen die andere Tendenz […].  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 226-227}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ist das Monopol einmal zustande gekommen und schaltet und waltet es mit Milliarden, so durchdringt es mit absoluter Unvermeidlichkeit alle Gebiete des öffentlichen Lebens, ganz unabhängig von der politischen Struktur und beliebigen anderen „Details.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 241}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abmachungen zwischen den besonders großen Unternehmungen sind dabei derart, daß sie, wie Schilder „gelinde&amp;quot; sagte, „an Korruption gemahnen&amp;quot;. Krupp in Deutschland, Schneider in Frankreich, Armstrong in England - das sind Musterbeispiele von Firmen, die mit den Riesenbanken und der Regierung in enger Verbindung stehen und beim Abschluß von Anleihen nicht so leicht „umgangen&amp;quot; werden können. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch &amp;quot;Personalunion&amp;quot; der größten Banken und Industrien bildet sich eine Finanzoligarchie, die den größten Teil des Kapitals konzentriert und alle ökonomischen wie politischen Institutionen in ihre Abhängigkeit bringt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Monopol ist aus den Banken erwachsen. Diese haben sich aus bescheidenen Vermittlungsunternehmungen zu Monopolisten des Finanzkapitals gewandelt. Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine „Personalunion“ hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt – das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital zieht seine riesigen und zunehmenden Profite u.a. aus Gründungen, aus Staatsanleihen und besonders aus dem Emissionsgeschäft. Dadurch entwickelt und festigt das Finanzkapital seine Monopolstellung und die Finanzoligarchie ihre Herrschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital, das in wenigen Händen konzentriert ist und faktisch eine Monopolstellung einnimmt, zieht kolossale und stets zunehmende Profite aus Gründungen, aus dem Emissionsgeschäft [Anm. d. Red.: Erstmalige Herausgabe von Wertpapieren], aus Staatsanleihen usw., verankert die Herrschaft der Finanzoligarchie und legt der gesamten Gesellschaft einen Tribut zugunsten der Monopolisten auf.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 236}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei der Entwicklung und Festigung der Finanzoligarchie spielt die außerordentlich gewinnbringende Emission von Wertpapieren als eine der wichtigsten Transaktionen des Finanzkapitals eine sehr wichtige Rolle.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 238}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Historische Rolle'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im imperialistischen Kapitalismus ersetzen die Monopole das Prinzip der freien Konkurrenz durch monopolistische Prinzipien. Profitable Geschäfte werden immer mehr durch das Ausnutzen der innerhalb der Finanzoligarchie geschaffenen Verbindungen abgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital erzeugte die Epoche der Monopole. Die Monopole sind aber überall Träger monopolistischer Prinzipien: An Stelle der Konkurrenz auf offenem Markt tritt die Ausnutzung der „Verbindungen&amp;quot; zum Zweck eines profitablen Geschäftes. Die gewöhnlichste Erscheinung ist: Bei einer Anleihe wird zur Bedingung gemacht, daß ein Teil der Anleihe zum Kauf von Erzeugnissen des kreditgebenden Landes, vor allem von Waffen, Schiffen usw. verausgabt wird.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle besitzenden Klassen innerhalb eines imperialistischen Staates wechseln auf die Seite des Imperialismus. Dies ist erstens darin begründet, dass das Finanzkapital ein dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, das selbst kleinste Kapitalisten in seine Abhängigkeit bringt. Zweitens bringt die Konkurrenz mit anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen die national verbundenen Finanzgruppen in ein gemeinsames Interesse um die Aufteilung der Welt und die Beherrschung der Länder. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einerseits die gigantischen Ausmaße des in wenigen Händen konzentrierten Finanzkapitals, das sich ein außergewöhnlich weiterverzweigtes und dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, durch das es sich die Masse nicht nur der mittleren und kleinen, sondern selbst der kleinsten Kapitalistischen und Unternehmer unterwirft; andererseits der verschärfte Kampf mit den anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen um die Aufteilung der Welt und um die Herrschaft über andere Länder – all dies führt zum geschlossenen Übergang aller besitzenden Klassen auf die Seite des Imperialismus.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 290}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der voranschreitenden Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und der Entstehung von Monopolbanken kommt es formal zu einer Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Die Banken führen Buch über alle Produktionsmittel der Kapitalistenklasse und sammeln auch Geldeinkünfte der kleinen Unternehmer, der Angestellten und der oberen Schicht der Arbeiterklasse. Der Form halber ist der Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform also bereits erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihrem Inhalt nach ist die Verteilung der Produktionsmittel jedoch keineswegs allgemein, sondern privat und den Interessen des großen monopolistischen Kapitals angepasst, welches sich den Mehrwert privat aneignet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch aus vergesellschafteter Produktion und privater Aneignung des Mehrwerts tritt in Monopolen, dem Entstehen der Finanzoligarchie und dem System von Finanzoperationen in Erscheinung. Die Privatproduktion steht ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit den Banken ist ‚die Form einer allgemeinen Buchführung und Verteilung der Produktionsmittel auf gesellschaftlicher Stufenleiter gegeben, aber auch nur die Form‘, schrieb Marx vor einem halben Jahrhundert im ‚Kapital‘ (russ. Übersetzung Bd. III. Teil II, S. 144). Die von uns angeführten Daten über das Wachstum des Bankkapitals, über die Zunahme der Zahl der Filialen und Zweigstellen der Großbanken, der Zahl ihrer Konten usw. zeigen uns konkret diese ‚allgemeine Buchführung‘ der ganzen Klasse der Kapitalisten und sogar nicht nur der Kapitalisten allein, denn die Banken sammeln, sei es auch nur vorübergehend, alle möglichen Geldeinkünfte, sowohl der kleinen Unternehmer als auch der Angestellten und einer winzigen Oberschicht der Arbeiter. Eine ‚allgemeine Verteilung der Produktionsmittel‘ – das ist es, was formal gesehen aus den modernen Banken erwächst, von denen drei bis sechs Großbanken in Frankreich und sechs bis acht in Deutschland über Milliarden und aber Milliarden verfügen. Ihrem Inhalt nach aber ist diese Verteilung der Produktionsmittel keineswegs ‚allgemein‘, sondern privat, d.h., sie ist den Interessen des großen in erster Linie des allergrößten, monopolistischen Kapitals angepaßt, das unter Verhältnissen operiert, wo die Masse der Bevölkerung ein Hungerdasein fristet, die ganze Entwicklung der Landwirtschaft hinter der Entwicklung der Industrie hoffnungslos zurückbleibt und die ‚Schwerindustrie‘ sich alle übrigen Zweige der Industrie tributpflichtig macht.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 220}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.    | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 454}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Kapitalismus hin zum Imperialismus sorgt dafür, dass seine ökonomische Grundlage, die Warenproduktion – die zwar nach wie vor herrscht – durch Finanzgeschäfte untergraben ist. Die Vergesellschaftung der Produktion dient nur den &amp;quot;Genies&amp;quot; der Finanzmachenschaften / Spekulanten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalismus ist so weit entwickelt, daß die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor &amp;quot;herrscht&amp;quot; und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den &amp;quot;Genies&amp;quot; der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, die sich bis zu dieser Vergesellschaftung emporgearbeitet hat, kommt den - Spekulanten zugute.   | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;'''Erscheinungsform'''&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das über Beteiligungen kontrollierte Vermögen umfasst ein Vielfaches des Wertes des Aktienbesitzes der Muttergesellschaft an der Tochter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die stetig zunehmende Zersplitterung des Aktienbesitzes genügt ein immer kleinerer Besitzanteil am Tochterunternehmen, um die effektive Kontrolle auszuüben. Anstatt der behaupteten Demokratisierung des Kapitals wird so stattdessen die Monopolisierung forciert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilfreich bei der Zersplitterung des Aktienbesitzes war die Möglichkeit, Aktien mit geringen Wertverbriefungen herauszugeben. Diese Möglichkeit erhöhte die Zahl der Einzelinvestoren deutlich und führte zur breiten Streuung des Aktienbesitzes in Klein- und Kleinstanteile. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Hauptaufmerksamkeit ist dem „Beteiligungssystem“ zuzuwenden, von dem oben bereits kurz die Rede war. Der deutsche Ökonom Heymann, der diesem System wohl als erster Beachtung geschenkt hat, beschreibt das Wesen der Sache folgendermaßen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Leiter kontrolliert die Muttergesellschaft, diese die Tochtergesellschaften, diese wieder die Enkel usw., so daß man mit nicht allzu großem Kapital Riesengebiete der Produktion beherrschen kann; denn wenn immer die Herrschaft über 50% des Kapitals zur Kontrolle genügt, so braucht der Leiter nur 1 Mill. zu besitzen, um schon 8 Mill. Kapital bei den Enkelgesellschaften kontrollieren zu können. Schachtelt er noch weiter, so kommt er auf 16 Mill., 32 Mill. usw.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit aber zeigt die Erfahrung, daß der Besitz von 40% der Aktien genügt, um die Kontrolle über eine Aktiengesellschaft zu haben, denn ein gewisser Teil der zersplitterten Kleinaktionäre hat in der Praxis gar nicht die Möglichkeit, an den Generalversammlungen teilzunehmen usw. Die „Demokratisierung“ des Aktienbesitzes, von der bürgerliche Sophisten und opportunistische „Auch-Sozialdemokraten“ eine „Demokratisierung des Kapitals“, eine Zunahme der Rolle und Bedeutung der Kleinproduktion usw. erwarten (oder zu erwarten vorgeben), ist in Wirklichkeit eines der Mittel, die Macht der Finanzoligarchie zu vermehren.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 231-232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus diesem Grunde läßt übrigens in den fortgeschritteneren oder älteren und „erfahreneren“ kapitalistischen Ländern die Gesetzgebung kleinere Aktien zu. In Deutschland sind Aktien unter 1.000 Mark gesetzlich nicht zugelassen, und die deutschen Finanzmagnaten blicken neidvoll auf England, wo das Gesetz Aktien sogar von 1 Pfund Sterling (= 20 Mark, etwa 10 Rubel) gestattet. Siemens, einer der größten Industriellen und „Finanzkönige“ Deutschlands, erklärte in der Reichstagssitzung vom 7. Juni 1900 die „Ein-Pfund-Aktie für die Grundlage des britischen Imperialismus“.  | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Finanzkapital ist also in der Regel über ein weit verzweigtes Netz an Beteiligungen bzw. rechtlich unabhängigen Tochtergesellschaften aufgestellt. Dies gibt der Muttergesellschaft einerseits eine beherrschende Position innerhalb des so entstehenden Geflechts von Unternehmungen, andererseits ermöglicht es der Muttergesellschaft auch, illegale Geschäfte und Investitionen zu verschleiern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Beteiligungssystem ermöglicht es zudem, einzelne Geschäftsbereiche in Tochtergesellschaften auszugliedern, die dann bilanziell von der Muttergesellschaft getrennt sind. Dies führt - durch die Möglichkeit sich rechtzeitig durch Abstoßen der Anteile aus dem nicht erfolgreichen Geschäft zurückzuziehen - zu einer gesteigerten Risikobereitschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber das „Beteiligungssystem“ dient nicht nur dazu, die Macht der Monopolisten riesenhaft zu vermehren, es ermöglicht außerdem, jede Art von dunklen und schmutzigen Geschäften straflos zu betreiben und das Publikum zu schröpfen, denn formell, nach dem Gesetz, sind die Leiter der „Muttergesellschaft“ für die „Tochtergesellschaft“ nichtverantwortlich, die als „selbständig“ gilt und vermittels derer sich alles „drehen“ läßt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Die im] Aktienwesen ganz alltäglich[e] Bilanz-Equilibristik [Anm. d. Red.: etwa als „die Kunst, die Bilanz ins Gleichgewicht zu bringen“ zu verstehen] macht es verständlich, warum die Verwaltungen von Aktiengesellschaften Risiken im allgemeinen viel leichteren Herzens auf sich nehmen als Privatunternehmer. Die moderne Bilanztechnik macht es ihnen nicht nur leicht, das eingegangene Risiko dem Auge des Durchschnitts-Aktionärs zu verhüllen, sondern sie gestattet den Hauptinteressenten auch, sich den Folgen eines verfehlten Experiments durch rechtzeitige Fortgabe ihres Aktienbesitzes zu entziehen, während der Privatunternehmer bei allem, was er tut, seine eigene Haut zu Markte trägt. | Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 232-233}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.   | Marx-Engels-Werke 25: Kapital, Dritter Band, S. 452}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Überkapitalisierung von Kapitalgesellschaften – also der Wertfestsetzung, die die tatsächliche Investitionsmenge übersteigt – gelingt es dem Finanzkapital, die an der tatsächlich investierten Kapitalmenge gemessenen riesigen Profite zu verschleiern. Durch das diktieren von Monopolpreisen wird einerseits Konkurrenz außen vor gehalten, andererseits scheinen die relativen Profitraten geringer als sie im Vergleich zum investierten Kapital sind und das Kapital zieht Monopolprofite aus seinen Geschäften.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hier eines der zahllosen von Hilferding angeführten Beispiele für das „Wirtschaften“ der amerikanischen Trusts: „Im Jahre 1887 gründete Havemeyer den Zuckertrust durch Verschmelzung von 15 kleinen Gesellschaften mit einem Gesamtkapital von 6½ Millionen Dollar. Das Kapital des Trusts wurde aber, wie der amerikanische Ausdruck lautet, „verwässert“ und auf 50 Millionen festgesetzt. Diese „Überkapitalisation“ nahm die künftigen Monopolprofite vorweg, wie auch der Stahltrust – ebenfalls in Amerika – künftige Monopolprofite vorwegnimmt, wenn er immer neue Eisenerzvorkommen aufkauft. Und in der Tat führte der Zuckertrust Monopolpreise ein und erzielte derartige Gewinne, daß er für das siebenfach „verwässerte“ Kapital 10 Prozent Dividende auszahlen konnte, d.h. fast 70 Prozent auf das bei Gründung des Trusts tatsächlich einbezahlte Kapital! 1909 wies der Trust ein Kapital von 90 Mill. Dollar aus. Also in zweiundzwanzig Jahren mehr als eine Verzehnfachung des Kapitals.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 236-237}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Beispiel, wie das Finanzkapital seine Profite maximiert, ist die Spekulation mit Grundstücken in schnell wachsenden Ballungsräumen in der Hoffnung auf hohe Profitraten. Das Finanzkapital verschmilzt dort mit Bau- und Immobilienkapitalen, mit Verkehrsbetrieben und der öffentlichen Verwaltung. Ziel ist es hier, durch die Aufwertung von Grundstücken, bspw. durch die Verbesserung der Verkehrsanbindung die Grundrenten steigen zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders in diesen Bereichen, die starken öffentlich-rechtlichen Restriktionen unterliegen (um bauen zu können, benötigt man ein staatlich sanktioniertes Baurecht) ist eine starke Beteiligung und Einflussnahme auf die führenden Figuren der öffentlichen Verwaltung zu beobachten. Diese drückt sich bspw. dadurch aus, dass häufig Lokalpolitiker in den Aufsichtsräten lokaler Sparkassen und Verkehrsunternehmen sitzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine besonders gewinnbringende Transaktion des Finanzkapitals ist auch die Spekulation mit Grundstücken in der Umgebung schnell wachsender Großstädte. Das Bankmonopol verschmilzt hier mit den Monopolen der Grundrente [Anm. der Red.: Die Grundrente stellt den Geldbetrag dar, den der Grundeigentümer für die Nutzung des Grundeigentums fordert. Dieser an den Grundeigentümer zu entrichtende Preis für die Bodennutzung ist ohne rationellen Maßstab, da für die Bereitstellung des Bodens keine gesellschaftliche Arbeit aufgewendet wurde] und des Verkehrswesens, denn das Steigen der Preise für Grundstücke, die Möglichkeit, diese in Parzellen günstig zu verkaufen u.a.m., hängt vor allem von der guten Verkehrsverbindung mit dem Zentrum der Stadt ab, und diese Verkehrsmittel befinden sich in den Händen großer Gesellschaften, die durch das Beteiligungssystem und die Verteilung von Direktorenposten mit eben denselben Banken verbunden sind. So entsteht das, was der deutsche Schriftsteller L. Eschwege, ein Mitarbeiter der Zeitschrift ‚Die Bank‘, der den Terrainhandel, die Verpfändung von Grundstücken usw. speziell studierte, den ‚Sumpf‘ genannt hat: wahnwitzige Spekulation mit Vorortgrundstücken, Zusammenbrüche von Baufirmen, wie der Berliner Firma Boswau &amp;amp; Knauer, die ein Kapital von ungefähr 100 Millionen Mark zusammengerafft hatte, und zwar durch Vermittlung der ‚höchst soliden und großen‘ ‚Deutschen Bank‘, die natürlich nach dem ‚Beteiligungs‘system, d.h. insgeheim, hinterrücks, tätig war und sich nach Einbuße von ‚bloß‘ 12 Millionen Mark aus der Affäre zog; ferner Ruinierung von kleinen Unternehmern und Arbeitern, die von den Schwindelfirmen des Baugewerbes nichts erhalten; dazu betrügerische Abmachungen mit der ‚ehrlichen‘ Berliner Polizei und den Verwaltungsorganen, um sich des Auskunftswesens im Baugewerbe und der Baubewilligung der Stadtverwaltung zu bemächtigen usw. usf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 239-240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Zeiten des Aufschwungs wachsen die Profite des Finanzkapitals stark. Doch auch in Zeiten der Rezession findet es profitable Geschäftsgelegenheiten oder legt zumindest den Grundstein für künftige Profite. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies geschieht bspw. durch das Aufkaufen insolventer oder in der Krise nicht profitabler Unternehmungen, die anschließend im Profitinteresse des Finanzkapitals saniert, mit anderen Geschäftszweigen zusammengelegt oder direkt aufgelöst werden. So werden diese Unternehmungen in Abhängigkeit vom Finanzkapital gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Während zur Zeit des industriellen Aufschwungs die Profite des Finanzkapitals unerhört groß sind, gehen in Zeiten des Niedergangs die kleinen und schwachen Unternehmungen zugrunde, die Großbanken aber „beteiligen sich“ dann an deren Aufkauf zu Spottpreisen oder an profitablen „Sanierungen“ und „Reorganisationen“. Bei den „Sanierungen“ der mit Verlust arbeitenden Unternehmungen wird „das Aktienkapital herabgesetzt; das heißt, das Erträgnis verteilt sich auf ein geringeres Kapital, ist diesem alsdann angemessen. Oder wenn kein Erträgnis da ist, so wird neues Kapital aufgebracht, das, mit dem minderbewerteten alten zusammengenommen, nunmehr genügenden Ertrag abwirft. Nebenbei“, fügt Hilferding hinzu, „sei bemerkt, daß diese Sanierungen und Reorganisationen für die Banken von doppelter Bedeutung sind: erstens als gewinnbringendes Geschäft und zweitens als eine Gelegenheit, solche notleidenden Gesellschaften von sich in Abhängigkeit zu bringen.“| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 238-239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Aufteilung der Welt unter die Kapitalistenverbände==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalistenverbände bezeichnet im Allgemeinen die unterschiedlichen Zusammenschlüsse der Kapitalien um gemeinsam aus einer Monopolstellung zu agieren. Dabei kann die Art und die Form der Zusammenarbeit stark variieren. Verschiedene Unternehmen können zu einem Trust oder Konzern verschmelzen. Während bei einem Trust ein neues Unternehmen entsteht, bleiben in einem Konzern die Unternehmen selbstständig, arbeiten aber unter einer einheitlichen Leitung. Unternehmen können auch ohne formal-juristische Formänderung zu einem Kartell zusammenschließen. Dies bedeutet, dass sie meistens innerhalb einer Branche vertraglich Absprachen halten um den Wettbewerb untereinander zu begrenzen. Das Syndikat ist eine besondere Form des Kartells, welches insbesondere die Preise und den Absatz der Mitglieder bestimmt. Ausschlaggebend ist jedoch die Zusammenarbeit der Kapitalien im Sinne eines Monopols.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kartelle, Syndikate, Trusts, Kapitalistenverbände, Monopolverbände, Ungleichmäßige Entwicklung, Neuaufteilung, Ultraimperialismus, Kautsky&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Binnenmarkt hängt untrennbar mit dem Weltmarkt zusammen. &lt;br /&gt;
Der wachsende Kapitalexport schafft den Weltmarkt und führt zu Abmachungen der kapitalexportierenden Monopolkapitale und damit zu Bildung von internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Monopolverbände der Kapitalisten – die Kartelle, Syndikate und Trusts – teilen vor allem den ganzen Binnenmarkt unter sich auf, indem sie die Produktion des betreffenden Landes mehr oder weniger vollständig an sich reißen. Aber der Binnenmarkt hängt unter dem Kapitalismus untrennbar mit dem Außenmarkt zusammen. Der Kapitalismus hat längst den Weltmarkt geschaffen. Und in dem Maße, wie der Kapitalexport wuchs und die ausländischen und kolonialen Verbindungen und ‚Einflußsphären‘ der riesigen Monopolverbände sich in jeder Weise erweiterten, kam es ‚natürlicherweise‘ unter ihnen zu Abmachungen im Weltmaßstab, zur Bildung von internationalen Kartellen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 250}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz gegen einheitlich und weltweit handelnde Trusts ist schwer. Eine Aufteilung der Branche weltweit unter zwei mächtige Trusts schließt Neuaufteilung nicht aus, sobald das Kräfteverhältnis infolge der ungleichmäßigen Entwicklung, oder infolge von Kriegen, Zusammenbrüchen etc. sich ändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man versteht ohne weiteres, wie schwierig die Konkurrenz gegen diesen faktisch einheitlichen, die gesamte Welt umspannenden Trust ist, der über ein Kapital von mehreren Milliarden verfügt und seine ‚Niederlassungen‘, Vertretungen, Agenturen, Verbindungen an allen Ecken und Enden der Welt hat. Aber eine Aufteilung der Welt unter zwei mächtige Trusts schließt natürlich eine Neuaufteilung nicht aus, sobald das Kräfteverhältnis – infolge der ungleichmäßigen Entwicklung, von Kriegen, Zusammenbrüchen usw. – sich ändert.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 252}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgerliche Schriftsteller (auch Kautsky) behaupten, dass internationale Kartelle die Erhaltung des Friedens erhoffen lassen. Das ist theoretisch Unsinn und praktisch Sophismus, eine unehrliche Methode, den schlimmsten Opportunismus zu verteidigen.&amp;lt;br/&amp;gt;Internationale Kartelle zeigen, bis zu welchem Grad Monopole angewachsen sind und worum es im Kampf zwischen den Kapitalistenverbänden geht.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Form des Kampfes kann sich ändern, aber das Wesen und sein Klasseninhalt nicht.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist im Interesse der deutschen Bourgeoisie, den Inhalt des ökonomischen Kampfes (Teilung der Welt) zu vertuschen und nur die Form des Kampfes hervorzukehren.&amp;lt;br/&amp;gt;Kapitalisten teilen die Welt unter sich auf, weil die Stufe der Konzentration sie dazu zwingt. Die Aufteilung wird nach Macht – nach Kapital – vorgenommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Macht wechselt aber mit der ökonomischen und politischen Entwicklung.&amp;lt;br/&amp;gt;Um Machtverschiebungen zu verstehen, muss man wissen, ob sie ökonomischer oder außerökonomischer Natur (Krieg) sind. Aber das ist eine nebensächliche Frage. Es ändert nichts an der grundlegenden Anschauung über die jüngste Epoche des Kapitalismus.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Frage nach dem Inhalt des Kampfes und der Vereinbarungen zwischen den Kapitalistenverbänden durch die Frage nach der Form zu ersetzen, heißt zum Sophismus abzugleiten.&amp;lt;br/&amp;gt;Unter den Kapitalistenverbänden bilden sich bestimmte Beziehungen auf dem Boden der ökonomischen Aufteilung der Welt heraus. Daneben und im Zusammenhang damit bilden sich zwischen den politischen Verbänden, den Staaten, bestimmte Beziehungen auf dem Boden der territorialen Aufteilung der Welt heraus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Manche bürgerliche Schriftsteller (denen sich jetzt auch K. Kautsky zugesellt hat, der seiner marxistischen Einstellung, z.B. von 1909, völlig untreu geworden ist) gaben der Meinung Ausdruck, daß die internationalen Kartelle, als eine der am klarsten ausgeprägten Erscheinungsformen der Internationalisierung des Kapitals, die Erhaltung des Friedens zwischen den Völkern im Kapitalismus erhoffen lassen. Diese Ansicht ist theoretisch völlig unsinnig und praktisch ein Sophismus, eine unehrliche Methode, den schlimmsten Opportunismus zu verteidigen. Die internationalen Kartelle zeigen, bis zu welchem Grade die kapitalistischen Monopole jetzt angewachsen sind und worum der Kampf zwischen den Kapitalistenverbänden geht. Dieser letzte Umstand ist der wichtigste; nur er allein macht uns den historisch-ökonomischen Sinn des Geschehens klar, denn die Form des Kampfes kann wechseln und wechselt beständig aus verschiedenen, verhältnismäßig untergeordneten und zeitweiligen Gründen, aber das Wesen des Kampfes, sein Klasseninhalt, kann sich durchaus nicht ändern, solange es Klassen gibt. Selbstverständlich liegt es im Interesse z.B. der deutschen Bourgeoisie, auf deren Seite dem Wesen der Sache nach Kautsky in seinen theoretischen Darlegungen übergegangen ist (wovon noch die Rede sein wird), den Inhalt des heutigen ökonomischen Kampfes (Teilung der Welt) zu vertuschen und bald diese, bald jene Form des Kampfes hervorzukehren. Denselben Fehler begeht Kautsky. Und es handelt sieh [!] natürlich nicht um die deutsche, sondern um die internationale Bourgeoisie. Die Kapitalisten teilen die Welt nicht etwa aus besonderer Bosheit unter sich auf, sondern weil die erreichte Stufe der Konzentration sie zwingt, diesen Weg zu beschreiten, um Profite zu erzielen; dabei wird die Teilung ‚nach dem Kapital‘, ‚nach der Macht‘ vorgenommen – eine andere Methode der Teilung kann es im System der Warenproduktion und des Kapitalismus nicht geben. Die Macht aber wechselt mit der ökonomischen und politischen Entwicklung; um zu begreifen, was vor sich geht, muß man wissen, welche Fragen durch Machtverschiebungen entschieden werden; ob diese Verschiebungen nun ‚rein‘ ökonomischer Natur oder außerökonomischer (z.B. militärischer) Art sind, ist eine nebensächliche Frage, die an den grundlegenden Anschauungen über die jüngste Epoche des Kapitalismus nichts zu ändern vermag. Die Frage nach dem Inhalt des Kampfes und der Vereinbarungen zwischen den Kapitalistenverbänden durch die Frage nach der Form des Kampfes und der Vereinbarungen (heute friedlich, morgen nicht friedlich, übermorgen wieder nicht friedlich) ersetzen heißt zum Sophisten herabsinken. &amp;lt;br/&amp;gt;Die Epoche des jüngsten Kapitalismus zeigt uns, daß sich unter den Kapitalistenverbänden bestimmte Beziehungen herausbilden auf dem Boden der ökonomischen Aufteilung der Welt, daß sich aber daneben und im Zusammenhang damit zwischen den politischen Verbänden, den Staaten, bestimmte Beziehungen herausbilden auf dem Boden der territorialen Aufteilung der Welt, des Kampfes um die Kolonien, ‚des Kampfes um das Wirtschaftsgebiet‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 257-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kolonialpolitik hat die Besitzergreifung unbesetzter Länder durch die kapitalistischen Länder beendet, die Welt ist aufgeteilt. Es kommen nur noch Neuaufteilungen in Frage.&amp;lt;br/&amp;gt;Das ist die Epoche der kolonialen Weltpolitik, die aufs engste verknüpft ist mit dem Finanzkapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In dem Sinne, daß die Kolonialpolitik der kapitalistischen Länder die Besitzergreifung unbesetzter Länder auf unserem Planeten beendet hat. Die Welt hat sich zum erstenmal [!] als bereits aufgeteilt erwiesen, so daß in der Folge nur noch Neuaufteilungen in Frage kommen, d.h. der Übergang von einem ‚Besitzer‘ auf den anderen, nicht aber die Besitzergreifung herrenlosen Landes.&amp;lt;br/&amp;gt;Wir leben folglich in einer eigenartigen Epoche der kolonialen Weltpolitik, die aufs engste verknüpft ist mit ‚der jüngsten Entwicklungsstufe des Kapitalismus‘, mit dem Finanzkapital.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 259}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Aufteilung der Welt unter die Großmächte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines der grundlegenden Merkmale des Imperialismus ist die Aufteilung der Welt unter den kapitalistischen Großmächten. Die territoriale Aufteilung der Welt ist im Imperialismus abgeschlossen, die Kämpfe werden nun verschärft um die Neuaufteilung der Welt geführt. Das Finanzkapital ist eine solch gewaltige ökonomische Macht, dass es politisch unabhängige Staaten ebenso unterwerfen kann wie Kolonien. Dadurch entstehen viele verschiedene Übergangsformen der staatlichen, finanziellen und diplomatischen Abhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuaufteilung, Finanzkapital, Kolonien, Opportunismus, Syndikate, Trusts, Kautsky, Merkmale&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorgang der (Neu-)Aufteilung der Welt unter die Großmächte wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Übergang zum Stadiums des Monopolkapitalismus, des Finanzkapitals ist verknüpft mit der Verschärfung des Kampfes um die Aufteilung der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Unzweifelhaft ist daher die Tatsache, daß der Übergang des Kapitalismus zum Stadium des Monopolkapitalismus, zum Finanzkapital, mit einer Verschärfung des Kampfes um die Aufteilung der Welt verknüpft ist.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 260}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterwerfung unabhängiger Staaten unter das Finanzkapital, insbesondere halbkolonialer Länder: Das Finanzkapital mit seiner weltumspannenden Macht ist imstande, politisch unabhängige Staaten zu unterwerfen. Die größten Vorteile für das Finanzkapital ergeben sich dabei aus der Unterwerfung unabhängiger Staaten durch Verlust ihrer politischen Unabhängigkeit. Neben vollständig unterworfenen Staaten existieren dabei als &amp;quot;Mittelding&amp;quot; halbkoloniale Länder mit Übergangsstadien politischer Unabhängigkeit. Diese sind formal unabhängig, jedoch in ein Netz finanzieller und diplomatischer Zusammenhänge verstrickt und damit in Wirklichkeit abhängig vom imperialistischen Finanzkapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital ist eine so gewaltige, man darf wohl sagen, entscheidende Macht in allen ökonomischen und in allen internationalen Beziehungen, daß es sich sogar Staaten unterwerfen kann und tatsächlich auch unterwirft, die volle politische Unabhängigkeit genießen; wir werden sogleich Beispiele dafür sehen. Aber selbstverständlich bietet dem Finanzkapital die meisten ‚Annehmlichkeiten‘ und die größten Vorteile eine solche Unterwerfung, die mit dem Verlust der politischen Unabhängigkeit der Länder und Völker, die unterworfen werden, verbunden ist. Die halbkolonialen Länder sind in dieser Beziehung als ‚Mittelding‘ typisch. Der Kampf um diese halbabhängigen Länder mußte begreiflicherweise besonders akut werden in der Epoche des Finanzkapitals, als die übrige Welt bereits aufgeteilt war.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 264}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig beschränken sich Analysen der Weltpolitik auf eine reine Formanalyse: Der Imperialismus der heutigen Zeit wird mit historisch anderen Beispielen wie dem Römischen Reich verglichen, als sei damit irgendetwas erklärt. Eine solche Kritik ist zwangsläufig opportunistisch, da sie vom Klassencharakter des Imperialismus absieht und damit den wahren Gegner nicht erkennt: Die Monopolverbände in ihrer weltweiten Konkurrenz.&amp;lt;br/&amp;gt;Grundlegende Besonderheit des modernen Kapitalismus ist die Herrschaft der Monopolverbände.&lt;br /&gt;
Diese Monopole sind am festesten, wenn alle Rohstoffquellen in einer Hand zusammengefasst werden.&amp;lt;br/&amp;gt;Kolonialbesitz bietet volle Gewähr über den Erfolg der Monopole.&amp;lt;br/&amp;gt;Je höher entwickelt der Kapitalismus, je stärker der Rohstoffmangel, die Konkurrenz und die Jagd nach Rohstoffquellen in der ganzen Welt ausgeprägt sind, desto erbitterter ist der Kampf um Kolonien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kolonialpolitik und Imperialismus hat es auch vor dem jüngsten Stadium des Kapitalismus und sogar vor dem Kapitalismus gegeben. Das auf Sklaverei beruhende Rom trieb Kolonialpolitik und war imperialistisch. Aber ‚allgemeine‘ Betrachtungen über den Imperialismus, die den radikalen Unterschied zwischen den ökonomischen Gesellschaftsformationen vergessen oder in den Hintergrund schieben, arten unvermeidlich in leere Banalitäten oder Flunkereien aus, wie etwa der Vergleich des ‚größeren Rom mit dem größeren Britannien‘. Selbst die kapitalistische Kolonialpolitik der früheren Stadien des Kapitalismus unterscheidet sich wesentlich von der Kolonialpolitik des Finanzkapitals. &amp;lt;br/&amp;gt;Die grundlegende Besonderheit des modernen Kapitalismus ist die Herrschaft der Monopolverbände der Großunternehmer. Derartige Monopole sind am festesten, wenn alle Rohstoffquellen in einer Hand zusammengefaßt werden, und wir haben gesehen, wie eifrig die internationalen Kapitalistenverbände bemüht sind, dem Gegner jede Konkurrenz unmöglich zu machen, wie eifrig sie bemüht sind, z.B. Eisenerzlager oder Petroleumquellen usw. aufzukaufen. Einzig und allein der Kolonialbesitz bietet volle Gewähr für den Erfolg der Monopole gegenüber allen Zufälligkeiten im Kampfe mit dem Konkurrenten – bis zu einer solchen Zufälligkeit einschließlich, daß der Gegner auf den Wunsch verfallen könnte, sich hinter ein Gesetz über ein Staatsmonopol zu verschanzen. Je höher entwickelt der Kapitalismus, je stärker fühlbar der Rohstoffmangel, je schärfer ausgeprägt die Konkurrenz und die Jagd nach Rohstoffquellen in der ganzen Welt sind, desto erbitterter ist der Kampf um die Erwerbung von Kolonien.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 264-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise, man könne Rohstoffe auf dem freien Markt ohne kostspielige Kolonialpolitik  erhalten und das Angebot durch Steigerung der Landwirtschaft steigern, lassen die wichtigste Besonderheit – das Monopol – außer Acht. Der freie Markt rückt in die Vergangenheit, Syndikate und Trusts engen ihn von Tag zu Tag ein.&amp;lt;br/&amp;gt;Eine Hebung der Landwirtschaft würde die Hebung des Lebensstandards der Bevölkerung bedeuten. Das wäre aber eine Erhöhung der Löhne.&amp;lt;br/&amp;gt; Trusts, die fähig wären, sich um die Lage der Massen zu kümmern, sind Phantasie süßlicher Reformer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Natürlich versuchen bürgerliche Reformer, darunter besonders die Kautskyaner von heute, die Bedeutung derartiger Tatsachen durch den Hinweis abzuschwächen, daß man Rohstoffe ohne die ‚kostspielige und gefährliche‘ Kolonialpolitik auf dem freien Markt erhalten ‚könne‘, daß man das Angebot an Rohstoffen durch ‚einfache‘ Hebung der Landwirtschaft überhaupt gewaltig steigern ‚könne‘. Aber derartige Hinweise verwandeln sich in eine Apologie des Imperialismus, in dessen Beschönigung, denn sie beruhen auf der Außerachtlassung der wichtigsten Besonderheit des modernen Kapitalismus: der Monopole. Der freie Markt rückt immer mehr in die Vergangenheit, monopolistische Syndikate und Trusts engen ihn von Tag zu Tag mehr ein, die ‚einfache‘ Hebung der Landwirtschaft aber läuft auf eine Hebung der Lage der Massen, auf eine Erhöhung der Löhne und eine Verminderung des Profits hinaus. Wo existieren jedoch, außer in der Phantasie süßlicher Reformer, Trusts, die fähig wären, sich um die Lage der Massen zu kümmern, anstatt Kolonien zu erobern?| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 265}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital des Imperialismus muss sich die Welt ökonomisch und politisch aufteilen. In diesem Prozess schafft es sich verschiedene Formen der staatlichen Abhängigkeiten, die im Unterschied zum einfachen System der zwei Hauptgruppen (mit Ländern, die Kolonien besitzen und den Kolonien selber) die Abhängigkeiten stark verdecken können, z. B. hinter der formalen Souveränität der eigentlich abhängigen Länder.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese sind in ein Netz finanzieller und diplomatischer Abhängigkeit verstrickt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Spricht man von der Kolonialpolitik in der Epoche des kapitalistischen Imperialismus, dann muß bemerkt werden, daß das Finanzkapital und die ihm entsprechende internationale Politik, die auf einen Kampf der Großmächte um die ökonomische und politische Aufteilung der Welt hinausläuft, eine ganze Reihe von Übergangsformen der staatlichen Abhängigkeit schaffen. Typisch für diese Epoche sind nicht nur die beiden Hauptgruppen von Ländern – die Kolonien besitzenden und die Kolonien selber –, sondern auch die verschiedenartigen Formen der abhängigen Länder, die politisch, formal selbständig, in Wirklichkeit aber in ein Netz finanzieller und diplomatischer Abhängigkeit verstrickt sind.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 267}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb muss man − ohne zu vergessen, dass alle Definitionen überhaupt nur bedingte und relative Bedeutung haben, da eine Definition niemals die allseitigen Zusammenhänge einer Erscheinung in ihrer vollen Entfaltung umfassen kann − eine solche Definition des Imperialismus geben, die folgende fünf seiner grundlegenden Merkmale enthalten würde:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Deshalb muß man – ohne zu vergessen, daß alle Definitionen überhaupt nur bedingte und relative Bedeutung haben, da eine Definition niemals die allseitigen Zusammenhänge einer Erscheinung in ihrer vollen Entfaltung umfassen kann – eine solche Definition des Imperialismus geben, die folgende fünf seiner grundlegenden Merkmale enthalten würde:&amp;lt;br/&amp;gt;1. Konzentration der Produktion und des Kapitals, die eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat, daß sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen; 2. Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und Entstehung einer Finanzoligarchie auf der Basis dieses ‚Finanzkapitals‘; 3. der Kapitalexport, zum Unterschied vom Warenexport, gewinnt besonders wichtige Bedeutung; 4. es bilden sich internationale monopolistische Kapitalistenverbände, die die Welt unter sich teilen, und 5. die territoriale Aufteilung der Erde unter die kapitalistischen Großmächte ist beendet. Der Imperialismus ist der Kapitalismus auf jener Entwicklungsstufe, wo die Herrschaft der Monopole und des Finanzkapitals sich herausgebildet, der Kapitalexport hervorragende Bedeutung gewonnen, die Aufteilung der Welt durch die internationalen Trusts begonnen hat und die Aufteilung des gesamten Territoriums der Erde durch die größten kapitalistischen Länder abgeschlossen ist.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 270-71}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Imperialismus als besonderes Stadium des Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für den Imperialismus als besonderes Stadium des Kapitalismus ist die Entstehung von Finanzkapital, welches nicht nur Agrarregionen, sondern auch Industriegebiete unterwirft. Die Neuaufteilung der Welt zwingt imperialistische Staaten, beliebige Länder in Abhängigkeit zu bringen. Das Finanzkapital verschärft die Widersprüche im Imperialismus, und seine Aggressivität ist nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch zu begründen. Eine Trennung von imperialistischer Politik und Ökonomie kommt zwingend zu falschen Analysen. Im Imperialismus kann es zu Stagnation und Fäulnis kommen, da Monopole Preise künstlich festsetzen und den technologischen Fortschritt vorübergehend aufhalten können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzkapital, Annexion, Fäulnis, Obsolenz, Stagnation, Fortschritt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Besonderheit des Imperialismus als jüngstes Stadium des Kapitalismus wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Imperialismus ist die Entstehung des Finanzkapitals charakteristisch und dass nicht mehr nur einfache Agrarregionen, sondern auch hochentwickeltere Industriegebiete mit ihrem Finanzkapital annektiert werden. Kautskys Annahme, es gehe nur um die Annexion ländlicher Gebiete für die Ausweitung der Industrie, ist historisch und theoretisch falsch: das Finanzkapital sucht im Imperialismus Anlagemöglichkeiten in bereits bestehenden Industrien und zielt nicht auf eine Entwicklung unterentwickelter Gebiete ab. Die abgeschlossene Aufteilung der Erde zwingt bei Neuaufteilungen, die Hand nach jedem beliebigen Land auszustrecken.&amp;lt;br/&amp;gt;Dabei geht es im Wettbewerb der imperialistischen Staaten auch vor allem um die Schwächung des Konkurrenten durch Untergrabung seiner Hegemonie in einem anderen Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Imperialismus ist Drang nach Annexionen – darauf läuft der politische Teil der Kautskyschen Definition hinaus. Er ist richtig, aber höchst unvollständig, denn politisch ist Imperialismus überhaupt Drang nach Gewalt und Reaktion. Uns beschäftigt jedoch hier die ökonomische Seite der Frage, die Kautsky selbst in seine Definition hineingebracht hat. Die Unrichtigkeiten in Kautskys Definition springen in die Augen. Für den Imperialismus ist ja gerade nicht das Industrie-, sondern das Finanzkapital charakteristisch. Es ist kein Zufall, daß in Frankreich gerade die besonders rasche Entwicklung des Finanzkapitals bei gleichzeitiger Schwächung des Industriekapitals seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine äußerste Verschärfung der annexionistischen (Kolonial-) Politik hervorgerufen hat. Für den Imperialismus ist gerade das Bestreben charakteristisch, nicht nur agrarische Gebiete, sondern sogar höchst entwickelte Industriegebiete zu annektieren (Deutschlands Gelüste auf Belgien, Frankreichs auf Lothringen), denn erstens zwingt die abgeschlossene Aufteilung der Erde, bei einer Neuaufteilung die Hand nach jedem beliebigen Land auszustrecken, und zweitens ist für den Imperialismus wesentlich der Wettkampf einiger Großmächte in ihrem Streben nach Hegemonie, d.h. nach der Eroberung von Ländern, nicht so sehr direkt für sich als vielmehr zur Schwächung des Gegners und Untergrabung seiner Hegemonie (für Deutschland ist Belgien von besonderer Wichtigkeit als Stützpunkt gegen England; für England Bagdad als Stützpunkt gegen Deutschland usw.).| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 272-273}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kautsky trennt die Politik des Imperialismus von seiner Ökonomik, indem er von Annexionen als der vom Finanzkapital bevorzugten Politik spricht.&lt;br /&gt;
Angeblich ist eine andere, bürgerliche Politik auf derselben Basis des Finanzkapitals möglich.&amp;lt;br/&amp;gt;Monopole in der Wirtschaft sollen vereinbar sein mit einer nicht monopolistischen, nicht annexionistischen, nicht gewalttätigen Politik.&amp;lt;br/&amp;gt;Als ob eine territoriale Neuaufteilung der Erde, die die Grundlage des Wettkampfs der kapitalistischen Großmächte ist, vereinbar wäre mit einer nicht imperialistischen Politik.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Resultat ist die Abstumpfung der fundamentalsten Widersprüche des Kapitalismus, anstatt einer Enthüllung ihrer Tiefe. Das Resultat ist bürgerlicher Reformismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kautskys Definition ist nicht nur unrichtig und unmarxistisch. Sie dient als Begründung für ein ganzes System von Auffassungen, die auf der ganzen Linie sowohl mit der marxistischen Theorie als auch mit der marxistischen Praxis brechen, wovon später noch die Rede sein wird. Ganz und gar unernst ist der von Kautsky entfachte Streit um Worte, nämlich ob das jüngste Stadium des Kapitalismus als Imperialismus oder als Stadium des Finanzkapitals anzusprechen sei. Man nenne es, wie man will – darauf kommt es nicht an. Wesentlich ist, daß Kautsky die Politik des Imperialismus von seiner Ökonomik trennt, indem er von Annexionen als der vom Finanzkapital ‚bevorzugten‘ Politik spricht und ihr eine angeblich andere bürgerliche Politik auf derselben Basis des Finanzkapitals entgegenstellt. Es kommt so heraus, als ob die Monopole in der Wirtschaft vereinbar wären mit einem nicht monopolistischen, nicht gewalttätigen, nicht annexionistischen Vorgehen in der Politik. Als ob die territoriale Aufteilung der Welt, die gerade in der Epoche des Finanzkapitals beendet wurde und die die Grundlage für die Eigenart der jetzigen Formen des Wettkampfs zwischen den kapitalistischen Großstaaten bildet, vereinbar wäre mit einer nicht imperialistischen Politik. Das Resultat ist eine Vertuschung, eine Abstumpfung der fundamentalsten Widersprüche des jüngsten Stadiums des Kapitalismus statt einer Enthüllung ihrer Tiefe, das Resultat ist bürgerlicher Reformismus statt Marxismus.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 274}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ultraimperialismus ist unmöglich, da das Finanzkapital die Widersprüche in der Welt nicht abschwächt, sondern verschärft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | Kautskys leeres Gerede von einem Ultraimperialismus nährt unter anderem den grundfalschen Gedanken, der Wasser auf die Mühle der Apologeten des Imperialismus leitet, daß die Herrschaft des Finanzkapitals die Ungleichmäßigkeiten und die Widersprüche innerhalb der Weltwirtschaft abschwäche, während sie in Wirklichkeit diese verstärkt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 276}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschwinden der Notwendigkeit technischen Fortschritts aufgrund von Monopolpreisen: Mit der Einführung von Monopolpreisen verschwindet zeitweise die Notwendigkeit der Unternehmen, technischen und anderen Fortschritt zu leisten. Diese Tendenz zu Stagnation und Fäulnis ist dem Monopol eigen.&lt;br /&gt;
Es entsteht die ökonomische Möglichkeit, technischen Fortschritt künstlich aufzuhalten.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Monopol kann Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In dem Maße, wie Monopolpreise, sei es auch nur vorübergehend, eingeführt werden, verschwindet bis zu einem gewissen Grade der Antrieb zum technischen und folglich auch zu jedem anderen Fortschritt, zur Vorwärtsbewegung; und insofern entsteht die ökonomische Möglichkeit, den technischen Fortschritt künstlich aufzuhalten. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Gewiß kann das Monopol unter dem Kapitalismus die Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten (das ist übrigens einer der Gründe, warum die Theorie des Ultraimperialismus unsinnig ist). Die Möglichkeit, durch technische Verbesserungen die Produktionskosten herabzumindern und die Profite zu erhöhen, begünstigt natürlich Neuerungen. Aber die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis, die dem Monopol eigen ist, wirkt nach wie vor und gewinnt in einzelnen Industriezweigen, in einzelnen Ländern für gewisse Zeitspannen die Oberhand.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Parasitismus und Fäulnis des Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem imperialistischen Finanzkapital heraus entsteht eine Klasse von Menschen, die von den Profiten eines Unternehmens leben kann, jedoch von dessen Produktion vollständig losgelöst sind. Die Welt wird aufgeteilt in Schuldner- und Wucherstaaten. Letztere gewinnen ihre Profite vor allem mittels parasitärer Aneignung. Zunehmende Migration von rückständigen Ländern in imperialistische Länder aufgrund höherer Löhne ist eine Auswirkung dieser Unterteilung. Das Finanzkapital bringt alle Schichten der besitzenden Klassen auf die Seite des Imperialismus. Seine Ideologie dringt als Opportunismus auch in die Arbeiterklasse ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parasitismus, Parasitäre Schicht, Wucherstaaten, Schuldnerstaaten, Migration, Finanzkapital, Ideologie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Imperialismus, sein Parasitismus und seine Ideologie, werden von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herausbildung der Schicht der „Rentner“: Aus dem imperialistischen Finanzkapital entsteht die Klasse der &amp;quot;Kuponschneider&amp;quot;, d. h. Menschen, die von der Produktion eines Unternehmens völlig losgelöst sind, jedoch von den Profiten leben, die es abwirft. Ganze Staaten können &amp;quot;Kuponschneiderstaaten&amp;quot; werden und haben damit einen Kapitalismus, der parasitär durch die Ausbeutung anderer Länder lebt. Die Welt wird damit aufgeteilt in Schuldner- und Wucherstaaten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daraus ergibt sich das außergewöhnliche Anwachsen der Klasse oder, richtiger, der Schicht der Rentner, d.h. Personen, die vom ‚Kuponschneiden‘ leben, Personen, die von der Beteiligung an irgendeinem Unternehmen völlig losgelöst sind, Personen, deren Beruf der Müßiggang ist. Die Kapitalausfuhr, eine der wesentlichsten ökonomischen Grundlagen des Imperialismus, verstärkt diese völlige Isolierung der Rentnerschicht von der Produktion noch mehr und drückt dem ganzen Land, das von der Ausbeutung der Arbeit einiger überseeischer Länder und Kolonien lebt, den Stempel des Parasitismus auf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Imperialismus besteht darin, dass immer mehr Profite statt aus dem Verkauf von Waren aus parasitären Formen der Aneignung entspringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Einnahmen der Rentner sind also im ‚handelstüchtigsten‘ Lande der Welt fünfmal so groß wie die Einnahmen aus dem Außenhandel! Das ist das Wesen des Imperialismus und des imperialistischen Parasitismus.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Begriff ‚Rentnerstaat‘ oder Wucherstaat wird daher in der ökonomischen Literatur über den Imperialismus allgemein gebräuchlich. Die Welt ist in ein Häuflein Wucherstaaten und in eine ungeheure Mehrheit von Schuldnerstaaten gespalten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 282}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenz der Migration aus rückständigen Ländern in imperialistische Staaten: Resultat dieser Aufteilung ist außerdem die Tendenz der Einwanderung von Arbeitern aus rückständigeren Ländern in entwickeltere Länder mit höheren Arbeitslöhnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zu den mit dem geschilderten Erscheinungskomplex verknüpften Besonderheiten des Imperialismus gehört die abnehmende Auswanderung aus den imperialistischen Ländern und die zunehmende Einwanderung (Zustrom von Arbeitern und Übersiedlung) in diese Länder aus rückständigeren Ländern mit niedrigeren Arbeitslöhnen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 287}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle besitzenden Klassen innerhalb eines imperialistischen Staates wechseln auf die Seite des Imperialismus, auch Teile der Arbeiterklasse. Dies ist erstens darin begründet, dass das Finanzkapital ein dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, das selbst kleinste Kapitalisten in seine Abhängigkeit bringt. Zweitens bringt die Konkurrenz mit anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen die national verbundenen Finanzgruppen in ein gemeinsames Interesse.&amp;lt;br/&amp;gt;Auch in die Arbeiterklasse dringt die imperialistische Ideologie ein, wie sich an der SPD in Deutschland bereits damals zeigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einerseits die gigantischen Ausmaße des in wenigen Händen konzentrierten Finanzkapitals, das sich ein außergewöhnlich weitverzweigtes und dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, durch das es sich die Masse nicht nur der mittleren und kleinen, sondern selbst der kleinsten Kapitalisten und Unternehmer unterwirft; anderseits der verschärfte Kampf mit den anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen um die Aufteilung der Welt und um die Herrschaft über andere Länder – all dies führt zum geschlossenen Übergang aller besitzenden Klassen auf die Seite des Imperialismus. ‚Allgemeine‘ Begeisterung für seine Perspektiven, wütende Verteidigung des Imperialismus, seine Beschönigung in jeder nur möglichen Weise – das ist das Zeichen der Zeit. Die imperialistische Ideologie dringt auch in die Arbeiterklasse ein. Diese ist nicht durch eine chinesische Mauer von den anderen Klassen getrennt. Wenn die Führer der heutigen sogenannten ‚sozialdemokratischen‘ Partei Deutschlands mit Recht ‚Sozialimperialisten‘ genannt werden, d.h. Sozialisten in Worten, Imperialisten in der Tat, so hat Hobson bereits 1902 in England das Vorhandensein von ‚Fabier-Imperialisten‘ festgestellt, die der opportunistischen ‚Gesellschaft der Fabier‘ angehören.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 290-91}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritik des Imperialismus - Kampf gegen den Opportunismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Kritik&amp;quot; am Imperialismus von bürgerlichen Kräften verneint die alles durchdringende Herrschaft des Imperialismus und seine tief liegenden Wurzeln. Einzelheiten werden herausgepickt, und vorgeschlagen ihre negativen Folgen mittels Reformen einzudämmen. Die freie Konkurrenz im Kapitalismus wird im Imperialismus oft bedroht und stark eingeschränkt, was einer der Gründe für die Entstehung einer kleinbürgerlich-demokratischen Opposition zum Imperialismus war. Dieser gehörte auch Kautsky an, der die These des Ultraimperialismus vertrat. Diese besagt, dass an Stelle des Kampfes der nationalen Kapitale untereinander die gemeinsame Ausbeutung der Welt durch das international verbündete Finanzkapital denkbar sei. Dies ist aufgrund des Gesetzes der ungleichen Entwicklung und der Verschärfung der inner-imperialistischen Widersprüche nicht der Fall. Außerdem können Monopole die freie Konkurrenz nicht restlos aufheben. Monopolprofite ermöglichen es jedoch, einen Teil der Abreiterklasse zu bestechen. Dadurch erhält der Opportunismus eine weitere Möglichkeit, sich in der Arbeiterklasse zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Opportunismus, Ultraimperialismus, Ungleichmäßige Entwicklung, Annexion, Unabhängigkeitsbewegung, Arbeiteraristokratie, Imperialismus, Sterbender Kapitalismus&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unzulänglichkeiten einer bürgerlichen &amp;quot;Kritik&amp;quot; des Imperialismus und der Kampf gegen opportunistische Theorien wie Kautskys Ultraimperialismus werden von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;quot;Kritik&amp;quot; am Imperialismus ist meist seine Apologetik: Die totale Herrschaft des Imperialismus wird verneint, während nebensächliche Formdetails oder völlig unmögliche Reformprojekte in Form von Bankenaufsichten etc. vorgeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bürgerliche Gelehrte und Publizisten treten als Verteidiger des Imperialismus gewöhnlich in etwas verkappter Form auf, indem sie die völlige Herrschaft des Imperialismus und seine tiefen Wurzeln vertuschen, dafür aber Einzelheiten und nebensächliche Details in den Vordergrund zu rücken versuchen, um durch ganz unernste ‚Reform‘projekte von der Art einer Polizeiaufsicht über die Trusts oder Banken u.a. die Aufmerksamkeit vom Wesentlichen abzulenken. Seltener treten zynische, offene Imperialisten auf, die den Mut haben, auszusprechen, wie unsinnig es ist, die Grundeigenschaften des Imperialismus reformieren zu wollen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 291}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kernfragen der Kritik des Imperialismus: Vorwärts zur weiteren Verschärfung und Vertiefung der durch den Imperialismus erzeugten Widersprüche oder rückwärts zu deren Abstumpfung?&amp;lt;br/&amp;gt;Die kleinbürgerlich-demokratische Opposition gegen den Imperialismus tritt auf.&amp;lt;br/&amp;gt;Kautsky hat sich mit ihr vereinigt, anstatt ihr entgegen zu treten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Fragen, ob eine Änderung der Grundlagen des Imperialismus durch Reformen möglich sei, ob man vorwärts gehen solle, zur weiteren Verschärfung und Vertiefung der durch ihn erzeugten Widersprüche, oder rückwärts, zu deren Abstumpfung, das sind Kernfragen der Kritik des Imperialismus. Da zu den politischen Besonderheiten des Imperialismus die Reaktion auf der ganzen Linie sowie die Verstärkung der nationalen Unterdrückung in Verbindung mit dem Druck der Finanzoligarchie und mit der Beseitigung der freien Konkurrenz gehören, so tritt mit Beginn des 20. Jahrhunderts in fast allen imperialistischen Ländern eine kleinbürgerlich-demokratische Opposition gegen den Imperialismus auf. Und der Bruch Kautskys und der weitverbreiteten internationalen Strömung des Kautskyanertums mit dem Marxismus besteht gerade darin, daß Kautsky es nicht nur unterlassen, es nicht verstanden hat, dieser kleinbürgerlichen, reformistischen, ökonomisch von Grund aus reaktionären Opposition entgegenzutreten, sondern sich im Gegenteil praktisch mit ihr vereinigt hat.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 292}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Ultraimperialismus besagt, dass an Stelle des Kampfes der nationalen Kapitale untereinander die gemeinsame Ausbeutung der Welt durch das international verbündete Finanzkapital denkbar sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kautsky: ‚… ob es nicht möglich sei, daß die jetzige imperialistische Politik durch eine neue, ultraimperialistische verdrängt werde, die an Stelle des Kampfes der nationalen Finanzkapitale untereinander die gemeinsame Ausbeutung der Welt durch das international verbündete Finanzkapital setzte. Eine solche neue Phase des Kapitalismus ist jedenfalls denkbar. Ob auch realisierbar, das zu entscheiden fehlen noch die genügenden Voraussetzungen.‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 299}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an der Theorie des Ultraimperialismus: Im Imperialismus wird die Aufteilung der Welt nur durch allgemeinwirtschaftliche, militärische und finanzielle Stärke geregelt. Da sich die kapitalistischen Ökonomien der imperialistischen Staaten immer unterschiedlich entwickeln, verändert sich das Kräfteverhältnis zwischen ihnen, Widersprüche sind unvermeidlich. Das Monopol kann die Konkurrenz nicht restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es fragt sich nun, ist die Annahme ‚denkbar‘, daß beim Fortbestehen des Kapitalismus (und diese Bedingung setzt Kautsky gerade voraus) solche Bündnisse {ultraimperialistische Bündnisse} nicht kurzlebig wären, daß sie Reibungen, Konflikte und Kampf in jedweden und allen möglichen Formen ausschließen würden?&amp;lt;br/&amp;gt;Es genügt, diese Frage klar zu stellen, um sie nicht anders als mit Nein zu beantworten. Denn unter dem Kapitalismus ist für die Aufteilung der Interessen- und Einflußsphären, der Kolonien usw. eine andere Grundlage als die Stärke der daran Beteiligten, ihre allgemeinwirtschaftliche, finanzielle, militärische und sonstige Stärke, nicht denkbar. Die Stärke der Beteiligten aber ändert sich ungleichmäßig, denn eine gleichmäßige Entwicklung der einzelnen Unternehmungen. [!] Trusts, Industriezweige und Länder kann es unter dem Kapitalismus nicht geben. Vor einem halben Jahrhundert war Deutschland, wenn man seine kapitalistische Macht mit der des damaligen Englands vergleicht, eine klägliche Null; ebenso Japan im Vergleich zu Rußland. Ist die Annahme ‚denkbar‘, daß das Kräfteverhältnis zwischen den imperialistischen Mächten nach zehn, zwanzig Jahren unverändert geblieben sein wird? Das ist absolut undenkbar.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 300-301}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gewiß kann das Monopol unter dem Kapitalismus die Konkurrenz auf dem Weltmarkt niemals restlos und auf sehr lange Zeit ausschalten (das ist übrigens einer der Gründe, warum die Theorie des Ultraimperialismus unsinnig ist).| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 281}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erwachen des Nationalbewusstseins der vom Imperialismus unterdrückten Völker: der importierte Kapitalismus schafft in den neu erschlossenen Ländern eine Verschärfung der ökonomischen Widersprüche und damit eine Verschärfung des Widerstands der Bevölkerung. Dabei gibt der Imperialismus den Unterdrückten selbst die Mittel ihrer Befreiung an die Hand: die alten Verhältnisse werden ökonomisch und sozial revolutioniert und ermöglichen damit den Übergang dieser Länder in nationale Einheitsstaaten, wie es die bürgerlichen Revolutionen in den heute imperialistischen Ländern bereits vor langer Zeit erreichten.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Ziel der Herstellung des nationalen Einheitsstaates als Mittel der ökonomischen und kulturellen Freiheit wird auch zum Ziel der unterworfenen Nationen.&amp;lt;br/&amp;gt;Imperialismus führt zur Verstärkung der nationalen Unterdrückung und zur Verschärfung des Widerstands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insbesondere verschärfen sich auch die nationale Unterdrückung und der Drang nach Annexionen, d.h. nach Verletzung der nationalen Unabhängigkeit (denn Annexion ist ja nichts anderes als Verletzung der Selbstbestimmung der Nationen). Mit Recht hebt Hilferding den Zusammenhang des Imperialismus mit der Verschärfung der nationalen Unterdrückung hervor. ‚In den neu erschlossenen Ländern selbst aber‘ schreibt er, ‚steigert der importierte Kapitalismus die Gegensätze und erregt den immer wachsenden Widerstand der zu nationalem Bewußtsein erwachenden Völker gegen die Eindringlinge, der sich leicht zu gefährlichen Maßnahmen gegen das Fremdkapital steigern kann. Die alten sozialen Verhältnisse werden völlig revolutioniert, die agrarische, tausendjährige Gebundenheit der ‚geschichtslosen Nationen‘ gesprengt, diese selbst in den kapitalistischen Strudel hineingezogen. Der Kapitalismus selbst gibt den Unterworfenen allmählich die Mittel und Wege zu ihrer Befreiung. Das Ziel, das einst das höchste der europäischen Nationen war, die Herstellung des nationalen Einheitsstaates als Mittel der ökonomischen und kulturellen Freiheit, wird auch zu dem ihren. Diese Unabhängigkeitsbewegung bedroht das europäische Kapital gerade in seinen wertvollsten und aussichtsreichsten Ausbeutungsgebieten, und immer mehr kann es seine Herrschaft nur durch stete Vermehrung seiner Machtmittel erhalten.‘&amp;lt;br/&amp;gt;Es muß hinzugefügt werden, daß der Imperialismus nicht allein in den neu erschlossenen, sondern auch in den alten Ländern zu Annexionen, zur Verstärkung der nationalen Unterdrückung und folglich auch zur Verschärfung des Widerstands führt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 302-303}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herausbildung einer durch Monopolprofite bestochenen Arbeiteraristokratie: Durch die hohen Monopolprofite haben die Kapitalisten die Möglichkeit, einzelne Schichten der Arbeiter zu bestechen, sie von der großen Masse der Arbeiter abzuspalten und sie auf ihre Seite zu ziehen. &lt;br /&gt;
Diese Tendenz wird durch den verschärften Antagonismus zwischen den imperialistischen Nationen wegen der Aufteilung der Welt noch verstärkt. So entsteht der Zusammenhang von Imperialismus und Opportunismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Imperialismus, der die Aufteilung der Welt und die Ausbeutung nicht allein Chinas bedeutet, der monopolistisch hohe Profite für eine Handvoll der reichsten Länder bedeutet, schafft die ökonomische Möglichkeit zur Bestechung der Oberschichten des Proletariats und nährt, formt und festigt dadurch den Opportunismus.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 286}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Imperialismus hat die Tendenz, auch unter den Arbeitern privilegierte Kategorien auszusondern und sie von der großen Masse des Proletariats abzuspalten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 288}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbürgerung des Proletariats. Entstehung einer Arbeiteraristokratie. Gewerkschaftsführungen, die von Bourgeoisie gekauft sind oder von ihr bezahlten Leuten geführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Engels schrieb z.B. am 7. Oktober 1858 an Marx, ‚… daß das englische Proletariat faktisch mehr und mehr verbürgert, so daß diese bürgerlichste aller Nationen es schließlich dahin bringen zu wollen scheint, eine bürgerliche Aristokratie und ein bürgerliches Proletariat neben der Bourgeoisie zu besitzen. Bei einer Nation, die die ganze Welt exploitiert, ist das allerdings gewissermaßen gerechtfertigt.‘ (Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd. 29, S. 358) Fast ein Vierteljahrhundert später, in seinem Brief vom 11. August 1881, spricht er von Gewerkschaften, ‚welche nur mit jenen schlechtesten englischen vergleichbar sind, die es zulassen, sich von an die Bourgeoisie verkauften oder zumindest von ihr bezahlten Leuten führen zu lassen‘. (Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd. 35, S. 20) Und in einem Brief an Kautsky vom 12. September 1882 schreibt Engels: ‚Sie fragen mich, was die englischen Arbeiter von der Kolonialpolitik denken? Nun, genau dasselbe, was sie von der Politik überhaupt denken … Es gibt hier ja keine Arbeiterpartei, es gibt nur Konservative und Liberal-Radikale, und die Arbeiter zehren flott mit von dem Weltmarkts- und Kolonialmonopol Englands.‘ (Dasselbe sagt Engels auch im Vorwort zur zweiten Auflage der ''Lage der arbeitenden Klasse in England'' 1892.)| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 288-289}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dadurch, daß die Kapitalisten eines Industriezweiges unter vielen anderen oder eines Landes unter vielen anderen usw. hohe Monopolprofite herausschlagen, bekommen sie ökonomisch die Möglichkeit, einzelne Schichten der Arbeiter, vorübergehend sogar eine ziemlich bedeutende Minderheit der Arbeiter zu bestechen und sie auf die Seite der Bourgeoisie des betreffenden Industriezweiges oder der betreffenden Nation gegen alle übrigen hinüberzuziehen. Diese Tendenz wird durch den verschärften Antagonismus zwischen den imperialistischen Nationen wegen der Aufteilung der Welt noch verstärkt. So entsteht der Zusammenhang von Imperialismus und Opportunismus, der sich am frühesten und krassesten in England auswirkte, weil dort gewisse imperialistische Züge der Entwicklung bedeutend früher als in anderen Ländern zutage traten.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 306-307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Platz des Imperialismus in der Geschichte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Monopolkapitalismus verschärft die Widersprüche in der geschichtlichen Übergangsperiode zwischen der kapitalistischen und einer höheren ökonomischen Gesellschaftsform. Er ist aufgrund seiner ökonomischen Basis also sterbender Kapitalismus. Die Vergesellschaftung der Produktion schreitet voran, während Privatwirtschaft und Privateigentum eine Hülle  der Produktionsweise darstellen, die ihrem Inhalt nicht mehr entspricht. Daraus entsteht die Fäulnistendenz des Imperialismus, welche sich allerdings über eine lange Zeit hinweg halten kann und ein rasches Wachstum der Produktivkräfte nicht ausschließt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Imperialismus, Sterbender Kapitalismus, Fäulnis, Parasitismus, Wucherstaaten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Platz des Imperialismus in der Geschichte wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der historische Platz des Imperialismus ist der Übergang von der kapitalistischen zu einer höheren ökonomischen Gesellschaftsform.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben gesehen, daß der Imperialismus seinem ökonomischen Wesen nach Monopolkapitalismus ist. Schon dadurch ist der historische Platz des Imperialismus bestimmt, denn das Monopol, das auf dem Boden freien Konkurrenz und eben aus der freien Konkurrenz erwächst, bedeutet den Übergang von der kapitalistischen zu einer höheren ökonomischen Gesellschaftsformation.&amp;lt;br&amp;gt;Erstens: Das Monopol ist aus der Konzentration der Produktion auf einer sehr hohen Stufe ihrer Entwicklung erwachsen. Das sind die Monopolverbände der Kapitalisten, die Kartelle. Syndikate und Trusts. Wir sahen, welch gewaltige Rolle sie im heutigen Wirtschaftsleben spielen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewannen sie in den fortgeschrittenen Ländern das völlige Übergewicht, und wenn die ersten Schritte auf dem Wege der Kartellierung zuerst von Ländern mit hohen Schutzzöllen (Deutschland, Amerika) getan wurden, so hat England mit seinem Freihandelssystem nur wenig später dieselbe grundlegende Tatsache aufzuweisen: die Entstehung der Monopole aus der Konzentration der Produktion.&amp;lt;br&amp;gt;Zweitens: Die Monopole haben in verstärktem Maße zur Besitzergreifung der wichtigsten Rohstoffquellen geführt, besonders in der ausschlaggebenden und am meisten kartellierten Industrie der kapitalistischen Gesellschaft: der Kohlen- und Eisenindustrie. Die monopolistische Beherrschung der wichtigsten Rohstoffquellen hat die Macht des Großkapitals ungeheuer gesteigert und den Gegensatz zwischen der kartellierten und nichtkartellierten Industrie verschärft.&amp;lt;br&amp;gt;Drittens: Das Monopol ist aus den Banken erwachsen. Diese haben sich aus bescheidenen Vermittlungsunternehmungen zu Monopolisten des Finanzkapitals gewandelt. Drei bis fünf Großbanken einer beliebigen der kapitalistisch fortgeschrittensten Nationen haben zwischen Industrie- und Bankkapital eine ‚Personalunion‘ hergestellt und in ihrer Hand die Verfügungsgewalt über Milliarden und aber Milliarden konzentriert, die den größten Teil der Kapitalien und der Geldeinkünfte des ganzen Landes ausmachen. Eine Finanzoligarchie, die ein dichtes Netz von Abhängigkeitsverhältnissen über ausnahmslos alle ökonomischen und politischen Institutionen der modernen bürgerlichen Gesellschaft spannt – das ist die krasseste Erscheinungsform dieses Monopols.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 304-305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschärfung der Gegensätze ist die mächtigste Triebkraft der geschichtlichen Übergangsperiode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie sehr der monopolistische Kapitalismus alle Widersprüche des Kapitalismus verschärft hat, ist allgemein bekannt. Es genügt, auf die Teuerung und auf den Druck der Kartelle hinzuweisen. Diese Verschärfung der Gegensätze ist die mächtigste Triebkraft der geschichtlichen Übergangsperiode, die mit dem endgültigen Sieg des internationalen Finanzkapitals ihren Anfang genommen hat.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Imperialismus als vergesellschafteter Übergangskapitalismus und sterbender Kapitalismus: Der Imperialismus ist sterbender Kapitalismus, da er bei vollständiger Vergesellschaftung der Produktion privatwirtschaftliche und Privateigentumsverhältnisse beibehält, was unvermeidlich in Fäulnis übergehen muss. Diese Fäulnistendenz schließt kein rasches Wachstum des Kapitalismus aus und kann sich lange halten, wird aber unvermeidlich beseitigt werden.&lt;br /&gt;
Deswegen sprechen wir vom Übergangskapitalismus. Privateigentumsverhältnisse bilden eine Hülle, die dem Inhalt nicht mehr entspricht. Sie muss in Fäulnis übergehen, wenn ihre Beseitigung künstlich verzögert wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber diese Hülle kann sich lange in Fäulniszustand halten.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Hülle (= Privateigentumsverhältnisse) entspricht dem Inhalt nicht mehr, weil dieser die Vergesellschaftung der Produktion ist. Ein rasches Wachstum des Kapitalismus ist trotz Fäulnistendenzen nicht ausgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus allem, was über das ökonomische Wesen des Imperialismus gesagt wurde, geht hervor, daß er charakterisiert werden muß als Übergangskapitalismus oder, richtiger, als sterbender Kapitalismus. Höchst aufschlußreich ist in dieser Hinsicht, daß die Schlagworte der bürgerlichen Ökonomen, die den jüngsten Kapitalismus beschreiben, ‚Verflechtung‘, ‚Fehlen der Isoliertheit‘ usw. heißen; die Banken seien ‚Unternehmungen, die nach ihren Aufgaben und nach ihrer Entwicklung nicht einen rein privatwirtschaftlichen Charakter haben und die immer mehr aus der Sphäre der rein privatrechtlichen Regelung herauswachsen‘. Und derselbe Riesser, von dem diese Worte stammen, erklärt mit todernster Miene, daß sich die ‚Voraussage‘ der Marxisten über die ‚Vergesellschaftung‘ ‚nicht verwirklicht‘ habe!|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – dann wird es offensichtlich, daß wir es mit einer Vergesellschaftung der Produktion zu tun haben und durchaus nicht mit einer bloßen ‚Verflechtung‘; daß privatwirtschaftliche und Privateigentumsverhältnisse eine Hülle darstellen, die dem Inhalt bereits nicht mehr entspricht und die daher unvermeidlich in Fäulnis übergehen muß, wenn ihre Beseitigung künstlich verzögert wird, eine Hülle, die sich zwar verhältnismäßig lange in diesem Fäulniszustand halten kann (wenn schlimmstenfalls die Gesundung von dem opportunistischen Geschwür auf sich warten lassen sollte), die aber dennoch unvermeidlich beseitigt werden wird.|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 308}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Monopole, Oligarchie, das Streben nach Herrschaft statt nach Freiheit, die Ausbeutung einer immer größeren Anzahl kleiner oder schwacher Nationen durch ganz wenige reiche oder mächtige Nationen – all das erzeugte jene Merkmale des Imperialismus, die uns veranlassen, ihn als parasitären oder in Fäulnis begriffenen Kapitalismus zu kennzeichnen. Immer plastischer tritt als eine Tendenz des Imperialismus die Bildung des ‚Rentnerstaates‘, des Wucherstaates hervor, dessen Bourgeoisie in steigendem Maße von Kapitalexport und ‚Kuponschneiden‘ lebt. Es wäre ein Fehler, zu glauben, daß diese Fäulnistendenz ein rasches Wachstum des Kapitalismus ausschließt; […].|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 305}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx-Engels-Werke 25: [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Kapital, Dritter Band (1894)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lenin, W.I. (1917): [https://kommunistische-geschichte.de/LeninWerke/LW22.pdf Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus. LW 22]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Alte Grundannahmen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Konzentration der Produktion und Monopole===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration der Produktion sind die durch das ungeheure Wachstum der Industrie immer größer werdenden Betriebe; das Enstehen von Großbetrieben. Gerade durch das Riesenausmaß der Betriebe wird die Konkurrenz erschwert und die Tendenz zum Monopol erzeugt. ''Monopol'' , Alleinhandel, Alleinbesitz (Gegens.: ''freie Konkurrenz'').&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monopol, Imperialismus, Konzentration, Zentralisation, Kombination, Vereinigung, Industriezweige, Profitrate, Extraprofit, Monopolbildung, Konzentration der Produktion, Marx, Form der Monopole, Ablösung alter Kapitalismus, Konkurrenz, freie Konkurrenz, Kartell, Verbände, Monopolverbände, Vergesellschaftung der Produktion, Warenproduktion, Krisen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration der Produktion und die Tendenz zum Monopol wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die freie Konkurrenz erzeugt die Konzentration und Zentralisation der Produktion und führt selbst dicht zum Monopol. Die Verwandlung der Konkurrenz in das Monopol ist die wichtigste Erscheinung in der Ökonomik des modernen Kapitalismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einige zehntausend Großbetriebe sind alles; Millionen von Kleinbetrieben sind nichts. […] Das Geldkapital und die Banken machen, wie wir sehen werden, dieses Übergewicht eines Häufleins von Großbetrieben noch erdrückender, und zwar im buchstäblichen Sinne des Wortes, d.h., Millionen kleiner, mittlerer und sogar zum Teil großer ‚Unternehmer‘ sind in Wirklichkeit von einigen hundert Millionären der Hochfinanz völlig unterjocht. […] Fast die Hälfte der Gesamtproduktion aller Betriebe des Landes liegt in den Händen eines Hundertstels der Gesamtzahl der Betriebe! Und diese dreitausend Riesenbetriebe umfassen 258 Industriezweige. Daraus erhellt, daß die Konzentration auf einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung sozusagen von selbst dicht an das Monopol heranführt. Denn einigen Dutzend Riesenbetrieben fällt es leicht, sich untereinander zu verständigen, während anderseits gerade durch das Riesenausmaß der Betriebe die Konkurrenz erschwert und die Tendenz zum Monopol erzeugt wird. Diese Verwandlung der Konkurrenz in das Monopol ist eine der wichtigsten Erscheinungen – wenn nicht die wichtigste – in der Ökonomik des modernen Kapitalismus, […].| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 201-202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des Imperialismus sei die Kombination, d. h. die Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem Unternehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] und anderseits ist eine äußerst wichtige Besonderheit des Kapitalismus, der die höchste Entwicklungsstufe erreicht hat, die sogenannte ''Kombination'', d.h. die Vereinigung verschiedener Industriezweige in einem einzigen Unternehmen; diese Industriezweige bilden entweder aufeinanderfolgende Stufen der Verarbeitung des Rohstoffs (z.B. Gewinnung von Roheisen aus Erz, seine Verarbeitung zu Stahl und unter Umständen auch die Erzeugung dieser oder jener Stahlfabrikate) oder spielen in bezug [!] aufeinander eine Hilfsrolle (z.B. Verarbeitung von Abfällen oder Nebenprodukten; Herstellung von Verpackungsmaterial usw.).| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kombination gleiche Konjunkturunterschiede aus, sie bewirke eine stetigere Profitrate, ermögliche Extraprofite durch technische Neuerungen. Das kombinierte Werk hat eine besondere Stellung gegenüber dem „reinen“ Werk. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |‚… die Kombination‘, schreibt Hilferding, ‚gleicht Konjunkturunterschiede aus und bewirkt daher für das kombinierte Werk eine größere Stetigkeit der Profitrate. Zweitens bewirkt die Kombination Ausschaltung des Handels. Drittens bewirkt sie die Möglichkeit technischer Fortschritte und damit die Erlangung von Extraprofit gegenüber dem ‚reinen‘‘ (d.h. nicht kombinierten) ‚Werk. Viertens stärkt sie die Stellung des kombinierten Werkes gegenüber dem ‚reinen‘ im Konkurrenzkampf zur Zeit einer starken Depression‘ (Geschäftsstockung, Krise), ‚wenn die Senkung der Rohmaterialpreise nicht Schritt hält mit der Senkung der Fabrikatspreise.‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 202}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration der Produktion und des Kapitals hat eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht, dass sie Monopole schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen.&lt;br /&gt;
Die Monopolbildung ist ein allgemeines Grundgesetz des Kapitalismus in seinem heutigen Stadium.&amp;lt;br/&amp;gt;Unterschiede zwischen einzelnen kapitalistischen Ländern sind nur unwesentliche Unterschiede in der Form der Monopole oder der Zeit ihres Aufkommens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Vor einem halben Jahrhundert, als Marx sein ‚Kapital‘ schrieb, erschien der überwiegenden Mehrheit der Ökonomen die freie Konkurrenz als ein ‚Naturgesetz‘. Die offizielle Wissenschaft versuchte das Werk von Marx totzuschweigen, der durch seine theoretische und geschichtliche Analyse des Kapitalismus bewies, daß die freie Konkurrenz die Konzentration der Produktion erzeugt, diese Konzentration aber auf einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung zum Monopol führt. Das Monopol ist jetzt zur Tatsache geworden. Die Ökonomen schreiben Berge von Büchern, beschreiben die einzelnen Erscheinungsformen des Monopols und verkünden nach wie vor einstimmig, daß der ‚Marxismus widerlegt‘ sei. Aber Tatsachen sind ein hartnäckig Ding, sagt ein englisches Sprichwort, und man muß ihnen wohl oder übel Rechnung tragen. Die Tatsachen zeigen, daß die Unterschiede zwischen einzelnen kapitalistischen Ländern, z.B. in bezug [!] auf Schutzzoll oder Freihandel, bloß unwesentliche Unterschiede in der Form der Monopole oder in der Zeit ihres Aufkommens bedingen, während die Entstehung der Monopole infolge der Konzentration der Produktion überhaupt ein allgemeines Grundgesetz des Kapitalismus in seinem heutigen Entwicklungsstadium ist.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ablösung des alten Kapitalismus durch den Imperialismus fand Anfang des 20. Jahrhunderts statt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Für Europa läßt sich die Zeit der endgültigen Ablösung des alten Kapitalismus durch den neuen ziemlich genau feststellen. Es ist der Anfang des 20. Jahrhunderts.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 204}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kartelle vereinbaren Verkaufsbedingungen, Zahlungstermine und verteilen die Absatzgebiete untereinander. Sie bestimmen die Menge der zu erzeugenden Produkte. Sie setzen die Preise fest. Sie verteilen den Profit unter die einzelnen Unternehmungen. Historisch entwickeln sich die ersten Kartelle ab der Krise von 1873 und werden am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer der Grundlagen des ganzen Wirtschaftslebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die wichtigsten Ergebnisse der Geschichte der Monopole sind demnach: 1. In den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts die höchste, äußerste Entwicklungsstufe der freien Konkurrenz; kaum merkliche Ansätze zu Monopolen. 2. Nach der Krise von 1873 weitgehende Entwicklung von Kartellen, die aber noch Ausnahmen, keine dauernden, sondern vorübergehende Erscheinungen sind. 3. Aufschwung am Ende des 19. Jahrhunderts und Krise von 1900-1903: Die Kartelle werden zu einer der Grundlagen des ganzen Wirtschaftslebens. Der Kapitalismus ist zum Imperialismus geworden.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Kartelle vereinbaren Verkaufsbedingungen, Zahlungstermine u.a. Sie verteilen die Absatzgebiete untereinander. Sie bestimmen die Menge der zu erzeugenden Produkte. Sie setzen die Preise fest. Sie verteilen den Profit unter die einzelnen Unternehmungen usw.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 206}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wandelt sich zum Monopol, auch die qualifizierten Arbeitskräfte werden monopolisiert. Die Folge ist die Vergesellschaftung der Produktion, insbesondere der technischen Erfindungen und Vervollkommnungen. Der Kapitalismus führt in seinem imperialistischen Stadium also bis an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet. Obwohl die Produktion vergesellschaft wird, bleibt die Aneignung privat, denn die gesellschaftlichen Produktionsmittel bleiben Privateigentum einer kleinen Anzahl von Personen. Auch bleibt die freie Konkurrenz mit den entstehenden Monopolen formal bestehen, sodass sich der Druck der Monopole auf die übrige Bevölkerung verstärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Darauf schloß 1905 die eine Gruppe und 1908 die andere eine Konvention mit noch je einem Großbetrieb. So entstanden zwei ‚Dreiverbände‘ mit einem Kapital von je 40-50 Millionen Mark, und zwischen diesen ‚Verbänden‘ hat bereits eine ‚Annäherung‘ in Form von ‚Verträgen‘ über Preise usw. begonnen. &amp;lt;br/&amp;gt;Die Konkurrenz wandelte sich zum Monopol. Die Folge ist ein gigantischer Fortschritt in der Vergesellschaftung der Produktion. Im besonderen wird auch der Prozeß der technischen Erfindungen und Vervollkommnungen vergesellschaftet. Das ist schon etwas ganz anderes als die alte freie Konkurrenz zersplitterter Unternehmer, die nichts voneinander wissen und für den Absatz auf unbekanntem Markte produzieren. Die Konzentration ist so weit fortgeschritten, daß man einen ungefähren Überschlag aller Rohstoffquellen (beispielsweise der Eisenerzvorkommen) in dem betreffenden Lande und sogar, wie wir sehen werden, in einer Reihe von Ländern, ja in der ganzen Welt machen kann. Ein solcher Überschlag wird nicht nur gemacht, sondern die riesigen Monopolverbände bemächtigen sich dieser Quellen und fassen sie in einer Hand zusammen. Es wird eine annähernde Berechnung der Größe des Marktes vorgenommen, der durch vertragliche Abmachungen unter diese Verbände ‚aufgeteilt‘ wird. Die qualifizierten Arbeitskräfte werden monopolisiert, die besten Ingenieure angestellt, man bemächtigt sich der Verkehrswege und -mittel – der Eisenbahnen in Amerika, der Schiffahrtsgesellschaften in Europa und in Amerika. In seinem imperialistischen Stadium führt der Kapitalismus bis dicht an die allseitige Vergesellschaftung der Produktion heran, er zieht die Kapitalisten gewissermaßen ohne ihr Wissen und gegen ihren Willen in eine Art neue Gesellschaftsordnung hinein, die den Übergang von der völlig freien Konkurrenz zur vollständigen Vergesellschaftung bildet.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Produktion wird vergesellschaftet, die Aneignung jedoch bleibt privat. Die gesellschaftlichen Produktionsmittel bleiben Privateigentum einer kleinen Anzahl von Personen. Der allgemeine Rahmen der formal anerkannten freien Konkurrenz bleibt bestehen, und der Druck der wenigen Monopolinhaber auf die übrige Bevölkerung wird hundertfach schwerer, fühlbarer, unerträglicher.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 209-210}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalismus sei so weit entwickelt, dass die Warenproduktion zwar weiter als Grundlage der Wirtschaft gelte, sie jedoch bereits untergraben sei, weil die Hauptprofite  den Finanzmachenschaften und Spekulanten zufallen. Auf dieser Basis möchte die kleinbürgerlich-reaktionäre Kritik am Kapitalismus zu einer vermeintlich friedlichen Konkurrenz zurückzukehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalismus ist so weit entwickelt, daß die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor ‚herrscht‘ und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den ‚Genies‘ der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, die sich bis zu dieser Vergesellschaftung emporgearbeitet hat, kommt den – Spekulanten zugute. Wir werden weiter unten sehen, wie ‚auf dieser Grundlage‘ die kleinbürgerlich-reaktionäre Kritik des kapitalistischen Imperialismus von einer Rückkehr zur ‚freien‘ [!] ‚friedlichen‘, ‚ehrlichen‘ Konkurrenz träumt.|  Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 211}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kartelle können Krisen nicht verhindern. Im Gegenteil verschärft das Monopol den inherenten chaotischen Charakter der kapitalistischen Produktion.&amp;lt;br/&amp;gt;Krisen, insbesondere ökonomische, verstärken im hohen Maß die Tendenz zur Konzentration und zum Monopol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ausschaltung der Krisen durch die Kartelle ist ein Märchen bürgerlicher Ökonomen. [!] die den Kapitalismus um jeden Preis beschönigen wollen. Im Gegenteil, das Monopol, das in einigen Industriezweigen entsteht, verstärkt und verschärft den chaotischen Charakter, der der ganzen kapitalistischen Produktion in ihrer Gesamtheit eigen ist. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die Krisen – jeder Art, am häufigsten ökonomische Krisen, aber nicht nur diese allein – verstärken aber ihrerseits in ungeheurem Maße die Tendenz zur Konzentration und zum Monopol.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 212-213}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Banken und ihre neue Rolle===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die grundlegende und ursprüngliche Rolle der Banken ist die Zahlungsvermittlung. Indem die Banken jedoch die Geldeinkünfte sammeln und wieder unter der Kapitalistenklasse verteilen, verwandeln sie brachliegendes Geldkapital in proftitbringendes Kapital. Dadurch wachsen die Banken von bescheidenen Vermittlern zu allmächtigen Monopolinhabern an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation des Kapitals, Banken, Merkmal, Beteiligungssystem, Konzentration des Kapitals, Personalunion, Verschmelzung, Finanzkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
Die neue Rolle der Banken wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst waren Banken Zahlungsvermittler. In Deutschland vollzog sich die Konzentration des Bankwesens Ende des 19. Jahrhunderts sehr schnell. Durch die Unterwerfung kleinerer Banken entstehen auch hier Monopole.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Zentralisation des Kapitals in wenigen Banken ist eine wesentliche Entwicklung im Imperialismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Verwandlung zahlreicher bescheidener Vermittler in ein Häuflein Monopolisten bildet einen der Grundprozesse des Hinüberwachsens des Kapitalismus in den kapitalistischen Imperialismus, und deshalb müssen wir in erster Linie bei der Konzentration des Bankwesens verweilen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 214}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist klar, daß eine Bank, die an der Spitze einer solchen Gruppe steht und mit einem halben Dutzend anderer ihr wenig nachstehender Banken zum Zwecke besonders großer und vorteilhafter Finanzoperationen, wie z B. [!] Staatsanleihen, eine Verbindung eingeht, bereits über die bloße ‚Vermittler‘rolle hinausgewachsen ist und sich in eine Vereinigung eines Häufleins von Monopolisten verwandelt hat.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit welcher Schnelligkeit sich gerade Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die Konzentration des Bankwesens in Deutschland vollzog, ist aus den folgenden, hier gekürzt wiedergegebenen Angaben Riessers zu ersehen:| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 216-217}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div align=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;6 Berliner Großbanken hatten&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Jahr !! Niederlassungen in Deutschland !! Depositenkassen und Wechselstuben !! Ständige Beteiligungen an deutschen Aktienbanken !! Summe der Anstalten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1895 || 16 || 14 || 1 || 42&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1900 || 21 || 40 || 8 || 80&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1911 || 104 || 276 || 63 || 450&lt;br /&gt;
|}''Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 217}}''&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Merkmal der modernen Monopolisierung im Bankwesen,im Unterschied zum klassischen Verschlingen der Zentralisation, ist die Konzernbildung, d.h. das Angliedern von kleinen Banken anhand von Kapitalbeteiligung, z.B. durch Aufkauf oder Austausch von Aktien oder durch ein System von Schuldverhältnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir haben den Hinweis auf die ‚angegliederten‘ Banken hervorgehoben, denn das gehört zu einem der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der modernen kapitalistischen Konzentration. Die großen Unternehmungen, besonders die Banken, verschlingen nicht nur unmittelbar die kleinen, sondern ‚gliedern‘ sie sich an, unterwerfen sie, schließen sie in ‚ihre‘ Gruppe, ihren ‚Konzern‘ – wie der technische Ausdruck lautet – ein durch ‚Beteiligung‘ an ihrem Kapital, durch Aufkauf oder Austausch von Aktien, durch ein System von Schuldverhältnissen usw. usf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 215}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das entstehende dichte Bankennetz im Land erscheint wie eine Dezentralisation. In Wirklichlichkeit werden die lokal begrenzten Banken einem Zentrum unterworfen. Es handelt sich also um Zentralisation, und damit um eine Steigerung der Rolle und Bedeutung der Macht der Monopolriesen.&amp;lt;br/&amp;gt;Eine Großbank hat dementsprechend nicht nur eine technische Rolle, sondern unterwirft sich Handels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft durch die Kontrolle von und Informationen über Bankverbindungen und Finanzoperationen, sowie die Vergabe von Krediten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sehen, wie schnell ein dichtes Netz von Kanälen entsteht, die das ganze Land überziehen, sämtliche Kapitalien und Geldeinkünfte zentralisieren und Tausende und aber Tausende von zersplitterten Wirtschaften in eine einzige gesamtnationale kapitalistische Wirtschaft und schließlich in die kapitalistische Weltwirtschaft verwandeln. Jene ‚Dezentralisation‘, von der Schulze-Gaevernitz als Vertreter der bürgerlichen politischen Ökonomie unserer Tage in dem oben angeführten Zitat spricht, besteht in Wirklichkeit darin, daß zunehmend immer mehr früher verhältnismäßig ‚selbständige‘ oder, richtiger gesagt, lokal begrenzte Wirtschaftseinheiten einem einzigen Zentrum unterworfen werden.&amp;lt;br/&amp;gt;In Wirklichkeit ist das also eine Zentralisation, eine Steigerung der Rolle, der Bedeutung, der Macht der Monopolriesen. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Diese einfachen Zahlen zeigen wohl anschaulicher als langatmige Betrachtungen, wie sich mit der Konzentration des Kapitals und dem Wachstum des Umsatzes die Bedeutung der Banken von Grund aus ändert. Aus den zersplitterten Kapitalisten entsteht ein einziger kollektiver Kapitalist. Die Bank, die das Kontokorrent für bestimmte Kapitalisten führt, übt scheinbar eine rein technische, eine bloße Hilfsoperation aus. Sobald aber diese Operation Riesendimensionen annimmt, zeigt sich, daß eine Handvoll Monopolisten sich die Handels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft unterwirft, indem sie – durch die Bankverbindungen, Kontokorrente und andere Finanzoperationen – die Möglichkeit erhält, sich zunächst über die Geschäftslage der einzelnen Kapitalisten genau zu informieren, dann sie zu kontrollieren, sie durch Erweiterung oder Schmälerung, Erleichterung oder Erschwerung des Kredits zu beeinflussen und schließlich ihr Schicksal restlos zu bestimmen, die Höhe ihrer Einkünfte zu bestimmen, ihnen Kapital zu entziehen oder ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Kapital rasch und in großem Umfang zu erhöhen usw.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 217-218}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Banken entsteht der Form nach eine Buchführung und eine Verteilung der Produktionsmittel der gesamten Kapitalistenklasse. Formal gesehen erwächst aus den modernen Banken sogar eine allgemeine Verteilung der Produktionsmittel, denn sie sammeln auch Geldeinkünfte der kleinen Unternehmer, der Angestellten und einer winzigen oberen Schicht der Arbeiter.&amp;lt;br/&amp;gt;Ihrem Inhalt nach ist die Verteilung der Produktionsmittel jedoch keineswegs allgemein, sondern privat und den Interessen des großen monopolistischen Kapitals angepasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit den Banken ist ‚die Form einer allgemeinen Buchführung und Verteilung der Produktionsmittel auf gesellschaftlicher Stufenleiter gegeben, aber auch nur die Form‘, schrieb Marx vor einem halben Jahrhundert im ‚Kapital‘ (russ. Übersetzung Bd. III. Teil II, S. 144). Die von uns angeführten Daten über das Wachstum des Bankkapitals, über die Zunahme der Zahl der Filialen und Zweigstellen der Großbanken, der Zahl ihrer Konten usw. zeigen uns konkret diese ‚allgemeine Buchführung‘ der ganzen Klasse der Kapitalisten und sogar nicht nur der Kapitalisten allein, denn die Banken sammeln, sei es auch nur vorübergehend, alle möglichen Geldeinkünfte, sowohl der kleinen Unternehmer als auch der Angestellten und einer winzigen Oberschicht der Arbeiter. Eine ‚allgemeine Verteilung der Produktionsmittel‘ – das ist es, was formal gesehen aus den modernen Banken erwächst, von denen drei bis sechs Großbanken in Frankreich und sechs bis acht in Deutschland über Milliarden und aber Milliarden verfügen. Ihrem Inhalt nach aber ist diese Verteilung der Produktionsmittel keineswegs ‚allgemein‘, sondern privat, d.h., sie ist den Interessen des großen in erster Linie des allergrößten, monopolistischen Kapitals angepaßt, das unter Verhältnissen operiert, wo die Masse der Bevölkerung ein Hungerdasein fristet, die ganze Entwicklung der Landwirtschaft hinter der Entwicklung der Industrie hoffnungslos zurückbleibt und die ‚Schwerindustrie‘ sich alle übrigen Zweige der Industrie tributpflichtig macht.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken treten mit Industrie und Regierungen in eine Personalunion. Es findet eine gegenseitige Verschmelzung durch Aktienbesitz und Aufsichtsräte statt, da ihre Geschäftskalkulationen zu denen der Industrie und schließlich der gesamten Gesellschaft werden. Dafür werden Staatsbeamte in Aufsichtsräte von Banken geholt und genauso Banker in die Behörden gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zugleich entwickelt sich sozusagen eine Personalunion der Banken mit den größten Industrie- und Handelsunternehmungen, eine beiderseitige Verschmelzung durch Aktienbesitz, durch Eintritt der Bankdirektoren in die Aufsichtsräte (oder die Vorstände) der Handels- und Industrieunternehmungen und umgekehrt. Der deutsche Ökonom Jeidels hat über diese Art der Konzentration von Kapitalien und Unternehmungen genaue Daten gesammelt. […]&amp;lt;br/&amp;gt; Die ‚Personalunion‘ der Banken mit der Industrie findet ihre Ergänzung in der ‚Personalunion‘ der einen wie der anderen Gesellschaften mit der Regierung. Jeidels schreibt: ‚Freiwillig werden Aufsichtsratsstellen gewährt an Personen mit gutklingenden Namen, auch ehemaligen Staatsbeamten, die im Verkehr mit den Behörden manche Erleichterung (!!) schaffen können‘ … ‚Im Aufsichtsrat einer Großbank sieht man gewöhnlich … ein Parlamentsmitglied oder ein Mitglied der Berliner Stadtverwaltung‘.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehungsgeschichte und der Inhalt des Begriffs des Finanzkapitals ist die Konzentration der Produktion, der daraus erwachsenden Monopole und die Verschmelzung der Banken mit der Industrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Konzentration der Produktion, daraus erwachsende Monopole, Verschmelzung oder Verwachsen der Banken mit der Industrie – das ist die Entstehungsgeschichte des Finanzkapitals und der Inhalt dieses Begriffs.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 230}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Finanzkapital und Finanzoligarchie===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Finanzkapital ist nicht nur Kapital in der Verfügung der Banken und in der Verwendung der Industriellen. Im Lichte der Monopolisierung ist Finanzkapital die Verschmelzung oder das Verwachsen der Banken mit der Industrie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaft, Beteiligungssystem, Finanzkapital, Finanzoligarchie, Krisen, Spekulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung des Finanzkapitals wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kontrolle einer Aktiengesellschaft ist bereits ein bestimmter Anteil am Aktienbesitz ausreichend, denn zersplitterte Kleinaktionäre haben wenig Einflussmöglichkeiten.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Verteilung von Anteilen an einer Aktiengesellschaft unter mehreren Aktionären nennt sich Beteiligungssystem. Die Beteiligung erscheint wie eine Demokratisierung des Aktienbesitzes, ist in Wirklichkeit jedoch ein Mittel, um die Macht der Finanzoligarchie zu vergrößern. Schließlich schützt die formale Selbstständigkeit der Tochtergesellschaften die Finanzoligarchie im Falle legal ambivalenter Geschäfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In Wirklichkeit aber zeigt die Erfahrung, daß der Besitz von 40% der Aktien genügt, um die Kontrolle über eine Aktiengesellschaft zu haben, denn ein gewisser Teil der zersplitterten Kleinaktionäre hat in der Praxis gar nicht die Möglichkeit, an den Generalversammlungen teilzunehmen usw. Die ‚Demokratisierung‘ des Aktienbesitzes, von der bürgerliche Sophisten und opportunistische ‚Auch-Sozialdemokraten‘ eine ‚Demokratisierung des Kapitals‘, eine Zunahme der Rolle und Bedeutung der Kleinproduktion usw. erwarten (oder zu erwarten vorgeben), ist in Wirklichkeit eines der Mittel, die Macht der Finanzoligarchie zu vermehren. Aus diesem Grunde läßt übrigens in den fortgeschritteneren oder älteren und ‚erfahreneren‘ kapitalistischen Ländern die Gesetzgebung kleinere Aktien zu. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Aber das ‚Beteiligungssystem‘ dient nicht nur dazu, die Macht der Monopolisten riesenhaft zu vermehren, es ermöglicht außerdem, jede Art von dunklen und schmutzigen Geschäften straflos zu betreiben und das Publikum zu schröpfen, denn formell, nach dem Gesetz, sind die Leiter der ‚Muttergesellschaft‘ für die ‚Tochtergesellschaft‘ nichtverantwortlich, die als ‚selbständig‘ gilt und vermittels derer sich alles ‚drehen‘ läßt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 231-232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwaltungen der Aktiengesellschaften gehen viel eher Risiken ein, weil sie die Möglichkeit haben, sich durch Abstoßen des Aktienbesitzes aus einem krisenhaften Industriezweig einfach zurückzuziehen. Sie tragen rechtlich keinerlei Verantwortung für diesen. Profite ziehen sie trotzdem aus ihm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieses Musterbeispiel einer im Aktienwesen ganz alltäglichen Bilanz-Equilibristik macht es verständlich, warum die Verwaltungen von Aktiengesellschaften Risiken im allgemeinen viel leichteren Herzens auf sich nehmen als Privatunternehmer. Die moderne Bilanztechnik macht es ihnen nicht nur leicht, das eingegangene Risiko dem Auge des Durchschnitts-Aktionärs zu verhüllen, sondern sie gestattet den Hauptinteressenten auch, sich den Folgen eines verfehlten Experiments durch rechtzeitige Fortgabe ihres Aktienbesitzes zu entziehen, während der Privatunternehmer bei allem, was er tut, seine eigene Haut zu Markte trägt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 233}}&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Konzentration des Finanzkapitals in wenigen Händen zieht es kolossale Profite aus Gründungen, Emissionsgeschäften, Staatsanleihen etc.&lt;br /&gt;
Durch die Kontrolle der gesamten Wirtschaft mitsamt des Staatshaushaltes (z. B. über Staatsanleihen) legt die Finanzoligarchie der Gesellschaft einen schweren Tribut auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital, das in wenigen Händen konzentriert ist und faktisch eine Monopolstellung einnimmt, zieht kolossale und stets zunehmende Profite aus Gründungen, aus dem Emissionsgeschäft, aus Staatsanleihen usw., verankert die Herrschaft der Finanzoligarchie und legt der gesamten Gesellschaft einen Tribut zugunsten der Monopolisten auf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 236}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in Aufschwungsphasen das Finanzkapital hohe Profite erzielt, werden in Krisenzeiten kleine und schwach Unternehmungen zerstört, Großbanken 'beteiligen sich' beim Aufkauf dieser Unternehmungen zu billigen Preisen oder an deren profitablen 'Sanierung' oder 'Reorganisierung'.  Krisen sind der Monopolstellung der Banken doppelt nützlich: sie sind profitabel und verstärken die Abhängigkeit der Unternehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Während zur Zeit des industriellen Aufschwungs die Profite des Finanzkapitals unerhört groß sind, gehen in Zeiten des Niedergangs die kleinen und schwachen Unternehmungen zugrunde, die Großbanken aber ‚beteiligen sich‘ dann an deren Aufkauf zu Spottpreisen oder an profitablen ‚Sanierungen‘ und ‚Reorganisationen‘. Bei den ‚Sanierungen‘ der mit Verlust arbeitenden Unternehmungen wird ‚das Aktienkapital herabgesetzt; das heißt, das Erträgnis verteilt sich auf ein geringeres Kapital, ist diesem alsdann angemessen. Oder wenn kein Erträgnis da ist, so wird neues Kapital aufgebracht, das, mit dem minderbewerteten alten zusammengenommen, nunmehr genügenden Ertrag abwirft. Nebenbei‘, fügt Hilferding hinzu, ‚sei bemerkt, daß diese Sanierungen und Reorganisationen für die Banken von doppelter Bedeutung sind: erstens als gewinnbringendes Geschäft und zweitens als eine Gelegenheit, solche notleidenden Gesellschaften von sich in Abhängigkeit zu bringen.‘| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 238-239}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bankmonopol und Monopole der Grundrenten und des Verkehrswesens verschmelzen miteinanander, indem Banken an Verkehrsgesellschaften beteiligt sind und mit Direktorenposten verbunden werden.  Dementsprechend ist die Spekulation mit Grundstücken schnell wachsender Großstädte für das Finanzkapital besonders gewinnbringend, auch weil sie Preise der Grundstücke steigern können und  durch gute Verkehrsanbindung die Verkaufsbedingungen verbessern. Diese Art von Geschäften sind ein Einfallstor für staatliche Korruption. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine besonders gewinnbringende Transaktion des Finanzkapitals ist auch die Spekulation mit Grundstücken in der Umgebung schnell wachsender Großstädte. Das Bankmonopol verschmilzt hier mit den Monopolen der Grundrente und des Verkehrswesens, denn das Steigen der Preise für Grundstücke, die Möglichkeit, diese in Parzellen günstig zu verkaufen u.a.m., hängt vor allem von der guten Verkehrsverbindung mit dem Zentrum der Stadt ab, und diese Verkehrsmittel befinden sich in den Händen großer Gesellschaften, die durch das Beteiligungssystem und die Verteilung von Direktorenposten mit eben denselben Banken verbunden sind. So entsteht das, was der deutsche Schriftsteller L. Eschwege, ein Mitarbeiter der Zeitschrift ‚Die Bank‘, der den Terrainhandel, die Verpfändung von Grundstücken usw. speziell studierte, den ‚Sumpf‘ genannt hat: wahnwitzige Spekulation mit Vorortgrundstücken, Zusammenbrüche von Baufirmen, wie der Berliner Firma Boswau &amp;amp; Knauer, die ein Kapital von ungefähr 100 Millionen Mark zusammengerafft hatte, und zwar durch Vermittlung der ‚höchst soliden und großen‘ ‚Deutschen Bank‘, die natürlich nach dem ‚Beteiligungs‘system, d.h. insgeheim, hinterrücks, tätig war und sich nach Einbuße von ‚bloß‘ 12 Millionen Mark aus der Affäre zog; ferner Ruinierung von kleinen Unternehmern und Arbeitern, die von den Schwindelfirmen des Baugewerbes nichts erhalten; dazu betrügerische Abmachungen mit der ‚ehrlichen‘ Berliner Polizei und den Verwaltungsorganen, um sich des Auskunftswesens im Baugewerbe und der Baubewilligung der Stadtverwaltung zu bemächtigen usw. usf.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 239-240}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Der Kapitalexport===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Kapitalexport==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalexport ist eigentlich die Steigerung der Profite durch Export von Kapital in rückständige Länder. Dies ist möglich, weil in den rückständigen Ländern der Profit gewöhnlich hoch ist, denn es gibt dort weniger Kapital, die Bodenpreise sind verhältnismäßig günstiger, die Löhne niedrig und die Rohstoffe billig. Die Möglichkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, dass eine Reihe rückständiger Länder breits in den Kreislauf des Weltkapitalismus hineingezogen sind. Die Notwendigkeit des Kapitalexports wird dadurch geschaffen, dass in einigen Ländern der Kapitalismus &amp;quot;überreif&amp;quot; geworden ist und dem Kapital ein Spielraum für rentable Betätigung fehlt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenexport, Kapitalexport, Kapitalüberschuss, Anleihen, Kreditvergabe, Finanzkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Enstehung von Kapitalüberschuss, die Möglichkeit und Notwendigkeit von Kapitalexport wird von Lenin in [[Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Literatureinleitung)|Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Kapitalismus der freien Konkurrenz war der Export von Waren kennzeichnend, für den Monopolkapitalismus ist es der Export von Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Für den alten Kapitalismus, mit der vollen Herrschaft der freien Konkurrenz, war der Export von Waren kennzeichnend. Für den neuesten Kapitalismus, mit der Herrschaft der Monopole, ist der Export von Kapital kennzeichnend geworden.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 244}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es entstehen in allen Ländern des entwickelten Kapitalismus Monopolverbände. &lt;br /&gt;
Außerdem entwickelt sich eine Monopolstellung der wenigen überaus reichen Länder, deren Kapital gewaltige Ausmaße annimmt.&lt;br /&gt;
Es kommt zu einem extremen Kapitalüberschuss in den fortgeschrittenen Ländern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |An der Schwelle des 20. Jahrhunderts sehen wir die Bildung von Monopolen anderer Art: erstens Monopolverbände der Kapitalisten in allen Ländern des entwickelten Kapitalismus; zweitens Monopolstellung der wenigen überaus reichen Länder, in denen die Akkumulation des Kapitals gewaltige Ausmaße erreicht hat. Es entstand ein ungeheurer ‚Kapitalüberschuß‘ in den fortgeschrittenen Ländern.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökonomische Grundlage des Kapitalexports ist der Kapitalüberschuss in den am weitesten fortgeschrittenen Ländern. Dieser entsteht durch die Unmöglichkeit, Kapital in der heimischen Nationalökonomie noch weiter rentabel anzulegen. Dieser Kapitalüberschuss kann nicht, wie einige bürgerliche Ökonomen meinen, für die Hebung der Lebenshaltung der Bevölkerung genutzt werden, da dies eine Minderung der Profite der Kapitalisten bedeuten würde. Das überschüssige Kapital muss für die weitere Verwertung in Länder exportiert werden, in denen Löhne niedrig, Bodenpreise und Rohstoffe günstig sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Rückständige Länder werden in den Kreislauf des Weltkapitalismus hineingezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber dann wäre der Kapitalismus nicht Kapitalismus, denn die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung wie das Hungerdasein der Massen sind wesentliche, unvermeidliche Bedingungen und Voraussetzungen dieser Produktionsweise. Solange der Kapitalismus Kapitalismus bleibt, wird der Kapitalüberschuß nicht zur Hebung der Lebenshaltung der Massen in dem betreffenden Lande verwendet – denn das würde eine Verminderung der Profite der Kapitalisten bedeuten –, sondern zur Steigerung der Profite durch Kapitalexport ins Ausland, in rückständige Länder. In diesen rückständigen Ländern ist der Profit gewöhnlich hoch, denn es gibt dort wenig Kapital, die Bodenpreise sind verhältnismäßig nicht hoch, die Löhne niedrig und die Rohstoffe billig. Die Möglichkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, das eine Reihe rückständiger Länder bereits in den Kreislauf des Weltkapitalismus hineingezogen ist, die Hauptlinien der Eisenbahnen bereits gelegt oder in Angriff genommen, die elementaren Bedingungen der industriellen Entwicklung gesichert sind usw. Die Notwendigkeit der Kapitalausfuhr wird dadurch geschaffen, das in einigen Ländern der Kapitalismus ‚überreif‘ geworden ist und dem Kapital (unter der Voraussetzung der Unentwickeltheit der Landwirtschaft und der Armut der Massen) ein Spielraum für ‚rentable‘ Betätigung fehlt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 245}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewöhnlichste Praktik des imperialistischen Finanzkapitals ist die Schaffung einer wirtschaftlichen Abhängigkeit durch Kreditvergabe. Dafür werden Anleihen für den Aufbau wirtschaftlicher Strukturen im Ausland unter den Bedingungen des kreditgebenden Landes vergeben. Diese Bedingungen sind ebensolche, die optimal für eine spätere Verwertung des eingesetzten Kapitals sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Kapitalexport wird zu einem Mittel, den Warenexport zu fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Finanzkapital erzeugte die Epoche der Monopole. Die Monopole sind aber überall Träger monopolistischer Prinzipen: An Stelle der Konkurrenz auf offenem Markt tritt die Ausnutzung der ‚Verbindungen‘ zum Zweck eines profitablen Geschäftes. Die gewöhnlichste Erscheinung ist: Bei einer Anleihe wird zur Bedingung gemacht, daß ein Teil der Anleihe zum Kauf von Erzeugnissen des kreditgebenden Landes, vor allem von Waffen, Schiffen usw. verausgabt wird. Frankreich hat in den letzten zwei Jahrzehnten (1890-1910) sehr oft zu diesem Mittel gegriffen. Der Kapitalexport wird zu einem Mittel, den Warenexport zu fördern. Die Abmachungen zwischen den besonders großen Unternehmungen sind dabei derart, daß sie, wie Schilder ‚gelinde‘ sagte ‚an Korruption gemahnen‘. Krupp in Deutschland, Schneider in Frankreich, Armstrong in England – das sind Musterbeispiele von Firmen, die mit den Riesenbanken und der Regierungen in enger Verbindung stehen und beim Abschluß von Anleihen nicht so leicht ‚umgangen‘ werden können.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 248}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf diese Weise wirft das Finanzkapital im buchstäblichen Sinne des Wortes seine Netze über alle Länder der Welt aus. Eine große Rolle spielen dabei die in den Kolonien gegründeten Banken und ihre Niederlassungen.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im übertragenden Sinne haben die kapitalexportierenden Länder die Welt unter sich aufgeteilt. Das Finanzkapital führt zur direkten Aufteilung der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kapitalexportierenden Länder haben, im übertragenden Sinne, die Welt unter sich verteilt. Aber das Finanzkapital führte auch zur direkten Aufteilung der Welt.| Lenin, W.I., Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, 1917, LW 22, S. 249}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7045</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7045"/>
		<updated>2020-02-16T11:26:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Kapitalistische Konkurrenz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also einen Kampf zwischen den Klassen hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. Der Normalarbeitstag ist Produkt des Klassenkampfs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital übertrifft im Grad der Ausbeutung alle Produktionsverhältnisse direkter Zwangsarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Für die Wertbestimmung der Arbeitskraft sind zwei faktoren relevant: Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andererseits ihre Naturdifferenz, ob sie beispielsweise erfahren oder unerfahren ist. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der gesamten Arbeitskraft der Gesellschaft in unproduktiver Form binden zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive Funktion zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
Der Grad des Gewinns ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gesellschaft kann weder aufhören zu konsumieren, noch zu produzieren. Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Zuweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zu ihrer eigenen Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Die produktiven Konsumtion des Arbeiters hat zum Resultat das Leben des Kapitalisten, die individuelle Konsumtion des Arbeiters hat sein Leben selbst zum Resultat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.&lt;br /&gt;
Die Reproduktion der Arbeitskraft bildet selbst einen Moment der Reproduktion des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren verursachen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation ist im Vergleich zur Konzentration ein schnellerer Prozess. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise ist der Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Aufschwung und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft. Die Reservearmee wächst im Verhältnis zum Umfang der Akkumulation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies ist der Grund für die Steigerung der organischen Zusammensetzung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres variables Kapital macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;Variables Kapital von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und beschäftigt mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der Arbeiterklasse bzw. für die industrielle Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ ist heute umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme 100 Pfd. St. und der Zinsfuß 5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld, das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird, um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt, nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7035</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7035"/>
		<updated>2020-02-16T10:40:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Der Tendenzielle Fall der Profitrate */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. Der Normalarbeitstag ist Produkt des Klassenkampfs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital übertrifft im Grad der Ausbeutung alle Produktionsverhältnisse direkter Zwangsarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der gesamten Arbeitskraft der Gesellschaft in unproduktiver Form binden zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive Funktion zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
Der Grad des Gewinns ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gesellschaft kann weder aufhören zu konsumieren, noch zu produzieren. Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.&lt;br /&gt;
Die Reproduktion der Arbeitskraft bildet selbst einen Moment der Reproduktion des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren verursachen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation ist im Vergleich zur Konzentration ein schnellerer Prozess. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise ist der Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Aufschwung und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft. Die Reservearmee wächst im Verhältnis zum Umfang der Akkumulation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies ist der Grund für die Steigerung der organischen Zusammensetzung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres variables Kapital macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;Variables Kapital von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und beschäftigt mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der Arbeiterklasse bzw. für die industrielle Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ ist heute umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7027</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7027"/>
		<updated>2020-02-16T10:24:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
Der Grad des Gewinns ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gesellschaft kann weder aufhören zu konsumieren, noch zu produzieren. Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.&lt;br /&gt;
Die Reproduktion der Arbeitskraft bildet selbst einen Moment der Reproduktion des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren verursachen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation ist im Vergleich zur Konzentration ein schnellerer Prozess. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise ist der Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Aufschwung und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft. Die Reservearmee wächst im Verhältnis zum Umfang der Akkumulation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies ist der Grund für die Steigerung der organischen Zusammensetzung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres variables Kapital macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;Variables Kapital von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und beschäftigt mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der Arbeiterklasse bzw. für die industrielle Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7025</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7025"/>
		<updated>2020-02-16T10:20:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Formen der industriellen Reservearmee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
Der Grad des Gewinns ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gesellschaft kann weder aufhören zu konsumieren, noch zu produzieren. Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren verursachen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation ist im Vergleich zur Konzentration ein schnellerer Prozess. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise ist der Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Aufschwung und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft. Die Reservearmee wächst im Verhältnis zum Umfang der Akkumulation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies ist der Grund für die Steigerung der organischen Zusammensetzung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der Arbeiterklasse bzw. für die industrielle Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7024</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7024"/>
		<updated>2020-02-16T10:19:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
Der Grad des Gewinns ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gesellschaft kann weder aufhören zu konsumieren, noch zu produzieren. Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren verursachen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation ist im Vergleich zur Konzentration ein schnellerer Prozess. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise ist der Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Aufschwung und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft. Die Reservearmee wächst im Verhältnis zum Umfang der Akkumulation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies ist der Grund für die Steigerung der organischen Zusammensetzung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der Arbeiterklasse bzw. für die industrielle Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7022</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7022"/>
		<updated>2020-02-16T10:17:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
Der Grad des Gewinns ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gesellschaft kann weder aufhören zu konsumieren, noch zu produzieren. Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren verursachen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation ist im Vergleich zur Konzentration ein schnellerer Prozess. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise ist der Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Aufschwung und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft. Die Reservearmee wächst im Verhältnis zum Umfang der Akkumulation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies ist der Grund für die Steigerung der organischen Zusammensetzung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7021</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7021"/>
		<updated>2020-02-16T10:17:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Kapitalistische Konkurrenz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
Der Grad des Gewinns ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gesellschaft kann weder aufhören zu konsumieren, noch zu produzieren. Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren verursachen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation ist im Vergleich zur Konzentration ein schnellerer Prozess. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise ist der Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft. Die Reservearmee wächst im Verhältnis zum Umfang der Akkumulation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies ist der Grund für die Steigerung der organischen Zusammensetzung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7017</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7017"/>
		<updated>2020-02-16T10:05:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren verursachen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation ist im Vergleich zur Konzentration ein schnellerer Prozess. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft. Die Reservearmee wächst im Verhältnis zum Umfang der Akkumulation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies ist der Grund für die Steigerung der organischen Zusammensetzung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7016</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7016"/>
		<updated>2020-02-16T09:59:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Zentralisation der Kapitale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren verursachen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation ist im Vergleich zur Konzentration ein schnellerer Prozess. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7014</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7014"/>
		<updated>2020-02-16T09:54:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Produktivkraftentwicklung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren verursachen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7013</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7013"/>
		<updated>2020-02-16T09:52:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Konzentration des Kapitals */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Abstoßen vieler individueller Kapitale voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7012</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7012"/>
		<updated>2020-02-16T09:51:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Produktivkraftentwicklung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der Produktionsmittel ist Folge und Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7011</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7011"/>
		<updated>2020-02-16T09:50:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Aufschwung und Krise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit. Für produktive Arbeit, ist es nicht mehr notwendig selbst Hand anzulegen, es genügt Teil des Gesamtarbeiters zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefrer Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7009</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7009"/>
		<updated>2020-02-16T09:49:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Konzentration des Kapitals */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Der Preis der Arbeitskraft kann gelegentlich über den Wert der Ware steigen, aber nie unter ihn sinken. &amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktiv Arbeit ist Arbeit, welche sich direkt in Kapital verwandelt, Arbeit die Mehrwert schafft oder jene die dem Kapital als Helbel dient Mehrwert zu schaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedes individuelle Kapital ist bereits eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7006</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7006"/>
		<updated>2020-02-16T09:38:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Zyklische Bewegung des Industriekapitals */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7005</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7005"/>
		<updated>2020-02-16T09:37:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Produktionsmittel und Konsumtionsmittel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7004</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7004"/>
		<updated>2020-02-16T09:36:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Sozialistische Revolution */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7003</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7003"/>
		<updated>2020-02-16T09:32:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Zyklische Bewegung des Industriekapitals */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist. Beide Schranken sind sehr elastisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess verläuft nur normal, solange die Wertverhältnisse konstant bleiben. Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7000</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=7000"/>
		<updated>2020-02-16T09:29:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Armut und Reichtum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwertung des Werts ist Ziel und Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital, weshalb der Kreislauf sich unerschöpflich wiederholt. Diese Kreislaufbewegung unterscheidet den Geldbesitzer vom Kapitalisten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, bindet den Arbeiter fest an das Kapital. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6998</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6998"/>
		<updated>2020-02-16T09:24:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das Gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6997</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6997"/>
		<updated>2020-02-16T09:23:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistische Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistische Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6994</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6994"/>
		<updated>2020-02-16T09:08:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Produktionsmittel und Konsumtionsmittel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist ein Produkt menschlicher Arbeitskraft, welches für den gesellschaftlichen Austausch produziert wird und menschliche Bedürfnisse befriedigt. Sie Besitzen Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchswert ist qualitativ und beschreibt den Nutzen einer Ware für den Käufer. Der Tauschwert ist quantitativ - er spiegelt eine bestimmte Summe gesellschaftlich notwendiger Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware und ihrer Eigenschaften wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
Waren haben immer sowohl Gebrauchswert, als auch Tauschwert. Die Trennung in Qualität (Gebrauchswert) und Quantität (Tauschwert) dient lediglich der besseren Erklärbarkeit. Wenn im Folgenden von „Wert“ einer Ware gesprochen wird, meint das nichts „drittes“, sondern die Einheit von Gebrauchs- und Tauschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitswerttheorie besagt, dass sich der Wert der Waren entsprechend der zu ihrer Produktion notwendigen Menge gesellschaftlich notwendiger Arbeit bemisst und sie sich dementsprechend austauschen. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise als Regulator der Produktion- es treibt die Warenproduzenten an, den gesellschaftlich notwendigen Arbeitsaufwand zu senken und bewegt die gesellschaftliche Produktion in die Bereiche, die am meisten Profit versprechen. Dadurch wird auch bestimmt, welcher Teil gesellschaftlich vorhandener Arbeitszeit für die Produktion der einzelnen Waren verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Arbeitswerttheorie/ des Wertgesetzes wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt. Das Wertgesetz wirkt innerhalb der kapitalistischen Produktion spontan als ökonomischer Regulator, was zur Folge hat, dass über das Schwanken der Marktpreise (als Erscheinungsform des Wertes) sich die Produktion hin zur größten Nachfrage und weg vom Überangebot verlagert und so gesellschaftliche Arbeitszeit durch bspw. Nichteinsatz vergeudet wird. Diese destriktive Wirkung wird in Zeiten von Überproduktionskrisen. Unter der Bedingung kapitalistischer Monopole finden sich veränderte Bedingungen für Form und Wirkung des Wertgesetzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis. Diese Bewegung ist durch das Wertgesetz bestimmt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenproduktion hat ihre objektive Grundlage und historische Bedingung in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Ab einem gewissen Stand der Produktivkraftentwicklung werden Produkte nicht für den Eigenverbrauch, sondern für den gesellschaftlichen Austausch produziert: die Produkte menschlicher Arbeitskraft werden zu Waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Warenproduktion und der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion, umgekehrt gilt diese Voraussetzung jedoch nicht. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wertform ist jene Form, in der der Wert einer Ware erscheint. Man unterscheidet die relative, die entfaltete und die allgemeine Wertform. Die relative Wertform einer Ware drückt dabei ihr Verhältnis zu einer bestimmten, ihr äquivalenten anderen Ware aus, bsp.: 1Beil= 2 Paar Stiefel. Bei der entfaltetetn Wertform drückt diese sich in mehreren ihr Äquivalenten Waren aus, bsp.: 1Beil =  4Paar Stiefel = 20Sack Stroh = 10Pfund Butter. Bei der allgemeinen Wertform lassen sich die Werte aller Waren in einer einzigen Ware ausdrücken- sie fungiert als allgemeines Äquivalent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Wertform wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld ist eine Ware, die ein spezifisches Äquivalent für alle anderen Waren ist. Sie bringt deren Wert zum Ausdruck und vermittelt deren Austausch. In dieser Eigenschaft besteht ihr spezifischer Gebrauchswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition von Geld wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einfache Warenzirkulation (W – G – W) beschreibt den Ausgangspunkt des Kapitals. Ihre Voraussetzungen sind die Warenproduktion, die entwickelte Warenzirkulation und der Handel. In der einfachen Warenzirkulation werden Äquivalente getauscht und sie endet somit in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Einfachen Warenzirkulation wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalkreislauf beschreibt die Bewegung des Kapitals in der Produktions- und Zirkulationssphäre. Bei der Bewegung G – W – G wird Geld gegen Ware und Ware gegen Geld getauscht, wobei G und W jeweils verschiedene Existenzweisen des Werts bilden. Durch das Verändern seiner Erscheinungsformen vergrößert sich der Wert, er verwertet sich selbst. Der Prozess endet bei G‘, was den zugesetzten Mehrwert beinhaltet und das Kapital steht somit wieder am Ausgangspunkt seiner endlosen Bewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Kapitalkreislaufs wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Metamorphose des Werts G – W – G‘ setzt der Wert einen Mehrwert zu. Dieser entspringt aber nicht dem Äquivalententausch und ebensowenig dem Tausch von Nicht-Äquivalenten. Der Warenbesitzer kann den Wert einer Ware nur erhöhen, indem er ihr neuen Wert durch den Einsatz von Arbeit zusetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des Mehrwerts wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert. Nur Arbeit kann Waren Wert zusetzen, Mehrwert erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware Arbeitskraft ist die dem Arbeiter eigene Ware. Ob sie körperliche oder geistige Arbeit verrichtet- ihr spezifischer Gebrauchswert ist die Erzeugung von Wert. Ihr Tauschwert richtet sich nach der Summe der notwendigen Lebensmittel, die der Arbeiter braucht, um sich selbst zu reproduzieren und ist abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die der Arbeiter stellt und dem Wert der benötigten Lebensmittel. Steigt der Wert der benötigten Lebensmittel, steigt auch der Wert der Arbeitskraft. Die Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft ist der Wert der täglichen Lebensmittel des Arbeiters. Sinkt der Preis der Arbeitskraft unter diesen Wert, hört der Arbeiter auf, zu existieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Ware Arbeitskraft wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein Sinken des Preises der Arbeitskraft dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben müsste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Arbeitsprozess eingesetzte Kapital unterteilt sich in konstantes und variables Kapital. Das konstante Kapital (k) wird dabei gebildet aus dem eingesetzten Rohmaterial, der Hilfsstoffe und den Arbeitsmitteln. Das variable Kapital (v) bildet sich aus der bezahlten Arbeitskraft. Während das variable Kapital einerseits den Wert des konstanten Kapitals auf das Arbeitsprodukt überträgt und sein eigenes Äquivalent, schafft es zusätzlich Mehrwert. Es verändert also seine Wertgröße. Die Wertgröße des konstanten Kapitals verändert sich hingegen nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition des konstanten und variablen Kapitals wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m‘) drückt das Verhältnis von gewonnener Mehrwertmasse (m) und eingesetzter Arbeitskraft oder variablem Kapital (v) aus, bzw. von Mehrarbeitszeit zu notwendiger Arbeitszeit. Sie beschreibt den Exploitations- bzw. Ausbeutungsgrad der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Definition der Mehrwertrate wird von Karl Marx im [https://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Das_Kapital_(Literatureinleitung)  Kapital] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Zweck der kapitalistischen Produktion die Produktion von Mehrwert ist, ist die Höhe der Mehrwertrate eine bestimmende Größe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge eines Arbeitstages im Industriekapitalismus hat eine untere und eine obere Grenze. Die untere Grenze muss oberhalb der notwendigen Arbeitszeit liegen, da Kapitalisten profitabel produzieren müssen. Die obere Grenze kann durch physische und moralische Kriterien  beantwortet werden. Physisch muss die obere Grenze den Arbeitern die Reproduktion ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Moralisch müssen auch geistige, soziale etc. Bedürfnisse der Arbeiter befriedigt werden. Die moralische Grenze resultiert aus den Machtverhältnissen der organisierten Arbeiter gegenüber der Kapitalseite, die sich in Arbeitskämpfen austragen und innerhalb des Kapitalismus in Staatsgesetzen ausdrücken. Die Kapitalisten drängen auf ihr Optimum, also auf eine für sie günstige und ständige Verwertung von Arbeitskraft, da Maschinen ständige, also 24-stündige, Verwertungsmöglichkeiten darstellen. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisse von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitstag, Klassenkampf, Länge des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Minimalgrenze des Arbeitstags, notwendige Arbeit, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Recht als Käufer/Verkäufer, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeitslohn ist der Verkaufspreis von Arbeitskraft. Seine Untergrenze ist der Wert von Arbeitskraft, der sich durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters bemisst. Der Arbeitswert stellt gleichzeitig die notwendige Arbeit dar. Das relative Verhältnis von Arbeitslohn und Mehrwert wird durch &lt;br /&gt;
1) die Länge eines Arbeitstags sowie durch die &lt;br /&gt;
2) Intensität und &lt;br /&gt;
3) Produktivkraft von Arbeit bestimmt. &lt;br /&gt;
Arbeitslohn ist bezahlte Arbeit, Mehrwert ist unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn, Ausbeutung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Monopole_und_Ausbeutung_der_Arbeiterklasse&amp;diff=6958</id>
		<title>Monopole und Ausbeutung der Arbeiterklasse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Monopole_und_Ausbeutung_der_Arbeiterklasse&amp;diff=6958"/>
		<updated>2020-01-06T14:45:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Überblick=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Dieser Text ist neu geschrieben und gegliedert und wird demnächst an einigen Stellen ausformuliert. &lt;br /&gt;
''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Bereich geht es um die Bedingungen der Arbeiterklasse im Monopolkapitalismus. Damit sind sowohl die ökonomischen Bedingungen als auch zum Teil die politischen gemeint. Diese Bedingungen werden sowohl von den Monopolen durch Arbeitsbedingungen, Löhne und Arbeitszeit als auch von ihrem Staat, durch Gesetze und Steuern sowie durch die ökonomischen Funktionen des Staates, bestimmt. Ziel ist, die Aufrechterhaltung der Ausbeutung der Arbeitskraft, die Steigerung der Profite, die Umverteilung des Nationaleinkommens zu Gunsten der Monopole und die Niederhaltung der Arbeiterklasse durch Demagogie, Betrug und Zwangsmittel.&amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dieser Bereich ist nicht als ein in sich abgeschlossener Dissens zu verstehen, sondern viel mehr als ein Themenfeld, aus dem sich eine Vielzahl von Dissensen ergibt. Der folgende Text gibt also einen Überblick über die Dissense, die mit den Bedingungen der Arbeiterklasse im Monopolkapitalismus zusammenhängen. In weiteren Arbeitsschritten werden diese Dissense schärfer herausgestellt und getrennt bearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Fragen die hier aufgeworfen werden, müssen gemeinsam mit der AG Klassenanalyse und der AG RAB geklärt werden. Zudem gibt es einen direkten Bezug zum Dissens „Der Staat im Monopolkapitalismus“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Lohn, Arbeitszeit und Arbeitsverdichtung=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regulierung der Löhne ist ein zentraler Bestandteil des Versuchs, den gesamten Reproduktionsprozess des Kapitals zu regulieren und den Mehrwert absolut zu steigern. Dabei geht es nicht nur um die Höhe der Löhne, die zur Sicherung der Profite begrenzt werden soll, sondern um ein ganzes System an Maßnahmen und ideologischen Druck, um die Arbeiterklasse einzuschränken und vom Kampf um höhere Löhne abzuhalten. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist die industrielle Reservearmee, die aber im nächsten Punkt genauer behandelt werden soll. Hier sollen diese Maßnahmen und ideologischen Manöver nur kurz aufgelistet werden. Sie müssen dann genauer untersucht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lohnregulierung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Maßnahmen zur Lohnregulierung gehören: &lt;br /&gt;
Einschränkung des Streikrechts, inklusive des gesamten Tarifsystems und des Betriebsverfassungsgesetzes und den damit verbundenen Auflagen für den Lohnkampf.&lt;br /&gt;
Dieser Bereich sollte mit der AG Staat gemeinsam erarbeitet werden. Genauso wie das Schlichtungswesen als Einschränkung des Streikkampfs und EU-Verordnungen.&lt;br /&gt;
Hier gehört ein zentraler Dissens hin: Tarifeinheitsgesetz ja/nein bzw. Einschränkung des Streikrechts mit Zustimmung der Gewerkschaftsführung und Rolle der Berufs- (Stände-) Gewerkschaften. Prominenter Vertreter der ersten Position ist Rolf Geffken.&lt;br /&gt;
Eine weitere Auseinandersetzung dreht sich um die Frage des politischen Streiks und wie man ihn erkämpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Festsetzung einer Lohnnorm in Form von Prozentsätzen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Form der Lohnregulierung ist zentral für Monopole und Staat. Dazu gehören indirekte Lohnleitlinien, wie die Orientierung der Lohnsteigerung an aus Produktivitätssteigerung und Inflationsausgleich.&lt;br /&gt;
Hier gibt es einen Dissens, der genauer beschrieben werden muss: Auf der einen Seite steht die Position, dass die Zusammensetzung der Lohnforderungen inkl. einer sogenannten „Umverteilungskomponente“ richtig ist, auf der anderen Seite, dass jede Einschränkung der Lohnforderung falsch ist, und sie nur an den Bedürfnissen der Reproduktionskosten der Arbeitskraft orientiert werden soll. Ein weiteres Element ist die Ausdifferenzierung der Löhne und der Entwicklung verschiedener Lohnformen, Zusatzzahlungen, Aufspaltungen des Lohns, Privilegierung bestimmter Teile der Arbeiterklasse durch Prämienzahlungen, etc. Dadurch kommt es zu einer stärkeren Differenz zwischen Effektiv- und Tariflöhnen, die Tariflöhne dienen eher als Untergrenze, die flexiblen Zusatzzahlungen können gezahlt werden oder auch nicht.&lt;br /&gt;
Hier muss der existierende Dissens in der Gewerkschaftsbewegung ausgearbeitet werden. Die Forderungen um „Sockelbeträge“ ist dabei wichtig. Hierzu gehören auch „freiwillige“ Sozialleistungen der Betriebe. Eine besondere Rolle könnten hier auch Betriebsrenten spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eingruppierung und Illusion des leistungsbezogenen Lohns==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier muss ausgearbeitet werden, wie genau die Illusion entsteht, man werde für die Arbeitsleistung nicht für die Reproduktionskosten der Arbeitskraft bezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mindestlohn niedrig ansetzen und wenig steigen lassen. Bestimmungen zur Ermittlung des Mindestlohns. Einengung der Lohnkämpfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist die gesamte Auseinandersetzung um den Mindestlohn wichtig. Welche Teile der Gewerkschaften wollten ihn, in welcher Höhe? Warum war es für das deutsche Kapital besonders wichtig, dass er niedriger als der in Frankreich liegt? Warum funktioniert der Mindestlohn wie eine negative Lohnuntergrenze, die Teile des Lohngefüges unten hält? Welche Forderung nach welcher Höhe wäre die richtige? Woran ist sie zu bemessen? Wie steht das gesetzliche Existenzminimum damit im Zusammenhang? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lohnsubventionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lohn ist soweit gesenkt worden, dass er für größere Teile der Arbeiterklasse nicht mehr zur Reproduktion ausreicht. Der Staat übernimmt relevante gesellschaftliche Leistungen und befreit die Kapitalisten zum Teil davon dafür aufzukommen. Dazu gehören: Reproduktion (Kindergeld, etc.) Gesundheit (Pflege) Bildung, Qualifizierung.&lt;br /&gt;
Zudem setzt der Staat Steuermittel zur direkten Lohnsubvention ein: Ergänzendes ALG II Kurzarbeitergeld, Arbeitsfördermaßnahmen. Diese werden unter dem Schlagwort der Sozialpolitik genauer aufgeführt und dort untersucht. &lt;br /&gt;
Hier gibt es zahlreiche Dissense, die sich auf einzelne Fragen beziehen, zum Beispiel die Forderung nach Kurzarbeitergeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitszeit und Arbeitsverdichtung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verlängerung des Arbeitstages ist die andere Methode der absoluten Mehrwertproduktion, die Verdichtung und Intensivierung die der relativen Mehrwertproduktion. Beide Methoden sind relevant und an folgenden Kriterien zu untersuchen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Arbeitszeit und Flexibilisierung der Arbeitszeit:&lt;br /&gt;
** verschiedene Beschäftigungsmodelle: Teilzeit, geringfügig, Leiharbeit - mit dem Ziel der möglichst an die Bedürfnisse des Kapitals angepassten Einsatzmöglichkeit.&lt;br /&gt;
** Ausdehnung des Arbeitstags: Veränderung der Schichtvorschriften, Einschränkung der Ruhezeiten, Überstunden, Arbeitszeitkonten als „Vorschuss“ des Arbeiters für den Kapitalisten. Neueste Vorschläge zu „Lebensarbeitszeitkonten“ bei SPD und im Tarifvertrag der IGBCE&lt;br /&gt;
** Leiharbeits-, Werksvertragsgesetz (Zusammen mit der AG Staat): Hier muss auch untersucht werden, wie verschiedene Teile der Klasse unter der Umverteilung der Arbeitszeit leiden - auf der einen Seite Überstunden auf der anderen Seite zu wenig Arbeitsstunden und damit zu wenig Lohn. Hier gibt es mehrere Dissense, einer davon ist der zu den „Options-Tarifverträgen“ mit Wahloption zwischen Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung. Dieser Dissens sollte möglichst bald herausgearbeitet werden. Der andere Dissens, der in diesem Zusammenhang steht, ist der nach allgemeiner Arbeitszeitverkürzung und um welche Stundenzahl es dabei gehen soll (35-Stunden, 30-Stunden). &lt;br /&gt;
* Arbeitsverdichtung:&lt;br /&gt;
** Zeitbemessung für einzelne Teile des Betriebs (Produktion und Dienstleistung)&lt;br /&gt;
** Einsatz von Maschinen mit höherer Belastung für Arbeiter&lt;br /&gt;
** Erhöhung der Band-Geschwindigkeit&lt;br /&gt;
** Reduzierung oder strenge Einhaltung der Pausen, Erholungszeiten&lt;br /&gt;
** Missachtung von Arbeitsschutzvorschriften, Gesundheitsvorschriften und die Auswirkungen auf die psychische und physische Lage der Arbeiterklasse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für beide Bereiche müssen entsprechende Kriterien und statistische Daten gesucht und ausgewertet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Arbeitsrecht=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Bereich hängt eng mit der AG Staat zusammen. Es gibt kein einheitliches Arbeitsgesetzbuch, sondern nur Richterrecht, das aber weitgehende Regelungen trifft. Hier muss die Auswirkung auf die Ausbeutung der Arbeitskraft herausgearbeitet werden. Dazu gehören Regelungen des Kündigungsrechts, des Arbeitsschutzes, der Entlohnung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sozialpolitik und Arbeitsmarkt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darunter werden alle Bereiche der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik gefasst: Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Sozialhilfe, etc. &lt;br /&gt;
Die Sozialpolitik ist sowohl Kampffeld in Bezug auf die Löhne, da die Sozialversicherung ein Teil der Reproduktion der Arbeiterklasse ist (Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) und daher die Kapitalisten versuchen, diese Kosten auf die Arbeiterklasse selbst abzuwälzen. Sie ist zudem ein Mittel zur Umverteilung des Nationaleinkommens zu Gunsten des Kapitals durch Lohnsubvention (Kindergeld, andere Familienleistungen, Kurzarbeitergeld, etc.). Und sie dient zur Steuerung und Niederhaltung der industriellen Reservearmee und des Arbeitskräftereservoirs insgesamt und damit zum Druck auf die Löhne (Existenzminimum, Arbeitslosenversicherung). Mit der Festlegung des „Existenzminimums“ wird zugleich eine Lohnuntergrenze festgelegt. Diese soll im Interesse des Kapitals möglichst tief liegen und nicht steigen. Dazu dient die staatliche Gesetzgebung. Dazu gehören: die Sozialgesetzbücher, darin: das System der Arbeitslosenversicherung und ihrer Institutionen (ALG I und II) das System der Rentenversicherung das System der Krankenversicherung (und Pflegeversicherung) das System der Sozialleistungen (Kindergeld, Wohngeld, etc.). Dieser Bereich hängt eng mit dem Aufbau des Staates zusammen und muss deshalb mit der AG Staat bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die AG PolÖk soll vor allem die ökonomischen Zusammenhänge aufzeigen, also welche Auswirkungen die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik auf die Löhne und die Ausbeutung der Arbeiterklasse hat. In Bezug auf die Lage der Arbeiterklasse, also welche Teile wie von welcher Maßnahme betroffen sind oder zur industriellen Reservearmee gehören, ist Aufgabe der AG Klassenanalyse. Beide AGs sollten diese Arbeit koordinieren. &lt;br /&gt;
Hier sind zahlreiche Dissense herauszuarbeiten: Dazu gehört das „Bedingungslose Grundeinkommen“, das zeitweise eine größere Rolle in der Debatte spielte. Darüber hinaus insgesamt die Frage der Höhe des Existenzminimums. Die Frage der Arbeitslosenversicherung und ihrer Bezugsdauer, sowie der paritätischen Finanzierung der Sozialversicherungen muss als Dissens herausgearbeitet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Umverteilung der Arbeitskräfte und industrielle Reservearmee=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik wird auch die Umverteilung und Steuerung der Arbeitskräfte und der industriellen Reservearmee im Besonderen vorgenommen. Die Bündelung, Steuerung und möglichst effiziente Ausbeutung der Arbeitskräfte, die Zuführung neuer Teile zum aktiven Arbeitskräftereservoir und zur Reserve, ist die Aufgabe der staatlichen Arbeitsämter. Hierzu gehören alle Regelungen im Bereich der Sozialgesetzgebung in Bezug auf den Verkauf der Arbeitskraft, wie zum Beispiel die Zumutbarkeitskriterien bei der Arbeitsvermittlung, die Zwangsinstrumente der Sanktionen und die enge Koppelung der Jobvermittlung an die Leiharbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin gibt es ebenfalls zahlreiche Dissense, wie der zu Sanktionen (abschaffen? abschwächen?), zu Leiharbeit (soll es eigene Tarifverträge geben? Haltung der Gewerkschaften zur Leiharbeit).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=Staat als ökonomischer Faktor=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat selbst ist einer der größten Arbeitgeber und auch Ausbeuter der Arbeitskraft. Das gilt vor allem für staatliche Betriebe, die im produktiven Sektor tätig sind. Aber auch die Beschäftigten im unmittelbaren Staatsdienst, also in Verwaltung, Schule, Krankenhaus, Transport, öffentlicher Verkehr, etc. müssen ihre Lohnforderungen direkt gegen den Staat durchsetzen. In diesem Bereich muss die tatsächliche Aufstellung des Staates im ökonomischen Bereich analysiert werden, also auch die wo er nur beteiligt ist. Hierzu gehören auch die Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst bzw. der Daseinsvorsorge, also zum Beispiel die Auseinandersetzungen in der Pflege. Darin sind mehrere Dissense enthalten, die sich auf einzelne Fragen beziehen, wie Personalbemessung und Arbeitszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Steuern und Staatshaushalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Staatshaushalt und die Steuerpolitik wird eine Umverteilung des Nationaleinkommens zu Gunsten der Monopole vorgenommen. Die Steigerung der Besteuerung der Löhne und des Konsums werden Lohnsteigerungen reduziert und wieder dem Kapital zugeführt. Hier muss auf der einen Seite konkret herausgearbeitet werden, wie die Steuerpolitik die Ausbeutung der Arbeiterklasse steigert und wie sie den Monopolprofiten nutzt. Auf der anderen Seite müssen hier Dissense herausgearbeitet werden, die sich an den einzelnen Fragen ergeben.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=System und Propaganda zur Niederhaltung der Arbeiterklasse=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Ausbeutung verbunden sind Methoden der Unterdrückung. Hierzu gehören die beiden Taktiken der Bourgeoisie - Zwang und Scheinzugeständnisse. Dieser Bereich überschneidet sich ebenfalls stark mit der AG Staat und der AG Deutscher Imperialismus. Dort muss der Ausbau der Exekutive, der Staatsumbau zur verstärkten Repression untersucht werden. Die Gesetze, die direkt die ökonomischen Aktivitäten der Arbeiterklasse betreffen, sollten von beiden AGs untersucht werden - Betriebsverfassungsgesetz, Notstandsgesetzgebung in Bezug auf Streikrecht, etc. Die Lohnpoliitk und Spaltung der Arbeiterklasse ist oben bereits erwähnt, sie gehört zur Herrschaftsabsicherung der Bourgeoisie und sollte unter diesem Blickwinkel betrachtet werden, nicht nur unter dem Aspekt der Steigerung der Ausbeutung. Dazu gehört auch die Spaltung der Klasse zwischen Beschäftigten und Erwerbslosen. In diesen Bereich gehören alle Formen der Demagogie, wie die der „sozialen Marktwirtschaft“, des „Volkskapitalismus“. Das überschneidet sich mit der AG Staat im Bereich der Sozialdemokratie, aber auch mit der AG Deutscher Imperialismus zur Geschichte der Staatsideologie der BRD. Dazu gehören auch neuere Varianten von Demagogie und bürgerlicher Ideologie, wie der Keynesianismus und die „neoliberale“ Strömung. Hier gibt es zahlreiche DIssense, wie den zur Einschätzung des Neoliberalismus und der Verteidigung des „Kenynesianismus“ bis hinein in kommunistische Kreise. Letzter Aspekt in diesem Bereich ist schließlich die Korruption von Teilen der Arbeiterklasse, die sog. Arbeiteraristokratie und Arbeiterbürokratie - mit Überschneidungen mit der AG Deutscher Imperialismus und AG Staat. Hierzu gehört auch die systematische Integration der Gewerkschaften in den Staatsapparat bei gleichzeitiger Bewahrung ihrer Eigenständigkeit. Hier muss geklärt werden, ob diese Frage zu AG Staat, AG Rev. Arbeiterbewegung oder AG Pol. Ök. gehört, oder zu Teilen zu allen drei.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Monopole_und_Ausbeutung_der_Arbeiterklasse&amp;diff=6957</id>
		<title>Monopole und Ausbeutung der Arbeiterklasse</title>
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		<updated>2020-01-06T14:44:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Überblick=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Dieser Text ist neu geschrieben und gegliedert und wird demnächst an einigen Stellen ausformuliert. &lt;br /&gt;
''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Bereich geht es um die Bedingungen der Arbeiterklasse im Monopolkapitalismus. Damit sind sowohl die ökonomischen Bedingungen als auch zum Teil die politischen gemeint. Diese Bedingungen werden sowohl von den Monopolen durch Arbeitsbedingungen, Löhne und Arbeitszeit als auch von ihrem Staat, durch Gesetze und Steuern sowie durch die ökonomischen Funktionen des Staates, bestimmt. Ziel ist, die Aufrechterhaltung der Ausbeutung der Arbeitskraft, die Steigerung der Profite, die Umverteilung des Nationaleinkommens zu Gunsten der Monopole und die Niederhaltung der Arbeiterklasse durch Demagogie, Betrug und Zwangsmittel.&amp;lt;br&amp;gt;  &lt;br /&gt;
Dieser Bereich ist nicht als ein in sich abgeschlossener Dissens zu verstehen, sondern viel mehr als ein Themenfeld, aus dem sich eine Vielzahl von Dissensen ergibt. Der folgende Text gibt also einen Überblick über die Dissense, die mit den Bedingungen der Arbeiterklasse im Monopolkapitalismus zusammenhängen. In weiteren Arbeitsschritten werden diese Dissense schärfer herausgestellt und getrennt bearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Fragen die hier aufgeworfen werden, müssen gemeinsam mit der AG Klassenanalyse und der AG RAB geklärt werden. Zudem gibt es einen direkten Bezug zum Dissens „Der Staat im Monopolkapitalismus“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Lohn, Arbeitszeit und Arbeitsverdichtung=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regulierung der Löhne ist ein zentraler Bestandteil des Versuchs, den gesamten Reproduktionsprozess des Kapitals zu regulieren und den Mehrwert absolut zu steigern. Dabei geht es nicht nur um die Höhe der Löhne, die zur Sicherung der Profite begrenzt werden soll, sondern um ein ganzes System an Maßnahmen und ideologischen Druck, um die Arbeiterklasse einzuschränken und vom Kampf um höhere Löhne abzuhalten. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist die industrielle Reservearmee, die aber im nächsten Punkt genauer behandelt werden soll. Hier sollen diese Maßnahmen und ideologischen Manöver nur kurz aufgelistet werden. Sie müssen dann genauer untersucht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lohnregulierung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Maßnahmen zur Lohnregulierung gehören: &lt;br /&gt;
Einschränkung des Streikrechts, inklusive des gesamten Tarifsystems und des Betriebsverfassungsgesetzes und den damit verbundenen Auflagen für den Lohnkampf.&lt;br /&gt;
Dieser Bereich sollte mit der AG Staat gemeinsam erarbeitet werden. Genauso wie das Schlichtungswesen als Einschränkung des Streikkampfs und EU-Verordnungen.&lt;br /&gt;
Hier gehört ein zentraler Dissens hin: Tarifeinheitsgesetz ja/nein bzw. Einschränkung des Streikrechts mit Zustimmung der Gewerkschaftsführung und Rolle der Berufs- (Stände-) Gewerkschaften. Prominenter Vertreter der ersten Position ist Rolf Geffken.&lt;br /&gt;
Eine weitere Auseinandersetzung dreht sich um die Frage des politischen Streiks und wie man ihn erkämpfen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Festsetzung einer Lohnnorm in Form von Prozentsätzen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Form der Lohnregulierung ist zentral für Monopole und Staat. Dazu gehören indirekte Lohnleitlinien, wie die Orientierung der Lohnsteigerung an aus Produktivitätssteigerung und Inflationsausgleich.&lt;br /&gt;
Hier gibt es einen Dissens, der genauer beschrieben werden muss: Auf der einen Seite steht die Position, dass die Zusammensetzung der Lohnforderungen inkl. einer sogenannten „Umverteilungskomponente“ richtig ist, auf der anderen Seite, dass jede Einschränkung der Lohnforderung falsch ist, und sie nur an den Bedürfnissen der Reproduktionskosten der Arbeitskraft orientiert werden soll. Ein weiteres Element ist die Ausdifferenzierung der Löhne und der Entwicklung verschiedener Lohnformen, Zusatzzahlungen, Aufspaltungen des Lohns, Privilegierung bestimmter Teile der Arbeiterklasse durch Prämienzahlungen, etc. Dadurch kommt es zu einer stärkeren Differenz zwischen Effektiv- und Tariflöhnen, die Tariflöhne dienen eher als Untergrenze, die flexiblen Zusatzzahlungen können gezahlt werden oder auch nicht.&lt;br /&gt;
Hier muss der existierende Dissens in der Gewerkschaftsbewegung ausgearbeitet werden. Die Forderungen um „Sockelbeträge“ ist dabei wichtig. Hierzu gehören auch „freiwillige“ Sozialleistungen der Betriebe. Eine besondere Rolle könnten hier auch Betriebsrenten spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eingruppierung und Illusion des leistungsbezogenen Lohns==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hier muss ausgearbeitet werden, wie genau die Illusion entsteht, man werde für die Arbeitsleistung nicht für die Reproduktionskosten der Arbeitskraft bezahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mindestlohn niedrig ansetzen und wenig steigen lassen. Bestimmungen zur Ermittlung des Mindestlohns. Einengung der Lohnkämpfe==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist die gesamte Auseinandersetzung um den Mindestlohn wichtig. Welche Teile der Gewerkschaften wollten ihn, in welcher Höhe? Warum war es für das deutsche Kapital besonders wichtig, dass er niedriger als der in Frankreich liegt? Warum funktioniert der Mindestlohn wie eine negative Lohnuntergrenze, die Teile des Lohngefüges unten hält? Welche Forderung nach welcher Höhe wäre die richtige? Woran ist sie zu bemessen? Wie steht das gesetzliche Existenzminimum damit im Zusammenhang? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lohnsubventionen==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lohn ist soweit gesenkt worden, dass er für größere Teile der Arbeiterklasse nicht mehr zur Reproduktion ausreicht. Der Staat übernimmt relevante gesellschaftliche Leistungen und befreit die Kapitalisten zum Teil davon dafür aufzukommen. Dazu gehören: Reproduktion (Kindergeld, etc.) Gesundheit (Pflege) Bildung, Qualifizierung.&lt;br /&gt;
Zudem setzt der Staat Steuermittel zur direkten Lohnsubvention ein: Ergänzendes ALG II Kurzarbeitergeld, Arbeitsfördermaßnahmen. Diese werden unter dem Schlagwort der Sozialpolitik genauer aufgeführt und dort untersucht. &lt;br /&gt;
Hier gibt es zahlreiche Dissense, die sich auf einzelne Fragen beziehen, zum Beispiel die Forderung nach Kurzarbeitergeld. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitszeit und Arbeitsverdichtung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verlängerung des Arbeitstages ist die andere Methode der absoluten Mehrwertproduktion, die Verdichtung und Intensivierung die der relativen Mehrwertproduktion. Beide Methoden sind relevant und an folgenden Kriterien zu untersuchen: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Arbeitszeit und Flexibilisierung der Arbeitszeit:&lt;br /&gt;
** verschiedene Beschäftigungsmodelle: Teilzeit, geringfügig, Leiharbeit - mit dem Ziel der möglichst an die Bedürfnisse des Kapitals angepassten Einsatzmöglichkeit.&lt;br /&gt;
** Ausdehnung des Arbeitstags: Veränderung der Schichtvorschriften, Einschränkung der Ruhezeiten, Überstunden, Arbeitszeitkonten als „Vorschuss“ des Arbeiters für den Kapitalisten. Neueste Vorschläge zu „Lebensarbeitszeitkonten“ bei SPD und im Tarifvertrag der IGBCE&lt;br /&gt;
** Leiharbeits-, Werksvertragsgesetz (Zusammen mit der AG Staat): Hier muss auch untersucht werden, wie verschiedene Teile der Klasse unter der Umverteilung der Arbeitszeit leiden - auf der einen Seite Überstunden auf der anderen Seite zu wenig Arbeitsstunden und damit zu wenig Lohn. Hier gibt es mehrere Dissense, einer davon ist der zu den „Options-Tarifverträgen“ mit Wahloption zwischen Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung. Dieser Dissens sollte möglichst bald herausgearbeitet werden. Der andere Dissens, der in diesem Zusammenhang steht, ist der nach allgemeiner Arbeitszeitverkürzung und um welche Stundenzahl es dabei gehen soll (35-Stunden, 30-Stunden). &lt;br /&gt;
* Arbeitsverdichtung:&lt;br /&gt;
** Zeitbemessung für einzelne Teile des Betriebs (Produktion und Dienstleistung)&lt;br /&gt;
** Einsatz von Maschinen mit höherer Belastung für Arbeiter&lt;br /&gt;
** Erhöhung der Band-Geschwindigkeit&lt;br /&gt;
** Reduzierung oder strenge Einhaltung der Pausen, Erholungszeiten&lt;br /&gt;
** Missachtung von Arbeitsschutzvorschriften, Gesundheitsvorschriften und die Auswirkungen auf die psychische und physische Lage der Arbeiterklasse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für beide Bereiche müssen entsprechende Kriterien und statistische Daten gesucht und ausgewertet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Arbeitsrecht=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Bereich hängt eng mit der AG Staat zusammen. Es gibt kein einheitliches Arbeitsgesetzbuch, sondern nur Richterrecht, das aber weitgehende Regelungen trifft. Hier muss die Auswirkung auf die Ausbeutung der Arbeitskraft herausgearbeitet werden. Dazu gehören Regelungen des Kündigungsrechts, des Arbeitsschutzes, der Entlohnung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sozialpolitik und Arbeitsmarkt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darunter werden alle Bereiche der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik gefasst: Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Sozialhilfe, etc. &lt;br /&gt;
Die Sozialpolitik ist sowohl Kampffeld in Bezug auf die Löhne, da die Sozialversicherung ein Teil der Reproduktion der Arbeiterklasse ist (Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) und daher die Kapitalisten versuchen, diese Kosten auf die Arbeiterklasse selbst abzuwälzen. Sie ist zudem ein Mittel zur Umverteilung des Nationaleinkommens zu Gunsten des Kapitals durch Lohnsubvention (Kindergeld, andere Familienleistungen, Kurzarbeitergeld, etc.). Und sie dient zur Steuerung und Niederhaltung der industriellen Reservearmee und des Arbeitskräftereservoirs insgesamt und damit zum Druck auf die Löhne (Existenzminimum, Arbeitslosenversicherung). Mit der Festlegung des „Existenzminimums“ wird zugleich eine Lohnuntergrenze festgelegt. Diese soll im Interesse des Kapitals möglichst tief liegen und nicht steigen. Dazu dient die staatliche Gesetzgebung. Dazu gehören: die Sozialgesetzbücher, darin: das System der Arbeitslosenversicherung und ihrer Institutionen (ALG I und II) das System der Rentenversicherung das System der Krankenversicherung (und Pflegeversicherung) das System der Sozialleistungen (Kindergeld, Wohngeld, etc.). Dieser Bereich hängt eng mit dem Aufbau des Staates zusammen und muss deshalb mit der AG Staat bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die AG PolÖk soll vor allem die ökonomischen Zusammenhänge aufzeigen, also welche Auswirkungen die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik auf die Löhne und die Ausbeutung der Arbeiterklasse hat. In Bezug auf die Lage der Arbeiterklasse, also welche Teile wie von welcher Maßnahme betroffen sind oder zur industriellen Reservearmee gehören, ist Aufgabe der AG Klassenanalyse. Beide AGs sollten diese Arbeit koordinieren. &lt;br /&gt;
Hier sind zahlreiche Dissense herauszuarbeiten: Dazu gehört das „Bedingungslose Grundeinkommen“, das zeitweise eine größere Rolle in der Debatte spielte. Darüber hinaus insgesamt die Frage der Höhe des Existenzminimums. Die Frage der Arbeitslosenversicherung und ihrer Bezugsdauer, sowie der paritätischen Finanzierung der Sozialversicherungen muss als Dissens herausgearbeitet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Umverteilung der Arbeitskräfte und industrielle Reservearmee=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik wird auch die Umverteilung und Steuerung der Arbeitskräfte und der industriellen Reservearmee im Besonderen vorgenommen. Die Bündelung, Steuerung und möglichst effiziente Ausbeutung der Arbeitskräfte, die Zuführung neuer Teile zum aktiven Arbeitskräftereservoir und zur Reserve, ist die Aufgabe der staatlichen Arbeitsämter. Hierzu gehören alle Regelungen im Bereich der Sozialgesetzgebung in Bezug auf den Verkauf der Arbeitskraft, wie zum Beispiel die Zumutbarkeitskriterien bei der Arbeitsvermittlung, die Zwangsinstrumente der Sanktionen und die enge Koppelung der Jobvermittlung an die Leiharbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darin gibt es ebenfalls zahlreiche Dissense, wie der zu Sanktionen (abschaffen? abschwächen?), zu Leiharbeit (soll es eigene Tarifverträge geben? Haltung der Gewerkschaften zur Leiharbeit).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=Staat als ökonomischer Faktor=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat selbst ist einer der größten Arbeitgeber und auch Ausbeuter der Arbeitskraft. Das gilt vor allem für staatliche Betriebe, die im produktiven Sektor tätig sind. Aber auch die Beschäftigten im unmittelbaren Staatsdienst, also in Verwaltung, Schule, Krankenhaus, Transport, öffentlicher Verkehr, etc. müssen ihre Lohnforderungen direkt gegen den Staat durchsetzen. In diesem Bereich muss die tatsächliche Aufstellung des Staates im ökonomischen Bereich analysiert werden, also auch die wo er nur beteiligt ist. Hierzu gehören auch die Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst bzw. der Daseinsvorsorge, also zum Beispiel die Auseinandersetzungen in der Pflege. Darin sind mehrere Dissense enthalten, die sich auf einzelne Fragen beziehen, wie Personalbemessung und Arbeitszeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Steuern und Staatshaushalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Staatshaushalt und die Steuerpolitik wird eine Umverteilung des Nationaleinkommens zu Gunsten der Monopole vorgenommen. Die Steigerung der Besteuerung der Löhne und des Konsums werden Lohnsteigerungen reduziert und wieder dem Kapital zugeführt. Hier muss auf der einen Seite konkret herausgearbeitet werden, wie die Steuerpolitik die Ausbeutung der Arbeiterklasse steigert und wie sie den Monopolprofiten nutzt. Auf der anderen Seite müssen hier Dissense herausgearbeitet werden, die sich an den einzelnen Fragen ergeben.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=System und Propaganda zur Niederhaltung der Arbeiterklasse=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Ausbeutung verbunden sind Methoden der Unterdrückung. Hierzu gehören die beiden Taktiken der Bourgeoisie - Zwang und Scheinzugeständnisse. Dieser Bereich überschneidet sich ebenfalls stark mit der AG Staat und der AG Deutscher Imperialismus. Dort muss der Ausbau der Exekutive, der Staatsumbau zur verstärkten Repression untersucht werden. Die Gesetze, die direkt die ökonomischen Aktivitäten der Arbeiterklasse betreffen, sollten von beiden AGs untersucht werden - Betriebsverfassungsgesetz, Notstandsgesetzgebung in Bezug auf Streikrecht, etc. Die Lohnpoliitk und Spaltung der Arbeiterklasse ist oben bereits erwähnt, sie gehört zur Herrschaftsabsicherung der Bourgeoisie und sollte unter diesem Blickwinkel betrachtet werden, nicht nur unter dem Aspekt der Steigerung der Ausbeutung. Dazu gehört auch die Spaltung der Klasse zwischen Beschäftigten und Erwerbslosen. In diesen Bereich gehören alle Formen der Demagogie, wie die der „sozialen Marktwirtschaft“, des „Volkskapitalismus“. Das überschneidet sich mit der AG Staat im Bereich der Sozialdemokratie, aber auch mit der AG Deutscher Imperialismus zur Geschichte der Staatsideologie der BRD. Dazu gehören auch neuere Varianten von Demagogie und bürgerlicher Ideologie, wie der Keynesianismus und die „neoliberale“ Strömung. Hier gibt es zahlreiche DIssense, wie den zur Einschätzung des Neoliberalismus und der Verteidigung des „Kenynesianismus“ bis hinein in kommunistische Kreise. Letzter Aspekt in diesem Bereich ist schließlich die Korruption von Teilen der Arbeiterklasse, die sog. Arbeiteraristokratie und Arbeiterbürokratie - mit Überschneidungen mit der AG Deutscher Imperialismus und AG Staat. Hierzu gehört auch die systematische Integration der Gewerkschaften in den Staatsapparat bei gleichzeitiger Bewahrung ihrer Eigenständigkeit. Hier muss geklärt werden, ob diese Frage zu AG Staat, AG Rev. Arbeiterbewegung oder AG Pol. Ök. gehört, oder zu Teilen zu allen drei.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Der_historische_Materialismus&amp;diff=6752</id>
		<title>Der historische Materialismus</title>
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		<updated>2019-11-15T18:12:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Konzentration des Kapitals, unverträglicher Widerspruch und Überproduktionskrise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesellschaftliche Umbrüche durch Veränderung der Produktionsweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökonomie bildet die Grundlage jeder Gesellschaft und der Veränderung dieser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsweise, Ökonomie, Gesellschaftliche Veränderung, Grundlage der Gesellschaftsordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundlagen des Historischen Materialismus werden von Marx und Engels in [[Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft (Literatureinleitung)|Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft]] erklärt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Historische Materialismus geht davon aus, dass Produktion und Austausch der Produkte die Grundlage aller Gesellschaftsordnung ist. Das bedeutet gesellschaftliche und politische Umbrüche liegen in der Veränderung der Produktions- und Austauschweise, dementsprechend in der Ökonomie der Epoche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die materialistische Anschauung der Geschichte geht von dem Satz aus, dass die Produktion, und nächst der Produktion der Austausch ihrer Produkte, die Grundlage aller Gesellschaftsordnung ist; [...] Hiernach sind die letzten Ursachen aller gesellschaftlichen Veränderungen und politischen Umwälzungen zu suchen nicht in den Köpfen der Menschen, in ihrer zunehmenden Einsicht in die ewige Wahrheit und Gerechtigkeit, sondern in Veränderung der Produktions- und Austauschweise; sie sind zu suchen nicht in der Philosophie, sondern in der Ökonomie der entsprechenden Epoche.| (Marx/Engels, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/engels-entwickl-des-soz.pdf Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft Kapitel III], MEW Band 19, S.210)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Genese des Kapitalismus und Entwicklung der Produktivkräfte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die feudale Ordnung musste notwendigerweise weichen, um die kapitalistische Produktionsweise und eine entsprechende Gesellschaftsverfassung zu ermöglichen. Die Entwicklung der Produktivkräfte wird von der Produktion einzelner zu einer gesellschaftlichen Produktion umgewandelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalistische Produktionsweise, feudale Ordnung, bürgerliche Gesellschaftsverfassung, Produktionsmittel, Produktivkraftentwicklung, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Genese des Kapitalismus und die Entwicklung der Produktivkräfte werden von Marx und Engels in [[Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft (Literatureinleitung)|Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft]] erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die noch bestehende feudale Ordnung musste durch die Bourgeoisie zerschlagen werden, um die kapitalistische Produktionsweise zu entwickeln. Erst durch die Zerschlagung konnte die bürgerliche Gesellschaftsverfassung zur Legitimation des Kapitalismus entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die der Bourgeoisie eigentümliche Produktionsweise, seit Marx mit dem Namen kapitalistische Produktionsweise bezeichnet, war unverträglich mit den lokalen und ständischen Privilegien wie mit den gegenseitigen persönlichen Banden der feudalen Ordnung; die Bourgeoisie zerschlug die feudale Ordnung und stellte auf ihren Trümmern die bürgerliche Gesellschaftsverfassung her, das Reich der freien Konkurrenz, der Freizügigkeit, der Gleichberechtigung der Warenbesitzer und wie die bürgerlichen Herrlichkeiten alle heißen. Die kapitalistische Produktionsweise konnte sich jetzt frei entfalten.| (Marx/Engels, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/engels-entwickl-des-soz.pdf Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft Kapitel III], MEW Band 19, S.211)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fortlaufende Entwicklung der gewaltigen Produktivkräfte musste von der Produktion einzelner in eine gesellschaftliche Produktion umgewandelt werden, genauso wie die Produktionsmittel einzelner in gesellschaftlich anwendbare Maschinen entwickelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber die Bourgeoisie, wie dort ebenfalls nachgewiesen, konnte jene beschränkten Produktionsmittel nicht in gewaltige Produktionskräfte verwandeln, ohne sie aus Produktionsmitteln des einzelnen in gesellschaftliche, nur von einer Gesamtheit von Menschen anwendbare Produktionsmittel zu verwandeln. An die Stelle des Spinnrads, des Handwebstuhls, des Schmiedehammers trat die Spinnmaschine, der mechanische Webstuhl, der Dampfhammer; an die Stelle der Einzelwerkstatt die das Zusammenwirken von Hunderten und Tausenden gebietende Fabrik.| (Marx/Engels, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/engels-entwickl-des-soz.pdf Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft Kapitel III], MEW Band 19, S.212)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesellschaftliche Produktion versus private Aneignungsform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage für die Entwicklung des Kapitalismus war der Zusammenbruch der feudalen Ordnung. Die kapitalistische Produktionsweise zeichnet sich durch eine Widersprüchlichkeit zwischen gesellschaftlichen Produktionsmitteln und Produktion und privater Aneignung aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesellschaftliche Produktion, private Aneignung, kapitalistischer Charakter, Feudale Ordnung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Widersprüchlichkeit zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung wird von Marx und Engels in [[Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft (Literatureinleitung)|Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft]] erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel und Produktion sind wesentlich gesellschaftlich, stehen aber im Widerspruch mit der privaten Aneignung der produzierten Ware. Die gesellschaftliche Produktionsweise ist der privaten Aneignungsform unterworfen, was dieser ihren kapitalistischen Charakter verleiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produktionsmittel und Produktion sind wesentlich gesellschaftlich geworden. Aber sie werden unterworfen einer Aneignungsform, die die Privatproduktion einzelner zur Voraussetzung hat, wobei also jeder sein eignes Produkt besitzt und zu Markte bringt. Die Produktionsweise wird dieser Aneignungsweise unterworfen, obwohl sie deren Voraussetzung aufhebt. In diesem Widerspruch, der der neuen Produktionsweise ihren kapitalistischen Charakter verleiht, liegt die ganze Kollision der Gegenwart bereits im Keim.| (Marx/Engels, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/engels-entwickl-des-soz.pdf Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft Kapitel III], MEW Band 19, S.213)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zusammenbruch der feudalen Ordnung ergibt die Grundlage für die Entwicklung des Kapitalismus und somit tritt der Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und kapitalistischer Aneignung an den Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Menge der lebenslänglichen Lohnarbeiter wurde zu dem kolossal vermehrt durch den gleichzeitigen Zusammenbruch der feudalen Ordnung, Auflösung der Gefolgschaften der Feudalherren, Vertreibung von Bauern aus ihren Hofstellen etc. Die Scheidung war vollzogen zwischen den in den Händen der Kapitalisten konzentrierten Produktionsmitteln hier und den auf Besitz von nichts als ihrer Arbeitskraft reduzierten Produzenten dort. Der Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und kapitalistischer Aneignung tritt an den Tag als Gegensatz von Proletariat und Bourgeoisie.| (Marx/Engels, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/engels-entwickl-des-soz.pdf Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft Kapitel III], MEW Band 19, S.214)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals, unverträglicher Widerspruch und Überproduktionskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der Produktion in der Gesellschaft zwingt den Kapitalisten zur Expansion, während die Produktivkraftentwicklung zu Überproduktionskrisen führt und das Kapital dazu zwingt, immer größere Teile der Produktionsmittel zu vergesellschaften. Die Produktivkräfte und ihre Entwicklung drängen zur Aufhebung des Widerspruchs zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anarchie der Produktion, Ausdehnung des Produktionsbereiches, Produktivkraftentwicklung, gesellschaftliche Produktivkraft, Vergesellschaftung der Produktionsmittel, Überproduktionskrise, gesellschaftliche Produktion, private Aneignung, Kapitalistische Produktionsweise, Aufhebung der Widersprüche, gesellschaftliche Produktivkräfte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals, der unverträgliche Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung und Überproduktionskrisen werden von Marx und Engels in [[Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft (Literatureinleitung)|Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft]] erklärt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der Produktion in der Gesellschaft zwingt den Kapitalisten zur stetigen Verbesserung seiner Maschinen, Erweiterung des Produktionsbereiches und Ausdehnung der Industrie allgemein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen, wie die aufs höchste gesteigerte Verbesserungsfähigkeit der modernen Maschinerie, vermittelst der Anarchie der Produktion in der Gesellschaft, sich verwandelt in ein Zwangsgebot für den einzelnen industriellen Kapitalisten, seine Maschinerie stets zu verbessern, ihre Produktionskraft stets zu erhöhen. In ein ebensolches Zwangsgebot verwandelt sich für ihn die bloße faktische Möglichkeit, seinen Produktionsbereich zu erweitern. Die enorme Ausdehnungskraft der großen Industrie, gegen die diejenige der Gase ein wahres Kinderspiel ist, tritt uns jetzt vor die Augen als ein quantitatives und qualitatives Ausdehnungsbedürfnis, das jedes Gegendrucks spottet.| (Marx/Engels, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/engels-entwickl-des-soz.pdf Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft Kapitel III], MEW Band 19, S.218)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltige Produktivkraftentwicklung zwingt das Kapital, die Produktivkräfte als gesellschaftliche zu behandeln, zu einer immer größeren Vergesellschaftung größerer Massen von Produktionsmitteln, wie man es in Aktiengesellschaften sieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dieser Gegendruck der gewaltig anwachsenden Produktivkräfte gegen ihre Kapitaleigenschaft, dieser steigende Zwang zur Anerkennung ihrer gesellschaftlichen Natur, der die Kapitalistenklasse selbst nötig hat, mehr und mehr, soweit dies innerhalb des Kapitalverhältnisses überhaupt möglich, sie als gesellschaftliche Produktivkräfte zu behandeln. Sowohl die industrielle Hochdruckperiode mit ihrer schrankenlosen Kreditaufblähung, wie der Krach selbst durch den Zusammenbruch großer kapitalistischer Etablissements, treiben zu derjenigen Form der Vergesellschaftung größrer Massen von Produktionsmitteln, die uns in den verschiednen Arten von Aktiengesellschaften gegenübertritt.| (Marx/Engels, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/engels-entwickl-des-soz.pdf Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft Kapitel III], MEW Band 19, S.220)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltige Produktivkraftentwicklung und der unverträgliche Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung lösen Überproduktionskrisen aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Krisen kommt der Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und kapitalistischer Aneignung zum gewaltigen Ausbruch. Der Warenumlauf ist momentan vernichtet: das Zirkulationsmittel, Das Geld, wird Zirkulationshindernis; alle Gesetze der Warenproduktion und Warenzirkulation werden auf den Kopf gestellt. Die ökonomische Kollision hat ihren Höhepunkt erreicht: Die Produktionsweise rebelliert gegen die Austauschweise.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Tatsache, daß die gesellschaftliche Organisation der Produktion innerhalb der Fabrik sich zu dem Punkt entwickelt hat, wo sie unverträglich geworden ist mit der neben und über ihr bestehende Anarchie der Produktion in der Gesellschaft - diese Tatsache wird den Kapitalisten selbst handgreiflich gemacht durch die gewaltsame Konzentration der Kapitale, die sich während der Krisen vollzieht vermittelst des Ruins vieler großen und noch mehr kleiner Kapitalisten. Der gesamte Mechanismus der kapitalistischen Produktionsweise versagt unter dem Druck der von ihr selbst erzeugten Produktivkräfte. Sie kann diese Masse von Produktionsmittel nicht mehr alle in Kapital verwandeln; sie liegen brach, und eben deshalb muß auch die industrielle Reservearmee brachliegen. Produktionsmittel, Lebensmittel, disponible Arbeiter, alle Elemente der Produktion und des allgemeinen Reichtums sind im Überfluß vorhanden.| (Marx/Engels, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/engels-entwickl-des-soz.pdf Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft Kapitel III], MEW Band 19, S.219)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkräfte drängen somit zur Aufhebung des Widerspruchs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einesteils also wird die kapitalistische Produktionsweise ihrer eignen Unfähigkeit zur ferneren Verwaltung dieser Produktivkräfte überführt. Andrerseits drängen diese Produktivkräfte selbst mit steigender Macht nach Aufhebung des Widerspruchs, nach ihrer Erlösung von ihrer Eigenschaft als Kapital, nach tatsächlicher Anerkennung ihres Charakters als gesellschaftlicher Produktivkräfte.| (Marx/Engels, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/engels-entwickl-des-soz.pdf Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft Kapitel III], MEW Band 19, S.220)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kapitalistische Produktion und Produktivkraftentwicklung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktion ist das Zusammenwirken von verbundener Arbeit im Produktionsprozess. So wird der Wert der Produktionsmittel auf eine größere Produktmasse aufgeteilt. Dieser Produktionsprozess führt zur Entwicklung individueller und gesellschaftlicher Produktivkräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kooperation, Produktivkraftentwicklung, Kapitalistische Produktion, Verbundene Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalistische Produktion und die Produktivkraftentwicklung wird von Marx in [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Das Kapital]] erklärt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktion ist das gleichzeitige Produzieren von mehreren Arbeitern einer Warensorte unter dem Kommando eines Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Wirken einer größeren Arbeiteranzahl zur selben Zeit, in demselben Raum (oder, wenn man will, auf demselben Arbeitsfeld), zur Produktion derselben Warensorte, unter dem Kommando desselben Kapitalisten, bildet historisch und begrifflich den Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band], MEW Band 23, S.341)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsame Benutzung von Produktionsmittel sind für den Kapitalisten wirtschaftlicher und fortschrittlicher, weil sie ihren Wert auf eine größere Produktmasse aufteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gemeinsam vernutzte Produktionsmittel geben geringren Wertbestandteil an das einzelne Produkt ab, teils weil der Gesamtwert, den sie abgeben, sich gleichzeitig auf eine größre Produktenmasse verteilt, teils weil sie, im Vergleich zu vereinzelten Produktionsmitteln, zwar mit absolut größrem, aber ihren Wirkungskreis betrachtet, mit relativ kleinrem Wert in den Produktionskreis betrachtet, mit relativ kleinrem Wert in den Produktionsprozeß eintreten. [...] Diese größere Wirtschaftlichkeit in der Anwendung der Produktionsmittel entspringt nur aus ihrem gemeinsamen Konsum im Arbeitsprozeß vieler.| (Marx: [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band], MEW Band 23, S.341)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Zusammenwirken von verbundener Arbeit im Produktionsprozess schafft, im Gegensatz zu einzelnen Handwerkern, nicht nur eine individuelle Produktivkraftentwicklung, sondern auch eine Entwicklung der Massenkraft (gesellschaftliche Produktivkraft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wirkung der verbundenen Arbeit könnte hier von der vereinzelten gar nicht oder nur in viel längren Zeiträumen oder nur auf einem Zwergmaßstab hervorgebracht werden. Es handelt sich hier nicht nur um Erhöhung der individuellen Produktivkraft durch die Kooperation, sondern um die Schöpfung einer Produktivkraft, die an und für sich Massenkraft sein muß.| (Marx: [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band], MEW Band 23, S.341}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Manufaktur: Entwicklung der Kooperation und Produktivkräfte==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kooperation in der Produktion schafft eine gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit, da der kombinierte Arbeiter das Gesamtprodukt effektiver fördert als der vereinzelte Arbeiter. Diese Arbeitsweise ist eine eigentümliche Form der Produktion des Kapitalismus. Größe und Umfang dieser Kooperation hängen von der Konzentration des Kapitals des Kapitalisten ab. Die fortschreitende Konzentration ist materielle Bedingung für die Produktivkraftentwicklung. Da das Ziel des Kapitalisten die größtmögliche Produktion von Mehrwert durch die Ausbeutung der Arbeitskraft ist, entspringt hier der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung durch kombinierten Arbeitstag, Kooperation, Grundwiderspruch Kapital und Arbeit, Gesamtprodukt, Kombinierter Arbeiter, Gesamtarbeiter, Gattungsvermögen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der Kooperation im Arbeitsprozess, sowie der Produktivkräfte wird von Marx in [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Das Kapital]] erklärt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kombinierte Arbeiter (viele Arbeiter in einem  verbundenen Produktionsprozess)  fördert das Gesamtprodukt rascher als die gleiche Anzahl von vereinzelten Arbeitern in der gleichen Arbeitszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kombinierte Arbeitstag von 144 Stunden, der den Arbeitsgegenstand vielseitig im Raum angreift, weil der kombinierte Arbeiter oder Gesamtarbeiter vorn und hinten Augen und Hände hat und in gewissem Grad Allgegenwart besitzt, fördert das Gesamtprodukt rascher als 12 zwölfstündige Arbeitstage mehr oder minder vereinzelter Arbeiter, die ihr Werk einseitiger angreifen müssen. In derselben Zeit reifen verschiedne Raumteile des Produkts| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band], MEW Band 23, S.346)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kooperation in der Produktion schafft eine gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit. Das planmäßige Zusammenarbeiten überwindet individuelle Schranken und entwickelt das Gattungsvermögen der Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ob er im gegebnen Fall diese Produktivkraft erhält, weil er die mechanische Kraftpotenz der Arbeit erhöht, oder ihren räumlichen Wirkungsbereich ausdehnt, [...] unter allen Umständen ist die eigentümliche Produktivkraft des verbundenen Arbeitstags gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit oder Produktivkraft gesellschaftlicher Arbeit. Sie entspringt aus der Kooperation selbst. Im planmäßigen Zusammenwirken mit andern streift der Arbeiter seine individuellen Schranken ab und entwickelt sein Gattungsvermögen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band], MEW Band 23, S.348-349)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlage für die Größe und den Umfang der Kooperation hängt mit dem Umfang der Konzentration und somit mit der Größe des Kapitals vom Kapitalisten zusammen. Fortschreitende Konzentration ist eine materielle Bedingung für die Produktivkraftentwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Anzahl der kooperierenden Arbeiter, oder die Stufenleiter der Kooperation, hängt also zunächst ab von der Größe des Kapitals, das der einzelne Kapitalist im Ankauf von Arbeitskraft auslegen kann, d.h. von dem Umfang, worin je ein Kapitalist über die Lebensmittel vieler Arbeiter verfügt.&amp;lt;br/&amp;gt; Konzentration größrer Massen von Produktionsmitteln in der Hand einzelner Kapitalisten ist also materielle Bedingung für die Kooperation von Lohnarbeitern, und der Umfang der Kooperation, oder die Stufenleiter der Produktion, hängt ab vom Umfang dieser Konzentration. […] Sie erscheint jetzt als materielle Bedingung für die Verwandlung vieler zersplitterter und voneinander unabhängiger individueller Arbeitsprozesse in einen verbundenen gesellschaftlichen Arbeitsprozeß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band], MEW Band 23, S.349)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv und der Zweck des kapitalistischen Produktionsprozesses ist eine möglichst große Produktion von Mehrwert durch die möglichst große Ausbeutung der Arbeitskraft. Das ruft Widerstand hervor, der bewältigt werden muss. Daraus entspringt der unvermeidliche Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zunächst ist das treibende Motiv und der bestimmende Zweck des kapitalistischen Produktionsprozesses möglichst große Selbstverwertung des Kapitals d.h. möglichst große Produktion von Mehrwert, also möglichst große Ausbeutung der Arbeitskraft durch den Kapitalisten. Mit der Masse der gleichzeitig beschäftigten Arbeiter wächst ihr Widerstand und damit notwendig der Druck des Kapitals zur Bewältigung dieses Widerstands. Die Leitung des Kapitalisten ist nicht nur eine aus der Natur des gesellschaftlichen Arbeitsprozesses entspringende und ihm angehörige besondre Funktion, sie ist zugleich Funktion der Ausbeutung eines gesellschaftlichen Arbeitsprozesses und daher bedingt durch den unvermeidlichen Gegensatz zwischen dem Ausbeuter und dem Rohmaterial seiner Ausbeutung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band], MEW Band 23, S.350)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu vorherigen Gesellschaften, ist die Kooperation selbst eine dem kapitalistischen Produktionsprozess eigentümliche historische Form der Produktion und auch das besondere Unterscheidungsmerkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die hier und da vorkommende Anwendung der Kooperation auf großem Maßstab in der antiken Welt, dem Mittelalter und den mordernen Kolonien, beruht auf unmittelbaren Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnissen, zumeist auf der Sklaverei. Die kapitalistische Form setzt dagegen von vornherein den freien Lohnarbeiter voraus, der seine Arbeitskraft dem Kapital verkauft. [...] Ihnen gegenüber erscheint die kapitalistische Kooperation nicht als eine besondre historische Form der Kooperation, sondern die Kooperation selbst als eine dem kapitalistischen Produktionsprozeß eigentümliche und sein besonderes Unterscheidungsmerkmal bildende historische Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band], MEW Band 23, S.354)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Manufaktur: Entwicklung der Produktivkraft als Grundlage für die kapitalistische Warenproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Unterkapitel wird beschrieben welche Veränderungen die Produktion in der Manufaktur mit sich bringt: die Ware wird zum gesellschaftlichen Produkt, durch den Anstieg der Produktivkraft wird die materielle Voraussetzung für die Maschinen geschaffen und somit die gesellschaftliche Produktion auf die nächst größere Stufe gehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Gesteigerte Produktivität, Manufaktur, Teilarbeiter, Heterogene Manufaktur, Organische Manufaktur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie der Entwicklung der Produktivkraft als Grundlage für die kapitalistische Warenproduktion wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Zusammenfassung vieler Handwerker in einer Manufaktur entwickelt sich die Ware von einem einzelnen zu einem gesellschaftlichen Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem individuellen Produkt eines selbstständigen Handwerkers, der vielerlei tut, verwandelt sich die Ware in das gesellschaftliche Produkt eines Vereins von Handwerkern, von denen jeder fortwährend nur eine und dieselbe Teiltätigkeit verichtet. Dieselben Tätigkeiten, die ineinanderflossen als aufeinanderfolgende Verrichtungen des deutschen zünftigen Papiermachers, verselbstständigten sich in der holländischen Papiermanufaktur zu nebeneinanderlaufenden Teiltätigkeiten vieler kooperierender Arbeiter.| [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.357-358)]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Manufaktur wird im Vergleich zum einzelnen Handwerker mehr Ware in kürzerer Zeit produziert, d.h. die Produktivkraft der Arbeiter gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Vergleich zum selbstständigen Handwerk wird daher mehr in weniger Zeit produziert oder die Produktivkraft der Arbeit gesteigert. [...] Die stete Wiederholung desselben beschränkten Tuns und die Konzentration der Aufmerksamkeit auf dieses Beschränkte lehren erfahrungsmäßig den bezweckten Nutzeffekt mit geringsten Kraftaufwand erreichen| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.359])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesteigerte Produktivität geschieht entweder durch eine Intensivierung der Arbeit oder durch den Wegfall von unproduktiver Arbeitszeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesteigerte Produktivität ist hier entweder der zunehmenden Ausgabe von Arbeitskraft in einem gegebnen Zeitraum zuzuschreiben, also wachsender Intensität der Arbeit, oder einer Abnahme des unproduktiven Verzehrs von Arbeitskraft.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.361])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Manufaktur macht eine Vereinfachung, Verbesserung und Vervielfältigung der Arbeitswerkzeuge nötig und erst möglich und schafft so die materielle Voraussetzung für die Maschine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Manufakturperiode vereinfacht, verbessert und vermannigfacht die Arbeitswerkzeuge durch deren Anpassung an die ausschließlichen Sonderfunktionen der Teilarbeiter. Sie schafft damit zugleich eine der materiellen Bedingungen der Maschinerie, die aus einer Verbindung einfacher Instrumente besteht| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.361-362])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Manufaktur schafft die Bedingungen für eine größer werdende Kooperation des Gesamtprozesses der gesellschaftlichen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus einem zeitlichen Nacheinander sind die verschiednen Stufenprozesse in ein räumliches Nebeneinander verwandelt. Daher Lieferung von mehr fertiger Ware in demselben Zeitraum. Jene Gleichzeitigkeit entspringt zwar aus der allgemeinen kooperativen Form des Gesamtprozesses, aber die Manufaktur findet nicht nur die Bedingungen der Kooperation vor, sondern schafft sie teilweise erst durch die Zerlegung der handwerksmäßigen Tätigkeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.365])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Produktivkraftentwicklung, Manufaktur und Proportionalität==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktion in der Manufaktur verändert den gesellschaftlichen Arbeitsprozess und liefert so Voraussetzungen für die kapitalistische Produktionsweise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Proportionalität, Manufaktur, technische Einheit, Kolonialsystem, Gesamtmanufaktur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie der Produktivkraftentwicklung wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Manufaktur entwickelt sich auch die Notwendigkeit der Planung der Proportionalität des gesellschaftlichen Arbeitsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sie [die Manufaktur, Anm. d. Verf.] entwickelt mit der qualitativen Gliederung [der Arbeit, Anm. d. Verf.] die quantitative Regel und Proportionalität des gesellschaftlichen Arbeitsprozesses.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.366])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesamtgesellschaftliche Teilung der Arbeit wird erst in dem maschinenmäßigen Betrieb möglich. Voraussetzungen für die kapitalistische Produktionsweise wie Warenproduktion und Zirkulation entwickeln diese Teilung aber zu einem gewissen Grad in der Manufaktur. Zu dieser Entwicklung half die Erweiterung des Weltmarktes und das Kolonialsystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verschiednen verbundenen Manufakturen bilden dann mehr oder minder räumlich getrennte Abteilungen einer Gesamtmanufaktur, zugleich voneinander unabhängige Produktionsprozesse, jeder mit eigner Teilung der Arbeit. Trotz mancher Vorteile, welche die verbundene Manufaktur bietet, gewinnt sie, auf eigner Grundlage, keine wirkliche technische Einheit. Diese entsteht bei ihrer Verwandlung in den maschinenmäßigen Betrieb.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.368])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da Warenproduktion und Warenzirkulation die allgemeine Voraussetzung der kapitalistischen Produktionsweise, erheischt manufakturmäßige Teilung der Arbeit eine schon bis zu gewissem Entwicklungsgrad gereifte Teilung der Arbeit im Innern der Gesellschaft.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.374])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Reiches Material zur Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft liefert der Manufakturperiode die Erweiterung des Weltmarkts und das Kolonialsystem, die zum Umkreis ihrer allgemeinen Existenzbedingungen gehören.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.374-375])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der kapitalistische Charakter der Manufaktur==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalistischer Charakter der Manufaktur, konstantes Kapital, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der kapitalistische Charakter der Manufaktur wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Kapital ist ein aus dem technischen Charakter der Manufaktur entspringendes Gesetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem variablen muß aber auch der konstante Bestandteil des Kapitals wachsen, neben dem Umfang der gemeinsamen Produktionsbedingungen, wie Baulichkeiten, Öfen usw., namentlich auch und viel rascher als die Arbeiteranzahl, das Rohmaterial. Seine Masse, verzehrt in gegebner Zeit durch gegebnes Arbeitsquantum, nimmt in demselben Verhältnis zu wie die Produktivkraft der Arbeit infolge ihrer Teilung. Wachsender Mindestumfang von Kapital in der Hand der einzelnen Kapitalisten oder wachsende Verwandlung der gesellschaftlichen Lebensmittel und Produktionsmittel in Kapital ist also ein aus dem technischen Charakter der Manufaktur entspringendes Gesetz.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.380-381])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundlegendes Verhältnis vom Arbeiter zu seiner Arbeit und Produktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die fortschreitende Produktivkraft in der Manufaktur bringt die Herrschaft des Kapitals über die Arbeit. Für den Arbeiter bedeutet das: Ausbeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagwörter'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausbeutung, Arbeitsteilung, Produktionsprozess, Ware Arbeitskraft, Herrschaft des Kapitals, Charakter der Manufaktur&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis des Arbeiters zu seiner Arbeit und Produktion wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitsteilung verkrüppelt den Arbeiter körperlich und geistig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sie verkrüppelt den Arbeiter in eine Abnormität, indem sie sein Detailgeschick treibhausmäßig fördert durch Unterdrückung einer Welt von produktiven Trieben und Anlagen, wie man in den La Plata-Staaten ein ganzes Tier abschlachtet, um sein Fell oder seinen Talg zu erbeuten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.381])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft eines jeden Arbeiters tut nur ihren Dienst, sobald diese an die Kapitalisten verkauft wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn der Arbeiter ursprünglich seine Arbeitskraft an das Kapital verkauft, weil ihm die materiellen Mittel zur Produktion einer Ware fehlen, versagt jetzt seine individuelle Arbeitskraft ihren Dienst, sobald sie nicht an das Kapital verkauft wird. Sie funktioniert nur noch in einem Zusammenhang, der erst nach ihrem Verkauf existiert, in der Werkstatt des Kapitalisten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.382])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Manufaktur schafft durch ihren technischen Charakter die Grundlage für eine bestimmte Organisation gesellschaftlicher Arbeit mit neuer gesellschaftlicher Produktivkraft und die Herrschaft des Kapitals über die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die manufakturmäßige Teilung der Arbeit schafft durch Zergliederung der handwerksmäßigen Tätigkeit, Spezifizierung der Arbeitsinstrumente, Bildung der Teilarbeiter, ihre Gruppierung und Zusammenfügung in einem Gesamtmechanismus, die qualitative Gliederung und quantitative Proportionalität gesellschaftlicher Produktionsprozesse, also eine bestimmte Organisation gesellschaftlicher Arbeit und entwickelt damit zugleich neue, gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit. [...] Sie entwickelt die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit nicht nur für den Kapitalisten, statt für den Arbeiter, sondern durch die Verkrüppelung des individuellen Arbeiters. Sie produziert neue Bedingungen der Herrschaft des Kapitals über die Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.386])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung durch neue Arbeitsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert steigt durch die neuen Produktionsmittel in der Industrie (Werkzeugmaschinen) und durch die Arbeitskraft. Der Arbeitsplatz des Arbeiters scheint durch die neuen Maschinen gefährdet, da diese nun Arbeitsschritte übernehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagwörter'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werkzeugmaschine, Umwälzung der Produktionsweise, Produktivkraftentwicklung, Industrielle Revolution, Arbeitsteilung, Ersatz des Arbeiters durch Maschine, Kooperation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie der Produktivkraftentwicklung durch neue Arbeitsmittel wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maschinerie, wie jede andere Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, dient als Mittel zur Produktion von Mehrwert. In der Manufaktur ist die Arbeitskraft, in der großen Industrie ist das Arbeitsmittel der Ausgangspunkt zur Umwälzung der Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |John Stuart Mill sagt in seinen &amp;quot;Grundsätzen der politischen Ökonomie&amp;quot;: &amp;quot;Es ist fraglich, ob alle bisher gemachten mechanischen Erfindungen die Tagesmühe irgendeines menschlichen Wesens erleichtert haben.&amp;quot; Solches ist jedoch auch keineswegs der Zweck der kapitalistisch verwandten Maschinerie. Gleich jeder andren Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit soll sie Waren verwohlfeilern und den Teil des Arbeitstags, den der Arbeiter für sich selbst braucht, verkürzen, um den andren Teil seines Arbeitstags, den er dem Kapitalisten umsonst gibt, zu verlängern. Sie ist Mittel zur Produktion von Mehrwert. Die Umwälzung der Produktionsweise nimmt in der Manufaktur die Arbeitskraft zum Ausgangspunkt, in der großen Industrie das Arbeitsmittel.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.391])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt der Industriellen Revolution ist die Werkzeugmaschine, die mehrere Werkzeuge gleichzeitig spielt und die organischen Schranken des Menschen durchbricht. Diese entwickeln als Teilarbeitsmaschinen in einem Maschinensystem die der Manufaktur eigentümliche Kooperation durch Teilung der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle entwickelte Maschinerie besteht aus drei wesentlich verschiednen Teilen, der Bewegungsmaschine, dem Transmissionsmechanismus, endlich der Werkzeugmaschine oder Arbeitsmaschine. [...] Dieser Teil der Maschinerie, die Werkzeugmaschine, ist es, wovon die industrielle Revolution im 18. Jahrhundert ausgeht. Sie bildet noch jeden Tag von neuem den Ausgangspunkt, so oft Handwerksbetrieb oder Manufakturbetrieb in Maschinenbetrieb übergeht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.393])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein eigentliches Maschinensystem tritt aber erst an die Stelle der einzelnen selbstständigen Maschine, wo der Arbeitsgegenstand eine zusammenhängende Reihe verschiedner Stufenprozesse durchläuft, die von einer Kette verschiedenartiger, aber einander ergänzender Werkzeugmaschinen ausgeführt werden. Hier erscheint die der Manufaktur eigentümliche Kooperation durch Teilung der Arbeit wieder, aber jetzt als Verbindung von Teilarbeitsmaschinen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.400])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Anzahl der Werkzeuge, womit dieselbe Werkzeugmaschine gleichzeitig spielt, ist von vornherein befreit von der organischen Schranke, wodurch das Handwerkszeug eines Arbeiters beengt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.394])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier erscheint die Maschine als Konkurrent, weil der Arbeiter seine Arbeitskraft als Ware verkaufen muss, aber seine Existenzbedingungen durch die Maschinen vernichtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Maschine wird das Arbeitsmittel sofort zum Konkurrenten des Arbeiters selbst. Die Selbstverwertung des Kapitals durch die Maschine steht im direkten Verhältnis zur Arbeiterzahl, deren Existenzbedingungen sie vernichtet. Das ganze System der kapitalistischen Produktion beruht darauf, dass der Arbeiter seine Arbeitskraft als Ware verkauft.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.454])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgangspunkt der Umwälzung der Produktionsweise: Ursprüngliche Akkumulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalverhältnisse geben der Kapitalistenklasse die Macht die Bauern zu enteignen und aus ihnen Proletarier zu machen. Genauso schafft die Reformation weitere Proletarier für die Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprüngliche Akkumulation, Eigentum, Doppelte Freiheit, Reformation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursprüngliche Akkumulation wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung vom Arbeiter vom Eigentum seiner Arbeitsbedingungen wie auch der Produktionsmittel, schafft das Kapitalverhältniss und die ursprüngliche Akkumulation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Prozeß, der das Kapitalverhältnis schafft, kann also nichts andres sein als der Scheidungsprozeß des Arbeiters vom Eigentum an seinen Arbeitsbedingungen, ein Prozeß der einerseits die gesellschaftlichen Lebens- und Produktionsmittel in Kapital verwandelt, andrerseits die unmittelbaren Produzenten in Lohnarbeiter. Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation ist also nichts als der geschichtliche Scheidungsprozeß von Produzent und Produktionsmittel.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.742])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hebel der sich bildenden Kapitalistenklasse zur Umwälzung der Produktionsweise diente die Enteignung des Bauern von Grund und Boden, der als freier Proletarier auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht auf den ersten Blick, dass dieser Scheidungsprozeß eine ganze Reihe geschichtlicher Prozesse einschließt, und zwar eine doppelseitige Reihe, einerseits Auflösung der Verhältnisse, die den Arbeiter zum Eigentum dritter Personen machen und zu einem selbst angeeigneten Produktionsmittel, andrerseits Auflösung des Eigentums der unmittelbaren Produzenten an ihren Produktionsmittel.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.661])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Historisch epochemachend in der Geschichte der ursprünglichen Akkumulation sind alle Umwälzungen, die der sich bildenden Kapitalistenklasse als Hebel dienen; vor allem aber die Momente, worin große Menschenmassen plötzlich und gewaltsam von ihren Subsistenzmitteln losgerissen und als vogelfreie Proletarier auf den Arbeitsmarkt geschleudert werden, Die Expropriation des ländlichen Produzenten, des Bauern, von Grund und Boden bildet die Grundlage des ganzen Prozesses.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.744])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der neue Feudaladel investierte in Weideland und Wollmanufaktur, was ihn dazu zwang, die Bauern vom Land zu vertreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Vorspiel der Umwälzung, welche die Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise schuf, ereignete sich im letzten Dritteil des 15. und den ersten Dezennien des 16. Jahrhunderts. Eine Masse vogelfreier Proletarier ward auf den Arbeitsmarkt geschleudert durch die Auflösung der feudalen Gefolgschaften, […] Den unmittelbaren Anstoß dazu gab in England namentlich das Aufblühn der flandrischen Wollmanufaktur und das entsprechende Steigen der Wollpreise. Den alten Feudaladel hatten die großen Feudalkriege verschlungen, der neue war ein Kind seiner Zeit, für welche Geld die Macht aller Mächte. Verwandlung von Ackerland in Schafweide ward also sein Losungswort.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.745-746])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reformation begünstigte die ursprüngliche Akkumulation, da die Kircheneigentümer enteignet wurden und ihre Bewohner ein Teil des Proletariats wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Einen neuen furchtbaren Anstoß erhielt der gewaltsame Expropriationsprozeß der Volksmasse im 16. Jahrhundert durch die Reformation und, in ihrem Gefolge, den kolossalen Diebstahl der Kirchengüter. Die katholische Kirche war zur Zeit der Reformation Feudaleigentümerin eines großen Teils des englischen Grund und Bodens. Die Unterdrückung der Klöster usw. schleuderte deren Einwohner ins Proletariat. Die Kirchengüter selbst wurden großenteils an raubsüchtige königliche Günstlinge verschenkt oder zu einem Spottpreis an spekulierende Pächter und Stadtbürger verkauft, welche die alten erblichen Untersassen massenhaft verjagten und ihre Wirtschaften zusammenwarfen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.748-749])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprüngliche Akkumulation vollzog sich durch eine weitreichende Veräußerung von Land und Gütern an Kapitalisten und versorgte die aufstrebende Industrie mit freigesetztem Proletariat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Raub der Kirchengüter, die fraudulente Veräußerung der Staatsdomänen, der Diebstahl des Gemeindeeigentums, die usurpatorische und mit rücksichtslosem Terrorismus vollzogne Verwandlung von feudalem und Claneigentum in modernes Privateigentum, es waren ebenso viele idyllische Methoden der ursprünglichen Akkumulation. Sie eroberten das Feld für die kapitalistische Agrikultur, einverleibten den Grund und Boden dem Kapital und schufen der städtischen Industrie die nötige Zufuhr von vogelfreiem Proletariat.|(Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.760-761])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6364</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6364"/>
		<updated>2019-08-01T08:13:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Armut und Reichtum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6363</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6363"/>
		<updated>2019-08-01T08:13:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Armut und Reichtum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum wurde bereits in der politischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts beschrieben. Allerdings wurde dieser antagonistische Charakter der kapitalistischen Akkumulation mit Erscheinungen aus vorkapitalistischen Produktionsweisen zusammengeworfen. Marx weist im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nach, dass sich Armut und Reichtum gegenseitig bedingen. Die Akkumulation von Kapital auf Seiten der Bourgeoisie, bedingt automatisch die Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei und moralischer Degradation auf Seite der Arbeiterklasse. Marx beschreibt als absolut allgemeines Gesetz der kapitalistischen Akkumulation das enge Verhältnis von Armut und Reichtum. Umso größer der gesellschaftliche Reichtum, und die Größe des Kapitals, umso größer auch die industrielle Reservearmee. Das Verhältnis der industriellen Reservearmee und der aktiven Arbeiterarmee bestimmt die Größe der konsolidierten Überbevölkerung, dessen Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht.&lt;br /&gt;
Bereits der venezianische Mönch Ortes aus Venezien, ein wichtiger ökonomischer Schriftsteller des 18.Jahrhunderts, sagte: &amp;quot;Großer Reichtum von einigen ist stets begleitet von absoluter Beraubung des Notwendigen bei viel meht andren. Der Reichtum einer Nation entspricht ihrer Bevölkerung, und ihr Elend entspricht ihrem Reichtum. Die Arbeitsamkeit in einigen erzwingt den Müßiggang in andren. Die Armen und Müßigen sind eine notwendige Frucht der Reichen und Tätigen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6362</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6362"/>
		<updated>2019-08-01T08:09:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Armut und Reichtum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut und Reichtum sind Größen, welche den Besitz von Produktionsmitteln, Kapital und Geld beschreiben. Armut und Reichtum gab es bereits in vorkapitalistischen Gesellschaften. Die Besonderheit im Kapitalismus ist, dass die Arbeiterklasse über nichts anderes, als ihre Arbeitskraft vefügt, und somit gezwungen ist, diese an den Kapitalisten zu verkaufen, welcher sowohl die Produktionsmittel besitzt, als auch den von den Arbeitern produzierten Mehrwert und dessen Produkte aneignet. Die Armut und der Reichtum bilden im Kapitalismus einen antagonistischen Charakter, welche sich gegenseitig bedingen. Die Produktion von Reichtum bedingt automatisch die Produktion von Armut und Elend. Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzberechtigung. Die Akkumulation von Reichtum auf Seiten der Bourgeoisie bedingt zugleich die Akkumulation von Elend und Armut auf Seiten des Proletariats. Die kapitalistische Produktion hat somit einen zweideutigen Charakter, welche sowohl Reichtum, als auch Armut produziert. Es wird also logischerweise keinen Kapitalismus ohne Armut geben können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6361</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6361"/>
		<updated>2019-08-01T08:02:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Armut und Reichtum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums. Das Wachstum der Menge an Produktionsmitteln und der Produktivität der Arbeit geht mit einem Wachstum der Arbeiterklasse und somit auch der industriellen Reservearmee einher. Dies bedingt automatisch den Wachstum von Armut und Elend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. Die Produktion von Reichtum und Armut bedingen sich antagonistisch und schließen sich im Kapitalismus niemals aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Kapitals von Marx schriftlich ausgearbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6357</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6357"/>
		<updated>2019-07-31T09:27:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Produktivkraftentwicklung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion, Technische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6354</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6354"/>
		<updated>2019-07-31T09:06:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Produktivkraftentwicklung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Der Unterschied der technischen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6352</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6352"/>
		<updated>2019-07-31T08:55:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Relative Mehrwertproduktion */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6351</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6351"/>
		<updated>2019-07-30T15:30:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Formen der industriellen Reservearmee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate, Produktivkraftentwicklung, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx bezeichnet die industrielle Reservearmee als &amp;quot;relative Überbevölkerung&amp;quot;. Ihr Angehörige werden vom Produktionsprozess abgestoßen und stehen in hoher Konkurrenz zu den derzeit Beschäftigten. Marx unterscheidet drei Typen der relativen Überbevölkerung: die flüssige, die latente und die stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ''flüssige'' relative Überbevölkerung zählen die Arbeiter in der Stadt, welche in Zeiten des Booms und des Aufschwungs beschäftigt sind und in Krisenzeiten wieder aus dem Produktionsprozess abgestoßen werden. Sind sie unbeschäftigt oder halbbeschäftigt, zählen sie zur industriellen Reservearmee. Die ''latente'' (versteckte) relative Überbevölkerung betrifft Arbeitsverhältnisse, die direkt in Arbeitslosigkeit münden oder nur Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit bieten. Sie rekrutiert sich aus den Tätigen in der Landwirtschaft, welche ihre Produktionsmittel verloren haben und in die Stadt ziehen müssen. Die ''stockende'' relative Überbevölkerung bildet einen Teil der aktiven Arbeiterarmee, aber mit durchweg unregelmäßiger Beschäftigung. Sie bietet dem Kapital einen unterschöpflichen Bestand disponibler Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu kommt noch der Pauperismus. Arbeitsunfähige, Invaliden, Verstümmelte usw., welche durch die Auswirkungen der Teilung der harten Arbeit arbeitsunfähig wurden, gehen in der Industrie unter. Die industrielle Reservearmee wächst mit der absoluten Größe des Proletariats und des gesellschaftlichen Reichtums. Je größer die industrielle Reservearmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung. Zu ihr gehört ebenfalls eine &amp;quot;Lazarusschicht&amp;quot;, deren Angehörige nicht nur zyklisch, sondern dauerhaft keine Arbeit mehr finden. Sollten die Arbeiter entdecken, dass der Intensitätsgrad ihrer Konkurrenz vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sie also planmäßig zusammenwirken als Beschäftigte und Unbeschäftigte, wird dies für das Kapital ein Problem. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx geht im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] nicht nur auf die industrielle Reservearmee ein, sondern leitet drei Typen der relativen Überbevölkerung von ihr ab. Er konnte bei seinen ökonomischen Studien im 19. Jahrhundert erkennen, dass es Arbeiter gab, die vollbeschäftigt waren, aber eben so diejenigen die nur unregelmäßig arbeiteten und zwischen der aktiven Arbeiterbevölkerung und der industriellen Reservearmee schwankten. Ebenfalls sah er dass es Menschen gab, die komplett unfähig waren, aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen, zu arbeiten und das diese besonders unter Armut litten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6349</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6349"/>
		<updated>2019-07-30T15:05:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate, Produktivkraftentwicklung, Organische Zusammensetzung des Kapitals&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6348</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6348"/>
		<updated>2019-07-30T15:00:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Formen der industriellen Reservearmee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der relativen Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und attrahiert, hin- und hergechleudert, und dies bei beständigem Wechsel in Geschlecht, Alter und Geschick. Im großen und ganzen nimmt dadurch die Zahl der Beschäftigten zu, wenn auch stets im abnehmenden Verhältnis zur höheren Stufe der Produktionsleiter. Relative Überbevölkerung existiert hier in fließender Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die  dritte  Kategorie  der relativen  Übervölkerung,  die  stockende,  bildet  einen  Teil  der  aktiven  Arbeiterarmee,  aber  mit  durchaus  unregelmäßiger  Beschäftigung.  Sie  bietet  so  dem  Kapital  einen  unerschöpflichen  Behälter  disponibler  Arbeitskraft.  Ihre Lebenslage  sinkt  unter  das  durchschnittliche  Normalniveau der arbeitenden  Klasse, und grade dies macht sie zur breiten Grundlage eigner Exploitationszweige  des Kapitals. Maximum der Arbeits-zeit  und  Minimum  des  Salairs  charakterisieren  sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Abgesehen vom Lumpenproletariat besteht die Gesellschaftsschicht aus drei Kategorien: Erstens den Arbeitsfähigen. Deren Zahl steigt mit jeder Krise und nimmt bei jedem Aufschwung ab. Zweitens die Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten des großen Aufschwungs in die aktive Arbeiterarmee rekrutiert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige, Verstümmelte, usw., die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit und den Gefahren der harten Arbeit in der Industrie untergehen. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und ebenso das tote Gewicht der industriellen Reservearmee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umso größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital ist, desto größer ist die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft der Arbeit. Daraus resultiert auch eine größere industrielle Reservearmee. Je größer die industrielle Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die relative Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur Zentralisierung der Produktionmittel in wenigen Händen (Kapitalmonopolen), während das Elend und der Grad der Ausbeutung steigt. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise. Für eine weitere Entwicklung der Produktuktionsweise muss die kapitalistsiche Hülle gesprengt werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6345</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6345"/>
		<updated>2019-07-30T09:34:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die industrielle Reservearmee sind diejenigen Arbeiter, die gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, aber keinen Käufer dafür finden. Durch Produktivkraftentwicklung ändert sich die Kapitalzusammensetzung erfordert für die selbe Menge an Produkten weniger Arbeitskraft. Mit der durch die Arbeiter selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang demnach die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das eigene Populationsgesetz in der kapitalistischen Produktionsweise. Die immer einsetzbare industrielle Reservearmee schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals das stets ausbeutbare Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Zunahme der Bevölkerung. Es kommt demnach zur Freisetzung von Arbeitskraft. Dadurch entsteht eine Bewegung in der immer Teile der Arbeiter halbbeschäftigt oder unbeschäftigt sind. Der einzelne Arbeiter stemmt dann mehr Arbeit, aber es werden nicht mehr Arbeiter beschäftigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen. Dies tut er durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte. Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital also seine Zufuhr von Arbeit rascher als die Zufuhr von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Die Reserve übt wiederum indirekt Druck auf Beschäftigte aus, wodurch sie durch die Kapitalisten zu Überarbeit gezwungen werden können. Der Zwang zu Müßiggang und der Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten. Das Einsaugen und Abstoßen von Arbeitskraft wird noch intensiviert durch die zyklischen Bewegungen von Boom und Krise. Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der schon bei David Ricardo zu findenden Vorstellung einer zunehmenden Mechanisierung des Produktionsprozesses bei gleichzeitiger Abnahme der Nachfrage nach Arbeitskraft begründet Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] die Entstehung einer wachsenden &amp;quot;industriellen Reservearmee&amp;quot;. Diese relative Überbevölkerung wird von Marx als Konsequenz des Akkumulationsprozesses im Kapitalismus und der Produktivkraftentwicklung verdeutlicht. Die Aufrechterhaltung der industriellen Reservearmee führt zu einem Zerfall des Klassenzusammenhalts und zersetzt somit die Kräfte der Arbeiterschaft. Grund dafür ist, dass mehr Arbeitskräfte als Arbeitsplätze vorhanden sind und der Konkurrenzdruck dadurch steigt. Der Kapitalismus ist folglich auf die industrielle Reservearmee angewiesen, um die Löhne niedrig halten zu können und eine Solidarität zwischen Arbeitern und Arbeitslosen zu verhindern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6344</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6344"/>
		<updated>2019-07-30T09:16:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Relative Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die relative Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital. Es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung, sprich einem Überangebot an Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das überschüssige Angebot an Arbeitskraft ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der relativen Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die relative Überbevölkerung, und wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, die Arbeitsnachfrage entsprach also im Großen und Ganzen verhältnismäßig dem Wachstum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6343</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6343"/>
		<updated>2019-07-30T09:06:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Zentralisation der Kapitale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Zentralisation bezeichnet man das Wachstum des Kapitalumfanges in den Händen einzelner Kapitalisten oder Kapitalistengruppen durch den Zusammenschluss schon bestehender kleinerer Kapitale zu größeren. Durch die Zusammenschlüsse nimmt die Anzahl an Einzelkapitalen ab. Die Zentralisation ist Kenntzeichen der höchsten Form der Kapitalistischen Monopolvereinigung (siehe hierzu: [[Der imperialistische Kapitalismus|Imperialismus]]). Die größeren Kapitalisten mit größerer Akkumulation und dadurch Konzentration schlagen die kleineren. Das bedeutet den Untergang der kleineren, deren Kapitale teils in die Hand der größeren Kapitalisten übergehen, teils untergehen. Einen mächtigen Hebel der Zentralisation bildet das Kreditwesen, in dem es eine fruchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich selbst in einen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt. Die Zentralisation ist Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Sprunghafter technischer Fortschritt wird durch Zentralisation, großes Kapital in einzelner Hand, beschleunigt. Der Anteil des konstanten Kapitals nimmt aufgrund dieser Produktivkraftentwicklung zu, derjenige des veriablen Kapitals ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die Charakteristik der Zentralisation im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital, es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überschüssige Bevölkerung ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die Überbevölkerung, wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, es gab keine Überbevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6342</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6342"/>
		<updated>2019-07-30T08:29:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Zentralisation der Kapitale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf. Konkurrenz und Kredit werden zu den beiden mächtigsten Hebeln der Zentralisation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit stehen im selben Verhältnis wie kapitalistische Produktion und Akkumulation, das eine bedingt das andere. Der Fortschritt der Akkumulation vermehrt die Einzelkapitale. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen den Antrieb zur Ausweitung der kapitalistischen Produktion und somit zu gewaltigen industriellen Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, in einer verbesserten technischen Ausgestaltung, die es möglich macht mit weniger Arbeit größere Massen an Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital, es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überschüssige Bevölkerung ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die Überbevölkerung, wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, es gab keine Überbevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6341</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6341"/>
		<updated>2019-07-30T08:16:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Kapitalistische Konkurrenz */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf und schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit entwickeln sich mit Akkumulation. Einzelkapitale werden vermehrt. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen gewaltige industrielle Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, vervollkommnete technische Gestalt, geringere Arbeit genügt, um größere Masse Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Konkurrenz beschreibt das Verhältnis einzelner Kapitalisten untereinander. Wenn die kapitalistische Produktion eine neue Stufenleiter erreicht, so steigt auch die Produktivität der Arbeit, was wiederum die Preise der Waren sinken lässt. Die Konkurrenz unter Kapitalisten nimmt dadurch zu, da auf jeder höheren Stufe der Stufenleiter der Minimalumfang, den ein individuelles Kapital haben muss um profitabel zu sein, steigt. Das größere Kapital schlägt deshalb die kleineren in der direkten Konkurrenz. Kleinere Kapitale bewegen sich in Produktionssphären, die nicht mehr von großen Kapitalen erschlossen sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Phänomen der kapitalistischen Produktion auf erweiterter Stufenleiter ist die Bildung des Kreditwesens, welches Anfangs als Stütze und Hilfe der Akkumulation dient. Das Kreditwesen konzentriert die vielen größeren und kleineren Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle in der Zentralisation der Kapitale. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx beschreibt die kapitalistische Konkurrenz im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] mit dem Verhältnis der vielen großen und kleinen Kapitale untereinander. Die Konkurrenz bewirkt, dass viele kleine Kapitale sich den großen beugen müssen und von ihnen vereinnahmt werden. Durch die kapitalistische Produktion entsteht auch das Kreditwesen, welches die unterschiedlichen Geldmittel der Gesellschaft in den Händen der Kapitalisten konzentriert und weiterhin eine wichtige Rolle in der Zentralisation der Kapitale spielt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital, es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überschüssige Bevölkerung ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die Überbevölkerung, wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, es gab keine Überbevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6340</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6340"/>
		<updated>2019-07-30T07:31:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Konzentration des Kapitals */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt die wachsende Konzentration der Produktionsmittel in den Händen der Kapitalisten, welche durch ein Wachstum vieler individueller und somit des gesellschaftlichen Kapitals gesteuert wird. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation. Durch das Abspalten alter Kapitale und Bildung neuer Kapitale wächst auch die Kapitalistenklasse. Das Kapital ist auf viele individuelle Kapitalisten verteilt, die sich in der freien Konkurrenz gegenüber stehen, sich also gegenseitig abstoßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konzentration des Kapitals beschreibt Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] als eine wachsende Konzentration in den Händen der Kapitalisten. Dadurch, dass viele individuelle Kapitale wachsen, spalten sich einige von ihnen ab oder bilden sich neu. Daraus schlussfolgert Marx ein absolutes Wachsen der Anzahl an Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der Produktionsmittel. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf und schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit entwickeln sich mit Akkumulation. Einzelkapitale werden vermehrt. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen gewaltige industrielle Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, vervollkommnete technische Gestalt, geringere Arbeit genügt, um größere Masse Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital, es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überschüssige Bevölkerung ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die Überbevölkerung, wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, es gab keine Überbevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6339</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6339"/>
		<updated>2019-07-30T07:14:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Relative Mehrwertproduktion */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der PM. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der PM einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf und schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit entwickeln sich mit Akkumulation. Einzelkapitale werden vermehrt. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen gewaltige industrielle Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, vervollkommnete technische Gestalt, geringere Arbeit genügt, um größere Masse Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital, es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überschüssige Bevölkerung ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die Überbevölkerung, wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, es gab keine Überbevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6338</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6338"/>
		<updated>2019-07-30T07:14:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Relative Mehrwertproduktion */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion ist definiert durch eine Steigerung der Produktivkraft, und somit einer Veränderung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Der variable Kapitalteil nimmt ab, der konstante Kapitalteil steigt. Der Unterschied der stofflichen Zusammensetzung ist allerdings größer als derjenige der Kapitalzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. Der konstante Kapitalteil steigt also nicht proportional zu der gesteigerten Masse an Produktionsmitteln, und die Kapitalzusammensetzung verschiebt sich nicht so schnell Richtung konstantes Kapital wie die stoffliche Zusammensetzung desselben. Obwohl der variable Kapitalteil relativ abnimmt, kann er absolut steigen, da mehr Arbeitskraft für den Gebrauch der Produktionsmittel benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die relative Mehrwertproduktion wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Marx erläutert. Durch eine Steigerung der Produktivkraft ändert sich die Wert- und Stoffzusammensetzung des Kapitals, der Anteil des konstanten Kapitals steigt im Verhältnis zum Anteil des variablen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der PM. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der PM einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf und schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit entwickeln sich mit Akkumulation. Einzelkapitale werden vermehrt. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen gewaltige industrielle Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, vervollkommnete technische Gestalt, geringere Arbeit genügt, um größere Masse Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital, es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überschüssige Bevölkerung ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die Überbevölkerung, wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, es gab keine Überbevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6337</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6337"/>
		<updated>2019-07-30T07:05:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Produktivkraftentwicklung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung wird von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|1. Band des Kapitals]] beschrieben. Hierbei zeigt er auf, dass die Steigerung der Produktivkraft mit der Veränderung des Verhältnisses der in der kapitalistischen Produktion eingesetzten Produktionsmittel und Arbeitskraft einhergeht. Dies verändert automatisch sowohl die technische-, als auch die Wertzusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des konstanten Kapitals steigt, während der Anteil des variablen Kapitals, sinkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der PM. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der PM einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf und schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit entwickeln sich mit Akkumulation. Einzelkapitale werden vermehrt. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen gewaltige industrielle Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, vervollkommnete technische Gestalt, geringere Arbeit genügt, um größere Masse Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital, es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überschüssige Bevölkerung ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die Überbevölkerung, wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, es gab keine Überbevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6336</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6336"/>
		<updated>2019-07-30T07:03:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Produktivkraftentwicklung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraftentwicklung ist ein wichtiges Element der kapitalistischen Produktion, denn ab einem gewissen Punkt wird sie der mächtigste Hebel der Akkumulation. Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich in dem Verhältnis zwischen eingesetzten Produktionsmitteln und der Arbeitskraft aus. Bei wachsender Produktivkraftentwicklung werden im Produktionsprozess zunehmend mehr Produktionsmittel eingesetzt, was das Verhältnis von eingesetzter Arbeitskraft und Produktionsmittel entscheidend ändert. Ein Arbeiter kann nun mehr Produktionsmittel in kürzerer Zeit verbrauchen. Somit ändert sich die technische Zusammensetzung des Kapitals, also das Verhältnis der Masse der angewandten Produktionsmittel und der dazu benötigten Arbeitskraft, durch die Steigerung der Produktivkraftentwicklung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Veränderung spiegelt sich wieder in der Veränderung der Wertzusammensetzung des Kapitals, dass also der Anteil des konstanten Kapitals steigt, und der Anteil des variablen Kapitals sinkt. Dadurch, dass die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital sich als wachsende Größe des Kapitals darstellt, ist sie gleichzeitig Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und einer beschleunigten Produktion von Mehrwert. Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist also Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweis, indem die Akkumulation des Kapitals beschleunigt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der Produktionsmittel verglichen mit dem der Arbeiterklasse, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, welche Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der PM. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der PM einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf und schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit entwickeln sich mit Akkumulation. Einzelkapitale werden vermehrt. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen gewaltige industrielle Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, vervollkommnete technische Gestalt, geringere Arbeit genügt, um größere Masse Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital, es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überschüssige Bevölkerung ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die Überbevölkerung, wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, es gab keine Überbevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6335</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6335"/>
		<updated>2019-07-30T06:54:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Relative Mehrwertproduktion */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von PM oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der PM verglichen mit der AK, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, PM durch massenhafte Konzentration ökonomisiert,….ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert des einzelnen Produktionsmittel sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe des variablen Kapitalteils kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr Arbeitskraft notwendig ist, um die Produktionsmittel zu verarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der PM. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der PM einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf und schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit entwickeln sich mit Akkumulation. Einzelkapitale werden vermehrt. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen gewaltige industrielle Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, vervollkommnete technische Gestalt, geringere Arbeit genügt, um größere Masse Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital, es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überschüssige Bevölkerung ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die Überbevölkerung, wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, es gab keine Überbevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6334</id>
		<title>Politische Ökonomie des Kapitalismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://wiki.kommunistische.org/index.php?title=Politische_%C3%96konomie_des_Kapitalismus&amp;diff=6334"/>
		<updated>2019-07-30T06:53:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hans: /* Produktivkraftentwicklung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zurück zu [[AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware und ihre Eigenschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebrauchswert, Tauschwert, Wert, Konsumtion, Quantitatives Verhältnis, Ware, Produkt, Austausch, Rock, Verhältnis, Erscheinungsform,  Arbeitsprodukt, abstrakt menschliche Arbeit, Warenwert, Arbeitszeit, Arbeitskraft, Durchschnitt, Produktionsbedingungen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ware ist zunächst ein Gegenstand, der menschliche Bedürfnisse aller Art befriedigt, ob als Lebensmittel oder als Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware ist zunächst ein äußerer Gegenstand, ein Ding, das durch seine Eigenschaften menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art befriedigt. Die Natur dieser Bedürfnisse, ob sie z.B. dem Magen oder der Phantasie entspringen, ändert nichts an der Sache. Es handelt sich hier auch nicht darum, wie die Sache das menschliche Bedürfnis befriedigt, ob unmittelbar als Lebensmittel, d. h. als Gegenstand des Genusses, oder auf einem Umweg, als Produktionsmittel. Jedes nützliche Ding, wie Eisen, Papier usw., ist unter doppeltem Gesichtspunkt zu betrachten, nach Qualität und Quantität.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.49)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert einer Ware verwirklicht sich im Gebrauch, in seinem Nutzen, abhängig von der Eigenschaft der Ware, von der Qualität der Ware. Zugleich bilden Gebrauchswerte den stofflichen Inhalt des Reichtums. Im Kapitalismus bilden sie zugleich die stofflichen Träger des Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint, wenn man verschiedene Gebrauchswerte miteinander tauschen möchte und drückt somit ein quantitatives Verhältnis aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswert. Aber diese Nützlichkeit schwebt nicht in der Luft. Durch die Eigenschaften des Warenkörpers bedingt, existiert sie nicht ohne denselben. Der Warenkörper selbst, wie Eisen, Weizen, Diamant usw., ist daher ein Gebrauchswert oder Gut. Dieser sein Charakter hängt nicht davon ab, ob die Aneignung seiner Gebrauchseigenschaften dem Menschen viel oder wenig Arbeit kostet. Bei Betrachtung der Gebrauchswerte wird stets ihre quantitative Bestimmtheit vorausgesetzt, wie Dutzend Uhren, Elle Leinwand, Tonne Eisen usw. Die Gebrauchswerte der Waren liefern das Material einer eignen Disziplin, der Warenkunde. Der Gebrauchswert verwirklicht sich nur im Gebrauch oder der Konsumtion. Gebrauchswerte bilden den stofflichen Inhalt des Reichtums, welches immer seine gesellschaftliche Form sei. In der von uns zu betrachtenden Gesellschaftsform bilden sie zugleich die stofflichen Träger des – Tauschwerts. Der Tauschwert erscheint zunächst als das quantitative Verhältnis, die Proportion, worin sich Gebrauchswerte einer Art gegen Gebrauchswerte anderer Art austauschen, ein Verhältnis, das beständig mit Zeit und Ort wechselt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.50)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund, um überhaupt Produkte zu tauschen, sind ihre unterschiedlichen Gebrauchswerte. In diesem Tauschprozess wird ein Produkt zur Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Ware zu werden, muß das Produkt dem andern, dem es als Gebrauchswert dient, durch den Austausch übertragen werden. Endlich kann kein Ding Wert sein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wären jene Dinge nicht qualitativ verschiedne Gebrauchswerte und daher Produkte qualitativ verschiedner nützlicher Arbeiten, so könnten sie sich überhaupt nicht als Waren gegenübertreten. Rock tauscht sich nicht aus gegen Rock, derselbe Gebrauchswert nicht gegen denselben Gebrauchswert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gewisse Ware lässt sich in einem bestimmten Verhältnis mit einer anderen Ware tauschen, z. B. x kg Weizen gegen y kg Kartoffeln oder z kg Möhren. Also hat der Weizen unzählig viele Tauschwerte. Die Tauschwerte müssen aber auch etwas Gleiches haben, um vergleichbar zu sein, der Tauschwert kann also nur die &amp;quot;Erscheinungsform&amp;quot; eines Dritten sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine gewisse Ware, ein Quarter Weizen z.B. tauscht, sich mit x Stiefelwichse oder mit y Seide oder mit z Gold usw., kurz mit andern Waren in den verschiedensten Proportionen. Mannigfache Tauschwerte also hat der Weizen statt eines einzigen. Aber da x Stiefelwichse, ebenso y Seide, ebenso z Gold usw. der Tauschwert von einem Quarter Weizen ist, müssen y Stiefelwichse, y Seide, z Gold usw. durch einander ersetzbare oder einander gleich große Tauschwerte sein. Es folgt daher erstens: Die gültigen Tauschwerte derselben Ware drücken ein Gleiches aus. Zweitens aber: Der Tauschwert kann überhaupt nur die Ausdrucksweise, die ‚Erscheinungsform‛ eines von ihm unterscheidbaren Gehalts sein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.51)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle Gebrauchswerte sind Arbeitsprodukte und damit auf abstrakte Arbeit reduzierbar. Diese Arbeit produziert Wert, Warenwert. Das Gemeinsame der unterschiedlichen Waren, was sich beim Tauschen darstellt, ist also ihr Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sieht man nun vom Gebrauchswert der Warenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten. Jedoch ist uns auch das Arbeitsprodukt bereits in der Hand verwandelt. Abstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir auch von den körperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen. Es ist nicht länger Tisch oder Haus oder Garn oder sonst ein nützlich Ding. Alle seine sinnlichen Beschaffenheiten sind ausgelöscht. Es ist auch nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen konkreten Formen dieser Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit. […] Als Kristalle dieser ihnen gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte – Warenwerte.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe des Werts misst sich an der Quantität der Arbeit, an der Arbeitszeit in Minuten, Stunden, Tagen etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen ‚wertbildenden Substanz‛, der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitszeit für den Wert einer Ware bemisst sich nicht nach einem individuellen (faulen, schnellen, ungeschickten) Arbeiter, sondern an der durchschnittlich gesellschaftlich notwendigen Dauer zur Erstellung dieser Ware unter normalen Produktionsbedingungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die gesamte Arbeitskraft der Gesellschaft, die sich in den Werten der Warenwelt darstellt, gilt hier als eine und dieselbe menschliche Arbeitskraft, obgleich sie aus zahllosen individuellen Arbeitskräften besteht. Jede dieser individuellen Arbeitskräfte ist dieselbe menschliche Arbeitskraft wie die andere, soweit sie den Charakter einer gesellschaftlichen Durchschnitts-Arbeitskraft besitzt und als solche gesellschaftliche Durchschnitts-Arbeitskraft wirkt, also in der Produktion einer Ware auch nur die im Durchschnitt notwendige oder gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit braucht. Gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ist Arbeitszeit, erheischt, um irgendeinen Gebrauchswert mit den vorhandenen gesellschaftlich- normalen Produktionsbedingungen und dem gesellschaftlichen Durchschnittsgrad von Geschick und Intensität der Arbeit darzustellen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.53)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitswerttheorie/ Wertgesetz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertgröße, Arbeitszeit, Produktivkraft, Wert, Preise, Wertgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad der Entwicklung der Produktivkraft beeinflusst die Arbeitszeit, die zur Herstellung einer Ware nötig ist und somit beeinflusst sie auch die Wertgröße der Ware und ihren Preis: Je größer die Produktivkraft, umso kürzer die benötigte Arbeitszeit, umso kleiner der Wert der Ware, umso kleiner der Preis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Wertgröße einer Ware bliebe daher konstant, wäre die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit konstant. Letztere wechselt aber mit jedem Wechsel in der Produktivkraft der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.54)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer die Produktivkraft der Arbeit, desto kleiner die zur Herstellung eines Artikels erheischte Arbeitszeit, desto kleiner die in ihm kristallisierte Arbeitsmasse, desto kleiner sein Wert. Umgekehrt, je kleiner die Produktivkraft der Arbeit, desto größer die zur Herstellung eines Artikels notwendige Arbeitszeit, desto größer sein Wert. Die Wertgröße einer Ware wechselt also direkt wie das Quantum und umgekehrt wie die Produktivkraft der sich in ihr verwirklichenden Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In welcher Weise immer die Preise der verschiedenen Waren zuerst gegeneinander festgesetzt oder geregelt sein mögen, das Wertgesetz beherrscht ihre Bewegung. Wo die zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit fällt, fallen die Preise; wo sie steigt, steigen die Preise, bei sonst gleichbleibenden Umständen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warenproduktion und gesellschaftliche Teilung der Arbeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitsteilung, Gebrauchswert, nützliche Arbeit, Warenproduzenten, Arbeitsteilung, Warenproduktion, Existenzbedingung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit ist die Voraussetzung der Warenproduktion. Jeder Produzent stellt Waren unterschiedlicher Gebrauchswerte her, die durch ihre Unterschiedlichkeit tauschbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…]: in dem Gebrauchswert jeder Ware steckt eine bestimmte zweckmäßig produktive Tätigkeit oder nützliche Arbeit. Gebrauchswerte können sich nicht als Waren gegenübertreten, wenn nicht qualitativ verschiedne nützliche Arbeiten in ihnen stecken. In einer Gesellschaft, deren Produkte allgemein die Form der Ware annehmen, d. h. in einer Gesellschaft von Warenproduzenten, entwickelt sich dieser qualitative Unterschied der nützlichen Arbeiten, welche unabhängig voneinander als Privatgeschäfte selbständiger Produzenten betrieben werden, zu einem vielgliedrigen System, zu einer gesellschaftlichen Teilung der Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.57)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |[…] – eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit. Sie ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich Warenproduktion nicht umgekehrt die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wertform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wertform, Wertverhältnis, Austauschverhältnis, Quantum, Äquivalent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tauschwert erscheint erst im Austauschverhältnis zweier Waren. Der Wert einer Ware wird im Äquivalent einer anderen quantitativ ausgedrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Wertform einer Ware ist enthalten in ihrem Wertverhältnis zu einer verschiedenartigen Ware oder im Austauschverhältnis mit derselben. Der Wert der Ware A wird qualitativ ausgedrückt durch die unmittelbare Austauschbarkeit der Ware B mit der Ware A. Er wird quantitativ ausgedrückt durch die Austauschbarkeit eines bestimmten Quantums der Ware B mit dem gegebenen Quantum der Ware A. In andren Worten: Der Wert einer Ware ist selbständig ausgedrückt durch seine Darstellung als ‚Tauschwert‛.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.74)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Wertform: xWareA = yWareB&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfaltete Wertform: xWare = unendliche viele unterschiedliche Waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemeine Wertform: viele unterschiedliche Waren = yWareZ (allgemein anerkanntes Äquivalent)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kristallisiert sich eine Ware heraus, die als allgemein gültiges Äquivalent zu allen anderen Waren tauschbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache oder vereinzelte relative Wertform einer Ware macht eine andre Ware zum einzelnen Äquivalent. Die entfaltete Form des relativen Werts, dieser Ausdruck des Werts einer Ware in allen andren Waren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Äquivalente auf. Endlich erhält eine besondre Warenart die allgemeine Äquivalentform, weil alle andren Waren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Wertform machen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.82)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geld==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldform, Wertform, Vergegenständlichte menschliche Arbeit, Ware, Wertausdruck, Zirkulationsmittel, Wertmaß, Tauschwert, Geld, Krise&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Allgemeine Wertform geht über zur Geldform. Geld hat die gesellschaftliche Gültigkeit bekommen, allgemeines Äquivalent zu allen anderen Waren zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Und erst vom Augenblick, wo diese Ausschließung sich endgültig auf eine spezifische Warenart beschränkt, hat die einheitliche relative Wertform der Waren weit objektive Festigkeit und allgemein gesellschaftliche Gültigkeit gewonnen. Die spezifische Warenart nun, mit deren Naturalform die Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, wird zur Geldware oder funktioniert als Geld. Es wird ihre spezifisch gesellschaftliche Funktion, und daher ihr gesellschaftliches Monopol, innerhalb der Warenwelt die Rolle des allgemeinen Äquivalents zu spielen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da allen Waren vergegenständlichte menschliche Arbeit sind, können sie in dem gleichen Wertmaß, in Geldform oder Preis ausgedrückt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Weil alle Waren als Werte vergegenständlichte menschliche Arbeit, daher an und für sich kommensurabel sind, können sie ihre Werte gemeinschaftlich in derselben spezifischen Ware messen und diese dadurch in ihr gemeinschaftliches Wertmaß oder Geld verwandeln. Geld als Wertmaß ist notwendige Erscheinungsform des immanenten Wertmaßes der Waren, der Arbeitszeit. Der Wertausdruck einer Ware in Gold – x Ware A (ist gleich) y Geldware – ist ihre Geldform oder ihr Preis.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.109)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware, die als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Geld ist somit die adäquate Daseinsform des Tauschwerts, die alle anderen Waren als bloße Gebrauchswerte fixiert. Dabei ist es gleich, ob das Geld in „leiblicher“ Form (Goldstück) oder ideell auftritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Ware, welche als Wertmaß und daher auch, leiblich oder durch Stellvertreter, als Zirkulationsmittel funktioniert, ist Geld. Gold (resp. Silber) ist daher Geld. Als Geld funktioniert es, einerseits wo es in seiner goldnen (resp. silbernen) Leiblichkeit erscheinen muß, daher als Geldware, also weder bloß ideell, wie im Wertmaß, noch repräsentationsfähig, wie im Zirkulationsmittel; andrerseits wo seine Funktion, ob es selbe nun in eigner Person oder durch Stellvertreter vollziehe, es als alleinige Wertgestalt oder allein adäquates Dasein des Tauschwerts allen andren Waren als bloßen Gebrauchswerten gegenüber fixiert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.143)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dadurch dass die Ware Geld nicht nur leiblich, sondern auch ideell als Zahlungsmittel benutzt wird, entsteht ein Widerspruch. Dieser Widerspruch zwischen Ware und Wertgestalt wird sichtbar, wenn dass Geld – durch Produktions- und Handelskrisen – nicht mehr nur repräsentatives Rechengeld sein kann, sondern harte Ware sein muss. Plötzlich wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel schließt einen unvermittelten Widerspruch ein. Soweit sich die Zahlungen ausgleichen, funktioniert es nur ideell als Rechengeld oder Maß der Werte. Soweit wirkliche Zahlung zu verrichten, tritt es nicht als Zirkulationsmittel auf, als nur verschwindende und vermittelnde Form des Stoffwechsels, sondern als die individuelle Inkarnation der gesellschaftlichen Arbeit, selbständiges Dasein des Tauschwerts, absolute Ware. Dieser Widerspruch eklatiert in dem Moment der Produktions- und Handelskrisen, der Geldkrise heißt. Sie ereignet sich nur, wo die prozessierende Kette der Zahlungen und ein künstliches System ihrer Ausgleichung völlig entwickelt sind. Mit allgemeineren Störungen dieses Mechanismus, woher sie immer entspringen mögen, schlägt das Geld plötzlich und unvermittelt um aus der nur ideellen Gestalt des Rechengeldes in hartes Geld. Es wird unersetzlich durch profane Waren. Der Gebrauchswert der Ware wird wertlos, und ihr Wert verschwindet vor seiner eignen Wertform.&amp;lt;br/&amp;gt; In der Krise wird der Gegensatz zwischen der Ware und ihrer Wertgestalt, dem Geld, bis zum absoluten Widerspruch gesteigert. Die Erscheinungsform des Geldes ist hier daher auch gleichgültig. Die Geldhungersnot bleibt dieselbe, ob in Gold oder Kreditgeld, Banknoten etwa, zu zahlen ist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.151)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einfache Warenzirkulation==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Kapital, Handel, Ware, Zirkulation, Konsumtion, Aneignung, Befriedigung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation ist Ausgangspunkt des Kapitals. Damit Kapital entstehen kann, braucht es historische Voraussetzungen: Warenproduktion, entwickelte Warenzirkulation und Handel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Warenzirkulation ist der Ausgangspunkt des Kapitals. Warenproduktion und entwickelte Warenzirkulation, Handel, bilden die historischen Voraussetzungen, unter denen es entsteht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.161)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Warenzirkulation Ware – Geld – Ware (W – G – W) endet in der Aneignung von Gebrauchswerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kreislauf W – G – W geht aus von dem Extrem einer Ware und schließt ab mit dem Extrem einer andren Ware, die aus der Zirkulation heraus und der Konsumtion anheimfällt. Konsumtion, Befriedigung von Bedürfnissen, mit einem Wort, Gebrauchswert ist daher sein Endzweck.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.164)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die einfache Warenzirkulation – der Verkauf für den Kauf – dient zum Mittel für einen außerhalb der Zirkulation liegenden Endzweck, die Aneignung von Gebrauchswerten, die Befriedigung von Bedürfnissen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalkreislauf==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation, Geld, Ware, Geldsumme, Mehrwert, Kapital, Verwertung, Bewegung, Selbstverwertung, Kapitalkreislauf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Zirkulation Geld – Ware – Geld (G – W – G) tauscht man Geld gegen Ware, um sie wieder gegen Geld zu tauschen, kurz Austausch von Geld gegen Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sehn wir uns die Zirkulation G – W – G näher an. Sie durchläuft, gleich der einfachen Warenzirkulation, zwei entgegengesetzte Phasen. In der ersten Phase, G – W, Kauf, wird das Geld in Ware verwandelt. In der zweiten Phase, W – G, Verkauf, wird die Ware in Geld rückverwandelt. Die Einheit beider Phasen aber ist die Gesamtbewegung, welche Geld gegen Ware und dieselbe Ware wieder gegen Geld austauscht, Ware kauft, um sie zu verkaufen, oder wenn man die formellen Unterschiede von Kauf und Verkauf vernachlässigt, mit dem Geld Ware und mit der Ware Geld kauft. Das Resultat, worin der ganze Prozeß erlischt, ist Austausch von Geld gegen Geld, G – G.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.162)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Prozess G – W – G macht nur Sinn, wenn G quantitativ verschieden ist, wenn G – W – G', wo G' größer als G ist. Den Zuwachs zu G nennt man Mehrwert. In dem Prozess, in dem G zu G' wird, wird G zu Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eine Geldsumme kann sich von der andren Geldsumme überhaupt nur durch ihre Größe unterscheiden. Der Prozeß G – W – G schuldet seinen Inhalt daher keinem qualitativen Unterschied seiner Extreme, denn sie sind beide Geld, sondern nur ihrer quantitativen Verschiedenheit. Schließlich wird der Zirkulation mehr Geld entzogen, als anfangs hineingeworfen ward. Die zu 100 Pfd.St. gekaufte Baumwolle wird z.B. wieder verkauft zu 100 (plus) 10 Pfd.St. oder 110 Pfd.St. Die vollständige Form dieses Prozesses ist daher G – W – G' , wo G' (gleich) G + A G, d. h. gleich der ursprünglich vorgeschossenen Geldsumme plus einem Inkrement. Dieses Inkrement oder den Überschuß über den ursprünglichen Wert nenne ich – Mehrwert (surplus value). Der ursprünglich vorgeschoßne Wert erhält sich daher nicht nur in der Zirkulation, sondern in ihr verändert er seine Wertgröße, setzt einen Mehrwert zu oder verwertet sich. Und diese Bewegung verwandelt ihn in Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.165)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zirkulation des Geldes als Kapital ist Selbstzweck, Verwertung des Werts. Treibendes Motiv ist der Tauschwert selbst. Man kann diese Bewegung endlos wiederholen. Wer dies tut, wird zum Kapitalist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zirkulation des Geldes als Kapital ist dagegen Selbstzweck, denn die Verwertung des Werts existiert nur innerhalb dieser stets erneuerten Bewegung. Die Bewegung des Kapitals ist daher maßlos. Als bewußter Träger dieser Bewegung wird der Geldbesitzer Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.167)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ware und Geld sind verschiedene Existenzweisen des Werts, im Verändern seiner Erscheinungsformen (Geld – Ware – Geld) vergrößert er sich. Zum ursprünglichen Wert gibt sich Mehrwert dazu, er verwertet sich somit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G – W – G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. […] Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.169)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkreislauf: Wert kommt aus dem Kreislauf, geht wieder in ihn hinein, erhält sich und vergrößert sich (Mehrwert), kommt insgesamt größer aus ihm heraus und beginnt von neuem denselben Kreislauf. Dieser sich verwertende Wert ist Kapital. Sein Kreislauf ist unendlich wiederholbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem. G – G ', geldheckendes Geld – money which begets money – lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.170)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwert==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausch, Äquivalent, Mehrwert, Warenaustausch, Kapital, Verteilung, Minderwert, Zirkulation, Arbeit, Mehrwert, Wertbildung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Tausch von Äquivalenten wird kein Mehrwert produziert. Auch beim Tausch von Nicht-Äquivalenten (wenn Käufer über oder unter Wert kauft bzw. Verkäufer unter oder über Wert verkauft) wird kein Mehrwert produziert, da sich dieser kurzfristige Vorteil im Kreislauf wieder aufheben wird.&lt;br /&gt;
Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Werden Waren oder Waren und Geld von gleichem Tauschwert, also Äquivalente ausgetauscht, so zieht offenbar keiner mehr Wert aus der Zirkulation heraus, als er in sie hineinwirft. Es findet dann keine Bildung von Mehrwert statt.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.174)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung von Mehrwert und daher die Verwandlung von Geld in Kapital, kann also weder dadurch erklärt werden, daß die Verkäufer die Waren über ihrem Werte verkaufen, noch dadurch, daß die Käufer sie unter ihrem Werte kaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.175)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der zirkulierende Wert hat sich um kein Atom vergrößert, seine Verteilung zwischen A und B hat sich verändert. Auf der einen Seite erscheint als Mehrwert, was auf der andren Minderwert ist, auf der einen Seite als Plus, was auf der andren als Minus.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man mag sich also drehen und wenden, wie man will, das Fazit bleibt dasselbe. Werden Äquivalente ausgetauscht, so entsteht kein Mehrwert, und werden Nicht-Äquivalente ausgetauscht, so entsteht auch kein Mehrwert. Die Zirkulation oder der Warenaustausch schafft keinen Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.177f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Kann aber der Mehrwert anderswoher entspringen als aus der Zirkulation? Die Zirkulation ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Warenbesitzer. Außerhalb derselben steht der Warenbesitzer nur noch in Beziehung zu seiner eignen Ware. […] Aber seine Arbeit stellt sich nicht dar im Werte der Ware und einem Überschuß über ihrem eignen Wert, nicht in einem Preise von 10, der zugleich ein Preis von 11, nicht in einem Wert, der größer als er selbst ist. Der Warenbesitzer kann durch seine Arbeit Werte bilden, aber keine sich verwertenden Werte. Er kann den Wert einer Ware erhöhn, indem er vorhandnem Wert neuen Wert durch neue Arbeit zusetzt, z.B. aus Leder Stiefel macht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.179f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ware Arbeitskraft==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, Wert, Gebrauchswert, Arbeitsvermögen, Kapitalist, Geldbesitzer, Arbeiter, Warenbesitzer, Eigentum, Kapital, Warenmarkt, Freiheit, Ware, Produktion, Reproduktion, Arbeitszeit, Lebensmittel, Grenze, Minimum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme  1 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft ist es Wert zu schaffen. Zur  Arbeitskraft zählen alle körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Arbeiten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Veränderung muß sich also zutragen mit der Ware, die im ersten Akt G – W gekauft wird, aber nicht mit ihrem Wert, denn es werden Äquivalente ausgetauscht, die Ware wird zu ihrem Werte bezahlt. Die Veränderung kann also nur entspringen aus ihrem Gebrauchswert als solchem, d. h. aus ihrem Verbrauch. Um aus dem Verbrauch einer Ware Wert herauszuziehn, müßte unser Geldbesitzer so glücklich sein, innerhalb der Zirkulationssphäre, auf dem Markt, eine Ware zu entdecken, deren Gebrauchswert selbst die eigentümliche Beschaffenheit besäße, Quelle von Wert zu sein, deren wirklicher Verbrauch also selbst Vergegenständlichung von Arbeit wäre, daher Wertschöpfung. Und der Geldbesitzer findet auf dem Markt eine solche spezifische Ware vor – das Arbeitsvermögen oder die Arbeitskraft. Unter Arbeitskraft oder Arbeitsvermögen verstehen wir den Inbegriff der physischen und geistigen Fähigkeiten, die in der Leiblichkeit, der lebendigen Persönlichkeit eines Menschen existieren und die er in Bewegung setzt, sooft er Gebrauchswerte irgendeiner Art produziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.181)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist und der Arbeiter begegnen sich als juristisch gleiche Personen, als ebenbürtige Warenbesitzer auf dem Markt. Der einzige Unterschied ist, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer ist. Der Arbeiter muss immer Besitzer seiner Ware, also Arbeitskraft, sein und kann sie somit nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, daß der eine Käufer, der andre Verkäufer, beide also juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, daß der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für bestimmte Zeit verkaufe, denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für allemal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware. Er als Person muß sich beständig zu seiner Arbeitskraft als seinem Eigentum und daher seiner eignen Ware verhalten, und das kann er nur, soweit er sie dem Käufer stets nur vorübergehend, für einen bestimmten Zeittermin, zur Verfügung stellt, zum Verbrauch überläßt, also durch ihre Veräußerung nicht auf sein Eigentum an ihr verzichtet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.182)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Voraussetzung für die Verwandlung von Geld in Kapital ist, dass es Arbeiter auf dem Warenmarkt gibt. Die Arbeiter müssen über ihre Arbeitskraft als Ware verfügen können und besitzen keine eigenen Produktionsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zur Verwandlung von Geld in Kapital muß der Geldbesitzer also den freien Arbeiter auf dem Warenmarkt vorfinden, frei in dem Doppelsinn, daß er als freie Person über seine Arbeitskraft als seine Ware verfügt, daß er andrerseits andre Waren nicht zu verkaufen hat, los und ledig, frei ist von allen zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.183)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft wird gemessen an dem Wert der Summe der Lebensmittel, die der Arbeiter benötigt, um existieren zu können, sowie sich selbst fortzupflanzen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeitskraft existiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion setzt also seine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitskraft in seiner eignen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers notwendigen Lebensmittel.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonderheit des Werts der Ware Arbeitskaft: Er ist beeinflussbar; abhängig von der Kulturstufe, den Ansprüchen, die die Arbeiter stellen, die sich historisch entwickelt haben und als natürliche Bedürfnisse gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in seinem normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden je nach den klimatischen und andren natürlichen Eigentümlichkeiten eines Landes. Andrerseits ist der Umfang sog. notwendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, selbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter andrem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohnheiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den andren Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnitts-Umkreis der notwendigen Lebensmittel gegeben.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.185)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Wert der Ware Arbeitskraft an der Summe der Lebensmittel gemessen wird, die der Arbeiter zur Reproduktion seiner Arbeitskraft benötigt, verändert sich dieser Wert, wenn der Wert der Lebensmittel sich verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft löst sich auf in den Wert einer bestimmten Summe von Lebensmitteln. Er wechselt daher auch mit dem Wert dieser Lebensmittel, d. h. der Größe der zu ihrer Produktion erheischten Arbeitszeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.186)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Minimalgrenze des Werts der Ware Arbeitskraft ist erreicht, wenn ein weiteres Absenken dazu führen würde, dass die tägliche Reproduktion des Arbeiters nicht mehr gewährleistet wäre und er sterben würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die letzte Grenze oder Minimalgrenze des Werts der Arbeitskraft wird gebildet durch den Wert einer Warenmasse, ohne deren tägliche Zufuhr der Träger der Arbeitskraft, der Mensch, seinen Lebensprozeß nicht erneuern kann, also durch den Wert der physisch unentbehrlichen Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Sinkt der Preis der Arbeitskraft auf dieses Minimum, so sinkt er unter ihren Wert, denn sie kann sich so nur in verkümmerter Form erhalten und entwickeln. Der Wert jeder Ware ist aber bestimmt durch die Arbeitszeit, erfordert, um sie in normaler Güte zu liefern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.187)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konstantes und variables Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitskraft, lebendige Arbeit, Kapital, Produktionsmittel, Verausgabung, Produkt, Wert, Konstantes Kapital, Variables Kapital, Verwertungsprozess, Wertzusammensetzung, Technische Zusammensetzung des Kapitals, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Arbeitsprozess überträgt der Arbeiter den Wert der verwendeten Produktionsmittel (Rohstoffe, Hilfsstoffe, Teilwert der verwendeten Maschinen) und schafft neuen Wert durch seine hinzugefügte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist also eine Naturgabe der sich betätigenden Arbeitskraft, der lebendigen Arbeit, Wert zu erhalten, indem sie Wert zusetzt, eine Naturgabe, die dem Arbeiter nichts kostet, aber dem Kapitalisten viel einbringt, die Erhaltung des vorhandnen Kapitalwerts.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.221)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In ihrer abstrakten, allgemeinen Eigenschaft also, als Verausgabung menschlicher Arbeitskraft, setzt die Arbeit des Spinners den Werten von Baumwolle und Spindel Neuwert zu, und in ihrer konkreten, besondren, nützlichen Eigenschaft als Spinnprozeß, überträgt sie den Wert dieser Produktionsmittel auf das Produkt und erhält so ihren Wert im Produkt. Daher die Doppelseitigkeit ihres Resultats in demselben Zeitpunkt. Durch das bloß quantitative Zusetzen von Arbeit wird neuer Wert zugesetzt, durch die Qualität der zugesetzten Arbeit werden die alten Werte der Produktionsmittel im Produkt erhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.215)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2  '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital sind Ausgaben für Rohmaterialien, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel, die ihre Wertgröße im Produktionsprozess nicht verändern.&lt;br /&gt;
Variables Kapital ist die Bezahlung der Arbeitskraft. Die Arbeitskraft überträgt nicht nur ihren eigenen Wert auf das Produkt, sondern schafft zusätzlich neuen (Mehrwert), der mal größer, mal kleiner sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Überschuß des Gesamtwerts des Produkts über die Wertsumme seiner Bildungselemente ist der Überschuß des verwerteten Kapitals über den ursprünglich vorgeschoßnen Kapitalwert. Produktionsmittel auf der einen Seite, Arbeitskraft auf der andren sind nur die verschiednen Existenzformen, die der ursprüngliche Kapitalwert annahm bei Abstreifung seiner Geldform und seiner Verwandlung in die Faktoren des Arbeitsprozesses.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Teil des Kapitals also, der sich in Produktionsmittel, d. h. in Rohmaterial, Hilfsstoffe und Arbeitsmittel umsetzt, verändert seine Wertgröße nicht im Produktionsprozeß. Ich nenne ihn daher konstanten Kapitalteil, oder kürzer: konstantes Kapital.&amp;lt;br/&amp;gt; Der in Arbeitskraft umgesetzte Teil des Kapitals verändert dagegen seinen Wert im Produktionsprozeß. Er reproduziert sein eignes Äquivalent und einen Überschuß darüber, Mehrwert, der selbst wechseln, größer oder kleiner sein kann. Aus einer konstanten Größe verwandelt sich dieser Teil des Kapitals fortwährend in eine variable. Ich nenne ihn daher variablen Kapitalteil, oder kürzer: variables Kapital. Dieselben Kapitalbestandteile, die sich vom Standpunkt des Arbeitsprozesses als objektive und subjektive Faktoren, als Produktionsmittel und Arbeitskraft unterscheiden, unterscheiden sich vom Standpunkt des Verwertungsprozesses als konstantes Kapital und variables Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Teil des Mehrwerts, der in Kapital verwandelt wird, teilt sich in konstantes und variables Kapital. Ein Teil wird also für den Kauf von Produktionsmitteln, der andere für den Kauf von Arbeitskräften genutzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Nach dieser Vorstellung würde aller Mehrwert, der in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital. Er teilt sich vielmehr, wie der ursprünglich vorgeschoßne Wert, in konstantes Kapital und variables Kapital, in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Arbeitskraft ist die Form, worin das variable Kapital innerhalb des Produktionsprozesses existiert. In diesem Prozeß wird sie selbst vom Kapitalisten verzehrt. Sie verzehrt durch ihre Funktion - die Arbeit - Produktionsmittel. Zugleich verwandelt sich das im Ankauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel, die nicht von der „produktiven Arbeit&amp;quot;, sondern vom „produktiven Arbeiter&amp;quot; verzehrt werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.616)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital teilt sich dem Wert nach in einen konstanten und einen variablen Teil. Dem Stoff nach in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Das erste ist die Wertzusammensetzung, das zweite die technische Zusammensetzung. &lt;br /&gt;
Diese sind in enger Wechselbeziehung. Die Wertzusammensetzung ist bestimmt durch und spiegelt die technische Zusammensetzung wider, sie ist die organische Zusammensetzung. Wenn von Zusammensetzung des Kapitals die Rede ist, ist seine organische Zusammensetzung zu verstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zusammensetzung des Kapitals ist in zweifachem Sinn zu fassen. Nach der Seite des Werts bestimmt sie sich durch das Verhältnis, worin es sich teilt in konstantes Kapital oder Wert der Produktionsmittel und variables Kapital oder Wert der Arbeitskraft, Gesamtsumme der Arbeitslöhne. Nach der Seite des Stoffs, wie er im Produktionsprozeß fungiert, teilt sich jedes Kapital in Produktionsmittel und lebendige Arbeitskraft; diese Zusammensetzung bestimmt sich durch das Verhältnis zwischen der Masse der angewandten Produktionsmittel einerseits und der zu ihrer Anwendung erforderlichen Arbeitsmenge andrerseits. Ich nenne die erstere die Wertzusammensetzung, die zweite die technische Zusammensetzung des Kapitals. Zwischen beiden besteht enge Wechselbeziehung. Um diese auszudrücken, nenne ich die Wertzusammensetzung des Kapitals, insofern sie durch seine technische Zusammensetzung bestimmt wird und deren Änderungen widerspiegelt: die organische Zusammensetzung des Kapitals. Wo von der Zusammensetzung des Kapitals kurzweg die Rede ist, ist stets seine organische Zusammensetzung zu verstehn.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.640)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Mehrwertrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konstantes Kapital, Variables Kapital, Mehrwertrate, Exploitationsgrad, Mehrprodukt, Mehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit das variable Kapital sich verwerten kann, braucht es vorgeschossenes konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um einen Teil des Kapitals durch seinen Umsatz in Arbeitskraft zu verwerten, muß ein andrer Teil des Kapitals in Produktionsmittel verwandelt werden. Damit das variable Kapital funktioniere, muß konstantes Kapital in entsprechenden Proportionen, je nach dem bestimmten technischen Charakter des Arbeitsprozesses, vorgeschossen werden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.229f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mehrwertrate (m´) bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts (m) zu den Lohnkosten (v) oder der Mehrarbeitszeit zu der notwenigen Arbeitszeit.(m´) = Mehrwert (m) / variables Kapital (v) oder Mehrarbeitszeit / notwendige Arbeitszeit. Somit lässt sich durch die Mehrwertrate der Ausbeutungsgrad des Arbeiters durch den Kapitalisten bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Mehrwert verhält sich zum variablen Kapital, wie die Mehrarbeit zur notwendigen, oder die Rate des Mehrwerts m (geteilt durch) v gleich Mehrarbeit (geteilt durch) Notwendige Arbeit. Beide Proportionen drücken dasselbe Verhältnis in verschiedner Form aus, das eine Mal in der Form vergegenständlichter, das andre Mal in der Form flüssiger Arbeit. Die Rate des Mehrwerts ist daher der exakte Ausdruck für den Exploitationsgrad der Arbeitskraft durch das Kapital oder des Arbeiters durch den Kapitalisten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.231f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweck der kapitalistischen Produktion ist die des Mehrwerts. Gemessen wird er nicht an der absoluten Größe des Produkts, sondern an der relativen Größe des Mehrprodukts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die Produktion von Mehrwert der bestimmende Zweck der kapitalistischen Produktion, so mißt nicht die absolute Größe des Produkts, sondern die relative Größe des Mehrprodukts den Höhegrad des Reichtums.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.243f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitstag==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Arbeitstag, notwendige Arbeit, Minimalgrenze des Arbeitstags, Maximalgrenze des Arbeitstags, Klassenkampf, Recht als Käufer/Verkäufer, Klassenkampf, Notwendigkeit der Organisierung der Arbeiter, Staatsgesetz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Länge des Arbeitstags hat gewisse Schranken, in denen sie variieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Obgleich nun der Arbeitstag keine feste, sondern eine fließende Größe ist, kann er andrerseits nur innerhalb gewisser Schranken variieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kapitalistischen Produktionsweise kann sich der Arbeitstag nie nur auf den Teil der notwendigen Arbeit verkürzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Auf Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise kann die notwendige Arbeit […] immer nur einen Teil seines [des Arbeiters] Arbeitstages bilden, der Arbeitstag sich also nie auf dies Minimum verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3 '''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Maximalgrenze ist doppelt bestimmt. Der Arbeiter hat eine physische Grenze. Ein Teil des Tages muss er schlafen, essen, sich reinigen etc. Und es gibt eine moralische Grenze. Der Arbeiter braucht Zeit, geistige und soziale Bedürfnisse zu befriedigen, deren Umfang  abhängig vom allgemeinen Kulturzustand ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er ist über eine gewisse Grenze hinaus nicht verlängerbar. Diese Maximalschranke ist doppelt bestimmt. Einmal durch die physische Schranke der Arbeitskraft. Ein Mensch kann während des natürlichen Tags von 24 Stunden nur ein bestimmtes Quantum Lebenskraft verausgaben. So kann ein Pferd tagaus, tagein nur 8 Stunden arbeiten. Während eines Teils des Tags muß die Kraft ruhen, schlafen, während eines andren Teils hat der Mensch andre physische Bedürfnisse zu befriedigen, sich zu nähren, reinigen, kleiden usw. Außer dieser rein physischen Schranke stößt die Verlängrung des Arbeitstags auf moralische Schranken. Der Arbeiter braucht Zeit zur Befriedigung geistiger und sozialer Bedürfnisse, deren Umfang und Zahl durch den allgemeinen Kulturzustand bestimmt sind. Die Variation des Arbeitstags bewegt sich daher innerhalb physischer und sozialer Schranken. Beide Schranken sind aber sehr elastischer Natur und erlauben den größten Spielraum. So finden wir Arbeitstage von 8, 10, 12, 14, 16, 18 Stunden, also von der verschiedensten Länge.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.246f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Sicht des Kapitalisten darf er größtmöglichen Nutzen aus seiner gekauften Ware Arbeitskraft herauszuschlagen, wie jeder andere auch aus seiner gekauften Ware. Das konstante (tote) Kapital und die Produktionsmittel sind nur da, um lebendige Arbeit einzusaugen. Das Interesse des Kapitalisten ist es sein Kapital zu verwerten und so viel Mehrwert wie möglich zu schaffen.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kauft den Gebrauchswert der Arbeitskraft, der Arbeiter erhält den Tauschwert. Dennoch zieht der Kapitalist Mehrwert aus diesem Tausch, der den Gesetzen des Warentauschs entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalist hat die Arbeitskraft zu ihrem Tageswert gekauft. Ihm gehört ihr Gebrauchswert während eines Arbeitstags. Er hat also das Recht erlangt, den Arbeiter während eines Tags für sich arbeiten zu lassen. Aber was ist ein Arbeitstag? Jedenfalls weniger als ein natürlicher Lebenstag. Um wieviel? Der Kapitalist hat seine eigne Ansicht über dies ultima Thüle, die notwendige Schranke des Arbeitstags. Als Kapitalist ist er nur personifiziertes Kapital. Seine Seele ist die Kapitalseele. Das Kapital hat aber einen einzigen Lebenstrieb, den Trieb, sich zu verwerten, Mehrwert zu schaffen, mit seinem konstanten Teil, den Produktionsmitteln, die größtmögliche Masse Mehrarbeit einzusaugen. Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampyrmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt. Die Zeit, während deren der Arbeiter arbeitet, ist die Zeit, während deren der Kapitalist die von ihm gekaufte Arbeitskraft konsumiert. Konsumiert der Arbeiter seine disponible Zeit für sich selbst, so bestiehlt er den Kapitalisten. &amp;lt;br/&amp;gt; Der Kapitalist beruft sich also auf das Gesetz des Warenaustausches. Er, wie jeder andre Käufer, sucht den größtmöglichen Nutzen aus dem Gebrauchswert seiner Ware herauszuschlagen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.223f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stillliegendes konstantes Kapital bringt Verlust. Die Ausdehnung der Arbeitszeit in die Nacht hinein und generell auf alle 24 Stunden des Tages ist Trieb der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das konstante Kapital, die Produktionsmittel, sind, vom Standpunkt des Verwertungsprozesses betrachtet, nur da, um Arbeit und mit jedem Tropfen Arbeit ein proportionelles Quantum Mehrarbeit einzusaugen. Soweit sie das nicht tun, bildet ihre bloße Existenz einen negativen Verlust für den Kapitalisten, denn sie repräsentieren während der Zeit, wo sie brachliegen, nutzlosen Kapitalvorschuß, und dieser Verlust wird positiv, sobald die Unterbrechung zusätzliche Auslagen nötig macht für den Wiederbeginn des Werks. Die Verlängrung des Arbeitstags über die Grenzen des natürlichen Tags in die Nacht hinein wirkt nur als Palliativ, stillt nur annähernd den Vampyrdurst nach lebendigem Arbeitsblut. Arbeit während aller 24 Stunden des Tags anzueignen ist daher der immanente Trieb der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.271f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den elastischen Schranken abgesehen, gibt es keine Grenze des Arbeitstages. Der Kapitalist als Käufer will den Gebrauchswert der Ware Arbeitskraft so lange wie möglich nutzen. Der Arbeiter als Verkäufer behauptet sein Recht, den Arbeitstag auf eine Normalgröße zu beschränken. &lt;br /&gt;
Hier bringt die kapitalistische Produktionsweise also den Klassenkampf hervor, damit einhergehend auch die Formierung der vielen einzelnen Kapitalisten zur Bourgeoisie und die Formierung der vielen einzelnen Angehörigen der Arbeiterklasse zu einer gemeinsam handelnden Arbeiterklasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man sieht: Von ganz elastischen Schranken abgesehn, ergibt sich aus der Natur des Warenaustausches selbst keine Grenze des Arbeitstags, also keine Grenze der Mehrarbeit. Der Kapitalist behauptet sein Recht als Käufer, wenn er den Arbeitstag so lang als möglich und womöglich aus einem Arbeitstag zwei zu machen sucht. Andrerseits schließt die spezifische Natur der verkauften Ware eine Schranke ihres Konsums durch den Käufer ein, und der Arbeiter behauptet sein Recht als Verkäufer, wenn er den Arbeitstag auf eine bestimmte Normalgröße beschränken will. Es findet hier also eine Antinomie statt, Recht wider Recht, beide gleichmäßig durch das Gesetz des Warenaustausches besiegelt. Zwischen gleichen Rechten entscheidet die Gewalt. Und so stellt sich in der Geschichte der kapitalistischen Produktion die Normierung des Arbeitstags als Kampf um die Schranken des Arbeitstags dar –  ein Kampf zwischen dem Gesamtkapitalisten, d.h. der Klasse der Kapitalisten, und dem Gesamtarbeiter, oder der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.249)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch zeigt sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Arbeiter als Klasse um einen Normalarbeitstag zu erreichen. Ab einer gewissen Reifestufe der kapitalistischen Produktion ist der einzelne Arbeiter machtlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Geschichte der Reglung des Arbeitstags in einigen Produktionsweisen, in andren der noch fortdauernde Kampf um diese Reglung, beweisen handgreiflich, daß der vereinzelte Arbeiter, der Arbeiter als ‚freier‘ Verkäufer seiner Arbeitskraft, auf gewisser Reifestufe der kapitalistischen Produktion, widerstandslos unterliegt. Die Schöpfung eines Normalarbeitstags ist daher das Produkt eines langwierigen, mehr oder minder versteckten Bürgerkriegs zwischen der Kapitalistenklasse und der Arbeiterklasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.316)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter als Klasse müssen zu ihrem eigenen Schutze ein Staatsgesetz erzwingen, ein Vertrag  mit den Kapitalisten eingehen, um sich nicht individuell zu Tode zu arbeiten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Zum ‚Schutz‘ gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.320)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist passt auf, dass der Arbeiter mit Intensität Arbeit verrichtet.&lt;br /&gt;
Kapital wird zum Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Kreis der Lebensbedürfnisse vorschrieb. &amp;lt;br/&amp;gt; Hoher Grad der Ausbeutung der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Innerhalb des Produktionsprozesses entwickelte sich das Kapital zum Kommando über die Arbeit, d.h. über die sich betätigende Arbeitskraft oder den Arbeiter selbst. Das personifizierte Kapital, der Kapitalist, paßt auf, daß der Arbeiter sein Werk ordentlich und mit dem gehörigen Grad von Intensität verrichte. Das Kapital entwickelte sich ferner zu einem Zwangsverhältnis, welches die Arbeiterklasse nötigt, mehr Arbeit zu verrichten, als der enge Umkreis ihrer eignen Lebensbedürfnisse vorschrieb. Und als Produzent fremder Arbeitsamkeit, als Auspumper von Mehrarbeit und Exploiteur von Arbeitskraft übergipfelt es an Energie, Maßlosigkeit und Wirksamkeit alle frühern auf direkter Zwangsarbeit beruhenden Produktionssysteme.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.328)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktionsmittel wenden den Arbeiter an. Sie verzehren ihn als Element ihres eigenen Lebensprozesses, als Lebensprozess des Kapitals. Das bedeutet die Verkehrung der Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist nicht mehr der Arbeiter, der die Produktionsmittel anwendet, sondern es sind die Produktionsmittel, die den Arbeiter anwenden. Statt von ihm als stoffliche Elemente seiner produktiven Tätigkeit verzehrt zu werden, verzehren sie ihn als Ferment ihres eignen Lebensprozesses, und der Lebensprozeß des Kapitals besteht nur in seiner Bewegung als sich selbst verwertender Wert. Schmelzöfen und Arbeitsgebäude, die des Nachts ruhn und keine lebendige Arbeit einsaugen, sind ‚reiner Verlust‘ (‚mere loss‘) für den Kapitalisten. Darum konstituieren Schmelzöfen und Arbeitsgebäude einen ‚Anspruch auf die Nachtarbeit‘ der Arbeitskräfte. Die bloße Verwandlung des Geldes in gegenständliche Faktoren des Produktionsprozesses, in Produktionsmittel, verwandelt letztre in Rechtstitel und Zwangstitel auf fremde Arbeit und Mehrarbeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Wie diese der kapitalistischen Produktion eigentümliche und sie charakterisierende Verkehrung, ja Verrückung des Verhältnisses von toter und lebendiger Arbeit, von Wert und wertschöpferischer Kraft, sich im Bewusstsein der Kapitalistenköpfe abspiegelt [...]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.329)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Arbeitslohn==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Preis der Arbeitskraft, Wert der Arbeitskraft, Verelendung der Arbeiterklasse, bezahlte Arbeit, unbezahlte Arbeit, notwendige Arbeit, Mehrarbeit, Stundenlohn&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters.&amp;lt;br/&amp;gt; Die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert werden durch drei Umstände bedingt: 1. die Länge des Arbeitstags, 2. die Intensität der Arbeit und 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Wert der Arbeitskraft ist bestimmt durch den Wert der gewohnheitsmäßig notwendigen Lebensmittel des Durchschnittsarbeiters. Die Masse dieser Lebensmittel, obgleich ihre Form wechseln mag, ist in einer bestimmten Epoche einer bestimmten Gesellschaft gegeben und daher als konstante Größe zu behandeln. Was wechselt, ist der Wert dieser Masse. Zwei andre Faktoren gehn in die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein. Einerseits ihre Entwicklungskosten, die sich mit der Produktionsweise ändern, andrerseits ihre Naturdifferenz, ob sie männlich oder weiblich, reif oder unreif. Der Verbrauch dieser differenten Arbeitskräfte, wieder bedingt durch die Produktionsweise, macht großen Unterschied in den Reproduktionskosten der Arbeiterfamilie und dem Wert des erwachsnen männlichen Arbeiters. Beide Faktoren bleiben jedoch bei der folgenden Untersuchung ausgeschlossen . Wir unterstellen. 1. daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden, 2. daß der Preis der Arbeitskraft wohl gelegentlich über ihren Wert steigt, aber nie unter ihn sinkt. &amp;lt;br/&amp;gt; Dies einmal unterstellt, fand sich, daß die relativen Größen von Preis der Arbeitskraft und von Mehrwert durch drei Umstände bedingt sind: 1. die Länge des Arbeitstags oder die extensive Größe der Arbeit; 2. die normale Intensität der Arbeit oder ihre intensive Größe, so daß ein bestimmtes Arbeitsquantum in bestimmter Zeit verausgabt wird; 3. endlich die Produktivkraft der Arbeit, so daß je nach dem Entwicklungsgrad der Produktionsbedingungen dasselbe Quantum Arbeit in derselben Zeit ein größeres oder kleineres Quantum Produkt liefert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.542)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Preis der Arbeitskraft könnte bei steigender Produktivkraft sinken, bei gleichzeitigem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Aber im Vergleich zum Mehrwert sänke der Arbeitslohn. Die Kluft zwischen den Lebenslagen der Arbeiter und Kapitalisten wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Preis der Arbeitskraft könnte so bei steigender Produktivkraft der Arbeit beständig fallen mit gleichzeitigem, fortwährendem Wachstum der Lebensmittelmasse des Arbeiters. Relativ aber, d.h. verglichen mit dem Mehrwert, sänke der Wert der Arbeitskraft beständig und erweiterte sich also die Kluft zwischen den Lebenslagen von Arbeiter und Kapitalist.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.546)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form des Arbeitslohn verschleiert die Teilung des Arbeitstages in bezahlte und unbezahlte Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Form des Arbeitslohns löscht also jede Spur der Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit, in bezahlte und unbezahlte Arbeit aus. Alle Arbeit erscheint als bezahlte Arbeit.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.562f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Zahlung einzelner Arbeitsstunden wird der Zusammenhang zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufgehoben. Dem Arbeiter ist nicht garantiert auf die notwendige Arbeitszeit zu kommen um seine Selbsterhaltung zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wird der Stundenlohn in der Weise fixiert, daß der Kapitalist sich nicht zur Zahlung eines Tages- oder Wochenlohns verpflichtet, sondern nur zur Zahlung der Arbeitsstunden, während deren es ihm beliebt, den Arbeiter zu beschäftigen, so kann er ihn unter der Zeit beschäftigen, die der Schätzung des Stundenlohns oder der Maßeinheit für den Preis der Arbeit ursprünglich zugrunde liegt. Da diese Maßeinheit bestimmt ist durch die Proportion Tageswert der Arbeitskraft/Arbeitstag von gegebener Stundenzahl, verliert sie natürlich allen Sinn, sobald der Arbeitstag aufhört, eine bestimmte Stundenzahl zu zählen. Der Zusammenhang zwischen der bezahlten und unbezahlten Arbeit wird aufgehoben. Der Kapitalist kann jetzt ein bestimmtes Quantum Mehrarbeit aus dem Arbeiter herausschlagen, ohne ihm die zu seiner Selbsterhaltung notwendige Arbeitszeit einzuräumen.|(Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.568)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und unproduktive Arbeit im Kapitalismus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Arbeit, Mehrwert, Kaufmann, Kaufmannskapital, Zirkulationsprozess, Wert, industrielles Kapital, unbezahlte Arbeit, Zirkulationskosten, Profitrate, Kopfarbeit,&lt;br /&gt;
Handarbeit, Gesamtarbeiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bourgoisie ist produktive Arbeit die, die Mehrwert schafft, die sich also in Kapital verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistische Formen der Produktion für die absoluten Formen derselben hält – daher für ewige Naturformen der Produktion – kann die Frage, was produktive Arbeit vom Standpunkt des Kapitals aus ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt etwas produziert, in irgendetwas resultiert, von sich aus produktive Arbeit ist. [...] Nur die Arbeit, die sich direkt in Kapital verwandelt, ist produktiv; [...] Arbeit, die Mehrwert setzt oder dem Kapital als Hebel dient, Mehrwert zu setzen und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert zu setzen.| (Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW Band 26, S.369)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gesellschaftlich notwendige Bereiche, die keine Werte – und damit keinen Mehrwert – schaffen, weil sich die dort geleistete Arbeit nicht in Produkten materialisiert. Unproduktive Arbeit hat den Nutzen, einen geringeren Teil der Arbeitskraft der Gesellschaft zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Er [der Kaufmann] verrichtet eine notwendige Funktion, weil der Reproduktionsprozess selbst unproduktive Funktionen einschließt. Er arbeitet so gut wie ein anderer, aber der Inhalt seiner Arbeit schafft weder Wert noch Produkt. Er selbst gehört zu den faux frais der Produktion. Sein Nutzen besteht nicht darin, eine unproduktive in eine produktive zu verwandeln, oder unproduktive Arbeit in produktive. […] Sein Nutzen besteht vielmehr darin, dass ein geringerer Teil der Arbeitskraft und Arbeitszeit der Gesellschaft in dieser unproduktiven Form gebunden wird.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.133f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zirkulationsprozess wird kein Wert und damit kein Mehrwert produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Kaufmannskapital ist nichts als innerhalb der Zirkulationssphäre fungierendes Kapital. Der Zirkulationsprozeß ist eine Phase des gesamten Reproduktionsprozesses. Aber im Zirkulationsprozeß wird kein Wert produziert, also auch kein Mehrwert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.290)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das industrielle Kapital produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter, fremder Arbeit. Das Kaufmannskapital eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum Mehrwert ist ein anderes als das des industriellen Kapitals. Das letztere produziert den Mehrwert durch direkte Aneignung unbezahlter fremder Arbeit. Das erstere eignet sich einen Teil dieses Mehrwerts an, indem es diesen Teil vom industriellen Kapital auf sich übertragen lässt.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.304)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem industriellen Kapital sind die Zirkulationskosten Unkosten, für das Handelskapital Quelle des Profits.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dem industriellen Kapital erscheinen und sind die Zirkulationskosten Unkosten. Dem Kaufmann erscheinen sie als Quelle seines Profits, der – die allgemeine Profitrate vorausgesetzt – im Verhältnis zur Größe derselben steht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.313.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im kooperativen Arbeitsprozess wird unterteilt in Hand- und Kopfarbeit. Im Sinne des Gesamtarbeiters verrichten aber beide Teile produktive Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie im Natursystem Kopf und Hand zusammengehören, vereint der Arbeitsprozeß Kopfarbeit und Handarbeit. Später scheiden sie sich bis zum feindlichen Gegensatz. Das Produkt verwandelt sich überhaupt aus dem unmittelbaren Produkt des individuellen Produzenten in ein gesellschaftliches, in das gemeinsame Produkt eines Gesamtarbeiters, d.h. eines kombinierten Arbeitspersonals, dessen Glieder der Handhabung des Arbeitsgegenstandes näher oder ferner stehn. Mit dem kooperativen Charakter des Arbeitsprozesses selbst erweitert sich daher notwendig der Begriff der produktiven Arbeit und ihres Trägers, des produktiven Arbeiters. Um produktiv zu arbeiten, ist es nun nicht mehr nötig, selbst Hand anzulegen; es genügt, Organ des Gesamtarbeiters zu sein, irgendeine seiner Unterfunktionen zu vollziehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.531)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Absolute Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exploitationsgrad, variables Kapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter absoluter Mehrwertproduktion versteht Marx die Verschärfung der Ausbeutung durch die Verlängerung des Arbeitstages, damit also der Verlängerung der Mehrarbeit, und durch die Abnahme der beschäftigten Arbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Verminderung des variablen Kapitals ist […] ausgleichbar durch proportionelle Erhöhung im Exploitationsgrad der Arbeitskraft oder die Abnahme in der Anzahl der beschäftigten Arbeiter durch proportionelle Verlängerung des Arbeitstags.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.322f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Länge des Arbeitstags, Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, notwendige Arbeit, relativer Mehrwert, Notwendige Arbeit, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, Produktivkraftsteigerung, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der Teil der Arbeitszeit, den der Arbeiter für seine Reproduktion braucht (notwendige Arbeitszeit), verkürzt wird, ohne dass sich die gesamte Arbeitszeit reduziert, erzielt der Kapitalist eine relative Mehrwertsteigerung. Die Verlängerung des Arbeitstages führt zu einer absoluten Mehrwertsteigerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie kann nun die Produktion von Mehrwert vergrößert, d.h. die Mehrarbeit verlängert werden, ohne jede weitere Verlängrung oder unabhängig von jeder weiteren Verlängrung [des Arbeitstages] […]?| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.331)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Verlängrung der Mehrarbeit entspräche die Verkürzung der notwendigen Arbeit, oder ein Teil der Arbeitszeit, die der Arbeiter bisher in der Tat für sich selbst verbraucht, verwandelt sich in Arbeitszeit für den Kapitalisten. Was verändert, wäre nicht die Länge des Arbeitstags, sondern seine Teilung in notwendige Arbeit und Mehrarbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.321f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Durch Verlängrung des Arbeitstags produzierten Mehrwert nenne ich absoluten Mehrwert; den Mehrwert dagegen, der aus Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit und entsprechender Verändrung im Größenverhältnis der beiden Bestandteile des Arbeitstags entspringt – relativen Mehrwert| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die notwendige Arbeitszeit kann sich nur verkürzen, wenn der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Dieser kann nur sinken, wenn die Masse Lebensmittel in kürzerer Arbeitszeit hergestellt wird und damit geringeren Wert hat. Dies ist jedoch ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit unmöglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebner Länge des Arbeitstags muß die Verlängrung der Mehrarbeit aus der Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit entspringen, […] in unsrem Beispiel muß der Wert der Arbeitskraft wirklich um ein Zehntel sinken, damit die notwendige Arbeitszeit um ein Zehntel abnehme, von 10 auf 9 Stunden, und daher die Mehrarbeit sich von 2 auf 3 Stunden verlängre. Eine solche Senkung des Werts der Arbeitskraft um ein Zehntel bedingt aber ihrerseits, daß dieselbe Masse Lebensmittel, die früher in 10, jetzt in 9 Stunden produziert wird. Dies ist jedoch unmöglich ohne eine Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit. […] Unter Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit verstehn wir hier überhaupt eine Verändrung im Arbeitsprozeß, wodurch die zur Produktion einer Ware gesellschaftlich erheischte Arbeitszeit verkürzt wird, ein kleinres Quantum Arbeit also die Kraft erwirbt, ein größres Quantum Gebrauchswert zu produzieren. Während also bei der Produktion des Mehrwerts in der bisher betrachteten Form die Produktionsweise als gegeben unterstellt war, genügt es für die Produktion von Mehrwert durch Verwandlung notwendiger Arbeit in Mehrarbeit keineswegs, daß das Kapital sich des Arbeitsprozesses in seiner historisch überlieferten oder vorhandnen Gestalt bemächtigt und nur seine Dauer verlängert. Es muß die technischen und gesellschaftlichen Bedingungen des Arbeitsprozesses, also die Produktionsweise selbst umwälzen, um die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn, durch die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit den Wert der Arbeitskraft zu senken und so den zur Reproduktion dieses Werts notwendigen Teil des Arbeitstags zu verkürzen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.333f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der Produktivkraft muss Industriezweige betreffen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um den Wert der Arbeitskraft zu senken, muß die Steigerung der Produktivkraft Industriezweige ergreifen, deren Produkte den Wert der Arbeitskraft bestimmen, also entweder dem Umkreis der gewohnheitsmäßigen Lebensmittel angehören oder sie ersetzen können.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wert der Ware Arbeitskraft nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besonderen Produktionszweigen ist. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z. B. Hemden verbilligt, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts bei. Die allgemeinen Bewegungsgesetze des Kapitals setzen sich hinter dem Rücken der Menschen durch, ohne dass sie den Kapitalisten bewusst sind, aber immer im Sinne der Steigerung des Werts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die verwohlfeilerte Ware senkt natürlich den Wert der Arbeitskraft nur pro tanto, d.h. nur im Verhältnis, worin sie in die Reproduktion der Arbeitskraft eingeht. Hemden z.B. sind ein notwendiges Lebensmittel, aber nur eins von vielen. Ihre Verwohlfeilerung vermindert bloß die Ausgabe des Arbeiters für Hemden. Die Gesamtsumme der notwendigen Lebensmittel besteht jedoch nur aus verschiednen Waren, lauter Produkten besondrer Industrien, und der Wert jeder solchen Ware bildet stets einen aliquoten Teil vom Wert der Arbeitskraft. Dieser Wert nimmt ab mit der zu seiner Reproduktion notwendigen Arbeitszeit, deren Gesamtverkürzung gleich der Summe ihrer Verkürzungen in allen jenen besondren Produktionszweigen ist.&amp;lt;br/&amp;gt; Wir behandeln dies allgemeine Resultat hier so, als wäre es unmittelbares Resultat und unmittelbarer Zweck in jedem einzelnen Fall. Wenn ein einzelner Kapitalist durch Steigerung der Produktivkraft der Arbeit z.B. Hemden verwohlfeilert, schwebt ihm keineswegs notwendig der Zweck vor, den Wert der Arbeitskraft und daher die notwendige Arbeitszeit pro tanto zu senken, aber nur soweit er schließlich zu diesem Resultat beiträgt, trägt er bei zur Erhöhung der allgemeinen Rate des Mehrwerts. Die allgemeinen und notwendigen Tendenzen des Kapitals sind zu unterscheiden von ihren Erscheinungsformen.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Art und Weise, wie die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion in der äußern Bewegung der Kapitale erscheinen, sich als Zwangsgesetze der Konkurrenz geltend machen und daher als treibende Motive dem individuellen Kapitalisten zum Bewußtsein kommen, ist jetzt nicht zu betrachten, aber soviel erhellt von vornherein: Wissenschaftliche Analyse der Konkurrenz ist nur möglich, sobald die innere Natur des Kapitals begriffen ist, ganz wie die scheinbare Bewegung der Himmelskörper nur dem verständlich, der ihre wirkliche, aber sinnlich nicht wahrnehmbare Bewegung kennt. Dennoch ist zum Verständnis der Produktion des relativen Mehrwerts und bloß auf Grundlage der bereits gewonnenen Resultate folgendes zu bemerken.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.334f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Jagd nach dem Extraprofit==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftsteigerung, Wert der Ware, Extramehrwert, Wert der Arbeitskraft, Produktivkraftentwicklung, relativer Mehrwert, Extramehrwert&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es einem Kapitalisten gelingt, die Produktivkraft zu steigern, produziert er mehr Waren in gegebener Zeit. Der individuelle Wert einer dieser Waren steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d. h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d. h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall den Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit. Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert, kann er Extramehrwert realisieren. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Stellt sich eine Arbeitsstunde in einem Goldquantum von 6 d. oder einen halben sh. dar, so wird in zwölfstündigem Arbeitstag ein Wert von 6 sh. produziert. Gesetzt, mit der gegebnen Produktivkraft der Arbeit würden 12 Stück Waren in diesen 12 Arbeitsstunden verfertigt. Der Wert der in jedem Stück vernutzten Produktionsmittel, Rohmaterial usw. sei 6 d. Unter diesen Umständen kostet die einzelne Ware 1 sh., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 6 d. für den in ihrer Verarbeitung neu zugesetzten Wert.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gelinge nun einem Kapitalisten, die Produktivkraft der Arbeit zu verdoppeln und daher 24 statt 12 Stück dieser Warenart in dem zwölfstündigen Arbeitstag zu produzieren. Bei unverändertem Wert der Produktionsmittel sinkt der Wert der einzelnen Ware jetzt auf 9 d., nämlich 6 d. für den Wert der Produktionsmittel, 3 d. für den durch die letzte Arbeit neu zugesetzten Wert. Trotz der verdoppelten Produktivkraft schafft der Arbeitstag nach wie vor nur einen Neuwert von 6 sh., welcher sich jedoch jetzt auf doppelt soviel Produkte verteilt. Auf jedes einzelne Produkt fällt daher nur noch ein Vierundzwanzigstel statt ein Zwölftel dieses Gesamtwerts, 3 d. statt 6 d. oder, was dasselbe ist, den Produktionsmitteln wird bei ihrer Verwandlung in Produkt, jedes Stück berechnet, jetzt nur noch eine halbe statt wie früher eine ganze Arbeitsstunde zugesetzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der individuelle Wert dieser Ware steht nun unter ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., sie kostet weniger Arbeitszeit als der große Haufen derselben Artikel, produziert unter den gesellschaftlichen Durchschnittsbedingungen. Das Stück kostet im Durchschnitt 1 sh. oder stellt 2 Stunden gesellschaftlicher Arbeit dar; mit der veränderten Produktionsweise kostet es nur 9 d. oder enthält nur IV2 Arbeitsstunden. &amp;lt;br/&amp;gt; Der wirkliche Wert einer Ware ist aber nicht ihr individueller, sondern ihr gesellschaftlicher Wert, d.h., er wird nicht durch die Arbeitszeit gemessen, die sie im einzelnen Fall dem Produzenten tatsächlich kostet, sondern durch die gesellschaftlich zu ihrer Produktion erheischte Arbeitszeit.&amp;lt;br/&amp;gt; Verkauft also der Kapitalist, der die neue Methode anwendet, seine Ware zu ihrem gesellschaftlichen Wert von 1 sh., so verkauft er sie 3 d. über ihrem individuellen Wert und realisiert so einen Extramehrwert von 3 d. Andrerseits stellt sich aber der zwölfstündige Arbeitstag jetzt für ihn in 24 Stück Ware dar statt früher in 12. Um also das Produkt eines Arbeitstags zu verkaufen, bedarf er doppelten Absatzes oder eines zweifach größern Markts. Unter sonst gleichbleibenden Umständen erobern seine Waren nur größern Marktraum durch Kontraktion ihrer Preise. Er wird sie daher über ihrem individuellen, aber unter ihrem gesellschaftlichen Wert verkaufen, sage zu 10 d. das Stück. So schlägt er an jedem einzelnen Stück immer noch einen Extramehrwert von 1 d. heraus. Diese Steigerung des Mehrwerts findet für ihn statt, ob oder ob nicht seine Ware dem Umkreis der notwendigen Lebensmittel angehört und daher bestimmend in den allgemeinen Wert der Arbeitskraft eingeht.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.335f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Produktivkraftentwicklung wächst der relative Mehrwert, während der Wert der Ware Arbeitskraft sinkt. Somit ist der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkräfte der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Vergünstigung der Ware den Arbeiter selbst zu vergünstigen, zu erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist daher der immanente Trieb und die beständige Tendenz des Kapitals, die Produktivkraft der Arbeit zu steigern, um die Ware und durch die Verwohlfeilerung der Ware den Arbeiter selbst zu verwohlfeilern.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten gleichgültig. Ihn interessiert nur der Mehrwert. Der relative Mehrwert steigt durch die Produktivkraft der Arbeit, der Wert der Waren sinkt dagegen. Dem Kapitalisten geht es nur um die Produktion von Tauschwert, er will den Tauschwert der Waren beständig senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der absolute Wert der Ware ist dem Kapitalisten, der sie produziert, an und für sich gleichgültig. Ihn interessiert nur der in ihr steckende und im Verkauf realisierbare Mehrwert. Realisierung von Mehrwert schließt von selbst Ersatz des vorgeschoßnen Werts ein. Da nun der relative Mehrwert in direktem Verhältnis zur Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit wächst, während der Wert der Waren in umgekehrtem Verhältnis zur selben Entwicklung fällt, da also derselbe identische Prozeß die Waren verwohlfeilert und den in ihnen enthaltnen Mehrwert steigert, löst sich das Rätsel, daß der Kapitalist, dem es nur um die Produktion von Tauschwert zu tun ist, den Tauschwert der Waren beständig zu senken strebt, […]| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.338f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Extramehrwert verschwindet, sobald sich die neue Produktionsweise verallgemeinert und bestimmend ist für den gesellschaftlichen Wert der Ware.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Andrerseits aber verschwindet jener Extramehrwert, sobald die neue Produktionsweise sich verallgemeinert und damit die Differenz Zwischen dem individuellen Wert der wohlfeiler produzierten Waren und ihrem gesellschaftlichen Wert verschwindet.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.337)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Profit, Kapital, Mehrwert, Kapitalverhältnis, Konstantes Kapital, variables Kapital, Profitrate, Mehrwertrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablen Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst  er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&amp;lt;br/&amp;gt; Die Wertveränderung, die sich während des Produktionsprozesses  ereignet, wird vom variablen Kapital in das Gesamtkapital verlegt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Profit ist zunächst dasselbe wie der Mehrwert, nur in mystifizierter Form, die aus der kapitalistischen Produktionsweise entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1=Als solcher vorgestellter Abkömmling des vorgeschoßnen Gesamtkapitals erhält der Mehrwert die verwandelte Form des Profits. Eine Wertsumme ist daher Kapital, weil sie ausgelegt wird, um einen Profit zu erzeugen, oder der Profit kommt heraus, weil eine Wertsumme als Kapital angewandt wird. Nennen wir den Profit p, so verwandelt sich die Formel W = c + v + m = k + m in die Formel W = k + p oder Warenwert = Kostpreis + Profit. Der Profit, wie wir ihn hier zunächst vor uns haben, ist also dasselbe, was der Mehrwert ist, nur in einer mystifizierten Form, die jedoch mit Notwendigkeit aus der kapitalistischen Produktionsweise herauswächst. Weil in der scheinbaren Bildung des Kostpreises kein Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital zu erkennen ist, muß der Ursprung der Wertveränderung, die während des Produktionsprozesses sich ereignet, von dem variablen Kapitalteil in das Gesamtkapital verlegt werden.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.46)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des Profits erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Indem alle Teile des Kapitals gleichmäßig als Quelle des überschüssigen Werts (Profits) erscheinen, wird das Kapitalverhältnis mystifiziert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist  kann keinen Unterschied zwischen konstantem und variablem Kapital erkennen, da er nur sieht, dass er für beide Ausgaben Kapital vorschießen muss. So misst er den Grad des Gewinns an der Differenz von Ausgaben und Überschuss = Profit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Kapitalist die Arbeit nur exploitieren kann durch Vorschuß des konstanten Kapitals, da er das konstante Kapital nur verwerten kann durch Vorschuß des variablen, so fallen ihm diese in der Vorstellung alle gleichmäßig zusammen, und dies um so mehr, als der wirkliche Grad seines Gewinns bestimmt ist nicht durch das Verhältnis zum variablen Kapital, sondern zum Gesamtkapital, nicht durch die Rate des Mehrwerts, sondern durch die Rate des Profits, die, wie wir sehn werden, dieselbe bleiben, und doch verschiedne Raten des Mehrwerts ausdrücken kann.&amp;lt;br/&amp;gt; Zu den Kosten des Produkts gehören alle seine Wertbestandteile, die der Kapitalist gezahlt, oder für die er ein Äquivalent in die Produktion geworfen hat. Diese Kosten müssen ersetzt werden, damit das Kapital sich einfach erhalte oder in seiner ursprünglichen Größe reproduziere.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit des Kapitalisten kommt daher, dass er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuss des Warenwerts über ihren Kostpreis, d. h. in dem Überschuss der in der Ware enthaltenen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltene bezahlte Summe Arbeit. Dieser Überschuss steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/(c+v).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat | 1=Der in der Ware enthaltne Wert ist gleich der Arbeitszeit, die ihre Herstellung kostet, und die Summe dieser Arbeit besteht aus bezahlter und unbezahlter. Die Kosten der Ware für den Kapitalisten bestehn dagegen nur aus dem Teil der in ihr vergegenständlichten Arbeit, den er gezahlt hat. Die in der Ware enthaltne Mehrarbeit kostet dem Kapitalisten nichts, obgleich sie dem Arbeiter, ganz so gut wie die bezahlte, Arbeit kostet, und obgleich sie, ganz so gut wie jene, Wert schafft und als wertbildendes Element in die Ware eingeht. Der Profit des Kapitalisten kommt daher, daß er etwas zu verkaufen hat, das er nicht bezahlt hat. Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Uberschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis, d.h. in dem Uberschuß der in der Ware enthaltnen Gesamtsumme von Arbeit über die in ihr enthaltne bezahlte Summe Arbeit. […] Dieser Überschuß steht also in einem Verhältnis zum Gesamtkapital, das sich ausdrückt in dem Bruch m/C, wo C das Gesamtkapital bedeutet. So erhalten wir die Profitrate m/c+v im Unterschiede von der Rate des Mehrwerts m/v.| 2=(Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.52)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
m/C  drückt den Verwertungsgrad des vorgeschossenen Kapital aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat drückt das Verhältnis m/C den Verwertungsgrad des ganzen vorgeschoßnen Kapitals aus, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.55)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Akkumulationsprozess des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rückverwandlung, Reproduktion des vorgeschossenen Kapitals, Akkumulation, Mehrwert, Geld, Verwandlung in Kapital, Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, Überschuss, Kapitalakkumulation, Reproduktion, Ausbeutung, Kapital, Eigentum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jeder gesellschaftliche Produktionsprozess ist Reproduktionsprozess. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig eine Gesellschaft aufhören kann zu konsumieren, so wenig kann sie aufhören zu produzieren. In einem stetigen Zusammenhang und dem beständigen Fluß seiner Erneuerung betrachtet, ist jeder gesellschaftliche Produktionsprozeß daher zugleich Reproduktionsprozeß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Produkte muss in Produktionsmittel rückverwandelt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bedingungen der Produktion sind zugleich die Bedingungen der Reproduktion. Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d. h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Reproduktion dient nur als ein Mittel dazu, den vorgeschossenen Wert als Kapital zu reproduzieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Hat die Produktion kapitalistische Form, so die Reproduktion. Wie in der kapitalistischen Produktionsweise der Arbeitsprozeß nur als ein Mittel für den Verwertungsprozeß erscheint, so die Reproduktion nur als ein Mittel, den vorgeschoßnen Wert als Kapital zu reproduzieren, d.h. als sich verwertenden Wert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.591)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Produktionsprozess verwandelt den stofflichen Reichtum in Kapital, der Arbeiter bleibt entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Seine eigene Arbeit vergegenständlicht sich im fremden Produkt, das sich in Kapital verwandelt. Das Kapital saugt die wertschöpfende Kraft –  Arbeit – aus. Der Arbeiter selbst produziert den gesellschaftlichen Reichtum als Kapital, ihn beherrschende und ausbeutende Macht. Der Kapitalist produziert beständig Arbeitskraft als abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion ist die unerlässliche Bedingung der kapitalistischen Produktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber anfangs nur Ausgangspunkt war, wird vermittelst der bloßen Kontinuität des Prozesses, der einfachen Reproduktion, stets aufs neue produziert und verewigt als eignes Resultat der kapitalistischen Produktion. Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat - persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt. Da der Produktionsprozeß zugleich der Konsumtionsprozeß der Arbeitskraft durch den Kapitalisten, verwandelt sich das Produkt des Arbeiters nicht nur fortwährend in Ware, sondern in Kapital, Wert, der die wertschöpfende Kraft aussaugt, Lebensmittel, die Personen kaufen, Produktionsmittel, die den Produzenten anwenden. Der Arbeiter selbst produziert daher beständig den objektiven Reichtum als Kapital, ihm fremde, ihn beherrschende und ausbeutende Macht, und der Kapitalist produziert ebenso beständig die Arbeitskraft als subjektive, von ihren eignen Vergegenständlichungs- und Verwirklichungsmitteln getrennte, abstrakte, in der bloßen Leiblichkeit des Arbeiters existierende Reichtumsquelle, kurz den Arbeiter als Lohnarbeiter. Diese beständige Reproduktion oder Verewigung des Arbeiters ist das sine qua non der kapitalistischen Produktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung von Mehrwert als Kapital oder die Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Anwendung von Mehrwert als Kapital oder Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital heißt Akkumulation des Kapitals.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.605)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalwert war in Geldform vorgeschossen, der Mehrwert besteht aber als Teil des Produkts.&amp;lt;br/&amp;gt; Mit Verkauf des Produkts wird Kapitalwert wieder in Geld zurückverwandelt, der Mehrwert ändert aber seine ursprüngliche Daseinsweise in Geld.&lt;br /&gt;
Der Kapitalwert und der Mehrwert sind dann beides Geldsummen, die sich in Kapital verwandeln.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit dem Kauf von Waren, die es dem Kapitalisten ermöglichen, die Produktion fortzusetzen verwandeln sich beide Geldsummen wieder in Kapital. Damit beginnt der Reproduktionsprozess auf erweiterter Stufenleiter, vorausgesetzt die Waren sind auf dem Markt vorzufinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Kapitalwert war ursprünglich vorgeschossen in Geldform; der Mehrwert dagegen existiert von vornherein als Wert eines bestimmten Teils des Bruttoprodukts. Wird dieses verkauft, in Geld verwandelt, so gewinnt der Kapitalwert seine ursprüngliche Form wieder, aber der Mehrwert verwandelt seine ursprüngliche Daseinsweise.&amp;lt;br/&amp;gt;Von diesem Augenblick an sind jedoch Kapitalwert und Mehrwert beides Geldsummen, und ihre Wiederverwandlung in Kapital vollzieht sich auf ganz dieselbe Weise.&amp;lt;br/&amp;gt;Die eine wie die andre legt der Kapitalist an im Ankauf der Waren, die ihn instand setzen, die Verfertigung seines Artikels von neuem zu beginnen, und zwar diesmal auf erweiterter Stufenleiter. Um aber diese Waren zu kaufen, muß er sie auf dem Markte vorfinden.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mehrprodukt kann nur in Kapital durch Produktionsmittel und Lebensmittel verwandelt werden. Ein Teil der jährlichen Mehrarbeit muss zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel – über das Quantum – verwandt worden sein, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war. Das Mehrprodukt, dessen Wert der Mehrwert ist, enthält bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals. Deshalb ist der Mehrwert in Kapital verwandelbar.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um zu akkumulieren, muß man einen Teil des Mehrprodukts in Kapital verwandeln. Aber, ohne Wunder zu tun, kann man nur solche Dinge in Kapital verwandeln, die im Arbeitsprozeß verwendbar sind, d. h. Produktionsmittel, und des ferneren Dinge, von denen der Arbeiter sich erhalten kann, d.h. Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Folglich muß ein Teil der jährlichen Mehrarbeit verwandt worden sein zur Herstellung zusätzlicher Produktions- und Lebensmittel, im Überschuß über das Quantum, das zum Ersatz des vorgeschossenen Kapitals erforderlich war.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit einem Wort: der Mehrwert ist nur deshalb in Kapital verwandelbar, weil das Mehrprodukt, dessen Wert er ist, bereits die sachlichen Bestandteile eines neuen Kapitals enthält.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.606f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse hat durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, mit dem im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigt wird. Das nennt man Kapital durch Kapital erzeugen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In allen Fällen hat die Arbeiterklasse durch ihre diesjährige Mehrarbeit das Kapital geschaffen, das im nächsten Jahr zuschüssige Arbeit beschäftigen wird. Das ist es, was man nennt: Kapital durch Kapital erzeugen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum an vergangener unbezahlter Arbeit ist Bedingung für die Aneignung gegenwärtiger lebendiger Arbeit. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren. &lt;br /&gt;
(Das ist bereits ein wichtiger Hinweis auf die Konzentration und Zentralisation.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum an vergangner unbezahlter Arbeit erscheint jetzt als die einzige Bedingung für gegenwärtige Aneignung lebendiger unbezahlter Arbeit in stets wachsendem Umfang. Je mehr der Kapitalist akkumuliert hat, desto mehr kann er akkumulieren.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.609)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen Gesellschaftsformationen findet Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter statt, es erscheint aber nicht als Akkumulation des Kapitals, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den verschiedensten ökonomischen Gesellschaftsformationen findet nicht nur einfache Reproduktion statt, sondern, obgleich auf verschiednem Maßstab, Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter. Es wird progressiv mehr produziert und mehr konsumiert, also auch mehr Produkt in Produktionsmittel verwandelt. Dieser Prozeß erscheint aber nicht als Akkumulation von Kapital und daher auch nicht als Funktion des Kapitalisten, solange dem Arbeiter seine Produktionsmittel, daher auch sein Produkt und seine Lebensmittel, noch nicht in der Form von Kapital gegenüberstehn.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.624)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeitskraft wird gekauft zur Verwertung des Kapitals. Die Produktion von Mehrwert ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eigenen Wert als Kapital reproduziert und unbezahlte Arbeit eine Quelle von Zuschusskapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingung für den Verkauf ist die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So wenig aber bessere Kleidung, Nahrung, Behandlung und ein größeres Peculium das Abhängigkeitsverhältnis und die Exploitation des Sklaven aufheben, so wenig die des Lohnarbeiters. Steigender Preis der Arbeit infolge der Akkumulation des Kapitals besagt in der Tat nur, daß der Umfang und die Wucht der goldnen Kette, die der Lohnarbeiter sich selbst bereits geschmiedet hat, ihre losere Spannung erlauben. In den Kontroversen über diesen Gegenstand hat man meist die Hauptsache übersehn, nämlich die differentia specifica der kapitalistischen Produktion. Arbeitskraft wird hier gekauft, nicht um durch ihren Dienst oder ihr Produkt die persönlichen Bedürfnisse des Käufers zu befriedigen. Sein Zweck ist Verwertung seines Kapitals, Produktion von Waren, die mehr Arbeit enthalten, als er zahlt, also einen Wertteil enthalten, der ihm nichts kostet und dennoch durch den Warenverkauf realisiert wird. Produktion von Mehrwert oder Plusmacherei ist das absolute Gesetz dieser Produktionsweise. Nur soweit sie die Produktionsmittel als Kapital erhält, ihren eignen Wert als Kapital reproduziert und in unbezahlter Arbeit eine Quelle von Zuschußkapital liefert, ist die Arbeitskraft verkaufbar. Die Bedingungen ihres Verkaufs, ob mehr oder minder günstig für den Arbeiter, schließen also die Notwendigkeit ihres steten Wiederverkaufs und die stets erweiterte Reproduktion des Reichtums als Kapital ein.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.646f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mehrwertproduktion durch Ausbeutung der Arbeitskraft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrwert, Konsumtionsfonds, Variables Kapital, Ausbeutung, Verschleierung, Lohn, Reproduktion, Arbeitslohn, Mehrarbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter produziert den Mehrwert, der als Konsumtionsfonds des Kapitalisten dient und den Fonds seiner eigenen Zahlung, das variable Kapital, bevor es ihm als Arbeitslohn zufließt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Produktionsprozeß wird eingeleitet mit dem Kauf der Arbeitskraft für eine bestimmte Zeit, und diese Einleitung erneuert sich beständig, sobald der Verkaufstermin der Arbeit fällig und damit eine bestimmte Produktionsperiode, Woche, Monat usw., abgelaufen ist. Gezahlt wird der Arbeiter aber erst, nachdem seine Arbeitskraft gewirkt und sowohl ihren eignen Wert als den Mehrwert in Waren realisiert hat. Er hat also wie den Mehrwert, den wir einstweilen nur als Konsumtionsfonds des Kapitalisten betrachten, so den Fonds seiner eignen Zahlung, das variable Kapital, produziert, bevor es ihm in der Form des Arbeitslohnes zurückfließt, und er wird nur so lange beschäftigt, als er ihn beständig reproduziert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.592)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion, in der die Kapitalistenklasse der Arbeiterklasse Anweisungen in Geldform auf das von ihr produzierte und durch die Kapitalistenklasse angeeignete Produkt gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Illusion, welche die Geldform erzeugt, verschwindet sofort, sobald statt des einzelnen Kapitalisten und des einzelnen Arbeiters Kapitalistenklasse und Arbeiterklasse betrachtet werden. Die Kapitalistenklasse gibt der Arbeiterklasse beständig in Geldform Anweisungen auf einen Teil des von der letzteren produzierten und von der erstren angeeigneten Produkts. Diese Anweisungen gibt der Arbeiter der Kapitalistenklasse ebenso beständig zurück und entzieht ihr damit den ihm selbst zufallenden Teil seines eignen Produkts. Die Warenform des Produkts und die Geldform der Ware verkleiden die Transaktion.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das variable Kapital ist nur eine historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung benötigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das variable Kapital ist also nur eine besondre historische Erscheinungsform des Fonds von Lebensmitteln oder des Arbeitsfonds, den der Arbeiter zu seiner Selbsterhaltung und Reproduktion bedarf und den er in allen Systemen der gesellschaftlichen Produktion stets selbst produzieren und reproduzieren muß.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.593)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bloße Kontinuität des Reproduktionsprozesses verwandelt Kapital in akkumuliertes Kapital. Es wird Materiatur unbezahlter, fremder Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz abgesehn von aller Akkumulation verwandelt also die bloße Kontinuität des Produktionsprozesses, oder die einfache Reproduktion, nach kürzerer oder längerer Periode jedes Kapital notwendig in akkumuliertes Kapital oder kapitalisierten Mehrwert. War es selbst bei seinem Eintritt in den Produktionsprozeß persönlich erarbeitetes Eigentum seines Anwenders, früher oder später wird es ohne Äquivalent angeeigneter Wert oder Materiatur, ob in Geldform oder anders, unbezahlter fremder Arbeit.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Bestandteile als Kapital fungieren zu lassen, braucht es zusätzliche Arbeitskräfte. Daher ist die Arbeiterklasse die vom Lohn abhängige Klasse, deren Lohn auch zur Vermehrung hinreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um nun diese Bestandteile tatsächlich als Kapital fungieren zu lassen, bedarf die Kapitalistenklasse eines Zuschusses von Arbeit. Soll nicht die Ausbeutung der schon beschäftigten Arbeiter extensiv oder intensiv wachsen, so müssen zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt werden. Dafür hat der Mechanismus der kapitalistischen Produktion ebenfalls schon gesorgt, indem er die Arbeiterklasse reproduziert als vom Arbeitslohn abhängige Klasse, deren gewöhnlicher Lohn hinreicht, nicht nur ihre Erhaltung zu sichern, sondern auch ihre Vermehrung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.607)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Lebensmittel, von denen sich die Arbeiterklasse erhält, sind Bestandteile des Mehrprodukts. Wenn die Kapitalistenklasse mit dem Mehrprodukt neue Arbeitskräfte kauft, bezahlt er sie mit ihrem eigenen Geld. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Produktionsmittel, denen die zuschüssige Arbeitskraft einverleibt wird, wie die Lebensmittel, von denen diese sich erhält, sind nichts als integrierende Bestandteile des Mehrprodukts, des der Arbeiterklasse jährlich durch die Kapitalistenklasse entrissenen Tributs. Wenn diese mit einem Teil des Tributs von jener zusätzliche Arbeitskraft kauft, selbst zum vollen Preise, so daß Äquivalent sich austauscht gegen Äquivalent - es bleibt immer das alte Verfahren des Eroberers, der den Besiegten Waren abkauft mit ihrem eignen, geraubten Geld.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.608)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft spielt in der praktischen Bewegung eine wichtige Rolle. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Man erinnert sich, daß die Rate des Mehrwerts in erster Instanz abhängt vom Exploitationsgrad der Arbeitskraft. Die politische Ökonomie würdigt diese Rolle so sehr, daß sie gelegentlich die Beschleunigung der Akkumulation durch erhöhte Produktionskraft der Arbeit identifiziert mit ihrer Beschleunigung durch erhöhte Exploitation des Arbeiters. In den Abschnitten über die Produktion des Mehrwerts ward beständig unterstellt, daß der Arbeitslohn wenigstens gleich dem Wert der Arbeitskraft ist. Die gewaltsame Herabsetzung des Arbeitslohns unter diesen Wert spielt jedoch in der praktischen Bewegung eine zu wichtige Rolle, um uns nicht einen Augenblick dabei aufzuhalten. Sie verwandelt faktisch, innerhalb gewisser Grenzen, den notwendigen Konsumtionsfonds des Arbeiters in einen Akkumulationsfonds von Kapital.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.626)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entfremdung, Trennung von Arbeitsprodukt und Produzenten, Ursprüngliche Akkumulation, Kapitalverhältnis, Klasse, Lohnarbeiter, Kapitalisten &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheidung zwischen Arbeitsprodukt und Arbeit, Besitzer von Produktionsmitteln und Besitzer von Arbeitskraft und sonst nichts war der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um Geld in Kapital zu verwandeln, genügte nicht das Vorhandensein von Warenproduktion und Warenzirkulation. Es mußten erst, hier Besitzer von Wert oder Geld, dort Besitzer der wertschaffenden Substanz; hier Besitzer von Produktions- und Lebensmitteln, dort Besitzer von nichts als Arbeitskraft, einander als Käufer und Verkäufer gegenübertreten. Scheidung zwischen dem Arbeitsprodukt und der Arbeit selbst, zwischen den objektiven Arbeitsbedingungen und der subjektiven Arbeitskraft, war also die tatsächlich gegebne Grundlage, der Ausgangspunkt des kapitalistischen Produktionsprozesses.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.595)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reproduktionsprozess reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen den Lohnarbeiter. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der kapitalistische Produktionsprozeß, im Zusammenhang betrachtet oder als Reproduktionsprozeß, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverhältnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der andren den Lohnarbeiter.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.604)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktive und individuelle Konsumtion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktive Konsumtion, Individuelle Konsumtion, Wertschöpfung, Unproduktive Konsumtion, Akkumulationsfonds, Konsumtionsfonds, Mehrwert &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die produktive Konsumtion bedeutet: durch die Arbeit konsumiert der Arbeiter Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert. &amp;lt;br/&amp;gt; Die individuelle Konsumtion bedeutet: von dem vom Kapitalisten gezahlten Geld kauft der Arbeiter Lebensmittel.&amp;lt;br/&amp;gt; Es gibt zwei verschiedene Prozesse: der eine ist Leben des Kapitalisten und der andere Leben des Arbeiters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Konsumtion des Arbeiters ist doppelter Art. In der Produktion selbst konsumiert er durch seine Arbeit Produktionsmittel und verwandelt sie in Produkte von höherem Wert als dem des vorgeschoßnen Kapitals. Dies ist seine produktive Konsumtion. Sie ist gleichzeitig Konsumtion seiner Arbeitskraft durch den Kapitalisten, der sie gekauft hat. Andrerseits verwendet der Arbeiter das für den Kauf der Arbeitskraft gezahlte Geld in Lebensmittel: dies ist seine individuelle Konsumtion. Die produktive und die individuelle Konsumtion des Arbeiters sind also total verschieden. In der ersten handelt er als bewegende Kraft des Kapitals und gehört dem Kapitalisten; in der zweiten gehört er sich selbst und verrichtet Lebensfunktionen außerhalb des Produktionsprozesses. Das Resultat der einen ist das Leben des Kapitalisten, das der andern ist das Leben des Arbeiters selbst.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.596f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Kapitalisten ist die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur produktiv, wenn sie zur Erhaltung der Arbeiter dient, weil sie so für neue auszubeutende Arbeiter sorgt. Bekommt der Arbeiter einen höheren Lohn, um mehr konsumieren zu können, ohne danach mehr zu arbeiten, ist das für den Kapitalist unproduktiv. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arbeiterklasse ist also Zubehör des Kapitals, die individuelle Konsumtion der Arbeiter nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieser Prozess sorgt dafür, dass der Arbeiter durch unsichtbare Fäden an den Kapitalisten gebunden ist. Da die von der Arbeiterklasse hergestellten Konsumtionsgüter nicht ihnen gehören und sie sie nur bekommen, wenn sie ihre Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt verkaufen und ihren Lohn gegen Konsumtionsgüter eintauschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daher betrachtet auch der Kapitalist und sein Ideolog, der politische Ökonom, nur den Teil der individuellen Konsumtion des Arbeiters als produktiv, der zur Verewigung der Arbeiterklasse erheischt ist, also in der Tat verzehrt werden muß, damit das Kapital die Arbeitskraft verzehre; was der Arbeiter außerdem zu seinem Vergnügen verzehren mag, ist unproduktive Konsumtion.&amp;lt;br/&amp;gt;Würde die Akkumulation des Kapitals eine Erhöhung des Arbeitslohns und daher Vermehrung der Konsumtionsmittel des Arbeiters verursachen ohne Konsum von mehr Arbeitskraft durch das Kapital, so wäre das zuschüssige Kapital unproduktiv konsumiert.&amp;lt;br/&amp;gt;In der Tat: die individuelle Konsumtion des Arbeiters ist für ihn selbst unproduktiv, denn sie reproduziert nur das bedürftige Individuum; sie ist produktiv für den Kapitalisten und den Staat, denn sie ist Produktion der den fremden Reichtum produzierenden Kraft.&amp;lt;br/&amp;gt;Von gesellschaftlichem Standpunkt ist also die Arbeiterklasse, auch außerhalb des unmittelbaren Arbeitsprozesses, ebensosehr Zubehör des Kapitals als das tote Arbeitsinstrument. Selbst ihre individuelle Konsumtion ist innerhalb gewisser Grenzen nur ein Moment des Reproduktionsprozesses des Kapitals.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Prozeß aber sorgt dafür, daß diese selbstbewußten Produktionsinstrumente nicht weglaufen, indem er ihr Produkt beständig von ihrem Pol zum Gegenpol des Kapitals entfernt. Die individuelle Konsumtion sorgt einerseits für ihre eigne Erhaltung und Reproduktion, andrerseits durch Vernichtung der Lebensmittel für ihr beständiges Wiedererscheinen auf dem Arbeitsmarkt.&amp;lt;br/&amp;gt;Der römische Sklave war durch Ketten, der Lohnarbeiter ist durch unsichtbare Fäden an seinen Eigentümer gebunden. Der Schein seiner Unabhängigkeit wird durch den beständigen Wechsel der individuellen Lohnherrn und die fictio juris des Kontrakts aufrechterhalten.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.598f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert bzw. das Mehrprodukt ist indivudeller Konsumtionsfonds des Kapitalisten und zugleich Akkumulationsfonds. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vorigen Kapitel betrachteten wir den Mehrwert, resp. das Mehrprodukt, nur als individuellen Konsumtionsfonds des Kapitalisten, in diesem Kapitel bisher nur als einen Akkumulationsfonds. Er ist aber weder nur das eine noch das andre, sondern beides zugleich. Ein Teil des Mehrwerts wird vom Kapitalisten als Revenue verzehrt ein andrer Teil als Kapital angewandt oder akkumuliert.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.617f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kapitalist zwingt zur Verwertung des Werts, und so zur Produktion der Produktion willen, zur Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte, und zur Schöpfung der materiellen Produktionsbedingungen, die die reale Basis einer höheren Gesellschaftsformation bilden.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Kapitalist ist das Triebrad des gesellschaftlichen Mechanismus. &amp;lt;br/&amp;gt;Die kapitalistische Produktion macht eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmens angelegten Kapitals zur Notwendigkeit. Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf, das Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, was nur mit ansteigender Akkumulation möglich ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Als Fanatiker der Verwertung des Werts zwingt er rücksichtslos die Menschheit zur Produktion um der Produktion willen, daher zu einer Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und zur Schöpfung von materiellen Produktionsbedingungen, welche allein die reale Basis einer höheren Gesellschaftsform bilden können, deren Grundprinzip die volle und freie Entwicklung jedes Individuums ist. Nur als Personifikation des Kapitals ist der Kapitalist respektabel.&amp;lt;br/&amp;gt;Als solche teilt er mit dem Schatzbildner den absoluten Bereicherungstrieb. Was aber bei diesem als individuelle Manie erscheint, ist beim Kapitalisten Wirkung des gesellschaftlichen Mechanismus, worin er nur ein Triebrad ist. Außerdem macht die Entwicklung der kapitalistischen Produktion eine fortwährende Steigerung des in einem industriellen Unternehmen angelegten Kapitals zur Notwendigkeit, und die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise als äußere Zwangsgesetze auf. Sie zwingt ihn, sein Kapital fortwährend auszudehnen, um es zu erhalten, und ausdehnen kann er es nur vermittelst progressiver Akkumulation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.618)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warenproduktion als Grundlage der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenproduktion, Eigentum, Ausbeutung, Mehrarbeit, Ware Arbeitskraft, Wertübertragung, Geld, Kapital, Doppelt freier Lohnarbeiter, Kapitalistische Produktion &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eigentum als Recht auf Aneignung unbezahlter Arbeit erscheint als Verletzung der Gesetze der Warenproduktion, resultiert aber aus ihrer Anwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Eigentum erscheint jetzt auf Seite des Kapitalisten als das Recht, fremde unbezahlte Arbeit oder ihr Produkt, auf Seite des Arbeiters als Unmöglichkeit, sich sein eignes Produkt anzueignen. Die Scheidung zwischen Eigentum und Arbeit wird zur notwendigen Konsequenz eines Gesetzes, das scheinbar von ihrer Identität ausging. Sosehr die kapitalistische Aneignungsweise also den ursprünglichen Gesetzen der Warenproduktion ins Gesicht zu schlagen scheint, so entspringt sie doch keineswegs aus der Verletzung, sondern im Gegenteil aus der Anwendung dieser Gesetze.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.610)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verbrauch der Ware Arbeitskraft durch den Käufer, nicht die Übervorteilung des Verkäufers, führt zum Mehrwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn also die in Arbeitslohn vorgeschoßne Wertsumme sich in Produkt nicht bloß einfach wieder vorfindet, sondern um einen Mehrwert vermehrt vorfindet, so rührt dies nicht her aus einer Übervorteilung des Verkäufers, der ja den Wert seiner Ware erhalten, sondern nur aus dem Verbrauch dieser Ware durch den Käufer.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verwandlung von Geld in Kapital hat zum Ergebnis, dass das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter, dass es einen Mehrwert enthält, der den Arbeiter Arbeit, den Kapitalisten nichts gekostet hat, aber dennoch ihm gehört; dass der Arbeiter seine Arbeitskraft erhalten kann. Einfache Reproduktion ist periodische Wiederholung dieser ersten Operation. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ursprüngliche Verwandlung des Geldes in Kapital vollzieht sich also im genauesten Einklang mit den ökonomischen Gesetzen der Warenproduktion und mit dem daraus sich ableitenden Eigentumsrecht. Trotzdem aber hat sie zum Ergebnis:&amp;lt;br/&amp;gt;1. daß das Produkt dem Kapitalisten gehört und nicht dem Arbeiter; &amp;lt;br/&amp;gt;2. daß der Wert dieses Produkts, außer dem Wert des vorgeschoßnen Kapitals, einen Mehrwert einschließt, der dem Arbeiter Arbeit, dem Kapitalisten aber nichts gekostet hat und der dennoch das rechtmäßige Eigentum des Kapitalisten wird;&amp;lt;br/&amp;gt; 3. daß der Arbeiter seine Arbeitskraft forterhalten hat und sie aufs neue verkaufen kann, wenn er einen Käufer findet. Die einfache Reproduktion ist nur die periodische Wiederholung dieser ersten Operation; jedesmal wird, stets von neuem, Geld in Kapital verwandelt. Das Gesetz wird also nicht gebrochen, im Gegenteil es erhält nur Gelegenheit, sich dauernd zu betätigen.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.611)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter frei verkauft wird, verallgemeinert sich die Warenproduktion zur typischen Produktionsform. Die Warenproduktion bildet sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen zur kapitalistischen Produktion fort, ihre Eigentumsgesetze schlagen um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dies Resultat wird unvermeidlich, sobald die Arbeitskraft durch den Arbeiter selbst als Ware frei verkauft wird. Aber auch erst von da an verallgemeinert sich die Warenproduktion und wird sie typische Produktionsform; erst von da an wird jedes Produkt von vornherein für den Verkauf produziert und geht aller produzierte Reichtum durch die Zirkulation hindurch.&amp;lt;br/&amp;gt;Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgnen Potenzen. Sagen, daß die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, daß die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sie nach ihren eignen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.613)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wachstum des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals bedeutet sowohl Vergrößerung der Einzelkapitale, als auch des gesellschaftlichen Kapitals insgesamt, durch die Eroberung der Welt und der Menschen. Beides ist bedingt durch die Akkumulation von Kapital. Diese zwingt immer mehr Menschen, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen, welche sich das von den Arbeitern produzierte Mehrprodukt aneignen. Weiterhin geht mit der Akkumulation des Kapitals eine Produktivkraftsteigerung einher. Dadurch wächst die Produktenmasse, da ein Arbeiter in der selben Zeit mehr Produktionsmittel verarbeitet. Der Anteil des variablen Kapitals sinkt also relativ mit dem Wachstum des Kapitals. Gleichzeitig steigt das variable Kapital absolut, da die wachsende Masse an Produktionsmitteln mehr Arbeitskraft benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mehrwert teilt sich auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, also in den Teil den der Kapitalist zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse benutzt, und in den Teil den der Kapitalist wieder in den Produktionsprozess steckt. Durch das Wachstum des Kapitals steigt auch der Mehrwert, wodurch mehr Kapital in den Produktionsprozess geführt werden kann. Das Wachstum des Kapitals bedingt also ein Wachstum des Proletariats und der in Bewegung gesetzten Produktionsmittel. Durch die Erschließung neuer Märkte oder neue gesellschaftliche Bedürfnisse entwickelt sich eine verstärkte Nachfrage an Arbeitskräften, welche den Kapitalisten zwingen kann, die Löhne zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnung, Herrschaft, Wachstum, Wachstumsbeschleunigung, Produktenmasse, Gesellschaftlicher Reichtum, Produktivität, Aufschwung, Akkumulation, Wertübertragung, Abstrakte Arbeit, Kapitalfetisch, Selbstverwertung, Mehrarbeit, Aneignung, Ausbeutung, Tote und lebendige Arbeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstums des Kapitals wird bereits von der bürgerlichen Ökonomen wie Adam Smith und David Ricardo untersucht. Im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschreibt Karl Marx die tatsächlichen Ursachen und die Bedeutung des Wachstums des Kapitals für die politische Ökonomie. Marx widerlegt die bürgerliche Vorstellung, dass der gesamte Mehrwert, welcher in Kapital verwandelt wird, zu variablem Kapital werden würde. Vielmehr legt er eindeutig fest, dass sich der Mehrwert als Kapital wieder in konstantes und variables Kapital teilt, also in Produktionsmittel und Arbeitskraft. Der Kapitalist teilt den Mehrwert zudem auf in den Konsumtionsfond und den Akkumulationsfond, wobei das Verhältnis beider Fonds die Größe der Akkumulation beeinflusst. Das heißt, umso mehr sich der Kapitalist am von den Arbeitern produzierten Mehrwert bereichert und diesen für die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse ausgibt, umso weniger Mehrwert kann der Kapitalist in den Akkumulationsprozess stecken, und andersherum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist die Eroberung der Welt, denn sie dehnt ausbeutbares Menschenmaterial und die Herrschaft der Kapitalisten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation ist Eroberung der Welt des gesellschaftlichen Reichtums. Sie dehnt mit der Masse des exploitierten Menschenmaterials zugleich die direkte und indirekte Herrschaft des Kapitalisten aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.619)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital verleibt sich Arbeitskraft und Erde ein und erwirbt neue Expansionskraft, die es erlaubt, die Elemente der Akkumulation auszudehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemeines Resultat: Indem das Kapital sich die beiden Urbildner des Reichtums, Arbeitskraft und Erde, einverleibt, erwirbt es eine Expansionskraft, die ihm erlaubt, die Elemente seiner Akkumulation auszudehnen jenseits der scheinbar durch seine eigne Größe gesteckten Grenzen, gesteckt durch den Wert und die Masse der bereits produzierten Produktionsmittel, in denen es sein Dasein hat.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.630f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität wächst die Produktenmasse. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Mehrwertrate wächst die Masse des Mehrprodukts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein andrer wichtiger Faktor in der Akkumulation des Kapitals ist der Produktivitätsgrad der gesellschaftlichen Arbeit. Mit der Produktivkraft der Arbeit wächst die Produktenmasse, worin sich ein bestimmter Wert, also auch Mehrwert von gegebner Größe, darstellt. Bei gleichbleibender und selbst bei fallender Rate des Mehrwerts, sofern sie nur langsamer fällt, als die Produktivkraft der Arbeit steigt, wächst die Masse des Mehrprodukts.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit wachsender Produktivität geht eine wachsende Rate des Mehrwerts einher. Derselbe variable Kapitalteil setzt mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalteil stellt sich in mehr Produktionsmitteln dar, liefert mehr Produktbildner oder Arbeitseinsauger. Es findet bei gleichbleibendem Wert des Zusatzkapitals beschleunigte Akkumulation statt. Die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber mit der wachsenden Produktivität der Arbeit geht, wie man gesehn, die Verwohlfeilerung des Arbeiters, also wachsende Rate des Mehrwerts, Hand in Hand, selbst wenn der reelle Arbeitslohn steigt. Er steigt nie verhältnismäßig mit der Produktivität der Arbeit. Derselbe variable Kapitalwert setzt also mehr Arbeitskraft und daher mehr Arbeit in Bewegung. Derselbe konstante Kapitalwert stellt sich in mehr Produktionsmitteln, d.h. mehr Arbeitsmitteln, Arbeitsmaterial und Hilfsstoffen dar, liefert also sowohl mehr Produktbildner als Wertbildner oder Arbeitseinsauger. Bei gleichbleibendem und selbst abnehmendem Wert des Zusatzkapitals findet daher beschleunigte Akkumulation statt. Nicht nur erweitert sich die Stufenleiter der Reproduktion stofflich, sondern die Produktion des Mehrwerts wächst schneller als der Wert des Zusatzkapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.631)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit überträgt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel auf das Produkt. Deren Wert und Masse steigt mit der Produktivität der Arbeit. Auch wenn dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zusetzt, wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen überträgt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Arbeit überträgt auf das Produkt den Wert der von ihr konsumierten Produktionsmittel. Andrerseits wächst Wert und Masse der durch gegebne Arbeitsmenge in Bewegung gesetzten Produktionsmittel im Verhältnis, wie die Arbeit produktiver wird. Setzt also auch dieselbe Arbeitsmenge ihren Produkten immer nur dieselbe Summe Neuwert zu, so wächst doch der alte Kapitalwert, den sie ihnen gleichzeitig überträgt, mit steigender Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeit erhält Wert und schafft neuen. Mit steigender Produktivität erhält und verewigt die Arbeit in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also mit der die Entwicklung ihrer Produktivkraft begleitenden Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer Form einen stets schwellenden Kapitalwert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals. Die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten erscheint als beständige Selbstverwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Naturkraft der Arbeit erscheint als Selbsterhaltungskraft des Kapitals, dem sie einverleibt ist, ganz wie ihre gesellschaftlichen Produktivkräfte als seine Eigenschaften, und wie die beständige Aneignung der Mehrarbeit durch den Kapitalisten als beständige Selbstverwertung des Kapitals. Alle Kräfte der Arbeit projektieren sich als Kräfte des Kapitals, wie alle Wertformen der Ware als Formen des Geldes.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.633f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Der Gratisdienst der vergangenen Arbeit – wenn von lebendiger Arbeit ergriffen – akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit dem Wachstum des Kapitals wächst die Differenz zwischen angewandtem und konsumiertem Kapital. Im Verhältnis, worin diese Arbeitsmittel als Produktbildner dienen, ohne dem Produkt Wert zuzusetzen, also ganz angewandt, aber nur teilweise konsumiert werden, leisten sie, wie früher erwähnt, denselben Gratisdienst wie Naturkräfte, Wasser, Dampf, Luft, Elektrizität usw. Dieser Gratisdienst der vergangnen Arbeit, wenn ergriffen und beseelt von der lebendigen Arbeit, akkumuliert mit der wachsenden Stufenleiter der Akkumulation.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Masse des Mehrwerts ist bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter. Diese entspricht in wechselndem Verhältnis der Größe des Kapitals. Je mehr das Kapital durch Akkumulation wächst, desto mehr wächst die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gegebnem Exploitationsgrad der Arbeitskraft ist die Masse des Mehrwerts bestimmt durch die Anzahl der gleichzeitig ausgebeuteten Arbeiter, und diese entspricht, obgleich in wechselndem Verhältnis, der Größe des Kapitals. Je mehr also das Kapital vermittelst sukzessiver Akkumulationen wächst, desto mehr wächst auch die Wertsumme, die sich in Konsumtionsfonds und Akkumulationsfonds spaltet. Der Kapitalist kann daher flotter leben und zugleich mehr „entsagen&amp;quot;. Und schließlich spielen alle Springfedern der Produktion um so energischer, je mehr ihre Stufenleiter sich erweitert mit der Masse des vorgeschossenen Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.635f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Kapitals ist Wachstum des variablen Kapitals verbunden – also Wachstum des Arbeitsfonds der Arbeitskraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wachstum des Kapitals schließt Wachstum seines variablen oder in Arbeitskraft umgesetzten Bestandteils ein. Ein Teil des in Zusatzkapital verwandelten Mehrwerts muß stets rückverwandelt werden in variables Kapital oder zuschüssigen Arbeitsfonds. Unterstellen wir, daß, nebst sonst gleichbleibenden Umständen; die Zusammensetzung des Kapitals unverändert bleibt, d.h. eine bestimmte Masse Produktionsmittel oder konstantes Kapital stets dieselbe Masse Arbeitskraft erheischt, um in Bewegung gesetzt zu werden, so wächst offenbar die Nachfrage nach Arbeit und der Subsistenzfonds der Arbeiter verhältnismäßig mit dem Kapital und um so rascher, je rascher das Kapital wächst.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des Kapitals schließt das Wachstum seines variablen Teils ein. Eine bestimmte Masse Produktionsmittel erheischt stets dieselbe Masse Arbeitskraft, um in Bewegung gesetzt zu werden. Die Nachfrage nach Arbeit wächst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der andren, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft, die sich dem Kapital unaufhörlich als Verwertungsmittel einverleiben muß, nicht von ihm loskommen kann und deren Hörigkeit zum Kapital nur versteckt wird durch den Wechsel der individuellen Kapitalisten, woran sie sich verkauft, bildet in der Tat ein Moment der Reproduktion des Kapitals selbst. Akkumulation des Kapitals ist also Vermehrung des Proletariats.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kapitalisten können unter bestimmten Bedingungen (z.B. Eröffnung neuer Märkte, Entstehung neuer gesellschaftlicher Bedürfnisse) eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitern entwickeln, die sie nur befriedigen können, wenn sie höhere Arbeitslöhne zahlen. Das können sie jederzeit ohne vorherige Mehrwertsteigerung, indem sie den Teil des Mehrwerts den sie für ihren Privatkonsum nutzen (Revenue) kürzen und den, den sie wieder in den Produktionsprozess werfen (Kapital), vergrößern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |und da endlich, unter besondrem Sporn des Bereicherungstriebs wie z. B. Öffnung neuer Märkte, neuer Sphären der Kapitalanlage infolge neu entwickelter gesellschaftlicher Bedürfnisse Usw., die Stufenleiter der Akkumulation plötzlich ausdehnbar ist durch bloß veränderte Teilung des Mehrwerts oder Mehrprodukts in Kapital und Revenue, können die Akkumulationsbedürfnisse des Kapitals das Wachstum der Arbeitskraft oder der Arbeiteranzahl, die Nachfrage nach Arbeitern ihre Zufuhr überflügeln und daher die Arbeitslöhne steigen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.641)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich-technischer Fortschritt==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftlich-technische Fortschritt beschreibt die Verbesserung der wissenschafltichen und technischen Möglichkeiten. Durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik erweitert sich die Produktivkraft der Arbeit, was bewirkt, dass neue Maschinen, Werkzeuge und andere Produktionsmittel an die Stelle der Alten treten. Jeder wissenschaftliche und technische Fortschritt vervielfacht nicht nur die Effizienz im Produktionsprozess, sondern sorgt auch für eine Ausdehnung der Anlagensphäre des Kapitals. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik ist somit eine wichtige Folge der Akkumulation des Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaft, Technik, Fortschritt &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx betrachtet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] als eine Folge des Wachstums und der Akkumulation des Kapitals. Durch diesen Fortschritt werden neue Produktionsmöglichkeiten erschlossen, welche allein dem Kapitalisten dienen, mehr Profit zu erzielen und die technische Entwicklung zur Verbesserung der kapitalistischen Produktion voranzutreiben, um sich somit einen individuellen Vorteil in einem Produktionsbereich gegenüber seinen kapitalistischen Konkurrenten zu haben. Die Akkumulation des Kapitals und der wissenschaftlich-technische Fortschritt gehen also Hand in Hand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wissenschaft und die Technik bilden eine von der Größe des Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. In seine neue Form einverleibt es gratis den vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Gleich vermehrter Ausbeutung des Naturreichtums durch bloß höhere Spannung der Arbeitskraft, bilden Wissenschaft und Technik eine von der gegebnen Größe des funktionierenden Kapitals unabhängige Potenz seiner Expansion. Sie reagiert zugleich auf den in sein Erneuerungsstadium eingetretenen Teil des Originalkapitals. In seine neue Form einverleibt es gratis den hinter dem Rücken seiner alten Form vollzogenen gesellschaftlichen Fortschritt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.632)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aufschwung und Krise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise bezeichneen die jeweilige Phase der Akkumulation des Kapitals. Beide Phasen bedingen sich gegenseitig und stehen in einem engen Verhältnis. Wächst in einer Aufschwungsphase die Menge der unbezahlten Arbeit so schnell, dass sie nur durch Zuschuss von bezahlter Arbeit zu Kapital werden kann, so steigt der Arbeitslohn, und der Anteil der unbezahlten Arbeit, der Mehrarbeit, nimmt ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Anstieg ist jedoch an gewisse Grenzen gekoppelt. Bei steigenden Arbeitslöhnen wird weniger unbezahlte Mehrarbeit geleistet. Dies führt dazu, dass relativ immer weniger Kapital akkumuliert wird. Dadurch wird der Anstieg der Arbeitslöhne automatisch gebremst. Somit verschwindet durch die Abnahme der Akkumulation gleichzeitig die Ursache dafür, nämlich das Ungleichverhältnis zwischen Kapital und ausgebeuteter Arbeitskraft. Der Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses beseitigt also selbst die Hindernisse, die er vorübergehend schafft. Der Arbeitslohn fällt wieder auf ein Niveau, welches den Verwertungsbedürfnissen des Kapitals entspricht.&lt;br /&gt;
Eine Abnahme des Ausbeutungsgrades der Arbeit und eine Zunahme des Arbeitslohns bewegen sich also immer in einem eingbetteten Rahmen, welcher die Reproduktion des Kapitalverhältnisses und dessen Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter, also die Ausdehnung der Kapitalverhältnisse auf ein höheres Reproduktionsniveau sichert. Die relative Prosperität der Arbeiterklasse wird somit von der kapitalistischen Produktion nur vorübergehend, als Vorläufer einer Krise, zugelassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Aufschwung, Lohnhöhe, Arbeit, Konsumtion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aufschwung und die Krise des Akkumulationsprozesses werden von Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] beschrieben. Diese beiden Phasen erklärt Marx mit der Steigerung und dem Fall von bezahlter und unbezahlter Arbeit, wobei beide Phasen sich gegenseitig bedingen und die Geschwindigkeit der Akkumulation steuern. Während in einer Aufschwungsphase die Menge an Arbeitskraft steigt und somit die Löhne erhöht, wird zunehmend weniger Mehrwert kapitalisiert und somit weniger Kapital akkumuliert. Die logische Konsequenz darauf ist eine Verlangsamung der Akkumulation, was eine notwenige Senkung der Löhne zur Folge hat, damit die Reproduktion der Kapitalverhältnisse nicht gefährdet wird. &lt;br /&gt;
Eine Aufschwungsphase und somit eine Prosperität der Arbeiterklasse durch höhere Löhne wird von der kapitalistischen Produktion nur momentan zugelassen und dient als Vorbote einer Krisenphase, in der die Löhne wieder sinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist das Verhältnis zwischen unbezahlter, in Kapital verwandelter Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit. Das Verhältnis von unbezahlter und bezahlter Arbeit der Arbeiterbevölkerung.&amp;lt;br/&amp;gt; Wenn die Menge der unbezahlten Arbeit rasch wächst, um außergewöhnlichen Zuschuss bezahlter Arbeit in Kapital verwandeln zu können, steigt der Lohn, die unbezahlte Arbeit nimmt ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber der Punkt eintritt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht in normaler Menge angeboten wird, erlahmt die Akkumulation, die steigende Lohnbewegung erhält Gegenschlag.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Verhältnis zwischen Kapital, Akkumulation und Lohnrate ist nichts als das Verhältnis zwischen der unbezahlten, in Kapital verwandelten Arbeit und der zur Bewegung des Zusatzkapitals erforderlichen zuschüssigen Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist also keineswegs ein Verhältnis zweier voneinander unabhängigen Größen, einerseits der Größe des Kapitals, andrerseits der Zahl der Arbeiterbevölkerung, es ist vielmehr in letzter Instanz nur das Verhältnis zwischen der unbezahlten und der bezahlten Arbeit derselben Arbeiterbevölkerung. Wächst die Menge der von der Arbeiterklasse gelieferten und von der Kapitalistenklasse akkumulierten, unbezahlten Arbeit rasch genug, um nur durch einen außergewöhnlichen Zuschuß bezahlter Arbeit sich in Kapital verwandeln zu können, so steigt der Lohn, und alles andre gleichgesetzt, nimmt die unbezahlte Arbeit im Verhältnis ab.&amp;lt;br/&amp;gt;Sobald aber diese Abnahme den Punkt berührt, wo die das Kapital ernährende Mehrarbeit nicht mehr in normaler Menge angeboten wird, so tritt eine Reaktion ein: ein geringerer Teil der Revenue wird kapitalisiert, die Akkumulation erlahmt, und die steigende Lohnbewegung empfängt einen Gegenschlag. Die Erhöhung des Arbeitspreises bleibt also eingebannt in Grenzen, die die Grundlagen des kapitalistischen Systems nicht nur unangetastet lassen, sondern auch seine Reproduktion auf wachsender Stufenleiter sichern.&amp;lt;br/&amp;gt; Das in ein Naturgesetz mystifizierte Gesetz der kapitalistischen Akkumulation drückt also in der Tat nur aus, daß ihre Natur jede solche Abnahme im Exploitationsgrad der Arbeit oder jede solche Steigerung des Arbeitspreises ausschließt, welche die stetige Reproduktion des Kapitalverhältnisses und seine Reproduktion auf stets erweiterter Stufenleiter ernsthaft gefährden könnte.&amp;lt;br/&amp;gt;Es kann nicht anders sein in einer Produktionsweise, worin der Arbeiter für die Verwertungsbedürfnisse vorhandner Werte, statt umgekehrt der gegenständliche Reichtum für die Entwicklungsbedürfnisse des Arbeiters da ist. Wie der Mensch in der Religion vom Machwerk seines eignen Kopfes, so wird er in der kapitalistischen Produktion vom Machwerk seiner eignen Hand beherrscht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.649)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen gehen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion hervor. Das ist eine Tautologie. Abhilfe schaffen zu wollen, in dem die Arbeiterklasse einen größeren Teil ihres Produkts erhält, ignoriert, dass Krisen vorbereitet werden durch eine Periode, in der der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse größeren Anteil erhält. Die kapitalistische  Produktion schafft unabhängig von gutem oder schlechtem Willen Bedingungen, die die relative Prosperität der Arbeiterklasse nur vorübergehend – als Vorlauf der Krise - zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine reine Tautologie zu sagen, daß die Krisen aus Mangel an zahlungsfähiger Konsumtion oder an zahlungsfähigen Konsumenten hervorgehn. Andre Konsumarten, als zahlende, kennt das kapitalistische System nicht, ausgenommen die sub forma pauperis oder die des „Spitzbuben&amp;quot;. Daß Waren unverkäuflich sind, heißt nichts, als daß sich keine zahlungsfähigen Käufer für sie fanden, also Konsumenten (sei es nun, daß die Waren in letzter Instanz zum Behuf produktiver oder individueller Konsumtion gekauft werden).&amp;lt;br/&amp;gt;Will man aber dieser Tautologie einen Schein tiefren Begründung dadurch geben, daß man sagt, die Arbeiterklasse erhalte einen zu geringen Teil ihres eignen Produkts, und dem Übelstand werde mithin abgeholfen, sobald sie größern Anteil davon empfängt, ihr Arbeitslohn folglich wächst, so ist nur zu bemerken, daß die Krisen jedesmal gerade vorbereitet werden durch eine Periode, worin der Arbeitslohn allgemein steigt und die Arbeiterklasse realiter größern Anteil an dem für Konsumtion bestimmten Teil des jährlichen Produkts erhält. Jene Periode müsste – von dem Gesichtspunkt dieser Ritter vom gesunden und „einfachen&amp;quot; (!) Menschenverstand - umgekehrt die Krise entfernen.&amp;lt;br/&amp;gt; Es scheint also, daß die kapitalistische Produktion vom guten oder bösen Willen unabhängige Bedingungen einschließt, die jene relative Prosperität der Arbeiterklasse nur momentan zulassen, und zwar immer nur als Sturmvogel einer Krise.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band24.pdf Kapital 2.Band, MEW Band 24], S.409f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktivkraftentwicklung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivität, Wachstum, Produktivkraftentwicklung, Wertzusammensetzung, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Relative Mehrwertproduktion, Vergesellschaftung der Produktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit drückt sich im relativen Größenumfang der Produktionsmittel aus, die ein Arbeiter während gegebener Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&lt;br /&gt;
Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Wachstum der einen Produktionsmittel ist Folge der wachsenden Produktivität der Arbeit, das Wachstum der anderen Bedingung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn von Naturbedingungen, wie Fruchtbarkeit des Bodens usw., und vom Geschick unabhängiger und isoliert arbeitender Produzenten, das sich jedoch mehr qualitativ in der Güte als quantitativ in der Masse des Machwerks bewährt, drückt sich der gesellschaftliche Produktivgrad der Arbeit aus im relativen Größenumfang der Produktionsmittel, welche ein Arbeiter, während gegebner Zeit, mit derselben Anspannung von Arbeitskraft, in Produkt verwandelt.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Masse der Produktionsmittel, womit er funktioniert, wächst mit der Produktivität seiner Arbeit. Diese Produktionsmittel spielen dabei eine doppelte Rolle. Das Wachstum der einen ist Folge, das der andren Bedingung der wachsenden Produktivität der Arbeit.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf der Akkumulation tritt ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die allgemeinen Grundlagen des kapitalistischen Systems einmal gegeben, tritt im Verlauf der Akkumulation jedesmal ein Punkt ein, wo die Entwicklung der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit der mächtigste Hebel der Akkumulation wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.650)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme der Produktivität der Arbeit erscheint in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von PM oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals – das Wachstum der PM verglichen mit der AK, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteil des Kapitals. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zunahme der letzteren erscheint also in der Abnahme der Arbeitsmasse verhältnismäßig zu der von ihr bewegten Masse von Produktionsmitteln oder in der Größenabnahme des subjektiven Faktors des Arbeitsprozesses, verglichen mit seinen objektiven Faktoren. Diese Veränderung in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, das Wachstum in der Masse der Produktionsmittel, verglichen mit der Masse der sie belebenden Arbeitskraft, spiegelt sich wider in seiner Wertzusammensetzung, in der Zunahme des konstanten Bestandteils des Kapitalwerts auf Kosten seines variablen Bestandteils.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kooperation auf großer Stufenleiter, PM durch massenhafte Konzentration ökonomisiert,….ist Voraussetzung für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im vierten Abschnitt wurde gezeigt, wie die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit Kooperation auf großer Stufenleiter voraussetzt, wie nur unter dieser Voraussetzung Teilung und Kombination der Arbeit organisiert, Produktionsmittel durch massenhafte Konzentration ökonomisiert, schon stofflich nur gemeinsam anwendbare Arbeitsmittel, z.B. System der Maschinerie usw., ins Leben gerufen, ungeheure Naturkräfte in den Dienst der Produktion gepreßt und die Verwandlung des Produktionsprozesses in technologische Anwendung der Wissenschaft vollzogen werden können.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation ist Bedingung für die kapitalistische Produktionsweise, welche eine beschleunigte Akkumulation verursacht. Beide Faktoren bedingen den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals. Der Anteil des variablen Kapitals nimmt ab, der des konstanten Kapitals nimmt zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die kontinuierliche Rückverwandlung von Mehrwert in Kapital stellt sich dar als wachsende Größe des in den Produktionsprozeß eingehenden Kapitals. Diese wird ihrerseits Grundlage einer erweiterten Stufenleiter der Produktion, der sie begleitenden Methoden zur Steigerung der Produktivkraft der Arbeit und beschleunigter Produktion von Mehrwert. Wenn also ein gewisser Grad der Kapitalakkumulation als Bedingung der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise erscheint, verursacht die letztere rückschlagend eine beschleunigte Akkumulation des Kapitals. Mit der Akkumulation des Kapitals entwickelt sich daher die spezifisch kapitalistische Produktionsweise und mit der spezifisch kapitalistischen Produktionsweise die Akkumulation des Kapitals. Diese beiden ökonomischen Faktoren erzeugen, nach dem zusammengesetzten Verhältnis des Anstoßes, den sie sich gegenseitig erteilen, den Wechsel in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, durch welchen der variable Bestandteil immer kleiner und kleiner wird, verglichen mit dem konstanten.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relative Mehrwertproduktion ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Produktivkraftentwicklung, Relative Mehrwertproduktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Änderung der Zusammensetzung der stofflichen Bestandteile ist größer als die der Wertzusammensetzung, da der Wert der PM sinkt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Abnahme des variablen Kapitalteils gegenüber dem konstanten oder die veränderte Zusammensetzung des Kapitalwerts zeigt jedoch nur annähernd den Wechsel in der Zusammensetzung seiner stofflichen Bestandteile an. […] Der Grund ist einfach der, daß mit der wachsenden Produktivität der Arbeit nicht nur der Umfang der von ihr vernutzten Produktionsmittel steigt, sondern deren Wert, verglichen mit ihrem Umfang, sinkt. Ihr Wert steigt also absolut, aber nicht proportionell mit ihrem Umfang. Das Wachstum der Differenz zwischen konstantem und variablem Kapital ist daher viel kleiner als das der Differenz zwischen der Masse der Produktionsmittel, worin das konstante, und der Masse Arbeitskraft, worin das variable Kapital umgesetzt wird. Die erstere Differenz nimmt zu mit der letzteren, aber in geringerem Grad.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.651f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die absolute Größe von v kann trotz seiner relativen Abnahme steigen, da mehr v notwendig ist, um k zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Übrigens, wenn der Fortschritt der Akkumulation die relative Größe des variablen Kapitalteils vermindert, schließt er damit die Steigerung ihrer absoluten Größe keineswegs aus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.652)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzentration des Kapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kapitalkonzentration, Kapitalakkumulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individueller Kapitale. Mit ihnen wächst die Konzentration der PM. Zugleich reißen sich Ableger los und fungieren als neue Kapitale. Mit der Akkumulation wächst daher auch die Anzahl der Kapitalisten. Dieser Prozess ist identisch mit der Akkumulation: Wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten. Das Kapital ist verteilt auf viele Punkte, das Wachstum der Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Akkumulation stellt sich dar als wachsende Konzentration der PM einerseits, andererseits als Repulsion vieler individueller Kapitale.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee. Jede Akkumulation wird das Mittel neuer Akkumulation. Sie erweitert mit der vermehrten Masse des als Kapital funktionierenden Reichtums seine Konzentration in den Händen individueller Kapitalisten, daher die Grundlage der Produktion auf großer Stufenleiter und der spezifisch kapitalistischen Produktionsmethoden. Das Wachstum des gesellschaftlichen Kapitals vollzieht sich im Wachstum vieler individuellen Kapitale. Alle andren Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wachsen die individuellen Kapitale, und mit ihnen die Konzentration der Produktionsmittel, im Verhältnis, worin sie aliquote Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals bilden. Zugleich reißen sich Ableger von den Originalkapitalen los und funktionieren als neue selbständige Kapitale. Eine große Rolle spielt dabei unter anderm die Teilung des Vermögens in Kapitalistenfamilien. Mit der Akkumulation des Kapitals wächst daher auch mehr oder minder die Anzahl der Kapitalisten. Zwei Punkte charakterisieren diese Art Konzentration, welche unmittelbar auf der Akkumulation beruht oder vielmehr mit ihr identisch ist. Erstens: Die wachsende Konzentration der gesellschaftlichen Produktionsmittel in den Händen individueller Kapitalisten ist, unter sonst gleichbleibenden Umständen, beschränkt durch den Wachstumsgrad des gesellschaftlichen Reichtums. Zweitens: Der in jeder besondren Produktionssphäre ansässige Teil des gesellschaftlichen Kapitals ist verteilt unter viele Kapitalisten, welche einander als unabhängige und miteinander konkurrierende Warenproduzenten gegenüberstehn. Die Akkumulation und die sie begleitende Konzentration sind also nicht nur auf viele Punkte zersplittert, sondern das Wachstum der funktionierenden Kapitale ist durchkreuzt durch die Bildung neuer und die Spaltung alter Kapitale. Stellt sich die Akkumulation daher einerseits dar als wachsende Konzentration der Produktionsmittel und des Kommandos über Arbeit, so andrerseits als Repulsion vieler individueller Kapitale voneinander.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.653f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zentralisation der Kapitale==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentralisation der Kapitale, Kredit, Zentralisation, Konkurrenz, Kreditwesen, Übernahme, Akkumulation, Vergesellschaftung der Produktion, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem entgegen wirkt die nicht mehr einfache Konzentration, die mit der Akkumulation identisch ist, sondern Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist. Verwandlung vieler kleinerer in weniger größere Kapitale. Der Unterschied zur Konzentration durch Akkumulation ist, dass er nur eine veränderte Verteilung der bereits vorhandenen und funktionierenden Kapitale voraussetzt. Es ist die eigentliche Zentralisation um Unterschied zur Akkumulation und Konzentration. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser Zersplitterung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals in viele individuelle Kapitale oder der Repulsion seiner Bruchteile voneinander wirkt entgegen ihre Attraktion. Es ist dies nicht mehr einfache, mit der Akkumulation identische Konzentration von Produktionsmitteln und Kommando über Arbeit. Es ist Konzentration bereits gebildeter Kapitale, Aufhebung ihrer individuellen Selbständigkeit, Expropriation von Kapitalist durch Kapitalist, Verwandlung vieler kleineren in weniger größere Kapitale. Dieser Prozeß unterscheidet sich von dem ersten dadurch, daß er nur veränderte Verteilung der bereits vorhandnen und funktionierenden Kapitale voraussetzt, sein Spielraum also durch das absolute Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums oder die absoluten Grenzen der Akkumulation nicht beschränkt ist. Das Kapital schwillt hier in einer Hand zu großen Massen, weil es dort in vielen Händen verlorengeht. Es ist die eigentliche Zentralisation im Unterschied zur Akkumulation und Konzentration.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kreditwesen wird eine neue Waffe im Konkurrenzkampf und schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Abgesehn hiervon bildet sich mit der kapitalistischen Produktion eine ganz neue Macht, das Kreditwesen, das in seinen Anfängen verstohlen, als bescheidne Beihilfe der Akkumulation, sich einschleicht, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größern oder kleinern Massen zersplitterten Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht, aber bald eine neue und furchtbare Waffe im Konkurrenzkampf wird und sich schließlich in einen ungeheuren sozialen Mechanismus zur Zentralisation der Kapitale verwandelt.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz und der Kredit entwickeln sich mit Akkumulation. Einzelkapitale werden vermehrt. Gesellschaftliches Bedürfnis und technische Mittel schaffen gewaltige industrielle Unternehmungen, deren Durchführung an eine vorangegangene Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Der Fortschritt der Zentralisation hängt nicht vom Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals ab, sie kann durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale erfolgen. Kapital kann in einer Hand zu gewaltigen Massen anwachsen, weil es vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre Grenze erreicht, wenn alle dort angelegten Kapital zu einem Einzelkapital verschmolzen wären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im Maß wie die kapitalistische Produktion und Akkumulation, im selben Maß entwickeln sich Konkurrenz und Kredit, die beiden mächtigsten Hebel der Zentralisation. Daneben vermehrt der Fortschritt der Akkumulation den zentralisierbaren Stoff, d.h. die Einzelkapitale, während die Ausweitung der kapitalistischen Produktion, hier das gesellschaftliche Bedürfnis, dort die technischen Mittel jener gewaltigen industriellen Unternehmungen schafft, deren Durchführung an eine vorgängige Zentralisation des Kapitals gebunden ist. Heutzutage ist also die gegenseitige Attraktionskraft der Einzelkapitale und die Tendenz zur Zentralisation stärker als je zuvor. Wenn aber auch die relative Ausdehnung und Energie der zentralisierenden Bewegung in gewissem Grad bestimmt ist durch die schon erreichte Größe des kapitalistischen Reichtums und die Überlegenheit des ökonomischen Mechanismus, so hängt doch der Fortschritt der Zentralisation keineswegs ab von dem positiven Größenwachstum des gesellschaftlichen Kapitals. Und dies speziell unterscheidet die Zentralisation von der Konzentration, die nur ein andrer Ausdruck für die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter ist. Die Zentralisation kann erfolgen durch bloße veränderte Verteilung schon bestehender Kapitale, durch einfache Veränderung der quantitativen Gruppierung der Bestandteile des gesellschaftlichen Kapitals. Das Kapital kann hier zu gewaltigen Massen in einer Hand anwachsen, weil es dort vielen einzelnen Händen entzogen wird. In einem gegebnen Geschäftszweig hätte die Zentralisation ihre äußerste Grenze erreicht, wenn alle darin angelegten Kapitale zu einem Einzelkapital verschmolzen wären.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.655)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation ergänzt die Akkumulation. Sie kann auf verschiedenen Wegen stattfinden, durch Annexion, Verschmelzung oder der Bildung von Aktiengesellschaften - die Wirkung bleibt dieselbe. Die Ausdehnung der industriellen Tätigkeit ist Ausgangspunkt für umfassendere Organisation der Gesamtarbeit. Einzelne Produktionsprozesse werden zu gesellschaftlich kombinierten und wissenschaftlich disponierten Produktionsprozessen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Zentralisation ergänzt das Werk der Akkumulation, indem sie die industriellen Kapitalisten instand setzt, die Stufenleiter ihrer Operationen auszudehnen. Sei dies letztre Resultat nun Folge der Akkumulation oder der Zentralisation; vollziehe sich die Zentralisation auf dem gewaltsamen Weg der Annexion - wo gewisse Kapitale so überwiegende Gravitationszentren für andre werden, daß sie deren individuelle Kohäsion brechen und dann die vereinzelten Bruchstücke an sich ziehn - oder geschehe die Verschmelzung einer Menge bereits gebildeter, resp. in der Bildung begriffner Kapitale vermittelst des glatteren Verfahrens der Bildung von Aktiengesellschaften - die ökonomische Wirkung bleibt dieselbe. Die gewachsne Ausdehnung der industriellen Etablissements bildet überall den Ausgangspunkt für eine umfassendere Organisation der Gesamtarbeit vieler, für eine breitre Entwicklung ihrer materiellen Triebkräfte, d.h. für die fortschreitende Umwandlung vereinzelter und gewohnheitsmäßig betriebner Produktionsprozesse in gesellschaftlich kombinierte und wissenschaftlich disponierte Produktionsprozesse.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation ist ein langsamer, allmählicher Prozess, Zentralisation dagegen schnell. Ohne Zentralisation hätte es sehr lange gedauert, bis einzelne Unternehmen groß genug gewesen wären, um die Eisenbahn zu bauen. Die Zentralisation steigert und beschleunigt die Wirkung der Akkumulation und beschleunigt gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals –  Zunahme des konstanten Kapitals auf Kosten des variablen. Abnahme der Nachfrage nach Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß die Akkumulation, die allmähliche Vermehrung des Kapitals durch die aus der Kreisform in die Spirale übergehende Reproduktion ein gar langsames Verfahren ist, im Vergleich mit der Zentralisation, die nur die quantitative Gruppierung der integrierenden Teile des gesellschaftlichen Kapitals zu ändern braucht. Die Welt wäre noch ohne Eisenbahnen, hätte sie solange warten müssen, bis die Akkumulation einige Einzelkapitale dahin gebracht hätte, dem Bau einer Eisenbahn gewachsen zu sein. Die Zentralisation dagegen hat dies, vermittelst der Aktiengesellschaften, im Handumdrehn fertiggebracht. Und während die Zentralisation so die Wirkungen der Akkumulation steigert und beschleunigt, erweitert und beschleunigt sie gleichzeitig die Umwälzungen in der technischen Zusammensetzung des Kapitals, die dessen konstanten Teil vermehren auf Kosten seines variablen Teils und damit die relative Nachfrage nach Arbeit vermindern.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.656)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kapital erneuert sich, vervollkommnete technische Gestalt, geringere Arbeit genügt, um größere Masse Maschinen in Gang zu setzen. Die Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird größer, je mehr Zentralisation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die im Lauf der normalen Akkumulation gebildeten Zusatzkapitale (s. Kap.XXII, 1) dienen vorzugsweise als Vehikel zur Exploitation neuer Erfindungen und Entdeckungen, überhaupt industrieller Vervollkommnungen. Aber auch das alte Kapital erreicht mit der Zeit den Moment seiner Erneuerung an Haupt und Gliedern, wo es sich häutet und ebenfalls wiedergeboren wird in der vervollkommneten technischen Gestalt, worin eine geringere Masse Arbeit genügte, eine größere Masse Maschinerie und Rohstoffe in Bewegung zu setzen. Die hieraus notwendig folgende absolute Abnahme der Nachfrage nach Arbeit wird selbstredend um so größer, je mehr die diesen Erneuerungsprozeß durchmachenden Kapitale bereits zu Massen angehäuft sind vermöge der zentralisierenden Bewegung. Einerseits attrahiert also das im Fortgang der Akkumulation gebildete Zuschußkapital, verhältnismäßig zu seiner Größe, weniger und weniger Arbeiter. Andrerseits repelliert das periodisch in neuer Zusammensetzung reproduzierte alte Kapital mehr und mehr früher von ihm beschäftigte Arbeiter.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.657)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalistische Konkurrenz ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkurrenz, Übernahme, Kredit &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konkurrenz wird durch Preis der Waren geführt, der von der Produktivität der Arbeit abhängt, dieser wiederum von der Stufenleiter der Produktion. Die größeren Kapitale schlagen die kleineren. Mit Entwicklung der kap. PW ist Minimalumfang des Kapitals größer. Kleinere Kapital drängen daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie noch nicht bemächtigt hat. Viele kleine gehen unter oder landen in der Hand des Siegers.&amp;lt;br/&amp;gt;Mit der kapitalistischen Produktion bildet sich eine neue Macht: Das Kreditwesen. Anfangs als Hilfe der Akkumulation, sich einschleichend, durch unsichtbare Fäden die über die Oberfläche der Gesellschaft in größere oder kleinere Massen zersplitterte Geldmittel in die Hände individueller oder assoziierter Kapitalisten zieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der Konkurrenzkampf wird durch Verwohlfeilerung der Waren geführt. Die Wohlfeilheit der Waren hängt, caeteris paribus, von der Produktivität der Arbeit, diese aber von der Stufenleiter der Produktion ab. Die größeren Kapitale schlagen daher die kleineren. Man erinnert sich ferner, daß mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise der Minimalumfang des individuellen Kapitals wächst, das erheischt ist, um ein Geschäft unter seinen normalen Bedingungen zu betreiben. Die kleineren Kapitale drängen sich daher in Produktionssphären, deren sich die große Industrie nur noch sporadisch oder unvollkommen bemächtigt hat. Die Konkurrenz rast hier im direkten Verhältnis zur Anzahl und im umgekehrten Verhältnis zur Größe der rivalisierenden Kapitale. Sie endet stets mit Untergang vieler kleineren Kapitalisten, deren Kapitale teils in die Hand des Siegers übergehn, teils untergehn.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.654f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Entstehung und Funktion der Industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Arbeitslosigkeit, Industrielle Reservearmee, Wachstum des Gesamtkapitals, Überbevölkerung, Krise, Aufschwung, Ausbeutung, Relative Mehrwertproduktion, Mehrarbeit, Produktivkraftentwicklung, Variables Kapital, Organische Zusammensetzung des Kapitals, Arbeitslosigkeit, Arbeitslohn, Lohndruck, Nachfrage nach  Arbeit, Zyklus &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite wächst die Arbeiterbevölkerung schneller als das variable Kapital, es kommt zu einer relativen, also für die durchschnittlichen Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssigen, daher überflüssigen Arbeiterbevölkerung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert vielmehr, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.658)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ausdehnung der Produktionsleiter, der Produktivität der Arbeit dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter mit größerer Repulsion derselben verbunden ist. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eigenen relativen Überzähligmachung. Das ist das der kapitalistischen Produktionsweise eigene Populationsgesetz.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Größe des bereits funktionierenden Gesellschaftskapitals und dem Grad seines Wachstums, mit der Ausdehnung der Produktionsleiter und der Masse der in Bewegung gesetzten Arbeiter, mit der Entwicklung der Produktivkraft ihrer Arbeit, mit dem breiteren und volleren Strom aller Springquellen des Reichtums dehnt sich auch die Stufenleiter, worin größere Attraktion der Arbeiter durch das Kapital mit größerer Repulsion derselben verbunden ist, nimmt die Raschheit der Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und seiner technischen Form zu, und schwillt der Umkreis der Produktionssphären, die bald gleichzeitig, bald abwechselnd davon ergriffen werden. Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbevölkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen Uberzähligmachung. Es ist dies ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümliches Populationsgesetz, wie in der Tat jede besondre historische Produktionsweise ihre besondren, historisch gültigen Populationsgesetze hat. Ein abstraktes Populationsgesetz existiert nur für Pflanze und Tier, soweit der Mensch nicht geschichtlich eingreift.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.659f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die überschüssige Bevölkerung ist notwendiges Resultat der Akkumulation und sie ist umgekehrt Hebel der Akkumulation, eben Existenzbedingung der kap. Produktionsweise. Sie ist disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz gehört, ist stets ausbeutbares Menschenmaterial unabhängig von der wirklichen Bevölkerungszunahme. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn aber eine Surplusarbeiterpopulation notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist, wird diese Übervölkerung umgekehrt zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation, ja zu einer Existenzbedingung der kapitalistischen Produktionsweise. Sie bildet eine disponible industrielle Reservearmee, die dem Kapital ganz so absolut gehört, als ob es sie auf seine eignen Kosten großgezüchtet hätte. Sie schafft für seine wechselnden Verwertungsbedürfnisse das stets bereite exploitable Menschenmaterial, unabhängig von den Schranken der wirklichen Bevölkerungszunahme.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zehnjährige Zyklus von Krise und Boom beruht auf der beständigen Bildung der Überbevölkerung. Der industrielle Zyklus rekrutiert wiederum die Überbevölkerung, wird zum entscheidenden Faktor ihrer Reproduktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der charakteristische Lebenslauf der modernen Industrie, die Form eines durch kleinere Schwankungen unterbrochnen zehnjährigen Zyklus von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Produktion unter Hochdruck, Krise und Stagnation, beruht auf der beständigen Bildung, größern oder geringem Absorption und Wiederbildung der industriellen Reservearmee oder Übervölkerung. Ihrerseits rekrutieren die Wechselfälle des industriellen Zyklus die Übervölkerung und werden zu einem ihrer energischsten Reproduktionsagentien.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der frühen Periode des Kapitalismus veränderte sich die Zusammensetzung des Kapitals nur allmählich, es gab keine Überbevölkerung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Dieser eigentümliche Lebenslauf der modernen Industrie, der uns in keinem frühern Zeitalter der Menschheit begegnet, war auch in der Kindheitsperiode der kapitalistischen Produktion unmöglich. Die Zusammensetzung des Kapitals veränderte sich nur sehr allmählich. Seiner Akkumulation entsprach also im Ganzen verhältnismäßiges Wachstum der Arbeitsnachfrage.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.661)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewegungsform der modernen Industrie erwächst aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ganze Bewegungsform der modernen Industrie erwächst also aus der beständigen Verwandlung eines Teils der Arbeiterbevölkerung in unbeschäftigte oder halbbeschäftigte Hände. Die Oberflächlichkeit der politischen Ökonomie zeigt sich u.a. darin, daß sie die Expansion und Kontraktion des Kredits, das bloße Symptom der Wechselperioden des industriellen Zyklus, zu deren Ursache macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.662)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn steigt, obgleich der Arbeitspreis gleich bleibt, wird der Zuwachs von variablem Kapital zu Index von mehr Arbeit, aber nicht mehr Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer Arbeiterzahl auszupressen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Bei gleichbleibender oder selbst verminderter Zahl der von ihm kommandierten Arbeiter wächst jedoch das variable Kapital, wenn der individuelle Arbeiter mehr Arbeit liefert und daher sein Arbeitslohn wächst, obgleich der Arbeitspreis gleichbleibt oder selbst sinkt, nur langsamer, als die Arbeitsmasse steigt. Der Zuwachs des variablen Kapitals wird dann Index von mehr Arbeit, aber nicht von mehr beschäftigten Arbeitern. Jeder Kapitalist hat das absolute Interesse, ein bestimmtes Arbeitsquantum aus kleinerer, statt ebenso wohlfeil oder selbst wohlfeiler aus größerer Arbeiterzahl auszupressen. In dem letzten Fall wächst die Auslage von konstantem Kapital verhältnismäßig zur Masse der in Fluß gesetzten Arbeit, im ersten Fall viel langsamer. Je größer die Stufenleiter der Produktion, desto entscheidender dies Motiv. Seine Wucht wächst mit der Akkumulation des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Produktivkraft der Arbeit befähigt Kapitalisten mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Ausbeutung der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Er kauft mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte, indem er geschicktere durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche,…ersetzt.&amp;lt;br/&amp;gt;Ein größeres v macht mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben. &amp;lt;br/&amp;gt;v von derselben Größe macht mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und mehr niedere durch Verdrängung höherer Arbeitskräfte. &amp;lt;br/&amp;gt;Dies ist wichtig für die Zusammensetzung der AK bzw. für die industrielle Reservearmee (IR).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Man hat gesehn, daß die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und Produktivkraft der Arbeit - zugleich Ursache und Wirkung der Akkumulation - den Kapitalisten befähigt, mit derselben Auslage von variablem Kapital mehr Arbeit durch größere extensive oder intensive Exploitation der individuellen Arbeitskräfte flüssig zu machen. Man hat ferner gesehn, daß er mit demselben Kapitalwert mehr Arbeitskräfte kauft, indem er progressiv geschicktere Arbeiter durch ungeschicktere, reife durch unreife, männliche durch weibliche, erwachsne Arbeitskraft durch jugendliche oder kindliche verdrängt. Einerseits macht also, im Fortgang der Akkumulation, größeres variables Kapital mehr Arbeit flüssig, ohne mehr Arbeiter zu werben, andrerseits macht variables Kapital von derselben Größe mehr Arbeit mit derselben Masse Arbeitskraft flüssig und endlich mehr niedere Arbeitskräfte durch Verdrängung höherer.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.664f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Steigerung der Produktivkraft der Arbeit, steigert das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher als die von Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils schwellt die Reihen ihrer Reserve. Reserve übt Druck auf Beschäftigte aus, zwingt sie zu Überarbeit. Zwang zu Müßiggang und Zwang zu Überarbeit wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn die Produktionsmittel, wie sie an Umfang und Wirkungskraft zunehmen, in geringerem Grad Beschäftigungsmittel der Arbeiter werden, wird dies Verhältnis selbst wieder dadurch modifiziert, daß im Maß, wie die Produktivkraft der Arbeit wächst, das Kapital seine Zufuhr von Arbeit rascher steigert als seine Nachfrage nach Arbeitern. Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, diese zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des andren Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.665f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns sind ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind bestimmt durch das wechselnde Verhältnis worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Im großen und ganzen sind die allgemeinen Bewegungen des Arbeitslohns ausschließlich reguliert durch die Expansion und Kontraktion der industriellen Reservearmee, welche dem Periodenwechsel des industriellen Zyklus entsprechen. Sie sind also nicht bestimmt durch die Bewegung der absoluten Anzahl der Arbeiterbevölkerung, sondern durch das wechselnde Verhältnis, worin die Arbeiterklasse in aktive Armee und Reservearmee zerfällt, durch die Zunahme und Abnahme des relativen Umfangs der Übervölkerung, durch den Grad, worin sie bald absorbiert, bald wieder freigesetzt wird.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.666)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die IR drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Überproduktion und des Booms im Zaum. Die relative Überbevölkerung ist der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die industrielle Reservearmee drückt während der Perioden der Stagnation und mittleren Prosperität auf die aktive Arbeiterarmee und hält ihre Ansprüche während der Periode der Überproduktion und des Paroxysmus im Zaum. Die relative Übervölkerung ist also der Hintergrund, worauf das Gesetz der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit sich bewegt. Sie zwängt den Spielraum dieses Gesetzes in die der Exploitationsgier und Herrschsucht des Kapitals absolut zusagenden Schranken ein.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.668)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vermehrt die Nachfrage nach Arbeit, zugleich setzt sie Arbeiter „frei“. Der Druck der Unbeschäftigten zwingt die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit, macht also die Arbeitszufuhr in gewissem Grad von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn seine Akkumulation einerseits die Nachfrage nach Arbeit vermehrt, vermehrt sie andrerseits die Zufuhr von Arbeitern durch deren „Freisetzung&amp;quot;, während zugleich der Druck der Unbeschäftigten die Beschäftigten zur Flüssigmachung von mehr Arbeit zwingt, also in gewissem Grad die Arbeitszufuhr von der Zufuhr von Arbeitern unabhängig macht.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Formen der industriellen Reservearmee ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klassenkampf, Überbevölkerung, Industrielle Reservearmee, Flüssige Überbevölkerung, Latente Überbevölkerung, Stockende Überbevölkerung, Landflucht, Armut, Pauperismus, Lumpenproletariat, Gesellschaftlicher Reichtum &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem selben Maß, wie die Arbeiter mehr arbeiten und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, desto prekärer wird ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals. Wenn sie entdecken, dass der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen vom Druck der relativen Überbevölkerung abhängt, sobald sie durch Trade Unions eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, zetert das Kapital. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört das „reine“ Spiel jenes Gesetzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bewegung des Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr von Arbeit auf dieser Basis vollendet die Despotie des Kapitals. Sobald daher die Arbeiter hinter das Geheimnis kommen, wie es angeht, daß im selben Maß, wie sie mehr arbeiten, mehr fremden Reichtum produzieren und die Produktivkraft ihrer Arbeit wächst, sogar ihre Funktion als Verwertungsmittel des Kapitals immer prekärer für sie wird; sobald sie entdecken, daß der Intensitätsgrad der Konkurrenz unter ihnen selbst ganz und gar von dem Druck der relativen Übervölkerung abhängt; sobald sie daher durch Trade's Unions usw. eine planmäßige Zusammenwirkung zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten zu organisieren suchen, um die ruinierenden Folgen jenes Naturgesetzes der kapitalistischen Produktion auf ihre Klasse zu brechen oder zu schwächen, zetert das Kapital und sein Sykophant, der politische Ökonom, über Verletzung des „ewigen“ und sozusagen „heiligen&amp;quot; Gesetzes der Nachfrage und Zufuhr. Jeder Zusammenhalt zwischen den Beschäftigten und Unbeschäftigten stört nämlich das „reine&amp;quot; Spiel jenes Gesetzes. Sobald andrerseits, in den Kolonien z.B., widrige Umstände die Schöpfung der industriellen Reservearmee und mit ihr die absolute Abhängigkeit der Arbeiterklasse von der Kapitalistenklasse verhindern, rebelliert das Kapital, samt seinem gemeinplätzlichen Sancho Pansa, gegen das „heilige&amp;quot; Gesetz der Nachfrage und Zufuhr und sucht ihm durch Zwangsmittel unter die Arme zu greifen.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.669f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Arbeiter gehört der rel. Überbevölkerung an, wenn er halb oder gar nicht beschäftigt ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Phasenwechsel des industriellen Zyklus prägt ihr ihre Formen auf.&lt;br /&gt;
Sie besitzt aber immer drei Formen: flüssige, latente, stockende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die relative Übervölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen. Jeder Arbeiter gehört ihr an während der Zeit, wo er halb oder gar nicht beschäftigt ist. Abgesehn von den großen, periodisch wiederkehrenden Formen, welche der Phasenwechsel des industriellen Zyklus ihr aufprägt, so daß sie bald akut in den Krisen erscheint, bald chronisch in den Zeiten flauen Geschäfts, besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arbeiter werden repelliert und bald wieder attrahiert –  fließende Form der Überbevölkerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Relative Überbevölkerung existiert in allen möglichen Schattierungen [...] besitzt sie fortwährend drei Formen: flüssige, latente und stockende.&amp;lt;br/&amp;gt;In den Zentren der modernen Industrie Fabriken, Manufakturen, Hütten und Bergwerken usw. - werden Arbeiter bald repeliiert, bald in größerem Umfang wieder attrahiert, so daß im großen und ganzen die Zahl der Beschäftigten zunimmt, wenn auch in stets abnehmendem Verhältnis zur Produktionsleiter. Die Übervölkerung existiert hier in fließender Form.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.670)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der beständige Fluss der Landarbeiter in die Städte setzt eine latente Überbevölkerung voraus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aber ihr beständiger Fluß nach den Städten setzt auf dem Lande selbst eine fortwährend latente Übervölkerung voraus, deren Umfang nur sichtbar wird, sobald sich die Abzugskanäle ausnahmsweise weit öffnen. Der Landarbeiter wird daher auf das Minimum des Salairs herabgedrückt und steht mit einem Fuß stets im Sumpf des Pauperismus.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt und stellt einen unerschöpflichen Behälter disponibler Arbeitskraft dar. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Lohns charakterisieren sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die stockende Überbevölkerung ist von unregelmäßiger Beschäftigung geprägt –  der unerschöpflicher Behälter disponibler Arbeitskraft. Maximum der Arbeitszeit und Minimum des Salairs charakterisieren sie.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.672)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pauperismus ist der tiefste Niederschlag der relativen Überbevölkerung. Neben dem  Lumpenproletariat und den Arbeitsfähigen –  deren Masse schwillt mit jeder Krise und mit jedem Aufschwung nimmt sie ab. Waisen- und Pauperkinder, Verkommene Verlumpte, Arbeitsunfähige, die an der durch die Teilung der Arbeit bewirkten Unbeweglichkeit zu Grunde gehen und Invaliden, Verstümmelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der tiefste Niederschlag der relativen Übervölkerung endlich behaust die Sphäre des Pauperismus. Abgesehn von Vagabunden, Verbrechern, Prostituierten, kurz dem eigentlichen Lumpenproletariat, besteht diese Gesellschaftsschichte aus drei Kategorien. Erstens Arbeitsfähige. Man braucht die Statistik des englischen Pauperismus nur oberflächlich anzusehn, und man findet, daß seine Masse mit jeder Krise schwillt und mit jeder Wiederbelebung des Geschäfts abnimmt. Zweitens: Waisen- und Pauperkinder. Sie sind Kandidaten der industriellen Reservearmee und werden in Zeiten großen Aufschwungs, wie 1860 z.B., rasch und massenhaft in die aktive Arbeiterarmee einrolliert. Drittens: Verkommene, Verlumpte, Arbeitsunfähige. Es sind namentlich Individuen, die an ihrer durch die Teilung der Arbeit verursachten Unbeweglichkeit untergehn, solche, die über das Normalalter eines Arbeiters hinausleben, endlich die Opfer der Industrie, deren Zahl mit gefährlicher Maschinerie, Bergwerksbau, chemischen Fabriken etc. wächst, Verstümmelte, Verkrankte, Witwen etc. Der Pauperismus bildet das Invalidenhaus der aktiven Arbeiterarmee und das tote Gewicht der industriellen Reservearmee. Seine Produktion ist eingeschlossen in der Produktion der relativen Übervölkerung, seine Notwendigkeit in ihrer Notwendigkeit, mit ihr bildet er eine Existenzbedingung der kapitalistischen Produktion und Entwicklung des Reichtums. Er gehört zu den faux frais der kapitalistischen Produktion, die das Kapital jedoch großenteils von sich selbst ab auf die Schultern der Arbeiterklasse und der kleinen Mittelklasse zu wälzen weiß.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer der gesellschaftliche Reichtum und das funktionierende Kapital, desto größer die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die IR. Mit den Potenzen des Reichtums wächst die IR. Je größer die IR im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Überbevölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die IR, desto größer der offizielle Pauperismus. Das ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Je größer der gesellschaftliche Reichtum, das funktionierende Kapital, Umfang und Energie seines Wachstums, also auch die absolute Größe des Proletariats und die Produktivkraft seiner Arbeit, desto größer die industrielle Reservearmee. Die disponible Arbeitskraft wird durch dieselben Ursachen entwickelt wie die Expansivkraft des Kapitals. Die verhältnismäßige Größe der industriellen Reservearmee wächst also mit den Potenzen des Reichtums. Je größer aber diese Reservearmee im Verhältnis zur aktiven Arbeiterarmee, desto massenhafter die konsolidierte Übervölkerung, deren Elend im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Arbeitsqual steht. Je größer endlich die Lazarusschichte der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Es wird gleich allen andren Gesetzen in seiner Verwirklichung durch mannigfache Umstände modifiziert, deren Analyse nicht hierher gehört.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.673f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Armut und Reichtum==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Armut, Reichtum, Lohndruck, Arbeitsdruck, Entfremdung, Verrohung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fortschritt der Produktivität drückt sich auf kapitalistischer Grundlage so aus, dass je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer ihre Existenzbedingung. Die bedeutet Verkauf der eigenen Kraft zur Vermehrung fremden Eigentums.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Gesetz, wonach eine immer wachsende Masse von Produktionsmitteln, dank dem Fortschritt in der Produktivität der gesellschaftlichen Arbeit, mit einer progressiv abnehmenden Ausgabe von Menschenkraft in Bewegung gesetzt werden kann - dies Gesetz drückt sich auf kapitalistischer Grundlage, wo nicht der Arbeiter die Arbeitsmittel, sondern die Arbeitsmittel den Arbeiter anwenden, darin aus, daß, je höher die Produktivkraft der Arbeit, desto größer der Druck der Arbeiter auf ihre Beschäftigungsmittel, desto prekärer also ihre Existenzbedingung: Verkauf der eignen Kraft zur Vermehrung des fremden Reichtums oder zur Selbstverwertung des Kapitals. Rascheres Wachstum der Produktionsmittel und der Produktivität der Arbeit als der produktiven Bevölkerung drückt sich kapitalistisch also umgekehrt darin aus, daß die Arbeiterbevölkerung stets rascher wächst als das Verwertungsbedürfnis des Kapitals.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Steigerung der ges. Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters. Die Mittel der Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation. Es folgt daher, dass im Maße wie Kapital akkumuliert wird, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muss. Das Gesetz, dass die relative Überbevölkerung stets mit Umfang und Energie der Akkumulation im Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als Prometheus die Keile des Hephaistos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf der Seite der Klasse, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wir sahen im vierten Abschnitt bei Analyse der Produktion des relativen Mehrwerts: innerhalb des kapitalistischen Systems vollziehn sich alle Methoden zur Steigerung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit auf Kosten des individuellen Arbeiters; alle Mittel zur Entwicklung der Produktion schlagen um in Beherrschungs- und Exploitationsmittel des Produzenten, verstümmeln den Arbeiter in einen Teilmenschen, entwürdigen ihn zum Anhängsel der Maschine, vernichten mit der Qual seiner Arbeit ihren Inhalt, entfremden ihm die geistigen Potenzen des Arbeitsprozesses im selben Maße, worin letzterem die Wissenschaft als selbständige Potenz einverleibt wird; sie verunstalten die Bedingungen, innerhalb deren er arbeitet, unterwerfen ihn während des Arbeitsprozesses der kleinlichst gehässigen Despotie, verwandeln seine Lebenszeit in Arbeitszeit, schleudern sein Weib und Kind unter das Juggernaut-Rad des Kapitals. Aber alle Methoden zur Produktion des Mehrwerts sind zugleich Methoden der Akkumulation, und jede Ausdehnung der Akkumulation wird umgekehrt Mittel zur Entwicklung jener Methoden. Es folgt daher, daß im Maße wie Kapital akkumuliert, die Lage des Arbeiters, welches immer seine Zahlung, hoch oder niedrig, sich verschlechtern muß. Das Gesetz endlich, welches die relative Übervölkerung oder industrielle Reservearmee stets mit Umfang und Energie der Akkumulation in Gleichgewicht hält, schmiedet den Arbeiter fester an das Kapital als den Prometheus die Keile des Hephästos an den Felsen. Es bedingt eine der Akkumulation von Kapital entsprechende Akkumulation von Elend. Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert.| (Marx, [https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Kapital 1.Band, MEW Band 23], S.674f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kapitalmonopol als Fessel der Produktionsweise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zentralisation des Kapitals ist der kapitalistischen Produktion eigen. Sie führt zur fortschreitenden Dezentralisation und zur Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verhältnis zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, Zentralisation, Stagnation, Monopole, kapitalistische Produktion, Elend, Ausbeutung, Expropriation, kooperative Form des Arbeitsprozesses, kapitalistischen Hülle, Privateigentums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem in seinem Hauptwerk – dem Kapital – hat Marx die  Zentralisation des Kapitals und das daraus folgende  Kapitalmonopol offengelegt und als eine Tendenz der kapitalistischen Produktion theoretisiert. Diese führt zur stetigen  Abnahme der Anzahl von Kapitalmagnaten und zur Monopolbildung. Diese Annahme stößt allerdings von bürgerlicher Seite auf Kritik. So seien die meisten Fälle nur Folge einer falschen „Ordnungspolitik“ des Staates.&lt;br /&gt;
Doch zeigt diese Kritik nur das gegenteil auf – dass die kapitalistische Produktion ohne entgegenwirkende Maßnahmen zu der von Marx beschriebenen Zentralisation des Kapitals drängt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kapitalistische Produktion führt zu einer Zentralisierung der Kapitale in der Hand einer Minderheit – zur Monopolisierung. Mit dieser Zentralisation entwickelt sich auch die kooperative Form des Arbeitsprozesses. Mit einer fortschreitenden Zentralisation und abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten wächst die Masse des Elends, der Ausbeutung, aber auch der Empörung der Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, da die Zentralisation der Vergesellschaftung der Arbeit einen Punkt erreicht, an dem sie unverträglich wird mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt und die Macht des Kapitals, der Bourgeoisie, gestürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Diese Expropriation vollzieht sich durch das Spiel der immanenten Gesetze der kapitalistischen Produktion selbst, durch die Zentralisation der Kapitale. Je ein Kapitalist schlägt viele tot. Hand in Hand mit dieser Zentralisation oder der Expropriation vieler Kapitalisten durch wenige entwickelt sich die kooperative Form des Arbeitsprozesses auf stets wachsender Stufenleiter, die bewußte technische Anwendung der Wissenschaft, die planmäßige Ausbeutung der Erde, die Verwandlung der Arbeitsmittel in nur gemeinsam verwendbare Arbeitsmittel, die Ökonomisierung aller Produktionsmittel durch ihren Gebrauch als Produktionsmittel kombinierter, gesellschaftlicher Arbeit, die Verschlingung aller Völker in das Netz des Weltmarkts und damit der internationale Charakter des kapitalistischen Regimes. Mit der beständig abnehmenden Zahl der Kapitalmagnaten, welche alle Vorteile dieses Umwandlungsprozesses usurpieren und monopolisieren, wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.790f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Tendenzielle Fall der Profitrate==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ beschreibt den Fall der allgemeinen Profitrate als einen tendenziellen Verlauf. Da nur die menschliche Arbeit Werte schafft, ergibt sich der Profit ausschließlich aus dem unbezahlten Teil der Arbeit, den sich der Kapitalist aneignet. Diese unbezahlte Arbeit drückt sich im Mehrwert aus. Da der Anteil lebendiger Arbeit, das variable Kapital, durch die fortlaufende technische Entwicklung abnimmt, nimmt auch die Masse des Mehrwerts ab. Diese Abnahme der lebendigen Arbeit ergibt einen Fall der Profitrate. Dieser wird durch mehrere Ursachen aufgehalten und gehemmt, weswegen der Fall der Profitrate nur als Tendenz aufritt und nicht absolut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tendenzieller Fall der Profitrate, Gesamtkapital, Variables Kapital, Konstantes Kapital, Kapital, Produktivkraft, Akkumulation, Zusammensetzung, Profitrate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theorie des Tendenziellen Falls der Profitrate wird von Karl Marx im [[Das Kapital (Literatureinleitung)|Kapital]] dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Der Fall der allgemeinen Profitrate war in der klassischen Nationalökonomie bereits eine der gängigen Vorstellungen. Allerdings  war es noch unklar wie ein Sinken der Profitrate zu Stande kommt. Vorläufige Erklärungen und Theorien waren zu oberflächlich. Marx forschte nach den Ursachen und fand diese in der stetigen Veränderung der Zusammensetzung des Kapitals und der Theorie des Mehrwerts. Das Marx'sche „Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate“ stößt ebenfalls auf Kritik seitens Michael Heinrich und Nobuo Okishio. Laut  Heinrich würde keine von Marx' Varianten eine fallende Profitrate beweisen können. Währenddessen sollen die Ergebnisse des Okishio-Theorems des Ökonomen Nobuo Okishios der Marx'schen Annahme widersprechen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der tendenzielle Fall der Profitrate steht im Zusammenhang mit der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals. Nimmt der Anteil der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum konstantem Kapital ab, sinkt die Profitrate. Durch die kapitalistische Produktionsweise nimmt das variable Kapital proportional zum Gesamtkapital ab. Aufgrund dieser proportionalen Abnahme des variablen Bestandteils sinkt die Nachfrage nach lebendiger Arbeit progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals und erzeugt somit auch eine überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung die nicht am Produktionsprozess beteiligt ist. Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Akkumulation des Kapitals, welche ursprünglich nur als seine quantitative Erweiterung erschien, vollzieht sich, wie wir gesehn, in fortwährendem qualitativen Wechsel seiner Zusammensetzung, in beständiger Zunahme seines konstanten auf Kosten seines variablen Bestandteil. Die spezifisch kapitalistische Produktionsweise, die ihr entsprechende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, der dadurch verursachte Wechsel in der organischen Zusammensetzung des Kapitals halten nicht nur Schritt mit dem Fortschritt der Akkumulation oder dem Wachstum des gesellschaftlichen Reichtums. Sie schreiten ungleich schneller, weil die einfache Akkumulation oder die absolute Ausdehnung des Gesamtkapitals von der Zentralisation seiner individuellen Elemente, und die technische Umwälzung des Zusatzkapitals von technischer Umwälzung des Originalkapitals begleitet sind. Mit dem Fortgang der Akkumulation wandelt sich also das Verhältnis von konstantem zu variablem Kapitalteil, wenn ursprünglich 1: 1, in 2: 1,3: 1,4: 1,5: 1, 7: 1 usw. … Da die Nachfrage nach Arbeit nicht durch den Umfang des Gesamtkapitals, sondern durch den seines variablen Bestandteils bestimmt ist, fällt sie also progressiv mit dem Wachstum des Gesamtkapitals, statt, wie vorhin unterstellt, verhältnismäßig mit ihm zu wachsen. Sie fällt relativ zur Größe des Gesamtkapitals und in beschleunigter Progression mit dem Wachstum dieser Größe. Mit dem Wachstum des Gesamtkapitals wächst zwar auch sein variabler Bestandteil, oder die ihm einverleibte Arbeitskraft, aber in beständig abnehmender Proportion. …Diese mit dem Wachstum des Gesamtkapitals beschleunigte und rascher als sein eignes Wachstum beschleunigte relative Abnahme seines variablen Bestandteils scheint auf der andren Seite umgekehrt stets rascheres absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung als das des variablen Kapitals oder ihrer Beschäftigungsmittel. Die kapitalistische Akkumulation produziert, und zwar im Verhältnis zu ihrer Energie und ihrem Umfang, beständig eine relative, d.h. für die mittleren Verwertungsbedürfnisse des Kapitals überschüssige, daher überflüssige oder Zuschuß-Arbeiterbevölkerung.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band23.pdf Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.657f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zunahme des konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapitalteil ist das Resultat der fortschreitenden Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Das heißt, dass die Entwicklung der Produktivkräfte den tendenziellen Fall der Profitrate zur Folge hat. Da durch die Entwicklung der Produktion die angewandte lebendige Arbeit im Verhältnis zum konstanten Kapital abnimmt, so muss auch die unbezahlte Mehrarbeit abnehmen die sich in Form des Mehrwerts äußerst. Dieser Rückgang des Mehrwerts bewirkt wiederum einen stetigen Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |„Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate 13. Kapital, Das Gesetz als solches. Bei gegebnem Arbeitslohn und Arbeitstag stellt ein variables Kapital, z.B. von 100, eine bestimmte Anzahl in Bewegung gesetzter Arbeiter vor; es ist der Index dieser Anzahl. Z.B. 100 Pfd.St. sei der Arbeitslohn für 100 Arbeiter, sage für eine Woche. Verrichten diese 100 Arbeiter ebensoviel notwendige Arbeit wie Mehrarbeit, arbeiten sie also täglich ebensoviel Zeit für sich selbst, d.h. für die Reproduktion ihres Arbeitslohns, wie für den Kapitalisten, d.h. für die Produktion von Mehrwert, so wäre ihr Gesamtwertprodukt = 200 Pfd.St. und der von ihnen erzeugte Mehrwert betrüge 100 Pfd.St. Die Rate des Mehrwerts m/v wäre =100% . Diese Rate des Mehrwerts würde sich jedoch, wie wir gesehn, in sehr verschiednen Profitraten ausdrücken, je nach dem verschiednen Umfang des konstanten Kapitals c und damit des Gesamtkapitals C, da die Profitrate = m/C . &lt;br /&gt;
Ist die Mehrwertsrate 100%,: &lt;br /&gt;
Wenn c = 50, v = 100, so ist p' = 100/150 = 66,66 %. &lt;br /&gt;
Wenn c = 100, v = 100, so ist p' =100/200 = 50%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 200, v = 100, so ist p' = 100/300 = 33,33%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 300, v = 100, so ist p' = 100/400 = 25%. &lt;br /&gt;
Wenn c = 400, v = 100, so ist p' = 100/500 = 20%. &lt;br /&gt;
Dieselbe Rate des Mehrwerts, bei unverändertem Exploitationsgrad der Arbeit, würde sich so in einer fallenden Profitrate ausdrücken, weil mit seinem materiellen Umfang, wenn auch nicht im selben Verhältnis, auch der Wertumfang des konstanten und damit des Gesamtkapitals wächst&lt;br /&gt;
Nimmt man nun ferner an, daß diese graduelle Veränderung in der Zusammensetzung des Kapitals sich nicht bloß in vereinzelten Produktionssphären zuträgt, sondern mehr oder weniger in allen, oder doch in den entscheidenden Produktionssphären, daß sie also Veränderungen in der organischen Durchschnittszusammensetzung des einer bestimmten Gesellschaft angehörigen Gesamtkapitals einschließt, so muß dies allmähliche Anwachsen des konstanten Kapitals, im Verhältnis zum variablen, notwendig zum Resultat haben einen graduellen Fall in der allgemeinen Profitrate bei gleichbleibender Rate des Mehrwerts oder gleichbleibendem Exploitationsgrad der Arbeit durch das Kapital. Nun hat sich aber gezeigt, als ein Gesetz der kapitalistischen Produktionsweise, daß mit ihrer Entwicklung eine relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten Kapital und damit im Verhältnis zu dem in Bewegung gesetzten Gesamtkapital stattfindet. Es heißt dies nur, daß dieselbe Arbeiterzahl, dieselbe Menge Arbeitskraft, disponibel gemacht durch ein variables Kapital von gegebnem Wertumfang, infolge der innerhalb der kapitalistischen Produktion sich entwickelnden eigentümlichen Produktionsmethoden, eine stets wachsende Masse Arbeitsmittel, Maschinerie und fixes Kapital aller Art, Roh- und Hilfsstoffe in derselben Zeit in Bewegung setzt, verarbeitet, produktiv konsumiert - daher auch ein konstantes Kapital von stets wachsendem Wertumfang. Diese fortschreitende relative Abnahme des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten und daher zum Gesamtkapital ist identisch mit der fortschreitend höhern organischen Zusammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals in seinem Durchschnitt. Es ist ebenso nur ein andrer Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit, die sich grade darin zeigt, daß vermittelst der wachsenden Anwendung von Maschinerie und fixem Kapital überhaupt mehr Roh- und Hilfsstoffe von derselben Anzahl Arbeiter in derselben Zeit, d.h. mit weniger Arbeit in Produkte verwandelt werden. Es entspricht diesem wachsenden Wertumfang des konstanten Kapitals - obgleich er nur entfernt das Wachstum in der wirklichen Masse der Gebrauchswerte darstellt, aus denen das konstante Kapital stofflich besteht - eine wachsende Verwohlfeilerung des Produkts. Jedes individuelle Produkt, für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit, als auf niedrigem Stufen der Produktion, wo das in Arbeit ausgelegte Kapital in ungleich größrem Verhältnis steht zu dem in Produktionsmitteln ausgelegten. Die im Eingang hypothetisch aufgestellte Reihe drückt also die wirkliche Tendenz der kapitalistischen Produktion aus. Diese erzeugt mit der fortschreitenden relativen Abnahme des variablen Kapitals gegen das konstante eine steigend höhere organische Zusammensetzung des Gesamtkapitals, deren unmittelbare Folge ist, daß die Rate des Mehrwerts bei gleichbleibendem und selbst bei steigendem Exploitationsgrad der Arbeit sich in einer beständig sinkenden allgemeinen Profitrate ausdrückt. (Es wird sich weiter zeigen1 *, warum dies Sinken nicht in dieser absoluten Form, sondern mehr in Tendenz zum progressiven Fall hervortritt.) Die progressive Tendenz der allgemeinen Profitrate zum Sinken ist also nur ein der kapitalistischen Produktionsweise eigentümlicher Ausdruck für die fortschreitende Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft der Arbeit. Es ist damit nicht gesagt, daß die Profitrate nicht auch aus andren Gründen vorübergehend fallen kann, aber es ist damit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktionsweise als eine selbstverständliche Notwendigkeit bewiesen, daß in ihrem Fortschritt die allgemeine Durchschnittsrate des Mehrwerts sich in einer fallenden allgemeinen Profitrate ausdrücken muß. Da die Masse der angewandten lebendigen Arbeit stets abnimmt im Verhältnis zu der Masse der von ihr in Bewegung gesetzten vergegenständlichten Arbeit, der produktiv konsumierten Produktionsmittel, so muß auch der Teil dieser lebendigen Arbeit, der unbezahlt ist und sich in Mehrwert vergegenständlicht, in einem stets abnehmenden Verhältnis stehn zum Wertumfang des angewandten Gesamtkapitals. Dies Verhältnis der Mehrwertsmasse zum Wert des angewandten Gesamtkapitals bildet aber die Profitrate, die daher beständig fallen muß.“| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.221ff.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erzeugung relativen Mehrwerts drängt dazu möglichst viel Arbeit in Mehrwert zu verwandeln und gleichzeitig die Masse der lebendigen Arbeit im Verhältnis zum vorgeschoßenen Gesamtkapital zu verringern. Diese Veränderung der organischen Zusammensetzung des Gesamtkapitals verdeutlicht sich somit in einem Fall der Profitrate.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Sonst ist es bereits nachgewiesen - und bildet das eigentliche Geheimnis des tendenziellen Falls der Profitrate - , daß die Prozeduren zur Erzeugung von relativem Mehrwert im ganzen und großen darauf hinauslaufen: einerseits von einer gegebnen Masse Arbeit möglichst viel in Mehrwert zu verwandeln, andrerseits im Verhältnis zum vorgeschoßnen Kapital möglichst wenig Arbeit überhaupt anzuwenden; so daß dieselben Gründe, welche erlauben, den Exploitationsgrad der Arbeit zu erhöhen, es verbieten, mit demselben Gesamtkapital ebensoviel Arbeit wie früher zu exploitieren. Dies sind die widerstreitenden Tendenzen, die, während sie auf eine Steigerung in der Rate des Mehrwerts, gleichzeitig auf einen Fall der von einem gegebnen Kapital erzeugten Masse des Mehrwerts und daher der Rate des Profits hinwirken.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.243])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sozialistische Revolution==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Revolution, Enteignung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation der Expropriateure wird durch die Volksmassen stattfinden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Verwandlung des auf eigner Arbeit der Individuen beruhenden, zersplitterten Privateigentums in kapitalistisches ist natürlich ein Prozeß, ungleich mehr langwierig, hart und schwierig als die Verwandlung des tatsächlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches. Dort handelte es sich um die Expropriation der Volksmasse durch wenige Usurpatoren, hier handelt es sich um die Expropriation weniger Usurpatoren durch die Volksmasse.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.791)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Produktionsmittel und Konsumtionsmittel==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einfache Reproduktion, Produktionsmittel, Konsumtionsmittel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesamtprodukt der Gesellschaft zerfällt in zwei Abteilungen. I. Produktionsmittel, II. Konsumtionsmittel.&amp;lt;br/&amp;gt;Weiter in c und v. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die zwei Abteilungen der gesellschaftlichen Produktion&amp;lt;br/&amp;gt;Das Gesamtprodukt, also auch die Gesamtproduktion, der Gesellschaft zerfällt in zwei große Abteilungen:&amp;lt;br/&amp;gt;I. Produktionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die produktive Konsumtion eingehn müssen oder wenigstens eingehn können.&amp;lt;br/&amp;gt;II. Konsumtionsmittel, Waren, welche eine Form besitzen, worin sie in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten- und Arbeiterklasse eingehn. In jeder dieser Abteilungen bilden sämtliche verschiedne ihr angehörige Produktionszweige einen einzigen großen Produktionszweig, die einen den der Produktionsmittel, die andern den der Konsumtionsmittel. Das in jedem der beiden Produktionszweige angewandte gesamte Kapital bildet eine besondre große Abteilung des gesellschaftlichen Kapitals.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.394)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zyklische Bewegung des Industriekapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industriekapital, Zyklische Bewegung des Kapitals, Geldkapital, Warenkapital, Stagnation, Schatzbildung, Mehrwertschöpfung, Zirkulation, Reproduktion, Monopolisierung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Industriekapital nimmt drei Formen an: Produktives Kapital, Warenkapital und Geldkapital. Sie sind keine eigenständigen Kapitalsorten, sondern Funktionsformen des Industriekapitals. Der Kreislauf des Kapitals kann stocken. Wenn G-W stockt, erstarrt das Geldkapital. Wenn er in der Produktionsphase stockt, liegen die Produktionsmittel brach, Arbeiter bleiben unbeschäftigt. Wenn der Kreislauf an der Stelle W‘-G‘ stockt, bleiben unverkäufliche Waren liegen und versperren den Zirkulationsfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die beiden Formen, die der Kapitalwert innerhalb seiner Zirkulationsstadien annimmt, sind die von Geldkapital und Warenkapital; seine dem Produktionsstadium angehörige Form ist die von produktivem Kapital. Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt und wieder abstreift und in jeder die ihr entsprechende Funktion vollzieht, ist industrielles Kapital - industriell hier in dem Sinn, daß es jeden kapitalistisch betriebnen Produktionszweig umfaßt. Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital bezeichnen hier also nicht selbständige Kapitalsorten, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbständiger und voneinander getrennter Geschäftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, das sie alle drei nacheinander annimmt.&amp;lt;br/&amp;gt; Der Kreislauf des Kapitals geht nur normal vonstatten, solange seine verschiednen Phasen ohne Stockung ineinander übergehn. Stockt das Kapital in der ersten Phase G - W , so erstarrt das Geldkapital zum Schatz; wenn in der Produktionsphase, so liegen die Produktionsmittel funktionslos auf der einen Seite, während die Arbeitskraft auf der andern unbeschäftigt bleibt; wenn in der letzten Phase W ' - G ' , so versperren unverkäuflich aufgehäufte Waren den Zirkulationsfluß.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.56)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Industrielles Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, die Mehrwert schöpft und den kap. Charakter der Produktion bedingt.&amp;lt;br/&amp;gt;Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses werden durch industrielles Kapital umgewälzt.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle anderen Arten von Kapital werden ihm untergeordnet und entsprechend seines Mechanismus verändert, bewegen sich nur auf seiner Grundlage – stehen und fallen mit ihr.&amp;lt;br/&amp;gt; Waren- und Geldkapital sind auch wenn sie als eigene Geschäftszweige auftreten, nur Funktionsweisen des industriellen Kapitals.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das industrielle Kapital ist die einzige Daseinsweise des Kapitals, worin nicht nur Aneignung von Mehrwert, resp. Mehrprodukt, sondern zugleich dessen Schöpfung Funktion des Kapitals ist. Es bedingt daher den kapitalistischen Charakter der Produktion; sein Dasein schließt das des Klassengegensatzes von Kapitalisten und Lohnarbeitern ein.&amp;lt;br/&amp;gt; Im Maß wie es sich der gesellschaftlichen Produktion bemächtigt, werden Technik und gesellschaftliche Organisation des Arbeitsprozesses umgewälzt, und damit der ökonomisch-geschichtliche Typus der Gesellschaft.&amp;lt;br/&amp;gt; Die andern Arten von Kapital, die vor ihm inmitten vergangner oder untergehender gesellschaftlicher Produktionszustände erschienen, werden ihm nicht nur untergeordnet und im Mechanismus ihrer Funktionen ihm entsprechend verändert, sondern bewegen sich nur noch auf seiner Grundlage, leben und sterben, stehen und fallen daher mit dieser ihrer Grundlage.&amp;lt;br/&amp;gt;Geldkapital und Warenkapital, soweit sie mit ihren Funktionen als Träger eigner Geschäftszweige neben dem industriellen Kapital auftreten, sind nur noch durch die gesellschaftliche Teilung der Arbeit verselbständigte und einseitig ausgebildete Existenzweisen der verschiednen Funktionsformen, die das industrielle Kapital innerhalb der Zirkulationssphäre bald annimmt, bald abstreift.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.61)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesamtproduktionsprozess des Kapitals heißt: Reproduktionsprozess sowie Kreislauf aller Elemente.&amp;lt;br/&amp;gt; Alle Teile durchlaufen Kreisläufe. Alle drei Formen sind beständig vorhanden durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch diese drei Phasen: Waren-, Geld-, produktives Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist eine notwendige Bedingung für den Gesamtproduktionsprozeß, besonders für das gesellschaftliche Kapital, daß er zugleich Reproduktionsprozeß, und daher Kreislauf jedes seiner Momente ist. Verschiedne Bruchteile des Kapitals durchlaufen sukzessiv die verschiednen Stadien und Funktionsformen.&amp;lt;br/&amp;gt;Jede Funktionsform, obgleich sich stets ein andrer Teil des Kapitals darin darstellt, durchläuft dadurch gleichzeitig mit den andren ihren eignen Kreislauf. Ein Teil des Kapitals, aber ein stets wechselnder, stets reproduziert, existiert als Warenkapital, das sich in Geld verwandelt; ein andrer als Geldkapital, das sich in produktives verwandelt; ein dritter als produktives Kapital, das sich in Warenkapital verwandelt. Das beständige Vorhandensein aller drei Formen ist vermittelt durch den Kreislauf des Gesamtkapitals durch eben diese drei Phasen.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.108)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je größer die Störungen sind, desto mehr Geldkapital muss der industrielle Kapitalist besitzen, um Ausgleichungen abwarten zu können.&amp;lt;br/&amp;gt;Durch Wachstum des vorzuschießenden Kapitals werden industrielle Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten verwandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ganz normal verläuft der Prozeß nur, wenn die Wertverhältnisse konstant bleiben; er verläuft faktisch, solange sich Störungen in der Wiederholung des Kreislaufs ausgleichen; je größer die Störungen, um so größres Geldkapital muß der industrielle Kapitalist besitzen, um die Ausgleichung abwarten zu können; und da im Fortgang der kapitalistischen Produktion sich die Stufenleiter jedes individuellen Produktionsprozesses, und mit ihm die Minimalgröße des vorzuschießenden Kapitals erweitert, so kommt jener Umstand zu den andren, die die Funktion des industrieller Kapitalisten mehr und mehr in ein Monopol großer Geldkapitalisten, vereinzelter der assoziierter, verwandeln.| (Marx, Kapital 2.Band, MEW Band 24, S.111)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Möglichkeiten einer Wirtschaftskrise==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krise, Zirkulation, Geld als Zirkulationsmittel, Marktanteil, Metamorphose des Kapitals, Weltmarkt, Überproduktion, Industrieproduktion&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zirkulation sind Kauf und Verkauf zeitlich und räumlich voneinander getrennt, sie sind scheinbar selbständig. Da sie aber wesentliche Momente eines Ganzen sind, muss ein Moment eintreten, in dem diese Selbständigkeit gebrochen wird und die innere Einheit wieder hergestellt wird.&lt;br /&gt;
Dieses Auseinanderfallen des Austauschs mit Geld als Zirkulationsmittel beinhaltet die Möglichkeit für den Keim einer Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Insofern Kauf und Verkauf, die beiden wesentlichen Momente der Zirkulation, gleichgültig gegeneinander sind, in Raum und Zeit getrennt, brauchen sie keineswegs zusammenzufallen. Ihre Gleichgültigkeit kann zur Befestigung und scheinbaren Selbständigkeit des einen gegen das andere fortgehen. (So dass einer nur kauft, ohne zu verkaufen – Warenhortung –, oder dass einer nur verkauft, ohne zu kaufen – Geldhortung, Schatzbildung.) Indem Kauf und Verkauf aber beide wesentlich Momente eines Ganzen bilden (der Warenproduzent verkauft seine Ware, um mit dem Geld andere Ware zu kaufen, die seine Bedürfnisse befriedigt), muss ein Moment eintreten, wo die selbständige Gestalt gewaltsam gebrochen und die innere Einheit äußerlich durch eine gewaltsame Explosion hergestellt wird. So liegt schon in der Bestimmung des Geldes als Mittler, in dem Auseinanderfallen des Austauschs in zwei Akte, der Keim der Krisen, wenigstens ihrer Möglichkeit, die nicht realisiert werden kann, als die, wo die Grundbedingungen der klassisch ausgebildeten, ihrem Begriff entsprechenden Zirkulation vorhanden sind.| (Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Fotomechanischer Nachdruck der beiden Teile des im Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1939 und 1941 erschienen Ausgaben, EVA Frankfurt/M, S. 112f)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Kapitalisten ist, so viel Platz auf dem Markt einzunehmen, wie es sein verfügbares Kapital zulässt, indem er sich einen größeren Anteil des Marktes aneignet oder den Markt selbst erweitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was aber den einzelnen Kapitalisten betrifft, so misst er den Umfang seiner Produktion durch den seines verfügbaren Kapitals, soweit er es noch selbst überwachen kann. Was er im Auge hat, ist, so viel Platz wie möglich auf dem Markt einzunehmen. Wird überproduziert, so schiebt er die Schuld nicht sich, sondern seinen Konkurrenten zu. Der einzelne Kapitalist kann seine Produktion ausdehnen, ebenso wohl indem er einen größeren Anteil des gegebenen Markts sich aneignet, als auch indem er den Markt selbst erweitert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.685)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geld fungiert als Zirkulationsmittel als Maß der Werte und Realisierung des Werts. Diese Momente, Kauf und Verkauf, fallen auseinander: Der Wert der Ware kann sich verändern oder in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden. Alle davon abhängigen Transaktionen, eine Reihe von Zahlungen, können nicht erfüllt werden: Möglichkeit der Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf sind aber nie Ursache der Krise. Diese ist aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist in dem Prozess der Metamorphose des Kapitals [Geldkapital – Warenkapital – Geldkapital] selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert – Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert sich geändert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld das Maß der Ware war, […] dann kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen.&amp;lt;br/&amp;gt;Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht sich änderte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muss. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.&amp;lt;br/&amp;gt;Aber im letzteren Fall ist die Krise nicht nur da, weil Ware unverkäuflich ist, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich ist, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern von der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhen. Dies ist die eigentliche Form der Geldkrisen.&amp;lt;br/&amp;gt;Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinander fallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel [in Kreditverhältnissen] entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im Allgemeinen, wo bei den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. […] Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum […] sie aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.&amp;lt;br/&amp;gt;4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen sind (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen oder nicht) – als verschieden von Wertschwankungen – müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein.| (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II, MEW 26.2, S. 514ff)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und Abhängigkeit vom Weltmarkt führen zu Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität,  Überproduktion, Krise und Stagnation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die ungeheure, stoßweise Ausdehnbarkeit des Fabrikwesens und seine Abhängigkeit vom Weltmarkt erzeugen notwendig fieberhafte Produktion und darauf folgende Überfüllung der Märkte, mit deren Kontraktion Lähmung eintritt. Das Leben der Industrie verwandelt sich in eine Reihenfolge von Perioden mittlerer Lebendigkeit, Prosperität, Überproduktion, Krise und Stagnation.| (Marx, Kapital 1.Band, MEW Band 23, S.476)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Krisenzyklus==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisenzyklus, Überproduktion, Entlassung, Krise, Preisentwertung, Kreditsystem, Kapitalvernichtung, Poduktivkraftvernichtung, Eroberung neuer Märkte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Zuviel des Angebotes fallen die Preise unter die Werte, manche Waren bleiben unverkäuflich, die Investitionstätigkeit geht zurück, was die Situation verschärft, Betriebe nehmen Entlassungen vor, andere Betriebe gehen pleite. Kapital und Produktionsmittel werden vernichtet. Das Angebot sinkt so weit, dass es unter der gesellschaftlichen Nachfrage liegt, die Preise steigen wieder, die Investitionstätigkeit wird angekurbelt, die kapitalistische Wirtschaft kommt aus dem Tal, ein „Aufschwung“ entsteht. Alle wollen teilhaben, die Investitionstätigkeit wird rege, die „Konjunktur überhitzt“, die Märkte füllen sich, schließlich staut es sich, die Investitionstätigkeit wird heruntergefahren, die Preise fallen unter die Werte, die nächste Krise beginnt – und so weiter und so fort als ein Perpetuum Mobile des kapitalistischen Krisenzyklus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In der Tat, seit 1825, wo die erste allgemeine Krise ausbrach, geht die ganze industrielle und kommerzielle Welt, die Produktion und der Austausch sämtlicher zivilisierter Völker und ihrer mehr oder weniger barbarischen Anhängsel so ziemlich alle zehn Jahre einmal aus den Fugen. Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehen still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zu viel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größerer oder geringerer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen.&amp;lt;br/&amp;gt;Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zum zügellosen Tempo eines vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Hindernisrennens, um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen – im Graben des Krachs. Und so immer von neuem.| (Friedrich Engels, Anti-Dühring, MEW 20, S. 257)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Krisen sind nur kurzfristige Lösungen der vorhandenen Widersprüche, die das gestörte Gleichgewicht für einen Moment wiederherstellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Krisen sind immer nur momentane gewaltsame Lösungen der vorhandnen Widersprüche, gewaltsame Eruptionen, die das gestörte Gleichgewicht für den Augenblick wiederherstellen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.259)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess nur durch Kontraktion seiner Preise vollziehen, also durch Entwertung des Kapitals.&lt;br /&gt;
Elemente des fixen Kapitals (Arbeitsmittel, Gebäude, Maschinen) werden entwertet. Durch Preisverfall gerät Reproduktionsprozess ins Stocken.&lt;br /&gt;
Dadurch wird Funktion des Geldes als Zahlungsmittel paralysiert.&lt;br /&gt;
Kette der Zahlungsobligationen wird unterbrochen. Kreditsystem kann zusammenbrechen, verschärft die Krise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Waren kann seinen Zirkulations- und Reproduktionsprozess [Verkauf und Kauf] nur vollziehen durch ungeheure Kontraktion seiner Preise, also durch Entwertung des Kapitals, das er darstellt. Ebenso werden die Elemente des fixen Kapitals [Arbeitsmittel wie Gebäude und Maschinerie] mehr oder minder entwertet. Es kommt hinzu, dass bestimmte, vorausgesetzte Preisverhältnisse den Reproduktionsprozess bedingen, dieser daher durch den allgemeinen Preisfall in Stockung und Verwirrung gerät. Diese Störung und Stockung paralysiert die […] auf jenen vorausgesetzten Preisverhältnissen beruhende Funktion des Geldes als Zahlungsmittel [von Krediten], unterbricht an hundert Stellen die Kette der Zahlungsobligationen an bestimmten Terminen und wird noch verschärft durch das damit gegebene Zusammenbrechen des […] Kreditsystems und führt so zu heftigen akuten Krisen, […].| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.264)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Krisen gibt es Kapitalvernichtung und Vernichtung von Produktionsmitteln aufgrund der Überproduktion. Die Auswege für die Bourgeoisie sind Vernichtung, Eroberung neuer Märkte und gründlichere Ausbeutung alter Märkte – was wiederum größere Krisen vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet, und warum? Weil sie zu viel Zivilisation, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt. […]&amp;lt;br/&amp;gt;Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen. – Wodurch überwindet die Bourgeoisie Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.| (Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, S. 468)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kredit, fiktives Kapital==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geldkapital, Zentralisation, Zinsprofit, Reservefonds, Industrielles Kapital, Händlerkapital, Banksystem, Geldmacht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das verleihbare Geldkapital konzentriert sich in den Händen des Bankiers. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals gegenüber den industriellen und kommerziellen Kapitalisten. Eine Bank ist die Zentralisation des Geldkapitals. Ihr Profit besteht in höheren Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Allgemein ausgedrückt besteht das Bankiergeschäft nach dieser Seite darin, das verleihbare Geldkapital in seiner Hand zu großen Massen zu konzentrieren, so daß statt des einzelnen Geldverleihers die Bankiers als Repräsentanten aller Geldverleiher den industriellen und kommerziellen Kapitalisten gegenübertreten. Sie werden die allgemeinen Verwalter des Geldkapitals. Andrerseits konzentrieren sie, allen Verleihern gegenüber, die Borger, indem sie für die ganze Handelswelt borgen. Eine Bank stellt auf der einen Seite die Zentralisation des Geldkapitals, der Verleiher, auf der andern die Zentralisation der Borger dar. Ihr Profit besteht im allgemeinen darin, daß sie zu niedrigem Zinsen borgt, als sie ausleiht.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geld fließt den Bankiers aus Reservefonds der Händler und Industriellen zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das verleihbare Kapital, worüber die Banken verfügen, fließt ihnen in mehrfacher Weise zu. Zunächst konzentriert sich in ihrer Hand, da sie Kassierer der industriellen Kapitalisten sind, das Geldkapital, das jeder Produzent und Kaufmann als Reservefonds hält, oder das ihm als Zahlung zufließt. Diese Fonds verwandeln sich so in verleihbares Geldkapital.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Banken sammeln alles unbeschäftigte Geld und auch die kleinen Geldsummen aus allen Klassen und bilden so eine Geldmacht. Dies ist eine besondere Wirkung des Banksystems, die von der Mittlertätigkeit zwischen Geldkapitalisten und Borgern unterschieden werden muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Mit der Entwicklung des Banksystems und namentlich, sobald sie Zins für Depositen zahlen, werden ferner die Geldersparnisse und das augenblicklich unbeschäftigte Geld aller Klassen bei ihnen deponiert. Kleine Summen, jede für sich unfähig, als Geldkapital zu wirken, werden zu großen Massen vereinigt und bilden so eine Geldmacht. Diese Ansammlung kleiner Beträge muß als besondre Wirkung des Banksystems unterschieden werden von seiner Mittlerschaft zwischen den eigentlichen Geldkapitalisten und den Borgern. Endlich werden auch die Revenuen, die nur allmählich verzehrt werden sollen, bei den Banken deponiert.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.416)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle des Kredits in der kapitalistischen Produktion==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenzirkulation, Warenmetamorphose&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Kredit werden die Phasen der Zirkulation und der Metamorphose des Kapitals beschleunigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |2. Beschleunigung, durch den Kredit, der einzelnen Phasen der Zirkulation oder der Warenmetamorphose, weiter der Metamorphose des Kapitals, und damit Beschleunigung des Reproduktionsprozesses überhaupt. (Andrerseits erlaubt der Kredit, die Akte des Kaufens und Verkaufens länger auseinanderzuhalten und dient daher der Spekulation als Basis.) Kontraktion der Reservefonds, was doppelt betrachtet werden kann: einerseits als Verminderung des zirkulierenden Mediums, andrerseits als Beschränkung des Teils des Kapitals, der stets in Geldform existieren muß.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bildung von Aktiengesellschaften==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktiengesellschaften, Produktionserweiterung, Gesellschaftskapital, Kapitalverwaltung, Zinsprofit, Fallen der Profitrate, Schutzzollpolitik, Überproduktion, fallende Profitrate, Kartellbildung, Konkurrenz, Kapitalistische Produktionsweise, Monopolbildung, Staatseinmischung, Finanzaristokratie, aufhebender Widerspruch, Monopolbildung, Kredit, Kreditüberbau, Verfügung über fremdes Kapital, Expropriation, Aktienwesen, gesellschaftliches Produktionsmittel, Kreditwesen, Überproduktion, Überspekulation, Produktivkraftentwicklung, Weltmarkt, Krise, Bankkapital, Wertpapiere, Aktien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Bildung von Aktiengesellschaften werden die  Stufenleitern der Produktion ausgedehnt.&amp;lt;br/&amp;gt; Das Kapital erhält durch die Aktiengesellschaften die Form von Gesellschaftskapital.&lt;br /&gt;
Das bedeutet die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;Damit findet die Verwandlung des fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten statt, einen Verwalter fremden Kapitals und die Verwandlung der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten.&amp;lt;br/&amp;gt;Profit wird in Form der Vergütung des Kapitaleigentums bezogen, das von der Funktion im Reproduktionsprozess getrennt wird.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Person des Dirigenten wird vom Kapitaleigentum getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |III. Bildung von Aktiengesellschaften. Hierdurch:&amp;lt;br/&amp;gt; 1. Ungeheure Ausdehnung der Stufenleiter der Produktion und Unternehmungen, die für Einzelkapitale unmöglich waren. Solche Unternehmungen zugleich, die früher Regierungsunternehmungen waren, werden gesellschaftliche.&amp;lt;br/&amp;gt;2. Das Kapital, das an sich auf gesellschaftlicher Produktionsweise beruht und eine gesellschaftliche Konzentration von Produktionsmitteln und Arbeitskräften voraussetzt, erhält hier direkt die Form von Gesellschaftskapital (Kapital direkt assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Gesellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst.&amp;lt;br/&amp;gt;3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß  getrennt wird, wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453 )}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Es ist das Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion, notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als Eigentum ihrer als Gesellschaftseigentum.&amp;lt;br/&amp;gt;Verwandlung aller Funktionen im Reproduktionsprozess in bloße gesellschaftliche Funktionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Profit nimmt die Form des Zinses an. Unternehmungen sind möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen. Das ist einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten. Unternehmen mit ungeheurem Verhältnis von konstantem zu variablem Kapital gehen nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da der Profit hier rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehn.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der raschen Steigerung der Produktion steht zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts gegenüber.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folge ist allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende Profite.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Freiheit der Konkurrenz ist am Ende des Lateins.&amp;lt;br/&amp;gt;Großindustrielle eines Zweigs schließen sich zu Kartell zusammen, teilweise zu internationalen Kartellen.&lt;br /&gt;
Aber der Interessengegensatz der einzelnen Firmen durchbricht die Kartelle und stellet die Konkurrenz wieder her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Der täglich wachsenden Raschheit, womit auf allen großindustriellen Gebieten heute die Produktion gesteigert werden kann, steht gegenüber die stets zunehmende Langsamkeit der Ausdehnung des Markts für diese vermehrten Produkte. Was jene in Monaten herstellt, kann dieser kaum in Jahren absorbieren. Dazu die Schutzzollpolitik, wodurch jedes Industrieland sich gegen die andern und namentlich gegen England abschließt und die heimische Produktionsfähigkeit noch künstlich steigert.&amp;lt;br/&amp;gt;Die Folgen sind allgemeine chronische Überproduktion, gedrückte Preise, fallende und sogar ganz wegfallende Profite; kurz, die alt gerühmte Freiheit der Konkurrenz ist am Ende ihres Lateins und muß ihren offenbaren skandalösen Bankrott selbst ansagen. Und zwar dadurch, daß in jedem Land die Großindustriellen eines bestimmten Zweigs sich zusammentun zu einem Kartell zur Regulierung der Produktion. Ein Ausschuß setzt das von jedem Etablissement zu produzierende Quantum fest und verteilt in letzter Instanz die einlaufenden Aufträge. In einzelnen Fällen kam es zeitweise sogar zu internationalen Kartellen, so zwischen der englischen und deutschen Eisenproduktion. Aber auch diese Form der Vergesellschaftung der Produktion genügte noch nicht. Der Interessengegensatz der einzelnen Geschäftsfirmen durchbrach sie nur zu oft und stellte die Konkurrenz wieder her.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.453f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der den Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform darstellt. In gewissen Sphären wird das Monopol hergestellt und fordert die  Staatseinmischung heraus.&amp;lt;br/&amp;gt;Es wird eine neue Finanzaristokratie, Parasiten in Gestalt von „Projektenmachern“ etc. gebildet. Es ist die Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |So ist in diesem Zweig, der die Grundlage der ganzen chemischen Industrie bildet, in England die Konkurrenz durch das Monopol ersetzt und der künftigen Expropriation durch die  Gesamtgesellschaft, die Nation, aufs erfreulichste vorgearbeitet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangspunkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus. Er reproduziert eine neue Finanzaristokratie, eine neue Sorte Parasiten in Gestalt von Projektenmachern, Gründern und bloß nominellen Direktoren; ein ganzes System des Schwindels und Betrugs mit Bezug auf Gründungen, Aktienausgabe und Aktienhandel. Es ist Privatproduktion ohne die Kontrolle des Privateigentums.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.454)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kredit bietet dem einzelnen Kapitalisten absolute Verfügung über fremdes Kapital in gewissen Schranken, er ermöglicht die Verfügung über gesellschaftliches, nicht eigenes Kapital, und damit  über fremde Arbeit.&amp;lt;br/&amp;gt;Das Kapital wird zur reinen Basis für den Kreditüberbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |IV. Abgesehn von dem Aktienwesen – das eine Aufhebung der kapitalistischen Privatindustrie auf Grundlage des kapitalistischen Systems selbst ist, und in demselben Umfang, worin es sich ausdehnt und neue Produktionssphären ergreift, die Privatindustrie vernichtet – , bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten, oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum, und dadurch über fremde Arbeit.87 Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expropriation (auch der kleineren und mittleren Kapitalisten) ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise. Ihre Durchführung ist ihr Ziel. In letzter Instanz ist das die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Produktionsmittel der Privatproduktion zu sein. Sie können nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten sein, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, ebenso wie ihr gesellschaftliches Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Expropriation erstreckt sich hier von den unmittelbaren Produzenten auf die kleineren und mittleren Kapitalisten selbst. Diese Expropriation ist der Ausgangspunkt der kapitalistischen Produktionsweise; ihre Durchführung ist ihr Ziel, und zwar in letzter Instanz die Expropriation aller einzelnen von den Produktionsmitteln, die mit der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktion aufhören, Mittel der Privatproduktion und Produkte der Privatproduktion zu sein, und die nur noch Produktionsmittel in der Hand der assoziierten Produzenten, daher ihr gesellschaftliches Eigentum, sein können, wie sie ihr gesellschaftliches Produkt sind.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.455f.)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Aktienwesen existiert schon der Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint, aber Verwandlung bleibt in kapitalistischen Schranken befangen. Sie überwindet den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als Privateigentum nicht, sondern bildet ihn in neuer Gestalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Da das Eigentum hier in der Form der Aktie existiert, wird seine Bewegung und Übertragung reines Resultat des Börsenspiels, wo die kleinen Fische von den Haifischen und die Schafe von den Börsenwölfen verschlungen werden. In dem Aktienwesen existiert schon Gegensatz gegen die alte Form, worin gesellschaftliches Produktionsmittel als individuelles Eigentum erscheint; aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaftlicher und als  Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.456)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditwesen erscheint als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel, weil er den Reproduktionsprozess bis zur äußersten Grenze forciert.&amp;lt;br/&amp;gt;Großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals wird von den Nichteigentümern angewandt, die nicht ängstlich ans Zeug gehen wie der Eigentümer seines Privatkapitals. Verwertung des Kapitals erlaubt freie Entfaltung nur bis zu einem gewissen Punkt, der durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist.&amp;lt;br/&amp;gt;Der Kredit beschleunigt gleichzeitig die gewaltsamen Ausbrüche des Widerspruchs, die Krisen und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wenn das Kreditwesen als Haupthebel der Überproduktion und Überspekulation im Handel erscheint, so nur, weil der Reproduktionsprozeß, der seiner Natur nach elastisch ist, hier bis zur äußersten Grenze forciert wird, und zwar deshalb forciert wird, weil ein großer Teil des gesellschaftlichen Kapitals von den Nichteigentümern desselben angewandt wird, die daher ganz anders ins Zeug gehn als der ängstlich die Schranken seines Privatkapitals erwägende Eigentümer, soweit er selbst fungiert. Es tritt damit nur hervor, daß die auf den gegensätzlichen Charakter der kapitalistischen Produktion gegründete Verwertung des Kapitals die wirkliche, freie Entwicklung nur bis zu einem gewissen Punkt erlaubt, also in der Tat eine immanente Fessel und Schranke der Produktion bildet, die beständig durch das Kreditwesen durchbrochen wird. Das Kreditwesen beschleunigt daher die materielle Entwicklung der Produktivkräfte und die Herstellung des Weltmarkts, die als materielle Grundlagen der neuen Produktionsform bis auf einen gewissen Höhegrad herzustellen, die historische Aufgabe der kapitalistischen Produktionsweise ist. Gleichzeitig beschleunigt der Kredit die gewaltsamen Ausbrüche dieses Widerspruchs, die Krisen, und damit die Elemente der Auflösung der alten Produktionsweise.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.457)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bestandteile des Bankkapitals==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital, Wertpapiere, Aktien, Zinstragendes Kapital, Geldrevenue, Fiktives Kapital, Zins, Eigentumstitel, Rechtstitel, Reservefonds der Banken, Bankierkapital&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkapital besteht aus barem Geld, Gold oder Noten, sowie aus Wertpapieren.&amp;lt;br/&amp;gt;Diese teilen sich auf in Wechsel und öffentliche Wertpapiere (Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Das Bankkapital besteht 1. aus barem Geld, Gold oder Noten, 2. Wertpapieren. Diese können wir wieder in zwei Teile teilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen und in deren Diskontierung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Wertpapiere, wie Staatspapiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.481)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, dass jede regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint – mag sie aus einem Kapital entspringen oder nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Form des zinstragenden Kapitals bringt es mit sich, daß jede bestimmte und regelmäßige Geldrevenue als Zins eines Kapitals erscheint, sie mag aus einem Kapital entspringen oder nicht. Erst wird das Geldeinkommen in Zins verwandelt, und mit dem Zins findet sich dann auch das Kapital, woraus es entspringt. Ebenso erscheint mit dem zinstragenden Kapital jede Wertsumme als Kapital, sobald sie nicht als Revenue verausgabt wird; nämlich als Hauptsumme (principal) im Gegensatz zum möglichen oder wirklichen Zins, den sie tragen kann. Die Sache ist einfach: Gesetzt, der Durchschnittszinsfuß sei 5% jährlich. Eine Summe von 500 Pfd.St. würde also jährlich, wenn in zinstragendes Kapital verwandelt, 25 Pfd.St. einbringen. Jede feste jährliche Einnahme von 25 Pfd.St. wird daher als Zins eines Kapitals von 500 Pfd.St. betrachtet.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.482)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Jede wiederholende Einnahme wird nach dem Durchschnittszins berechnet, als Ertrag, den ein Kapital zu diesem Zins ausgeliehen abwerfen würde.&amp;lt;br/&amp;gt;Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozess geht bis auf die letzte Spur verloren, die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Bildung des fiktiven Kapitals nennt man kapitalisieren. Man kapitalisiert jede regelmäßig sich wiederholende Einnahme, indem man sie nach dem Durchschnittszinsfuß berechnet, als Ertrag, den ein Kapital, zu diesem Zinsfuß ausgeliehen, abwerfen würde; z.B. wenn die jährliche Einnahme=100 Pfd. St. und der Zinsfuß=5%, so wären die 100 Pfd. St. der jährliche Zins von 2000 Pfd.St., und diese 2000 Pfd.St. gelten nun als der Kapitalwert des juristischen Eigentumstitels auf die 100 Pfd. St. jährlich. für den, der diesen Eigentumstitel kauft, stellen die 100 Pfd. St. jährliche Einnahme dann in der Tat die Verzinsung seines angelegten Kapitals zu 5 % vor. Aller Zusammenhang mit dem wirklichen Verwertungsprozeß des Kapitals geht so bis auf die letzte Spur verloren, und die Vorstellung vom Kapital als einem sich durch sich selbst verwertenden Automaten befestigt sich.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.484)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel (man kann sie kaufen und verkaufen, PK) bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die selbständige Bewegung des Werts dieser Eigentumstitel, nicht nur der Staatseffekten, sondern auch der Aktien, bestätigt den Schein, als bildeten sie wirkliches Kapital neben dem Kapital oder dem Anspruch, worauf sie möglicherweise Titel sind. Sie werden nämlich zu Waren, deren Preis eine eigentümliche Bewegung und Festsetzung hat. Ihr Marktwert erhält eine von ihrem Nominalwert verschiedne Bestimmung, ohne daß sich der Wert (wenn auch die Verwertung) des wirklichen Kapitals änderte.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.485)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Papiere stellen nichts dar als akkumulierte Ansprüche, Rechtstitel auf künftige Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Alle diese Papiere stellen in der Tat nichts vor als akkumulierte Ansprüche Rechtstitel, auf künftige Produktion, deren Geld- oder Kapitalwert entweder gar kein Kapital repräsentiert, wie bei den Staatsschulden, oder von dem Wert des wirklichen Kapitals, das sie vorstellen, unabhängig reguliert wird.| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.486)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reservefonds der Banken drücken im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandenen Gelds aus.&lt;br /&gt;
Und ein Teil dieses Schatz besteht aus Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind.&lt;br /&gt;
Größter Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen, Staatspapieren und Aktien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Die Reservefonds der Banken, in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion, drücken immer im Durchschnitt die Größe des als Schatz vorhandnen Geldes aus, und ein Teil dieses Schatzes besteht selbst wieder aus Papier, bloßen Anweisungen auf Gold, die aber keine Selbstwerte sind. Der größte Teil des Bankierkapitals ist daher rein fiktiv und besteht aus Schuldforderungen (Wechseln), Staatspapieren (die vergangnes Kapital repräsentieren) und Aktien (Anweisungen auf künftigen Ertrag).| (Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.487)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geldkapital und wirkliches Kapital I==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Kurzdefinition'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Geldkapital ist Geld das zur Beschaffung von beispielsweise Produktionsmitteln angewandt wird. In der Volkswirtschaftslehre wird es als die Verfügungsmöglichkeit von Geld zur Beschaffung von Investitionsgütern verstanden.&lt;br /&gt;
Dieses Geldkapital kann durch Kredite beschaffen werden, womit die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Schlagworte'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation, Staatskapital, Leihkapital, Produktivkraftentwicklung, Ausdehnung der Märkte, Kredit, Spekulation, Bankierkredit, Reproduktionsprozess, Warenmetarmophose, industrielles Kapital, Stockung Expansion, Konsumtionsfähigkeit, Geldkredit, Reservekapital, Börse&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Einordnung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anarchie der kapitalistischen Produktion führt immer zu wiederkehrenden Krisen. Da bei der Produktion Geldkapital gebraucht wird um beispielsweise die Bestandteile des konstanten Kapitals zu ersetzen. Da Leihkapital dieses nötige Geldkapital darstellt nimmt der Kredit auch eine wichtige Rolle ein. Diese Entwicklung wurde auch im dritten Band des Marx'schen festgestellt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 1'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkumulation von Geldkapital und Geldvermögen hat sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf Arbeit.&lt;br /&gt;
Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt die Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Soweit wir die eigentümliche Form der Akkumulation des Geldkapitals und Geldvermögens überhaupt bis jetzt betrachtet haben, hat sie sich aufgelöst in Akkumulation von Ansprüchen des Eigentums auf die Arbeit. Die Akkumulation des Kapitals der Staatsschuld heißt, wie sich gezeigt hat, weiter nichts als Vermehrung einer Klasse von Staatsgläubigern, die gewisse Summen auf den Betrag der Steuern für sich vorwegzunehmen berechtigt sind.&amp;lt;br/&amp;gt;Sismondi-Fußnote:&amp;quot;Die Staatspapiere sind nichts anderes als das imaginäre Kapital, das der zur Bezahlung der Schulden bestimmte Teil des jährlichen Einkommens darstellt. Ein gleichgroßes Kapital ist vergeudet worden; dieses dient als Nenner für die Anleihe, aber es ist nicht das, was das Staatspapier darstellt; denn das Kapital existiert überhaupt nicht mehr. Mittlerweile müssen neue Reichtümer aus der Arbeit der Industrie entstehen; ein jährlicher Teil dieser Reichtümer wird im voraus denen angewiesen, die jene vergeudeten Reichtümer geliehen hatten; dieser Teil wird durch Steuern jenen abgenommen, die die Reichtümer hervorbringen, um an die Staatsgläubiger gegeben zu werden, und nach dem landesüblichen Verhältnis zwischen Kapital und Zins nimmt man ein imaginäres Kapital an, das ebenso groß ist wie das Kapital, woraus die jährliche Rente entstehen könnte, die die Gläubiger zu bekommen haben.&amp;quot; (Sismondi, &amp;quot;Nouveaux Principes&amp;quot;, II, p.229, 230.)| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.493f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 2'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Staatsanleihen und Aktien sind so gesehen lediglich Anlagesphären für das verleihbare Kapital. Doch erfüllen diese Anlagesphären selbst nicht die Funktion von Leihkapital, und sind somit selbst kein Leihkapital.&lt;br /&gt;
Dies liegt daran, dass der Industrielle oder Kaufmann nicht die Staatspapiere und Aktien benötigt, sondern Geld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Um die vorliegende Frage auf engere Grenzen zurückzuführen: Staatseffekten wie Aktien und andere Wertpapiere aller Art sind Anlagesphären für verleihbares Kapital, für Kapital, das bestimmt ist, zinstragend zu werden. Sie sind Formen, es auszuleihen. Aber sie sind nicht selbst das Leihkapital, das in ihnen angelegt wird. Andrerseits, soweit der Kredit direkte Rolle im Reproduktionsprozeß spielt: Was der Industrielle oder Kaufmann braucht, wenn er Wechsel diskontiert haben oder eine Anleihe aufnehmen will, sind weder Aktien noch Staatspapiere. Was er braucht, ist Geld. Er versetzt oder verkauft also jene Wertpapiere, wenn er das Geld sich anders nicht beschaffen kann.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.495])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 3'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die voranschreitende Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit werden die Märkte ausgedehnt und somit auch an ferne Orte verlegt. Aus diesem Grund, und da sich die Wechsel länger vollziehen, müssen sich auch die Kredite verlängern. Das spekulative Element in Transaktionen nimmt  daher zu.&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert so den Kredit, der wiederum zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen, resp. kaufmännischen, Operationen führt. Es findet hier  somit Wechselwirkung statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es ist aber klar, daß mit der Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit, und daher der Produktion auf großer Stufenleiter, 1. die Märkte sich ausdehnen und vom Produktionsort sich entfernen, 2. daher die Kredite sich verlängern müssen, und also 3. das spekulative Element mehr und mehr die Transaktionen beherrschen muß. Die Produktion auf großer Stufenleiter und für entfernte Märkte wirft das Gesamtprodukt in die Hand des Handels; es ist aber unmöglich, daß sich das Kapital der Nation verdopple, so daß der Handel für sich fähig wäre, mit eignem Kapital das gesamte nationale Produkt aufzukaufen und wieder zu verkaufen. Kredit ist hier also unerläßlich; Kredit, dem Umfang nach wachsend mit dem wachsenden Wertumfang der Produktion, und der Zeitdauer nach mit der zunehmenden Entfernung der Märkte. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Entwicklung des Produktionsprozesses erweitert den Kredit, und der Kredit führt zur Ausdehnung der industriellen und merkantilen Operationen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 4'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Bankierkredit getrennte Kredit wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals. Diese geliehenen Kapitale sind Warenkapitale und somit Kapital, dass sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Betrachten wir diesen Kredit, getrennt vom Bankierkredit, so ist klar, daß er wächst mit dem Umfang des industriellen Kapitals selbst. Leihkapital und industrielles Kapital sind hier identisch; die geliehenen Kapitale sind Warenkapitale, bestimmt entweder für schließliche individuelle Konsumtion oder zum Ersatz der konstanten Elemente von produktivem Kapital. Was hier also als geliehenes Kapital erscheint, ist immer Kapital, das sich in einer bestimmten Phase des Reproduktionsprozesses befindet, aber durch Kauf und Verkauf aus einer Hand in die andre übergeht, während das Äquivalent dafür [von] dem Käufer erst später zu bedungner Frist gezahlt wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.498])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 5'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs bedeutet eine große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess, wenn die Metamorphose der Ware durch den Kredit vermittelt wird. Der Kredit vermittelt den Übergang des industriellen Kapitals  in eine andere Phase.&lt;br /&gt;
Der Kredit ist somit nicht unbeschäftigtes Kapital, sondern Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozess.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Was demnach hier verliehen wird, ist nie unbeschäftigtes Kapital, sondern Kapital, das in der Hand seines Besitzers seine Form ändern muß, das in einer Form existiert, worin es für ihn bloßes Warenkapital ist, d.h. Kapital, das rückverwandelt, und zwar wenigstens zunächst in Geld umgesetzt werden muß. Es ist somit die Metamorphose der Ware, die hier durch den Kredit vermittelt wird; nicht nur W – G, sondern auch G – W und der wirkliche Produktionsprozeß. Viel Kredit innerhalb des reproduktiven Kreislaufs – abgesehn vom Bankierkredit – heißt nicht: viel unbeschäftigtes Kapital, das zu Anleihen ausgeboten wird und profitliche Anlage sucht, sondern: große Beschäftigung von Kapital im Reproduktionsprozeß. Der Kredit vermittelt hier also 1. soweit die industriellen Kapitalisten in Betracht kommen, den Übergang des industriellen Kapitals aus einer Phase in die andre, den Zusammenhang der zueinander gehörigen und ineinander eingreifenden Produktionssphären; 2. soweit die Kaufleute in Betracht kommen, den Transport und den Übergang der Waren aus einer Hand in die andre bis zu ihrem definitiven Verkauf für Geld oder ihrem Austausch mit einer andern Ware.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.499])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 6'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solange der  Reproduktionsprozess flüssig ist und andauert, dauert auch der Kredit an und dehnt sich aus. Bei einer Stockung durch verzögerte Rückflüsse, überführter Märkte ist Überfluss von industriellem Kapital vorhanden, aber auch eine Masse von unbeschäftigtem fixem Kapital. Das industrielle Kapital existiert allerdings in Form von Warenkapital, das aber unverkäuflich ist.&lt;br /&gt;
Der Kredit kontrahiert sich somit, weil das Kapital unbeschäftigt ist und stockt, und weil das  Vertrauen in den Reproduktionsprozesses gebrochen ist und die Nachfrage nach einem kommerziellen Kredit abnimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Solange der Reproduktionsprozeß flüssig und damit der Rückfluss gesichert bleibt, dauert dieser Kredit und dehnt sich aus, und seine Ausdehnung ist basiert auf die Ausdehnung des Reproduktionsprozesses selbst. Sobald eine Stockung eintritt, infolge verzögerter Rückflüsse, überführter Märkte, gefallner Preise, ist Überfluß von industriellem Kapital vorhanden, aber in einer Form, worin es seine Funktion nicht vollziehn kann. Masse von Warenkapital, aber unverkäuflich. Masse von fixem Kapital, aber durch Stockung der Reproduktion großenteils unbeschäftigt. Der Kredit kontrahiert sich, 1. weil dies Kapital unbeschäftigt ist, d.h. in einer seiner Reproduktionsphasen stockt, weil es seine Metamorphose nicht vollziehn kann; 2. weil das Vertrauen in die Flüssigkeit des Reproduktionsprozesses gebrochen ist; 3. weil die Nachfrage nach diesem kommerziellen Kredit abnimmt. Der Spinner, der seine Produktion einschränkt und eine Masse unverkauftes Garn auf Lager hat, braucht keine Baumwolle auf Kredit zu kaufen; der Kaufmann braucht keine Waren auf Kredit zu kaufen, weil er deren schon mehr als genug hat.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 7'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Störung der Expansion des Reproduktionsprozesses kommt es zu einem Kreditmangel, wodurch Waren schwerer auf Kredit zu erhalten sind. In der Krise sind die Masse des unbeschäftigten Kapitals im Reproduktionsprozess und der erwähnte Kreditmangel am größten.&lt;br /&gt;
Fabriken stehen still, Rohstoffe häufen sich auf, und fertige Produkte überfüllen den Markt, da ein Überfluss von unbeschäftigtem produktivem Kapital herrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Tritt also Störung in dieser Expansion oder auch nur in der normalen Anspannung des Reproduktionsprozesses ein, so damit auch Kreditmangel; Waren sind schwerer auf Kredit zu erhalten. Besonders aber ist das Verlangen nach barer Zahlung und die Vorsicht im Kreditverkauf charakteristisch für die Phase des industriellen Zyklus, die auf den Krach folgt. In der Krisis selbst, da jeder zu verkaufen hat und nicht verkaufen kann und doch verkaufen muß, um zu zahlen, ist die Masse, nicht des unbeschäftigten, unterzubringenden Kapitals, sondern die des in seinem Reproduktionsprozeß gehemmten Kapitals gerade dann am größten, wenn auch der Kreditmangel am größten ist (und daher bei Bankierkredit die Diskontorate am höchsten). Das schon ausgelegte Kapital ist dann in der Tat massenweis unbeschäftigt, weil der Reproduktionsprozeß stockt. Fabriken stehn still, Rohstoffe häufen sich auf, fertige Produkte überfüllen als Waren den Markt. Es ist also nichts falscher, als solchen Zustand einem Mangel an produktivem Kapital zuzuschreiben. Es ist gerade dann Überfluß von produktivem Kapital vorhanden, teils in bezug auf den normalen, aber augenblicklich kontrahierten Maßstab der Reproduktion, teils in bezug auf die gelähmte Konsumtion.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.500])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 8'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ersatz von angelegten Kapitalen in der Produktion, hängt größtenteils von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen ab, während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter durch die Gesetze des Arbeitslohns und durch das Maß der Anwendung ihrer Arbeitskraft begrenzt ist, in denen sie der Bourgeoisie Profit bringen.&lt;br /&gt;
Deswegen bleibt der  letzte Grund aller wirklichen Krisen immer „die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion“.&lt;br /&gt;
Wirklicher Mangel an produktivem Kapital kann nur bei Missernten von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entstehen (s. Annahme 7).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Wie aber die Dinge liegen, hängt der Ersatz der in der Produktion angelegten Kapitale großenteils ab von der Konsumtionsfähigkeit der nicht produktiven Klassen; während die Konsumtionsfähigkeit der Arbeiter teils durch die Gesetze des Arbeitslohns, teils dadurch beschränkt ist, daß sie nur solange angewandt werden, als sie mit Profit für die Kapitalistenklasse angewandt werden können. Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.&amp;lt;br/&amp;gt;Von wirklichem Mangel an produktivem Kapital, wenigstens bei kapitalistisch entwickelten Nationen, kann nur gesprochen werden bei allgemeinen Mißernten, sei es der Hauptnahrungsmittel, sei es der hauptsächlichsten industriellen Rohstoffe.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 9'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum kommerziellen Kredit kommt der eigentliche Geldkredit hinzu.&lt;br /&gt;
Durch das Vorschießen des Gelds durch die  Bankiers wird für jeden industriellen Fabrikanten oder Kaufmann die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen. Aber der Prozess verkompliziert sich soweit, dass durch Wechselreiterei etc. der Schein eines soliden Geschäfts weiterexistieren kann, nachdem die Rückflüsse nur auf Kosten geprellter Geldverleiher und Produzenten gemacht worden sind.&lt;br /&gt;
Das gesamte Geschäft macht deswegen einen gesunden Anschein, gerade unmittelbar vor dem Krach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Es kommt aber nun zu diesem kommerziellen Kredit der eigentliche Geldkredit hinzu. Das Vorschießen der Industriellen und Kaufleute untereinander verquickt sich mit dem Vorschießen des Geldes an sie seitens der Bankiers und Geldverleiher. […] So wird für jeden individuellen Fabrikanten oder Kaufmann sowohl die Notwendigkeit eines starken Reservekapitals umgangen, wie die Abhängigkeit von den wirklichen Rückflüssen. Andrerseits aber kompliziert sich teils durch einfache Wechselreiterei, teils durch Warengeschäfte zum Zweck der bloßen Wechselfabrikation der ganze Prozeß so sehr, daß der Schein eines sehr soliden Geschäfts und flotter Rückflüsse noch ruhig fortexistieren kann, nachdem die Rückflüsse in der Tat schon längst nur noch auf Kosten teils geprellter Geldverleiher, teils geprellter Produzenten gemacht worden sind. Daher scheint immer das Geschäft fast übertrieben gesund gerade unmittelbar vor dem Krach.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.501])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 10'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung kann die Krise erschweren, aber keine Bankgesetzgebung ist in der Lage die Krise zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Daß es in der Periode der Krise an Zahlungsmitteln fehlt, ist selbsteinleuchtend. Die Konvertibilität der Wechsel hat sich substituiert der Metamorphose der Waren selbst, und grade zu solcher Zeit um so mehr, je mehr ein Teil der Geschäftshäuser bloß auf Kredit arbeitet. Unwissende und verkehrte Bankgesetzgebung, wie die von 1844/45, kann diese Geldkrise erschweren. Aber keine Art Bankgesetzgebung kann die Krise beseitigen.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.507f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 11'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Warenkapital verliert in der Krise und großen Stockungen, seine Eigenschaft ein potentielles Geldkapital darzustellen.&lt;br /&gt;
Dasselbe gilt auch für das fiktive Kapital. Dieses fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, doch hat diese Verminderung der Geldnamen – des Preises – von Wertpapieren nichts mit dem wirklichen Kapital zu tun, aber viel mehr mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Aus dem Gesagten ergibt sich, daß das Warenkapital seine Eigenschaft, potentielles Geldkapital darzustellen, in der Krise und überhaupt in Geschäftsstockungen in großem Maß verliert. Dasselbe gilt von dem fiktiven Kapital, den zinstragenden Papieren, soweit diese selbst als Geldkapitale auf der Börse zirkulieren. Mit dem steigenden Zins fällt ihr Preis. Er fällt ferner durch den allgemeinen Kreditmangel, der ihre Eigner zwingt, sie massenweis auf dem Markt loszuschlagen, um sich Geld zu verschaffen. Er fällt endlich bei Aktien, teils infolge der Abnahme der Revenuen, worauf sie Anweisungen sind, teils infolge des Schwindelcharakters der Unternehmungen, die sie oft genug repräsentieren. Dies fiktive Geldkapital ist in Krisen enorm vermindert, und damit die Macht seiner Eigner, Geld darauf im Markt aufzunehmen. Die Verminderung der Geldnamen dieser Wertpapiere im Kurszettel hat jedoch nichts zu tun mit dem wirklichen Kapital, das sie vorstellen, dagegen sehr viel mit der Zahlungsfähigkeit seiner Eigner.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.510])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 12'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung der Börse ist enorm gestiegen, da sich die gesamte Produktion, der Verkehr,  die Kommunikationsmittel, usw. zunehmend in den Händen von Börsianer konzentriert.&lt;br /&gt;
Dadurch wird die Börse zur hervorragendsten Vertreterin der kapitalistischen Produktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |1. Aus dem 3.Bd., 5.Abschnitt, besonders Kapitel [27], geht hervor, welche Stellung die Börse in der kapitalistischen Produktion überhaupt einnimmt. Nun ist aber seit 1865, wo das Buch verfaßt, eine Veränderung eingetreten, die der Börse heute eine um ein Bedeutendes gesteigerte und noch stets wachsende Rolle zuweist und die bei der ferneren Entwicklung die Tendenz hat, die gesamte Produktion, industrielle wie agrikulturelle, und den gesamten Verkehr, Kommunikationsmittel wie Austauschfunktion, in den Händen von Börsianern zu konzentrieren, so daß die Börse die hervorragendste Vertreterin der kapitalistischen Produktion selbst wird.| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Annahme 13'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich mit stets wachsender Schnelligkeit, auch schneller als die Ausdehnung der eigentlichen Produktion.&lt;br /&gt;
Die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten konnte, resp. kann, somit nicht in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |3. Jetzt anders. Die Akkumulation ist seit der Krise von 1866 mit einer stets wachsenden Schnelligkeit vorgegangen, und zwar so, daß in keinem Industrieland, am wenigsten England, die Ausdehnung der Produktion mit der der Akkumulation Schritt halten, die Akkumulation des einzelnen Kapitalisten in der Vergrößerung seines eigenen Geschäfts volle Verwendung finden konnte| ([https://marxwirklichstudieren.files.wordpress.com/2012/11/mew_band25.pdf Marx, Kapital 3.Band, MEW Band 25, S.917f.])}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Marx, Karl: MEW Bd. 23-25, Das Kapital in: Marx wirklich studieren, URL: https://marx-wirklich-studieren.net/marx-engels-werke-als-pdf-zum-download/ (06.01.2019).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahmen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Grundannahme AG Politische Ökonomie des Imperialismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hans</name></author>
		
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